{"id":22,"date":"2013-12-27T16:31:35","date_gmt":"2013-12-27T16:31:35","guid":{"rendered":"?p=22"},"modified":"2013-12-27T16:31:35","modified_gmt":"2013-12-27T16:31:35","slug":"der-jenaplan-nach-peter-petersen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=22","title":{"rendered":"Der Jenaplan nach Peter Petersen"},"content":{"rendered":"<p>Es ist wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in Jena) den Kindern half, \u201e<em>Denken und Wollen anderer Weltanschauungsgruppen&#8220; zu achten und zu verstehen &#8222;und da\u00df man die Kunst der Kooperation mit Andersdenkenden&#8220; <\/em>ernsthaft lernte. So gesehen ist die Frage nach der optimalen Unterrichtsmethodik zweitrangig gegen\u00fcber der alles entscheidenden Frage, wie der Unterricht<em> \u201eden beiden Ideen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Erziehung, d.h. der Freimachung des Menschentums in jedem Kinde\u201c<\/em>, ohne Einschr\u00e4nkung dienen kann. (Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule)<\/p>\n<p>Zitiert aus: Eichelberger, Harald &amp;Wilhelm, Marianne, Der Jenaplan heute \u2013 eine P\u00e4dagogik f\u00fcr die Schule von morgen. Innsbruck 2000. Studienverlag.<\/p>\n<h1 align=\"right\">Harald Eichelberger<\/h1>\n<h1>Der Jenaplan nach Peter Petersen<\/h1>\n<p>Wer von \u201eElementen\u201c \u201eMerkmalen\u201c oder \u201eFormen\u201c des Jenaplans sprechen will, mu\u00df zun\u00e4chst \u201e<em>voll und ganz begreifen, da\u00df fremdes Seelenleben vom Ursprung her unsere Seele n\u00e4hrt, da\u00df wir auf Gemeinsamkeiten und aus Gemeinsamkeiten leben, und da\u00df wir erst sch\u00f6pferisch werden in dem Augenblick, wo das fremde Seelenleben auf uns einwirkt. Und da dies vom ersten Augenblick an geschieht, so steht demnach jeder Mensch vom Ursprung her auf der Gemeinschaft\u201c<\/em>.<a href=\"#_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a><\/p>\n<h2>Die Jena-Plan-Schulen nach Peter Petersen<\/h2>\n<h3>Entstehung<\/h3>\n<p>Peter Petersen wurde in den fr\u00fchen Zwanzigerjahren unseres Jahrhunderts in Jena beauftragt, die universit\u00e4re Volksschullehrerbildung aufzubauen und das Verh\u00e4ltnis von p\u00e4dagogischer Theorie und Praxis auf eine neue Grundlage zu stellen. Peter Petersen leitete zu dieser Zeit die Lichtwark-Schule in Hamburg-Winterhude. Diese Schule war auf der Grundlage der Schulreformbewegung gegr\u00fcndet worden, um junge Menschen auf die selbstbestimmte und verantwortliche Partizipation an der Demokratisierung des gesellschaftlichen Lebens vorzubereiten, wohl auch, um den immer st\u00e4rker werdenden faschistischen Str\u00f6mungen den geistigen Boden zu entziehen.<\/p>\n<p>Es war dieser Schule wichtig, das \u201evolle Leben\u201c in die Schule hineinzunehmen, Lernr\u00e4ume au\u00dferhalb der Schule zu finden, die F\u00e4chertrennungen zu \u00fcberwinden und einen Arbeitsunterricht zu kultivieren, der es jungen Menschen erm\u00f6glicht, selbst\u00e4ndig und interessengeleitet zu lernen. Ganz selbstverst\u00e4ndlich war es ihr, an der \u00dcberwindung der Klassen- und Konfessionsgrenzen zu arbeiten und eine \u201eSchulgemeinde\u201c zu sein, in der Eltern, Lehrer und Sch\u00fcler gemeinsam versuchen konnten, die angestrebte neue demokratische Gesellschaft schulisch zu <em>antizipieren<\/em>.<\/p>\n<p>Peter Petersen nannte sein Institut \u201eErziehungswissenschaftliche Anstalt\u201c, angeschlossen eine \u201e\u00dcbungsschule\u201c; dieser Terminus von Peter Petersen wurde auch an unseren P\u00e4dagogischen Akademien sp\u00e4ter verwendet.<\/p>\n<h3>Ausgangsform<\/h3>\n<p>Der Jenaplan reizt zur steten Schulreform von innen, weil die p\u00e4dagogisch-anthropologischen Grundmotive Peter Petersens besondere schulpraktische M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen. In den Grundbegriffen wird diese Behauptung n\u00e4her erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>1924 wandelt Peter Petersen die Universit\u00e4tsschule in Jena in eine \u201e<em>Lebensst\u00e4tte des Kindes<\/em>\u201c um. Zun\u00e4chst wird eine sechsj\u00e4hrige Grundschule, 1925 eine allgemeine Volksschule eingerichtet. 1937 wird ein <em>Fr\u00f6bel<\/em>-Kindergarten angeschlossen. Der Jenaplan wird als <em>Ausgangsform <\/em>bei der Gestaltung vieler Schulen wirksam.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg arbeiten nur wenige Schulen in Deutschland nach dem Jenaplan Peter Petersens. In den Sechzigerjahren wird in den Niederlanden eine Jenaplan-Bewegung angeregt, die zum jetzigen Zeitpunkt ungef\u00e4hr 200 Grundschulen umfasst. Von dort inspiriert, entwickelt sich seit 1974 in K\u00f6ln und Umgebung eine innere Schulreform nach den Prinzipien Peter Petersens. Ungef\u00e4hr 20 Schulen berufen sich in und um K\u00f6ln auf den Jenaplan.<\/p>\n<p>Auch in den sogenannten neuen Bundesl\u00e4ndern wird der Jenaplan wieder entdeckt.<a href=\"#_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a><\/p>\n<p>In \u00d6sterreich ist der Jenaplan noch nie verwirklicht worden und beginnt erst, \u00fcber die Lehrerbildung bekannt zu werden.<\/p>\n<h3>Leben und Werk<\/h3>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1884<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Geboren am 26. Juni in Gro\u00dfwiehe bei Flensburg<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1904<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Abitur, Studium in Leipzig, Kiel, Kopenhagen und Posen<\/p>\n<p>Peter Petersen studiert Evang. Religion, Anglistik, Geschichte, Hebr\u00e4isch, Philosophie und National\u00f6konomie.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1908<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Promotion in Jena<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1909<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Staatliche Pr\u00fcfung f\u00fcr das Lehramt an Gymnasien<\/p>\n<p>Hilfslehrer in Leipzig, Oberlehrer am Johanneum in Hamburg<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1912<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Vorstandsmitglied des \u201eDeutschen Bundes f\u00fcr Schulreform\u201c &#8211;<\/p>\n<p>konsequente reformp\u00e4dagogische Orientierung bei der Arbeit<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1920<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Habilitation an der Universit\u00e4t Hamburg<\/p>\n<p>Lehrer und Leiter der Lichtwarkschule, einer reformp\u00e4dagogischen Oberschule in Hamburg<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1923<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Berufung als Professor der Erziehungswissenschaft an die Universit\u00e4t Jena<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1924<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Umwandlung der Universit\u00e4tsschule in eine Lebensst\u00e4tte des Kindes<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1927<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Tagung des \u201eWeltbundes f\u00fcr Erneuerung der Erziehung\u201c in Locarno; Peter Petersens Schulversuch erh\u00e4lt dort den Namen \u201eJenaplan\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1928<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Studien- und Vortragsreise durch Amerika<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1937<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Ehrendoktor der Universit\u00e4t Athen<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1945<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Dekan der Sozial-P\u00e4dagogischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Jena<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1948<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Entpflichtung als Dekan<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1950<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Schlie\u00dfung der Universit\u00e4tsschule durch die SED<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"83\">\n<p>1952<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"461\">\n<p>Peter Petersen stirbt in Jena und wird in Gro\u00dfenwiehe begraben<a href=\"#_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>Grundbegriffe<\/h3>\n<p>Hier kann das p\u00e4dagogische Begriffssystem nur angedeutet werden. Gerade die Schriften Peter Petersens zwingen zu einer intensiven Lekt\u00fcre, die Grundbegriffe sollen dazu verleiten.<\/p>\n<h4>Schulen unter der Idee der Erziehung<\/h4>\n<p>\u201eWie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualit\u00e4t zur Pers\u00f6nlichkeit vollenden kann?\u201c<a href=\"#_ftn4\" title=\"\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/p>\n<h4>Individuum\/Bildung<\/h4>\n<p>Jedes Individuum entwickelt sich nach einem ihm eigenen Bildungsgesetz. Bildung ist Entwicklung, Entfaltung und Formung des einzelnen nach seinen M\u00f6glichkeiten.<a href=\"#_ftn5\" title=\"\">[5]<\/a><\/p>\n<h4>Pers\u00f6nlichkeit\/Erziehung<\/h4>\n<p>Erziehung vollzieht sich in und durch die Gemeinschaft. Das Individuum bringt sich mit all seinen F\u00e4higkeiten und Kenntnissen absichtslos in die echte Gemeinschaft ein und erf\u00e4hrt so seine Sinnerf\u00fcllung: Das Individuum wird zur Pers\u00f6nlichkeit durch Leben in der Gemeinschaft<sup>.<a href=\"#_ftn6\" title=\"\">[6]<\/a><\/sup><\/p>\n<h4>Gemeinschaft<\/h4>\n<p>\u201eWollen wir also hinaus \u00fcber die Klasse, wollen wir mehr als eine soziale Gruppe, dann m\u00fcssen wir unsere Gruppen so gestalten und nun auch so leben lassen, da\u00df in ihnen Raum ist f\u00fcr das zwischenmenschliche Geschehen und damit f\u00fcr eine wirkliche Gemeinschaftsbildung.\u201c<a href=\"#_ftn7\" title=\"\"><strong>[7]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Eine p\u00e4dagogische Situation<\/h4>\n<table style=\"width: 515px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"231\">\n<p align=\"center\">a)\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">b)\u00a0\u00a0 \u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">c)\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"231\">\n<ol>\n<li>ein problematischer Lebenskreis von Kindern oder Jugendlichen um einen F\u00fchrer<\/li>\n<\/ol>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p align=\"center\">Umweltgestaltung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">F\u00fchrung des Unterrichts<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"231\">\n<ol>\n<li>von diesem in p\u00e4dagogischer Absicht derart geordnet,<\/li>\n<\/ol>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">Spannung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"231\">\n<ol>\n<li>dass jedes Mitglied des Lebenskreises gen\u00f6tigt (gereizt, aus sich herausgetrieben) wird, als ganze Person zu handeln, t\u00e4tig zu sein.<a href=\"#_ftn8\" title=\"\">[8]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">\u00dcbernahme<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"142\">\n<p align=\"center\">F\u00fchrung im Unterricht<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4>Freie allgemeine Volksschule<\/h4>\n<p>Auf Peter Petersens Hoffnung begr\u00fcndet, (&#8230;) \u201e<em>da\u00df diejenigen Lehrer, welche der Schuljugend nicht als Parteipolitiker und nicht als Werkzeuge politisierender Konfessionen dienen wollen, welche also die Idee des p\u00e4dagogischen Tuns zum Leitgedanken ihrer allt\u00e4glichen Berufsarbeit erheben, immer noch die gro\u00dfe Mehrheit der Lehrerschaft bilden<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn9\" title=\"\">[9]<\/a> Die Jenaplan-Schule ist \u00fcberkonfessionell, interkulturell und lehnt weltanschauliche Ausgrenzung ab.<\/p>\n<h4>Frei<\/h4>\n<p>ist sie deshalb, weil sie Kinder aller Volksschichten, unabh\u00e4ngig von Konfession, Herkunft und Elternhaus aufnimmt,&#8230;<\/p>\n<h4>Allgemein<\/h4>\n<p>ist diese Schule, weil sie bewusst, ausgesprochene Hilfsschulkinder, Knaben und M\u00e4dchen, die zu den \u201eBestbegabten\u201c der Stadt geh\u00f6ren, vereint &#8230;<\/p>\n<h4>Der Jenaplan<\/h4>\n<p>ist keine Unterrichtsmethode! Er ist vielmehr ein p\u00e4dagogisches Konzept f\u00fcr \u201e<em>Eine freie allgemeine Volksschule nach den <\/em>Grunds\u00e4tzen<em> Neuer Erziehung<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn10\" title=\"\">[10]<\/a> Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Peter Petersen den Jenaplan eine <em>Ausgangsform <\/em>nennt.<\/p>\n<h4>Der Begriff \u201eAusgangsform\u201c<\/h4>\n<p>ist f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Jenaplans konstitutiv. Diese Ausgangsform ist eine wesentliche Unterscheidung gegen\u00fcber anderen Schulkonzeptionen oder -modellen. Was in Jena absichtlich und bewusst unter den anerkannten Bedingungen der \u00f6ffentlichen Schule erprobt wurde, sollte keineswegs ein Vorbild f\u00fcr eine bestimmte Schulart (etwa die Volksschule) sein. Peter\u00a0Petersen ging davon aus, da\u00df der Jenaplan \u201e<em>in jeder Schule verwirklicht werden kann, nur vorausgesetzt, da\u00df die Erziehungsidee alles p\u00e4dagogische Tun leiten und frei um ihren reinsten Ausdruck ringen kann<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn11\" title=\"\">[11]<\/a><\/p>\n<p>\u201eEs war aber der Zweck dieses ersten Versuches: Die Arbeit in einer Grundschulklasse nach den Grunds\u00e4tzen einer Arbeits- und Gemeinschaftsschule so durchzuf\u00fchren, da\u00df er an keinem Orte an den finanziellen Mitteln scheitern kann, mit anderen Worten, an nichts au\u00dferhalb des Erziehungswillens. Daran ist auch noch in anderer Beziehung festgehalten worden: Es sind keine besonderen Lehrmittel, B\u00fccher, Hefte, Schreibger\u00e4te, Anschauungsmittel verwendet worden &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn12\" title=\"\"><strong>[12]<\/strong><\/a><\/p>\n<h4>Erziehungsidee<\/h4>\n<p>Peter Petersen hatte \u00fcberhaupt keine Hoffnung, dass die der neuen Demokratie ad\u00e4quate Schule durch neue (und erst recht nicht durch die \u201ealten\u201c und vielfach bew\u00e4hrten) Schulmethoden zu begr\u00fcnden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Es ist wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in Jena) den Kindern half, \u201e<em>Denken und Wollen anderer Weltanschauungsgruppen&#8220; zu achten und zu verstehen &#8222;und da\u00df man die Kunst der Kooperation mit Andersdenkenden&#8220; <\/em>ernsthaft lernte. So gesehen ist die Frage nach der optimalen Unterrichtsmethodik zweitrangig gegen\u00fcber der alles entscheidenden Frage, wie der Unterricht<em> \u201eden beiden Ideen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Erziehung, d.h. der Freimachung des Menschentums in jedem Kinde\u201c<\/em>, ohne Einschr\u00e4nkung dienen kann.<a href=\"#_ftn13\" title=\"\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Erst wenn ein echtes und reiches Gemeinschaftsleben funktioniert, kommen didaktische und methodische \u00dcberlegungen und Anstrengungen, die ja unbestritten die \u201ebesonderen Aufgaben\u201c der Schule sind, zu ihrem vollen Recht und zur Entfaltung ihres schulp\u00e4dagogischen Sinns.<\/p>\n<p>Im gemeinschaftlichen Leben erf\u00e4hrt und erlebt der Mensch, dass er f\u00e4hig und dass es f\u00fcr ihn notwendig ist, in sich das zu entwickeln und zu kultivieren, wozu nur Menschen f\u00e4hig sind: zur G\u00fcte, zum Mitleid, zum Verstehen, zur Ehrfurcht, zur Treue, zur R\u00fccksicht, zum Verzeihen, zur Freude (usw.). &#8230;man erf\u00e4hrt aber ebenso deutlich, dass Gemeinschaft gar nicht erst zustande kommt oder zerst\u00f6rt wird, wenn vielleicht nur eine der angesprochenen Handlungen nicht vollzogen wird, wenn nur eines der menschlichen Gef\u00fchle verweigert wird &#8230;<\/p>\n<h4>Begriff der \u201eLebensst\u00e4tte\u201c<\/h4>\n<p>&#8230; ist es n\u00f6tig und unverzichtbar, gemeinschaftliches Zusammenleben in der Schule und durch die Schule zu erm\u00f6glichen&#8230;<\/p>\n<p>Es muss sich in allen Teilen um echtes Leben handeln, damit ein Kind in der Schule nun wirklich lernen kann, verst\u00e4ndnisvoll und g\u00fctig zu sein. Wie im wirklichen Leben (das muss die \u201eF\u00fchrung des Unterrichts\u201c leisten) muss ein Kind direkt erleben und erfahren k\u00f6nnen, was es f\u00fcr es selbst und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr andere Kinder oder die Lehrer und Eltern bedeutet, verst\u00e4ndnisvoll und g\u00fctig zu sein, was es bedeutet, sich selbst oder anderen die G\u00fcte vorzuenthalten oder zu verweigern.<\/p>\n<h4>Stammgruppen<\/h4>\n<p>Die Lerngruppen sollen in der Regel drei Schuljahrg\u00e4nge umfassen. Miteinander Arbeiten und gegenseitiges Helfen ist somit nat\u00fcrliches Element im Unterricht. Die Fiktion einer homogenen Lerngruppe existiert im Jenaplan nicht.<\/p>\n<h4>Wochenrhythmus\/Wochenarbeitsplan<\/h4>\n<p>Schulleben und Unterricht sollen in einem nat\u00fcrlichen Wochenrhythmus schwingen. Der sogenannte \u201eFetzenstundenplan\u201c wird durch einen Wochenarbeitsplan ersetzt. Dieser Wochenarbeitsplan ist nicht prim\u00e4r Grundlage f\u00fcr die Wochenarbeitsstunden, sondern soll Lernen in f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Zusammenh\u00e4ngen auf der Basis der \u201e<em>Bildungsgrundformen<\/em>\u201c erm\u00f6glichen. Diese sollen dabei in regelm\u00e4\u00dfigem Wechsel aufscheinen.<\/p>\n<h4>Schulwohnstube<\/h4>\n<p>Der Lernraum soll anregungsreich und wohnlich gestaltet werden. Die \u201e<em>Vorordnungen<\/em>\u201c sind Sache des Lehrers, die Ausgestaltung und Pflege Sache der Kinder.<\/p>\n<h4>Arbeitsmittel<\/h4>\n<p>\u201e&#8230;<em>ist ein Gegenstand, der mit eindeutiger didaktischer Absicht geladen ist, hergestellt, damit sich das Kind frei und selbst\u00e4ndig dadurch bilden kann<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn14\" title=\"\">[14]<\/a><\/p>\n<h4>Charakteristik statt Zensur<\/h4>\n<p>Es werden nach M\u00f6glichkeit und Gesetzgebung keine Ziffernnoten erteilt. Als Zeugnis werden ein objektiver und ein subjektiver Bericht erstellt. Der objektive Bericht ist Grundlage f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung mit den Eltern \u00fcber die gemeinsame Erziehungsarbeit.<\/p>\n<p>Der subjektive Bericht ist Grundlage f\u00fcr eine abschlie\u00dfendes Gespr\u00e4ch mit dem Kind und zugleich das \u201eZeugnis\u201c, das mit nach Hause genommen wird.<a href=\"#_ftn15\" title=\"\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Dass dort, wo ein Lernen konsequent gepflegt wird, das seinen Anfang beim kindlichen Interesse nimmt, Noten und Zeugnisse ihre hypertrophe Bedeutung einb\u00fc\u00dfen, verdient kaum erw\u00e4hnt zu werden, wohl aber, dass nach Formen gesucht wird, Leistungen der Kinder in p\u00e4dagogisch verantwortlicher Weise anzuerkennen und individuell zu bewerten. Gleichf\u00f6rmigkeit und Uniformit\u00e4t k\u00f6nnen in keiner Jenaplan-Schule zu rechtfertigen sein.<\/p>\n<h3>Das Konzept der Jena-Plan-Schule<\/h3>\n<p>Die Jenaplan-Schulen verstehen den Jenaplan Peter Petersens als <em>Ausgangsform<\/em> f\u00fcr die Bearbeitung der besonderen schulischen und sozialen Schwierigkeiten, die in den jeweils spezifischen\u00a0 Situationen vorhanden sind. Es gilt dabei das Prinzip der <em>Freiheit der Gestaltungsm\u00f6glichkeit<\/em> des Jenaplans. Diese Konstellation f\u00fchrt zu <em>situativen Schwerpunktbildungen<\/em> und zu <em>situativen Entwicklungsverl\u00e4ufen<\/em>. Es stehen, so gesehen, nirgends auf der Welt \u201efertige\u201c Jenaplan-Schulen.<\/p>\n<p>Wo Jenaplan-Schulen zu finden sind, dort findet man immer Schulen auf dem Weg zu ihrer p\u00e4dagogischen Form, wobei die Suche nach dieser Form immer der Versuch einer verantwortbaren und vern\u00fcnftigen Antwort auf die spezifischen Probleme der Kinder, Lehrer und Eltern an diesem speziellen Ort ist. Da die Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer Arbeit oft das Bewusstsein entwickeln, dass sie \u00fcberhaupt nichts Besonders tun, sondern etwas Nat\u00fcrliches und Selbstverst\u00e4ndliches, verbinden sie mit der Intention Peter Petersens eine Vorstellung, einen \u201ePlan\u201c zu haben, wie eine \u201efreie allgemeine Volksschule\u201c in dieser Zeit eigentlich auszusehen hat.<\/p>\n<p>Peter Petersen versteht die Schule als \u201e<em>Lebensst\u00e4tte<strong>\u201c<\/strong><\/em> und nicht als Unterrichtsanstalt, weil letztere nur am Sch\u00fcler interessiert sein kann, der Jenaplan aber an der \u201eganzen Person\u201c des Kindes. Der Klassenraum darf nicht l\u00e4nger \u201eBelehrungszelle\u201c sein, er muss vielmehr zur \u201e<em>Schulwohnstube<strong>\u201c<\/strong><\/em> ausgestaltet werden, die den Kindern Geborgenheit bietet und zugleich reiche M\u00f6glichkeit zur Erweiterung des Horizonts. Peter Petersen zweifelt energisch daran, ob der \u201eFetzenstundenplan\u201c mit seinen permanent expandierenden F\u00e4cherkombinationen ein geeigneter Zugang zur Welt f\u00fcr Kinder sein kann. Er entwarf einen \u201e<em>rhythmischen Wochenarbeitsplan\u201c<\/em>, der die Woche f\u00fcr ein Kind sinnvoll gliedert, Offenheiten und Verbindlichkeiten zugleich schafft und dem lehrerzentrierten Unterricht seine schulp\u00e4dagogisch sinnvolle Position l\u00e4sst, aber ihm die Dominanz im Schulalltag nimmt.<\/p>\n<p>Der Lehrer hat das Schulleben und den Unterricht so vorzuordnen (durch eine P\u00e4dagogik <em>des<\/em> Unterrichtes) und im Unterricht solche Hilfen zu geben (durch eine P\u00e4dagogik <em>im<\/em> Unterricht), dass es Kindern gelingen kann, selbst\u00e4ndig Probleme zu finden, zu bearbeiten und zu l\u00f6sen, in Ruhe und Gelassenheit etwas zu Ende zu denken oder eine Aufgabe zu vollenden. So gesehen ist die Jenaplan-Schule auch immer eine Schule des <em>Schweigens und der Stille<\/em>. Diese Grundhaltung wird noch verst\u00e4rkt durch die bewusste Kultur der <em>Bildungsformen<strong>.<\/strong><\/em><\/p>\n<h4>Die Bildungsgrundformen<\/h4>\n<h5>Gespr\u00e4ch<\/h5>\n<p>Nach Peter Petersen ist das Miteinander-sprechen von den vier Aktivit\u00e4ten der Bildungsgrundformen entwicklungspsychologisch betrachtet auch die wichtigste Kommunikationsform. Die Sprache eines Menschen fordert das Kind zur Aktivit\u00e4t auf&#8230; Gemeint sind alle \u201eunterrichtlichen\u201c Gespr\u00e4chsformen, die auch wir kennen: Kreisgespr\u00e4ch, Klassengespr\u00e4ch, Gruppengespr\u00e4ch, Berichte, Aussprache, Lehrgang, belehrende Unterhaltung, Fr\u00fchst\u00fcck,&#8230;<\/p>\n<h5>Spiel<\/h5>\n<p>&#8230;bedeutet, dass in einer Jenaplanschule f\u00fcr die Kinder gen\u00fcgend Gelegenheit zum \u201efreien\u201c Spiel vorhanden sein mu\u00df, wobei der Lehrer beobachtet. Das Spiel wird als g\u00e4nzlich anderer Bereich der menschlichen Entwicklung gesehen als z.B. die Arbeit.<a href=\"#_ftn16\" title=\"\">[16]<\/a> Beispiele: Freies Spiel, Lernspiel, Zweckspiel im Sport und in der Pause, Schauspiel, &#8230;<\/p>\n<h5>Arbeit<\/h5>\n<p>Peter Petersen unterscheidet in der Arbeitssituation die \u201eGruppenarbeit\u201c und die \u201eKurse\u201c. W\u00e4hrend der Gruppenarbeit sitzen die Kinder in ihrer Stammgruppe in Tischgruppen. Die Kinder d\u00fcrfen sich ihren Platz und ihren Arbeitspartner aussuchen. In den niederl\u00e4ndischen Jenaplanschulen wird diese Gruppenarbeit \u201eblokperiode\u201c genannt. In diesen Perioden von t\u00e4glich mehr als 100 Minuten arbeiten die Kinder an Aufgaben aus den Bereichen der Mathematik, Sprache, Natur- und Kulturorientierung, sie bereiten die Tagesbeginn- oder Wochenschlu\u00dffeier, den Lesekreis, usw. vor. Oft wird die Arbeit in Form eines \u201eArbeitskontraktes\u201c festgelegt; f\u00fcr die Einhaltung des Kontraktes ist das Kind verantwortlich (mit Hilfe des Lehrers).Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Kurs;<\/p>\n<h5>Feier<\/h5>\n<p>vom Lehrer dargeboten oder geleitet, von den Sch\u00fclern selbst\u00e4ndig gestaltet; in der Stammgruppe, Schulstufe oder Schulgemeinde. Die <em>Feier<\/em> ist nach Peter Petersen eine Aktivit\u00e4t, die zur Schule als eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft geh\u00f6rt.<\/p>\n<h3>Die Gruppierungsformen<\/h3>\n<p>Die M\u00f6glichkeit der Einzelarbeit eines Kindes korrespondiert mit der M\u00f6glichkeit in der <em>Gruppe<\/em> zu arbeiten, wobei die Bezugsgruppe f\u00fcr jedes Kind seine \u201e<em>Stammgruppe<strong>\u201c<\/strong><\/em> ist, in der die Jahrgangsklassen aufgel\u00f6st sind, auf deren Bankrott Peter Petersen nicht m\u00fcde wurde hinzuweisen. Die Stammgruppe wiederum ist eingelagert in die <em>Schulgemeinde<\/em>.<\/p>\n<p>Eines der deutlichsten \u00e4u\u00dferen Kennzeichen des Jenaplanunterrichts ist die Gruppierung der Kinder; m\u00f6glicher Altersaufbau der Gruppen nach Peter Petersen:<\/p>\n<ul>\n<li>5 \u2013 \u00a0\u00a0\u00a0 Kleinkindergruppe<\/li>\n<li>6 \u2013 9 j\u00e4hrige Kinder<\/li>\n<li>9 \u2013 12 j\u00e4hrige Kinder<\/li>\n<li>13 \u2013 14 j\u00e4hrige Kinder<\/li>\n<li>15 \u2013 16 j\u00e4hrige Kinder.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Peter Petersen wendet sich immer wieder entschieden gegen die klassikale Unterrichtsstruktur und gegen eine altershomogene Klasseneinteilung. Beispielhafte Konsequenzen des auf J. Amos Comenius zur\u00fcckgehenden altersm\u00e4\u00dfigen Unterrichtes: B\u00fcrokratisierung, Einteilung des Lehrstoffes f\u00fcr ein Jahr, f\u00fcr ein Monat, f\u00fcr eine Woche (z.B. Wochenthema), f\u00fcr einen Tag, &#8230; Stunde, Ziele, Lehrplan, Sitzenbleiben &#8230;<a href=\"#_ftn17\" title=\"\">[17]<\/a><\/p>\n<h4>Die Stammgruppe<\/h4>\n<p>In dieser Gruppe werden die Kinder unterschiedlichen Alters bewusst zusammengebracht. Peter Petersen spricht aber erst von einer Stammgruppe, wenn die Altersheterogenit\u00e4t auch p\u00e4dagogisch benutzt wird. In dieser Stammgruppe hat ein Kind einige Jahre denselben Lehrer.<\/p>\n<h4>Die Tischgruppe<\/h4>\n<p>Innerhalb der Stammgruppe unterscheiden wir Tisch- und Arbeitsgruppen. Sie werden frei von den Kindern zusammengestellt. Funktion der Tischgruppe kommt am deutlichsten bei der Gruppenarbeit zum Ausdruck.<\/p>\n<h4>Die Niveaugruppe<\/h4>\n<p>In diese Gruppe(n) werden Kinder eingeteilt, die ungef\u00e4hr den gleichen Lernfortschritt in einem bestimmten Lerngebiet haben. Programmteile einer Jenaplanschule, die so organisiert werden, werden Niveaukurse genannt. Ab dem 5. Schuljahr werden in der ganzen Schule die Niveaukurse t\u00e4glich gleichzeitig organisiert. Durch die Organisation in Niveaukursen ist das Sitzenbleiben \u00fcberfl\u00fcssig geworden. Jedes einzelne Kind kann in seinem Lerntempo den Stoff, der so organisiert wird, bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<h4>Die freie Wahlgruppe<\/h4>\n<p>Ein Kind w\u00e4hlt f\u00fcr eine bestimmte Periode eine Aktivit\u00e4t aus, f\u00fcr die es sich speziell interessiert. Durch seine eigene Wahl verpflichtet sich das Kind, diesem Kurs zu folgen, bis eine andere Auswahl m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h3>Der rhythmische Wochenarbeitsplan<\/h3>\n<p>Der Unterricht in einer Jenaplanschule besteht in einer Aneinanderreihung verschiedener Urformen und p\u00e4dagogischer Situationen. Der herk\u00f6mmliche Stundenplan pa\u00dft nicht dazu. Die Alternative zum Stundenplan ist im Jenaplankonzept der sogenannte rhythmische Wochenarbeitsplan, worin angegeben wird, welche Aktivit\u00e4ten wann an der Reihe sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Wochenarbeitsplan zeigt, wie man durch Gespr\u00e4chs-, Spiel-, Arbeits- und Feiersituationen nach einer rhythmischen Ordnung bestrebt ist.<\/li>\n<li>Der Montagmorgen f\u00e4ngt mit einer Feier, mit einem Gespr\u00e4ch an.<\/li>\n<li>Im Wochenarbeitsplan sind einige Perioden f\u00fcr die Gruppenarbeit aufgenommen.<\/li>\n<li>Der letzte Schultag der Woche endet mit einer Feier, einem Gespr\u00e4ch.<\/li>\n<li>Der Wochenarbeitsplan enth\u00e4lt f\u00fcr den letzten Schulwochentag eine Periode f\u00fcr die Freie Arbeit \u2013 \u00dcbernehmen von Verantwortung.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">\u00a0<\/p>\n<h3>Die Individualisierung des Unterrichtes<\/h3>\n<p>Der Jenaplan will diesen individuellen Prozess des <em>Sinnentdeckenden Lernens<\/em> in den Vordergrund der p\u00e4dagogischen Arbeit stellen. Wie z.B. jemand nach einem Gespr\u00e4ch \u00fcber bestimmte Themen denkt, ist seine Sache. Das Besprechen der Probleme und die \u00dcbertragung von Fachkenntnissen sind darum zwei verschiedene Sachen. Diese Kenntnisse liefern die notwendige Basis f\u00fcr einen sinnvollen Dialog. Wird nichts mit den Kenntnissen gemacht, dann bleiben sie steril. Werden diese nicht erlebt, physisch, rational und emotional, dann bleibt die Integration aus, dann f\u00fcttern wir im Unterricht nur das Ged\u00e4chtnis..<\/p>\n<h3>Beispiele von Charakteristiken statt Zensur<\/h3>\n<p>Es sind Beispiele, die mit unserer Vorstellung von Noten kaum mehr etwas gemein haben. Es wird den Kindern\u00a0 und den Eltern genau Auskunft gegeben, und in dem Sinne sind die hier zitierten M\u00f6glichkeiten sicher vielsagender als unsere Ziffernnoten. Jede Jenaplanschule wird sich nach gesetzlichen M\u00f6glichkeiten ihre Form der Charakteristik zurecht legen. Ziffernnoten wird es aber Zusammenfassung:<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeit der Gestaltung einer sehr flexiblen und kindgerechten Schulorganisation und Schuleingangsphase durch die Lehrer. Organisation: Stammgruppen mit den p\u00e4dagogischen Vorteilen der Altersheterogenit\u00e4t, Kinder lernen mehr voneinander; hoch differenzierter und individualisierender Unterricht und Niveauunterricht Sch\u00fclermitplanung und Sch\u00fclermitgestaltung bei Schulorganisation, Betonung des Gespr\u00e4ches und der Feier, Freiheit der Schulgestaltung nach einer Ausgangsform!<\/p>\n<p>\u00a0\u201eAus der Schule als Ganzem etwas Neues zu machen, d.h. das ganze Schulleben von Grund auf radikal zu \u00e4ndern. Und dann gelte es, dort hinein den Unterricht zu setzen und sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen und zu erproben, wie sich dieser \u00e4ndern werde, wenn man gezwungen sei, immer jenes neue Schulleben zu erhalten, die neue Schulgesinnung zu bewahren, also kurz gesagt: Den Unterricht der Erziehung zu unterwerfen, zuerst Erzieher, dann erst Lehrer zu sein\u201c.<a href=\"#_ftn18\" title=\"\"><strong>[18]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Allgemeine Erziehungswissenschaft, Berlin 1924<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zusammenstellung Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zusammenstellung Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Der kleine Jenaplan \u2013 54\/55. Aufl. Weinheim 1974, S.7<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Maria Montessori, Die Entdeckung des Kindes; sie verwendet den Begriff des\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201einneren Bauplanes des Kindes\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Prospekt der Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Der kleine Jenaplan, a.a.O., S.11f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, F\u00fchrungslehre des Unterrichts, 5.Aufl. Weinheim 1955, S.20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, Hermann, Reformp\u00e4dagogik,<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weinheim 1994, S. 209ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" title=\"\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, H. a.a.O., S. 209ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" title=\"\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, H. a. a. O., S. 209ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" title=\"\">[12]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, P.\/Wolff, H., Eine Grundschule nach &#8230;, in: R\u00f6hrs, H., a.a.O., S. 216ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" title=\"\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, H. a.a.O., S. 209ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" title=\"\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, F\u00fchrungslehre des Unterrichts, 5. Aufl. Weinheim 1955, S. 182<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" title=\"\">[15]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Prospekt der Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" title=\"\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu vor allem die Ausf\u00fchrungen Maria Montessoris, in deren P\u00e4dagogik die Arbeit im Vordergrund <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der kindlichen Entwicklung steht.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" title=\"\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Peter Petersens Konzept des Jenaplans soll ausdr\u00fccklich den p\u00e4dagogischen Anachronismus des<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sitzenbleibens durch entsprechende schulische Organisationsformen verhindern.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" title=\"\">[18]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zur Entstehungsgeschichte des Jenaplans, in: WPB (1952), S.449-452<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-22","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jena-plan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}