{"id":23,"date":"2013-12-27T16:50:25","date_gmt":"2013-12-27T16:50:25","guid":{"rendered":"?p=23"},"modified":"2013-12-27T16:50:25","modified_gmt":"2013-12-27T16:50:25","slug":"entwicklungsdidaktik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=23","title":{"rendered":"Entwicklungsdidaktik"},"content":{"rendered":"<p class=\"Standard1\">Eine Entwicklungsp\u00e4dagogik schlie\u00dft eine Didaktik mit ein, die sich an der m\u00f6glichst optimalen Entfaltung des Kindes orientiert, die je konkreten Lebensverh\u00e4ltnisse des Kindes miteinbeziehen kann und dem Postulat verpflichtet ist, dass sich Schule in ihrer konkreten Gestaltung an den Entwicklungsbed\u00fcrfnissen des Kindes orientiert und gleichzeitig in der Gestaltung des Schullebens demokratischen Grundregeln verpflichtet ist. Dabei k\u00f6nnen wir von einem ganzheitlichen Lern- und Bildungsverst\u00e4ndnis ausgehen, f\u00fcr das uns die Reformp\u00e4dagogik sehr wohl aus \u201eAusgangsform\u201c, wie Peter Petersen dies formuliert hat, dienen kann. (Eichelberger, Harald &amp; Wilhelm, Marianne: Entwicklungsdidaktik, Wien 2003)<\/p>\n<h3 align=\"right\">Harald Eichelberger<\/h3>\n<h1>Entwicklungsdidaktik<\/h1>\n<h2>Alte Ideen \u2013 neues Denken<\/h2>\n<p class=\"Vorspann\">Lehren beginnt nicht mit dem Vortragen geheiligter Wahrheiten, sondern mit dem Schaffen von Gelegenheiten, die den Sch\u00fclern Anlass zum Denken geben. \u2013 Die Vorbedingung daf\u00fcr ist, dass man Sch\u00fclern die F\u00e4higkeit zum Denken zuschreibt.<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Ernst von Glasersfeld<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Aktives, selbstt\u00e4tiges und selbst bestimmtes Lernen kann als Kontrapunkt gegen die Charakteristika der Lernkulturen in unseren Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen gesehen werden: Dort ist nach wie vor \u2013 mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen in der Grundschule und ganz wenigen Ausnahmen im Bereich der Sekundar-I-Schule \u2013 eine frontalunterrichtliche Form des Lehrens und Lernens vorherrschend, durch die die Aktivit\u00e4t der Lernenden auf zumeist nach- oder mitvollziehendes Tun reduziert wird.<a href=\"#_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eine Lernkultur des vorwiegend lehrerbestimmten und frontal durchgef\u00fchrten Lehrens und Lernens ger\u00e4t in einen un\u00fcberbr\u00fcckbaren Gegensatz zur Subjektivit\u00e4t und zur Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung des Lernenden, h\u00e4ufig mit den Folgen der inneren K\u00fcndigung der Lernenden und einer skandal\u00f6s geringen Nachhaltigkeit des Lernens. Ein wesentlicher Grund f\u00fcr dieses Nachhaltigkeitsdefizit kann mit Einschr\u00e4nkung in einer Universalisierung der so genannten Lehr-Lern-Illusion gesehen werden: \u201eGelernt werde, was gelehrt wird.\u201c<a href=\"#_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a>\u00a0Doch gerade das Gegenteil ist der Fall. Was lehrerorientiert und gro\u00dfteils frontal an Inhalten gelehrt wird, wird kaum gelernt und wenn, dann wieder schnell vergessen, da es nur selten in einer lebensbedeutenden Beziehung zum Lernenden steht. Fatalerweise wird gleichzeitig ein Lernbewusstsein (und Selbstbewusstsein) im Lernenden aufgebaut, dass schulisches Lernen (immer) fremdbestimmt zu sein hat. Der lebensnotwendige Prozess des Lernens geht im Bewusstsein des Lernenden nicht vorwiegend von seinen Entwicklungs- und Lernbed\u00fcrfnissen aus. Aktives, selbstt\u00e4tiges und selbst bestimmtes Lernen stellt hingegen die individuelle Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und die Entwicklung der Sozialit\u00e4t der Lernenden in den Mittelpunkt schulischer Lehr- und Lernsituationen. Durch die Realisierung von pers\u00f6nlichkeitsorientierten Konzepten des \u201eaktiven\u201c Lernens kann die derzeitige Schule eine notwendige Erg\u00e4nzung erfahren, die f\u00fcr eine Weiterentwicklung im Sinne einer p\u00e4dagogischen Professionalisierung unerl\u00e4sslich erscheint.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Es sind vor allem die Konzepte der Reformp\u00e4dagogik, der humanistischen Psychologie, des Konstruktivismus, der Systemtheorie, &#8230; die uns Grundlagen bieten f\u00fcr didaktische Konzepte des aktiven, selbst bestimmten und selbstt\u00e4tigen Lernens. Als vorrangige Lern- und Bildungsziele k\u00f6nnen nach individuellen Ma\u00dfgaben<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die Selbstbestimmungsf\u00e4higkeit des Menschen,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die F\u00e4higkeit zur Informationsbeschaffung,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 das Verstehen von Zusammenh\u00e4ngen,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die Bereitschaft zu verantwortlichem und moralischem Handeln,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die F\u00e4higkeit zur friedlichen und demokratischen Konflikterkennung und Konfliktl\u00f6sung,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die F\u00e4higkeit zu Toleranz und Solidarit\u00e4t und<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die F\u00e4higkeit der Entdeckung des Gemeinsamen als M\u00f6glichkeit kultureller Bereicherung gelten.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">In gleicher Weise strebt Bildung die <em>Kooperationsf\u00e4higkeit, Mitbestimmungsf\u00e4higkeit <\/em>und <em>Solidarit\u00e4tsf\u00e4higkeit<\/em> des in einer Demokratie lebenden, lernenden und sich entwickelnden Menschen an. So verstandenes Lernen muss in seinem Kern <em>entdeckendes<\/em> bzw. nachentdeckendes und <em>sinnhaftes<\/em>, <em>verstehendes<\/em> Lernen sein, dem die nur reproduktive \u00dcbernahme von Kenntnissen und alles Trainieren, \u00dcben und Wiederholen von Fertigkeiten eindeutig nachgeordnet ist, zwar als notwendige, aber nur vom verstehenden und entdeckenden Lernen her begr\u00fcndbare Elemente. Soll Lehren Hilfe zu einem so verstandenen Lernprozess sein, so muss es selbst f\u00fcr Lernende und in zunehmendem Ma\u00dfe mit ihnen zusammen \u2013 eben im Sinne des Selbstbestimmungs- und Solidarit\u00e4tsprinzips \u2013 diskursiv gerechtfertigt und geplant werden:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 In der Form der <em>Mitplanung<\/em> des Unterrichts seitens der Lernenden,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 durch <em>Unterrichtskritik<\/em> mit den Lernenden und\/oder<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 durch <em>Unterricht \u00fcber Unterricht<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Das sind Elemente, die heute auch bereits in sogenannten \u201eaktiven Schulen\u201c (active learning) bzw. ebenso im \u201esch\u00fclerorientierten Unterricht\u201c diskutiert und verwirklicht werden.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">So verstandener Unterricht wird als <em>Interaktionsvorgang<\/em> verstanden und ist immer auch ein <em>sozialer Prozess<\/em>; das bedeutet auch, dass das ohnehin sich vollziehende soziale Lernen bewusst und zielorientiert, im Sinne einer demokratischen Sozialerziehung, auch in die Zielbestimmungen des Unterrichts und in die Unterrichtsplanung einbezogen werden wird. Grundlagen f\u00fcr die Entwicklung eines Unterrichts mit den oben genannten Perspektiven finden wir in den Konzepten der Reformp\u00e4dagogik. Dazu W. Klafki: \u201eWer sich in der Reformp\u00e4dagogik einigerma\u00dfen auskennt, stellt fest, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil heutiger Initiativen f\u00fcr innere Schul- und Unterrichtsreformen direkt oder indirekt auf Ideen der Reformp\u00e4dagogik des ersten Jahrhundertdrittels zur\u00fcckgeht oder als Wiederentdeckung solcher Ideen anzusprechen ist.\u201c<a href=\"#_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wer die Trends europ\u00e4ischer Schulentwicklung beobachtet und verfolgt, wird feststellen, dass die Realisierung eines einzelnen reformp\u00e4dagogischen Konzeptes als solches kaum mehr Priorit\u00e4t besitzt. Vielmehr steht die Nutzung der Ideen der Reformp\u00e4dagogik zur Kreation eines neuen, aktuellen und modernen schulischen wie auch au\u00dferschulischen p\u00e4dagogischen Konzeptes im Mittelpunkt des Interesses von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Damit wird ein Bildungsverst\u00e4ndnis in den Vordergrund ger\u00fcckt, das die Pers\u00f6nlichkeitsbildung bzw. die \u201eproportionale Ausbildung aller Kr\u00e4fte\u201c in den Vordergrund r\u00fcckt, wie auch jene Kompetenzen, die entwickelt sein m\u00fcssen, damit Individuen, Gruppen sowie Organisationen zu Selbststeuerung und Selbstorganisation f\u00e4hig sind (Methodenkompetenz).<\/p>\n<p>Selbststeuerung und Selbstorganisation in Lehr-Lernprozessen \u2013 und das ist eine wiederholt diskutierte paradoxe Grundstruktur p\u00e4dagogischen Handelns \u2013 bed\u00fcrfen einer professionellen Fremdorganisation, wie auch des kritischen Blickes auf die gesellschaftlichen Bedingungen und einer kritischen Analyse dessen, was da selbstorganisiert gelernt und erarbeitet wird. Die in der Folge dargestellten reformp\u00e4dagogischen Richtungen k\u00f6nnen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 als Gegenkonzepte zur Lehr-Lern-Illusion,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 als didaktisch begr\u00fcndete und erprobte Konzepte der \u201eproportionalen Ausbildung aller Kr\u00e4fte des Lernenden\u201c und<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 als Konzepte der Unterrichts- und Schulentwicklung gesehen werden.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Reformp\u00e4dagogik <em>war <\/em>und <em>ist<\/em> eine europ\u00e4ische Bewegung. Im Zentrum reformp\u00e4dagogischen Denkens stand und steht die kulturkritische Auseinandersetzung mit den bestehenden \u2013 in nationaler Enge verkrusteten \u2013 Bildungssystemen, insbesondere mit einer Schule, die als Lern-, Lehrer- und Wissensschule in ihrer Einseitigkeit, ja Eindimensionalit\u00e4t, den jungen Menschen nicht als Ganzheit seiner Vielf\u00e4ltigkeiten auffasste und auffasst, ihn nicht im Sinne Pestalozzis als Wesen mit Kopf, Herz und Hand begriff und begreift, sondern ein einseitiges intellektuelles Konzept verfolgt, indem ein Konglomerat von lebensirrelevanten Inhalten schulisches Lernen bestimmte und immer noch bestimmt. Eine f\u00fcr die Reformp\u00e4dagogen typische Kritik formulierte der franz\u00f6sische P\u00e4dagoge C\u00e9lestin Freinet: \u201eWir brauchen nicht mit Wissen vollgestopfte Hirne, sondern wache K\u00f6pfe.\u201c<a href=\"#_ftn4\" title=\"\">[4]<\/a>\u00a0Diese Reformbewegungen waren und sind in ihrem Grundverst\u00e4ndnis auf eine potenziell offene Gesellschaftsform gerichtet. Durch eine befreiende Erziehung und Bildung der jungen Menschen zu selbstbewussten, selbstst\u00e4ndigen und selbstt\u00e4tigen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern f\u00fcr eine neue europ\u00e4ische Gesellschaft galt und gilt es, diesen Wandel einzuleiten. Eine offene Gesellschaft durch eine sich \u00f6ffnende Schule war schon das Ziel, das die Schwedin Ellen Key in ihrem Buch \u201eDas Jahrhundert des Kindes\u201c beispielhaft formulierte und damit einen der entscheidenden Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr diese europaweite Bewegung gab.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eine Entwicklungsp\u00e4dagogik schlie\u00dft eine Didaktik mit ein, die sich an der m\u00f6glichst optimalen Entfaltung des Kindes orientiert, die je konkreten Lebensverh\u00e4ltnisse des Kindes miteinbeziehen kann und dem Postulat verpflichtet ist, dass sich Schule in ihrer konkreten Gestaltung an den Entwicklungsbed\u00fcrfnissen des Kindes orientiert und gleichzeitig in der Gestaltung des Schullebens demokratischen Grundregeln verpflichtet ist. Dabei k\u00f6nnen wir von einem ganzheitlichen Lern- und Bildungsverst\u00e4ndnis ausgehen, f\u00fcr das uns die Reformp\u00e4dagogik sehr wohl aus \u201eAusgangsform\u201c, wie Peter Petersen dies formuliert hat, dienen kann.<\/p>\n<h2>Reformp\u00e4dagogik \u2013 die Perspektive der Individualit\u00e4t<\/h2>\n<p class=\"Standard1\">\u201eOhne die reformp\u00e4dagogische Auffassung von den Pers\u00f6nlichkeitsrechten der Kinder, von ihrer Kreativit\u00e4t, der Ganzheitlichkeit der Lernbed\u00fcrfnisse, der Vielf\u00e4ltigkeit der Entwicklungspotentiale und dem Bed\u00fcrfnis nach sozialem Austausch von Geburt an kann es kein modernes Bildungsverst\u00e4ndnis geben.\u201c<a href=\"#_ftn5\" title=\"\">[5]<\/a>\u00a0Das Umdenken der Reformp\u00e4dagogen bez\u00fcglich der Aufgabe der Erziehung bestand prim\u00e4r darin, dass ihr Denken auf eine bessere Zukunft hin ausgelegt war, die durch Erziehung zu erreichen sei. Bildung wird in dieser indirekt utopischen Erziehungskonzeption nicht durch die Forderungen der Erwachsenen bestimmt, sondern habe \u201evom Kinde aus\u201c zu gehen. \u201eVom Kinde aus\u201c kann dabei von den Reformp\u00e4dagogen konzeptionell durchaus verschieden aufgefasst werden. Die sch\u00f6ne \u00dcberschrift zu diesem Kapitel gibt uns Ellen Key in ihrem Buch \u201eDas Jahrhundert des Kindes\u201c: \u201eDie erste Erziehung muss darauf hinzielen, die Individualit\u00e4t des Kindes zu st\u00e4rken\u201c.<a href=\"#_ftn6\" title=\"\">[6]<\/a>\u00a0Eine didaktisch strukturierte Umsetzung dieses Postulats finden wir in der Erziehungskonzeption Maria Montessoris, in ihrem Konzept der Selbstbildung.<a href=\"#_ftn7\" title=\"\">[7]<\/a>\u00a0Das Ziel aller Erziehungsbem\u00fchungen ist f\u00fcr Maria\u00a0Montessori die aktive F\u00f6rderung kindlicher Unabh\u00e4ngigkeit und Selbst\u00e4ndigkeit durch Selbstt\u00e4tigkeit.<a href=\"#_ftn8\" title=\"\">[8]<\/a>\u00a0Hildegard Holtstiege zitiert Maria Montessori mit einer Umschreibung dieser Erziehungsabsicht: \u201eMeister seiner selbst zu sein\u201c, ein Zustand, der gleichbedeutend ist mit Freiheit.<a href=\"#_ftn9\" title=\"\">[9]<\/a>\u00a0W\u00e4hrend sich der \u201eherk\u00f6mmliche\u201c Erzieher (und Lehrer) als Sch\u00f6pfer des kindlichen Geistes versteht, bedeutet Bildung im Sinne Maria Montessoris Selbstsch\u00f6pfung. Grundbedingung f\u00fcr diesen Prozess der Selbstsch\u00f6pfung ist nach Maria Montessori vor allem die Freiheit f\u00fcr die eigene individuelle Entwicklung des Kindes innerhalb eines p\u00e4dagogisch definierten Rahmens, der diesen Prozess der Selbstsch\u00f6pfung \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ausgehend von Maria Montessoris These der Erm\u00f6glichung eines Selbstbildungsprozesses des Kindes in einer vorbereiteten Umgebung und unter der Annahme der F\u00e4higkeit des absorbierenden Geistes liegt die Implikation von Erziehungszielen, wie Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstverantwortung nahe. Unter den aktuellen gesellschaftlichen und schulpolitischen Aspekten der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens und des selbstorganisierten Lernens erweist sich somit die noch immer vorhandene Aktualit\u00e4t der Montessori-P\u00e4dagogik als einer P\u00e4dagogik, der diese F\u00e4higkeiten immanent sind. Dabei muss an dieser Stelle auch betont werden, dass sich diese p\u00e4dagogische Aktualit\u00e4t nicht nur auf die fr\u00fchkindliche Entwicklung bezieht, sondern auf die Entwicklung und das Lernen des Menschen in jedem Alter, vor allem aber auf die Entwicklung des jungen Menschen in unseren Schulen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die aktuelle Bedeutung der Montessori-P\u00e4dagogik f\u00fcr eine P\u00e4dagogik der Vielfalt zeigt sich in einer Zusammenfassung der Erziehungsziele und im Vergleich mit dem eingangs ausgef\u00fchrten Bildungsbegriff. Es sind dies vor allem die Ziele der Selbstfindung und Selbstverwirklichung, des selbst\u00e4ndigen und selbstorganisierten Lernens, die F\u00e4higkeit zum lebenslangen Lernen, die F\u00e4higkeit zur Arbeit im Team und letztlich auch zum friedlichen Zusammenleben in einer Gemeinschaft.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Amerikanerin Helen Parkhurst hat das \u201evom Kinde aus\u201c schulorientierter \u00fcbersetzt. Sie geht davon aus, dass die Einf\u00fchrung eines \u201eneuen\u201c p\u00e4dagogischen Konzeptes in den meisten F\u00e4llen das Erkennen der Defizite des bestehenden Schulsystems voraussetzt. Die dem Wesen des Dalton-Planes<a href=\"#_ftn10\" title=\"\">[10]<\/a>\u00a0nach zentrale erzieherische Leistung verweist auf ein auch in unserem System noch bestehendes Defizit: <em>&#8230;,dass sich die Heranwachsenden in konstruktiven Probleml\u00f6sungen als lernf\u00e4hig erfahren k\u00f6nnen<\/em>. Einen weiter gefassten Rahmen dieser Lernf\u00e4higkeit bilden bei Helen Parkhurst die Begriffe \u201eDaseinsbew\u00e4ltigung\u201c und \u201eLebenst\u00fcchtigkeit\u201c.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">In \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c (1922) werden zwei Grundprinzipien der P\u00e4dagogik Helen Parkhursts genannt:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201e<em>Freedom <\/em>is &#8230; the first principle &#8230; . The second principle &#8230; is <em>cooporation <\/em>or &#8230; the interaction of group life.\u201c<a href=\"#_ftn11\" title=\"\">[11]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">1925 f\u00fcgt Helen Parkhurst den dritten p\u00e4dagogischen Grundsatz bei: \u201eThe Proportion of Effort to Attainment, or <em>Budgeting Time<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn12\" title=\"\">[12]<\/a>. Der niederl\u00e4ndische Daltonverein nennt hingegen <em>Selbstt\u00e4tigkeit <\/em>als drittes Prinzip.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Helen Parkhurst meint mit dem Begriff \u201e<em>freedom<\/em>\u201c jene Freiheit, welche die pers\u00f6nliche Wahl, die pers\u00f6nliche Entscheidung erlaubt und sogar fordert. Diese Art von Freiheit schlie\u00dft auch die Verantwortung des Menschen f\u00fcr andere ein, wenn er sich f\u00fcr etwas entschieden hat. Daher muss das Kind diese Art von Freiheit allm\u00e4hlich lernen. Im Dalton-Plan definiert Helen Parkhurst Freiheit als <em>Wahlfreiheit<\/em>, unl\u00f6slich verbunden mit der <em>Verantwortung <\/em>f\u00fcr die Entscheidungen, die man trifft. Die von Helen Parkhurst in den Mittelpunkt ihrer P\u00e4dagogik gestellte Freiheit ist historisch gesehen auch eine Reaktion auf die so genannte \u201eZwangsschule\u201c. Es ist nicht die Aufgabe der Lehrerin, dem Kind immer zu sagen, was es tun soll. Es ist aber ihre Aufgabe, dem Kind in seiner Entwicklung zu helfen.<a href=\"#_ftn13\" title=\"\">[13]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Helen Parkhurst versucht mit dem Dalton-Plan, den Schwerpunkt der Schule auf das <em>Lernen <\/em>und nicht auf das <em>Lehren <\/em>zu verlegen. Im herk\u00f6mmlichen Unterricht ist es die Aufgabe der Lehrerin, darauf zu achten, dass die Sch\u00fcler lernen. Ein wesentliches Prinzip des Daltonunterrichtes ist es aber, dass die Sch\u00fcler selbst verantwortlich f\u00fcr ihre Arbeit und ihren Fortschritt sind. Der Unterricht wird so abgehalten (Pensen, Wahlm\u00f6glichkeiten, assignments,&#8230;), dass die Sch\u00fcler verstehen, dass das Lernen ihre Sache ist und nicht die der Lehrerin oder des Lehrers.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Wahlfreiheit und das Prinzip der Selbstt\u00e4tigkeit bringen es mit sich, dass die Daltonschulen untereinander doch ziemlich verschieden sein k\u00f6nnen. Diese Verschiedenheit kann, so paradox es klingen mag, ein Charakteristikum der Dalton-Plan-P\u00e4dagogik sein. Denn nach den Worten Helen Parkhursts ist der Dalton-Plan ist keine Methode und auch kein System. Der Dalton-Plan ist ein Einfluss, \u201ea Way of Life\u201c.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">C\u00e9lestin Freinet begreift \u201evom Kinde aus\u201c ebenfalls als Beachtung psychologischer Entwicklungsbedingungen zugleich aber auch als \u201eschulische\u201c Aufarbeitung der von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern in die Schule gebrachten Erfahrungen und Lebensumst\u00e4nde, um \u201eGrundlagen f\u00fcr eine befreiende Erziehung der Arbeiterklasse zu schaffen\u201c.<a href=\"#_ftn14\" title=\"\">[14]<\/a>\u00a0In diesem politischen Kontext ist auch der \u201efreie Text\u201c zu sehen, der einerseits der Ausdruck der Individualit\u00e4t des Kindes ist, anderseits aber den Kindern zeigt, dass das von ihnen geschriebene Wort nicht nur eine Mitteilung an jemand ist, sondern die Realit\u00e4t ihres eigenen Lebens dadurch ver\u00e4nderbar sein kann. Durch die Einf\u00fchrung des Klassenrates und der Schulversammlung ist die demokratische Gestaltung des Lebensraumes des Kindes der Freinet-P\u00e4dagogik immanent. Die demokratische Gestaltung \u201efreinet\u2019schen\u201c Schullebens zeigt uns die Aktualit\u00e4t dieser P\u00e4dagogik und auch den reformp\u00e4dagogischen Glauben, zu einer \u201ebesseren\u201c Gesellschaft \u00fcber eine \u201erichtigere\u201c Erziehung zu kommen \u2013 eine Vorstellung von der auch \u2013 nach meinem Daf\u00fcrhalten \u2013 sein p\u00e4dagogischer Freund Peter Petersen ausgegangen ist.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Den Jenaplan Peter Petersens d\u00fcrfen wir explizit als Schulentwicklungskonzept begreifen. Der Jenaplan ist keine Unterrichtsmethode! Er ist vielmehr ein p\u00e4dagogisches Konzept f\u00fcr \u201eEine freie allgemeine Volksschule nach den Grunds\u00e4tzen Neuer Erziehung.\u201c<a href=\"#_ftn15\" title=\"\">[15]<\/a>\u00a0Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass Peter Petersen den Jenaplan eine <em>Ausgangsform <\/em>nennt.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Das Verst\u00e4ndnis des Begriffes \u201eAusgangsform\u201c ist f\u00fcr die Anwendung des Jenaplans konstitutiv. Diese Ausgangsform ist eine wesentliche Unterscheidung gegen\u00fcber anderen Schulkonzeptionen oder -modellen. Sie ist konkretisierbar und beschreibbar in der <em>Erziehungsidee<\/em>, in dem, was eine <em>p\u00e4dagogische Situation<\/em> sein soll, in den <em>Bildungsgrundformen<\/em> und vor allem in der Vorstellung, dass die Erziehungsidee und die p\u00e4dagogische Situation f\u00fcr den jeweils <em>konkreten<\/em> individuellen und gesellschaftlichen Rahmen eine andere Auspr\u00e4gung haben werden. Bildlich gesprochen erhalten P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen von Peter Petersen eine Form, von der sie \u201eausgehen\u201c und einen Plan. Doch es ist im Rahmen dieses Planes (Jenaplan) immer ihre Verantwortung, auf welchem Weg sie versuchen, das Ziel zu erreichen. Was in Jena absichtlich und bewusst unter den anerkannten Bedingungen der \u00f6ffentlichen Schule erprobt wurde, sollte keineswegs ein Vorbild f\u00fcr eine bestimmte Schulart (etwa die Volksschule) sein. Peter Petersen ging davon aus, dass der Jenaplan \u201ein jeder Schule verwirklicht werden kann, nur vorausgesetzt, dass die Erziehungsidee alles p\u00e4dagogische Tun leiten und frei um ihren reinsten Ausdruck ringen kann.\u201c<a href=\"#_ftn16\" title=\"\">[16]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">In der Diskussion der Erziehungsidee ist es wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in Jena) den Kindern half, \u201eDenken und Wollen anderer Weltanschauungsgruppen\u201c zu achten und zu verstehen \u201eund dass man die Kunst der Kooperation mit Andersdenkenden\u201c ernsthaft lernte. Erziehung vollzieht sich nach der Erziehungsidee Peter Petersens in und durch die Gemeinschaft. Das Individuum bringt sich mit all seinen F\u00e4higkeiten und Kenntnissen absichtslos in die echte Gemeinschaft ein und erf\u00e4hrt so seine Sinnerf\u00fcllung: Das Individuum wird zur Pers\u00f6nlichkeit durch Leben in der Gemeinschaft.<a href=\"#_ftn17\" title=\"\">[17]<\/a><sup>\u00a0<\/sup>So gesehen ist die Frage nach der optimalen Unterrichtsmethodik zweitrangig gegen\u00fcber der alles entscheidenden Frage, wie der Unterricht \u201eden beiden Ideen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Erziehung, d. h. der Freimachung des Menschentums in jedem Kinde\u201c, ohne Einschr\u00e4nkung dienen kann.<a href=\"#_ftn18\" title=\"\">[18]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Martin Wagenschein verwendet den Namen \u201eExemplarisches Lernen\u201c f\u00fcr sein p\u00e4dagogisches Konzept. Er m\u00f6chte, dass wir Lernenden vom Staunen, vom Ph\u00e4nomen ausgehen, ergriffen werden und uns in das Wesentliche, das Grunds\u00e4tzliche und Fundamentale, das was \u00fcbertragbar ist, vertiefen, dass wir Zeit finden, um in die Tiefe zugehen, zu entdecken, zu erforschen. Schon Lichtenberg beschreibt bereits 1799, worum es Martin Wagenschein beim Exemplarischen Lernen (auch) geht: \u201eWas man sich selbst erfinden muss, l\u00e4sst im Verstand die Bahn zur\u00fcck, die auch bei anderer Gelegenheit gebraucht werden kann.\u201c<a href=\"#_ftn19\" title=\"\">[19]<\/a>\u00a0Doch (&#8230;) etwas \u201ewirklich erfassen\u201c, das tun wir heute gar nicht mehr. \u201eWir haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennen zu lernen\u201c, schreibt St. Exup\u00e9ry.<a href=\"#_ftn20\" title=\"\">[20]<\/a>\u00a0Und weiterdenkend k\u00f6nnen wir mit Martin Wagenschein die auch f\u00fcr die P\u00e4dagogik selbst geltende p\u00e4dagogische Frage: Was ist das Grunds\u00e4tzliche, das Fundamentale, das \u00dcbertragbare, was wir aus den Erziehungskonzepten der Reformp\u00e4dagogik entnehmen k\u00f6nnen, mit einem Wort das Allgemeing\u00fcltige, das Wesentliche an der Reformp\u00e4dagogik? Oder wie Martin Wagenschein es vielleicht gesagt h\u00e4tte: <em>Was ist das P\u00e4dagogische an der Reformp\u00e4dagogik<\/em>?<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Martin Wagenschein gibt uns auch eine Antwort auf seiner Suche nach dem Wesen der Schule, es ist aber sicher keine endg\u00fcltige und exemplarische Antwort, sie zeigt uns aber die Richtung, in der wir suchen k\u00f6nnen. Das eigentliche Wesen der Schule scheint mir aber in dem Bericht \u00fcber den kleinen Claudio eingeschlossen zu sein, schreibt Martin Wagenschein:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eVon sich aus aber will das Kind lernen, nichts als lernen! \u2013 Ich sah vor kurzem ein knapp zweij\u00e4hriges Kind \u2013 es war ein kleiner Italiener, Claudio, blond mit dunklen Augen \u2013 (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ein paar Tage sp\u00e4ter war er schon zur Physik \u00fcbergegangen und stand bei der Gravitation. Er hatte die Schwerkraft entdeckt. Und zwar war er weiter darin als wir. Sie erstaunte ihn noch, w\u00e4hrend wir das erst wieder lernen m\u00fcssen. Er stand, v\u00f6llig in sein Tun versunken, auf einer mit Kies belegten Terrasse. Er hockte sich nieder, nahm in beide H\u00e4nde soviel Kiesel, wie sie fassen konnten, stand dann langsam auf, die H\u00e4nde vor sich, die Handfl\u00e4chen nach oben, den Blick darauf gerichtet. Dann der Blick auf uns: Jetzt kommt es! Und es kam: Er brauchte nur die H\u00e4nde zu \u00f6ffnen, und die Steine fielen wie von selbst zur Erde, ganz von selbst. Er wurde nicht m\u00fcde es zu wiederholen; und jedes Mal das kaum merkliche L\u00e4cheln zu uns: das Zeichen des Geistes. Siehst du es: es geht immer. Er hatte die Regel entdeckt, das Naturgesetz.\u201c<a href=\"#_ftn21\" title=\"\">[21]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wenn wir sonst keine Erkl\u00e4rung finden k\u00f6nnen, was denn nun eigentlich eine P\u00e4dagogik vom Kinde aus sei, d\u00fcrfen wir uns vorerst einmal mit dem Beispiel Martin Wagenscheins zufrieden geben. Die wesentliche Kritik Martin Wagenschein k\u00f6nnen wir in der These zusammenfassen, dass wir den Kindern die angeborene Lernleidenschaft durch die \u00dcberf\u00fcllung der K\u00f6pfe mit Stoff verleiden. Doch ist gerade die Erhaltung des Lernwillens und der Lernleidenschaft der Kinder ein wesentliches Kriterium einer so genannten \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c, einer kindorientierten P\u00e4dagogik. In diesem reformp\u00e4dagogischen Sinn hei\u00dft Erziehung<em> Freisetzung des Kindes zu seiner eigenen Selbstgestaltung.<\/em><\/p>\n<h2>Reformp\u00e4dagogische Konzepte \u2013 die Perspektive der Didaktik<\/h2>\n<p class=\"Vorspann\">\u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus &#8230;\u201c<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Maria Montessori und Kolleginnen und Kollegen<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Reformp\u00e4dagogik (engl.: progressive education) ist eine eigenst\u00e4ndige Periode der P\u00e4dagogik zwischen dem Ende des vorigen Jahrhunderts bis ungef\u00e4hr 1938, verbunden mit den Namen gro\u00dfer P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, wie z.B. Ovide Decroly, Adolphe Ferri\u00e8re, Paul Geheeb, C\u00e9lestin Freinet, Maria Montessori, Peter Petersen, Paul Oestreich, Helen Parkhust, John Dewey, Henry Morris, Alexander S. Neill, Rudolf Steiner oder Otto Gl\u00f6ckel f\u00fcr \u00d6sterreich, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Mit dem Begriff Reformp\u00e4dagogik verbinden wir oft der Wunsch, das zentrale Anliegen der Reformp\u00e4dagogik \u2013 ihre Orientierung an der kindlichen Entwicklung als P\u00e4dagogik f\u00fcr das Kind \u2013 auf die Erziehungswirklichkeit der Gegenwart zu \u00fcbertragen. Modifiziert, adaptiert soll die Reformp\u00e4dagogik werden, nutzbar soll sie gemacht werden f\u00fcr origin\u00e4re Neusch\u00f6pfungen auf der Grundlage der reformp\u00e4dagogischen Konzepte. Eine der Grundvoraussetzungen f\u00fcr die Nutzbarmachung der Erziehungskonzepte der Reformp\u00e4dagogik auf die heutige, aktuelle Schul- und Erziehungswirklichkeit ist jedoch das tiefe und eingehende Studium der origin\u00e4ren Konzepte. Bevor und damit diese Konzepte f\u00fcr unsere Kinder, f\u00fcr Eltern, f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer, f\u00fcr Erzieherinnen und Erzieher erlebbar gemacht werden k\u00f6nnen, ist dar\u00fcber hinaus die pers\u00f6nliche Auseinandersetzung mit der Theorie und praktische Erfahrung mit deren Umsetzung notwendig \u2013 auch, und gerade weil die Reformp\u00e4dagogik bereits Geschichte ist. Wir beschr\u00e4nken uns hier auf die geraffte Darstellung von 4 dezitierten reformp\u00e4dagogischen Konzepten, die in ihrer Rezeptionsgeschichte als bedeutend f\u00fcr die europ\u00e4ische und nordamerikanische unterrichts- und Schulentwicklung angesehen werden k\u00f6nnen: Die Dalton-Plan-P\u00e4dagogik, die Jenaplan-P\u00e4dagogik, die Freinet-P\u00e4dagogik und die Montessori-P\u00e4dagogik. Diese vier reformp\u00e4dagogischen Konzepte werden noch erg\u00e4nzt durch die Darstellung des \u201eExemplarischen Unterrichtes\u201c nach Martin Wagenschein \u2013 unerl\u00e4ssliche \u00dcberlegungen f\u00fcr jede Lehrplanentwicklung und f\u00fcr jede Curriculumentwicklung.<\/p>\n<h3>Der Dalton-Plan<\/h3>\n<p class=\"Vorspann\">\u201eWill man den Daltonplan in den Kontext des reformp\u00e4dagogischen Spektrums einordnen, ist zun\u00e4chst der Aspekt von gro\u00dfer Bedeutung, dass es sich um eines der wenigen reformp\u00e4dagogischen Modelle handelt, die f\u00fcr die Sekundarschule und f\u00fcr die \u201eRegelschule\u201c entwickelt wurden.\u201c<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Susanne Popp<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Helen Parkhurst, die Begr\u00fcnderin des Dalton-Plans beschreibt die didaktisch-methodische Alternativstrategie des von ihr erfundenen und entwickelten Konzepts folgenderma\u00dfen: \u201eDas Grundprinzip besteht also darin, die (traditionellen) Lehrstrategien in eine Didaktik der Aneignungsstrategien zu \u00fcbersetzen.\u201c<a href=\"#_ftn22\" title=\"\">[22]<\/a>\u00a0Helen Parkhurst sah in ihrem Plan ein erstes <em>Reforminstrumentarium<\/em>, um f\u00fcr die gesamte Schule den Prozess einer \u201ereconstruction\u201c einzuleiten und zweitens ein didaktisches Instrumentarium in einem exemplarischen Sinn, das \u00fcberall anwendbar ist, wo die Voraussetzungen gegeben sind.<a href=\"#_ftn23\" title=\"\">[23]<\/a>\u00a0\u201eDaher soll hier auch der Standpunkt vertreten werden, dass mit dem Dalton-Plan ein bedeutsames Schulkonzept vorgelegt wurde, dessen Lebenskraft keineswegs auf die kurze Entwicklungsperiode in den zwanziger und drei\u00dfiger Jahren begrenzt zu sein brauchte. Der Dalton-Plan ist vielmehr nicht blo\u00df ein historisches Kapitel der neueren Bildungsgeschichte, sondern er ist auch gegenw\u00e4rtig in den verschiedenen Schulformen anwendbar, weil er noch heute empfindlich sp\u00fcrbare Schulsch\u00e4den zu \u00fcberwinden versucht. Der Dalton-Plan erfordert ein hohes Ma\u00df didaktischer Reife und Urteilsf\u00e4higkeit, soweit er p\u00e4dagogisch \u00fcberzeugend umgesetzt werden soll.\u201c<a href=\"#_ftn24\" title=\"\">[24]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Folgende Eckpunkte beschreiben den Dalton-Plan:<\/p>\n<h4>Keine Prinzipien, aber Grundabsichten<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Die Grundabsichten ihres Konzeptes, das aus der erw\u00e4hnten Ausgangssituation in jahrelanger Denkarbeit bis 1913 von Helen Parkhurst entwickelt worden war, beschreibt sie selbst folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<ol>\n<li>\u201e &#8230; Erneuerungen der Schulprozesse, so dass Kinder sowohl mehr Freiheit als auch einen Lebensraum genie\u00dfen w\u00fcrden, der besser auf ihre Studien eingerichtet ist &#8230;\u201c<\/li>\n<li>\u201eVor allem wollte ich die pers\u00f6nlichen Schwierigkeiten der Kinder \u00fcberwinden und die gleiche Entwicklungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr das langsame und das aufgeweckte Kind schaffen.\u201c<a href=\"#_ftn25\" title=\"\">[25]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\">Neben der grunds\u00e4tzlichen Neugestaltung der Schule ist die Individualisierung des Unterrichts die zentrale Aufgabenstellung f\u00fcr Helen Parkhursts Konzept, das Lernen in einem individuellen Rhythmus erlaubt. Daher scheint es (damals) folgerichtig, dass Helen Parkhurst 1914 nach Rom reist, um die P\u00e4dagogik der Selbstt\u00e4tigkeit bei Maria Montessori zu studieren. In diesem Zusammenhang schreibt Hermann R\u00f6hrs, dass \u201eerst das Prinzip Maria Montessoris, die selbstst\u00e4ndige Lernarbeit durch ein didaktisch vorgeformtes und daher individuell stimulierendes Material zu sichern\u201c, die Methode Helen Parkhursts zu einem p\u00e4dagogischen Konzept gemacht hat, das das gesamte Schulleben zu durchdringen vermag. \u201eSo sind die assignments als didaktische Garanten der freien Arbeitsweise ebenso wie die didaktisch strukturierten Facharbeitsr\u00e4ume erst nach der Auseinandersetzung mit Maria Montessori m\u00f6glich.\u201c<a href=\"#_ftn26\" title=\"\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Die Realisierung von Schule aus einem Lebensraum lebendig motivierten Studierens in unmittelbarer Auseinandersetzung mit den Dingen setzt das Zusammenwirken mehrer didaktischer Faktoren voraus, die aber noch kein didaktisches System darstellen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die die selbstt\u00e4tige Arbeit erst erm\u00f6glichenden assignments<a href=\"#_ftn27\" title=\"\">[27]<\/a>,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die veranschaulichenden und zur selbstt\u00e4tigen Arbeit anregenden Facharbeitsr\u00e4ume,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Rolle der Lehrerin als Anregerin und Beraterin und<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Eigenstudium der Sch\u00fcler.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">In \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c schreibt Helen Parkhurst zum didaktischen Selbstverst\u00e4ndnis des Dalton-Planes: \u201eDer Dalton Laboratory Plan ist kein System und keine Methode, die durch jahrelange Anwendung zu einer monotonen und uniformen Form versteinert ist, mit der aufeinander folgende Generationen von Sch\u00fclern gebrandmarkt werden, so wie man Schafe brandmarkt, wenn sie in den Pferch gehen. Er ist kein Curriculum, das allzu oft einfach die Maschine ist, mit der die Brandmarke den Individuen eingepr\u00e4gt wird, die in den Schlingen des Systems gefangen sind.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Praktisch gesprochen ist er ein Schema einer Reorganisation der Erziehung, das die Zwillingsaktivit\u00e4ten Lehren und Lernen vereint. Wird er intelligent angewandt, erzeugt er Bedingungen, die es dem Lehrer erm\u00f6glichen zu lehren und dem Sch\u00fcler erm\u00f6glichen zu lernen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Um das Schema anzuwenden, ist es nicht notwendig oder sogar w\u00fcnschenswert, weder die Klassen als Organisationseinheiten in der Schule noch das Curriculum als solches abzuschaffen. Der Dalton Laboratory Plan beh\u00e4lt beide bei. Jeder Sch\u00fcler wird als Mitglied einer Klasse betrachtet, und f\u00fcr jede Klasse wird ein maximaler und ein minimaler Lehrplan entworfen. Aber vom Anfang an legt er den ganzen Arbeitsvorschlag in der Gestalt von einem Vertragspensum vor die Sch\u00fcler. Der Lehrplan ist in Pensen eingeteilt worden, und der Sch\u00fcler akzeptiert die Arbeit die f\u00fcr seine Klasse bestimmt ist als einen Vertrag. Obwohl in h\u00f6heren Klassen darauf verzichtet wird, k\u00f6nnen j\u00fcngere Kinder einen bestimmten Vertrag unterschreiben, der jedem Einzelnen zur\u00fcckgegeben wird, sobald seine Arbeit erledigt ist: \u201aIch &#8212;&#8212;, Sch\u00fcler der &#8212; Klasse, verpflichte mich dazu, das &#8212; Pensum zu machen. Datum und Unterschrift &#8212;&#8212;&#8212;- \u2019.\u201c<a href=\"#_ftn28\" title=\"\">[28]<\/a><\/p>\n<h4>Zielsetzung<\/h4>\n<p>Auf Grund des notwendigen Zusammenwirkens dieser Faktoren spricht Helen Parkhurst in ihrem Dalton-Plan von einer synthetischen Zielsetzung.<a href=\"#_ftn29\" title=\"\">[29]<\/a> Diese beschreibt sie in \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c sehr differenziert: \u201eEs (das Eigenstudium \u2013 Verf.) weckt in dem Kind einen Geist des Selbstvertrauens und der Initiative; dadurch beginnt sofort die Charakterbildung. Das ist Lebenserfahrung f\u00fcr das kleine Kind. Es lernt seiner eigenen Lebenserfahrung entsprechend zusammen mit seinen Mitsch\u00fclern, die alle das gleiche Abenteuer suchen. Es formt w\u00e4hrend seines Schullebens die gleichen Beziehungsarten aus, die es sp\u00e4ter im Gesch\u00e4fts- oder Berufsleben antreffen wird. Es lernt, indem es versucht (He is learning by trying).\u201c<a href=\"#_ftn30\" title=\"\">[30]<\/a><\/p>\n<h4>Lernanleitungen \u2013 assignments \u2013 Pensen<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">\u201eEs ist nicht zu viel gesagt, dass der Dalton Laboratory Plan vom Pensum abh\u00e4ngt, denn die erfolgreiche Anwendung des neuen Plans ist stark vom Ausma\u00df an Gewandtheit und Verst\u00e4ndnis beim Zusammensetzen des Pensums abh\u00e4ngig. Seine Bedeutung wird richtig eingesch\u00e4tzt, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass der Sch\u00fcler nur durch jedes einzelne Pensum einen v\u00f6lligen \u00dcberblick \u00fcber die Arbeit, die von ihm erwartet wird, bekommen kann. Zusammen betrachtet, stellen sie eine \u00dcbersicht der Arbeit in allen Unterteilungen dar.\u201c<a href=\"#_ftn31\" title=\"\">[31]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Sicherung der kindlichen Arbeit durch die schriftlichen Arbeitsbeschreibungen (Pensen oder assignments) erlaubt es dem Kind \u2013 unter beratender Mitwirkung der Lehrerin \u2013 in Facharbeitsr\u00e4umen seinen Interessen und Lernschwerpunkten nachzugehen. Die assignments erm\u00f6glichen dar\u00fcber hinaus ebenso die Abkehr vom klassikalen Organisationsprinzip f\u00fcr die Schule. Die Grundbedingung eines assignments bestimmt Helen Parkhurst wie folgt: \u201eDie erste Bedingung eines guten assignments ist, dass es unmissverst\u00e4ndlich geschrieben ist, nicht nur m\u00fcndlich gegeben wird, dass es klar ausgedr\u00fcckt ist und durch seine Gestaltung dem Kinde klar macht, wohin es gef\u00fchrt werden soll.\u201c<a href=\"#_ftn32\" title=\"\">[32]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Helen Parkhurst stellt an die Gestaltung von Pensen strenge Anforderungen. Ein Pensum soll v\u00f6llig ausgeschrieben werden, m\u00fcndliche Weitergabe gen\u00fcgt nicht, ein \u201einterest pocket\u201c vorangestellt haben, das den Sch\u00fcler neugierig macht und seine Motivation anregt, deutlich sagen, was es erfordern wird und welchen Schwierigkeiten der Sch\u00fcler begegnen kann (Es kann auch die Bemerkung \u201eMit dem Lehrer sprechen!\u201c noch dazu kommen.), drei Ebenen von Differenzierung beinhalten:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Niveaudifferenzierung,<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Interessendifferenzierung,<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Differenzierung nach Umfang und Zeit der Aufgabe und<\/p>\n<p class=\"Standard1\">aus neun Teilen bestehen:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Preface<\/em>: Strukturierung der Aufgabe, Unterst\u00fctzung der Arbeitsplanung und Motivierung des Sch\u00fclers; vergleichbar mit den sogenannten \u201eadvance organizers\u201c (inhaltsbezogene Organisationshilfen). Ankn\u00fcpfung an die Alltagserfahrungen und Interessenlagen der Lernenden.<\/li>\n<li><em>Topic<\/em>: Dient der thematischen Orientierung der Sch\u00fcler.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\"><em>Problems<\/em>:<a href=\"#_ftn33\" title=\"\">[33]<\/a>\u00a0Verzeichnis der Aufgaben, die der Sch\u00fcler im gegebenen assignment zu bew\u00e4ltigen hat, gegebenenfalls unterteilt in:<\/p>\n<ol>\n<li>Written work und<\/li>\n<li>Memory work.<\/li>\n<li><em>Conferences<\/em>: Hier wird dem Sch\u00fcler mitgeteilt, wann Fachunterrichtsstunden zu bestimmten Themen stattfinden.<\/li>\n<li><em>References<\/em>: In dieser Rubrik finden die Sch\u00fcler die entsprechenden Literaturangaben bzw. Nachschlagewerke oder Fachliteratur.<\/li>\n<li><em>Equivalents<\/em>: Hier soll angegeben werden, wie die Sch\u00fcler den Fortschritt w\u00e4hrend der Arbeit am Pensum\u00a0vermerken k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><em>Bulletin Studium<\/em>: Mitteilungen auf dem Organisationsbrett, die w\u00e4hrend der Arbeit gemacht werden k\u00f6nnen und die hilfreich f\u00fcr die Erledigung des Pensums sind.<\/li>\n<li><em>Departmental cuts<\/em>: Mitteilungen, welche Leistungen auch von einem anderen Fach anerkannt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\">Ein weiterer wichtiger Vorteil f\u00fcr die individuelle Arbeit ergibt sich fast zwangsl\u00e4ufig aus dem \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Aufgabenstellung, der erst durch die Verschriftlichung der Aufgabenstellung m\u00f6glich wird. Dadurch kann jedem Kind die seinem Leistungsstand entsprechende Arbeitsweise und sein Arbeitstempo gew\u00e4hrt werden. Auch \u201edas langsamere Kind kann sich auf die wichtigsten Fragen eines Gegenstandes beschr\u00e4nken und an ihnen arbeiten, bis es sie durch und durch beherrscht.\u201c<a href=\"#_ftn34\" title=\"\">[34]<\/a>\u00a0Die motivationale Wirkung der assignments wird noch sinnvoll erg\u00e4nzt durch die didaktisch kluge Ausstattung der Facharbeitsr\u00e4ume. Die Kombination der assignments und der Facharbeitsr\u00e4ume l\u00e4sst den Eindruck einer \u201eKinder-Universit\u00e4t\u201c durchaus als gerechtfertigt erscheinen. Formen der Selbstkontrolle und der Selbstpr\u00fcfung geh\u00f6ren wesenhaft zu einer selbst\u00e4ndigen und selbstt\u00e4tigen Arbeit der Kinder in der Schule.<\/p>\n<h4>Prinzipien nach Helen Parkhurst<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Gegen\u00fcber dem Dalton-Plan ist oft der Einwand erhoben worden, dass vor allem die Arbeit an den assignments in den Facharbeitsr\u00e4umen eine sozial verd\u00fcnnte Situation erwirke. Dieses Argument hat auch Peter Petersen dazu veranlasst, seinen Jenaplan einen \u201eWiderpart des Dalton-Plans\u201c<a href=\"#_ftn35\" title=\"\">[35]<\/a>\u00a0zu nennen. Helen Parkhurst bezieht gegen diese Kritik klar Stellung. Als erstes Prinzip des Dalton-Planes nennt sie die Freiheit, doch schon als zweites Prinzip betont sie die Interaktion: \u201eDer zweite Grundsatz des Dalton-Plans ist die Kooperation oder, wie ich ihn zu nennen bevorzuge, die Interaktion im Gruppenleben.\u201c<a href=\"#_ftn36\" title=\"\">[36]<\/a>\u00a0Sie umschreibt dieses Prinzip mit verschiedenen Wendungen, wie \u201esocial experience\u201c, \u201esense of responsibility\u201c, \u201esocialisation\u201c<a href=\"#_ftn37\" title=\"\">[37]<\/a>\u00a0und betont an anderer Stelle in ihrem Hauptwerk \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c: \u201eDiese Sozialisation in der Schule, wie ich sie nenne, ist f\u00fcr den Erfolg des Experiments ebenso wichtig wie die Freisetzung der Kinder.\u201c<a href=\"#_ftn38\" title=\"\">[38]<\/a>\u00a0Das Funktionieren dieses Prinzips erf\u00e4hrt auch immer wieder eine Best\u00e4tigung durch die P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, die den Dalton-Plan \u201eschulerneuernd\u201c und \u201eschulentwickelnd\u201c in die Praxis umsetzen: C. W. Krimmins und Belle Rennie, die neben A. J. Lynch die Dalton-Plan-Bewegung in England initiiert haben, schreiben: \u201eDie Schule wird \u2013 sobald sie nach dem Dalton-Plan organisiert ist \u2013 eine soziale Gemeinschaft, die nicht nur auf das Leben vorbereitet, sondern selbst Leben ist.\u201c<a href=\"#_ftn39\" title=\"\">[39]<\/a>\u00a0In diesem Werk wird der Dalton-Plan als ein Schulmodell verstanden, dessen entscheidende p\u00e4dagogische Kriterien die Individualisierung der Schularbeit und soziale Fundierung des Schullebens sind. Auch die Praxis der Dalton-Plan Schulen in den Niederlanden zeigt die Betonung der Sozialisationsfaktoren in einer modernen Anwendung des Planes Helen Parkhursts.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eBeim alten System spielt die Lehrerin die Hauptrolle. Sie ist, vielleicht unbewusst, mit dem Versuch besch\u00e4ftigt, ihre Pers\u00f6nlichkeit und Auffassungen auf die Kinder zu \u00fcbertragen. Aber der Dalton Plan dreht diese Rollen um und gibt der Pers\u00f6nlichkeit des Kindes eine Chance. Die Rolle des Lehrers ist, das sich entfaltende Leben Schritt f\u00fcr Schritt zu begleiten. Das bedeutet nicht, den Lehrer auf eine niedrigere Ebene zu verbannen. Um das Kind zu verstehen und mit seinem Wachstum Schritt zu halten, muss er selber wachsen, denn dieselben fundamentalen Gesetze die das Wachstum regeln sind auch f\u00fcr jede n\u00e4chste Ebene g\u00fcltig.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die wirkliche Aufgabe der Schule ist nicht, den Sch\u00fcler an vorgefasste Meinungen zu ketten, sondern ihm die Freiheit zu gew\u00e4hren, seine eigene Meinung zu entdecken und ihm zu helfen, alle seine Kr\u00e4fte auf das Problem Lernens zu lenken. Ein Pensum, f\u00fcr das er seine ganze Vernunft gebrauchen muss, ist mehr oder weniger eine Herausforderung, auf die er automatisch reagiert. Sogar wenn er im Anfang nicht genau wei\u00df, was er mit seiner Verantwortung tun soll, werden Erfahrung und Freiheit zusammen es ihm bald beibringen. Erfahrung ist der beste und eben der einzige wirkliche Lehrer.\u201c<a href=\"#_ftn40\" title=\"\">[40]<\/a><\/p>\n<h4>A way of life \u2013 a way of lifelong learning<\/h4>\n<p class=\"a1\" align=\"left\">F\u00fcr Herrmann R\u00f6hrs ist der Dalton-Plan eine Chance, \u201edie Schule so zu erneuern, dass aus der blo\u00dfen Lernarbeit ein selbst verantwortetes Studieren wird, dessen Methode in entwicklungsspezifischer Weise einsichtig bleibt\u201c und stellt ebenso ein \u201ep\u00e4dagogisches Faszinosum\u201c dar, das in seinem ganzen Ausma\u00df \u00fcberhaupt noch nicht ins Auge gefasst und erprobt wurde.<a href=\"#_ftn41\" title=\"\">[41]<\/a> Moderne Schulentwicklungsarbeit in den USA bietet in diesem Sinne durchaus erstaunliche Perspektiven des Dalton-Plans: &#8230; \u201eas Lawrence A. Cremin suggests, four dominant themes present throughout the movement:<\/p>\n<ol>\n<li>a broadening of the school to include a direct concern for health, vocation, and the quality for community life;<\/li>\n<li>the application in the classroom of more humane, more active, and more rational pedagogical techniques derived from research in philosophy, psychology, and the social sciences;<\/li>\n<li>the tailoring of instruction more directly to the different kinds and classes of children who were being brought within the purview of school; \u2026<\/li>\n<li>and finally, the use of more systematic and rational approaches to the administration and management of the schools.<a href=\"#_ftn42\" title=\"\">[42]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\">Dem Dalton-Plan kommt vor allem f\u00fcr eine p\u00e4dagogisch fundierte Reform des Sekundarschulwesens eine entscheidende Bedeutung zu: Er ist weniger ein didaktisches System, seine methodische Qualit\u00e4t ist von der professionellen Struktur der Pensen abh\u00e4ngig. Er ist \u2013 wie andere \u201ePl\u00e4ne\u201c auch \u2013 f\u00fcr die jeweilige Schule adaptierbar, er ist selbst entwickelbar. F\u00fcr engagierte P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, die sich mit dem Plan Helen Parkhursts auseinandersetzen, wird dieser Plan (selbst)verst\u00e4ndlich und wird einsichtig als \u201ea way of life, a way of lifelong learning\u201c.<\/p>\n<h3>Der Jenaplan<\/h3>\n<p class=\"Vorspann\">\u201eDie Unterschiede in der sozialen, intellektuellen, emotionalen und k\u00f6rperlichen Entwicklung zwischen den Kindern werden nicht nur als gegeben akzeptiert, sondern als notwendige Voraussetzung f\u00fcr Erziehungs-, Entwicklungs-, und Lernprozesse betrachte.\u201c<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Ehrenhard Skiera<\/p>\n<p>In der Reformp\u00e4dagogik sind zwei kongeniale Richtungen zu differenzieren: die \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c und die so genannte \u201eArbeitsschule\u201c. Nach Theo Dietrich liegen dem Jenaplan als einziger reformp\u00e4dagogischer Richtung beide Prinzipien zugrunde. Er gibt dem Kind Freiheit dort, wo es aus eigenen Kr\u00e4ften heraus seinen Weg findet, und er f\u00fchrt das Kind aus p\u00e4dagogischer Verantwort dort heraus, wo die Kr\u00e4fte des Kindes versagen, oder das Kind verkehrte Wege einschl\u00e4gt oder abirrt.<a href=\"#_ftn43\" title=\"\">[43]<\/a> Die Auffassung Peter Petersens beruht, wie er selbst sagt, auf einem realistischen Menschenbild (nicht auf einem Menschenbild von \u201eguten\u201c oder \u201eschlechten\u201c Menschen). Nach Peter Petersen bedeutet dies, der Mensch besitzt \u201eexistentielles Sein\u201c; er ist herausgetreten aus der Natur und ist dadurch der \u201eerste Freigelassene der Sch\u00f6pfung\u201c. Mit dieser unfestgelegten Existenzweise muss der Mensch von der Geburt bis zum Tode Situationen bew\u00e4ltigen, also Stellung nehmen \u2013 so oder so; \u201e &#8230; einzig und allein bei t\u00e4tiger Bew\u00e4hrung in den vielschichtigen und nat\u00fcrlichen zwischenmenschlichen Beziehungen reift ein Mensch zu einem sittlichen Wesen, reift seine sittliche Kraft.\u201c<a href=\"#_ftn44\" title=\"\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Peter Petersen geht es mit seinem Schulkonzept nach dem Jenaplan um die Erziehung des <em>ganzen<\/em> Menschen und nicht um die Ausbildung von Teilfunktionen. Daher stellt sich Peter Petersen vor und mit dem Beginn seines Schulversuchs die Grundfrage: \u201eWie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualit\u00e4t und Pers\u00f6nlichkeit vollenden kann?\u201c<a href=\"#_ftn45\" title=\"\">[45]<\/a> Die Antwort ist der Grundriss einer Schule, der die Verwirklichung der \u201eIdee der Erziehung\u201c sowie den Aufbau von Erziehungsgemeinschaften erm\u00f6glicht. Dies hat zur Folge:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Aufgabe des \u00fcberlieferten Jahrgangsklassensystems zugunsten des \u201eStammgruppensystems\u201c; die Stammgruppe umfasst in der Regel drei Altersjahrg\u00e4nge (mit Begriffen von Petersen: Lehrlinge, Gesellen und Meister).<\/li>\n<li>Die Aufgabe des \u00fcberlieferten Stundenplans (\u201eFetzenstundenplan\u201c) zugunsten des \u201eWochenarbeitsplanes\u201c; er richtet sich nach den \u201eUrformen der Bildung\u201c (Gespr\u00e4ch, Spiel, Arbeit und Feier).<\/li>\n<li>Die Einbettung des Unterrichts in das \u201eSchul- und Unterrichtsleben\u201c; im Mittelpunkt des Schullebens steht die Bew\u00e4ltigung von \u201eLebenssituationen\u201c unter p\u00e4dagogischem Aspekt.<\/li>\n<li>Die Stellung des Lehrers als eines \u201eF\u00fchrers\u201c von Kindern und Jugendlichen; der Lehrer als F\u00fchrer ist konstitutiv f\u00fcr seine Gruppe. \u201eIm Gegensatz zur \u00fcberlieferten Schule muss er hier F\u00fchrer sein oder alles bricht zusammen.\u201c<a href=\"#_ftn46\" title=\"\">[46]<\/a> \u201eF\u00fchrer sein\u201c hei\u00dft: Autorit\u00e4t als zwischenmenschliches Verh\u00e4ltnis auf der Grundlage des Vertrauens aufbauen und besitzen \u2013 und nicht: Herrschaft und Macht aus\u00fcben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Prinzipien sichern den Vorrang der Erziehungsidee vor dem Unterricht im Sinne des \u201eEinlernens\u201c und der Wissensvermittlung und -aufnahme. Sie machen zugleich deutlich, dass in dieser Arbeits- und Lebensgemeinschaftsschule, wie Peter Petersen seine Schule auch bezeichnet, das Prinzip der \u201eOrdnung\u201c dominiert. Peter Petersen betont die \u201eF\u00fchrung des Unterrichts\u201c und die \u201eF\u00fchrung im Unterricht\u201c und weist mit Nachdruck auf die Bedeutung und die Notwendigkeit der \u201eVorordnungen des Unterrichts\u201c<a href=\"#_ftn47\" title=\"\">[47]<\/a> hin. Das alles zeigt, dass Peter Petersen und seine Schule nicht jener Richtung der Reformp\u00e4dagogik zuzurechnen ist, die vom \u201eWachsenlassen\u201c und von der unumschr\u00e4nkten Selbststeuerung des Kindes ausgeht.<a href=\"#_ftn48\" title=\"\">[48]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Trotz dieser Abgrenzung hat der Jenaplan seine Vorgeschichte in der deutschen und internationalen Reformp\u00e4dagogik. Symptomatisch f\u00fcr alle reformp\u00e4dagogischen Richtungen und f\u00fcr einzelne Vertreter sind die folgenden drei Prinzipien:<\/p>\n<ol>\n<li>Orientierung am Kind;<\/li>\n<li>Das Prinzip der Selbstt\u00e4tigkeit, Kreativit\u00e4t und Produktivit\u00e4t und<\/li>\n<li>Der \u201ep\u00e4dagogische Bezug\u201c im Sinne einer pers\u00f6nlichen Zuwendung des Erwachsenen (der Lehrerin und des Lehrers, der Erzieherin und des Erziehers) zum Sch\u00fcler.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\">Die Jena-Plan-Schule beruht auf den Prinzipien:<\/p>\n<h4>Gemeinsame Erziehung aller Kindes des Volkes bis zum 10. Schuljahr<\/h4>\n<p>Peter Petersen hat seine Schule als zehnj\u00e4hrige \u201efreie, allgemeine Volksschule\u201c geplant. \u201eAllgemeine Schule ist sie insofern, als sie Kinder beiden Geschlechts, jeden Standes und Bekenntnisses, jeder Begabung vereinigt, und das solange als m\u00f6glich, am liebsten zehn Schuljahre.\u201c<a href=\"#_ftn49\" title=\"\">[49]<\/a><\/p>\n<h4>Gemeinschaftserziehung<\/h4>\n<p class=\"az\">Die \u201eStammgruppen\u201c und die \u201eTischgruppen\u201c innerhalb der Stammgruppen lassen \u201eechte Gemeinschaften frei entstehen\u201c, und dadurch reichen wir in der Schule \u201e &#8230; heran an die wahre Erziehung, wie sie zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Natur als reines Geistwirken absichtslos geschieht.\u201c<a href=\"#_ftn50\" title=\"\">[50]<\/a> \u201eDie Idee der Erziehungsgemeinschaft wird oberste, alles Geschehen innerhalb der Schulgemeinde letzthin normierende Idee.\u201c<a href=\"#_ftn51\" title=\"\">[51]<\/a> Die Begr\u00fcndung dieser Aussage beruht auf Peter Petersens Auffassung \u00fcber den Menschen, n\u00e4mlich dass der Mensch des anderen bedarf, um Mensch zu werden. Der Mensch ist von seiner anthropologischen Bestimmung her Mit-Mensch; er braucht den anderen, um ein Selbst werden zu k\u00f6nnen. In diesem Sinne schreibt Peter Petersen bereits 1924: \u201eWir werden erst am anderen unser selbst inne, leben nicht mit ihm, sondern leben an ihm erst auf &#8230; Wir m\u00fcssen es voll und ganz begreifen, dass fremdes Seelenleben vom Ursprung her unsere Seele n\u00e4hrt, dass wir auf Gemeinsamkeiten und aus Gemeinsamkeiten leben, und dass wir erst sch\u00f6pferisch werden in dem Augenblick, wo das fremde Seelenleben auf uns einwirkt. Und da dies vom ersten Atemzuge an geschieht, so steht demnach jeder Mensch vom Ursprung her auf Gemeinschaft.\u201c<a href=\"#_ftn52\" title=\"\">[52]<\/a> Innerhalb der Gemeinschaft geschieht und wirkt Erziehung als \u201ekosmische Funktion\u201c; sie zielt auf Vergeistigung und Humanisierung des Menschen.<a href=\"#_ftn53\" title=\"\">[53]<\/a> Diese Aussage zeigt, dass die Gemeinschaft auf einer humanen Ethik beruht, und dass in ihr eine humane Ethik entsteht und gelebt wird. Andernfalls existiert f\u00fcr Peter Petersen eben gar keine Gemeinschaft.<\/p>\n<h4>Schul- und Unterrichtsleben<\/h4>\n<p>Peter Petersen hat die Unterrichtsr\u00e4ume f\u00fcr die Stammgruppen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zur Schulwohnstube umgestalten lassen. Er entwickelte also neben dem Familienleben ein Schul- und Unterrichtsleben und ordnete den Unterricht darin ein. \u201eEine Folge des recht vorgeordneten Schullebens ist es, dass es inmitten dieses Wohnstubenlebens zu echten T\u00e4tigkeitsformen kommt. Man sieht die Kinder in ihren besonderen Aufgaben t\u00e4tig vertieft, so dass sie auch nicht von den sich bewegenden und fragenden Mitsch\u00fclern gest\u00f6rt werden. Entscheidender aber wird, dass es so wirklich zu erziehlichen Einfl\u00fcssen kommt, dass wir in den Schulen, die doch Kunstformen sind und St\u00e4tten, in die die Jugend gezwungen wird infolge des staatlichen Schulzwanges, dennoch Kr\u00e4fte und Formen der wahren Erziehungswirklichkeit erhalten und in Dienst nehmen k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn54\" title=\"\">[54]<\/a> Das Prinzip, dass sich innerhalb der T\u00e4tigkeitsformen in der Schulwohnstube Erziehung ereignet, ist origin\u00e4r nicht von Peter Petersen formuliert worden. Als erster hat Friedrich Fr\u00f6bel dieses Prinzip formuliert. Er forderte die innige Verbindung, die \u201eEinigung\u201c der Schule mit dem Leben. Die Schule soll dem Leben dienen, und dieses geschieht vornehmlich durch \u201eEinigung des Familien- und Unterrichtslebens\u201c. Familie, Unterricht und Schule sollen eine Einheit bilden.<a href=\"#_ftn55\" title=\"\">[55]<\/a> Die Menschenbildung bedarf also prim\u00e4r einer Schule, die \u2013 wie Peter Petersen aufbauend auf die Gedankeng\u00e4nge Friedrich Fr\u00f6bels sagt \u2013 \u201eechte Familienschule\u201c ist.<a href=\"#_ftn56\" title=\"\">[56]<\/a><\/p>\n<h4>Schulgemeinde<\/h4>\n<p>Peter Petersen will eine Schulgemeinde bilden, eine Gemeinschaft bestehend aus Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Diese drei Personengruppen wirken an der Erziehung des Kindes zusammen, und \u201eder Schulunterricht soll sich immer als das Zweite\u201c (in die Schulgemeinde) einordnen.<a href=\"#_ftn57\" title=\"\">[57]<\/a> Die Schulgemeinde soll mitten im \u201eVolksleben ihres Standortes\u201c stehen und ein Schulgemeindeleben entwickeln.<a href=\"#_ftn58\" title=\"\">[58]<\/a> Auch dieses Prinzip zeigt, dass die Erziehungsidee den Unterricht umgreift, dass die Eltern in die Verantwortung f\u00fcr die Schule einbezogen werden, und dass die Schule in der Vorstellung Peter Petersens in erster Linie Gemeindeschule, d. h. Gemeinschaftsschule und nicht Staatsschule ist. Gemeindeschule meint letztlich eine Schule, die einer ganzen Gemeinde, n\u00e4mlich der Allgemeinheit geh\u00f6rt, an der alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger teilhaben und f\u00fcr die alle verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Der Jenaplan ist ein Konzept, das (haupts\u00e4chlich) von den Betroffenen immer neu geschaffen und getragen wird, nach deren Bed\u00fcrfnissen und in deren Verantwortung. Der Jenaplan ist ein Konzept, das die Integration anderer p\u00e4dagogischer Ideen in ein Gesamtkonzept erm\u00f6glicht. Der Jenaplan ist ein individualisierendes und gemeinschaftsf\u00f6rderndes p\u00e4dagogisches Konzept. Und er ist ebenso ein inklusives Konzept.<\/p>\n<h3>Freinet-P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p class=\"Vorspann\">Wirklich wichtig ist nicht das Wissen, sind nicht einmal die Entdeckungen: wichtig ist das Forschen.<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">C\u00e9lestin Freinet<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Vor dem Hintergrund eigener, meist negativer Schulerfahrungen mit der so genannten \u201eKasernenschule\u201c (C. Freinet) charakterisiert C\u00e9lestin Freinet eine \u201ekindgem\u00e4\u00dfe Schule\u201c in seinem Werk \u201eDie moderne franz\u00f6sische Schule\u201c:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eDie Schule von morgen wird das Kind als Glied der Gemeinschaft in den Mittelpunkt ihres erziehlichen Bem\u00fchens stellen. Von seinen wesentlichen Bed\u00fcrfnissen, hingeordnet auf die Belange der Gesellschaft, der es angeh\u00f6rt, sind die von ihm zu erwerbenden manuellen und geistigen Fertigkeiten, das Bildungsgut, die Art der Vermittlung des Bildungsgutes und die Art und Weise seiner Erziehung abzuleiten. Es handelt sich bei diesem Vorgehen darum, die Schule wahrhaft wieder in eine vern\u00fcnftige, wirksame und menschliche Form zu bringen, die es dem Kind erlaubt, zu einer m\u00f6glichst vollkommenen Entfaltung seiner Menschlichkeit zu kommen.\u201c<a href=\"#_ftn59\" title=\"\">[59]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Voraussetzung einer kindgem\u00e4\u00dfen Schule sind die sind die Erkenntnis und die Kenntnisse der kindlichen Entwicklungsprozesse und die didaktische Orientierung an den kindlichen Entwicklungsbed\u00fcrfnissen. Erst dann kann die Schule nicht nur Lernwelt, sondern <em>Lebenswelt<\/em> des Kindes werden. Die Bedeutung von Schule als Lebenswelt des Kindes betont C\u00e9lestin Freinet immer wieder im \u201eSinn des Lebendigseins\u201c. In einer kindgem\u00e4\u00dfen Schule erleben die Kinder ihre Kraft, die in ihnen steckt, ihre inneren W\u00fcnsche, ihre Lebensst\u00e4rke und ihre Kreativit\u00e4t und nicht nur sich einem fremden Willen unterzuordnen. In der Geschichte des Pferdes, das zur Tr\u00e4nke gef\u00fchrt wird illustriert C. Freinet die Eigen-Art des Lebendigen. Erz\u00e4hlt wird diese Geschichte vom Bauern Mathieu, dem C. Freinet im Geschichtenbuch \u201eLes dits de Mathieu\u201c seine p\u00e4dagogischen Einsichten aussprechen l\u00e4sst:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eDer junge St\u00e4dter wollte sich auf dem Bauernhof, der ihn beherbergte n\u00fctzlich machen. \u201aBevor ich das Pferd aufs Feld f\u00fchre\u2019, so sagte er sich, \u201awerde ich es trinken lassen.\u2019 &#8230;<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Und das frischgebackene Landkind zieht am Z\u00fcgel, geht nach hinten und gibt dem Pferd ein paar kurze Schl\u00e4ge. Endlich! &#8230; Das Tier bewegt sich &#8230; es ist schon an der Tr\u00e4nke &#8230; vielleicht hat es Angst &#8230; \u201aOb ich es vielleicht streicheln soll? Du siehst doch, das Wasser ist frisch. Bitte! Mach mal deine N\u00fcstern nass &#8230; Wie! Du trinkst nicht? &#8230; na dann!\u2019<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Und der Mann st\u00f6\u00dft mit Gewalt die N\u00fcstern des Pferdes ins Wasser der Tr\u00e4nke. &#8230; Das Tier schnaubt und atmet, aber es trinkt nicht.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Der erfahrene Bauer kommt dazu. Ironisch sagt er: \u201aAch, du glaubst, dass man so ein Pferd f\u00fchren kann? Wei\u00dft du, es ist nicht so dumm, wie ein Mensch &#8230; Es hat keinen Durst! &#8230;<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201aWas kann man da machen?\u2019<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201aMan merkt, dass du kein Bauer bist! Du hast nicht verstanden, dass das Pferd zu dieser fr\u00fchen Morgenstunde keinen Durst, aber gro\u00dfe Lust auf guten frischen Klee hat. Danach hat es Durst, und du wirst sehen, wie es zur Tr\u00e4nke galoppiert.\u2019 &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn60\" title=\"\">[60]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Prinzipien der Freinet-P\u00e4dagogik f\u00fchren die Kinder und Jugendlichen in eine und in einer Schule der Vielfalt, Einzigartigkeit und Sinnf\u00fclle.<\/p>\n<h4>Bezug zum Leben<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Im Freinet-Unterricht wird das Leben der Kinder im Unterricht weitergehen und sich in den Unterricht hinein fortsetzten, im herk\u00f6mmlichen Unterricht wird es oft abgeschnitten und stirbt langsam. Der Begriff des Lebens ist f\u00fcr C\u00e9lestin Freinet eine wichtige Metapher in seiner Philosophie. Immer wieder betont er, wie sehr ihm darauf ankomme, das Leben in die Schule hineinzunehmen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Den Prinzipien ordnet C. Freinet Mittel und Techniken zu. Diese sind von C. Freinet zusammen gestellt worden, nur zusammen gestellt, nicht erfunden. C. Freinet hat die Vorschl\u00e4ge der Reformp\u00e4dagogen seiner Zeit zusammengetragen und in seiner P\u00e4dagogik vereint.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Berichte,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Untersuchungen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Unterrichtsg\u00e4nge,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Arbeitsateliers &#8230;<\/p>\n<h4>Arbeit\/Selbstt\u00e4tigkeit<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Fast in einem Atemzug mit dem Prinzip des Lebens nennt C. Freinet das Prinzip der Arbeit und des selbst\u00e4ndig T\u00e4tigseins in der Schule. \u201eDurch Selbstt\u00e4tigkeit wird aller Bildungserwerb erf\u00fcllt.\u201c<a href=\"#_ftn61\" title=\"\">[61]<\/a>\u00a0Die selbstt\u00e4tige Arbeit geschieht in den Freinet-Klassen vorwiegend in den Arbeitsateliers. Folgende Mittel und Techniken empfiehlt C. Freinet f\u00fcr die selbstt\u00e4tige Arbeit. Mittel und Techniken sind immer ver\u00e4nderbar und aktualisierbar, Prinzipien der Freinet-P\u00e4dagogik allgemeing\u00fcltig und noch keinen Ver\u00e4nderungen unterworfen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Feldarbeit und Tierpflege,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Schmiede und Schreinerei,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Spinnen, Weben, Schneidern, Kochen, Hauswirtschaft,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Konstruktion, Mechanik, Handel,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Nachschlagekiste f\u00fcr Unterrichtsvorhaben,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Wissensstoffe, Dokumentensammlung,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Experimentieren in Naturkunde, Physik, Chemie,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Meteorologie, Schulmuseum,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Sch\u00f6pferische Bet\u00e4tigung, graphische Gestaltung und Korrespondenz,<\/p>\n<p class=\"Techninit\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 k\u00fcnstlerisches Schaffen, Ausdruck und Mitteilung &#8230;<\/p>\n<h4>Sinn<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Nicht nur die in der Schule zu lernenden und gelernten Inhalte m\u00fcssen sinnvoll sein, sondern Lernen und Leben in der Schule m\u00fcssen auch wesentlich dazu Beitragen, einen Lebenssinn finden zu k\u00f6nnen. Diese Forderung bezieht sich ebenso auf das Erlernen und Anwenden der Kulturtechniken Schreiben und Lesen. C. Freinet sagt dazu:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eWir haben die Motivierug des Schreibens durch unsere Techniken praktisch verwirklicht. Diese sind: Die M\u00f6glichkeit des freien Sich-ausdr\u00fccken-D\u00fcrfens, die Vervielf\u00e4ltigung oder Druckerei, die Illustrierung, die Schaffung einer Sch\u00fclerzeitung &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn62\" title=\"\">[62]<\/a>\u00a0\u201eDas entscheidende Moment bei dieser Art des Schreibenlernens ist, dass das Kind den Wert, den Sinn und die Notwendigkeit des sich durch die Schrift Ausdr\u00fccken-K\u00f6nnens in seiner Bedeutung f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr die Allgemeinheit empfindet.\u201c<a href=\"#_ftn63\" title=\"\">[63]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich ausdr\u00fccklich auf den systemischen Charakter der Prinzipien der Freinet-P\u00e4dagogik hinweisen. Lernen im lebensbedeutenden Sinn, kann nur selbst bestimmtes Lernen sein, ein Lernen in Freiheit und Selbstt\u00e4tigkeit &#8230;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 freier Ausdruck\/freier Text,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Schul-Druckerei,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Sch\u00fclerzeitung,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Korrespondenz &#8230;<\/p>\n<h4>Freiheit<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Die Freiheit manifestiert sich in der Freinet-P\u00e4dagogik vor allem in der Freien Wahl der Arbeitsschwerpunkte, im freien Ausdruck als \u201eOffenbarung des Lebens selbst\u201c<a href=\"#_ftn64\" title=\"\">[64]<\/a>\u00a0und im freien Text, der \u201eVer\u00e4u\u00dferlichung dessen, was im Kind ist, was das Gef\u00fchlt bewegt, es lachen oder weinen l\u00e4sst, seine Tr\u00e4ume erf\u00fcllt und ihm ausdr\u00fcckliche Empfindungen verschafft &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn65\" title=\"\">[65]<\/a><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 freier Ausdruck\/freier Text,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 freie Wahl der Arbeitsschwerpunkte,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 freie Untersuchungen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 freies Experimentieren &#8230;<\/p>\n<h4>Kooperation<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Ein wesentliches Prinzip der Freinet-P\u00e4dagogik ist die Kooperation der Kinder untereinander und miteinander. Dieses Prinzip steht im Gegensatz zum konkurrenzierenden Verhalten der Kinder in der herk\u00f6mmlichen Schule. Vor allem die Schuldruckerei, die Korrespondenz und die Einrichtung des Klassenrates sind Mittel und Techniken an den die Kinder die Kooperation erlernen und erleben.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Gemeinschaftsarbeiten,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Auswertung der Unterrichtsg\u00e4nge,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Auswahl der freien Texte,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Korrespondenz,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Gruppenarbeit,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Druckerei,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Experimentieren &#8230;<\/p>\n<h4>Verantwortung<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Viele Aufgaben werden in einer Freinet-Klasse von den Kindern in einer selbstt\u00e4tigen Art und Weise und ebenso selbst verantwortlich \u00fcbernommen. Vor allem die M\u00f6glichkeit der Mitgestaltung des Schullebens f\u00fchrt zur \u00dcbernahme der Verantwort. Doch Verantwortung k\u00f6nnen die Kinder nur \u00fcbernehmen, wenn ihnen diese durch all die zusammenh\u00e4ngenden Prinzipien auch wirklich \u00fcbergeben wird.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Verantwortlichkeit (\u201e\u00c4mter\u201c),<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Arbeitspl\u00e4ne,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Disziplin,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Klassenversammlung<a href=\"#_ftn66\" title=\"\">[66]<\/a> &#8230;<\/p>\n<h4>Perspektiven<\/h4>\n<p align=\"left\">W. D. Kohlberg erg\u00e4nzt das System von Kernaussagen der Freinet-P\u00e4dagogik noch um drei \u00fcbergreifende Strukturelemente:<\/p>\n<ol>\n<li>Das entwicklungspsychologische Modell von der aktiven Natur des lernenden Menschen, in dem von der Voraussetzung ausgegangen wird, dass sich das lernende Individuum seine Wirklichkeit in einem spontanen Prozess aneignet und sich mit ihr aktiv auseinandersetzt.<\/li>\n<li>Die sich aus der oben schon angedeuteten systemischen Vernetzung ergebende \u201eSystemische Mobilit\u00e4t\u201c, die sich in zweifacher Form pr\u00e4sentiert:<\/li>\n<\/ol>\n<p>a) Mobilit\u00e4t des Systems Freinet-Schule (Selbstorganisation, Schulprofilentwicklung, Arbeit in Schulnetzwerken u.a.);<\/p>\n<p>b) Mobilit\u00e4t im System Freinet-Schule als Voraussetzung von Mobilit\u00e4t im System Lebenswirklichkeit. Die von P. Teigeler zusammengestellten Prinzipien (Siehe oben!) ergeben in ihrer systemischen Verkn\u00fcpfung einen Lebens- und Lernraum, der dem Lernenden die Reduktion von Komplexit\u00e4t der Lebenswirklichkeit als Voraussetzung der Produktion von Komplexit\u00e4t der Lebenswirklichkeit erm\u00f6glicht.<\/p>\n<ol>\n<li>Les Stages. Im Gegensatz zur Montessori- oder Waldorf-P\u00e4dagogik erfolgt die \u201eAus-\u201c und Weiterbildung von Freinet-P\u00e4dagoginnen und Freinet-P\u00e4dagogen konsequenterweise systemintern. Die regionalen Zusammenk\u00fcnfte von Lehrerinnen und Lehrern \u2013 aber auch die nationalen und internationalen Kongresse \u2013 sind basisdemokratisch angelegt. Man kommt zusammen, um neue Entwicklungen zu pr\u00e4sentieren, zu diskutieren und voneinander zu profitieren. Aber man trifft sich auch, um einander zu ermutigen, zu helfen und \u2013 ein ganz wichtiges Moment \u2013 miteinander zu leben (erleben). Das Fehlen jeglicher Hierarchie-Struktur, die konsequente Einhaltung eines bottom-up-Modells ist der Motor der Entwicklung in der Freinet-P\u00e4dagogik.<a href=\"#_ftn67\" title=\"\">[67]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie W. D. Kohlberg weiters betont, f\u00fchrt die Konzentration auf ein reformp\u00e4dagogisches Modell zu einer in der modernen Unterrichts- und Schulentwicklung kaum mehr vertretbaren einseitigen didaktischen Perspektive. Ein Kombinationsmodell kann jedoch nur dann erfolgreich entstehen, wenn die verwendeten Teilmodelle eine gemeinsame p\u00e4dagogische Schnittmenge aufweisen. Diese Schnittmenge soll mit der folgenden, nicht vollst\u00e4ndigen Aufz\u00e4hlung verdeutlicht werden:<a href=\"#_ftn68\" title=\"\">[68]<\/a><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Ganzheitliche Erziehung und Bildung,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Individualisierung der Lernprozesse,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Selbstst\u00e4ndiges (selbstt\u00e4tiges) Lernen im didaktischen Umfeld,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Lernen nach dem Wochenplan,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Angebots- und damit Chancenvielfalt als Voraussetzung f\u00fcr einen individuellen Lernweg,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Epochenunterricht\/f\u00e4cher\u00fcbergreifender Unterricht,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 \u00d6ffnung der Schule f\u00fcr die sie umgebende Lebenswelt und umgekehrt,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Lernen in jahrgangs\u00fcbergreifenden Gruppen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 \u00dcberwindung von Sozialschranken durch inklusive Schullebensformen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Entsch\u00e4rfung der objektiven Leistungsmessung durch Formen der subjektiven Leistungsmessung.<a href=\"#_ftn69\" title=\"\">[69]<\/a><\/p>\n<p>Der <em>R\u00fcckgriff<\/em> auf ein \u201ereines\u201c reformp\u00e4dagogisches Modell kann daher aus heutiger Sicht nur als <em>R\u00fcckschritt<\/em> verstanden werden. Vielmehr sind die am Reformprozess der Schule Beteiligten aufgefordert, f\u00fcr eine vielschichtige, pluralistische und offene europ\u00e4ische Gesellschaft offene Schulmodelle zu entwickeln. Diese neuen offenen Schulmodelle k\u00f6nnen m. E. nur in einem Prozess entstehen, den C\u00e9lestin Freinet einmal so beschrieb: \u201e<em>Wir holen uns den Honig dort, wo er uns am besten schmeckt<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn70\" title=\"\">[70]<\/a><\/p>\n<p>Offen sollte diese Schule sein f\u00fcr alle Sch\u00fcler, gleich welchem Entwicklungs-, Lern- und Leistungsstands, gleich welcher sozialen, regionalen, weltanschaulichen, geschichtlichen Herkunft. Vielfalt ist somit konstitutiv f\u00fcr eine offene Schule.<a href=\"#_ftn71\" title=\"\">[71]<\/a><\/p>\n<p>Offen sollten diese Schulen weiterhin sein f\u00fcr<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 neue Inhalte (interkulturelles Lernen, \u00f6kologisches Lernen u.a.),<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 neue Methoden (freie Arbeit, Wochenplanarbeit, Epochenunterricht u.a.),<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 neue au\u00dferschulische Lernorte,<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 neue Nutzer, indem sie Begegnungsst\u00e4tten aller Lernwilligen werden (\u201eHaus des Lernens\u201c),<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 neue Flexibilit\u00e4t nach innen und au\u00dfen (open-plan-schools),<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\" align=\"left\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 ein neues Klima (mentale Offenheit).<a href=\"#_ftn72\" title=\"\">[72]<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Wenn es also gelingt, \u2013 noch einmal zur\u00fcck zu Freinet \u2013 die prinzipielle Offenheit der \u201eEcole Moderne\u201c aktiv f\u00fcr Unterrichts- und Schulentwicklung zu nutzen, dann kann die \u201eEcole Moderne\u201c noch \u00fcber lange Zeit modern und einer modernen Unterrichts- und Schulentwicklung als eine der notwendigen Grundlagen erhalten bleiben. Durch die modernen Kommunikationsmedien erlebt die Freinet-P\u00e4dagogik eine Reaktualisierung und bietet gleichzeitig der Integration von Computer, Email und Internet in die Schule eine p\u00e4dagogische Struktur, in der die Anwendung derselben sinnvoll wird.<\/p>\n<p align=\"left\">Einen weiteren, f\u00fcr eine Entwicklungsdidaktik bedeutsamen Bezug zur Freinet-P\u00e4dagogik (und damit wahrscheinlich zu alle den hier diskutierten reformp\u00e4dagogischen Richtungen) stellt P. Teigeler her, wenn er die Frage stellt, welche Psychologie nun tats\u00e4chlich der Freinet-P\u00e4dagogik psychologisch nahe kommt.<\/p>\n<h4>Lebenspsychologie \u2013 Existenzpsychologie<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Wie in der Freinet-P\u00e4dagogik sind in der Existenzpsychologie Viktor Frankls Freiheit, Sinnerf\u00fcllung und Verantwortung Schl\u00fcsselbegriffe. P. Teigeler erw\u00e4hnt vor allem die <em>Selbst-Transzendenz<\/em>, das Angelegtsein des Menschen auf das Leben in der Welt, die <em>Sinn-Erf\u00fcllung<\/em>, als spezifisch humane Motivation des Menschen, die <em>Freiheit<\/em> der geistigen Person und die <em>Verantwortung<\/em> als Mit-anteil an den einzelnen Entscheidungen als zentrale Begriffe. Freinet\u2019s Prinzipien wie \u201eLeben in der Schule\u201c, \u201eArbeit\u201c, \u201esinnvolles Lernen\u201c, \u201eFreiheit\u201c und \u201eVerantwortung\u201c finden in der Existenzpsychologie Viktor Frankls eine begriffliche wie auch eine inhaltliche Entsprechung. Die menschliche Verwirklichung geschieht nach Viktor Frankl im wirklichen Tun in der Welt und im Leben. Dieses Tun beschreibt Virktor Frankl in einem sch\u00f6pferischen, sinnsuchenden und sinnfindenden Tun in geistiger Freiheit, gebunden durch die Verantwortung.<a href=\"#_ftn73\" title=\"\">[73]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">C\u00e9lestin Freinet und Viktor E. Frankl haben einander weder gekannt noch sich jemals in ihren Schriften aufeinander bezogen. Die \u00dcbereinstimmungen und gegenseitigen Erg\u00e4nzungen in den beiden Konzepten k\u00f6nnen mit Sicherheit f\u00fcr ein p\u00e4dagogisches Konzept fruchtbar gemacht werden, in dessen Mittelpunkt die kindliche Entwicklung steht, dem Konzept einer Entwicklungsdidaktik, das hier skizziert werden wird.<\/p>\n<h2>Montessori-P\u00e4dagogik<\/h2>\n<p class=\"Vorspann\">Es ist die gemeinsame Arbeit, die Zuwendung zum Kind und die Liebe zum sich entwickelnden Menschen, die diesem eine m\u00f6glichst gute Entwicklung seiner Pers\u00f6nlichkeit erm\u00f6glichen; &#8230; erst dann kommt die Arbeit mit dem Material!<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Maria Montessori<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Selbstfindung und Selbstverwirklichung, selbst\u00e4ndiges und selbstorganisiertes Lernen, die F\u00e4higkeit zum lebenslangen Lernen, die F\u00e4higkeit zur Arbeit im Team und letztlich auch zum friedlichen Zusammenleben in einer Gemeinschaft sind aktuelle und moderne Bildungsziele, die durch ein didaktisch in sich geschlossenes Konzept der Selbstbildung, wie die Montessori-P\u00e4dagogik eines darstellt, realisiert werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn74\" title=\"\">[74]<\/a>\u00a0Ich gehe von der These aus, dass die Montessori-P\u00e4dagogik diese Bildungsziele in einem h\u00f6heren und besseren Ma\u00dfe erreichen hilft als eine zum gro\u00dfen Teil lehrerzentriert orientierte Schulp\u00e4dagogik. Diese These werde ich nicht beweisen k\u00f6nnen, m\u00f6chte aber aufzeigen, in welchem didaktischen Konzept die Verwirklichung der Bildungsziele wahrscheinlich erscheint. Ich bin \u00fcberzeugt, dass sich damit auch die Frage nach der Aktualit\u00e4t der Montessori-P\u00e4dagogik beantworten wird.<\/p>\n<h3>Selbstsch\u00f6pfung und Freiheit<\/h3>\n<p class=\"Standard1\">W\u00e4hrend sich der \u201eherk\u00f6mmliche\u201c Erzieher (und Lehrer) als <em>Sch\u00f6pfer des kindlichen Geistes<\/em> versteht, bedeutet Bildung im Sinne Maria Montessoris <em>Selbstsch\u00f6pfung<\/em>. Grundbedingung f\u00fcr diesen Prozess der Selbstsch\u00f6pfung ist nach Maria Montessori vor allem die Freiheit <em>f\u00fcr<\/em> die eigene individuelle Entwicklung des Kindes innerhalb eines p\u00e4dagogisch definierten Rahmens, der diesen Prozess der Selbstsch\u00f6pfung \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich macht. Dieser Rahmen wird durch die p\u00e4dagogischen Grundgedanken Maria Montessoris umschrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Grundgedanken der Montessori-P\u00e4dagogik und ihre Bedeutung f\u00fcr ein didaktisches Konzept<\/h3>\n<p class=\"Vorspann\">Es ist die gemeinsame Arbeit, die Zuwendung zum Kind und die Liebe zum sich entwickelnden Menschen, die diesem eine m\u00f6glichst gute Entwicklung seiner Pers\u00f6nlichkeit erm\u00f6glichen; &#8230; erst dann kommt die Arbeit mit dem Material!<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Maria Montessori<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Was ist nun der Inhalt des p\u00e4dagogischen Konzeptes Maria Montessoris? Wie wird die Selbstbildung des Kindes innerhalb der Schule (und auch innerhalb der Familie) erm\u00f6glicht? Das Verst\u00e4ndnis des Begriffes \u201eDidaktik\u201c wird bei Maria Montessori kaum explizit definiert. Sie lehnt sich in ihrer didaktischen Grundorientierung \u2013 wie andere Reformp\u00e4dagogen auch \u2013 an das schon zuvor von J. J.\u00a0Rousseau formulierte Anliegen des Eigenrechtes des Kindes auf freie Entwicklung und eigenst\u00e4ndige Zielsetzung an.<a href=\"#_ftn75\" title=\"\">[75]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Dabei geht es in p\u00e4dagogischer Verantwortlichkeit niemals um blo\u00dfes Gew\u00e4hrenlassen. Der oft zitierte, zum Leitgedanken der Montessori-P\u00e4dagogik gewordene Ausspruch eines Kindes \u201eHilf mir, es selbst zu tun!\u201c verlangt nach didaktischen Fragestellungen und Antworten. Wir m\u00fcssen in diesem Zusammenhang von der didaktischen Grundfrage ausgehen: Wie kann ich einem Kind in seiner individuellen Entwicklung und in einer ganz bestimmten Gesellschaft behilflich sein, zu einer optimalen Entwicklung seiner intellektuellen, psychischen und physischen F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten unter Ber\u00fccksichtigung der notwendigen gesellschaftlichen Erfordernisse zu gelangen? Wenn wir die Frage im Kontext der Montessori-P\u00e4dagogik sehen, k\u00f6nnte sie auch folgenderma\u00dfen gestellt werden: Welcher Weg f\u00fchrt zur Selbstbestimmung des Menschen?<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Maria Montessori spricht niemals explizit von Prinzipien ihrer P\u00e4dagogik, die uns diesen Weg zeigen k\u00f6nnen. G\u00fcnter Schulz-Benesch spricht von Grundgedanken, Hildegard Holtstiege gibt eine \u201eModellbeschreibung\u201c. Wir k\u00f6nnten die Begriffe <em>Freiheit<\/em>, <em>Sensible Phasen,<\/em> <em>Vorbereitete Umgebung,<\/em> <em>Entwicklungsmaterialien<\/em>, <em>Polarisation der Aufmerksamkeit,<\/em> <em>Absorbierenden Geist<\/em> ebenso Orientierungspunkte nennen, die es uns erm\u00f6glichen, die \u00e4u\u00dfere und innere Ordnung in unserer Arbeit mit den Kindern zu finden, um ihnen auf dem Weg zu Selbstbestimmung zu helfen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ich m\u00f6chte eindeutig vorausschicken, dass Lernen in Freiheit und Selbstbildung kein Widerspruch zu einem didaktischen System darstellt. Ich gehe vielmehr von der Voraussetzung aus, dass die Freisetzung des Lernenden zur eigenen Entwicklung eine klare, eindeutige und f\u00fcr den Lernenden deutlich erkennbare Struktur ben\u00f6tigt, um eine Orientierung in und zur Selbstbestimmung finden zu k\u00f6nnen. Nach der Vorstellung Maria Montessoris finden wir diese Struktur im Aufbau und in der Anordnung der Entwicklungsmaterialien, in der richtigen Darbietung derselben, im respektvollen Umgang mit den Kindern, der Achtung vor ihrem Willen und in der Emphatie der Lehrerin, sich in den inneren Bauplan des Kindes einzudenken und einzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Schrift Maria Montessoris, die die konkretesten Hinweise auf eine didaktisch-methodische Arbeit mit den Kindern gibt, \u201eSchule des Kindes\u201c Band II, ist leider in einer deutschen \u00dcbersetzung bis zum heutigen Tag nicht erschienen.<a href=\"#_ftn76\" title=\"\">[76]<\/a>\u00a0Das ist einerseits bedauerlich, weil ein wesentlicher Teil der Didaktik Maria Montessoris in unserer eigenen Sprache nicht gelesen werden kann, anderseits ergibt sich dadurch die Chance, die Montessori-P\u00e4dagogik in einem didaktischen Verst\u00e4ndnis, das der heutigen p\u00e4dagogischen Situation und den p\u00e4dagogischen Kenntnissen entspricht, zu sehen und neu zu beschreiben.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ein wesentlicher Gesichtspunkt einer Didaktik der Montessori-P\u00e4dagogik wird vor allem in einer didaktisch-methodischen Ordnung der Arbeit mit den Kindern zu sehen sein. Diese Ordnung orientiert sich an den Grundgedanken Maria Montessoris und an den Inhalten der didaktischen Werke, die zug\u00e4nglich sind.<a href=\"#_ftn77\" title=\"\">[77]<\/a>\u00a0Ein ausf\u00fchrliches Beispiel bieten wir in der didaktischen Ordnung der Arithmetik nach der \u201ePsychoarithmetik\u201c Maria Montessoris. Nun zu den Grundgedanken der Montessori-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<h4>Die sensiblen Phasen<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Maria Montessori hat die sensiblen Perioden nicht als erste entdeckt, aber w\u00e4hrend der Arbeit mit ihren Kindern immer wieder beobachtet. Die eigentliche Entdeckung geht auf den Holl\u00e4nder Hugo des Vries zur\u00fcck, und Montessori fasst die Entdeckungen von de Vries in folgender Definition zusammen: \u201eEs handelt sich um besondere Empf\u00e4nglichkeiten, die in der Entwicklung, das hei\u00dft im Kindesalter des Lebewesens, auftreten. Sie sind von vor\u00fcbergehender Dauer und dienen nur dazu, dem Wesen den Erwerb einer bestimmten F\u00e4higkeit zu erm\u00f6glichen. Sobald dies geschehen ist, klingt die betreffende Empf\u00e4nglichkeit wieder ab.\u201c<a href=\"#_ftn78\" title=\"\">[78]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Es scheint Maria\u00a0Montessoris Verdienst zu sein, auf Grund der soeben erw\u00e4hnten gezielten und gr\u00fcndlichen Beobachtungen elementare Sensibilit\u00e4ten, die fundamentale Bedeutung f\u00fcr die Selbst-Konstruktion des Menschen in seinem Bildungs- und Selbstwerdungsprozess haben, entdeckt zu haben. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Maria\u00a0Montessori ihre Entwicklungsmaterialien in Abstimmung auf die Sensibilit\u00e4ten der jeweiligen Entwicklungsphasen des Kindes geschaffen hat. Und das Ziel, auf das alle didaktischen Bem\u00fchungen gerichtet sind, besteht in der Intention, dem Kind zu helfen, sich durch Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstt\u00e4tigkeit zur freien Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln. Dieses Ziel l\u00e4sst sich auch wie folgt formulieren: das Kind als geistiges Wesen f\u00e4hig machen, seinen Weg ganz allein zu finden. Das genannte Ziel soll unter Ber\u00fccksichtigung oder in Anlehnung an die jeweiligen Empf\u00e4nglichkeitsperioden durch viele kleine didaktische Teilziele erreicht werden. \u201e<em>Wir wollen den Selbstaufbau des Menschen in der dazu geeigneten Periode unterst\u00fctzen<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn79\" title=\"\">[79]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die erzieherische Arbeit vollzieht sich konkret durch die F\u00f6rderung von phasenspezifischen Sensibilit\u00e4ten, das hei\u00dft durch die Begegnung des Kindes mit den ihm angebotenen didaktischen Inhalten. Im Idealfall erreicht das Kind dann in seiner Arbeit mit dem Material den Zustand der Polarisation der Aufmerksamkeit. In diesem Zustand spielt sich nach Maria Montessoris Annahme der eigentliche Reife- und Entwicklungsprozess der Kinder ab. Der Vorgang der Polarisation<a href=\"#_ftn80\" title=\"\">[80]<\/a>\u00a0der Aufmerksamkeit ist ein genuiner und komplexer Bildungsprozess, w\u00e4hrend dem sich das Kind mit allen seinen Sinnen und seiner Innerlichkeit so auf eine T\u00e4tigkeit konzentriert, dass es gleichsam einen Zustand des \u201eIn-sich-Versunkenseins\u201c erreicht. Das Zustandekommen und die optimalen Wirkungen dieses Vorgangs sind an das exakte Zusammentreffen von Sensibilit\u00e4ten und einer ihnen entsprechenden Anregungsumwelt gebunden.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ihr ber\u00fchmt gewordener Ausspruch \u201e<em>Kinder sind anders<\/em>!\u201c kann in diesem Zusammenhang so erkl\u00e4rt werden: Erwachsene nehmen ihr Wissen mit Hilfe der Intelligenz auf, das Kind absorbiert es mit seinem psychischen Leben. Gerade darin \u00e4u\u00dfert sich das qualitative Anderssein der fr\u00fchkindlichen Intelligenz und ihrer Aktivit\u00e4ten. Das Schicksal der beschriebenen Sensibilit\u00e4ten h\u00e4ngt weitgehend davon ab, welche Erfahrungen dem Kind in der Umwelt erm\u00f6glicht und aktiv angeboten werden. Genau zu diesem Zweck schuf Maria Montessori ihr Entwicklungsmaterial und die vorbereitete Umgebung. Bei der Einrichtung von Montessori-Klassen oder Montessori-Gruppen ist auf die didaktische Anordnung des Entwicklungsmateriales in einer vorbereiteten Umgebung zu achten. Die vorbereitete Umgebung hat den Sensibilit\u00e4ten der Kinder angepasst zu sein. Dar\u00fcber hinaus gen\u00fcgt es nicht, wenn die Umgebung nur vorbereitet ist, sie muss auch eine entspannte Umgebung sein.<\/p>\n<h4>Die vorbereitete Umgebung<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Das Einrichten einer <em>vorbereiteten Umgebung <\/em>erfordert von den Lehrerinnen hohe Sensibilit\u00e4t in der Frage, ob diese Umgebung auch den Bed\u00fcrfnissen und Interessen der jeweiligen Kinder entspricht.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die vorbereitete Umgebung strukturiert die Arbeiten der Kinder und der Lehrerinnen in der Weise vor, dass die Kinder die besten Entwicklungsbedingungen vorfinden.<a href=\"#_ftn81\" title=\"\">[81]<\/a>\u00a0Sie enth\u00e4lt neben der kindgerechten Einrichtung des Klassenraumes die Entwicklungsmaterialien in einer f\u00fcr das Kind erfassbaren didaktischen Anordnung. Die Vorbereitung der Umgebung ersch\u00f6pft sich jedoch keinesfalls im Anbieten von \u201e<em>irgendwelchen Arbeitsmitteln und toten Materialien, so wichtig diese auch sind, sondern es ist damit ein menschlich durchwaltetes, reiches und \u201elebensvolles\u201c Kulturmilieu im umfassendsten Sinn gemeint<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn82\" title=\"\">[82]<\/a>\u00a0Zur Vorbereitung der Umgebung geh\u00f6rt auch, dass das Lernen und Leben der Kinder in einer entspannten Umgebung stattfinden kann. Und so ist auch die Lehrerin in ihrer akzeptierenden Einstellung und Haltung zum Kind, ihrem umfassenden didaktischen Wissen und K\u00f6nnen in der Materialarbeit und in der gemeinsamen hilfreichen Arbeit ein wesentlicher Teil einer vorbereiteten und entspannten Umgebung, in der sich Kinder optimal entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ein weiteres wesentliches Faktum einer Vorbereiteten Umgebung ist die Einrichtung von Mehrjahrgangsklassen zum Zwecke der Mischung der Lebensalter.<a href=\"#_ftn83\" title=\"\">[83]<\/a>\u00a0\u201e<em>Was wir in unseren Schulen suchen, ist n\u00e4mlich gerade der Altersunterschied. Und wenn wir diesen Unterschied begrenzen sollen, so sagen wir, dass mindestens ein Altersunterschied von drei Jahren gegeben sein muss<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn84\" title=\"\">[84]<\/a>\u00a0Danach sollen bis zu drei Jahrg\u00e4nge in einem Klassenverband zusammengefasst werden, und zwar den Entwicklungsstufen entsprechend die drei bzw. vierj\u00e4hrigen bis sechsj\u00e4hrigen, die sieben- bis neunj\u00e4hrigen und die zehn- bis zw\u00f6lfj\u00e4hrigen. Diese Zusammensetzung er\u00f6ffnet auch in unserem Schulsystem eine Verbindung zwischen der vorschulischen und der Grundschulerziehung. Diese Struktur erm\u00f6glicht den Kindern vielf\u00e4ltige intellektuelle, soziale und emotionale Erfahrungen. Die M\u00f6glichkeit von offenen T\u00fcren (zwischen den einzelnen Lerngruppen) stellt nicht nur eine Freiheit des Verkehrs unter den Gruppen, sondern auch eine Freiheit des Lernens unter den verschiedenen Niveaus und Graden der Bildung sicher. \u201eEs ist nicht wichtig zu welcher Klasse man geh\u00f6rt, ob es die erste, die zweite oder die dritte Gruppe ist, sondern die Tatsache ist wichtig, dass sie voneinander lernen und dabei wachsen und sich entwickeln. Es ist der Gedanke: \u201eIch gehe hin und studiere Dinge, die f\u00fcr mich sinnvoll sind und die mich interessieren\u201c.<a href=\"#_ftn85\" title=\"\">[85]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die angepasste oder vorbereitete und entspannte Umgebung muss so beschaffen sein, dass sie die Selbst\u00e4ndigkeit des Kindes f\u00f6rdert mit dem Ziel, dass das Kind durch seine eigene Aktivit\u00e4t den Aufbau (die zunehmende Organisation) seiner Pers\u00f6nlichkeit vollziehen kann. Das wiederum ist nur m\u00f6glich durch entsprechende Interaktion mit seiner Umgebung.<a href=\"#_ftn86\" title=\"\">[86]<\/a>\u00a0Die vorbereitete Umgebung muss dem kindlichen Entwicklungsstand entsprechend geschaffen werden und beschaffen sein und im Interessensangebot und in den dargebotenen Materialien den Sensibilit\u00e4ten der Kinder entsprechen.<\/p>\n<h4>Zum Entwicklungsmaterial<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Mit Hilfe des Entwicklungsmaterials ist es den Kindern m\u00f6glich, ihre intellektuellen, psychischen und motorischen F\u00e4higkeiten zu entwickeln. Innerhalb der sensiblen Perioden gelingt dies besonders gut. Kinder k\u00f6nnen mit diesen Materialien selbst\u00e4ndig arbeiten und lernen. Wir unterscheiden nach Maria\u00a0Montessori Materialgruppen zur F\u00f6rderung phasenspezifischer Sensibilit\u00e4ten, wie die Materialien zu den <em>\u00dcbungen des t\u00e4glichen Lebens und zur Sinnesschulung <\/em>sowie <em>didaktische Materialien f\u00fcr Mathematik<\/em>,<em> Sprache und kosmische Erziehung<\/em>. Die didaktischen Materialien bilden die wesentlich gr\u00f6\u00dfere Materialgruppe. Sie stehen in einem engen Zusammenhang zu den beiden Materialgruppen <em>\u00dcbungen des t\u00e4glichen Lebens und Sinnesschulung<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Bei allen Materialgruppen finden wir durchgehend<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Prinzip der Isolation der Schwierigkeiten,<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Merkmal der \u00c4sthetik und<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 das Merkmal der Selbstkontrolle.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Selbstkontrolle dient der Entwicklung wesentlicher Eigenschaften und F\u00e4higkeiten der Sch\u00fcler. Die Sch\u00fcler sollen ihre Arbeit selbstverantwortlich und ehrlich kontrollieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die vorbereitete Umgebung, in der diese Materialien den Kindern zur Verf\u00fcgung stehen, bildet einen Ordnungsrahmen f\u00fcr die Arbeit der Kinder. Sie w\u00e4hlen die Materialien selbst aus, k\u00f6nnen auch selbst\u00e4ndig und selbstt\u00e4tig mit diesen arbeiten oder erhalten von der Lehrerin eine Lektion, wie mit dem Material gearbeitet werden kann. Die vorbereitete Umgebung ist jene p\u00e4dagogische Struktur, die f\u00fcr jede Art des sogenannten offenen Unterrichtes unbedingt notwendig ist. Kinder bed\u00fcrfen eines klaren p\u00e4dagogischen Rahmens, der ihnen Orientierung bietet und der selbst\u00e4ndiges Arbeiten \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h4>Die Polarisation der Aufmerksamkeit<\/h4>\n<p class=\"Vorspann\">So wie es beim Zirkel notwendig ist, einen Punkt festzulegen, damit der Kreis genau wird, so ist beim Aufbau des Kindes die Aufmerksamkeit der wesentlichste Punkt.<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Maria Montessori<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Polarisation der Aufmerksamkeit ist das Schl\u00fcsselph\u00e4nomen, dessen Entdeckung Maria Montessori den Zugang zu einer wirksamen Unterst\u00fctzung kindlicher Entwicklung gewiesen hat. Sie nennt dieses Ph\u00e4nomen \u201e<em>einen wichtigen St\u00fctzpunkt, auf dem sich die kindliche Arbeit aufbaut\u201c<\/em>.<a href=\"#_ftn87\" title=\"\">[87]<\/a>\u00a0Das Ph\u00e4nomen der Polarisation der Aufmerksamkeit entdeckte Maria Montessori bei der Beobachtung eines dreij\u00e4hrigen Kindes, das sich mit den Einsatzzylindern besch\u00e4ftigte:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eZu Anfang beobachtete ich die Kleine, ohne sie zu st\u00f6ren, und begann zu z\u00e4hlen, wie oft sie die \u00dcbung wiederholte, aber dann als ich sah, dass sie sehr lange damit fortfuhr, nahm ich das St\u00fchlchen, auf dem sie sa\u00df, und stellte St\u00fchlchen und M\u00e4dchen auf den Tisch; die Kleine sammelte schnell ihr Steckspiel auf, stellte den Holzblock auf die Armlehnen des kleinen Sessels, legte sich die Zylinder in den Scho\u00df und fuhr mit ihrer Arbeit fort. Da forderte ich alle Kinder auf zu singen; sie sangen, aber das M\u00e4dchen fuhr unbeirrt fort, seine \u00dcbung zu wiederholen, auch nachdem das kurze Lied beendet war. Ich hatte 44 \u00dcbungen gez\u00e4hlt; und als es endlich aufh\u00f6rte, tat es dies unabh\u00e4ngig von den Anreizen der Umgebung, die es h\u00e4tten st\u00f6ren k\u00f6nnen; und das M\u00e4dchen schaute zufrieden um sich, als erwachte es aus einem erholsamen Schlaf.\u201c<a href=\"#_ftn88\" title=\"\">[88]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u00dcber die p\u00e4dagogische Bedeutung dieses Ph\u00e4nomens schrieb Maria Montessori: \u201eDies ist offenbar der Schl\u00fcssel der ganzen P\u00e4dagogik: diese kostbaren Augenblicke der Konzentration zu erkennen, um sie beim Unterricht in Lesen, Schreiben, Rechnen, sp\u00e4ter in Grammatik, Mathematik und Fremdsprachen auszun\u00fctzen. Alle Psychologen sind sich \u00fcbrigens darin einig, dass es nur eine Art des Lehrens gibt: tiefstes Interesse und damit lebhafte und andauernde Aufmerksamkeit bei den Sch\u00fclern zu erwecken.\u201c<a href=\"#_ftn89\" title=\"\">[89]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Bedingungen f\u00fcr die Erm\u00f6glichung dieses Ph\u00e4nomens der Konzentration sind den p\u00e4dagogischen Prinzipien der Montessori-P\u00e4dagogik immanent. Die grundlegende Bedingung ist die Beachtung sensibler Phasen. Lehrerinnen k\u00f6nnen nicht immer die sensiblen Phasen aller Kinder kennen. Darum m\u00fcssen sie es den Kindern \u00fcberlassen, welche Interessen und Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr sie im Vordergrund stehen und was sie aus der vorbereiteten Umgebung ausw\u00e4hlen und damit lernen wollen. Deshalb muss immer ein Angebot von angemessenen \u00dcbungen und Materialien bereitstehen. Die vorbereitete Umgebung muss deshalb auch so strukturiert sein, dass sie eine innere Leitfunktion f\u00fcr die selbst\u00e4ndige Entwicklung kindlicher Intellektualit\u00e4t und Personalit\u00e4t enth\u00e4lt. Die Leitfunktion der vorbereiteten Umgebung veranlasst die Lehrerin meist nur zu einem indirekten Eingreifen. Sie reagiert auf die kindlichen Bed\u00fcrfnisse. Als Leitgedanke des Handelns der Lehrerin gilt der Ausspruch des kleinen Kindes zu Maria Montessori: <em>\u201eHilf mir, es selbst zu tun!\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Mit dieser Entdeckung hatte Maria Montessori endg\u00fcltig einen Zugang zum kindlichen Selbstbildungsprozess gefunden. Die weitere Frage richtete sich auf die systematisch herstellbaren Bedingungen f\u00fcr das Auftreten bzw. Eintreten des Ph\u00e4nomens \u2013 die Frage nach der vorbereiteten Umgebung, die Frage nach dem Auftreten der sensiblen Perioden sind grundlegende Bedingungen f\u00fcr das Auftreten der Polarisation der Aufmerksamkeit. Weitere Konditionen sind in der <em>Freiheit der Initiative<\/em> und der <em>Freiheit der Wahl<\/em> zu sehen und zu finden. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Sch\u00fclern und Lehrern ist gepr\u00e4gt von einem unbedingten Vertrauen, dass Kinder wissen, was sie lernen wollen und dass Kinder erf\u00fcllt sind von einem weiteren Ph\u00e4nomen: dem <em>absorbierenden Geist<\/em>.<\/p>\n<h4>Der absorbierende Geist<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">\u201eWir Erwachsenen nehmen die Umwelt nur in unserem Ged\u00e4chtnis auf, w\u00e4hrend sich das Kind an die Umwelt anpasst. Diese Form des vitalen Ged\u00e4chtnisses, das sich nicht bewusst erinnert, sondern das Bild in das Leben des Individuums absorbiert, erhielt von Percy Nunn einen besonderen Namen: \u201eMneme\u201c&#8230; Im Kind besteht f\u00fcr alles, was es umgibt, eine absorbierende Sensitivit\u00e4t &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn90\" title=\"\">[90]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Mit dem Begriff des \u201eabsorbierenden Geistes\u201c bezeichnet Maria Montessori auch die umweltintegrierende Produktivit\u00e4t des Kindes. So schreibt sie in ihrem Alterswerk \u201eDas kreative Kind\u201c, das urspr\u00fcnglich 1848\/49 in Indien unter dem englischen Titel \u201eThe Absorbent Mind\u201c erschienen ist: \u201eWir sind Aufnehmende; wir f\u00fcllen uns mit Eindr\u00fccken und behalten sie in unserem Ged\u00e4chtnis, werden aber nie eins mit ihnen, so wie das Wasser vom Glas getrennt bleibt. Das Kind hingegen erf\u00e4hrt eine Ver\u00e4nderung: Die Eindr\u00fccke dringen nicht nur in seinen Geist ein, sondern formen ihn. Die Eindr\u00fccke inkarnieren sich in ihm. Das Kind schafft gleichsam sein \u201egeistiges Fleisch\u201c im Umgang mit den Dingen seiner Umgebung. Wir haben seine Geistesform absorbierenden Geist genannt. Es ist schwierig f\u00fcr uns, die F\u00e4higkeiten des kindlichen Geistes zu begreifen, aber es handelt sich zweifellos um eine privilegierte Geistesform.\u201c.<a href=\"#_ftn91\" title=\"\">[91]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">In \u201eDas kreative Kind\u201c stellt Maria\u00a0Montessori nochmals und deutlicher als in \u201eKinder sind anders\u201c heraus, dass die kindliche Natur unbewusst menschliche Geisteskraft hervorbringt: \u201eDas Kind verf\u00fcgt \u00fcber andere Kr\u00e4fte, und die Sch\u00f6pfung, die es vollbringt, ist keine Kleinigkeit: die Sch\u00f6pfung des Ganzen. Es schafft nicht nur Sprache sondern formt auch die Organe, die es ihm erm\u00f6glichen zu sprechen. Jede k\u00f6rperliche Bewegung, jedes Element unserer Intelligenz, alles, womit das menschliche Individuum ausgestattet ist, wird vom Kind geschaffen.\u201c<a href=\"#_ftn92\" title=\"\">[92]<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Deutlich veranschaulicht Maria Montessori mit dem Begriff des absorbierenden Geistes das sch\u00f6pferische Kr\u00e4ftepotential des Kindes. Kinder sind anders, und Kinder lernen auch anders als Erwachsene. Maria Montessori wie Jean Piaget verweisen hier deutlich auf die <em>Eigenbedeutung der Kindheit<\/em>, womit sie betonen, dass Kindheit nicht nur als Vorbereitung auf das Erwachsensein gesehen werden kann: Beide schreiben \u00fcbereinstimmend, dass die intellektuellen und moralischen Strukturen des Kindes von denen der Erwachsenen grunds\u00e4tzlich verschieden sind, dass aber das Kind dem Erwachsenen in seinen wichtigsten Funktionen sehr \u00e4hnlich ist. Wie er ist es ein aktives Wesen, und seine Aktivit\u00e4t unterliegt den Gesetzen des Interesses und innerer und \u00e4u\u00dferer Bed\u00fcrfnisse. Jean Piaget veranschaulicht diesen Sachverhalt mit dem bekannten Beispiel von der Kaulquappe und dem Frosch. Beide brauchen Sauerstoff, doch um ihn aufzunehmen, atmet die Kaulquappe mit einem anderen Organ als der Frosch.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Das Konzept der Selbstbildung des Menschen ist in der Konzeption Maria Montessoris von den soeben dargestellten Kriterien bestimmt. Gleichzeitig muss dem Kind f\u00fcr seine Entwicklung in einem Selbstbildungsprozess immer die entsprechende Freiheit einger\u00e4umt werden. Kinder k\u00f6nnen und werde nur dann die Verantwortung f\u00fcr sich und ihr Werden \u00fcbernehmen, wenn wir ihnen die Freiheit dazu geben.<\/p>\n<h4>Freiarbeit<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Eine sogenannte <em>Freiarbeit <\/em>ist nicht allein in der Montessori-P\u00e4dagogik<a href=\"#_ftn93\" title=\"\">[93]<\/a>\u00a0zu finden. Heute k\u00f6nnen wir festhalten, dass die Freiarbeit allgemein ein Erbe der Reformp\u00e4dagogik ist, deren Hauptanliegen eine P\u00e4dagogik \u201evom Kinde aus\u201c war. Aus der Kritik am bestehenden \u00f6ffentlichen Schulwesen entstanden zu Beginn dieses Jahrhunderts gleichzeitig mit der Montessori-P\u00e4dagogik Konzepte, die in bewusster Abgrenzung zum traditionellen Frontalunterricht eine neue, am Kind und seiner Entwicklungslage orientierte Lernwelt und Unterrichtsatmosph\u00e4re schaffen wollten. Herausragende Prinzipien dieser Konzepte waren die <em>freie Wahl der Arbeit<\/em> (des Lerngegenstandes), die <em>Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstt\u00e4tigkeit des Kindes<\/em> und die <em>Anbindung des Lernens an Erleben und Erfahrungen der Sch\u00fcler<\/em> innerhalb einer <em>didaktisch aufbereiteten Umgebung<\/em> \u2013 bei Maria Montessori \u201evorbereitete Umgebung\u201c.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Einer nach den Prinzipien der Montessori-P\u00e4dagogik gestalteten Freiarbeit liegt ein vornehmlich anthropologisch orientierter Freiheitsbegriff zugrunde. F\u00fcr Maria Montessori ist Freiheit ein wesentlicher Teil der geistig-sch\u00f6pferischen Grundverfassung des Menschen. Ebenso ist f\u00fcr sie Freiheit eine der unabdingbaren Bedingungen und gleichzeitig auch Ziel eines \u201eSich-Erringens\u201c im menschlichen Bildungsprozess.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u201eWenn man in der Erziehung von der Freiheit des Kindes spricht, vergisst man oft, dass Freiheit nicht mit Sich-\u00fcberlassen-Sein gleichbedeutend ist. Das Kind einfach freilassen, damit es tut, was es will, hei\u00dft nicht es frei machen. Die Freiheit ist immer eine gro\u00dfe, positive Errungenschaft; man kann sie nicht leicht erlangen. Man gewinnt sie nicht einfach dadurch, dass man Tyrannei beseitigt, Ketten zerbricht. Freiheit ist Aufbau; man muss sie aufrichten, sowohl in der Umwelt wie in sich selbst. Hierin besteht unsere eigentlich Aufgabe, die einzige Hilfe, die wir dem Kind reichen k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn94\" title=\"\">[94]<\/a><\/p>\n<h2>Martin Wagenscheins \u201eExemplarischer Unterricht\u201c<\/h2>\n<p class=\"Vorspann\">\u201eIch glaube, es ist sehr viel interessanter, etwas nicht zu wissen, als Antworten zu haben, die vielleicht falsch sind. Ich habe f\u00fcr manches ann\u00e4hernde Antworten, halte manches f\u00fcr m\u00f6glich und wei\u00df verschiedene Dinge mit unterschiedlicher Gewissheit. Aber es gibt nichts, dessen ich mir vollkommen sicher bin, und es gibt viele Dinge, \u00fcber die ich gar nichts wei\u00df &#8230; Es beunruhigt mich nicht, dass ich etwas nicht wei\u00df, dass ich verloren und ohne Plan in einem Universum lebe, denn so ist es ja wirklich, soweit ich sehe. Es macht mir keine Angst.\u201c<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">Richard Feynman<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sei auch beispielhaft darauf verwiesen, dass die in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden wiederkehrende Forderung nach einer Durchforstung der Lehrpl\u00e4ne ineffektiv bleiben wird, wenn es keine allgemein anerkannten didaktischen Richtlinien gibt, wie die Lehrplaninhalte neu zu ordnen sind. Die Formulierung eines Kerncurriculums und die Ordnung des schuleigenen Curriculums nach exemplarischen Gesichtspunkten ist ein vielversprechender L\u00f6sungsansatz in dieser sogenannten \u201eLehrplanmisere\u201c. Martin Wagenschein l\u00e4sst uns zu dieser Problematik eine konkrete Antwort finden. Wir werden aber zumindest \u00fcber folgende Fragen nachdenken m\u00fcssen:<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Was kann aus dem Grundkanon (Kerncurriculum) eines in der Schule zu unterrichtenden Stoffes \u201eherausgenommen\u201c werden und dem Charakter des Exemplarischen entsprechen?<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Wie muss dann das \u201eHerausgenommene\u201c beschaffen sein?<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Wie soll \u2013 dem didaktischen Ansatz entsprechend \u2013 das, was man herausnimmt, unterrichtet werden?<a href=\"#_ftn95\" title=\"\">[95]<\/a><\/p>\n<h3>Was ist ein Exemplum?<\/h3>\n<p>Das \u201eExemplum\u201c ersch\u00f6pft sich nicht in seinem Selbstwert als einzelnes; es weist aus sich heraus. Es muss eine Vielheit, eine Menge vorhanden sein, aus der etwas herausgenommen werden kann. Wenn etwas \u201eExemplum\u201c sein soll, dann muss es aus einer Vielheit, aus einer Menge \u201eherausgenommen\u201c worden sein, deren Teile untereinander im Verh\u00e4ltnis des Gleichartigen, \u00c4hnlichen, \u00dcbereinstimmenden oder Identischen stehen. Das, worauf ein \u201eExemplum\u201c sich gr\u00fcndet, n\u00e4mlich auf <em>Gleichheit<\/em>, \u00dc<em>bereinstimmung<\/em>, <em>\u00c4hnlichkeit <\/em>oder <em>Identit\u00e4t<\/em>, ist auch zugleich das Ziel, worauf es sich richtet. Folglich gilt damit auch, das \u201eUm-zu\u201c beim Exemplum zu verdeutlichen. Ein Schreibzeug ist ein Etwas, um zu schreiben, ein Werkzeug ist etwas, um zu werken, ein Hammer ist etwas, um zu h\u00e4mmern Ebenso ist das Exemplum etwas, um Gleichheit, \u00dcbereinstimmung, \u00c4hnlichkeit oder Identit\u00e4t aufzuweisen.<\/p>\n<p>Zwei didaktische Elemente kennzeichnen weiters das Prinzip des Exemplarischen Unterrichtes bzw. Lernens:<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Das Element des Sokratischen.<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Das Element des Genetischen.<\/p>\n<h4>Das sokratische Element im Exemplarischen Verfahren<\/h4>\n<p>Der griechische Philosoph Sokrates pr\u00e4gte im Altertum einen ganz bestimmten Stil des philosophischen Gespr\u00e4ches: das sokratische Fragen. Sokrates (bzw. Platon) vertrat die Ansicht, dass das Wissen in jedem Menschen schlummere und nur durch geeignetes Fragen geweckt werden k\u00f6nne. Man muss den Menschen also nicht mit Wissen \u201ebeliefern\u201c, sondern es nur durch die richtige Methode aus ihm \u201eherausholen\u201c. Dieses \u201eHerausholen des Wissens\u201c verglich Sokrates mit der Hebammenkunst und nannte diese Kunst \u201eMaieutik\u201c.<\/p>\n<p>Es ist dies sicher nicht der schulische Weg, um zu \u201eWissen\u201c zu gelangen, aber ein Hinweis, wie Ausgangspunkte zu finden sind, um Wissen in uns aufnehmen zu k\u00f6nnen:<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Das Staunen des Menschen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 das Erkennen eines Ph\u00e4nomens,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 die eigene Betroffenheit,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 etwas Lernen wollen,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 ein Thema, das so gestellt ist, dass sich den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern Fragen aufwerfen, nach deren L\u00f6sung es sie dr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Martin Wagenschein beschreibt das Ph\u00e4nomen, etwas wissen zu wollen, bzw. etwas studieren zu wollen, folgenderma\u00dfen: \u201eEs ergreift einen, und deshalb ergreift man es. Man kniet nieder und hebt es auf. Man hat es selbst gesucht und gefunden. Deshalb vergisst man es nicht mehr.\u201c <a href=\"#_ftn96\" title=\"\">[96]<\/a> \u201eJe tiefer man sich eindringlich und inst\u00e4ndig in die Kl\u00e4rung eines geeigneten Einzelproblems eines Faches versenkt, desto mehr gewinnt man von selbst das Ganze des Faches.\u201c<a href=\"#_ftn97\" title=\"\">[97]<\/a><\/p>\n<p>Innerhalb der exemplarischen Themen sollen die Sch\u00fcler also sokratisch suchend mehr oder weniger lange Strecken der Wissensgenese gehen, die die Forscher schon vor ihnen gegangen sind. Nur so werden, nach Martin Wagenschein, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bef\u00e4higt, sp\u00e4ter einmal \u00fcber die schon begangenen Wege hinauszuschreiten, nur wer Vorstellungen entwickeln durfte, kann einen Weg sinnvoll fortsetzen! Martin Wagenschein kritisiert am traditionellen Lehrplan vor allem, dass dort der Stoff jedes Faches einmal oder zweimal \u201edurchlaufen\u201c wird. Das Wort \u201edurchlaufen\u201c weist seiner Ansicht nach auf zweierlei hin:<\/p>\n<p>Wir gehen von der unsicheren Annahme aus, dass es f\u00fcr jeden Lehrstoff einen eindeutigen Anfang und ein eindeutiges Ende gibt. Martin Wagenschein macht mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass diese Annahme dazu verf\u00fchrt, den Stoff zu durcheilen, und er weist auf das Tempo hin, mit dem meist vorgegangen wird. Man beginnt in der Geschichte nun einmal mit der Urgeschichte und endet mit der Neuzeit. Im Mathematikunterricht wird auch nicht nach den Prinzipien unterrichtet, dass man vor allem beherrschen sollte, was allgemeing\u00fcltig und \u00fcbertragbar ist. Meist reiht sich Thema an Thema. Nach Martin Wagenschein wird bei diesen systematischen Lehrg\u00e4ngen die Systematik des Stoffes mit der Systematik des Denkens verwechselt<a href=\"#_ftn98\" title=\"\">[98]<\/a> und die Stoffe dem eher eindimensionalen und linearen Denken angeglichen. Alles sch\u00f6n der Reihe nach.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Tempo, mit dem in unseren Schulen vorgegangen wird, ist eine Folge des systematischen (eindimensionalen) Lehrganges. Lehrerinnen und Lehrer orientieren sich bei ihrer Zeiteinteilung eher am Lehrplan oder an einer vorliegenden Lehrstoffverteilung und nicht am Erkenntnisstand oder am Entwicklungsstand der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Die den Stoff durcheilenden Lehrerinnen und Lehrer sind also eine unausbleibliche Folge des systematischen Lehrganges.<\/p>\n<p align=\"left\">Der systematische Lehrgang verlangt also einerseits Vollst\u00e4ndigkeit: Er will die Systematik des jeweiligen Unterrichtsgegenstandes m\u00f6glichst von Anfang bis zum Ende durchlaufen haben. Anderseits geht diese Forderung stark auf Kosten der Intensit\u00e4t, mit der man sich den einzelnen Stufen widmen kann: Und wenn wir den ganzen Stoff, weil dieser einfach zu umfangreich geworden ist, nicht mehr durchlaufen k\u00f6nnen, lernen wir eben jeweils nur das \u201eWichtigste\u201c der einzelnen Teilgebiete des Unterrichtsgegenstandes. Oder eher das \u201eWichtigste des Wichtigsten\u201c. Oder gar nur das \u201eWichtigste des Wichtigsten des Wichtigsten\u201c ?<\/p>\n<p>Gerade darin sieht Martin Wagenschein eine gro\u00dfe Gefahr: \u201eEin solcher systematischer Lehrgang verf\u00fchrt zur Vollst\u00e4ndigkeit, (denn er will bereitstellen) damit zur Hast und zur Ungr\u00fcndlichkeit. So baut er einen imposanten Schotterhaufen. Gerade, indem er sich an die Systematik klammert, begr\u00e4bt er sie und verstopft den Durchblick.\u201c<a href=\"#_ftn99\" title=\"\">[99]<\/a><\/p>\n<h4>Das genetische Element im Exemplarischen Verfahren<\/h4>\n<p align=\"left\">W\u00e4re es nicht auch sehr interessant zu erfahren, woher die Geschichte all ihr Wissen \u00fcber das Altertum hat? W\u00e4re es nicht interessant zu erfahren, welche Entwicklung das Wissen durchlaufen hat, das sich unsere Kinder \u00fcblicherweise aneignen sollen? Es w\u00e4re nicht nur interessant, sondern w\u00fcrde viel zum Verst\u00e4ndnis beitragen. Wie k\u00f6nnte man z. B. doch der Physik n\u00e4herkommen, wenn man sich auf die Spur des Forschungsganges eines Gelehrten heftet.<\/p>\n<h4>Das Prinzip das Exemplarischen<\/h4>\n<p>Aus diesen oben genannten Gr\u00fcnden entwickelte Martin Wagenschein das <em>Prinzip des Exemplarischen Unterrichtes<\/em>, der, wie schon erw\u00e4hnt, \u201eherausnimmt\u201c. Wenn wir in fl\u00fcchtiger Ber\u00fchrung von Stoff zu Stoff eilen, doch so, dass in der Pr\u00fcfung \u201eabfragbares Wissen\u201c herauskommt, so entsteht ein Wissen, das dann in kurzer Zeit vergessen ist. Wenn wir an Stelle dieses fl\u00fcchtigen Vielerlei an einer Stelle bleiben und uns eingraben, so entsteht eine Art des Lernens, die wir alle kennen und unseren Kindern doch nicht g\u00f6nnen: <em>das Sich-in-eine-Sache-Versenken<\/em>.<\/p>\n<p>Hier verweilt man bei \u201eherausgenommenen\u201c Themen lange, behandelt sie gr\u00fcndlich. Es gibt dabei keine Richtung des Lehrganges, sondern jedes dieser tiefgehend behandelten Gebiete verweist auf das Ganze des jeweiligen Gegenstandes. \u201eDas einzelne, in das man sich versenkt, ist nicht Stufe, es ist Spiegel des Ganzen.\u201c<a href=\"#_ftn100\" title=\"\">[100]<\/a><\/p>\n<p>Die p\u00e4dagogische Bedeutung des Prinzips des Exemplarischen charakterisiert Martin Wagenschein in den folgenden Zitaten: \u201eWenn man die Themen, mit denen man sich gr\u00fcndlich besch\u00e4ftigt, richtig ausw\u00e4hlt, dann bleibt das, was man an ihnen lernt, nicht ein \u201eTeil\u201c, der zu anderen Teilen zu summieren w\u00e4re, sondern er wird stellvertretend und damit ausstrahlend aufs Ganze.\u201c<a href=\"#_ftn101\" title=\"\">[101]<\/a> \u201eVersucht man von hier aus eine erste Definition des exemplarischen Lehrens, so k\u00f6nnte man sagen: Es ist die Art der Gr\u00fcndlichkeit, die von einem einzelnen aufs Ganze geht \u2013 und zwar, indem es durch eindringliches Verweilen den ganzen Menschen anfordert und auch das ganze des Faches (ja unter Umst\u00e4nden der geistigen Welt) erhellt, insofern es als Beispiel repr\u00e4sentativ ist.\u201c<a href=\"#_ftn102\" title=\"\">[102]<\/a><\/p>\n<h4>Bedingungen<\/h4>\n<p>Nach Martin Wagenschein sollten wir an den Ph\u00e4nomenen, m\u00f6glichst nah am wirklichen Leben, lernen k\u00f6nnen. Wenn wir die Schule schon nicht in allen F\u00e4llen verlassen k\u00f6nnen, so m\u00fcssen wir uns immer wieder die Fragen nach der f\u00fcr die p\u00e4dagogischen Vorhaben geeigneten \u201evorbereiteten Umgebung\u201c stellen; Fragen, die Martin Wagenschein als Reformp\u00e4dagogen ausweisen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Sind die f\u00fcr die Entwicklung der F\u00e4higkeiten der Lernenden notwendigen Arbeitsmaterialien vorhanden?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Bin ich als Lehrende ein entsprechender Teil dieser \u201evorbereiteten Umgebung\u201c und in der Lage den Lernenden zu helfen, ihre F\u00e4higkeiten zu entwickeln?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Kann Lernen und Entwicklung auch in einem entspannten Feld stattfinden?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Ist ein f\u00fcr die Selbstbestimmung und Selbstt\u00e4tigkeit geeigneter Rahmen geschaffen worden (auch sozial)?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 \u00dcber welche F\u00e4higkeiten muss eine Lehrer, ein Lehrer verf\u00fcgen, um helfen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<h4>Vermittlung des Stoffes<\/h4>\n<p>Am Anfang steht die entdeckende und erforschende T\u00e4tigkeit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler selbst. Martin Wagenschein pl\u00e4diert unbedingt f\u00fcr die Einbeziehung von Personen in den Unterricht, die in den gefragten Bereichen mehr wissen als die Lehrerinnen und Lehrer. Die Hilfe der Lehrerinnen und der Lehrer ist entscheidend f\u00fcr das Finden des Allgemeing\u00fcltigen, des Beispielhaften und des \u00dcbertragbaren. Sie oder er hat daf\u00fcr zu sorgen, dass durch das Studium gleichsam \u201ePlattformen\u201c errichtet werden, von denen weiter ausgegangen werden kann zur Errichtung neuer Plattformen. Dazu nochmals Martin Wagenschein: \u201eDie Schule hat nicht mit dem Stoff \u201efertig\u201c zu werden, sondern sie hat die Kinder so zu lehren, dass sie mit dem Gelernten etwas \u201eanfangen\u201c k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn103\" title=\"\">[103]<\/a><\/p>\n<h4>Zusammenfassung \u2013 Kriterien des \u201eExemplarischen Verfahrens\u201c<\/h4>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Exempla sollen sich auszeichnen durch Bildhaftigkeit, Anschaulichkeit, Vorstellbarkeit, Eindeutigkeit, Gepr\u00e4gtheit und durch auffallende N\u00e4he zum Konkreten.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Exempla sind mehr als Nur-Singularit\u00e4t. Sie weisen \u00fcber sich hinaus; mit und an ihnen sollen Allgemeing\u00fcltigkeiten ausgesagt werden, die auch f\u00fcr andere Objekte zutreffen. Jede Nur-Einmaligkeit und Nur-Individualit\u00e4t kann nicht Exemplum sein.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Allen Beispielen liegt ganz augenscheinlich folgender Sachverhalt zugrunde: An einem Beispiel oder an mehreren Beispielen kann eine allgemeine, abstrakte Wahrheit aufgezeigt werden. Bei der Anwendung eines Exemplums ist ein Drei-Schritt zu vollziehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Schritt: Auswahl und Beschreibung des Exemplums;<\/li>\n<li>Schritt: Aufzeigen der allgemeinen, abstrakten Wahrheit;<\/li>\n<li>Schritt: Bew\u00e4ltigung neu auftretender F\u00e4lle aufgrund der gewonnenen, allgemeinen, abstrakten Erkenntnis.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Schwierigkeit der isolierenden Abstraktion ist um so gr\u00f6\u00dfer, je vielf\u00e4ltiger und komplexer der Gegenstand ist, der als Exemplum dient. Bei der Auswahl des Exemplums hilft uns die Frage nach dem Wesentlichen. Das Wesentliche ergibt sich aus der Fragestellung, aus dem Wozu des Exemplums.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wohl nirgends leuchtet der Grundsatz, vom Bekannten auszugehen, so ein wie bei dieser p\u00e4dagogischen Aufgabe.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Exemplarischer Unterricht ist mit einer Einteilung in 45-Minuten-Einheiten ganz und gar unvertr\u00e4glich. Er strebt nach Pers\u00f6nlichkeits- und Themenorientierung und nach Zeit zur Arbeit und zur Vertiefung.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Exemplarischer Unterricht strebt nicht nach Erleichterung, sondern nach dem Ergriffenwerden der Lernenden und der Lehrenden von einer Frage, einer Aufgabe, die die geistigen Kr\u00e4fte anruft, anfordert, gliedert und steigert &#8230;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Exemplarischer Unterricht w\u00fcrde dem vergleichbar sein, dass man an einigen g\u00fcnstigen Stellen des Lehrgangs Lichter errichtet, von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern errichten l\u00e4sst, Leuchtt\u00fcrme, so gew\u00e4hlt, dass sie den ganzen Weg erhellen.<a href=\"#_ftn104\" title=\"\">[104]<\/a><\/p>\n<p>Zum Abschluss nochmals Martin Wagenschein: \u201eWissen ist Macht\u201c, das ist kein Spruch mehr f\u00fcr den Menschen der Gegenwart, der soviel wei\u00df und doch nichts als seine Ohnmacht erfahren musste. Wir hoffen f\u00fcr unsere Sch\u00fcler, &#8230; dass sie im Gegenteil Macht \u00fcber Wissen erlangen.\u201c<a href=\"#_ftn105\" title=\"\">[105]<\/a><\/p>\n<h2>Zur Didaktik der Arithmetik als Beispiel einer entwicklungslogischen und sachlogischen Didaktik<\/h2>\n<p class=\"Vorspann\">Verlieren Sie vor allem nicht die Lust zu gehen: &#8230; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und ich kenne keinen, der so schwer w\u00e4re, dass man ihn nicht beim Gehen los w\u00fcrde &#8230; beim Stillsitzen aber und je mehr man stillsitzt, kommt einem das \u00dcbelbefinden nur umso n\u00e4her &#8230; Bleibt man so am Gehen, so geht es schon.<\/p>\n<p class=\"Vorspann\">S\u00f6ren Kierkegard, Brief an Jette (1874)<\/p>\n<p>Den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ihre Lust am Gehen, am Entdecken zu erhalten, ist eine vordringliche Aufgabe einer an einer Didaktik des aktiven, selbst bestimmten und selbstt\u00e4tigen Lernens orientierten Lehrerin. Sie wird mit den notwendigen Impulsen und mit nicht mehr als der notwendigen Unterst\u00fctzung den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern helfen ihren Weg zu finden.<\/p>\n<p>Die Lust am Gehen ist vergleichbar mit der Lust am Lernen, mit der Lust am Entdecken, mit der Lust an der Entdeckung und der (Selbst)Bildung der eigenen F\u00e4higkeiten. Wie oft haben wir schon festgestellt, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in vielen Schulen einfach stehen geblieben sind. Sie wirken orientierungslos und ohne Perspektive und auch ohne Freude und Lust am Lernen und an der eigenen Bildung. Diese vielen Kinder wurden meist geg\u00e4ngelt von Lehrerinnen und Lehrern, die den wichtigsten Selbstbildungsprozess jedes Heranwachsenden \u2013 das Suchen nach der eigenen Lebensperspektive und des individuellen Lebenssinnes auf der Grundlage der Bildung der ureigenen F\u00e4higkeiten des Kindes\u2013 permanent verhindern, indem sie vorgeben angeblich zu wissen, was ein Heranwachsender zu tun hat und auch verlangen, dass Kinder gerade das tun, was sie verlangen. Somit lernen Kinder (ihnen zu) folgen, aber niemals ihren eigenen Weg zu suchen und zu finden.<\/p>\n<p>Den n\u00e4chsten Schritt zum Verst\u00e4ndnis einer Didaktik des aktiven, selbstbestimmten und Lebenssinn gebenden Lernens und Lebens setzend, werden wir \u2013 im Bild des Gehens bleibend \u2013 lieber langsam <em>vorgehen<\/em> und noch einen Blick in schon vorhandene Anleitungen und \u201eWegebeschreibungen\u201c werfen. Mehr als 350 Jahre sind vergangen, seit J. Amos Comenius seine \u201eGro\u00dfe Didaktik\u201c geschrieben hat<a href=\"#_ftn106\" title=\"\">[106]<\/a> \u2013 sie ist heute noch genauso aktuell wie damals.<\/p>\n<p>Oft verwischt die vielf\u00e4ltige Verwendung des Terminus Didaktik seine eindeutige Bestimmtheit. Es mehren sich die Diskussionen, die beinahe jede p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahme adjektivisch als \u201edidaktische\u201c kennzeichnen. Ein Grund mehr, zu den Wurzeln zur\u00fcckzugehen, zu Johann Amos Comenius: \u201e<em>Didaktik bedeutet die Kunst des Lehrens<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn107\" title=\"\">[107]<\/a>. J. A. Comenius zum Wert, zu den Intentionen und der Notwendigkeit einer guten Didaktik: \u201eIn j\u00fcngster Zeit aber lie\u00df Gott das Morgenrot eines neuen Zeitalters heraufziehen und berief in Deutschland einige ausgezeichnete M\u00e4nner, welche, der Verwirrungen in den bisherigen Schulmethoden \u00fcberdr\u00fcssig, auf einen leichteren und k\u00fcrzeren Weg sannen, die Sprachen und K\u00fcnste zu lehren.\u201c<a href=\"#_ftn108\" title=\"\">[108]<\/a><\/p>\n<p>Wir gehen von dem Interesse aus, welche Bedeutung eine didaktische Theorie f\u00fcr die allt\u00e4gliche Arbeit als Lehrerin und als Lehrer haben kann und versuchen eine Konkretisierung in praktischen didaktischen Fragestellungen:<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kann ich mir von einer didaktischen Theorie erwarten, dass sie mir hilft, eine Antwort zu finden, was ich morgen, wie und warum unterrichten soll?<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bietet sie mir Begr\u00fcndungen f\u00fcr mein Tun und Handeln in meiner beruflichen Situation? Erhalte ich Orientierungshinweise, ein klares Konzept, wohin mein Weg f\u00fchrt?<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In welchem Zusammenhang steht eine didaktische Theorie mit meiner Lebensorientierung, mit meinem Menschenbild und meiner Auffassung meiner beruflichen Rolle?<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erhalte ich konkrete Hinweise f\u00fcr meine Unterrichtsplanung?<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Besteht ein Zusammenhang zwischen einer didaktischen Theorie und den anzuwendenden Methoden?<\/p>\n<h3>Didaktik ist (unter anderem)<\/h3>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Analyse und Planung unterrichtlicher Lehr- und Lernprozesse und deshalb kein unmittelbares Handeln, sondern eine Theorie. Didaktik ist aber immer auch<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Kritik an einer bestimmten Praxis, das hei\u00dft auf eine vorhandene und gewollte Praxis bezogen und deshalb nicht nur Theorie, sondern das Durchdenken und Verantworten von Praxis.<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Didaktik kann sich auch als Theorie der Erm\u00f6glichung, der Herstellung und F\u00f6rderung jenes Ausschnittes aus dem Person-Welt-Bezug verstehen, der in planm\u00e4\u00dfigem Lehren und Lernen fassbar ist.<\/p>\n<p>Nun gibt es <em>die<\/em> Didaktik ebenso wenig wie <em>die<\/em> Erziehungstheorie, <em>die<\/em> Lernpsychologie oder <em>die<\/em> Theorie der Friedenssicherung. Es gibt verschiedene Theorien und Modelle unterrichtlichen Lehrens und Lernens. Unterricht ist ein viel zu komplizierter Prozess, um ad\u00e4quat von <em>einer <\/em>Theorie erhellt werden zu k\u00f6nnen. F\u00fcr unsere eigene Vorgehensweise weist uns J. A. Comenius in eine \u201edidaktische\u201c Richtung: \u201eErstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtsweise aufzusp\u00fcren und zu erkunden, bei welcher die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Sch\u00fcler aber dennoch mehr lernen; und bei der in den Schulen weniger L\u00e4rm, \u00dcberdruss und unn\u00fctze M\u00fche zugunsten von mehr Freiheit, Vergn\u00fcgen und wahrhaftem Fortschritt herrscht.\u201c<a href=\"#_ftn109\" title=\"\">[109]<\/a><\/p>\n<p>In Konsequenz unseres didaktischen Anspruchs des aktiven, sinnfindenden Lernens legen wir dem p\u00e4dagogischen Handeln der Lehrerin die Theorie des exemplarischen Lehrens und Lernens nach Martin Wagenschein und die Grunds\u00e4tze des didaktischen Systems der Montessori-P\u00e4dagogik in Sinne des \u201eHilf mir, es selbst zu tun!\u201c zugrunde.<\/p>\n<p>Die didaktische Ordnung der Arithmetik, die wir hier als Beispiel einer entwicklungslogischen und sachlogischen Didaktik ausf\u00fchren, ist zu vergleichen mit einer Landkarte im Kopf der Lehrerin. Sie muss immer wissen, wo sich ein Sch\u00fclerin oder ein Sch\u00fcler eben befindet, wenn sie oder er seinen Weg sucht, ihre oder seine mathematischen F\u00e4higkeiten entdeckend. Sie muss ihr oder ihm die wichtigen Hinweise, die helfenden Impulse, die richtige Darbietung mit dem Entwicklungsmaterial geben k\u00f6nnen, wenn die Sch\u00fclerin oder der Sch\u00fcler einmal nicht mehr weiter gehen kann. Sie muss ihr oder ihm auch eine Richtung zeigen k\u00f6nnen, aber gleichzeitig die Verantwortung lassen, ihren oder seinen Weg zu finden.<\/p>\n<p>In Konsequenz der Anwendung einer didaktischen Ordnung nach den Grunds\u00e4tzen der Montessori-P\u00e4dagogik ist die folgende Darstellung des didaktischen Leitfadens der Arithmetik \u201edie Beschreibung der Entwicklung der fasziniert und sicher in die Welt der Zahlen eindringenden Intelligenz.\u201c<a href=\"#_ftn110\" title=\"\">[110]<\/a> Es ist dies ein wunderbares Zitat aus einem viel zu wenig bekannten Werk Maria Montessoris, der so genannten \u201ePsychoarithmetik\u201c.<a href=\"#_ftn111\" title=\"\">[111]<\/a> Maria Montessori beschreibt hier, wie der Titel des Werkes schon ausdr\u00fcckt, die Ordnung der Arithmetik f\u00fcr die Grundschule in einem sachlogischen Aufbau unter der Ber\u00fccksichtigung der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes, insbesondere seines mathematischen Geistes.<\/p>\n<p>Die Entdeckung und Bildung des mathematischen Geistes hat wie die (Aus)Bildung aller F\u00e4higkeiten des Individuums lebensbedeutenden Sinn, weil das, was man sich selbst erfinden muss, im Verstand die Bahn zur\u00fcckl\u00e4sst, die auch bei anderen Gelegenheiten gebraucht werden kann.<a href=\"#_ftn112\" title=\"\">[112]<\/a> In der Wunderwelt der Mathematik selbst forschen zu k\u00f6nnen, ist lustvoll, ist geistig befriedigend, ist ebenso eine Entdeckung eines Teiles des lernenden Individuums selbst. Das Studium der Mathematik wird dann sinnvoll und sinngebend, wenn ein Individuum seine mathematischen F\u00e4higkeiten und seinen mathematischen Geist als integralen Bestandteil seiner Pers\u00f6nlichkeit erleben kann. Die Arbeit mit dem Montessori-Entwicklungsmaterial im Sinne der Psychoarithmetik auch im Kontext mit dem didaktisch richtungsweisenden exemplarischen Lehren und Lernen Martin Wagenscheins erm\u00f6glichen diese pers\u00f6nlichkeitsorientierte Qualit\u00e4t des Lernens.<\/p>\n<p>Die Lehrerin und der Lehrer m\u00fcssen im Sinne des exemplarischen Unterrichtens und Lernens wissen, was \u201ewesentlich\u201c und \u201ebeispielhaft\u201c ist, wo die \u201ePlattform\u201c ist, wo sich das Verweilen, das Vertiefen lohnt. Sie oder er m\u00fcssen sich f\u00fcr ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Frage stellen, was das Mathematische an der Mathematik ist. Die Orientierung an der Psychoarithmetik ist hier hilfreich und bietet eine exemplarische didaktische Ordnung. In der didaktischen Ordnung Maria Montessoris werden der in die Welt der Zahlen eindringenden Intelligenz des Kindes drei exemplarische Themen geboten. Diese Themen sind Ausgangspunkte \u2013 Martin Wagenschein nennt sie \u201ePlattformen\u201c, von denen aus weitere Entdeckungen unternommen werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Eindringen in die Welt der Zahlen mit ihren Ausdr\u00fccken und Symbolen.<\/li>\n<li>Pr\u00e4sentation der dezimalen Organisation der Quantit\u00e4ten \u2013 das Verstehen des Zehnersystems.<\/li>\n<li>Betrachtung des Wertes der Ziffer entsprechend ihrer Position in der dezimalen Organisation und die Operationen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Materialien sind den Themen zugeordnet und innerhalb der Themen in einem Aufbau dargestellt, der sich an der Entwicklung des Kindes und am logischen mathematischen Aufbau orientiert, wobei die Groborientierung im<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Begreifen und Erlernen der Zahlen,<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Begreifen und Erlernen des Zahlensystems und<\/p>\n<p class=\"AufzhlungBullet\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Begreifen und Erlernen der Grundoperationen<\/p>\n<p>besteht.<\/p>\n<p>Der didaktische Leitfaden zur Arithmetik ist ein Plan f\u00fcr den Kopf der Lehrerin und des Lehrers, um dem Kind in der Entwicklung des mathematischen Geistes zu helfen. Er ist erst in zweiter Linie eine Ordnung f\u00fcr Kinder. Wenn die Lehrerin ihre didaktische Ordnung einhalten kann, k\u00f6nnen die Kinder in einem w\u00fcnschenswerten Ma\u00df selbst entdecken, experimentieren und forschen, um Wahrheiten immer wieder selbst erkunden zu k\u00f6nnen. Der folgende Aufbau der Arithmetik erm\u00f6glicht der Lehrerin, den \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung des <em>Kindes<\/em> zu bewahren. In dieser Ordnung kann dem Kind geholfen werden, \u201ees selbst zu tun\u201c. Folgt die Lehrerin keiner didaktischen Ordnung, wird sie dem Kind nur in unzureichender Weise helfen k\u00f6nnen. Wir beginnen den didaktischen Leitfaden der Arithmetik mit dem ersten Z\u00e4hlen.<\/p>\n<h3>Das Eindringen in die Welt der Zahlen<\/h3>\n<p class=\"Standard1\">F\u00fcr das Eindringen in die Welt der Zahlen mit ihren Ausdr\u00fccken und Symbolen bieten wir den Kindern die \u201eBlauroten oder numerischen Stangen\u201c, den \u201eSpindelkasten\u201c und die \u201eZiffern und Chips\u201c an. Zu den \u201eNumerischen Stangen\u201c geh\u00f6ren auch noch \u201eSandpapierziffern\u201c und ein \u201eK\u00e4stchen mit Ziffern von 1-10\u201c.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">In der gemeinsamen Arbeit werden die Kinder die Beziehungen zwischen den L\u00e4ngen der Stangen erleben, Ordnungen bilden und schlie\u00dflich auch eine Ordnung von der k\u00fcrzesten zur l\u00e4ngsten Stange herstellen. Diese Ordnung entspricht auch dem Aufbau der Ziffernfolge von 1-10. In einem weiteren Schritt werden die Kinder die notwendige Assoziation zwischen dem Zahlensymbol und der Quantit\u00e4t herstellen. Maria Montessori nennt die blau-roten Stangen ein Material der festen Einheiten. Die Menge ist nicht zerlegbar. Bei der Arbeit gehen wir von dem Begreifen der Menge aus und ordnen sp\u00e4ter dieser die Zahl zu.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Interessanterweise orientierten sich die Menschen an festen Mengen, als sie das Z\u00e4hlen erfanden. In dieser Anlehnung an die Phylogenese bietet Maria Montessori den Kindern zur Entdeckung des Z\u00e4hlens auch ein Material mit festen Einheiten an. Mit den numerischen Stangen, von denen es nicht mehr als zehn gibt, will man nicht etwas enth\u00fcllen oder grunds\u00e4tzlich Neues einf\u00fchren; sie sollen vielmehr dazu dienen, zuf\u00e4llig angeeignet und vage Vorstellungen zu ordnen und zu verdeutlichen. Es gen\u00fcgt, dem Kind eine einfache Einf\u00fchrung zu geben, um sein lebhaftes Interesse am Zahlensystem zu wecken. An jeder Stange kann die Summe der aufeinanderfolgenden Einheiten vom Stangenanfang bis zum Stangenende gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die gestuft angeordneten Stangen dienen nicht allein dem Z\u00e4hlen; sie verdeutlichen auch den Zusammenhang zwischen den durch Zahlen gekennzeichneten Quantit\u00e4ten sowie der gegenseitigen Stellung bez\u00fcglich der jeweiligen Quantit\u00e4t. Die Eins ist die erste Stange, die Zehn die letzte; die dritte liegt an dritter Stelle zwischen der Zwei und der Vier, usw. Das Interessante am System ist also nicht allein das Z\u00e4hlen, sondern auch die Beziehungen zwischen den Stangen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Das System der Stangen birgt noch weitere Prinzipien in sich: Es stellt den <em>Kern des Dezimalsystems<\/em> und gleichzeitig das <em>Metrische System<\/em> dar.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Aus diesem Grund erfolgt die Einf\u00fchrung von \u201e1\u201c bis \u201e10\u201c.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Zur Festigung dieses grundlegend wichtigen Bildes werden im n\u00e4chsten Schritt die Zahlensymbole eingef\u00fchrt und in einem n\u00e4chsten Schritt mit den entsprechenden Quantit\u00e4ten in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Zur Einf\u00fchrung der Zahlensymbole verwenden wir die Sandpapierziffern (1,2,3,4,5,6,7,8,9,0). Zur Verbindung der Zahlensymbole mit den entsprechenden Quantit\u00e4ten werden Ziffernk\u00e4rtchen von 1-10 verwendet.<\/p>\n<h4>Kombinationen und erste Vorbereitung auf Operationen<\/h4>\n<p>Es bieten sich in weiterer Folge Verschiebungs- und Vergleichs\u00fcbungen an. Es ist darauf zu achten, dass sich alle Kombinationen innerhalb des Zehnerbereiches bewegen. Es ist offensichtlich, dass bei jedem Zusammensetzen verschiedener Stangen eine Addition, bei jeder Zerlegung eine Subtraktion vollzogen wird.<\/p>\n<p>Die Methode der Arbeit mit den Stangen kann Erwachsene ebenso faszinieren wie ein Kind. So k\u00f6nnte er beispielsweise die Beobachtung machen, dass die Anzahl der m\u00f6glichen Erg\u00e4nzungen f\u00fcnf (6+4; 7+3; 8+2; 9+1; 10+0) betr\u00e4gt, d. h. also die H\u00e4lfte von Zehn, und dass eine Stange \u00fcbrig bleibt, die F\u00fcnfer-Stange. Ordnet man die Stangen in besagter Weise an, dann wird klar, dass die Summe aller dargestellten Einheiten 5 x 10 + 5 = 55 betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass wir ein Verfahren gefunden haben, das es auf einzigartige Weise erleichtert, die Summe aller in einem bestimmten System enthaltenen Einheiten zu berechnen. Dazu brauchen wir lediglich die gr\u00f6\u00dfte Zahl mit ihrer H\u00e4lfte zu multiplizieren und dann eben diese H\u00e4lfte zu addieren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bei der Arbeit mit den \u201eSpindeln und den Spindelk\u00e4sten\u201c erfahren die Kinder eine Best\u00e4tigung des mit den Numerischen Stangen Gelernten und in der Folge wird die Aufmerksamkeit des Kindes auf die Ziffer an und f\u00fcr sich gelenkt. Im Gegensatz zu den \u201eNumerischen Stangen\u201c handelt es sich bei diesem Material um ein Material der losen Einheiten. Maria Montessori subsumiert die \u201eSpindeln\u201c und die folgenden \u201eZiffern und Chips\u201c unter das Material der losen Einheiten. Hier werden die Mengen aus einzelnen Einheiten gebildet und h\u00e4ngen nicht mehr untrennbar zusammen. Auch dies entspricht einem phylogenetischen Gesichtspunkt, wie ich in der Geschichte der Erfindung des Z\u00e4hlens und der Zahlen noch ausf\u00fchren werde.<\/p>\n<p>Bei diesem Material wird die Menge der Zahl zugeordnet. Gefragt ist die einer Ziffer entsprechende Quantit\u00e4t. Die 10 ist in diesem Material nicht mehr existent. Begr\u00fcndung: Nach dem Gesetz des Zehnersystems sind pro Stellenwert h\u00f6chstens 9 Einheiten zul\u00e4ssig \u2013 daher: 0-9. Die Arbeit mit dem Spindelkasten verdeutlich jenes Gesetz unseres Zehnersystems, das pro Stellenwert h\u00f6chstens <em>neun<\/em> Einheiten zul\u00e4sst. Dieses Charakteristikum unseres Zahlensystems werden wir noch intensiv bei der Einf\u00fchrung in das Denken in das Zehnersystem verdeutlichen.<\/p>\n<p>Wurde bei der Arbeit mit den \u201eNumerischen Stangen\u201c schon auf das Denken in einem Zehnersystem und im metrischen System hingewiesen, so finden wir in diesem Material eine weitere Besonderheit: Mit diesem Material kann auch die \u201eleere Menge\u201c (0) eingef\u00fchrt werden. Zur Illustration und zum besseren Verst\u00e4ndnis Maria Montessori und ihre Lektion \u00fcber die Null:<\/p>\n<p>\u201eWir warten, bis das Kind auf das Fach mit der Null zeigt und uns fragt: \u201aUnd hier, was geh\u00f6rt dahin?\u2019, um zu antworten: \u201eNichts, null ist nichts.\u201c<\/p>\n<p>Doch das gen\u00fcgt nicht. Man muss es wahrnehmen lassen, was nichts bedeutet. Hierf\u00fcr haben wir \u00dcbungen, die den Kindern sehr viel Spa\u00df machen. Sie sitzen auf ihren Sesselchen und ich trete in ihre Mitte, wende mich dann an eines der Kinder, das die Zahlen\u00fcbung bereits gemacht hat, und sage zu ihm: \u201aKomm, mein Lieber, komm null Mal zu mir!\u2019 Das Kind l\u00e4uft fast immer zu mir und kehrt dann auf seinen Platz zur\u00fcck. \u201aAber mein Kleiner, du bist einmal gekommen und ich hatte dir doch null Mal gesagt.\u201c Da f\u00e4ngt das Staunen an. \u201aJa aber, was h\u00e4tte ich denn tun sollen?\u2019 \u201aNichts, null ist nichts.\u2019 \u201aAber, wie kann man denn nichts tun?\u2019 \u201aMan tut es nicht!\u2019 &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Bei dem Material \u201eZiffern und Chips\u201c, ebenso ein Material der losen Einheiten, wird sowohl die Menge der Zahl als auch die Zahl der Menge zugeordnet. Gefragt ist die richtige Reihenfolge und die Zuordnung der entsprechenden Quantit\u00e4t. Die Kinder \u00fcben nochmals die richtige Reihenfolge der Ziffern und die Zuordnungen von Menge und entsprechender Zahl. Die Erweiterung besteht bei diesem Material im Erleben von geraden und ungeraden Zahlen und im ersten Legen einer Zweierreihe.<\/p>\n<p>Martin Wagenschein verweist in seiner Diskussion des exemplarischen Lehrens und Lernens auf den genetischen Aspekt des Exemplums und die Wichtigkeit dieses Aspektes: Es soll dem Lernenden m\u00f6glich sein, die Entstehungsgeschichte, die Ideengeschichte, dessen, was er eben lernt nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Gerade dieser Nachvollzug soll es der Sch\u00fclerin, dem Sch\u00fcler erm\u00f6glichen, seine eigene Vorstellung, sein eigenes Bewusstsein von dem zu Lernenden aufzubauen. Martin Wagenschein trifft sich hier mit Maria Montessoris kosmischer Erziehung und ihrer Idee, den Kindern eine imaginative Sicht zu geben und die Imaginationsf\u00e4higkeit des Kindes zu st\u00e4rken. Hier die Grundlagen und Ideen f\u00fcr eine f\u00fcr die Entwicklung der Kinder \u00e4u\u00dferst wichtige Geschichte.<\/p>\n<h3>Die Geschichte der Zahlen und des Z\u00e4hlens<\/h3>\n<p class=\"Standard1\">Die Erfindung des Z\u00e4hlens und der Zahlen st\u00fcrzte die Menschheit in eines ihrer gr\u00f6\u00dften geistigen Abenteuer. Es dauert bis heute an.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Geschichte des Z\u00e4hlens ist eng verbunden mit der Geschichte der Sprache und der Geschichte der Schrift.<a href=\"#_ftn113\" title=\"\">[113]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Geschichte des Z\u00e4hlens und der Zahlen ist ein ganz bedeutendes und spannendes Kapitel der Menschheitsgeschichte \u00fcberhaupt. Z\u00e4hlen ist eine der gro\u00dfen Sch\u00f6pfungen der Menschheit.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Jahrtausende hat die Menschheit f\u00fcr diese sch\u00f6pferische Entwicklung gebraucht. Diese phylogenetische Entwicklung<a href=\"#_ftn114\" title=\"\">[114]<\/a>\u00a0wiederholt jedes Kind in den Entwicklungsstadien seiner Ontogenese, in seinem Werden, in seiner individuellen Entwicklung.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wir erz\u00e4hlen den Kindern eine individuell zusammengestellte Geschichte. Wir erz\u00e4hlen Kindern die Geschichte der Erfindung des Z\u00e4hlens und der Zahlen, damit diese ein Bewusstsein entwickeln k\u00f6nnen von der Entwicklung der Menschheit und ihrer eigenen Entwicklung, von ihrem Werden und Gewordensein. Wir erz\u00e4hlen ihnen eine Geschichte, wie Menschen ihre (\u00e4u\u00dfere) Welt geordnet haben, indem sie eine innere Ordnung (geistig) gefunden haben. Denken ist Ordnen des Tuns.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">In diesem Sinn m\u00fcssen wir Kindern die Gelegenheit geben, dass sie in ihrer individuellen Vorstellungskraft diese Entwicklung der Menschheit in ihnen selbst und auch ihre eigene Entwicklung vollziehen k\u00f6nnen, indem wir ihr imagin\u00e4res Denken anregen und f\u00f6rdern. Maria Montessori zur imaginativen Sicht der Dinge: \u201e &#8230;, ist die imaginative Sicht von der blo\u00dfen Wahrnehmung eines Gegenstandes g\u00e4nzlich verschieden, denn sie hat keine Grenzen. Die Imagination kann nicht nur unendliche R\u00e4ume durchmessen, sondern auch unendliche Zeitspannen; wir k\u00f6nnen die Epochen nach r\u00fcckw\u00e4rts verfolgen und eine Vision der Erde haben, wie se damals war, mitsamt den Gesch\u00f6pfen, die sie damals bewohnten. Um zu erfahren, ob ein Kind etwas verstanden hat oder nicht, sollten wir zu ermitteln versuchen, ob es sich eine geistige Vorstellung davon bilden kann, ob es \u00fcber die Ebene des blo\u00dfen Verstehens hinausgehen kann &#8230; Das Geheimnis eines guten Unterrichts ist es, die Intelligenz des Kindes als fruchtbares Feld anzusehen, auf dem Saat ausgestreut werden kann, um in der W\u00e4rme der feurigen Imagination zu keimen. Deshalb ist es nicht nur unser Ziel, das Kind etwas verstehen zu lassen und, weniger noch, es zu zwingen, etwas im Ged\u00e4chtnis zu behalten, sondern seine Imagination so zu ber\u00fchren, dass sein innerster Kern begeistert wird.\u201c<a href=\"#_ftn115\" title=\"\">[115]<\/a><\/p>\n<h4>Wie das Z\u00e4hlen und wie die Zahlen entstanden sein k\u00f6nnten<\/h4>\n<p>Jede Lehrerin muss ihre eigene Geschichte erz\u00e4hlen. Es ist ihre Geschichte und hat eine wahre Geschichte zu sein. Wir beginnen die Geschichte des Z\u00e4hlens und der Zahlen mit einer Vorstellung:<\/p>\n<p>Es gibt die Welt und alle Dinge in ihr, aber niemand hat sie je gez\u00e4hlt! Warum und wozu auch? (Es gibt auch heute noch Menschen mit einem hohen geistigen Niveau, die nicht in unserem Sinn z\u00e4hlen k\u00f6nnen, aber zu uns unvorstellbaren geistigen Leistungen imstande sind. Ich verweise hier auf die australischen Aborigines. Sie z\u00e4hlen eins, zwei, viele &#8230;<a href=\"#_ftn116\" title=\"\">[116]<\/a>). Es musste wohl einen oder mehrere bedeutende Anl\u00e4sse in der Geschichte der Menschheit gegeben haben, die die Menschen zur Erfindung des Z\u00e4hlens veranlasst haben:<\/p>\n<p>Manche Forscher meinen, dass der noch als Nomade lebende Mensch, in lebenswichtiger Abh\u00e4ngigkeit von seinen Tieren lebend, wissen wollte, ob er noch alle Tiere hatte &#8230; Er konnte aber nicht z\u00e4hlen &#8230; er begann zuzuordnen und Verbindungen herzustellen.<\/p>\n<p>Aus dem Ende der Altsteinzeit, vor 10 000 Jahren, stammen Tierknochen mit eingeritzten Kerben, die als primitive Z\u00e4hlinstrumente dienten. Die Kerben<a href=\"#_ftn117\" title=\"\">[117]<\/a> entsprachen noch dem einfachsten denkbaren Zeichensystem \u2013 die Finger hoch strecken und f\u00fcr jede Zahl ein Zeichen setzen &#8230; : I, II, III , eine Z\u00e4hlweise, die unseren Kindern heute noch vertraut ist.<a href=\"#_ftn118\" title=\"\">[118]<\/a> Doch dazu mussten das Z\u00e4hlen und die Zahlen wohl schon abstrakt erfunden sein. Also gibt es noch eine Vorstufe: Der Vergleich einer Konstanten mit einer Variablen. Der Hirte konnte vergleichen, ob die Anzahl der Tiere der Anzahl der Kerben, oder der Finger oder der gelegten St\u00f6ckchen entsprach. Wie viele es waren konnte er aber mit Sicherheit nicht benennen. Der Vergleich oder das \u201e<em>Z\u00e4hlen<\/em>\u201c mit den Fingern hatte leider einen entscheidenden Nachteil: mehr als 10 (oder 20 mit Beiziehen der Zehen) konnten nicht verglichen oder gez\u00e4hlt werden. Andere K\u00f6rperteile dienten in der Folge ebenso zum Vergleich oder zum Z\u00e4hlen. Kinder sagen auch einfach: \u201eSo viele!\u201c und vergleichen mit den Fingern. Zuordnungen und Vergleiche zu K\u00f6rperteilen, wie z.B. zu den Fingern und den Zehen waren naheliegend. Beispiele k\u00f6rperbezogenen \u201eZ\u00e4hlverhaltens\u201c finden gibt es aber nicht nur vergleichend mit Fingern und Zehen.<\/p>\n<p>Wenn ich nun nach diesem System des Herstellens von Zuordnungen und Verbindungen eine gr\u00f6\u00dfere Menge von Dingen erfassen m\u00f6chte, kann es sein, dass ich mit den Zuordnungs- und Vergleichsm\u00f6glichkeiten nicht mehr das Auslangen finde. Neue L\u00f6sungen des auftretenden Problems mussten erfunden werden:<\/p>\n<p>Zusammenfassungen, wie z.B. B\u00fcndelungen von Steinen oder St\u00e4bchen zu Gruppen erleichterten die Ordnung. Die Erfindung eines Helfersystems ist ein weiterer kreativer Schritt zur Probleml\u00f6sung: Ein Finger meines Partner steht beispielsweise f\u00fcr meine 10 Finger, kann als wichtiger Entwicklungsschritt von den Zusammenfassungen zu einem System nachvollzogen werden.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung verschiedener voneinander unabh\u00e4ngiger Kulturen brachte verschiedene Schritte in der Entwicklung des Z\u00e4hlens und der Zahlen mit sich.<\/p>\n<p>Wer das <em>Z\u00e4hlen<\/em> erfunden hat, wissen wir mit endg\u00fcltiger Sicherheit nicht. Wir wissen aber, dass bei den fr\u00fchen Hochkulturen der <em>Sumerer <\/em>und der <em>\u00c4gypter<\/em> Z\u00e4hlsysteme mit wenigen Keilschriftzeichen oder Hieroglyphen auftauchten.<\/p>\n<h4>Die Sumerer<\/h4>\n<p>Durch die Einf\u00fchrung eines Verwaltungssystems und die Notwendigkeit einer Steuern- und Abgabenerfassung entwickelten die Sumerer ein System der Aufzeichnung der Steuern und Abgaben.<\/p>\n<p>Die Leiter der Verwaltung von Susa verf\u00fcgten \u00fcber ein ziemlich ausgearbeitetes System der Buchf\u00fchrung, wobei eine gegebene Zahl, die z.B. der Abschlusssumme bei einem Handelsgesch\u00e4ft entspricht, durch eine bestimmte Anzahl von <em>Calculi<\/em> \u2013 Gegenst\u00e4nde aus ungebranntem Ton unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und Form \u2013 dargestellt wird; die <em>Calculi<\/em> stehen f\u00fcr die Einheiten eines Zahlensystems. Sie werden daraufhin in eine hohle, aus Lehm geknetete <em>Bulle<\/em> von der Form einer Kugel oder eines Eies eingeschlossen, die versiegelt wird, um die Echtheit und Unverletzlichkeit zu garantieren.<\/p>\n<p>Die Bulle wird in den Archiven aufbewahrt und zur \u00dcberpr\u00fcfung oder bei Streitf\u00e4llen zwischen den Parteien zerschlagen, um die Calculi nachz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieses System der Buchf\u00fchrung bringt den Nachteil mit sich, dass bei jeder \u00dcberpr\u00fcfung des festgehaltenen Gesch\u00e4ftes die Bulle zerst\u00f6rt werden muss. Zur \u00dcberwindung dieser Schwierigkeit wandten die Buchhalter von Susa ein Verfahren an, das dem Gebrauch der Kerbh\u00f6lzer entspricht. Auf der Au\u00dfenseite der Bulle wurde die Anzahl und die Form der eingeschlossenen Calculi festgehalten \u2013 mit verschiedenen Zeichen eingekerbt. Es handelt sich sozusagen um ein Inhaltsverzeichnis.<\/p>\n<p>Mit der Zeit wurde aber auf diese doppelte Buchf\u00fchrung verzichtet. Die Bullen wurden durch roh abgerundete oder l\u00e4ngliche Lehmbrocken ersetzt, die auf der Vorderseite dieselben Informationen enthalten, die fr\u00fcher auf der Bulle vermerkt worden waren. Die Tont\u00e4felchen werden mit der Zeit immer gleichm\u00e4\u00dfiger, die Zahlzeichen nahmen immer regelm\u00e4\u00dfigere Formen an. Weil es auch leere Bullen geben konnte, mussten die Babylonier auch ein besonderes Zeichen erfinden, eines f\u00fcr nichts, eines f\u00fcr null.<\/p>\n<h5>Stellenwerte<\/h5>\n<p>Unter allen alten Systemen stach das sumerische bereits um 1800\u00a0v.Chr. durch eine Neuerung heraus: Die Ziffernsymbole wurden nach ihrem Stellenwert nebeneinander gesetzt. Das Additive Prinzip der \u00c4gypter und der R\u00f6mer stellte hier wieder einen R\u00fcckschritt dar.<\/p>\n<p>In unserem Zehnersystem bedeutet dies:<\/p>\n<p>Die \u201e1\u201c hat nur den Wert eins, wenn sie rechts au\u00dfen steht. Mit jeder Stelle, die sie nach links r\u00fcckt, verzehnfacht sich ihr Wert wie in 10, 100 oder 1000 \u2013 \u00fcbrigens ein Relikt der im Osten \u00fcblichen Schreibweise von rechts nach links.<\/p>\n<p>Dieses Positionssystem erforderte jedoch ein neues Zeichen, das nur die Stelle markierte, aber ansonsten \u201enichts\u201c darstellte \u2013 die\u00a0Null.<\/p>\n<p>Somit k\u00f6nnen die Sumerer als die Erfinder<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der ersten Zifferndarstellung,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der ersten Systems der Stellenwerte und<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der Null gelten.<\/p>\n<p>Es wird aber noch lange dauern, bis sich diese Erfindungen endg\u00fcltig durchsetzen werden.<\/p>\n<h4>Die \u00c4gypter<\/h4>\n<p>Mit ihren seit Ende des vierten Jahrtausends v. Chr. verwandten Ziffern, die Bestandteil der Hieroglyphenschrift waren, konnten die \u00c4gypter ganze Zahlen bis zu einer Million oder mehr darstellen. Es handelte sich um eine Zahlschrift auf dezimaler Basis, der das additive Prinzip zugrunde lag.<\/p>\n<p>Die <em>\u00c4gypter<\/em> addierten Zahlen nach einem simplen Verfahren: nebeneinanderstehende Zeichen wurden einfach zusammengez\u00e4hlt. Dieses Ziffernsystem war ein Abbild des Z\u00e4hlens mit Gegenst\u00e4nden wie Kieseln, St\u00e4bchen oder anderen. Um eine bestimmte Zahl mit Hilfe von Hieroglyphen wiederzugeben, mussten die den einzelnen Einheiten zugeordneten Ziffern ihrer Anzahl entsprechend wiederholt werden.<\/p>\n<p>Die Hypothese von der Beeinflussung des \u00e4gyptischen Zahlensystems durch das sumerische ist letztlich nicht erwiesen. Die Notwendigkeit der Entwicklung eines Zahlensystems ergibt sich jedoch sehr stichh\u00e4ltig aus der Geschichte: Landvermessungen, Astronomie, Verwaltung und dgl.<\/p>\n<p>Der Zahlenbedarf der Sumerer wie auch der \u00c4gypter war praxisorientiert: Sie mussten stets aufs Neue Land vermessen, Vorr\u00e4te anlegen und Steuern eintreiben. Sie beobachteten den Lauf der Gestirne und legten einen 365-Tage-Kalender an.<\/p>\n<p>Bereits die \u00c4gypter orientierten sich an der 10 als Z\u00e4hleinheit: ein fr\u00fches Beispiel eines dekadischen Systems. Sie benutzten Zahlenzeichen mit 7 Hieroglyphen!<\/p>\n<h4>Die R\u00f6mer<\/h4>\n<p>Die r\u00f6mischen Ziffern sind mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Einritzungen der Kerbh\u00f6lzer abgeleitet. Das r\u00f6mische Zahlensystem bringt keine qualitative Erneuerung, bis auf einige Zeichen, mit denen Zifferngruppen zur Vereinfachung der Schreibweise dargestellt wurden. Auch das r\u00f6mische System ist ein additives System.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"50\">\n<p>I 1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"57\">\n<p>II 2<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"49\">\n<p>III 3<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"59\">\n<p>IV 4<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>V 5<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"46\">\n<p>VI 6<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"56\">\n<p>VII 7<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">\n<p>VIII 8<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"60\">\n<p>IX 9<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"30\">\n<p>X 10<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"50\">\n<p>XI 11<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"57\">\n<p>XIV 14<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"49\">\n<p>XV 15<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"59\">\n<p>XIX 19<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>XX 20<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"46\">\n<p>XL 40<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"56\">\n<p>L 50<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">\n<p>LX 60<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"60\">\n<p>LXX 70<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"30\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"50\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"57\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"49\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"59\">\n<p>C 100<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"54\">\n<p>CC 200<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"46\">\n<p>D 500<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"56\">\n<p>M 1000<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"60\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"30\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Das Rechnen mit Schn\u00fcren<\/h4>\n<p>Die <em>Inkas<\/em> rechneten mit Schn\u00fcren \u2013 den sogenannten Quipus. Eine Zahlenschrift ist nicht \u00fcberliefert.<\/p>\n<p>In jeder Stadt, jedem Dorf und jedem Distrikt des Inkareiches hatten k\u00f6nigliche Beamte die Aufgabe, <em>Quipus<\/em><a href=\"#_ftn119\" title=\"\">[119]<\/a> herzustellen und zu deuten, anderseits die Regierung \u00fcber wichtige Angelegenheiten zu informieren. Allj\u00e4hrlich registrierten sie die in einer Region abgelieferten Produkte und z\u00e4hlten die Angeh\u00f6rigen der verschiedenen Schichten der Bev\u00f6lkerung. Die Resultate \u00fcbertrugen sie auf Knotenschn\u00fcre und gaben diese Register schlie\u00dflich weiter in die Hauptstadt.<a href=\"#_ftn120\" title=\"\">[120]<\/a><\/p>\n<h3>Woher kommt die Schreibweise unserer Zahlen?<\/h3>\n<p class=\"Standard1\">Die Entwicklung der bei uns gebr\u00e4uchlichen Zahlen und des Zahlensystems, in dem wir denken, begann neu: Es dauerte bis zum 6. nachchristlichen Jahrhundert, bis die 0 von den Hindu-Kultur Indiens wiederentdeckt wurde. Zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter hatten die Sanskrit sprechenden indischen V\u00f6lker unser heutiges dezimales Positionssystem einschlie\u00dflich der Null entwickelt.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Araber, urspr\u00fcnglich ohne Zahlensystem, \u00fcbernahmen nun eine einzigartige Vermittlerrolle. Sie brachten die indischen Ideen ins eroberte Spanien. Von dort wurden die \u201earabischen\u201c Ziffern auch den lateinischen Gelehrten bekannt und fanden damit in Europa immer mehr Verbreitung. Das System der Stellenwerte wird aus diesem Grund wie die arabische Schrift von rechts nach links gelesen.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Hinhaltenden Widerstand l\u00f6ste aber weiterhin die Null aus: \u201eWie kann etwas, das selbst nichts ist, zu anderem hinzugef\u00fcgt, dessen Wert verzehnfachen?\u201c Man \u00fcbersah den Unterschied zwischen Zeichen und Bezeichnetem, zwischen isoliertem Wert und Stellenwert.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Es dauerte aber bis ins 16. Jhdt., bis es dem Bergwerksbuchhalter <em>Adam Riese<\/em> aus Staffelstein\/Main gelang, das indisch-arabische Zahlsystem in einem Mathematikbuch so darzustellen, dass es sich auch im Volk durchzusetzen begann.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Adam Riese verdanken wir die Durchsetzung des Systems der Stellenwerte und der Null durch sein Werk:<em> \u201eRechnung auf der liniken und federn auff allerley handtierung\u201c.<\/em><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Vorteile wurden langsam einsichtig:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Das System der Stellenwerte ben\u00f6tigt weniger Zeichen. Man kommt mit neun Grundzeichen und der Null aus, und es ist m\u00f6glich, Zahlen beliebiger Gr\u00f6\u00dfe darzustellen. Dieses Zahlensystem ist unendlich. Au\u00dferdem erm\u00f6glicht es das praktische Rechnen auf Papier.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Aber es fehlten die Namen f\u00fcr gro\u00dfe Zahlen \u2013 erst 1870 wird der Begriff der Milliarde eingef\u00fchrt.<\/p>\n<h4>Aktivit\u00e4t<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Erfinden Sie eine (ihre) Geschichte der Zahlen und des Z\u00e4hlens!<\/p>\n<h3>Pr\u00e4sentation der dezimalen Organisation der Quantit\u00e4ten \u2013 das Verstehen des Zehnersystems<\/h3>\n<h4>Das Verstehen des Systems \u2013 ein notwendiger Lernschritt<\/h4>\n<p>Das Dezimalsystem ist die Grundlage f\u00fcr das Ordnen der Zahlen. Das Rechnen ist nichts anderes als die weitgehende Abk\u00fcrzung des Z\u00e4hlvorganges. Die ersten Grundsteine des Dezimalsystems wurden bereits bei der Arbeit mit den numerischen Stangen gelegt: Mit dem Z\u00e4hlen der Quantit\u00e4ten innerhalb des ersten Zehners und mit der Feststellung, dass diese durch neun Zeichen und die Null dargestellt werden. \u201eDer Schl\u00fcssel des Dezimalsystems liegt im letzten \u00dcbergang, von der Neun zur Zehn. Sobald n\u00e4mlich die Anzahl von neun Einheiten \u00fcberschritten wird, gibt es zur Darstellung der neuen Gruppe keine Ziffern mehr, und man muss wieder von vorne anfangen, indem man die Ziffer Eins verwendet.\u201c<a href=\"#_ftn121\" title=\"\">[121]<\/a> Es ist die Position der Ziffer, welche die verschiedenen dazugeh\u00f6renden Werte angibt. Was hingegen den <em>absoluten<\/em> Wert betrifft, so ist dieser an jeder der drei angegebenen Positionen der gleiche.<a href=\"#_ftn122\" title=\"\">[122]<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>H\u00a0 Z\u00a0 E<a href=\"#_ftn123\" title=\"\">[123]<\/a><\/p>\n<p>1\u00a0 1\u00a0 1<\/p>\n<p>2\u00a0 2\u00a0 2<\/p>\n<p>3\u00a0 3\u00a0 3<\/p>\n<p>usw.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wir finden in unserem System nur <em>neun Zeichen und die Null. <\/em>Diese Zeichen werden im System zur Erreichung eines h\u00f6heren Grades an Klarheit in Stellenwerte geordnet. Als Material zur Darstellung des Zehnersystems verwenden wir das \u201eGoldene Perlenmaterial und Ziffernkarten\u201c.<\/p>\n<p>Der erste Lernschritt ist die Einf\u00fchrung in die grundlegenden Begriffe des Zehnersystems, die auch die Stellewerte bezeichnen: Wir benennen Einer, Zehner, Hunderter, Tausender, &#8230;<\/p>\n<p>In einem 2. Lernschritt bauen wir nun das Stellenwertsystem mit dem Goldenen Perlenmaterial von rechts nach links, also gegen die Schreibrichtung, auf. Wichtig dabei: Der Wechsel erfolgt immer nach 9 Einheiten.<\/p>\n<p>In einem 3. Lernschritt zeigen wir, dass in jedem Stellenwert 10 des jeweils vorhergehenden enthalten sind. Diese Darbietung erfolgt nun logischerweise in der umgekehrten Arbeitsrichtung zu Lernschritt zwei, in der Schreibrichtung, weil wir in der Richtung vom h\u00f6heren zum niedrigeren Stellenwert arbeiten.<\/p>\n<p>Der 4. Lernschritt besteht nun in der Darstellung des Materials in einer Form, welche die Idee des Zehnersystems an sich widerspiegelt und f\u00fchrt zum exemplarischen Gesamtaufbau des Zehnersystems. Es werden das \u201eGoldene Perlematerial\u201c und die \u201eZiffernkarten\u201c in gleicher Art und Weise aufgebaut. Nun k\u00f6nnen wir gro\u00dfe Zahlen bilden und die Quantit\u00e4ten den Ziffern zuordnen und umgekehrt!<\/p>\n<p>Bei dieser Arbeit festigt sich die Erkenntnis, dass es f\u00fcr jeden Stellenwert lediglich neun Einheiten gibt. Haben die Kinder diese Ordnung verstanden, macht ihnen die Bildung gro\u00dfer Zahlen keine Schwierigkeiten mehr. So kann auch das Interesse der Kinder nach gro\u00dfen Zahlen didaktisch fundiert befriedigt werden.<\/p>\n<p>Der 5. Lernschritt ist eine wichtige Erg\u00e4nzung: Nachdem wir das Zehnersystem aufgebaut haben, gehen wir nun daran, den Zehner \u201eaufzubrechen\u201c. Er besteht ja schlie\u00dflich aus zehn Einern \u2013 diese Arbeit ist ein unbedingte Voraussetzung f\u00fcr das \u201eTauschen\u201c, das wir bei allen Operationen mit mehrstelligen Zahlen brauchen.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt ist bei Maria Montessori meist ein sogenannte Ganzheit, wie z. B. unser Zahlensystem eine darstellt. Zu diesem System geh\u00f6rende aber nicht konstitutive Details f\u00fcgt sie in ihrem p\u00e4dagogischen Verst\u00e4ndnis sp\u00e4ter ein. Jedoch kann das Erlernen dieser Details auch gleichzeitig erfolgen. Dazu ist kein besonderes didaktisches System erforderlich. Aber: Alle Details m\u00fcssen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter gelernt werden. Hat das Kind das Zehnersystem verstanden, k\u00f6nnen nun \u201eEinzelheiten\u201c eingef\u00fcgt werden. Dazu werden sogenannte Parallel\u00fcbungen angeboten.<\/p>\n<h3>Parallel\u00fcbungen<\/h3>\n<p>Parallel\u00fcbungen werden diejenigen genannt, die gleichzeitig durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen und die sich auf die Einzelheiten ein und desselben Grundwissens oder auf verschiedene seiner Aspekte beziehen, unter denen dieselben Einzelheiten betrachtet werden k\u00f6nnen. Eine Parallel\u00fcbung wird sich immer auf eine Ganzheit beziehen, um interessant zu sein. Dies dient nicht nur der Vertiefung der Kenntnisse, sondern auch der gr\u00f6\u00dferen Klarheit. Dagegen w\u00fcrden au\u00dferhalb des Ganzen erlernte Einzelheiten in den meisten F\u00e4llen lediglich die Sicht auf dieses Ganze tr\u00fcben.<a href=\"#_ftn124\" title=\"\">[124]<\/a><\/p>\n<p>Bei dieser ersten Gruppe von Parallel\u00fcbungen zum Zehnersystem besteht die wichtigste Absicht darin, den \u00dcbergang von der 9 zur 10, also die Br\u00fccke, die zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stellenwerten liegt, zu demonstrieren und zu illustrieren.<\/p>\n<p>Zu dieser Ganzheit geh\u00f6ren die Bildung der Treppe oder des Dreiecks mit dem \u201eBunten Perlenmaterial\u201c als Aufbau des Bildes, das die Kombination des Zehners mit den verschiedenen Gruppen von Einheiten beinhaltet. Diese Arbeit wird ebenso mit dem \u201eBunten Perlenmaterial\u201c gelegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die so genannte Zahlenraumerweiterung bieten wir den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern Arbeiten mit dem \u201eSeguinbrett (10-19)\u201c, dem \u201eSeguinbrett (10-99)\u201c in Kombination mit dem \u201eBunten Perlenmaterial\u201c und dem \u201eGoldenen Perlenmaterial\u201c an. Diese Arbeiten sind nicht nur eine Erweiterung des Zahlenraumes, sondern f\u00fchren auch zu einer Vertiefung der Verbindung der Zahlen von 1-9 und der 0 und unserem Zahlensystem.<\/p>\n<p>Eine immer wieder interessante Arbeit stellt in diesem Zusammenhang der Aufbau eines anderen Zahlensystems als des gewohnten Zehnersystems dar. Wir legen mit dem Perlenmaterial und Z\u00e4hlen z.B. in einem \u201eVierersystem\u201c, wir schreiben die Ziffernfolge in einem \u201eVierersystem\u201c &#8230;<\/p>\n<p>In der Folge geht es auch darum, die vorangehenden \u00dcbungen durch das Kennenlernen der Zahlw\u00f6rter zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Wortzusammensetzung mit Hilfe von K\u00e4rtchen in den jeweiligen Stellenwertfarben:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">gr\u00fcn\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 blau<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">elf<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">zw\u00f6lf<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>drei<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>zehn<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>vier<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>zehn<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>f\u00fcnf<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"66\">\n<p>zehn<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"center\">usw.<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p>Durch diese Arbeit wird auch das <em>Verst\u00e4ndnis des Zehnersystems <\/em>gefestigt, der <em>Aufbau des Z\u00e4hlens <\/em>in einem gr\u00f6\u00dferen Zahlenbereich wiederholt und nochmals <em>Klarheit in den Gruppen <\/em>der Stellenwerte gewonnen.<\/p>\n<p>Fortschreitendes und lineares Z\u00e4hlen wird ebenso bei den Arbeiten mit den \u201eQuadratketten\u201c und den Kubikketten angeboten und durchgef\u00fchrt. Gleichzeitig wird ein Verst\u00e4ndnis der Zahlen angebahnt, die wir sp\u00e4ter im abstrakten Bereich als Quadratzahlen und Kubikzahlen kennen lernen werden. Wir gehen aber vom begreifbaren Quadrat und vom begreifbaren Kubus aus:<\/p>\n<p>Dem Kind begegnet bei der Arbeit mit der \u201eHunderterkette\u201c eine weitere Darstellung des Hunderters: Die geometrische Form des Hunderters \u2013 das Quadrat \u2013 wird nun zerlegt und linear dargestellt, eventuell wieder zusammengesetzt. Die Arbeit ist f\u00fcr den Aufbau der mathematischen Vorstellungskraft des Kindes von gro\u00dfer Bedeutung. Bei der Arbeit mit der Tausenderkette wird die geometrische Form des Tausenders analog zerlegt, zusammen gesetzt, wird linear gez\u00e4hlt usw.<\/p>\n<p>Als Beispiele weiterer Parallel\u00fcbungen zu den ersten beiden exemplarischen Lernbereichen des Z\u00e4hlens und des Zahlensystems m\u00f6chten wir noch das \u201eSchlangenspiel zur Addition\u201c und das \u201eSchlangenspiel zur Subtraktion\u201c anf\u00fchren. Hier geht es darum, Quantit\u00e4ten, die kleiner als 10 sind, in ZEHNER, die Grundsteine des Zehnersystems, umzuwandeln und um lineares\u00a0 Addieren und Subtrahieren. Durch diese Arbeit wird nochmals die Orientierung innerhalb des Systems gefestigt. Sie erm\u00f6glicht Kindern im Vergleich zur Arbeit mit dem Seguinbrett und den Ketten einen anderen Blickwinkel auf die beiden Themen \u201eZahlen\u201c und \u201eSystem\u201c.<\/p>\n<p>Die Arbeiten mit den \u201eTafeln der \u00dcberg\u00e4nge\u201c soll das \u00dcberschreiten und das Unterschreiten der 10 sichtbar machen, in die Addition und in die Subtraktion vorbereitend einf\u00fchren und durch Kombinations- und Zerlegungs\u00fcbungen die Orientierung im System festigen. Eine wichtige Arbeit mit den Rechnungstafeln ist auch das Erkennen von Kombinationen, wie z.B. 3+7=10 und 7+3=10. Kinder erkennen, dass sich aus den vertauschten Komponenten wieder das gleiche Ergebnis ergibt. Nun ist ja jede aus ungleichen Gruppen bestehende Kombination zweimal vorhanden. Diese vertauschten Doppelausf\u00fchrungen k\u00f6nnen aus einer zusammenfassenden Tafel, die alle m\u00f6glichen Kombinationen zeigen soll, weggelassen werden. So wird auch ein Grundsatz Maria Montessoris im Studium der Mathematik erf\u00fcllt: <em>Das Notwendige ist ausreichend.<\/em><a href=\"#_ftn125\" title=\"\"><sup><sup>[125]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<h2>Operationen und Zehnersystem<\/h2>\n<p>Bei den numerischen Quantit\u00e4ten existiert eine bereits bestehende Vorschrift, welche die Vereinigung nach einem Gesetz leitet. Was also eine arithmetische Operation, zum Beispiel die Addition, charakterisiert, ist nicht das Zusammenf\u00fcgen von Quantit\u00e4ten, sondern die Verteilung der verschiedenen Einheiten gem\u00e4\u00df dem Zehnersystem. Es gibt demnach nichts zu lernen, was die Operationen an sich betrifft, wenn dem Zehnersystem die ganze Beachtung geschenkt wird, die ihm wirklich zusteht.<\/p>\n<p>Die Operationen bestehen darin, <em>gleiche <\/em>(Multiplikation) oder <em>ungleiche <\/em>(Addition) Dinge zusammenzuf\u00fcgen oder <em>von einem Ganzen <\/em>(Subtraktion) einige seiner Teile wegzunehmen oder das Ganze<em> auf gleiche Teile <\/em>(Division) zu verteilen.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchren die Operationen mit dem Goldenen Perlenmaterial mit gro\u00dfen Zahlen in folgender Reihenfolge ein:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Addition <\/em>von gro\u00dfen Zahlen. Sie ist das Zusammenf\u00fcgen ungleicher Dinge.<\/li>\n<li><em>Multiplikation <\/em>von gro\u00dfen Zahlen. Sie ist das Zusammenf\u00fcgen gleich gro\u00dfer Quantit\u00e4ten<a href=\"#_ftn126\" title=\"\">[126]<\/a>. <br \/> (Es ist nicht das Zehnersystem, das die Addition von der Multiplikation unterscheidet, sondern allein die Tatsache, dass man, weil es hier um gleiche Dinge geht, sich das Ergebnis einpr\u00e4gen kann, ohne ein Ding nach dem anderen zu z\u00e4hlen. Daher ist es ein Mechanismus des menschlichen Ged\u00e4chtnisses und nicht eine den Zahlen innewohnende Eigenschaft, was den Unterschied zwischen der Multiplikation und der Addition ausmacht.<a href=\"#_ftn127\" title=\"\">[127]<\/a>)<\/li>\n<li><em>Subtraktion <\/em>von gro\u00dfen Zahlen: Gegeben ist die Summe zweier Zahlen. Bestimme die andere! <br \/> (Wichtig: Es existiert nur <em>eine <\/em>effektive Quantit\u00e4t! Die Subtraktion zeigt die Kehrseite des Schl\u00fcssels des Zehnersystems. Sie ist die Zerlegung einer Quantit\u00e4t (auch Ziffernk\u00e4rtchen) in eine oder mehrere ungleiche Teile.)<\/li>\n<li><em>Division <\/em>gro\u00dfer Zahlen. Sie ist die Zerlegung in zwei oder mehrere gleiche Teile.<br \/> (Auch hier besteht nur eine einzige effektive Quantit\u00e4t. Diese wird in gleiche Teile geteilt.<a href=\"#_ftn128\" title=\"\">[128]<\/a> Achtung: Die (Auf)Teilung beginnt beim gr\u00f6\u00dften Stellenwert! Was wollen wir wissen? Wie viel ein Einer bekommt! Dabei ist darauf zu achten, dass jeder Stellenwert gleich viel bekommen muss!)<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"Standard1\">Alle Operationen werden in einer aktiven Weise eingef\u00fchrt. Wir zitieren ein Beispiel anhand einer m\u00f6glichen Einf\u00fchrung der Division, wobei eine Quantit\u00e4t unter verschiedene Personen, d.h. unter die Kinder selbst aufgeteilt wird. Auf einem Tisch liegt die folgende Quantit\u00e4t:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">2 W\u00fcrfel, sechs Quadrate, vier St\u00e4bchen und acht Perlen, also die Zahl 2648. Zwei Kinder kommen, um sie in zwei gleiche Teile aufzuteilen; und zu diesem Zweck nimmt jedes die gleiche Quantit\u00e4t. Am Anfang nimmt jedes Kind einen von den gr\u00f6\u00dften, wertvollsten und daher auch wichtigsten Gegenst\u00e4nden, n\u00e4mlich von den W\u00fcrfeln. Nachdem diese aufgebraucht sind, gehen sie zu den Quadraten \u00fcber, indem sie eins nach dem anderen wegnehmen, solange welche da sind; und damit hat jedes drei. Zu den St\u00e4bchen \u00fcbergehend, nehmen sie nacheinander je zwei; und schlie\u00dflich teilen sie sich die Perlen, nehmen dabei eine nach der anderen, sodass jedes Kind vier hat.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">So sind aus der urspr\u00fcnglichen Quantit\u00e4t zwei gleiche Teile entstanden, von denen jeder aus einem W\u00fcrfel, drei Quadraten, zwei St\u00e4bchen und vier Perlen besteht und damit die Zahl 1324 darstellt.<a href=\"#_ftn129\" title=\"\">[129]<\/a><\/p>\n<h4>Methodische Ordnungsgesichtspunkte bei der Arbeit<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Der erste Durchgang bei allen Einf\u00fchrungen wird ohne Wechsel des Stellenwertes durchgef\u00fchrt. Erst in den weiteren Darbietungen wird der Stellenwert auch gewechselt, und die Kinder tauschen bzw. zerlegen eine Einheit des jeweils h\u00f6heren Stellenwertes in 10 Einheiten des jeweils niedrigeren Stellenwertes. Dazu wird das <em>Bankspiel <\/em>eingef\u00fchrt. Der Tauschvorgang ist den Kindern schon vom \u201eAufbrechen des Zehners\u201c und den vielen \u00dcbungen zu dieser Arbeit bekannt.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Die Parallel\u00fcbungen zu dem exemplarischen Bereich \u201eOperationen\u201c beziehen sich auf Operationen mit gro\u00dfen Zahlen. Die Arbeit vollzieht sich bei diesen Parallel\u00fcbungen in der Regel auf einem h\u00f6heren Abstraktionsniveau als die Arbeit mit dem Goldenen Perlenmaterial. Teilweise beinhalten die folgenden Materialien f\u00fcr die mathematische Entwicklung des Kindes auch einen erweiternden Aspekt.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Exemplarisch zeigen wir den didaktischen Aufbau der Division. Dieser Aufbau ist \u00fcbertragbar. Wir geben damit sowohl Beispiel f\u00fcr die Parallel\u00fcbungen, wie auch f\u00fcr die Arbeit mit dem \u201eGoldenen Perlenmaterial\u201c.<\/p>\n<h3>Der didaktische Aufbau der Division \u2013 exemplarisch<\/h3>\n<p class=\"Standard1\">Ziel unserer gemeinsamen Arbeit an einem gemeinsamen Thema ist das Verstehen der Grundrechnungsart \u201eDividieren\u201c und das Bilden einer Vorstellung in der Imaginationsf\u00e4higkeit des Kindes. Wir gehen gemeinsam mit den Kindern folgende Schritte, beginnen in der ersten Klasse und schlie\u00dfen unsere gemeinsame Arbeit in der vierten Klasse vorl\u00e4ufig ab:<\/p>\n<h4>Erster Schritt \u2013 Aktive Erfahrung<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Ich sitze mit einigen Kindern in der Freiarbeit zusammen und gebe diesen Kindern die erste Darbietung f\u00fcr das Verstehen der Division. F\u00fcr diese Arbeit verwende ich nur die gr\u00fcnen Perlen des (kleinen) Divisionsbrettes. Ich gebe einem Kind in der Runde 6 Perlen. Die Kinder z\u00e4hlen mit. Die Aufgabe f\u00fcr das Kind lautet: \u201eVerteile bitte diese 6 Perlen an die anderen 3 Kinder in unserer Gruppe. Dazu befolge bitte immer folgende Regel: Jedes Kind muss gleich viele Perlen bekommen!\u201c Die Perlen werden verteilt. Nun wollen wir wissen, wie viele Perlen jeweils <em>ein<\/em> Kinder bekommen hat. Jedes der drei Kinder antwortet: 2.<\/p>\n<h5>Dividieren mit Rest<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Beispielhaft f\u00fchren wir anschlie\u00dfend auch schon Divisionen durch, bei denen auch ein Rest bleiben kann, wenn eben nicht mehr alle Kinder gleich viel bekommen k\u00f6nnen. Diese Erfahrung ist zum Verst\u00e4ndnis der Division sehr wichtig.<\/p>\n<h5>Die wichtigste Regel<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Wichtig ist bei dieser ersten aktiven Erfahrung erstens das Verstehen der Regel, dass jedes Kind immer gleich viel bekommen muss und zweitens die Sensibilisierung der Kinder f\u00fcr das Ergebnis der Division: Wir wollen wissen, was <em>ein<\/em> Kind bekommt.<\/p>\n<h5>Teilen nicht Messen<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">In dem hier dargestellten didaktischen Aufbau wird Dividieren immer im Sinne des (Auf)Teilens verstanden, nicht im Sinne des Messens.<\/p>\n<h4>Zweiter Schritt \u2013 die Arbeiten mit dem Divisionsbrett<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Nach langer \u00dcbung und Festigung k\u00f6nnen die Kinder einen Schritt zur n\u00e4chsten Abstraktionsstufe vollziehen. Die Kinder sind nun die kleinen gr\u00fcnen M\u00e4nnchen des Divisionsbrettes, die auf dem Brett aufgestellt werden. Sie sind nun die Kinder, auf die die Perlen aufgeteilt werden. Es gilt die Regel, das jedes M\u00e4nnchen gleich viele Perlen bekommen muss. Wir wollen wieder wissen, was ein M\u00e4nnchen bekommt.<\/p>\n<h5>Arbeit mit Arbeitsbl\u00e4ttern<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Auf dem Divisionsbrett k\u00f6nnen nun Divisionen mit einstelligem Divisor durchgef\u00fchrt werden. Wir f\u00fchren auch die Rechenzeichen ein, legen diese und schreiben sie. Zur Anleitung der Arbeit der Kinder mit dem Divisionsbrett verwenden wir auch Arbeitsbl\u00e4tter, die nach einer ganz bestimmten didaktisch-methodischen Ordnung aufgebaut sind.<\/p>\n<h5>Parallelarbeiten<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Diese Arbeit wird (auch) parallel zum n\u00e4chsten Schritt durchgef\u00fchrt. Die Reihenfolge und die Bezeichnung der Schritte soll vorwiegend die gedankliche Ordnung des didaktischen Aufbaus verdeutlichen.<\/p>\n<h4>Dritter Schritt \u2013 die Arbeiten mit dem Goldenen Perlenmaterial<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">Wir arbeiten nun gemeinsam in einer Kleingruppe an der Einf\u00fchrung der Division mit gro\u00dfen Zahlen. Wir verteilen Einer, Zehner, Hunderter und auch schon Tausender. F\u00fcr diese Arbeit verwenden wir das Goldene Perlenmaterial, und ich geben den Kindern eine Darbietung, die der Darbietung des ersten Schrittes sehr \u00e4hnlich ist.<\/p>\n<h5>Arbeit ohne Wechsel der Stellenwertkategorie<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">F\u00fcr diese erste gemeinsame Arbeit mit dem Goldenen Perlenmaterial zum Verstehen der Division ist wichtig, dass sich jede Kategorie (Einer, Zehner, Hunderter und Tausender, &#8230;) durch die Anzahl der Kinder, auf die verteilt wird, ohne Rest teilen l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Beispiel: \u201eIch gebe dir nun 6 Tausender, 9 Hunderter, 3 Zehner und 6 Einer. Bitte verteile diese Menge nun an die drei Kinder. Du wei\u00dft, jedes Kind muss gleich viel bekommen. Beginne mit der Verteilung bei der h\u00f6chsten Kategorie, das sind die Tausender!\u201c Wir wollen wieder wissen, wie viel jedes einzelne der drei Kinder bekommen hat.<\/p>\n<h5>Arbeit mit dem Kartensatz<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">In weiterer Folge derselben Arbeit legen wir dann zur Menge auch die entsprechenden Karten des gro\u00dfen Kartensatzes dazu, bilden die Zahl und lesen diese gemeinsam. Nun k\u00f6nnen wir die Division auch mit den Kartens\u00e4tzen und den Divisionszeichen legen und die sprachlich richtige Formulierung \u00fcben.<\/p>\n<h5>Tauschen<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Voraussetzung f\u00fcr die weitere Arbeit mit dem Goldenen Perlenmaterial ist das \u201eAufbrechen\u201c des Zehners, des Hunderters, das Tausenders &#8230; und das Tauschen. Wir tauschen einen Zehner in 10 Einer, einen Hunderter in 10 Zehner, einen Tausender in 10 Hunderter &#8230;<\/p>\n<h5>Arbeit mit Wechsel der Stellenwertkategorie<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Nun k\u00f6nnen wir in derselben Darbietung, wie diese oben beschrieben worden ist, auch Divisionen bearbeiten, in denen sich nicht mehr jede einzelne Kategorie der Stellenwerte restlos auf die Kinder aufteilen l\u00e4sst. Die jeweils \u00fcbrige Anzahl eines Stellenwertes muss nun in die n\u00e4chst niedrigere Stellenwertkategorie umgetauscht und nach dem Umtausch verteilt werden. Wir verteilen so lange, bis ein nicht mehr verteilbarer Rest bleibt. Die Erfahrung, dass ein Rest bleiben kann, wenn nicht mehr alle Kinder gleich viel bekommen k\u00f6nnen, kennen die Kinder schon aus der aller ersten Erfahrung mit dem Dividieren.<\/p>\n<h4>Vierter Schritt \u2013 die Arbeiten mit dem Markenspiel<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">In diesem Entwicklungsschritt f\u00fchren wir die Kindern wieder zur n\u00e4chsten Abstraktionsstufe. Wie schon bei der Arbeit mit dem Divisionsbrett verteilen wir die Mengen nun nicht mehr auf die Kinder in der Gruppe, sondern wieder an kleine gr\u00fcne M\u00e4nnchen. Es ist wichtig, dass die M\u00e4nnchen gr\u00fcn sind. Gr\u00fcn ist die Stellenwertfarbe f\u00fcr die Einer. An Stelle des Goldenen Perlenmaterials verwenden wir nun beim Markenspiel kleine Pl\u00e4ttchen (Marken) in der jeweiligen Stellenwertfarbe mit dem Aufdruck 1, 10, 100 und 1000. Die Einer sind gr\u00fcn, die Zehner sind blau, die Hunderter sind rot, und die 1000 sind wiederum gr\u00fcn.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Im Vergleich zur Arbeit mit dem Goldenen Perlenmaterial ist die Arbeit mit dem Markenspiel ein n\u00e4chster Abstraktionsschritt im Erlernen der Mathematik. Ge\u00fcbt werden das <em>intensive Wechseln zwischen den Stellenwerten <\/em>und <em>das Festigen des Bewusstseins von durch das Hantieren mit Stellenwerten. <\/em>Als Erweiterungen kommt der Umgang mit Schwierigkeiten bei den Operationen dazu: z.B. Dividieren mit Nullstelle im Dividend.<\/p>\n<h5>Dividieren durch einstelligen Divisor<\/h5>\n<p>Die Pl\u00e4ttchen (Marken) werden nach Stellenwertkategorien geordnet aufgelegt. Beginnend beim h\u00f6chsten Stellenwert wird an die gr\u00fcnen M\u00e4nnchen verteilt. Bei diesen Arbeiten k\u00f6nnen wir nun wieder die kleinen didaktisch-methodisch sinnvollen Schritte gehen:<\/p>\n<p>Beispiele ohne Wechsel der Stellenwertkategorie und damit ohne zu tauschen;<\/p>\n<p>Beispiele mit Wechsel der Stellenwertkategorie und damit mit Tauschen;<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Bei all diesen Arbeiten empfiehlt es sich immer, die Division mit dem gro\u00dfen und dem kleinen Kartensatz und den Rechnungszeichen zu legen.<\/p>\n<h5>Dividieren durch mehrstelligen Divisor<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Bei der Division durch einen mehrstelligen Divisor kommt der Regel \u201eJedes Kind muss immer gleich viel bekommen!\u201c entscheidende Bedeutung zu, und pl\u00f6tzlich ist diese so einfache Regel gar nicht mehr so einfach zu verstehen. Wir beginnen die Arbeit mit den Kindern mit einem Spiel:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">10 Kinder bilden ein Reihe. Sie bekommen eine gr\u00fcne Kappe, oder eine gr\u00fcne Masche oder auch einfach einen gro\u00dfen gr\u00fcnen Punkt aus Naturpapier angeheftet. Sie sind die \u201eEiner\u201c. Vor ihnen steht ein Kinder mit einer blauen Kappe, oder &#8230; Dieses Kind ist ein \u201eZehner\u201c. Nun bekommt jeder einer eine bestimmte Anzahl goldener Perlen, z.B. 2. Jedes Kind gibt nur die 2 Perlen dem Zehner. Dieser steht ja eigentlich f\u00fcr 10 Kinder, daher bekommt der \u201eEiner\u201c bei der Division 10mal so viel wie ein Einer. Gleichzeitig wird deutlich, dass hinter einem Zehner zehn Einer stehen. Wenn jedes Kind immer gleich viel bekommt, so wird nun deutlich, dass der Zehner, der f\u00fcr 10 Einer steht, eben 10mal so viel bekommen muss, wie ein Einer.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Zur\u00fcck zum Markenspiel. Wir \u00fcben die Verteilung, die wir eben mit den Kindern durchgespielt haben nun mit den gr\u00fcnen und blauen M\u00e4nnchen und den Marken des Markenspiels: Wenn ich nun dem Zehner einen Zehner gebe, so gebe ich dem Einer einen Einer; wenn ich nun dem Zehner einen Hunderter gebe, so gebe ich bei der Verteilung dem Einer einen Zehner \u2013 usw. jedes M\u00e4nnchen muss immer gleich viel bekommen, und ich will wissen, was ein Einer bekommt!<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wer m\u00f6chte kann auch bei dieser Arbeit wieder die didaktisch-methodisch sinnvollen Schritte gehen:<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Beispiele ohne Wechsel der Stellenwertkategorie und damit ohne zu tauschen;<\/p>\n<p class=\"Standard1\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Beispiele mit Wechsel der Stellenwertkategorie und damit mit Tauschen;<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Dieser Aufbau hilft den Kindern beim Verstehen, weil er im Sinne Maria Montessoris hilft, die Schwierigkeit zu isolieren \u2013 f\u00fcr viele Kinder ein \u00e4u\u00dferst wichtiges didaktisches Prinzip!<\/p>\n<h5>Dividieren mit der \u201eNull\u201c<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Manche Lernschritte sind bei der Arbeit mit Papier und Bleistift nur sehr schwer oder gar nicht zu verstehen. Wenn im Dividend oder im Divisor eine \u201e0\u201c vorkommt, so wird deren Behandlung beim eher mechanischen Dividieren auf dem Papier kaum deutlich. Bei der Arbeit mit dem Markenspiel erlebt das Kind hingegen ganz deutlich, dass \u201e0\u201c einfach nicht verteilt werden kann, oder dass an 0 Zehner oder 0 Einer nicht verteilt werden kann. Zum Verstehen der Division ist diese Arbeit sehr wichtig.<\/p>\n<h4>F\u00fcnfter Schritt \u2013 die Arbeit mit der sogenannten \u201egro\u00dfen\u201c Division bis zur schriftlichen Form<\/h4>\n<p class=\"Standard1\">An Stelle der Marken werden nun Perlen in der jeweiligen Stellenwertfarbe verteilt. Verteilt werden diese Perlen auf die nun schon bekannten M\u00e4nnchen, die nun auf dem Divisionsbrett stehen. M\u00e4nnchen und Divisionsbretter sind ebenfalls in den Stellenwertfarben gehalten.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Nun gibt es von jedem und f\u00fcr jeden Stellenwert des Dividenden sinnvoller weise 100 Perlen. Jeder Stellenwert des Divisors kann bis zu neun M\u00e4nnchen aufgestellt bekommen. Verteilt werden wiederum die Perlen auf die M\u00e4nnchen, und jedes an der \u201egro\u00dfen\u201c Division arbeitende Kind sitzt hinter einem Divisionsbrett, auf dem die M\u00e4nnchen des Divisors aufgestellt sind. Es gilt auch hier noch immer die Regel: \u201eJedes M\u00e4nnchen muss immer gleich viel bekommen!\u201c<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wir rechnen Beispiele mit Wechsel der Stellenwertkategorie und damit mit Tauschen; Wir rechnen Beispiele mit Tausendern, Zehntausendern, Hunderttausendern und Millionen im Dividenden und mit Zehnern, Hundertern und Tausendern im Divisor. Im methodischen Aufbau k\u00f6nnen wir immer eine weitere Kategorie entweder im Dividenden oder im Divisor hinzuf\u00fcgen. Die schriftlichen Aufzeichnen bleiben anf\u00e4nglich der beobachtenden und darbietenden Lehrerin \u00fcberlassen.<\/p>\n<h5>Schriftliche Form<\/h5>\n<p class=\"Standard1\">Die schriftliche Form kann nun direkt von der Arbeit mit den Perlen der gro\u00dfen Division \u00fcbernommen werden. Wir bevorzugen die mit der Subtraktion kombinierte Form der Division.<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0<\/p>\n<table style=\"width: 454px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"24\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>M<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"35\">\n<p>HT<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>ZT<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>T<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>H<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>Z<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>E<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>T<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>H<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>Z<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>E<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" 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width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"24\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p><strong>&#8211;<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"35\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>4<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>4<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"24\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"35\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>7<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>2<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>3<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"24\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"35\">\n<p><strong>&#8211;<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>5<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>2<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>6<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"24\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"35\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>1<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>9<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>8<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>7<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>R<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"28\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"19\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Darstellung der schriftlichen Form der Division nach dem Material.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Es ist vom Entwicklungsstand des Kindes (der Kinder) abh\u00e4ngig, wann ich die Kinder anregen werde, die einzelnen Lern- und Entwicklungsschritte zu gehen. In der Regel beginnt die hier dargestellte Lernreihe in der ersten Klasse, und wir beenden die Arbeit dann in der vierten Klasse. Diese Angaben beziehen sich auf eine altershomogen organisierte Lerngruppe. F\u00fcr eine altersheterogene Lerngruppe muss diese Angabe relativiert werden.<\/p>\n<p>Das Kind lernt nicht, indem es eine Erkl\u00e4rung anh\u00f6rt. Es vertieft seine Kenntnisse nur, indem es einer aktiven Arbeit nachgeht, und oft \u00fcbt es lange und geduldig dieselbe (bereits verstandene) Sache.<a href=\"#_ftn130\" title=\"\">[130]<\/a><\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wir haben drei \u201ePlattformen\u201c errichtet und in der Division gleichsam eine didaktische Abfolge gezeigt. Durch das Z\u00e4hlen und die Zahlen, das Verstehen des Systems und die Erarbeitung der Operationen ist der Stoff der Mathematik in der Grundschule abgedeckt. Der entscheidende Unterschied ist die Ordnung. Durch die Konzentration auf die drei gro\u00dfen exemplarischen Bereiche, k\u00f6nnen die Kinder in der Entwicklung ihres mathematischen Geistes und ihrer mathematischen F\u00e4higkeiten die notwendigen Details immer wieder der Ganzheit zuordnen und in den f\u00fcr das aktive und selbst bestimmte Lernen notwendigen Zusammenhang bringen. Auch die Parallel\u00fcbungen, die wir hier in unserer Darstellung nicht angef\u00fchrt haben, wie z.B. das ber\u00fchmte Einmaleins, werden sowohl im Zusammenhang mit den Operationen gesehen wie auch in einer verstehenden Art und Weise und nicht nur mechanisch gelernt. Den didaktischen Aufbau in seiner Gesamtheit finden Sie in der Psychoarithmetik und im Handbuch der Montessori-P\u00e4dagogik<a href=\"#_ftn131\" title=\"\">[131]<\/a>.<\/p>\n<h2>Literatur:<\/h2>\n<p class=\"Standard1\">Arnold, Rolf: Lebendiges Lernen. Baltmannsweiler 1996.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Bildungskommission NRW, Zukunft der Bildung Schule der Zukunft, Neuwied 1995.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Bruce Chatwin, Traumpfade, M\u00fcnchen 1990.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Cremin, Lawrence, A.: American Education: The Metropolitan Experience, New York 1988. In: Semel, Susan F.: The Dalton School. New York 1992.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Dewey, Evelyn: The Dalton-Laboratory-Plan. New York 1922.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eichelberger, Harald &amp; Wilhelm Marianne: Der Jenaplan heute. Eine P\u00e4dagogik f\u00fcr die Schule von morgen. Innsbruck 2000.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eichelberger, Harald (Hg.), Lebendige Reformp\u00e4dagogik, Innsbruck 1997.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eichelberger, Harald, Handbuch zur Montessori-Didaktik. Innsbruck 1997.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Eichelberger, Harald: Freiheit f\u00fcr die Schule. Wien 1997.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Ellen Key, Das Jahrhundert des Kindes, Weinheim und Basel 1992.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Freinet, C\u00e9lestin, Die moderne franz\u00f6sische Schule, Paderborn 1979<sup>2<\/sup>.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, Hrsg. V. H. Boehncke u. C. Hennig. Reinbeck bei Hamburg 1980.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Freinet, Elise, Erziehung ohne Zwang, M\u00fcnchen 1985.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Fr\u00f6bel, Friedrich: Menschenerziehung. 1826; \u00a7 86. Neu herausgegeben von Zimmermann, Leipzig 1913.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Georges Ifrah, Universalgeschichte der Zahlen, Frankfurt 1987.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Gudjons, H. (Hrsg.), Didaktische Theorien. Hamburg 1993<sup>7<\/sup>.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Hellmich, A.\/Teigeler, P. (Hrsg.), Montessori-, Freinet-, Waldorfp\u00e4dagogik, Weinheim\/Basel 1994.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Herz, O., Offenheit von Schule in allen Schulformen. COMED-Material 6\/1990.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Holtstiege, Hildegard, Modell Montessori, Freiburg\/Breisgau 1977.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Holzkamp, K.: Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt a. M. 1993.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Johann Amos Comenius, Gro\u00dfe Didaktik, Stuttgart 1992<sup>7<\/sup>.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">J\u00f6rg, Hans (Hg.), Praxis der Freinet-P\u00e4dagogik. Paderborn 1981.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Key, Ellen, Das Jahrhundert des Kindes, Weinheim und Basel, 1992.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Klafki, Wolfgang: Aufgaben der Grundschule und der Grundschulreform. In: Erziehungswissenschaft, Erziehungspraxis, H.1\/1986.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Krimmines, C. W. &amp; Belle Rennie: The Triumph of the Dalton-Plan. London o. J.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Das Kind in der Familie, Stuttgart 1954, (Wien 1923).<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Das kreative Kind, Freiburg 1975.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Die Selbsterziehung des Kindes, Berlin 1923.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Grundlagen meiner P\u00e4dagogik, Heidelberg 1968 (M\u00fcnchen 1934).<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Kinder sind anders, Stuttgart 1967 (1952).<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Kosmische Erziehung, (hrsg. von Paul Oswald und G\u00fcnter Schulz-Benesch) Herder, Freiburg 1988.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, L\u2019autoeducazione, Nelle scuole Elementari, Continuazione del Volume: Il Matode della Pedagogia scientifica applicato all\u2019aducazione infantile nelle Case dei Bambini, Ermanno Loescher &amp; C.. P. Maglione &amp; C. Strini, Editori-Librai Di S. M. La Regina, 1916 Englisch: Montessori, Maria, The Advanced Montessori Method, Volume 1 and Volume 2, Her Program for Educating Elementary School Children, New York 1965<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Psychoarithmetik: die Arithmetik dargestellt unter Ber\u00fccksichtigung kinderpsychologischer Erfahrungen w\u00e4hrend 25 Jahren = Psico-aritm\u00e9tica von Maria Montessori. Hrsg. und eingeleitet von Harald Baumann. Deutsche Erstausgabe der span. Orig.-Ausgabe von 1934. Thalwil\/Z\u00fcrich: Paedia media.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Schule des Kindes, Freiburg 1976.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, Spannungsfeld Kind \u2013 Gesellschaft \u2013 Welt, Freiburg 1979.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori, Maria, \u00dcber die Bildung des Menschen, Freiburg 1966.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Montessori,Maria: Grundlagen meiner P\u00e4dagogik, Heidelberg 1968 (M\u00fcnchen 1934).<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Oswald, Paul, Menschenbildung als Anliegen Montessoris (1968). In: Schulz-Benesch, G\u00fcnter, zitiert nach Die Gr\u00fcnde der Missverst\u00e4ndnisse der Montessori-P\u00e4dagogik in Deutschland, Montessori Darmstadt 1970.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Parkhurst, Helen, Education on the Dalton Plan. With an Introduction by T. P. Nunn, M. A. D. Sc., Professor of Education, University of London; and Contributions by Rosa Bassett, M. B. E., B. A., John Eades, and Belle Rennie, Hon. Sec. of the Dalton Association, 4., erw. Aufl. London 1924, S. 84 zitiert nach: Popp, Susanne, Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Petersen, Peter (Hg.): Die Praxis der Schulen nach dem Jena-Plan. Weimar 1934.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Petersen, Peter: Der Jena-Plan einer freien allgemeinen Volksschule, (1927) 18.\/20. Auflage, Weinheim 1951.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Petersen, Peter: Der Mensch in der Erziehungswirklichkeit, M\u00fchlheim\/Ruhr 1954.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre des Unterrichts, (1937), 3. Auflage, Hannover 1951.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Popp, Susanne: Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis. Ein aktuelles reformp\u00e4dagogisches Modell zur F\u00f6rderung selbst\u00e4ndigen Lernens in der Sekundarstufe, Bad Heilbrunn 1995.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Popp, Susanne: Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis. Ein aktuelles reformp\u00e4dagogisches Modell zur F\u00f6rderung selbst\u00e4ndigen Lernens in der Sekundarstufe, Bad Heilbrunn 1995.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Preuss-Lausitz, Ulf, Die Kinder des Jahrhunderts. Weinheim und Basel 1993.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">R\u00f6hrs, , Hermann (Hg.), Die Schulen der Reformp\u00e4dagogik heute, D\u00fcsseldorf 1986.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. 8. Auflage 1998, Deutscher Studien Verlag.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. 8. Auflage 1998, Deutscher Studien Verlag.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, Hannover 1965.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Semel, Susan F.: The Dalton School. New York 1992.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule. Darmstadt o. J.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">Wagenschein, Martin: Verstehen lehren, Weinheim 1989.<\/p>\n<p class=\"Standard1\">\u00a0<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. auch: Arnold, Rolf: \u201eLebendiges Lernen ist eine notwendige aber keine hinreichende Voraussetzung von Bildung! In: Arnold, Rolf: Lebendiges Lernen. Baltmannsweiler 1996.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Holzkamp, K.: Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt a. M. 1993.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klafki, Wolfgang: Aufgaben der Grundschule und der Grundschulreform. In: Erziehungswissenschaft, Erziehungspraxis, H.1\/1986, S. 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kohlberg, Wolf Dieter: Wie modern ist die \u201eEcole Moderne\u201c? In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformp\u00e4dagogik, Innsbruck 1997, S. 95.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Preuss-Lausitz, Ulf, Die Kinder des Jahrhunderts. Weinheim und Basel 1993, S. 20.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Key, Ellen, Das Jahrhundert des Kindes, Weinheim und Basel, 1992, S. 172<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. auch Eichelberger, Harald, Handbuch der Montessori-Didaktik, Innsbruck 1997<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hildegard Holtstiege, Modell Montessori, Freiburg\/Breisgau 1977, S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Grundlagen meiner P\u00e4dagogik, Heidelberg 1968 (M\u00fcnchen 1934), S.\u00a023<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" title=\"\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Bezeichnung \u201ePlan\u201c wird verwendet f\u00fcr die in der reformp\u00e4dagogischen Bewegung der Jahrhundertwende und zu Beginn unseres Jahrhunderts entstandenen Reformprojekte, wie z.B. auch Jenaplan, Winnetkaplan, Puebloplan, usw.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" title=\"\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen, Education on the Dalton Plan. With an Introduction by T. P. Nunn, M. A. D. Sc., Professor of Education, University of London; and Contributions by Rosa Bassett, M. B. E., B. A., John Eades, and Belle Rennie, Hon. Sec. of the Dalton Association, 4., erw. Aufl. London 1924, S. 84 zitiert nach: Popp, Susanne, Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" title=\"\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen, Education on the Dalton Plan. S. 84<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" title=\"\">[13]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vergleiche auch das Erziehungs- (besser Entwicklungs-)konzept zur Selbstbestimmung von Maria\u00a0Montessori<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" title=\"\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, Reinbeck 1980, S. 26<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" title=\"\">[15]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen der Reformp\u00e4dagogik heute, D\u00fcsseldorf 1986, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" title=\"\">[16]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" title=\"\">[17]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Prospekt der Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" title=\"\">[18]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, , Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" title=\"\">[19]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule. In: Erziehung wozu? Eine Vortragsreihe. Stuttgart 1956, Alfred Kr\u00f6ner Vlg., S. 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" title=\"\">[20]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 St. Exup\u00e9ry in: Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule, S. 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" title=\"\">[21]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule, S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" title=\"\">[22]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Popp, Susanne: Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis. Ein aktuelles reformp\u00e4dagogisches Modell zur F\u00f6rderung selbst\u00e4ndigen Lernens in der Sekundarstufe, Bad Heilbrunn 1995.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" title=\"\">[23]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu: R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. 8. Auflage 1998, Deutscher Studien Verlag, S. 89.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" title=\"\">[24]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. &#8230; S. 89.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" title=\"\">[25]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" title=\"\">[26]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. &#8230; S. 90.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" title=\"\">[27]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Assignment \u2013 schriftliche Arbeitsanweisung.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" title=\"\">[28]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: EDP. New York 1922. S. 34f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" title=\"\">[29]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 29.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" title=\"\">[30]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 33.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" title=\"\">[31]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: EDP. New York 1922. S. 57.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" title=\"\">[32]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 58.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" title=\"\">[33]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2 Teile eines Pensums.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" title=\"\">[34]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dewey, Evelyn: The Dalton-Laboratory-Plan. New York 1922, S. 8.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" title=\"\">[35]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter (Hg.): Die Praxis der Schulen nach dem Jena-Plan. Weimar 1934, S. 81.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" title=\"\">[36]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 19.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" title=\"\">[37]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 19.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" title=\"\">[38]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage, S. 46.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" title=\"\">[39]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 C. W. Krimmines, Belle Rennie: The Triumph of the Dalton-Plan. London o. J., S.\u00a0100.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" title=\"\">[40]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Parkhurst, Helen: EDP. New York 1922. S. 151f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" title=\"\">[41]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. 8. Auflage 1998, Deutscher Studien Verlag, S. 97.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" title=\"\">[42]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Cremin, Lawrence, A.: American Education: The Metropolitan Experience, New York 1988. In: Semel, Susan F.: The Dalton School. New York 1992, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" title=\"\">[43]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans \u2013 nationale und internationale Einfl\u00fcsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987, S. 150.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" title=\"\">[44]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Mensch in der Erziehungswirklichkeit, M\u00fchlheim\/Ruhr 1954, S.\u00a041.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" title=\"\">[45]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Jena-Plan einer freien allgemeinen Volksschule, (1927) 18.\/20. Auflage, Weinheim 1951; S. 7.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" title=\"\">[46]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre des Unterrichts, (1937), 3. Auflage, Hannover 1951, S. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" title=\"\">[47]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre &#8230; (1937) 1951; 2, 43ff., 66ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" title=\"\">[48]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans \u2013 nationale und internationale Einfl\u00fcsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987, S.131.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" title=\"\">[49]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" title=\"\">[50]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 11.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" title=\"\">[51]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 10.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" title=\"\">[52]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 27.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" title=\"\">[53]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" title=\"\">[54]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre &#8230; (1937) 1951; 80.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" title=\"\">[55]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Fr\u00f6bel, Friedrich: Menschenerziehung. 1826; \u00a7 86. Neu herausgegeben von Zimmermann, Leipzig 1913.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" title=\"\">[56]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 21.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" title=\"\">[57]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Petersen, Peter: Der Jena-Plan &#8230; (1927) 1951; 8.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" title=\"\">[58]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre &#8230; (1937) 1951; 43;77.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" title=\"\">[59]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, Die moderne franz\u00f6sische Schule, Paderborn 1979<sup>2<\/sup>, S.15.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" title=\"\">[60]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, Hrsg. V. H. Boehncke u. C. Hennig. Reinbeck bei Hamburg 1980, S. 32.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" title=\"\">[61]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, Die moderne franz\u00f6sische Schule, Paderborn 1979<sup>2<\/sup>, S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" title=\"\">[62]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, Die moderne franz\u00f6sische Schule, Paderborn 1979<sup>2<\/sup>, S. 39.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" title=\"\">[63]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, Die moderne franz\u00f6sische Schule, Paderborn 1979<sup>2<\/sup>, S. 41.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" title=\"\">[64]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, Elise, Erziehung ohne Zwang, M\u00fcnchen 1985, S. 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" title=\"\">[65]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin in J\u00f6rg, Hans (Hg.), Praxis der Freinet-P\u00e4dagogik. Paderborn 1981. S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" title=\"\">[66]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Zusammenstellung der Prinzipien und Mittel beruht auf der Zusammenfassung von Teigeler, Peter in: Hellmich, A.\/Teigeler, P. (Hrsg.): Montessori-, Freinet-, Waldorfp\u00e4dagogik, Weinheim\/Basel 1994, S. 39.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" title=\"\">[67]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kohlberg, Wolf Dieter: Wie modern ist die \u201eEcole Moderne\u201c? &#8230; . In: Eichelberger, Harald, Lebendige Reformp\u00e4dagogik, Innsbruck 1997S. 95ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" title=\"\">[68]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu auch Michael Seyfarth-Stubenrauch, Jenaplan-P\u00e4dagogik. Historischer Hintergrund \u2013 Aktuelle Konzepte. In: Eichelberger, Harald, Lebendige Reformp\u00e4dagogik, Innsbruck 1997!<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" title=\"\">[69]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kohlberg, Wolf Dieter: Wie modern ist die \u201eEcole Moderne\u201c? &#8230; S. 100.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" title=\"\">[70]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kohlberg, Wolf Dieter: Wie modern ist die \u201eEcole Moderne\u201c? &#8230; S. 101.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" title=\"\">[71]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Herz, O.: Offenheit von Schule in allen Schulformen. COMED-Material 6\/1990, S.\u00a02.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" title=\"\">[72]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Herz, O.: Offenheit von Schule &#8230;, S. 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" title=\"\">[73]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Teigeler, Peter, Freinet-P\u00e4dagogik, psychologische Lernmotivationstheorie und Viktor E. Frankls \u201eWill2 zum Sinn\u201c, in: Hellmich, A.\/Teigeler, P. (Hrsg.): Montessori-, Freinet-, Waldorfp\u00e4dagogik, Weinheim\/Basel 1994, S. 134ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" title=\"\">[74]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. auch: Eichelberger, Harald, Handbuch zur Montessori-Didaktik. Innsbruck 1997.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" title=\"\">[75]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ellen Key, Das Jahrhundert des Kindes, Weinheim und Basel 1992, S. 57ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" title=\"\">[76]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, L\u2019autoeducazione, Nelle scuole Elementari, Continuazione del Volume: Il Matode della Pedagogia scientifica applicato all\u2019aducazione infantile nelle Case dei Bambini, Ermanno Loescher &amp; C.. P. Maglione &amp; C. Strini, Editori-Librai Di S. M. La Regina, 1916 Englisch: Montessori, Maria, The Advanced Montessori Method, Volume 1 and Volume 2, Her Program for Educating Elementary School Children, New York 1965<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" title=\"\">[77]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik: die Arithmetik dargestellt unter Ber\u00fccksichtigung kinderpsychologischer Erfahrungen w\u00e4hrend 25 Jahren = Psico-aritm\u00e9tica von Maria Montessori. Hrsg. und eingeleitet von Harald Baumann. Deutsche Erstausgabe der span. Orig.-Ausgabe von 1934. Thalwil\/Z\u00fcrich: Paedia media.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" title=\"\">[78]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Kinder sind anders, Stuttgart 1967 (1952).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" title=\"\">[79]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Das kreative Kind, Freiburg 1975, S.193.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" title=\"\">[80]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir w\u00fcrden heute eher die Begriff \u201eFocusierung\u201c oder \u201eZentrierung\u201c verwenden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" title=\"\">[81]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, \u00dcber die Bildung des Menschen, Freiburg 1966, S. 55.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" title=\"\">[82]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Paul Oswald, Menschenbildung als Anliegen Montessoris (1968). In: Schulz-Benesch, G\u00fcnter, zitiert nach Die Gr\u00fcnde der Missverst\u00e4ndnisse der Montessori-P\u00e4dagogik in Deutschland, Montessori Darmstadt 1970, S. 385.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" title=\"\">[83]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Maria Montessori, Spannungsfeld Kind \u2013 Gesellschaft \u2013 Welt, Freiburg 1979, S. 83f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref84\" title=\"\">[84]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Spannungsfeld Kind \u2013 Gesellschaft \u2013 Welt , S. 83.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref85\" title=\"\">[85]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Spannungsfeld Kind \u2013 Gesellschaft \u2013 Welt , S. 87.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref86\" title=\"\">[86]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Hilegard Holtstiege, Modell Montessori, Freiburg 1968, S. 128f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref87\" title=\"\">[87]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hildegard Holtstiege, Modell Montessori, Freiburg 1968, S 174.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref88\" title=\"\">[88]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Schule des Kindes, Freiburg 1976, S.70.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref89\" title=\"\">[89]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Das Kind in der Familie, Stuttgart 1954, (Wien 1923), S. 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref90\" title=\"\">[90]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Maria Montessori, in: Hildegard Holtstiege, Modell Montessori, 4.Aufl., Freiburg 1977, S.41.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref91\" title=\"\">[91]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Das kreative Kind. Freiburg 1972, S. 23.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref92\" title=\"\">[92]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori; Das kreative Kind, S. 21.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref93\" title=\"\">[93]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori hat diesen Begriff nie selbst verwendet.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref94\" title=\"\">[94]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Die Selbsterziehung des Kindes, Berlin 1923, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref95\" title=\"\">[95]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 B\u00fcthe, Wilhelm: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, Hannover 1965, S. 80.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref96\" title=\"\">[96]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref97\" title=\"\">[97]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref98\" title=\"\">[98]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: Verstehen lehren, Weinheim 1989, S. 8 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref99\" title=\"\">[99]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: Verstehen lehren, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref100\" title=\"\">[100]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: Verstehen lehren, S. 12.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref101\" title=\"\">[101]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 17.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref102\" title=\"\">[102]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref103\" title=\"\">[103]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref104\" title=\"\">[104]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref105\" title=\"\">[105]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin: In: Roth, Heinrich: Exemplarisches Lehren, S. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref106\" title=\"\">[106]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auch der gro\u00dfe J. A. Comenius hatte einen \u2013 wesentlich unbekannteren \u2013 Vorg\u00e4nger: Schon lange vor der Erstausgabe der Didactica magna (Ausgabe von 1657 \u2013 1658 aus Amsterdam) von J. A. Comenius publizierte der deutsche P\u00e4dagoge Elias Bondin ein Werk mit dem Titel \u201eDidactica\u201c (1620 \u2013 1630) \u2013 Anm. d. Verf.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref107\" title=\"\">[107]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Johann Amos Comenius, Gro\u00dfe Didaktik, S. 3.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref108\" title=\"\">[108]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Johann Amos Comenius, Gro\u00dfe Didaktik, S. 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref109\" title=\"\">[109]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Johann Amos Comenius, Gro\u00dfe Didaktik, S. 1.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref110\" title=\"\">[110]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S.11.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref111\" title=\"\">[111]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik: Die Arithmetik dargestellt unter Ber\u00fccksichtigung kinderpsychologischer Erfahrungen w\u00e4hrend 25 Jahren = Psico-aritm\u00e9tica von Maria Montessori. Hrsg. und eingeleitet von Harald Baumann. Deutsche Erstausgabe der span. Orig.-Ausgabe von 1934. Thalwil\/Z\u00fcrich: Paedia media.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref112\" title=\"\">[112]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule. Darmstadt o. J., S. 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref113\" title=\"\">[113]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vergleiche auch: \u201eDie Geschichte der Sprache und der Schrift\u201c!<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref114\" title=\"\">[114]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 = stammesgeschichtliche Entwicklung der Menschheit.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref115\" title=\"\">[115]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zitiert nach Maria Montessori, Kosmische Erziehung, (hrsg. von Paul Oswald und G\u00fcnter Schulz-Benesch) Herder, Freiburg 1988.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref116\" title=\"\">[116]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verweis: Bruce Chatwin, Traumpfade, Hanser-Vlg.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref117\" title=\"\">[117]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8230; etwas auf dem Kerbholz haben &#8230;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref118\" title=\"\">[118]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Interessanterweise beginnt bei Maria Montessori das kindliche Z\u00e4hlen auch mit sogenannten festen Mengen, z.B. mit den blauroten Stangen. Hier ist auch eine Entsprechung der Ontogenese mit der Phylogenese im Montessori-Material zu erkennen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref119\" title=\"\">[119]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Knotenschn\u00fcre<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref120\" title=\"\">[120]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Georges Ifrah, Universalgeschichte der Zahlen, Campus.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref121\" title=\"\">[121]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 30.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref122\" title=\"\">[122]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 31.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref123\" title=\"\">[123]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hunderter, Zehner, Einer.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref124\" title=\"\">[124]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 36f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref125\" title=\"\">[125]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 49.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref126\" title=\"\">[126]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Es ist also wichtig, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass die Multiplikation eine Addition von gleichen Teilen ist.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref127\" title=\"\">[127]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 56.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref128\" title=\"\">[128]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hinweis: Soziale Organisation vor allem bei der Division durch mehrstellige Zahlen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref129\" title=\"\">[129]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Maria Montessori, Psychoarithmetik, S.61 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref130\" title=\"\">[130]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Maria Montessori, Psychoarithmetik, S. 91.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref131\" title=\"\">[131]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eichelberger, Harald, Handbuch zur Montessori-P\u00e4dagogik, Innsbruck 1997.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Entwicklungsp\u00e4dagogik schlie\u00dft eine Didaktik mit ein, die sich an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-23","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unterrichtsentwicklung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}