{"id":28,"date":"2013-12-28T17:29:45","date_gmt":"2013-12-28T17:29:45","guid":{"rendered":"?p=28"},"modified":"2013-12-28T17:29:45","modified_gmt":"2013-12-28T17:29:45","slug":"reformpaedagoginnen-reformpaedagogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=28","title":{"rendered":"Reformp\u00e4dagoginnen &#038; Reformp\u00e4dagogen"},"content":{"rendered":"<p>Reformp\u00e4dagoginnen &amp; Reformp\u00e4dagogen &#8211; siehe auch &#8211; http:\/\/www.blikk.it\/blikk\/angebote\/reformpaedagogik\/rpg10000.htm<\/p>\n<h1 align=\"right\">Harald Eichelberger<\/h1>\n<p>Reformp\u00e4dagoginnen &amp; Reformp\u00e4dagogen<\/p>\n<p><em>Bernfeld, Siegfried<\/em> \u2013 geb.: 7. Mai 1892 in Lemberg in Galizien zu \u00d6sterreich; gest.: 2. April 1953 in San Francisco. Von der Jugendbewegung beeinflusster Reformp\u00e4dagoge, Psychoanalytiker und Mitbegr\u00fcnder der modernen Jugendforschung und der Psychoanalytischen P\u00e4dagogik. Ergebnis seiner theoretischen und praktischen Arbeit ist der Zusammenhang zwischen Psychoanalyse und Sozialismus in kollektiver Selbstregulierung. Grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen \u00fcber die Zuwendung des P\u00e4dagogen zum Z\u00f6gling und \u00fcber die Grenzen der P\u00e4dagogik: \u201eSisyphos oder die Grenzen der Erziehung\u201c \u2013 Formulierung der antikapitalistischen Kritik an der P\u00e4dagogik, dass der Erfolg von Bildung und Erziehung eben nicht allein von der Erziehbarkeit der Kinder abh\u00e4ngt, sondern ganz ma\u00dfgeblich von den materiellen Voraussetzungen sowie von der historischen Verfasstheit des Bildungswesens.<\/p>\n<p><em>Blonskij, Pavel, Petrowitsch<\/em> \u2013 geb.: 14. Mai 1884 in Kiew; gest.: 15. Februar 1941 in Moskau. Russischer Reformp\u00e4dagoge und Begr\u00fcnder der Produktionsschule. Stellte mit der Gr\u00fcndung der Produktionsschule (auch Arbeitsschule) ein revolutionierendes Modell bereit. Die Arbeitsschule ist f\u00fcr Pavel Blonskij nicht nur methodisches Prinzip, sondern der p\u00e4dagogische Lebensnerv der Schule. P\u00e4dagogisches Prinzip ist die Einf\u00fchrung des Kindes in die Beherrschung der modernen industriellen Kultur; Ablehnung der Handwerk-Arbeitsschule; Arbeitsschule im Dienste einer fr\u00fchkindlichen Industriebildung: es sollen die nat\u00fcrlichen Spielw\u00fcnsche des Kindes in der industriellen Gesellschaft den vorherrschenden technischen Aktivit\u00e4tsformen in der Erwachsenenwelt entsprechen. Blonskij, Pavel, Petrovitsch: Die Arbeits-Schule. I. und II. Teil. Berlin 1921.<\/p>\n<p><em>Decroly, Ovide<\/em> \u2013 geb.: 23. Juni 1871 in Renaix; gest.: 12. September 1932 in Br\u00fcssel. Belgischer Arzt, Erzieher, Psychologe und (Reform)p\u00e4dagoge. Studien zur Psychologie des Kleinkindes; Vor\u00fcbungen zur Schulung der Aufmerksamkeit und Erziehung der Sinnesorgane. (S. auch. M. Montessori!) Einf\u00fchrung der \u201evisuellen Methode\u201c des Lesenlernens und Erfindung von Lernspielen; Ovide Decrolys Methoden stellen das Kind in den Mittelpunkt mit all seinen Bed\u00fcrfnissen, Interessen und Abwehrreaktionen. Die Erziehung durch das Leben f\u00fcr das Leben soll gew\u00e4hrleistet werden durch die kritische Teilhabe an typischen Lebensph\u00e4nomenen. Reformp\u00e4dagogische Absicht: Lernen ist das p\u00e4dagogisch gelenkte Leben.<\/p>\n<p><em>Dewey, John<\/em> \u2013 geb.: 20. Oktober 1859 in Burlington, Vermont; gest. 1. Juni 1952 in New York; US-amerikanischer Philosoph und P\u00e4dagoge. Philosophie und P\u00e4dagogik unter der Perspektive der Erziehung zur Demokratie; Demokratie ist f\u00fcr John Dewey erf\u00fclltes nicht entfremdetes Leben; dieses ist ohne Mitbestimmung nicht denkbar. Wesen der Demokratie: Intelligente Selbstf\u00fchrung. Erziehung ist Erziehung zur Selbstbestimmung. Das Lernen muss ganz und gar auf Erfahrung aufgebaut sein. Kinder lernen experimentierend in einer anregenden Lernumwelt die Realit\u00e4t und sich selbst entdecken und kennen. Lehrer\/innen in der Rolle des\/der Mitarbeiters\/in. P\u00e4dagogischer Ansatz: \u201eLearning by doing\u201c. Kooperation mit Helen Parkhurst (Daltonplan-P\u00e4dagogik). Dewey, John: Democracy and Education: An Introduction to the Philosophy of Education, New York 1915.<\/p>\n<p><em>Ferrer, Francisco <\/em>\u2013 geb.: 1859 in Katalanien; gest.: Oktober 1909 in Barcelona; Reformp\u00e4dagoge und Begr\u00fcnder einer anarchistisch-libert\u00e4ren Erziehung. Bef\u00fcrworter einer positivistischen Wissenschaft und K\u00e4mpfer f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und den Bau einer gerechten und freiheitlichen Gesellschaft. 1901 Gr\u00fcndung der \u201eEscuela Moderna\u201c in Barcelona. Tritt f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Emanzipation des Individuums ein. Bestreben, die Schule zu einem \u201eHaus des Volkes\u201c auszubauen \u2013 wurde damit Vorl\u00e4ufer der \u201eCommunity Education\u201c. Radikale Formulierung des Gedankens des Respekts, der W\u00fcrde und Freiheit des Kindes \u2013 die Erziehung soll vom Willen des Kindes ausgehen. Francisco Ferrer wurde als angeblicher R\u00e4delsf\u00fchrer der Juliunruhen 1909 in Barcelona hingerichtet.<\/p>\n<p><em>Ferriere, Adolphe<\/em> \u2013 geb.: 30. August 1879 in Genf; gest.: 16. Juni 1960 in Genf; Schweizer Lehrer und Reformp\u00e4dagoge. 1921 Mitbegr\u00fcnder des Weltbundes zur Erneuerung der Erziehung und Redakteur dessen Publikationsorgans \u201ePour l&#8217;\u00e8re nouvelle\u201c. Adolphe Ferriere besch\u00e4ftigte sich mit Fragen der religi\u00f6sen Psychologie und setzte sich f\u00fcr Sch\u00fclermitverantwortung und reformp\u00e4dagogische Unterrichtsmethoden ein. Er definiert das Landerziehungsheim als ein Internat auf dem Lande, das den Charakter der Familie beibeh\u00e4lt; die pers\u00f6nliche Erfahrung des Z\u00f6glings dient als Grundlage f\u00fcr die intellektuelle Erziehung; unter Zuhilfenahme der Handarbeit (Siehe Idee der \u201eArbeitsschule\u201c!) f\u00fchrt die sittliche Erziehung zu einer weitgehenden Selbstregulierung der Sch\u00fcler. Ferriere, Adolphe: Ecole active, 1922 (dt.: Tatschule, 1928).<\/p>\n<p><em>Freinet, C\u00e9lestin<\/em> \u2013 geb.: 15. Oktober 1896 in Gars in der Provence (Frankreich); gest.: 8. Oktober 1966 in Vence; franz\u00f6sischer Reformp\u00e4dagoge und Begr\u00fcnder der Freinet-P\u00e4dagogik, einer P\u00e4dagogik des Volkes. C\u00e9lestin Freinet \u00fcbernimmt von Ovide Decroly die Anregung, Texte zu drucken. Die Druckerpresse wird in der Folge zum Symbol der Freinet-P\u00e4dagogik \u2013 Publikation als politische Meinungs\u00e4u\u00dferung. \u00dcbernahme von Anregungen der deutschen Reformp\u00e4dagogik, von Hermann Lietz (Landerziehungsheim) und Georg Kerschensteiner (Arbeitsschule). Klasse als Kooperative oder Genossenschaft \u2013 lebendige Demokratie und selbst bestimmtes Lernen \u2013 p\u00e4dagogische Strategien f\u00fcr die Realisierung einer sozialistischen Gesellschaft. Lehrerinnen- und Lehrerbewegung nach dem Motto: Lehrer helfen Lehrern. Freinet, C\u00e9lestin: Die moderne franz\u00f6sische Schule, hrsg. v. Ferdinand Sch\u00f6ningh, Paderborn, 2. Auflage, 1979.<\/p>\n<p><em>Fr\u00f6bel, Friedrich Wilhelm August<\/em> \u2013 geb.: 21. April 1782 in Oberwei\u00dfbach\/Th\u00fcr. Wald; gest.: 21. Juni 1852 in Marienthal, Gemeinde Schweina; P\u00e4dagoge (Sch\u00fcler Pestalozzis), Begr\u00fcnder des Kindergartens und Vorl\u00e4ufer der Reformp\u00e4dagogik. Er f\u00fchrte die \u201eFreiarbeit\u201c in die P\u00e4dagogik ein. Entwicklung von Spielgaben. Ins Zentrum seiner P\u00e4dagogik stellte er das Spiel und dessen Bildungswert als typisch kindliche Lebensform. Sammlung von Mutter- und Koseliedern, um das kleine Kind in die Lebenswelt der Erwachsenen einzuf\u00fchren. Friedrich Fr\u00f6bel strebte danach, \u201edie Menschen ihnen selbst zu geben\u201c. Motto: Lasst uns unsern Kindern leben! Fr\u00f6bel, Friedrich: Durchgreifende, dem deutschen Charakter ersch\u00f6pfend gen\u00fcgende Erziehung ist das Grund- und Quellbed\u00fcrfnis des deutschen Volkes. Erfurt 1821.<\/p>\n<p><em>Gaudig, Hugo<\/em> \u2013 geb.: 5. Dezember 1860 in St\u00f6ckey im Harz; gest.: 2. August 1923 in Leipzig; Reformp\u00e4dagoge und Schulleiter in Leipzig, \u201eArbeitsp\u00e4dagoge\u201c. Zentralbegriff seines arbeitsp\u00e4dagogischen Konzeptes: Prinzip der \u201efreien geistigen T\u00e4tigkeit\u201c und der Selbstt\u00e4tigkeit. Nicht prim\u00e4r nur praktisches Tun, sondern die immanente geistige Schularbeit ist Prinzip f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Gestaltung des Schullebens. Vertreter einer \u201ePers\u00f6nlichkeitsp\u00e4dagogik\u201c. Die Methode der Lernenden ist das entscheidende Moment des Lernens. Gaudig, Hugo (Hg.): Freie geistige Schularbeit in Theorie u. Praxis. Breslau 1922.<\/p>\n<p><em>Geheeb, Paul<\/em> \u2013 geb.: 10. Oktober 1870 in Geisa\/Rh\u00f6n; gest.: 1. Mai 1961 in Goldern-Hasliberg\/Schweiz; deutscher Reformp\u00e4dagoge. Gemeinsam mit seiner Frau Edith Cassirer Gr\u00fcnder der Odenwaldschule; emigrierte 1934 in die Schweiz. Bildung ist nach Paul Geheeb ein \u201eSelbstwerdungsvorgang und Selbstwerdungsvollzug\u201c des einzelnen (Werde, wer du bist!) Kennzeichen der Odenwaldschule: Schulgemeinde als Versammlung der gesamten Heimgemeinschaft (Ort des Austauschs); Einrichtung eines \u201eWartesystems\u201c (z.B. Ordnungswart) und eines Kurssystems in der Schule. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte er mit der Ecole d&#8217;Humanit\u00e9 in Versoix (CH) (sp\u00e4ter in Goldern-Hasliberg) die Ans\u00e4tze der Odenwaldschule weiter. Paul Geheeb leitete diese Schule bis zu seinem Tod.<\/p>\n<p><em>Gl\u00f6ckel, Otto<\/em> \u2013 geb.: 8. Februar 1874 Pottendorf (Nieder\u00f6sterreich); gest.: 23. Juli 1935 in Wien; \u00f6sterreichischer Politiker und Schulreformer in der Ersten Republik. Als Initiant der Reformp\u00e4dagogik der Zwischenkiegszeit \u2013 der \u00f6sterreichischen Schulreform \u2013 war Otto Gl\u00f6ckel ein Verfechter der Gesamtschule und Gegner von Bildungsprivilegien sowie K\u00e4mpfer gegen die kirchliche Vormachtstellung in den \u00f6ffentlichen Schulen. Gl\u00f6ckel, Otto: Das Tor der Zukunft, Wien 1917.<\/p>\n<p><em>Hahn, Kurt Martin<\/em> \u2013 geb.: 5. Juni 1886 in Berlin; gest.: 14. Dezember 1974 in Salem; j\u00fcdisch-deutscher P\u00e4dagoge. Begr\u00fcnder der Erlebnisp\u00e4dagogik; Mitbegr\u00fcnder der Schule \u201eSchoss Salem\u201c \u2013 Konzeption eines Schulstaates (Integration der Idee der Landerziehungsheime in das p\u00e4dagogische Konzept). Ziel allen erzieherischen Tuns ist die Selbstverwirklichung, das Medium ist die Selbstverantwortung. In den \u201eSieben Salemer Gesetzen\u201c formulierte Kurt Hahn sein ganzheitliches Bildungskonzept. Hahn, Kurt: Erziehung und Verantwortung. Reden und Aufs\u00e4tze. Stuttgart: Klett o. J. [1958].<\/p>\n<p><em>Kerschensteiner, Georg Michael<\/em> \u2013 geb.: 29. Juli 1854 in M\u00fcnchen; gest.: 15. Januar 1932 in M\u00fcnchen; deutscher P\u00e4dagoge und Begr\u00fcnder des modernen Berufsschulwesens. Sein p\u00e4dagogischer Ansatz betont die unterrichtlichen Prinzipien der Selbstt\u00e4tigkeit, der Spontaneit\u00e4t und des manuellen Tuns. Die Arbeit als Bildungsform und p\u00e4dagogischer Begriff \u2013 angelegt als Korrektiv zur geisteswissenschaftlichen P\u00e4dagogik. Die Arbeitsschule soll die Schule der Zukunft sein:. Charakterformung durch geistiges T\u00e4tigsein im Sinne geistiger Arbeit. Erziehung zur Selbst\u00e4ndigkeit, zum Mut zur Selbstbehauptung und Neues und Ungewohntes aufzugreifen und zu den Arbeitstugenden Sorgfalt, Gr\u00fcndlichkeit und Umsicht. Kerschensteiner, Georg: \u201eDie staatsb\u00fcrgerliche Erziehung der deutschen Jugend\u201c (1901).<\/p>\n<p><em>Key, Ellen Karolina Sophie<\/em> \u2013 geb.: 11. Dezember 1849 in Sundsholm; gest.: 25. April 1926 in Strand, (V\u00e4tternsee); schwedische Reformp\u00e4dagogin und Schriftstellerin. Ellen Key widmet sich neben p\u00e4dagogischen Fragen auch den Problemen der Frauenemanzipation. Schul- und bildungspolitische Forderungen nach einer Gesamtschule als Schule der Zukunft. Diese Schule soll zur Bildung eines neuen Menschen beitragen \u2013 reformp\u00e4dagogische Idee der Weltverbesserung durch Erziehung. Ellen Key als Auftaktgeberin der p\u00e4dagogischen Reformbewegung \u2013 Blick f\u00fcr das Kind und die Bedeutung einer Erziehung, die sich an der Entwicklung des Kindes orientiert. Key, Ellen: Das Jahrhundert des Kindes. Deutsche Erstausgabe 1902, neu herausgegeben: Weinheim und Basel 1992.<\/p>\n<p><em>Kilpatrick, William Heard<\/em> \u2013 geb.: 20. November 1871 in White Plains (Georgia); gest.: 13. Februar 1965 in New York; US-amerikanischer P\u00e4dagoge; Sch\u00fcler, Kollege und Nachfolger von John Dewey. Entwicklung der Idee des Projektunterrichts mit John Dewey. Gemeinsame Publikation: \u201eDer Projektplan \u2013 Grundlegung und Praxis\u201c. William Heard Kilpatrick als Repr\u00e4sentant der \u201eProgressiv Education\u201c in den USA: Anwendung des zweckvollen Handelns im p\u00e4dagogischen Prozess \u2013 learning by doing (Siehe John Dewey!).\u00a0 Erziehungsidee: Der Mensch baut sich als urteilsf\u00e4hige Pers\u00f6nlichkeit in Wechselwirkung zwischen Eindruck und Ausdruck in kritischer Erfahrungssichtung auf.<\/p>\n<p><em>Korczak, Janusz<\/em> \u2013 eigentlich: Henryk Goldszmit \u2013 geb.: 22. Juli 1878 oder 1879 in Warschau; gest.: Anfang August 1942 im Vernichtungslager Treblinka; polnischer Arzt, Kinderbuchautor und Heimerzieher. Das Waisenhaus Dom Sierot wurde sein Lebensinhalt. Getragen von der j\u00fcdischen Gesellschaft \u201eHilfe f\u00fcr die Waisen\u201c nahm es j\u00fcdische Kinder bis zum Alter von 14 Jahren auf \u2013 prinzipielle Kinderrechte in einem Modell einer Kinderrepublik (z.B. Gerichtsbarkeit). Janusz Korczak begleitete 1942 die Kinder des Waisenhauses in das Vernichtungslager Treblinka und wurde mit seinen Kindern von den Nationalsozialisten ermordet. \u2026 \u201edie Welt zu reformieren, hie\u00dfe, das Erziehungssystem zu reformieren\u201c. Korczak, Janusz: K\u00f6nig H\u00e4nschen der Erste. Auch: K\u00f6nig Maciu der Erste; poln. Erstausgabe Kr\u00f3l Maciu? Pierwszy 1923.<\/p>\n<p><em>Lane, Homer<\/em> \u2013 geb.: 1875; gest.: 1925; Vorl\u00e4ufer der Arbeitsschulbewegung, Sj\u00f6d-Lehrer (Handfertigkeitsunterricht) \u2013 eines der ersten arbeitsunterrichtlichen Verfahren reformp\u00e4dagogischer Pr\u00e4gung; dorf\u00e4hnliche Erziehungsgemeinschaft \u201eLittle Commonwealth\u201c in Dorset. Homer Lane beeinflusste auch Alexander Sutherland Neill, den Begr\u00fcnder der antiautorit\u00e4ren Internatsschule Summerhill. Homer Lane als Begr\u00fcnder der \u201eImplosionsmethode\u201c: Anbahnung der Heilung des Kindes durch nahezu grenzenloses Gew\u00e4hrenlassen. (\u201eExplosionsmethode\u201c \u2013 siehe Anton Semjonowitsch Makarenko!)<\/p>\n<p><em>Lietz, Hermann<\/em> \u2013 geb.: 28. April 1868 in Dumgenewitz auf R\u00fcgen; gest.: 12. Juni 1919 in Haubinda; deutscher Reformp\u00e4dagoge und Gr\u00fcnder der deutschen Landerziehungsheime f\u00fcr Jungen. Der Ausgangspunkt der Landerziehungsheime ist die Kritik an der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. Landerziehungsheime als eine \u201eEigenwelt der Erziehung\u201c. So genannte \u201eRettungsp\u00e4dagogik\u201c \u2013 Landerziehungsheim als \u201eeducational laboratory\u201c f\u00fchrt zu einem \u201ehigher type of human being\u201c. Vorbild: New School Abbotholme, gegr\u00fcndet von Cecil Reddie. Hermann Lietz: Des Vaterlandes Not und Hoffnung. Veckenstedt 1919.<\/p>\n<p><em>Makarenko, Anton Semjonowitsch<\/em> \u2013 geb.: 1. M\u00e4rz\/13. M\u00e4rz 1888 in Belopole, Oblast Sumy, Ukraine; gest.: 1. April 1939 in Moskau, (Sowjetunion); sowjetischer P\u00e4dagoge und Schriftsteller. Entwicklung einer sozialistischen Kollektiverziehung, in der das gesamte Kollektiv, ob in der Familie oder einer Einrichtung, zum wichtigsten Instrument einer Erziehung zu einer entwickelten Pers\u00f6nlichkeit wird. Die Erziehung ist gepr\u00e4gt von einer Einheit aus freiwilligem Gehorsam sowie Selbstverwaltung und n\u00fctzlicher Arbeit. Bef\u00fcrworter der \u201eExplosionsmethode\u201c \u2013 von starken Emotionen begleitete Reaktion des Erziehers. Makarenko, Anton Semjonowitsch: Ein p\u00e4dagogisches Poem. Der Weg ins Leben. O.O., 1933-1935.<\/p>\n<p><em>Montessori, Maria<\/em> \u2013 geb.: 31. August 1870 in Chiaravalle bei Ancona; gest.: 6. Mai 1952 in Noordwijk aan Zee); italienische \u00c4rztin, Reformp\u00e4dagogin, Philosophin und Philanthropin. Sie entwickelte die Montessorip\u00e4dagogik, eine P\u00e4dagogik der Individualisierung. Begr\u00fcnderin und Erfinderin der Montessori-Methode in den \u201eCasa dei bambini\u201c und der Entwicklungsmaterialien. Betonung der p\u00e4dagogischen Bedeutung einer vorbereiteten Umgebung; Entdeckung der \u201ePolarisation der Aufmerksamkeit\u201c, deren experimenteller Erforschung sie einen Gro\u00dfteil ihrer weiteren Arbeit widmete. Erkenntnis des absorbierenden Geistes, der Kinder zur Selbstsch\u00f6pfung bef\u00e4higt. Beachtung der Bedeutung der sensiblen Phasen f\u00fcr die kindliche Entwicklung. Montessori, Maria: Il metodo della pedagogia scientifica (1909; 3. Aufl. 1926); dt.: Selbstt\u00e4tige Erziehung im fr\u00fchen Kindesalter, hrsg. auch unter dem Titel: La scoperta del bambino (1950; 7. Aufl. 1966); dt.: Die Entdeckung des Kindes (1969; 4. Aufl. 1974).<\/p>\n<p><em>Neill, Alexander Sutherland<\/em> \u2013 geb.: 17. Oktober 1883 in Forfar \/ Schottland; gest.: 23. September 1973 in Aldeburgh \/ Suffolk; P\u00e4dagoge und langj\u00e4hriger Leiter der von ihm gegr\u00fcndeten demokratischen Schule Summerhill in Leiston (Suffolk). Seine P\u00e4dagogik ist beeinflusst von Erkenntnissen der Psychoanalyse. P\u00e4dagogik des Gew\u00e4hrenlassens. Alexander Sutherland Neill wird (in Deutschland) als Begr\u00fcnder der antiautorit\u00e4ren Erziehung betrachtet. Neill, Alexander, Sutherland: Theorie und Praxis der antiautorit\u00e4ren Erziehung. Das Beispiel Summerhill, Reinbek bei Hamburg 1969.<\/p>\n<p><em>Parkhurst, Helen \u2013 <\/em>geb.: 8. M\u00e4rz 1886 in Durand in Wisconsin; gest.: 1973 in New Milford in Connecticut; US-amerikanische Reformp\u00e4dagogin. Zusammenarbeit von Maria Montessori\u00a0und Helen Parkhurst\u00a0in den Vereinigten Staaten von Amerika. Entwicklung des \u201eLaboratory Plans\u201c, der Idee der \u201eChildrens University\u201c und schlie\u00dflich in Dalton des so genannten Daltonplans unter Mitarbeit von John Dewey. Kein p\u00e4dagogisches Konzept, sondern \u201ea way of life\u201c \u2013 Prinzipen: \u201eFreedom\u201c, \u201eCo-operation\u201c und \u201eBudgeting time\u201c. Kinder lernen in Freiheit nach einem von der Lehrerin \/ dem Lehrer (gemeinsam) entwickelten Pensum (assignment). Umfassende und erfolgreiche schulentwicklerische T\u00e4tigkeit auch in den Niederlanden. Parkhurst, Helen: \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c. New York 1922.<\/p>\n<p><em>Petersen, Peter<\/em> \u2013 geb.: 26. Juni 1884 in Gro\u00dfenwiehe bei Flensburg; gest.: 21. M\u00e4rz 1952 in Jena; Reformp\u00e4dagoge und Schulgr\u00fcnder. Peter Petersen entwickelte an der Universit\u00e4t Jena den so genannten Jena-Plan. Der Jena-Plan Peter Petersens ist eine \u201eAusgangsform\u201c zur Schulentwicklung. Peter Petersen ersetzte die Jahrgangsklasse durch altersheterogene Stammgruppen und den \u201eFetzenstundenplan\u201c durch einen rhythmischen Wochenarbeitsplan gest\u00fctzt auf die Bildungsgrundformen Spiel, Gespr\u00e4ch, Arbeit und Feier. Gleichzeitig schaffte er das \u201eSitzenbleiberelend\u201c in den Schulen ab. Stand mit C\u00e9lestin Freinet lebenslang in Briefkontakt. Autor des auflagenreichsten Buchs der p\u00e4dagogischen Geschichte: Petersen, Peter: Der Kleine Jena-Plan. (1927) 56. \u2013 60.- Auflage, Weinheim 1980.<\/p>\n<p><em>Reddie, Cecil<\/em> \u2013 geb.: 1858 in London; gest.: 1932 in der \u201eWelwyn Garden City\u201c. Reformp\u00e4dagoge und Gr\u00fcnder des ersten Landerziehungsheims Abbotsholme in England. Pionier der Landerziehungsheime \u2013die lebendig gestaltete Schule C. Reddies. Wandte sich mit seinem Modell vor allem gegen die alte und \u00fcberkommene Internatserziehung. Einfluss auf Hermann Lietz und damit auch die deutschen Landerziehungsheime.<\/p>\n<p><em>Reichwein, Adolf<\/em> \u2013 geb.: 3. Oktober 1898 in Bad Ems; gest.: am 20. Oktober 1944 in Berlin-Pl\u00f6tzensee hingerichtet; deutscher P\u00e4dagoge, Wirtschaftswissenschaftler und Kulturpolitiker (SPD). Unterrichtsversuche in Tiefensee in Brandenburg im Sinne der Reformp\u00e4dagogik und speziell der Arbeitsp\u00e4dagogik und Projektarbeit \u2013 von der Wandervogelbewegung beeinflusst. Unterrichtskonzept gepr\u00e4gt von der Arbeitsschulp\u00e4dagogik mit Schwerpunkt in handlungsorientiertem Unterricht, Schulgarten und jahrgangs\u00fcbergreifenden Vorhaben. Viele Unterrichtsfilme! Mitglied des Kreisauer Kreises \u2013 Widerstand gegen Hitler. 1944 nach Prozess vor dem Volksgerichtshof hingerichtet. Reichwein, Adolf: Schaffendes Schulvolk. Kohlhammer, Stuttgart\/Berlin 1937.<\/p>\n<p><em>Steiner, Rudolf<\/em> \u2013 geb.: 27. Februar 1861 in Donji Kraljevec, Kroatien (Medjimurje), damals Kaisertum \u00d6sterreich; gest.: 30. M\u00e4rz 1925 in Dornach, (Schweiz);\u00f6sterreichischer Philosoph, P\u00e4dagoge, Naturwissenschaftler und Esoteriker. Er begr\u00fcndete die Anthroposophie, eine gnostische Weltanschauungslehre. Begr\u00fcnder des Waldorf-Kindergartens und der Waldorf-Schule, benannt nach der ersten Kindergartengr\u00fcndung an der Stuttgarter Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik. Lehrerorientierte P\u00e4dagogik, die sich ausschlie\u00dflich nach dem philosophischen Weltgeb\u00e4ude des Begr\u00fcnders Rudolf Steiner, der Anthroposophie, richtet.<\/p>\n<p>Suchomlinski, Wassili \u2013 geb.: 1918; gest.: 1970; der herausragende Alternativp\u00e4dagoge der Ukraine im 20 Jahrhundert. \u201eSchule der Freude\u201c, da sie gr\u00f6\u00dftenteils unter freiem Himmel stattfindet. Der P\u00e4dagoge geht auf die famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse ein und ber\u00fccksichtigt die Anlagen eines jeden einzelnen Kindes. Sein vorwiegendes Erziehungsmittel ist die freie Natur. Erziehungsziel ist der selbst\u00e4ndig denkende, g\u00fctige Mensch. Suchomlinski, Wassili: Mein Herz geh\u00f6rt den Kindern. O.O. O.J.<\/p>\n<p><em>Wagenschein, Martin<\/em> \u2013 geb.: 3. Dezember 1896 in Gie\u00dfen; gest.: 3. April 1988 in Trautheim zu M\u00fchltal (Hessen); P\u00e4dagoge und Mathematiker und Physiker; Begr\u00fcnder des Exemplarischen Unterrichts. Entscheidende Anregungen von Paul Geheebs Freier Schulgemeinde Odenwaldschule. Im exemplarischen Unterricht wird der Unterrichtsstoff in Exempel geordnet, in das Wesentliche, das Grunds\u00e4tzliche, das Anwendbare des Lernens. Bestimmende Elemente des Exemplarischen Lehrens sind das genetische Verfahren und das sokratische Fragen, die Maieutik (Hebammenkunst). Priorit\u00e4t des Lernens von Methoden und des Lernen des Lernens ausgehend von der Wahrnehmung der Ph\u00e4nomene und des Staunens \u00fcber dieselben. Wagenschein, Martin: Erinnerungen f\u00fcr morgen, Beltz-Vlg., Weinheim 1983.<\/p>\n<p><em>Washburne, Carleton Wolsey <\/em>\u2013 geb.: 2. Dezember 1889 in Chicago; gest.: 17. November 1968 in Okemos (Mich., USA); Reformp\u00e4dagoge und Begr\u00fcnder des Winnetkaplans. Sch\u00fcler von John Dewey; mit dem so genannten Winnetkaplan (Winnetka in Illinois) nahm er sich besonders der Fr\u00fcherziehung der Kinder und der allgemeinen Schulreform an. Ber\u00fccksichtigung der Sozialerziehung aber auch die Individualit\u00e4t des Sch\u00fclers. Aufteilung der Arbeitszeit in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einzelarbeit\" title=\"Einzelarbeit\">Einzelarbeit<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppenarbeit\" title=\"Gruppenarbeit\">Gruppenarbeit<\/a>. Abl\u00f6sung der Altersklassen durch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Leistungsgruppen&amp;action=edit\" title=\"Leistungsgruppen\">Leistungsgruppen<\/a>, in denen die Sch\u00fcler die Freiheit der Wahl ihrer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Arbeitsgebiete&amp;action=edit\" title=\"Arbeitsgebiete\">Arbeitsgebiete<\/a> haben. Der Lehrer hat hier nur die Rolle des Helfers. Wichtig: Integration der Sch\u00fcler in die Gemeinschaft. Reformp\u00e4dagogische Richtlinien zur Lehrerbildung. Washburne, Carleton: New Schools in the Old World. O.O. 1926.<\/p>\n<p><em>Wyneken, Gustav Adolf<\/em> \u2013 geb.: 19. M\u00e4rz 1875 in Stade; gest.: 8. Dezember 1964 in G\u00f6ttingen; deutscher Reformp\u00e4dagoge und Sozialerzieher. Gustav Wyneken kreiert den Begriff der \u201eJugendkultur\u201e gegen die Unterw\u00fcrfigkeit der wilhelminischen Zeit wie auch gegen Schule und Familie. Wyneken, G. A.: Der Kampf f\u00fcr die Jugend. Gesammelte Aufs\u00e4tze. Jena 1920.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reformp\u00e4dagoginnen &amp; Reformp\u00e4dagogen &#8211; siehe auch &#8211; http:\/\/www.blikk.it\/blikk\/angebote\/reformpaedagogik\/rpg10000.htm Harald Eichelberger [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-28","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reformpaedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}