{"id":29,"date":"2014-01-01T17:49:08","date_gmt":"2014-01-01T17:49:08","guid":{"rendered":"?p=29"},"modified":"2014-01-01T17:49:08","modified_gmt":"2014-01-01T17:49:08","slug":"die-freinet-paedagogik-als-konzept-der-politischen-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=29","title":{"rendered":"Die Freinet-P\u00e4dagogik als Konzept der (politischen) Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p>Die Freinet-P\u00e4dagogik stellt einen Zusammenhang von P\u00e4dagogik und Politik, von Schule und Erziehung zur Demokratie her. Sie gibt den Kindern das Wort und damit das Bewusstsein, dass sie ihre Gesellschaft ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Die Freinet-P\u00e4dagogik ist ein Konzept f\u00fcr jede Schule.<\/p>\n<p>Wie andere Reformp\u00e4dagogen auch hat C\u00e9lestin Freinet fr\u00fch erkannt, dass nicht eine neue Lehr- und Lernmethode im Mittelpunkt einer neuen P\u00e4dagogik stehen kann, sondern im Sinne einer \u201ekopernikanischen Wende\u201c in der P\u00e4dagogik das Kind und dessen individuelle Entwicklung in einer bestimmten Gesellschaft in das Blick- und Handlungsfeld des P\u00e4dagogen ger\u00fcckt werden muss. So kann davon aus heutiger Sicht ausgegangen werden, dass auch C\u00e9lestin Freinet \u2013 wie Maria Montessori \u2013 kein F\u00f6rder- oder Lernkonzept erstellt hat, sondern ein Entwicklungskonzept des Kindes. Doch es gen\u00fcgt beiden genannten P\u00e4dagogen nicht, von den Interessen und Bed\u00fcrfnissen des Kindes allein auszugehen, sondern ihre P\u00e4dagogik manifestiert sich darin, dass sie versuchen, dem Kind <em>das<\/em> f\u00fcr die Entwicklung in p\u00e4dagogischer Verantwortung bereitzustellen und zu geben, was es in seinem Alter aktuell f\u00fcr seine Entwicklung braucht.<\/p>\n<p>Zitiert aus: Eichelberger, Harald (Hrsg.): <em>Freinet-P\u00e4dagogik und die moderne Schule<\/em>. Innsbruck 2003, Studienverlag.<\/p>\n<h4 align=\"right\">Harald Eichelberger (Eva Filice)<\/h4>\n<h1>Die Freinet-P\u00e4dagogik als Konzept der (politischen) Ver\u00e4nderung<\/h1>\n<p>Die Freinet-P\u00e4dagogik stellt einen Zusammenhang von P\u00e4dagogik und Politik, von Schule und Erziehung zur Demokratie her. Sie gibt den Kindern das Wort und damit das Bewusstsein, dass sie ihre Gesellschaft ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Die Freinet-P\u00e4dagogik ist ein Konzept f\u00fcr jede Schule.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dieses Kapitel mit einem Zitat C\u00e9lestin Freinets beginnen, das diesen gro\u00dfen P\u00e4dagogen Frankreichs und international anerkannten Reformp\u00e4dagogen charakterisiert:<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eMein einziges p\u00e4dagogisches Talent besteht vielleicht darin, dass ich eine so gute Erinnerung an meine jungen Jahre bewahrt habe. Ich f\u00fchle und verstehe als Kind die Kinder, die ich erziehe. Die Probleme, die sich stellen und die f\u00fcr die Erwachsenen ein so gro\u00dfes R\u00e4tsel sind, stelle ich mir auch selbst und erinnere mich dabei an die Zeit, als ich acht Jahre alt war, und so lege ich als Erwachsener und gleichzeitig als Kind \u00fcber die Systeme und Methoden hinweg, unter denen ich so sehr litt, die Irrt\u00fcmer einer Wissenschaft offen, die ihre Urspr\u00fcnge verga\u00df und verkannte.\u201c<a href=\"#_ftn1\" title=\"\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>\u00dcber C\u00e9lestin Freinet<\/h2>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1896<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>C\u00e9lestin Freinet wird in S\u00fcdfrankreich geboren, seine Eltern waren Bauern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1913<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Studium am Lehrerbildungsseminar, dem sogenannten Ecole Normale<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1915<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Kriegsdienst \u2013 wird durch einen Lungenschuss schwer verwundet; erh\u00e4lt<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1920<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>in Bar-sur-Loup eine erste Anstellung als Lehrer.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Lernt den belgischen Arzt und P\u00e4dagogen Ovide Decroly kennen, der schon begonnen hatte, Sch\u00fcleraufs\u00e4tze zu drucken.<\/p>\n<p>Ebenso Anregungen durch die deutsche Reformp\u00e4dagogik, vor allem von Hermann Lietz und dessen Landerziehungsheim; Besuch in Hamburg-Altona. Lernt Paul Geheeb kennen, Mitarbeiter von Lietz und Begr\u00fcnder der Odenwaldschule und den Schweizer Adolphe Ferri\u00e8re, Autor von \u201eL\u00b4Ecole active\u201c. Anregung f\u00fcr C\u00e9lestin Freinetf\u00fcr sein Werk \u201eL\u00b4Education du Travail\u201c.<\/p>\n<p>Ferri\u00e8re zeigte auf, wie die Forderung Kerschensteiners \u201eDie Schule der Zukunft wird die Arbeitsschule sein\u201c praktisch verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p>Freinet studiert intensiv die Reformbestrebungen anderer L\u00e4nder und lernt 1923 auch Peter Petersen in Hamburg kennen. Mit Peter Petersen pflegt C\u00e9lestin Freinet bis zu seinem Tod eine intensive Brieffreundschaft und einen regen Gedankenaustausch.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1928<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>wird C\u00e9lestin Freinet nach St. Paul versetzt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1934\/35<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Gr\u00fcndung des Landerziehungsheimes in Vence bei Cannes. In Folge Entwicklung der Freinet-P\u00e4dagogik, einer P\u00e4dagogik des Volkes.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1941 \u2013 44<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Arbeit in der franz\u00f6sischen Widerstandsbewegung (R\u00e9sistance)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>Nach 1945<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Wiederer\u00f6ffnung des Landerziehungsheimes in Vence<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>Wissenschaftliche T\u00e4tigkeit und Publikationen zu P\u00e4dagogik und p\u00e4dagogischer Psychologie mit seiner Frau Elise Freinet<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"99\">\n<p>1966<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"439\">\n<p>C\u00e9lestin Freinet stirbt und hinterl\u00e4sst eine weltweit lebendige p\u00e4dagogische Bewegung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1>Grundgedanken der Freinet-P\u00e4dagogik<\/h1>\n<p>Wie andere Reformp\u00e4dagogen auch hat C\u00e9lestin Freinet fr\u00fch erkannt, dass nicht eine neue Lehr- und Lernmethode im Mittelpunkt einer neuen P\u00e4dagogik stehen kann, sondern im Sinne einer \u201ekopernikanischen Wende\u201c in der P\u00e4dagogik das Kind und dessen individuelle Entwicklung in einer bestimmten Gesellschaft in das Blick- und Handlungsfeld des P\u00e4dagogen ger\u00fcckt werden muss. So kann davon aus heutiger Sicht ausgegangen werden, dass auch C\u00e9lestin Freinet \u2013 wie Maria Montessori \u2013 kein F\u00f6rder- oder Lernkonzept erstellt hat, sondern ein Entwicklungskonzept des Kindes. Doch es gen\u00fcgt beiden genannten P\u00e4dagogen nicht, von den Interessen und Bed\u00fcrfnissen des Kindes allein auszugehen, sondern ihre P\u00e4dagogik manifestiert sich darin, dass sie versuchen, dem Kind <em>das<\/em> f\u00fcr die Entwicklung in p\u00e4dagogischer Verantwortung bereitzustellen und zu geben, was es in seinem Alter aktuell f\u00fcr seine Entwicklung braucht.<\/p>\n<p>Beide P\u00e4dagogen gehen interessanterweise von dem Begriff der Arbeit aus. Finden wir bei Maria Montessori die Arbeit an sich selbst (gemeint ist das Kind \u2013 Verf.) und das Konzept der \u201e\u00dcbungen des t\u00e4glichen Lebens\u201c und das der \u201eSinnesschulung\u201c, so betont C\u00e9lestin Freinet den hohen positiven Wert der zielgerichteten und planvollen Arbeit an konkreten Problemen f\u00fcr jeden Menschen, so auch f\u00fcr Kinder. Nach Freinets \u00dcberzeugung strebt das Kind von Anfang an danach, mit den Eltern und wie sie zu arbeiten und es ihnen gleichzutun. So beruht auch Freinets P\u00e4dagogik f\u00fcr das breite Volk auf der Einrichtung einer Arbeitsschule. Er will sinnvolle, sch\u00f6pferische, das Kind entfaltende Arbeit zum zentralen Inhalt der Schule machen.<\/p>\n<p>Erlauben wir uns an dieser Stelle einen kleinen Exkurs zum eigentlichen geistigen Vater der sogenannten Arbeitsschule Georg Kerschensteiner, der dem Begriff der Arbeit eine spezifisch p\u00e4dagogische Bedeutung gegeben hat, die auch in der Freinet-P\u00e4dagogik ihre G\u00fcltigkeit bewahren wird. Es gen\u00fcgt demnach nicht, im Unterricht einfach nur t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>\u201eDas Wort von der P\u00e4dagogik der Tat wurde zun\u00e4chst gepr\u00e4gt. Bald aber hatte es dem neuen Schlagwort Platz zu machen, dem Schlagwort vom Arbeitsunterricht als Prinzip, worunter man die Verbindung von einer F\u00fclle manueller T\u00e4tigkeiten mit allen herk\u00f6mmlichen Unterrichtsgegenst\u00e4nden verstand. Schon diese grobe Ver\u00e4u\u00dferlichung des Begriffes \u201eArbeitsunterricht\u201c als eines Unterrichts in rein manueller Besch\u00e4ftigung zeigte, wie wenig das Wesen des Begriffes der Arbeitsschule erfasst worden war. &#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Weil Arbeiten gew\u00f6hnlich eine manuelle T\u00e4tigkeit ist, so glaubte man, das Problem der Arbeitsschule damit gel\u00f6st zu haben, dass man mit jedem herk\u00f6mmlichen Unterrichtsgebiet der Schule irgendwelche manuelle T\u00e4tigkeit verband. &#8230; Aber so wenig man sich den Begriff des kategorischen Imperativs erarbeitet, wenn man einen Holzschnitt von Kant nachzeichnet, ebenso wenig treffen die erw\u00e4hnten manuellen Arbeiten den Geist des Arbeitsprinzips. Manuelle Arbeit ist im Dienste eines Unterrichtszweiges nur da \u201ebildend\u201c, wo Begriffe und Erkenntnisse aus Tatsachen der t\u00e4glichen Erfahrung herauswachsen und das Vorstellungsmaterial aus sinnlicher Beobachtung gewonnen werden muss. Alle im Laufe der Zeiten entwickelten geistigen Arbeitsgebiete haben ihre eigenen spezifischen Arbeitsweisen. Das Arbeitsprinzip ist nur dann gewahrt, wenn die Arbeit beim Eindringen in die Vorstellungskreise und in die Denkungsweise dieses Gebietes den Arbeitsmethoden angepasst ist, die sich innerhalb jener Geistesgebiete mit psychologischer Notwendigkeit entwickelt haben.\u201c<a href=\"#_ftn2\" title=\"\"><sup><strong><sup>[2]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber in diesem Zusammenhang ausdr\u00fccklich darauf hinweisen, dass der Arbeitsbegriff C\u00e9lestin Freinets eher einer politisch-marxistischen Pr\u00e4gung entspringt: Arbeit ist in diesem Sinne f\u00fcr C\u00e9lestin Freinet ein Grundrecht des Menschen und deshalb in der Schule ein durchgehendes Prinzip; Arbeit ist ein wesentlicher Teil der Menschenw\u00fcrde.<\/p>\n<p>Schulisches Lernen in einer Freinet-Klasse ist in einem hohen Ma\u00df handlungsorientiert und immer von dem Lernenden selbst bestimmt. Freinet geht auch davon aus, dass jedes Kind die wichtigen Erfahrungen in seinem Leben selbst machen muss und dass jedes Kind ein grunds\u00e4tzliches Recht hat, Wahrheiten selbst zu entdecken. Lebendiges Lernen besteht f\u00fcr Freinet darin, dass das Kind -eingebunden in die emotionellen und sozialen Beziehungen seiner Gruppe(n) und in enger Verbindung zu seinem Milieu \u2013 daran geht, die Beschaffenheit seiner Welt, ihre Werte und Beziehungen herauszufinden. Doch Freinet-P\u00e4dagogik hei\u00dft auch, ein Bewusstsein dar\u00fcber zu entwickeln, dass diese Welt durch meine (des Sch\u00fclers \u2013 Verf.) \u201epolitische\u201c Arbeit ver\u00e4nderbar ist.<\/p>\n<p>Soll Lernen und Arbeiten f\u00fcr Kinder eine seine Individualit\u00e4t entwickelnde Bedeutung haben, so muss es im \u201eHier und Jetzt\u201c stattfinden und sehr wohl auch den Bed\u00fcrfnissen und Interessen der Kinder entsprechen. So wird auch der Unterricht in der Freinet-P\u00e4dagogik erfahrungsorientiert, sachbezogen und f\u00fcr das Kind sinnvoll erlebbar sein. So wird zum Beispiel die Kulturtechnik des Schreibens immer auf ein Gegen\u00fcber gerichtet sein, dem ich etwas mitteilen kann, mit dem ich etwas austauschen kann. Wozu schreiben wir in der herk\u00f6mmlichen Schule, wenn es au\u00dfer der Lehrerin keiner liest und am Ende des Schuljahres das Heft weggeworfen wird?<\/p>\n<p>Freinets P\u00e4dagogik verwendet gro\u00dfe Sorgfalt und umfangreiche Mittel darauf,<\/p>\n<ul>\n<li>Suchbewegungen anzubahnen,<\/li>\n<li>Neugierverhalten zu ermutigen und<\/li>\n<li>Erfahrungslernen zu unterst\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die differenzierten Arbeitsmittel, die dazu entwickelt wurden und die besonderen Organisationsformen der Klasse erlauben es jedem Kind, gem\u00e4\u00df seinen Interessen, seinen Talenten und seinem individuellen Lernrhythmus vorzugehen.<\/p>\n<p>Dazu wird es notwendig sein, das Klassenzimmer vollst\u00e4ndig umzugestalten (siehe unten stehendes Beispiel!). Aus dem Klassenzimmer wird ein ansprechender Lernraum werden, der viel eher einer Werkstatt \u00e4hnelt, in der entdeckendes und forschendes Lernen m\u00f6glich ist und in der eine freudige und entspannte Atmosph\u00e4re herrscht.<\/p>\n<p>Das Wissen in einer Freinet-Klasse kommt nicht mehr nur vom Lehrer allein. Es ist viel wichtiger, dass die Kinder lernen k\u00f6nnen, wie sie sich Wissen aneignen k\u00f6nnen mit verschiedenen Arbeitsmaterialien, mit B\u00fcchern, Informationsheften und Nachschlagewerken. Es ist nicht wichtig, dass ich immer wieder \u201eWissen\u201c serviert bekomme und dieses reproduzieren kann, sondern dass ich lerne, wie ich mir \u201eWissen\u201c selbst\u00e4ndig erarbeiten kann und dieses \u201eWissen\u201c auch einer Selbstkontrolle unterziehen kann. Wissen ist lebensnotwendig, daher steht das Lernen von gezieltem, selbst\u00e4ndigem Lernen im Vordergrund der Freinet-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>Im Verst\u00e4ndnis C\u00e9lestin Freinets ist Schule keinesfalls ein Schonraum, sondern hei\u00dft, stellvertretend in der Schule viel f\u00fcr und \u00fcber das wirkliche Leben zu lernen und bei aller Freiheit zur individuellen Entwicklung die Verpflichtungen akzeptieren und damit umgehen zu lernen. Es gibt die Verpflichtungen, die Schule zu besuchen, selbst gesteckte Ziele zu verantworten, das Gruppenleben zu organisieren und Entscheidungen zu treffen, und &#8230; In diesem Sinne ist die Freinet-P\u00e4dagogik keineswegs eine P\u00e4dagogik des Gew\u00e4hrenlassens, sondern eine Erziehung zu Selbstbestimmung und Selbstverantwortung des Menschen und in dieser Aufgabenstellung im h\u00f6chsten Ma\u00dfe modern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Gedanken zur Unterrichtskonzeption<\/h2>\n<p>Die p\u00e4dagogischen Grundideen C\u00e9lestin Freinets zielen auf \u201eoffene und befreiende Erziehung\u201c ab und manifestieren sich im konkreten Unterricht in den folgenden Realisierungen. Dabei muss ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen werden, dass C\u00e9lestin Freinet seine P\u00e4dagogik als P\u00e4dagogik des Volkes und damit auch als eine P\u00e4dagogik f\u00fcr die Regelschule verstanden wissen wollte. Freinet-P\u00e4dagogik war niemals und ist auch heute keine P\u00e4dagogik f\u00fcr die, die es \u201esich leisten\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Sch\u00fcler sitzen nicht mehr passiv in ihren B\u00e4nken und warten auf die Auftr\u00e4ge eines Lehrers, die sie dann in ihren B\u00fcchern und Heften arbeiten, sondern sie gehen im Unterricht alleine, zu zweit oder in Gruppen verschiedenen Arbeiten nach, die sie sich selbst gew\u00e4hlt haben. Sie drucken Texte, arbeiten Referate aus, f\u00fchren Experimente durch, arbeiten an einem Mathematiklehrgang oder \u00fcben auch handwerkliche T\u00e4tigkeiten aus. Die Arbeiten sind f\u00fcr die Sch\u00fcler nicht sinnentleert. Sie haben sie selbst gew\u00e4hlt und damit einen wichtigen Schritt zu einer selbstbestimmten Arbeit, zur eigenen selbstbestimmten Entwicklung und meist auch zu einer kooperativen Arbeit getan.<\/li>\n<li>Die Arbeitsmittel sind nicht mehr nur Schulb\u00fccher und Schulhefte, sondern in der Freinet-P\u00e4dagogik vor allem eben die Druckerpresse, der Schreibcomputer, eine Dokumentensammlung, die Arbeitsbibliothek, verschiedenartige Werkzeuge und Materialien, Lehrg\u00e4nge und dgl. mehr. Die Arbeit der Kinder ist im Vergleich zum verbalistischen Unterricht das vorherrschende Element in der Lerngruppe. Die herk\u00f6mmliche F\u00e4chertrennung ist meist aufgehoben, eine altersheterogene Einteilung der Sch\u00fcler in Lerngruppen erm\u00f6glicht und erleichtert eine intensive Zusammenarbeit der Sch\u00fcler. Die Arbeit der Sch\u00fcler wird nach M\u00f6glichkeit in einer gleichgewichtigen Verbindung von manuellen, intellektuellen und k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeiten vor sich gehen \u2013 wie bei Pestalozzi: Lernen mit Kopf, Herz und Hand.<\/li>\n<li>Der Unterricht wird von Lehrern und Sch\u00fclern als gemeinsames Vorgehen konzipiert. Wochenplanung, Tagesplanung, Exkursionen, Klassenrat, Morgenkreis, Klassentagebuch usw. helfen dabei. Es werden Gruppenarbeiten und auch Einzelarbeiten vorkommen. Die herk\u00f6mmliche Einteilung des Unterrichts in F\u00e4cher und Stunden, in denen diese F\u00e4cher dann gehalten werden, entf\u00e4llt zugunsten einer entsprechenden Planung der Lerngruppe.<\/li>\n<li>Die Unterrichtsplanung wird prinzipiell von den Interessen und den Bed\u00fcrfnissen der Sch\u00fcler ausgehen, wobei der (staatliche) Lehrplan in allen F\u00e4llen ein in die Planung zu integrierendes Element sein wird (muss). Zentrale Elemente der Freinet-P\u00e4dagogik sind jedoch die <em>Selbstbestimmung<\/em> und die <em>Eigenverantwortung<\/em>. Diese k\u00f6nnen Kindern nur lernen, wenn man ihnen auch t\u00e4glich die M\u00f6glichkeit in einem ernst zu nehmenden Rahmen dazu gibt. \u201eZu erkennen, was ich m\u00f6chte\u201c, ist der entscheidende Entwicklungsprozess des Menschen, eingebettet in eine konkrete Gemeinschaft in der Auseinandersetzung mit Pflichten, Rechten und Grenzen. In diesem Zusammenhang erh\u00e4lt auch der \u201efreie Ausdruck\u201c von Gedanken, Erlebnissen und Gef\u00fchlen seinen p\u00e4dagogischen Stellenwert im Unterricht der Freinet-P\u00e4dagogik.<\/li>\n<li>Diese Denkrichtung fortsetzend, wird auch einsichtig, dass die Sch\u00fcler soweit wie nur m\u00f6glich ihre Arbeit selbst organisieren werden und gemeinsam bestimmen, welchen T\u00e4tigkeiten und Wissensgebieten sie sich zuwenden werden. Gerade durch diesen Prozess der Selbstbestimmung wird den Kindern einsichtig, warum sie Mathematik, Sprache, Naturwissenschaften usw. lernen sollen und werden. So f\u00fchrt das eigene Interesse des Kindes diese z. B. zum mathematischen Denken und Probleml\u00f6sen und dies in einer viel intensiveren und interessanteren Art und Weise als um lehrerzentrierten Unterricht. Die schwierige Aufgabe des Lehrers besteht darin, das Kind auf seinem Weg des entdeckenden Lernens didaktisch und methodisch fundiert zu begleiten. Au\u00dferdem d\u00fcrfen wir immer darauf vertrauen, dass Kinder auch das lernen wollen, was im Lehrplan steht &#8230;<\/li>\n<li>Der Lehrer hat in einem kooperativ organisierten Unterricht vorwiegend helfende, koordinierende und beratende Funktion. Doch das wird nicht gen\u00fcgen. Er wird korrigieren m\u00fcssen, und er wird daf\u00fcr sorgen m\u00fcssen, dass auch die Teile des Lehrplanes f\u00fcr die entsprechende Lerngruppe erf\u00fcllt werden. In jeder Form von Freiarbeit muss der Lehrer in einem hohen Ma\u00dfe f\u00fcr die Kinder pr\u00e4sent sein und vermitteln, dass er in jeder Sekunde f\u00fcr sie da ist und wie wichtig er jede Aktivit\u00e4t des Kindes nimmt. Von der Intensit\u00e4t des Annehmens der kindlichen Aktivit\u00e4t und der kindlichen Pers\u00f6nlichkeit h\u00e4ngt weitgehend das Funktionieren und der Erfolg jeglicher Freiarbeit ab. Seine Angebote, seine Wertsch\u00e4tzung und seine gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Anteilnahme sind die Basis einer P\u00e4dagogik der Selbstbestimmung.<\/li>\n<li>Au\u00dferschulische Kontakte erhalten eine h\u00f6here Bedeutung als im herk\u00f6mmlichen Unterricht. Es geht nicht darum, dass das Leben in die Schule hineingenommen wird, sondern dass die Kinder die Schule verlassen und wieder in das Leben hinausgehen. M\u00f6glichst viele Exkursionen und lebensechte Erfahrungen werden hier angestrebt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Illustrationen<\/h3>\n<p><em>Der P\u00e4dagoge<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDer P\u00e4dagoge hatte seine Methode aufs genaueste ausgearbeitet; er hatte \u2013 so sagte er \u2013 ganz wissenschaftlich die Treppe gebaut, die zu den verschiedenen Etagen des Wissens f\u00fchrt; mit vielen Versuchen hatte er die H\u00f6he der Stufen ermittelt, um sie der normalen Leistungsf\u00e4higkeit kindlicher Beine anzupassen; da und dort hatte er einen Treppenabsatz zum Atemholen eingebaut, und an einem bequemen Gel\u00e4nder konnten die Anf\u00e4nger sich festhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Und wie er fluchte, dieser P\u00e4dagoge! Nicht etwa auf die Treppe, die ja offensichtlich mit Klugheit ersonnen und erbaut worden war, sondern auf die Kinder, die kein Gef\u00fchl f\u00fcr seine F\u00fcrsorge zu haben schienen.<\/em><\/p>\n<p><em>Er fluchte aus folgendem Grund: Solange er dabei stand, um die methodische Nutzung dieser Treppe zu beobachten, wie Stufe um Stufe empor geschritten wurde, an den Abs\u00e4tzen ausgeruht und sich an dem Gel\u00e4nder festgehalten wurde, da lief alles ganz normal ab. Aber kaum war er f\u00fcr einen Augenblick nicht da: Sofort herrschten Chaos und Katastrophe! Nur diejenigen, die von der Schule schon gen\u00fcgend autorit\u00e4r gepr\u00e4gt waren, stiegen methodisch Stufe f\u00fcr Stufe, sich am Gel\u00e4nder festhaltend, auf dem Absatz verschnaufend, weiter die Treppe hoch \u2013 wie Sch\u00e4ferhunde, die ihr Leben lang darauf dressiert wurden, passiv ihrem Herrn zu gehorchen, und die es aufgegeben haben, ihrem Hunderhythmus zu folgen, der durch Dickichte bricht und Pfade \u00fcberschreitet.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Kinderhorde besann sich auf ihre Instinkte und fand ihre Bed\u00fcrfnisse wieder: Eines bezwang die Treppe genial auf allen Vieren; ein anderes nahm mit Schwung zwei Stufen auf einmal und lie\u00df die Abs\u00e4tze aus; es gab sogar welche, die versuchten, r\u00fcckw\u00e4rts die Treppe hinaufzusteigen und die es darin wirklich zu einer gewissen Meisterschaft brachten. Die meisten aber fanden \u2013 und das ist ein nicht zu fassendes Paradoxon \u2013, dass die Treppe ihnen zu wenig Abenteuer und Reize bot. Sie rasten um das Haus, kletterten die Regenrinne hoch, stiegen \u00fcber die Balustraden und erreichten das Dach in einer Rekordzeit, besser und schneller als \u00fcber die sogenannte methodische Treppe; einmal oben angelangt, rutschten sie das Treppengel\u00e4nder runter &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn3\" title=\"\"><sup><strong><sup>[3]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Lernversuche<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eSeien wir ehrlich: wenn man es den P\u00e4dagogen \u00fcberlassen w\u00fcrde, den Kindern das Fahrradfahren beizubringen, g\u00e4be es nicht viele Radfahrer.<\/em><\/p>\n<p><em>Bevor man auf ein Fahrrad steigt, muss man es doch kennen, das ist doch grundlegend, man muss die Teile, aus denen es zusammengesetzt ist, einzeln, von oben nach unten, betrachten und mit Erfolg viele Versuche mit den mechanischen Grundlagen der \u00dcbersetzung und mit dem Gleichgewicht absolviert haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Danach \u2013 aber nur danach! \u2013 w\u00fcrde dem Kind erlaubt, auf das Fahrrad zu steigen. &#8230;\u00a0 Aber sicher, erst wenn der Sch\u00fcler fehlerfrei auf das Fahrrad steigen k\u00f6nnte, d\u00fcrfte er sich frei dessen Mechanik aussetzen. Gl\u00fccklicherweise machen die Kinder solchen allzu klugen und allzu methodischen Vorhaben der P\u00e4dagogen einen Strich durch die Rechnung. In einer Scheune entdecken sie einen alten Bock ohne Reifen und Bremse, und heimlich lernen sie im Nu aufzusteigen, so wie im \u00fcbrigen alle Kinder lernen: ohne irgendwelche Kenntnis von Regeln oder Grunds\u00e4tzen grapschen sie sich die Maschine, steuern auf den Abhang zu und &#8230; landen im Stra\u00dfengraben. Hartn\u00e4ckig fangen sie von vorn an und \u2013 in einer Rekordzeit k\u00f6nnen sie Fahrrad fahren. \u00dcbung macht den Rest.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Anfang jeder Eroberung steht nicht das abstrakte Wissen \u2013 das kommt normalerweise in dem Ma\u00dfe, wie es im Leben gebraucht wird \u2013 sondern die Erfahrung, die \u00dcbung und die Arbeit.\u201c<a href=\"#_ftn4\" title=\"\"><sup><strong><sup>[4]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Schule<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eNoch vor kurzem r\u00fchmte sich die Medizin der methodischen Behandlung, die sie in Kliniken und Krankenh\u00e4usern Neugeborenen und Kleinkindern angedeihen lie\u00df: regelm\u00e4\u00dfiger Tagesablauf, genau bemessene und dosierte Nahrung, vollkommene Keimfreiheit &#8230; Die Kinder entwickelten sich jedoch nicht normal. Etwas schien zu fehlen im medizinischen Z\u00e4hlwerk. Dieses Etwas war die affektive Anwesenheit der Mutter, die Stimme der Welt au\u00dferhalb, die ersten Sonnenstrahlen, der Zauber der Tiere und der Blumen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Wissenschaft gab diesem Mangel einen signifikanten Namen: \u201eHospitalismus\u201c. <\/em><\/p>\n<p><em>Die p\u00e4dagogische Wissenschaft will mit derselben abgemessenen Genauigkeit die intellektuelle Nahrungszufuhr f\u00fcr die Kinder regeln. Sie isoliert sie dazu in einer besonderen Umgebung, der Schule. Ruhe, neutrale K\u00e4lte der Lektionen und der Aufgaben, systematische Unterdr\u00fcckung aller Kontakte mit dem Leben, dem drau\u00dfen oder dem der Familie, Ruhe, Sauberkeit, Ordnung, Mechanik.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Mangelerscheinungen sind nicht zu leugnen: schlecht verdaute Nahrung, Widerwille vor intellektueller Ern\u00e4hrung, der bis zur totalen Verweigerung gehen kann, Verkr\u00fcppelung des Individuums, Lebensunt\u00fcchtigkeit, Feindseligkeit gegen\u00fcber der falschen Kultur der Schule.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Mangelerscheinung nenne ich \u201eScolatismus\u201c. Der Begriff des \u201eHospitalismus\u201c war seinerzeit eine wissenschaftliche Blasphemie, bevor er als Realit\u00e4t anerkannt wurde. Heute sorgt man sich um wirksame Heilmittel.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Begriff des \u201eScolatismus\u201c wird eine p\u00e4dagogische Blasphemie sein, die wir dort, wo erzogen wird, einf\u00fchren, dort, wo wir schon viele andere neue Begriffe eingef\u00fchrt haben.\u201c<a href=\"#_ftn5\" title=\"\"><sup><strong><sup>[5]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Der Unterricht<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie praktische Vernunft von Rabelais, Montaigne, Rousseau, Pestalozzi gelangt langsam wieder zu ihrem Recht. Um sich zu bilden, gen\u00fcgt es nicht, dass das Kind jeden Stoff in sich hineinfrisst, den man ihm mehr oder weniger spannend serviert: es muss selbst handeln, selbst sch\u00f6pferisch sein. Und es muss vor allem in einer angemessenen Umgebung leben k\u00f6nnen, es darf nicht in einem unserer modernen \u201eKerker f\u00fcr die gefangene Jugend\u201c vor sich hin d\u00e4mmern. Leben, so intensiv wie m\u00f6glich zu leben, liegt nicht darin letztlich das Ziel all unserer Anstrengungen? Und die F\u00e4higkeit zum Leben so gut wie es nur irgend geht zu entwickeln, sollte das nicht die wesentliche Aufgabe der Schule sein?<\/em><\/p>\n<p><em>Der Begriff \u201eAktive Schule\u201c, den Adolphe Ferri\u00e8re gepr\u00e4gt hat, befriedigt uns nicht mehr ganz. &#8230;\u00a0 Der Begriff der Aktivit\u00e4t ist eine Vorbedingung unserer Techniken. Aber selbst in seinem weitesten Sinn beinhaltet er noch nicht die grundlegende Ver\u00e4nderung der Schule, die wir meinen. Das Wort Erziehung reicht uns im \u00dcbrigen aus. In der traditionellen Schule unterweist der Lehrer die Sch\u00fcler, manchmal versucht er auch, sie zu erziehen. Wir sagen: Das Kind muss sich selbst erziehen, sich selbst bilden, mit der Hilfe der Erwachsenen. Wir versetzen die Achse der Erziehung: im Zentrum der Schule steht nicht mehr der Lehrer, sondern das Kind. Es geht nicht mehr um die Vorlieben und die Bequemlichkeit des Lehrers: das Leben des Kindes, seine Bed\u00fcrfnisse, seine M\u00f6glichkeiten sind der Angelpunkt unserer Erziehung f\u00fcr das Volk.<\/em><\/p>\n<p><em>Das soll eine Methode<a href=\"#_ftn6\" title=\"\"><sup><strong><sup>[6]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a> sein? Das ist doch einfach eine ideologische Richtung!\u201c<a href=\"#_ftn7\" title=\"\"><sup><strong><sup>[7]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>Unterrichtselemente (und doch keine Prinzipien)<\/h2>\n<h3>Klassenrat<\/h3>\n<p>Der Klassenrat ist ein wichtiges demokratisches Forum in der Freinet-P\u00e4dagogik. Hier kann Lernen durch Kommunikation und Kooperation erfahren werden. Die Verantwortung einzelner Kinder f\u00fcr Bereiche der Gemeinschaft wird im Klassenrat festgehalten, Aufgaben werden definiert und verteilt und auf deren Durchf\u00fchrung wird geachtet. \u00c4mter und Ordnerdienste werden f\u00fcr alle durchschaubar vergeben, Berichte \u00fcber gelungene oder vernachl\u00e4ssigte Dienste werden zur Sprache gebracht. Das Festsetzen von Regeln f\u00fcr das Zusammenleben wird im Klassenrat beschlossen, Konflikte werden aufgegriffen und L\u00f6sungen gesucht. Die Kinder erleben im Rahmen der Klassengemeinschaft demokratisches Handeln, wobei die Verantwortung des Einzelnen f\u00fcr das Leben in einer Gemeinschaft als politisches Verhalten zu erkennen gilt. Die Verpflichtungen gegen\u00fcber der Gemeinschaft lassen aber den individuellen Bed\u00fcrfnissen ausreichend Raum, denn die eigene Meinung und die eigenen Bed\u00fcrfnisse k\u00f6nnen jederzeit im Klassenrat vertreten werden.<\/p>\n<p>An den Sitzungen des Klassenrates, der einmal in der Woche stattfindet, nehmen in der Regel alle Kinder einer Klasse teil. Bei Bedarf kann der Klassenrat auch eine weitere Sitzung in einer Woche einberufen. Der Klassenrat wird von einem oder mehreren Kindern geleitet. Der Pr\u00e4sident oder die Pr\u00e4sidentin amtiert je nach Festlegung der Amtszeit f\u00fcr eine Sitzung, f\u00fcr eine Woche oder f\u00fcr ein Monat. Der Pr\u00e4sidenten \/ die Pr\u00e4sidentin leitet den Klassenrat, beachtet die Punkte der Tagesordnung, erteilt das Wort, sorgt f\u00fcr die Einhaltung der Gespr\u00e4chsregeln, f\u00fchrt Abstimmungen durch und h\u00e4lt Beschl\u00fcsse fest. Die Kinder erleben und erkennen somit demokratische Strukturen, die f\u00fcr das Verhalten in der Klassengemeinschaft im Besonderen und f\u00fcr das Zusammenleben in einer Gemeinschaft im Allgemeinen von Bedeutung sind. Die Punkte der Tagesordnung ergeben sich aus dem Zusammenleben der Klassengemeinschaft, aus dem Unterrichtsgeschehen, aus individuellen Bed\u00fcrfnissen, aus Ideen einer Gruppe. Sie k\u00f6nnen an einer Wandzeitung festgehalten, in einem daf\u00fcr vorgesehenen Briefkasten gesammelt oder zu Beginn des Klassenrates formuliert werden. Es ist von Vorteil- es gibt Sicherheit -, wenn sich der Pr\u00e4sident \/ die Pr\u00e4sidentin auf die Sitzung vorbereiten kann.<\/p>\n<p>Die Entscheidungen werden nach demokratischen Regeln gef\u00e4llt. Themen des Klassenrates sind u. a. die gemeinsame Planung des Unterrichtes, die Erstellung des Wochenplanes, die Gestaltung der Klasse, das soziale Leben in der Klasse, die Besprechung von Problemen, die Festlegung und Diskussion der Vertreter der Klasse in der Schule, &#8230; Die Grundidee der Einrichtung eines Klassenrates ist das Erlernen von demokratischen und sozialen Umgangsformen mit Verantwortung und Konsequenzen. Wie miteinander umgegangen wird, pr\u00e4gt das Gelingen der geplanten Sitzung des Klassenrates. Die Kinder erfahren, dass das Zuh\u00f6ren ein wesentliches Element des Dialogs ist, dass sie sich auf das Thema beziehen sollen, dass Wortmeldungen einer Reihenfolge unterliegen, dass \u201eFehler machen\u201c eine Qualit\u00e4t hat, dass offene Meinungen auch von Behutsamkeit getragen sein sollen, dass auf Minderheiten R\u00fccksicht genommen werden soll. Gefasste Beschl\u00fcsse sind so lange g\u00fcltig, bis der Klassenrat eine \u00c4nderung vornimmt.<\/p>\n<p>Der Lehrer ist im Klassenrat teilnehmendes Mitglied, er hilft bei der Organisation und Moderation, hat aber auch nur eine Stimme bei den Abstimmungen. Auch f\u00fcr ihn sind die Beschl\u00fcsse des Klassenrates verbindlich. Extremf\u00e4lle von untragbaren Forderungen des Klassenrates werden oft bef\u00fcrchtet, treten aber kaum ein. Der Lehrer kann auch Themen in den Klassenrat einbringen, die ihm pers\u00f6nlich wichtig sind oder f\u00fcr einzelne Kinder eine besondere Bedeutung haben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Freies Gespr\u00e4ch am Morgen \u2013 Morgenkreis<\/h3>\n<p>Der Morgenkreis ist in den meisten Freinet-Klassen eine t\u00e4gliche Einrichtung. Bevor der Unterricht beginnt, f\u00fchren die Kinder ein \u201efreies Gespr\u00e4ch\u201c unter der Leitung eines Kindes im Gespr\u00e4chskreis durch. Diese Gespr\u00e4che geben dem Lehrer Auskunft \u00fcber die Interessen und Erfahrungen der Kinder und erm\u00f6glichen die Entfaltung eines freien m\u00fcndlichen Ausdrucks.<\/p>\n<p><em>\u201eWenn man nur etwas denkt, wird es noch nicht ganz klar, ist noch alles durcheinander. Wenn man aber seine Gedanken ausspricht, dann sieht man sie sofort vor sich. Wir sprechen ja in linearer Weise, indem wir ein Wort an das andere reihen. Und ehe wir eine Botschaft aussenden, m\u00fcssen wir sie vorher in unserem Kopf zusammensetzen. Man muss also zuerst Ordnung schaffen. Das Sprechen zwingt uns dazu, die Gedanken zu strukturieren, also zu einer Anstrengung, der man sich sonst nicht unterziehen w\u00fcrde. Unser Gehirn ist voll von vagen Ideen, die noch im Entstehen sind. Damit sie eine feste Gestalt annehmen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie ausgesprochen werden.\u201c<a href=\"#_ftn8\" title=\"\"><sup><strong><sup>[8]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p>Dieses \u201efreie Gespr\u00e4ch\u201c ist in der Folge auch die notwendige Grundlage f\u00fcr das Zusammenleben, f\u00fcr die Gestaltung des Klassenrates und auch f\u00fcr das Erlernen der Regeln einer demokratischen Gesellschaft. Ein wesentliches Element des \u201efreien Gespr\u00e4ches\u201c ist das Schaffen einer vertrauten Atmosph\u00e4re. Das Ausdr\u00fccken der Gef\u00fchle, das Zulassen von Emotionen, das Kundtun von Schwierigkeiten erfordert ein Klima des Vertrauens und Wohlbefindens. Erst durch das \u201eBe-freien\u201c ureigenster innerer Empfindungen, wie Freude oder \u00c4ngste, ist das Kind frei f\u00fcr neue Gedanken und Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>\u201e<em>Durch die Gespr\u00e4che entwickeln die Kinder Haltungen und setzen Ma\u00dfst\u00e4be, die ihr ganzes Leben und ihr Verhalten innerhalb und au\u00dferhalb der Schule beeinflussen k\u00f6nnen. Sie bieten Gelegenheit f\u00fcr emotionale und intellektuelle Teilnahme am Leben der Mitsch\u00fclerInnen und sie geben Sicherheit, dass man nicht alleine ist. Schwierige Aufgaben scheinen leichter l\u00f6sbar, wenn Ideen, Bestrebungen, Erfolge, Probleme und \u00c4ngste mitgeteilt und besprochen werden k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn9\" title=\"\"><sup><strong><sup>[9]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p>Oft wollen Kinder schon vor dem Morgenkreis ihre Gef\u00fchle loswerden. In einigen Klassen gibt es eine \u201eAnkommenszeit\u201c, in der die Kinder miteinander reden k\u00f6nnen und so ihrem Kommunikationsbed\u00fcrfnis Folge leisten k\u00f6nnen. Ein ober\u00f6sterreichischer Lehrer hat daf\u00fcr die \u201eMorgentratschzeit\u201c eingef\u00fchrt. Zwei bis drei Kinder bilden eine Tratschgruppe, die an einem gem\u00fctlichen Platz Gedanken unterschiedlichster Art austauscht. Damit nicht immer dieselben Kinder miteinander \u201etratschen\u201c, wird die Tratschgruppe t\u00e4glich neu gew\u00e4hlt oder gelost. Dem Mitteilungsbed\u00fcrfnis der Kinder wird Raum gegeben, den Kindern wird das Wort gegeben. Im Anschluss daran findet der Morgenkreis statt, in dem Aktivit\u00e4ten, die die gesamte Klasse betreffen, besprochen werden. Aus diesem Gespr\u00e4ch ergeben sich auch die aktuellen Unterrichtsthemen und die Themen f\u00fcr die \u201efreie\u201c Textgestaltung, f\u00fcr das Schreiben und f\u00fcr das Drucken. Die Verantwortung des Lehrers liegt in der gar nicht so leichten Aufgabe, die Interessen der Kinder mit den Erfordernissen eines vorhandenen Lehrplanes zu koordinieren und die Sch\u00fcler bei ihren Arbeiten und in ihrem Lernen entsprechend zu unterst\u00fctzen. Am Ende eines Morgenkreises erfolgt auch die Planung der \u201eindividuellen Arbeiten\u201c. Anhand des Wochenplanens stellen die Kinder \u00dcberlegungen f\u00fcr das Vorhaben des jeweiligen Tages an. Pl\u00e4ne f\u00fcr Gruppen- bzw. Partnerarbeiten werden bekannt gegeben, individuelle Aktivit\u00e4ten vorgestellt und koordiniert. Somit erweist sich der Gespr\u00e4chskreis am Morgen als wichtiges Instrumentarium der Klassenkooperative. Der Prozess der Kommunikation wird t\u00e4glich neu erfahren und erprobt.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch nimmt im Tagesablauf eine zentrale Stellung ein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Beispiel eines Tagesablaufes \u2013 Gruppe der 6-9j\u00e4hrigen Kinder<\/h3>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Morgenkreis<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>ca. 45 Min.<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<ul>\n<li>Leitung durch ein Kind<\/li>\n<li>Protokollf\u00fchrung ebenso durch ein Kind<\/li>\n<li>Vorstellen von Texten: selbst verfasste und freie Texte<\/li>\n<li>Fragen und Antworten<\/li>\n<li>Was halten wir von dem Text?<\/li>\n<li>Wer hat f\u00fcr diesen Tag etwas mitgebracht?<\/li>\n<li>Aktuelles: Zeitungen, Fernsehen, Pers\u00f6nliches<\/li>\n<li>Wer m\u00f6chte etwas dazu sagen?<\/li>\n<li>Vorsitzende ruft auf und ordnet<\/li>\n<li>Tagesplanung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hilfe sind Protokolle der Lehrerin und<\/p>\n<p>a)\u00a0\u00a0 das Tagebuch der Kinder,<\/p>\n<p>b)\u00a0\u00a0 der Wochenplan der Klasse und<\/p>\n<p>c)\u00a0\u00a0\u00a0 der individuelle Wochenplan:<\/p>\n<p>Was ist f\u00fcr mich in dieser Woche noch zu tun, welche Verpflichtungen habe ich noch,<br \/> welche individuelle Arbeiten sind fertig zu stellen?<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Beginn der individuellen<\/p>\n<p>Arbeiten<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>ca. 1,5 Stunden<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Aktivit\u00e4ten:<\/p>\n<ul>\n<li>Drucken<\/li>\n<li>Freier Text, Arbeit am PC<\/li>\n<li>Arbeit am Projekt \u201eHerbarium\u201c<\/li>\n<li>Rechnen<\/li>\n<li>Lesen<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Gestaltung der Tafel:<\/p>\n<p>Kinder schreiben f\u00fcr die Nachbesprechung zu:<\/p>\n<p>FRAGEN\u00a0 \u2013\u00a0 Besprechungen \u2013 Beurteilungen \u2013 Gratulationen<a href=\"#_ftn10\" title=\"\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>PAUSE<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Gemeinsamer Unterricht<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>ca. 1 Stunde<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Arbeit am Text, am Stil, an der Grammatik, an der Rechtschreibung &#8230;<\/p>\n<p>Text von einem Kind an der Tafel:<\/p>\n<ul>\n<li>vorlesen<\/li>\n<li>besprechen<\/li>\n<li>korrigieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Selbst\u00e4ndige Arbeit mit Arbeitsauftr\u00e4gen<\/p>\n<p>Stillarbeit<\/p>\n<p>Kontrolle durch die Lehrerin<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Kreis<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>Mittagspause<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Vorlesen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Arbeit in der Klasse<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>ca. 1 Stunde<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Vorstellen eines Werkst\u00fcckes durch ein Kind<\/p>\n<p>Buch \u00fcber das Nashorn<\/p>\n<p>Vorstellen<\/p>\n<p>Fragen<\/p>\n<p>Antworten<\/p>\n<p>Was halten wir davon?<\/p>\n<p>Kind, das das Werkst\u00fcck vorgestellt hat,<\/p>\n<p>leitet die Diskussion und holt auch Feedback ein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Lesen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"156\">\n<p>Individuelle Arbeiten<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"95\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"282\">\n<p>Reflexion des Tages<\/p>\n<p>Ausblick auf den n\u00e4chsten Tag<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Tagesablauf in der Freien Schule Prinz H\u00f6fte bei Bremen:<\/h4>\n<p>Das Planen eines Tages oder das einer Woche ist in vielen Klassen ein fixer Bestandteil des Morgenkreises. Einzelne Bereiche des Tages geben immer wieder zu Gespr\u00e4chen unterschiedlicher Art Anlass, wie das folgende Beispiel zeigt. Der Wochenplan der Freien Schule Prinz H\u00f6fte<a href=\"#_ftn11\" title=\"\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a> bei Bremen hat als t\u00e4gliche Fixpunkte die unten stehenden Bereiche, zu denen die Kinder bei der Morgenbesprechung Stellung nehmen und ihre Vorhaben des jeweiligen Tages artikulieren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>8.00 bis 8.30: Ankunftszeit \u2013 \u201eoffener Eingang\u201c:<\/p>\n<p>Die Kinder plaudern miteinander oder besprechen Ereignisse, die f\u00fcr sie im Moment wichtig sind. Gruppenbildungen f\u00fcr die Tagesarbeit finden in dieser Zeit statt. Die LehrerInnen widmen sich in dieser Zeit einzelnen Kindern oder Eltern zu. Im Anschluss wird durch Losen ein Paar gew\u00e4hlt, dem die Leitung f\u00fcr die Morgenbesprechung obliegt.<\/p>\n<p>8.30 bis 9.15: Arbeitsphase 1: Umgang mit Kulturtechniken<\/p>\n<p>9.15 bis 9.30: Morgenbesprechung<\/p>\n<p>Der Tagesplan wird besprochen, Aktivit\u00e4ten werden vorgestellt, Organisatorisches wird gekl\u00e4rt, \u00c4nderungen k\u00f6nnen beschlossen werden. Die Tagesstrukturen f\u00fcllen die Kinder gemeinsam mit dem Lehrer mit Inhalten auf. Angebote von einzelnen Kindern, Gruppen oder dem Lehrer werden vorgestellt, Arbeitsgemeinschaften gebildet und Partnerschaften oder Interessensgemeinschaften gegr\u00fcndet. \u201eWas ich noch nicht kann.\u201c soll das Kind t\u00e4glich in seinen Plan einbauen. Lesen, Schreiben, Mathematik, Spielen und Projektzeit muss von den Kinder in jeder Woche in einem bestimmten Ausma\u00df ber\u00fccksichtigt werden. Offene Fragen oder Probleme des Miteinanders finden bei der Morgenbesprechung Raum und Zeit.<\/p>\n<p>9.30 bis 10.30: Arbeitsphase 2<\/p>\n<p>Hier werden Angebote (Projekte), die einen Zeitraum von mehreren Wochen in Anspruch nehmen, gruppen\u00fcbergreifend bearbeitet.<\/p>\n<p>10.30 bis 11.00: Fr\u00fchst\u00fcck<\/p>\n<p>Kommunikatives Miteinander wird gepflegt.<\/p>\n<p>11.00 bis 12.30: Fortsetzung Arbeitsphase 2<\/p>\n<p>12.30 bis 13.00: Mittagessen<\/p>\n<p>informelle Gespr\u00e4che<\/p>\n<p>13.00 bis 14.30: Arbeitsphase 3<\/p>\n<p>Die individuellen Interessen stehen in dieser Phase im Vordergrund. Einzelarbeit sowie Gemeinschaftsarbeit oder Arbeit mit dem Lehrer ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>14.30 bis 15.00: Tagesabschluss<\/p>\n<p>Der Abschluss ist gekennzeichnet durch das Erledigen verschiedener Ordnerdienste (Aufr\u00e4umen, Blumen gie\u00dfen, &#8230;). Die sozialen Strukturen werden innerhalb der Gruppe weiter gegeben. Die \u00e4lteren Sch\u00fcler nehmen sich um j\u00fcngere oder neu dazugekomme Sch\u00fcler an.<\/p>\n<p>Am Ende des Tages stellen die Kinder nach eigenem Daf\u00fcrhalten ihre Arbeiten vor. Anregungen f\u00fcr und von den anderen Kindern ergeben sich daraus.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Individuelles Lernen und Selbstt\u00e4tigkeit<\/h3>\n<p>Dem Morgenkreis, in dem auch kleine Vortr\u00e4ge und Demonstrationen der Kinder gehalten werden k\u00f6nnen, folgt eine Phase des individuellen Lernens in Einzelarbeit oder in Gruppenarbeit \u2013 Fachbegriff \u201eIndividuelle Arbeiten\u201c. In dieser Phase werden die einer gemeinsamen Korrektur unterzogenen Texte gedruckt, neue Texte erstellt, Mathematik mit Hilfe von Arbeitsbl\u00e4ttern oder Lernkarteien erarbeitet, Gruppenarbeiten zu bestimmten Themen durchgef\u00fchrt oder die n\u00e4chste Erkundung vorbereitet. Mit Hilfe von Arbeitsbl\u00e4ttern und speziellen Lernkarteien eignen sich die Sch\u00fcler das im Lehrplan vorgegebene Wissen individuell an und kontrollieren ihre Lernerfolge auch selbst. Wichtige Hilfsmittel sind hier die Arbeitsbl\u00e4tter mit Selbstkontrolle, die Hilfe des Lehrers und auch die individuellen Arbeitspl\u00e4ne der Kinder. In diesem Umfeld wird das Lernen gef\u00f6rdert und erm\u00f6glicht, nicht vorgeschrieben. Somit ist Freiraum f\u00fcr spontane Einf\u00e4lle, f\u00fcr langfristige Projekte, f\u00fcr das Schaffen und Pflegen von Beziehungen geschaffen. Die Kinder lernen Entscheidungen zu treffen und daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Das Umgehen mit der Zeit, die Einsch\u00e4tzung des eigenen K\u00f6nnens und die F\u00e4higkeit zur Kooperation wird erst im Laufe der Zeit erworben und verhilft somit zur St\u00e4rkung der Pers\u00f6nlichkeit. Die Rolle der LehrerIn als BegleiterIn und Unterst\u00fctzerIn erscheint hier von besonderer Bedeutung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Freier Ausdruck<\/h3>\n<p>Es ist ein wesentliches Element des Unterrichtes in der Freinet-P\u00e4dagogik, fast eine Leitlinie, dass Malen, Schreiben, Dichten, Tanzen, Singen, Mathematik u. a. m. immer unter dem Prinzip des \u201efreien Ausdrucks\u201c des Kindes stehen. Das Kind lernt seinen Ausdruck als Ausdruck seiner Kultur anzunehmen und auch eine es umgebende Kultur zu verstehen und vielleicht k\u00fcnstlerisch zu ver\u00e4ndern. Der \u201efreie Ausdruck\u201c schafft Freiheit f\u00fcr individuelle Lerninteressen. Malen und Zeichnen als spontaner Ausdruck einer Empfindung ist nicht an den Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung gebunden. Das Tanzen, Bewegen, Singen, Musizieren und Komponieren aus eigenem Antrieb kann immer wieder eingebunden werden und ist an keine fixen R\u00e4ume gekoppelt. Die Erm\u00f6glichung des \u201efreien Ausdrucks\u201c ohne Einschr\u00e4nkung motiviert die Kinder eigenen Interessen nachzukommen, Ausdauer zu entwickeln, Empfindungen auszudr\u00fccken, selbstgesteuert zu handeln. Durch \u201efreien Ausdruck\u201c erleben sich Kinder in ihrer Nat\u00fcrlichkeit, die kindliche Neugierde verhilft ihnen zu kreativem Vordringen in selbst bestimmte Thematiken. Die Motivation geht vom Kind selbst aus, der vielseitigen Kreativit\u00e4t der Kinder wird Achtung entgegen gebracht. Die Vielfalt des \u201efreien Ausdrucks\u201c schl\u00e4gt sich im nat\u00fcrlichen Mitteilungsbed\u00fcrfnis des Kindes nieder.<\/p>\n<p>Verschiedene Ausdruckstechniken werden im Unterricht gef\u00f6rdert und nahe gebracht. Im Gepr\u00e4chskreis lernen Kinder die Vielfalt der m\u00fcndlichen Kommunikation: Sie erz\u00e4hlen von sich, h\u00f6ren anderen zu, informieren \u00fcber Vorhaben, Ereignisse und Beobachtungen, f\u00fchren miteinander Gespr\u00e4che, treffen Entscheidungen, stimmen ab, tragen etwas vor oder pr\u00e4sentieren eigene Werke. Weitere m\u00fcndliche Ausdrucksformen ergeben sich durch Interviews, Rollenspiel oder Theaterauff\u00fchrungen.<\/p>\n<p>Mit den Texten und Arbeiten der Sch\u00fcler wird auch ein Teil der Arbeitsbibliothek der Klasse geschaffen und gestaltet. Individuelle Texte und Gemeinschaftsteste bieten Anlass f\u00fcr weitere Kommunikation.<\/p>\n<p>Das Herstellen von B\u00fcchern zu konkreten Projektthemen erm\u00f6glicht auch graphische Ausdrucksformen durch Illustrationen, Fotos oder Comics.<\/p>\n<p>Durch das Erproben von Kl\u00e4ngen, Ger\u00e4uschen und T\u00f6nen erleben Kinder einen sehr sinnlichen Einblick in musikalische Welten. Sie erproben Instrumente und die eigene Stimme, werden erfinderisch im Ausdruck von Melodien und Bewegungen, von Spannung und Entspannung. Mimik und Gestik sowie der ganze K\u00f6rper entfalten sich zu freier, erfundener Musik oder beim H\u00f6ren von Musikst\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Bearbeitung von diversen Materialien erm\u00f6glicht den Kindern ihr handwerkliches Talent zum Vorschein zu bringen. In Handwerks-Ateliers entstehen Kunstwerke, die Kreationen kindlicher Ausdrucksform entspringen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Freier Text<\/h3>\n<p>Kinder zeichnen gerne. Das Malen und Zeichnen ist die erste \u201eschriftliche\u201c Ausdrucksform und -m\u00f6glichkeit, in denen Kinder ihrer Umwelt etwas von sich vermitteln. Das Kind stellt durch seine Zeichnung Wahrgenommenes dar, dr\u00fcckt Empfindungen aus, \u201eschreibt\u201c seine Gedanken auf, interpretiert seine Werke. Es entscheidet meist selbstst\u00e4ndig, ob sein Werk in seiner Erstausf\u00fchrung erhalten bleibt, ver\u00e4ndert oder vernichtet wird. Das Kind stellt eigenst\u00e4ndig \u00dcberlegungen an und holt auch die Meinung von Geschwistern oder Eltern ein. Die Wertsch\u00e4tzung, die diesen Kinderarbeiten entgegengebracht wird, ist pr\u00e4gend f\u00fcr weitere Werke und f\u00fcr eine positive Entwicklung einer kindlichen Ausdrucksf\u00e4higkeit. Schon im Vorschulalter \u201eschreiben\u201c Kinder Texte und messen ihren Schriftwerken eine Bedeutung bei. Sie entwickeln kreative Strategien des Schreibens. Sie schreiben frei, fernab jeden Zwanges. Sie dr\u00fccken ihr momentanes Empfinden in Schrift oder Schrift\u00e4hnlichem aus.<\/p>\n<p>Die schriftliche Ausdrucksform findet ihren Niederschlag im \u201efreien Text\u201c. Dieser ist gekennzeichnet durch den individuellen Ausdruck des Kindes sich durch Schrift mitzuteilen. Die Intension des Kindes besteht darin, etwas von sich zu geben und es dem anderen kundzutun. Die pers\u00f6nliche Sprache und Ausdrucksf\u00e4higkeit steht im Vordergrund und bedarf keiner Korrektur oder \u201eVer-Besserung\u201c. Nur so kann das Kind Texte produzieren und sich mit ihnen identifizieren. Die Verschriftlichung der Gedankenf\u00fclle wird zu einem Erlebnis, wenn keinerlei Einengung das Kind beeintr\u00e4chtigt. Das Kind hat das Recht, dass sein Text in der von ihm gestalteten Form ernst genommen wird.<\/p>\n<p><em>\u201eEin freier Text mu\u00df frei sein, d.h. man schreibt ihn, wenn man das Bed\u00fcrfnis hat, durch Schreiben oder Malen das auszudr\u00fccken, was in einem vorgeht.\u201c<a href=\"#_ftn12\" title=\"\"><sup><strong><sup>[12]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p>Ein \u201efreier Text\u201c definiert sich durch die freie Wahl des Themas und der Form, durch keine Bindung an einen Ort oder an Zeit und durch die freie Entscheidung der Ver\u00f6ffentlichung. Die Aufgabe der LehrerIn besteht in der Hilfestellung den Lernprozess des Kindes zu unterst\u00fctzen. Impulse f\u00fcr Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und Hilfestellungen bei der Organisation lassen eine Vielfalt des schriftlichen Ausdrucks zu. Das Kennenlernen von Arbeitstechniken zur Erstellung von Texten kann als Motivation zur Erweiterung des eigenen Lernprozesses erkannt werden. \u201eErfindungen\u201c der Kinder entstehen in einem kreativen Umfeld, das als Basis f\u00fcr den freien Text die Vielfalt des kindlichen Ausdrucks erm\u00f6glicht. Der Erfahrungshintergrund jedes Kindes und die jeweilige Lernsituation pr\u00e4gen die Pers\u00f6nlichkeit und somit auch die Ausdrucksf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Der \u201efreie\u201c Text findet seine Vielfalt in der Korrespondenz mit Partnerklassen per Brief oder E-Mail, im Gestalten einer Klassenzeitung, durch Dichten, durch die Gestaltung einer Wandzeitung oder einer Homepage. Die sich daraus ergebende Verantwortung \u2013 Pflegen der Partnerschaft mit anderen Klassen, Termine f\u00fcr Redaktionsschluss der Zeitung einhalten, Aktualisierung der Homepage \u2013 entspricht einer realen Lebenssituation, deren Sinnhaftigkeit f\u00fcr die Kinder nachvollziehbar ist.<\/p>\n<p>Im Schreibatelier findet das Kind eine zum Schreiben anregende Umgebung vor. Unterschiedliche Schreibmaterialien, verschiedene Impulse und Anreize sind gegeben, um \u201eden Kinder das Wort zu geben\u201c. Unterschiedliche Situationen und Stimmungslagen erfordern verschiedene Ausdrucksmittel. Die pers\u00f6nliche Befindlichkeit kommt durch die Auswahl des Ausdrucksmittels deutlich zur Geltung. Ein vielf\u00e4ltiges Angebot an Schreibimpulsen erm\u00f6glicht somit jedem Kind einen individuellen Zugang zum Schreiben von Texten.<\/p>\n<p>Schreibanregungen, wie Gedichte, Reime, Elfchen<a href=\"#_ftn13\" title=\"\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a>, Avenidas<a href=\"#_ftn14\" title=\"\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a> oder Haiku<a href=\"#_ftn15\" title=\"\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a>, motivieren Kinder zur Produktion \u00e4hnlicher Texte oder zur kreativen Neugestaltung durch die Vorlage. Im Schreibatelier verhelfen auch Fotos jeglicher Art (von Personen mit unterschiedlichen Gesichtsausdr\u00fccken, von Landschaften, von Wegen, von Kindern aus verschiedenen L\u00e4ndern), \u00dcberschriften aus Zeitschriften oder Zeichnungen zur Gestaltung von freien Texten. Geschichten, verschriftete Gedanken, Notizen, W\u00f6rter, S\u00e4tze, Gemeinschaftstexte, Rasterlyrik u.v.m. sind der Niederschlag eines kreativen, kindlichen Ausdrucks.<\/p>\n<p>Die Freude am Schreiben wird verst\u00e4rkt durch die Anerkennung der pers\u00f6nlichen Arbeit in der Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Die Motivation f\u00fcr das Schreiben von Texten findet auch ihren Ursprung in der Bedeutung, die einem Produkt beigemessen wird. Wie der Umgang mit Texten gestaltet wird, wie die Texte ver\u00f6ffentlicht werden ist ein Teil der demokratischen Erziehung in einer Freinet-Klasse. Im Klassenrat bietet sich die M\u00f6glichkeit, ein vielf\u00e4ltiges Ver\u00f6ffentlichungskonzept zu entwickeln. Den Sch\u00fclerInnen stehen <em>Texte-Galerien<\/em> in der Klasse oder im Schulhaus zur Verf\u00fcgung, in denen regelm\u00e4\u00dfig die Arbeiten der Kinder einem gr\u00f6\u00dferen Forum vorgestellt werden Die <em>Klassenzeitung oder Schulzeitung<\/em> bietet Raum f\u00fcr Texte jeder Art. Auf einer <em>Gedichtewand<\/em> oder einem <em>Gedichtebaum<\/em> finden literarische Werke von Kindern Platz. Die von Kindern verfassten Gedichte k\u00f6nnen auch als Gemeinschaftswerk in einem <em>Gedichtband<\/em> herausgegeben werden. Der k\u00fcnstlerischen Gestaltung kommt hier eine weitere Bedeutung bei. Bei einer <em>Gedichte-Vernissage<\/em> im Rahmen eines Elternabends oder bei einer Begegnung mit einer Partnerklasse stellen die AutorInnen ihre Gedichte aus. Die Besucher lernen somit viele Texte von Kindern und die Verschiedenartigkeiten deren Ausdrucksgestaltung kennen. In einem <em>Literaturcaf\u00e9<\/em> werden die verfassten Texte von den Kindern selbst einem Publikum (Nachbarklasse, Partnerklasse, Eltern) vorgestellt. Eine derartige Literaturlesung wurde von einer Volksschule im 14. Wiener Gemeindebezirk in einem Caf\u00e9haus in Schuln\u00e4he mit Erfolg veranstaltet. Ein <em>Geschichtenkoffer<\/em> mit selbstgestalteten B\u00fcchern kann mit anderen Klassen ausgetauscht werden. Die \u201ewandernde Bibliothek\u201c motiviert sowohl zum Lesen von Geschichten, die andere geschrieben haben, als auch zum Schreiben von Texten f\u00fcr andere.<\/p>\n<p>Durch die Gestaltung des \u201efreien\u201c Textes lernt das Kind, dass sein geschriebenes Wort nicht nur in einem Schulheft steht, sondern eine Mitteilung f\u00fcr einen oder mehrere Menschen ist, und dass der von ihm gestaltete Text eine Ver\u00e4nderung bewirken kann. In diesem Sinnzusammenhang wird auch der Stellenwert des Druckens in einer Freinet-Klasse verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Drucken<\/h3>\n<p>Die Druckerei dient nicht nur der Vervielf\u00e4ltigung des \u201efreien Textes\u201c des Kindes, sie ist vor allem Kommunikationsmittel und auch Hilfe zur Orthographie. Die von den Kindern verfassten Texte werden nach eingehender Besprechung und nach vereinbarter Korrektur gedruckt und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Das kann nun sein, dass Kinder ihre Gedichte drucken, eine Erz\u00e4hlung oder auch ein politisches Flugblatt zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen. So manifestiert sich im Drucken immer noch die politische Dimension der Freinet-P\u00e4dagogik: <em>Den Kinder das Wort geben<\/em>, damit sie erleben k\u00f6nnen, dass ihr Leben durch ihre eigene Initiative gestaltbar ist, ver\u00e4nderbar ist und dass sie daf\u00fcr selbst Verantwortung tragen. Die Druckerpresse ist im Laufe der Zeit zum Symbol der Freinet-Bewegung geworden. Auf den h\u00f6heren Schulstufen wird sie (auch) durch den Schreibcomputer ersetzt.<\/p>\n<p>Die Druckerei hat aber auch noch didaktisch-methodische Bedeutung beim Erlernen des Schreiben und Lesens. Sie erm\u00f6glicht ein Begreifen der Buchstaben, ein sinnenhaft erlebbares Ordnen, Zusammenstellen, Verbinden und schlie\u00dflich die sichtbare Gestaltung eines Textes. Dabei wird der vom Kind verfasste Text in eine Form gebracht. Beim Setzen der Lettern treten Elemente des Erstlesens und Erstschreibens in den Vordergrund. Die alphabetische Anordnung der Lettern bringt eine intensive Befassung mit dem ABC mit sich. Das Be-greifen der Lettern schult die Motorik und verst\u00e4rkt die Kenntnis &#8211; und somit die Handhabung &#8211; der Buchstaben. W\u00f6rter werden auf- und wieder abgebaut, \u00dcberlegungen zur richtigen Schreibweise werden von manchen Kindern eigenst\u00e4ndig angestellt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Text, die Vorbereitungsarbeit mit der Technik des Druckens, das Setzen der Lettern, die Anordnung und Gestaltung des Textes und die Abschluss- und Reinigungsarbeiten lassen den gesamten Druckvorgang als arbeitsaufwendiges Verfahren erleben. Die Eigenerfahrung des Kindes steht im Mittelpunkt des handwerklichen Tuns. Das Handwerk des Druckens vermittelt beim Kind ein Gef\u00fchl, etwas aus eigener Kraft geleistet zu haben. Die Einmaligkeit des Druckergebnisses st\u00e4rkt das Selbstvertrauen und motiviert f\u00fcr weitere Leistungen. Die Arbeitsergebnisse erfordern eine Kenntnisnahme zumindest durch die anderen Klassenmitglieder. Der kommunikative Charakter eines gedruckten Textes erzielt somit eine beabsichtigte Wirkung. Verbreitungsm\u00f6glichkeiten sind beim \u201efreien Text\u201c bereits n\u00e4her ausgef\u00fchrt. Das Drucken geschieht oft im sozialen Kontext. Das Miteinander-Arbeiten macht Freude, erleichtert schwierige Arbeitsvorg\u00e4nge, l\u00e4sst Toleranz erfahren und f\u00f6rdert Interaktionen in der Kleingruppe.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Erstschreiben und -lesen<\/h3>\n<p>Das Schreiben und Lesen eignen sich die Kinder in enger Verbindung mit dem freien Ausdruck, dem freien Text, der Druckerei und der Korrespondenz an. Schreiben hat in diesem Kontext immer die Bedeutung der Mitteilung. Und Lesen die, dass ich etwas Neues erfahren kann. Es ist keine sinnentleerte T\u00e4tigkeit. Kinder, die in die Schule kommen, wollen Schreiben und Lesen lernen, umso mehr, wenn es einen Sinn macht. Erstschreiben und Erstlesen bleiben auch in der Freinet-P\u00e4dagogik nicht nur dem entdeckenden Lernen der Kinder \u00fcberlassen. C. Freinet entwickelte eine Erstschreibmethode, die vom freien zeichnerischen Ausdruck des Kindes ausgeht. Der Weg f\u00fchrt vom Zeichnen zum Schreiben, vom Schreiben zum Drucken. Die Druckerei vermittelt den Kindern einen direkten, vor allem im wahrsten Sinn des Wortes begreifbaren und dabei auch \u201esynthetisch-analytischen\u201c Umgang mit Buchstaben und S\u00e4tzen, etwas, was ein Computer nicht leisten kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Zeitung und Korrespondenz<\/h3>\n<p>Mit Hilfe des Computers werden regelm\u00e4\u00dfig Zeitungen und Korrespondenzen gestaltet und durchgef\u00fchrt. Auch dies ist eine Konsequenz der Druckerei und der freien Arbeit.<\/p>\n<p>In der Klassenzeitung finden die Arbeiten der Kinder einen w\u00fcrdigen Niederschlag. Durch die Gestaltung einer Zeitung ergibt dann sich die didaktische Gelegenheit, \u201eden Kindern das Wort zu geben\u201c. Die Beitr\u00e4ge verstehen sich als Ausdruck der geleisteten Arbeit \u00fcber einen bestimmten Zeitraum. Durch die Ver\u00f6ffentlichung treten die Texte in Kommunikation mit dem Leser. Durch die Kontaktaufnahme erhalten die Beitr\u00e4ge eine angemessene Bedeutung. Das Erlernen von Arbeitstechniken und soziale Lernen bei der Herstellung einer Zeitung stellen einen sinnvollen Bezug zur Lebensrealit\u00e4t her.<\/p>\n<p>Viele Freinet-Klassen haben eine sogenannte Korrespondenz-Klasse, mit der sie ihre Unterrichts- und Lebenserfahrungen austauschen oder auch eine gemeinsame Zeitung gestalten. In einem gemeinsamen Europa erh\u00e4lt die Korrespondenz auch einen weitergehenden Rahmen und Sinn. Hier wird in den Klassen auch ein internationaler Austausch vorbereitet. Durch die Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnen die Kinder voneinander lernen und ihre Erfahrungen und Arbeiten wirklich weitr\u00e4umig austauschen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Klassentagebuch<\/h3>\n<p>In einer Klasse, in der die Kinder ihren Lerninteressen nachgehen k\u00f6nnen, ist es ratsam, eine Dokumentation der Sch\u00fclerarbeiten zu f\u00fchren. Diese Dokumentation wird f\u00fcr jeden Sch\u00fcler gef\u00fchrt, wird wahrscheinlich auch vom Lehrer gef\u00fchrt oder auch von einer Gruppe von Kindern, die eben f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum die Aufgabe der Dokumentation \u00fcbernommen hat. In der Freinet-P\u00e4dagogik wird meist von einem oder mehreren Sch\u00fclern ein Klassentagebuch gef\u00fchrt. Dieses ist ein Mittel zur Selbstorganisation des Unterrichtes und zur Aufrechterhaltung der Kontinuit\u00e4t des Geschehens in der Lerngruppe. Individuelle Arbeiten der Kinder werden dokumentiert, in dem die angefangenen und abgeschlossenen Arbeiten auch auf einem Papierbogen, der an der Wand befestigt ist, und in einem Arbeitsheft vermerkt werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Entdeckendes Lernen<\/h3>\n<p>Der freie Ausdruck f\u00fchrt auch zu Impulsen f\u00fcr Arbeitsvorhaben und Untersuchungen. Arbeitskarteien, Arbeitsb\u00fccher, eine Experimentierecke oder eine Werkst\u00e4tte helfen hier. Doch in allen Bereichen des Lernens gilt das Prinzip, dass nicht unbedingt das Wissen, sondern vielmehr das Entdecken und das Forschen f\u00fcr die Entwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung sind. Alle Formen des forschenden, entdeckenden und selbst\u00e4ndigen und selbstt\u00e4tigen Lernen sind eine direkte Konsequenz der individuellen und selbst verantworteten Unterrichtsplanung und des Prinzips des freien Ausdrucks des Kindes. Das entdeckende Lernen bedarf auch einer ad\u00e4quaten Einrichtung in der Klasse. C. Freinet hat aus diesem Grund die Klasse in Ateliers eingeteilt, in Arbeitsr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Um entdeckendes und lebensechtes Lernen zu erm\u00f6glichen, wird der Unterricht sooft wie nur m\u00f6glich in au\u00dferschulische Einrichtungen der Umgebung verlegt. Diese Erkundigungen werden dann gemeinsam ausgewertet und in der Sch\u00fclerzeitung auch anderen Klassen mitgeteilt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>\u201eAteliers\u201c<\/h3>\n<p>Im Unterricht der Freinet-P\u00e4dagogik hat die praktische Arbeit in Gruppenateliers einen hohen Stellenwert. \u00dcber die Errichtung und Einrichtung von verschiedenen Ateliers ber\u00e4t die Klasse und stimmt im Zuge ihrer Selbstbestimmung ab. So ist es den Kindern m\u00f6glich, an verschiedenen Themen und in verschiedenen Gruppen zu arbeiten. Die Ateliers sind eine Notwendigkeit, wenn Kinder arbeiten k\u00f6nnen sollen und dienen den Experimenten, dem Lesen, dem Drucken, aber auch dem Rollenspiel und den individuellen Arbeiten. Die Gestaltung des Klassenzimmers muss den Bed\u00fcrfnissen der Kinder entsprechen, und der Klassenraum selbst muss immer neu gestaltet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Bereich der Klasse wird auch als Leseecke gestaltet sein. Diese besteht meist aus einer Dokumentensammlung und der Arbeitsbibliothek. Hier finden die Kinder die wichtigen Informationen f\u00fcr ihre Arbeit. Die Arbeitsbibliothek soll die Kinder anregen, diese auch durch eigene Arbeiten zu erweitern. So finden die Kinder einer Freinet-Klasse ihre Arbeit wieder in der klasseneigenen Arbeitsbibliothek. Damit wird der Arbeit gro\u00dfe Bedeutung verliehen, und Kinder k\u00f6nnen \u00fcber diese Arbeitsbibliothek immer wieder voneinander lernen. Schulb\u00fccher, die von Erwachsenen geschrieben werden, werden gro\u00dfteils abgelehnt, weil sie dem Kind keinen Entscheidungsraum f\u00fcr die Planung seines Lernens lassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Arbeitsmittel<\/h3>\n<p>Die Arbeitsmittel haben sicherzustellen, dass die Sch\u00fcler die offiziellen Lernziele erreichen k\u00f6nnen. In der Freinet-P\u00e4dagogik gibt es zwar allgemeine Lehr- und Lernmaterialien, diese unterscheiden sich aber sehr von Klasse zu Klasse. Die Kinder werden zahlreiche und verschiedenartige Arbeitsmittel und Werkzeuge ben\u00f6tigen, wobei wichtig ist, dass sie auch lernen, selbst f\u00fcr diese \u2013 mit Hilfe des Lehrers \u2013 zu sorgen. Arbeitsmaterialen in Form von Brosch\u00fcren, Referaten oder Modellen des Sachunterrichtes werden von Kindern f\u00fcr die Kinder der Klasse hergestellt. Es gibt aber auch Arbeitsmaterialien, die von der Cooperative der Freinet-P\u00e4dagogen f\u00fcr die Arbeit in den Phasen der \u201eindividuellen Arbeiten\u201c hergestellt worden sind (Karteien, Lehrg\u00e4nge, B\u00fccher, &#8230;). Beide dienen den Kindern als sogenanntes Selbstbildungsmittel.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Auswertung der Arbeitsergebnisse<\/h3>\n<p>Nach der Arbeit des Tages wird \u201e<em>Bilanz<\/em>\u201c gezogen. Die Kinder zeigen der Gruppe die Ergebnisse ihrer Arbeit. Diese Arbeiten werden besprochen und unter Umst\u00e4nden auch kritisiert. Diese Gespr\u00e4che sind ebenso die Grundlage f\u00fcr die Weiterarbeit.<\/p>\n<p>Am Ende einer Arbeitswoche wird die Bilanz f\u00fcr die Woche gezogen. Arbeiten werden \u00f6ffentlich in der Klasse dokumentiert und gemeinsam beurteilt (nach M\u00f6glichkeit keine Ziffernnoten). Die Zusammenkunft am Ende einer Woche dient auch zum Abschluss und zur Pr\u00e4sentation von Arbeiten, zu notwendigen Ver\u00e4nderungen in der Klasse etc. Es ist auch wichtig, dass die Kinder immer wieder sich selbst darstellen k\u00f6nnen. An diesem Tag wird auch meist der Wochenarbeitsplan f\u00fcr die kommende Woche von der ganzen Lerngruppe erstellt. Dieser Plan beinhaltet gemeinsame Arbeitsvorhaben, koordiniert notwendigerweise die individuellen Arbeiten, legt Erkundungen fest und dgl. mehr. Arbeitsvorhaben werden bei der Wochenplanung oder bei der Tagesplanung (verpflichtend) festgelegt. Um Kontrolle und \u00dcberschaubarkeit der Arbeitsvorhaben f\u00fcr Sch\u00fcler und Lehrer zu gew\u00e4hrleisten, legt jeder Sch\u00fcler nach erfolgter \u201eBilanz\u201c die Aufgaben, die er in den n\u00e4chsten Tagen in Angriff nehmen m\u00f6chte, wieder in einem individuellen Arbeitsplan fest.<\/p>\n<p>Den Eltern wird regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Arbeit ihres Kindes Nachricht gegeben. Das folgende Beispiel und eines R\u00fcckmeldebogens (Beurteilungsbeispiel) wurde in einer niederl\u00e4ndischen Freinet-Schule erarbeitet. Der R\u00fcckmeldebogen ist eine M\u00f6glichkeit, den Eltern R\u00fcckmeldung zu geben, sicher noch nicht eine ausgereifte und ideale. In diesem Fall haben sich Lehrer und Eltern auf diese Art der periodischen Benachrichtigung geeinigt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Beurteilungsbeispiel<\/h3>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"260\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Sprechen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"273\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"260\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Spricht spontan<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"273\">\n<p>o ja<\/p>\n<p>o nein<\/p>\n<p>o &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"260\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Spricht verst\u00e4ndlich<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"273\">\n<p>o gut<\/p>\n<p>o bem\u00fcht<\/p>\n<p>o nicht gut<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"260\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Begreift, was gesagt wird<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"273\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>o gut<\/p>\n<p>o mit M\u00fche<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"260\">\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Formuliert eigene Meinung<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"273\">\n<p>o gut<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>o m\u00fchsam<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>\u00a0<\/h3>\n<h3>Zusammenfassung (und Probleme)<\/h3>\n<p>C\u00e9lestin Freinet weist seine politische Einstellung und die Integration derselben in seinem p\u00e4dagogischen Konzept eindeutig aus. So liegen die Schwerpunkte der schulischen und erzieherischen Arbeit in der Bewusstseinsbildung des Menschen durch<\/p>\n<ul>\n<li>Selbstverwaltung,<\/li>\n<li>Selbstorganisation,<\/li>\n<li>Ein\u00fcbung demokratischer Lebensformen,<\/li>\n<li>\u00dcbernehmen von Verantwortung und<\/li>\n<li>den pers\u00f6nlichen Ausdruck in einer kritischen Gemeinschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Konsequent hat die Freinet-Bewegung auch in der Lehrerbildung die Ausbildung einer Ausbildungshierarchie nie zugelassen und damit die p\u00e4dagogischen Ideen nicht nur in der Schule, sondern auch im Lehrersein verwirklicht. Freinet-Lehrer treffen einander, tauschen ihre Erfahrungen aus und sorgen selbst untereinander f\u00fcr die Weiterbildung als Freinet-Lehrerin oder Freinet-Lehrer. Ein eigener Ausbildungskurs w\u00fcrde wohl der politischen Idee der Freinet-P\u00e4dagogik widersprechen.<\/p>\n<p>Die meisten Lehrer in einer Freinet-Klasse lehnen eine unpolitische P\u00e4dagogik, die die gesellschaftlichen Umst\u00e4nde, in denen die Kinder aufwachsen, nicht ber\u00fccksichtigt, ab. Die Freinet-P\u00e4dagogik mit ihrem \u201efreien Ausdruck\u201c soll zu einem gesellschaftspolitischen Engagement gegen sinnlose und fremdbestimmte Arbeit und passiven Konsumverhalten zu einem eigenbestimmten Leben f\u00fchren.<\/p>\n<p>In der Organisation des Unterrichtes nach den Intentionen C\u00e9lestin Freinets wird darauf geachtet, dass die Sch\u00fcler immer wieder voneinander lernen k\u00f6nnen, so dass ein Klima der Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit entstehen kann. In diesem Sinne ist die Freinet-P\u00e4dagogik ein Konzept, das ausdr\u00fccklich demokratische Strukturen f\u00fcr die Sch\u00fcler bereitstellt und nach M\u00f6glichkeit verwirklicht. Demokratisches Leben zu erlernen, hei\u00dft auch Konfliktbereitschaft zu lernen und den Mut zu haben sich den Auseinandersetzungen einer demokratischen Gesellschaft zu stellen. Freinet-P\u00e4dagogen d\u00fcrfen damit rechen, dass es nicht nur in ihrer Klasse Konflikte geben wird, sondern auch Konflikte mit Eltern, die die Selbstbestimmung ihres Kindes nicht immer gut aushalten, und auch mit Lehrerkollegen, die doch ganz andere Ziele in ihrem Unterricht verfolgen oder einfach nach herk\u00f6mmlichen Methoden arbeiten. Und die potentiellen Konfliktpunkte sind zahlreich.<\/p>\n<p>Damit selbstbestimmte und selbstt\u00e4tige Arbeit in der Schule m\u00f6glich ist, muss sich die Rolle des Lehrers grundlegend \u00e4ndern. Seine Aufgabe ist es, f\u00fcr eine vorbereitete und entspannte Umgebung zu sorgen, Anregungen zu geben, zu organisieren, zu koordinieren und zu helfen. Er hat aber auch die Verantwortung f\u00fcr den Lehrplan, die Dokumentation und den vergleichbaren Lernfortschritt seiner Kinder.<\/p>\n<p>Einen wesentlichen Teil der p\u00e4dagogischen Arbeit des Freinet-Lehrers bildet die Elternarbeit. Die Identifikation der Eltern mit dem schulischen Geschehen in Freinet-Klassen ist f\u00fcr die Entwicklung der Kinder von \u00e4u\u00dferster Wichtigkeit. Elternhaus und Schule d\u00fcrfen f\u00fcr die Kinder nicht in einem p\u00e4dagogischen Widerspruch stehen. Daher werden die Lehrer ihre Arbeit immer wieder erkl\u00e4ren m\u00fcssen. Eltern sind zur Arbeit in der Schule und mit den Kindern eingeladen. In manchen Bereichen wissen Eltern einfach mehr als Lehrerinnen und Lehrer und k\u00f6nnen den Kindern daher auch mehr erz\u00e4hlen. Daher wird in der Freinet-P\u00e4dagogik eine effektive Kooperation von Eltern und Schule gesucht. So werden die Eltern in die Verantwortung f\u00fcr die Erziehung ihres Kindes in der Schule miteinbezogen und gestalten die Freinet-Klasse oder die Freinet-Schule auch mit.<\/p>\n<p>Eines der schwerwiegendsten Hindernisse f\u00fcr einen befreienden Unterricht stellt das herk\u00f6mmliche Ziffernnotensystem dar und der damit verbundene Zwang zur schulischen Selektion. Freinet-P\u00e4dagogen suchen immer wieder nach individuellen M\u00f6glichkeiten der Beurteilung und Bewertung. Nach Absolvierung der Grundschule oder der Sekundarstufe wird aber immer ein staatliches Zeugnis ausgestellt, und dann werden eben die Leistungen der Sch\u00fcler meist in ein Ziffernnotensystem \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem sind Schularbeiten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt doch durchgef\u00fchrt werden sollen. Sie verursachen Druck, der die Entwicklung der Kinder hemmt. Aber es spricht doch \u00fcberhaupt nichts dagegen, dass Schularbeiten auch zu einem individuellen Zeitpunkt geschrieben werden. Warum sollen Kinder nicht selbst bestimmen, wann sie ihrer Meinung nach einen Stoff so weit beherrschen, dass sie jetzt die Schularbeit zu diesem Thema schreiben wollen und k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Sowohl das Konfliktpotential als auch die politische Kraft und Wirksamkeit bezieht die Freinet-P\u00e4dagogik auch aus der Tatsache, dass es kaum Freinet-Schulen gibt, aber viele Freinet-Klassen an \u00f6ffentlichen Schulen. So ist die Freinet-P\u00e4dagogik ein Teil des \u00f6ffentlichen Lebens, dieses mitbestimmend und sich nicht in einer eigenen Schule abkapselnd. Gerade dadurch ist die Freinet-P\u00e4dagogik keine Alternativ-P\u00e4dagogik, sondern eine p\u00e4dagogisches Konzept mit klarer Zielsetzung, das innerhalb der Regelschule Anwendung finden kann und das f\u00fcr eine Entwicklung desselben wertvolle Impulse gebracht hat und auch in Zukunft bringen wird.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4 align=\"right\">Eva Filice<\/h4>\n<h2>Auf der Suche nach Freinet in Italien<\/h2>\n<h3>Vorgeschichte<\/h3>\n<p>Im Rahmen des Hochschullehrganges f\u00fcr Freinet-P\u00e4dagogik war eine Hospitation in einer Freinet-Klasse zu absolvieren.<\/p>\n<p>Bei der Durchsicht der verschiedenen \u2013 weltweiten \u2013 M\u00f6glichkeiten entschied ich mich f\u00fcr Italien. Marta und Leonardo, ein engagiertes Lehrerehepaar in der N\u00e4he Neapels, boten mir die M\u00f6glichkeit zu Hospitationen in ihren Schulen an. Aus ihren \u00c4u\u00dferungen entnahm ich, dass sie keine \u201eFreinet-Klassen (Sekundarbereich) im herk\u00f6mmlichen Sinn\u201c (Was ist das eigentlich?) f\u00fchren. Da kamen in mir erste Zweifel hoch, ob das eigentlich in meinem Sinne und im Sinne des Hochschullehrganges sei. Die N\u00e4he Neapels und Sorrents waren f\u00fcr mich letztlich \u00dcberzeugung genug, Schulen im S\u00fcden Italiens kennen lernen zu wollen.<\/p>\n<p>Pomigliano D\u00b4Arco liegt \u00f6stlich von Neapel und an der Nordseite des Vesuvs. Dieser Teil Campaniens ist sehr dicht besiedelt, die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch, die Kriminalt\u00e4t ebenfalls. Die von mir besuchten St\u00e4dte haben keinen typisch italienischen Ortskern, sie sind durch Betriebsansiedlungen (Alfa Romeo, Flugzeugteilefabrik, &#8230;) und den dadurch entstandenen Zuzug errichtet und erweitert worden. Die \u201ePiazza\u201c \u2013 der Treffpunkt f\u00fcr Italiener \u2013 fehlt. Ein vor kurzem errichtetes Einkaufszentrum mit Superm\u00e4rkten ist <strong><em>die <\/em><\/strong>Attraktion f\u00fcr die Jugendlichen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Schulen, die ich besuchte<\/h3>\n<p>Ich bekam Einblick in unterschiedliche Schularten: vom Kindergarten (Scuola Materna) \u00fcber die Grundschule (Scuola Elementare), die Mittelschule (Scuola Media) bis hin zum Realgymnasium und zur HTL.<\/p>\n<p>Ich lernte f\u00fcnf verschiedene Schulen in drei benachbarten St\u00e4dten kennen:<\/p>\n<ul>\n<li>Scuola Elementare (Casalnuovo di Napoli): Grundschule (5 Jahre)<\/li>\n<li>Istituto Comprensivo \u201eE. De Nicola\u201c (Casalnuovo di Napoli): Scuola Media \/ Mittelschule (3j\u00e4hrige Schule nach der Volksschule f\u00fcr alle 11-14j\u00e4hrigen \u2013 Ende der Pflichtschule<\/li>\n<li>Istituto Comprensivo \u201eR.Viviani\u201c (Casalnuovo di Napoli): Scuola Media (w.o.)<\/li>\n<li>Scuola Magistrale \u201eS.Cantone\u201c (Pomigliano D` Arco): Liceo Sientifico\/ Realgymnasium (nach der Pflichtschule)<\/li>\n<li>ITC \u201eManilio Rossi Doria\u201c (Marigliano): entspricht HTL<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Schule <em>Scuola Magistrale \u201eS.Cantone\u201c di Pomigliano D` Arco <\/em>ist in einem ehemaligen Wohnhaus untergebracht. Die Klassenr\u00e4ume sind klein, die Einrichtung spartanisch (Tische, Sessel, Tafel). Die erforderlichen Arbeitsmateralien bringen die Lehrer selbst mit, die Schule stellt nichts zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>In dieser Schule unterrichtet unterrichtete Marta erst seit kurzem. Die Sch\u00fclerInnen dieser Klasse wurden von ihr angeregt, einen Briefkontakt mit Sch\u00fclerInnen in Gro\u00dfbritannien zu beginnen. Die 15j\u00e4hrigen Sch\u00fclerInnen (20 M\u00e4dchen, ein Bursch) sollten \u00fcber sich und ihre Stadt schreiben. In dieser Stunde wurden erste \u00dcberlegungen \u00fcber die Vorgangsweise angestellt. Dabei kam es zu interessanten Diskussionen \u00fcber die Pr\u00e4sentation der eigenen Stadt: Was gef\u00e4llt mir in meiner Stadt? Was besch\u00e4ftigt uns Jugendliche derzeit? Was will ich von mir selbst erz\u00e4hlen? Die Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt im Zusammenhang mit einer Klassenkorrespondenz war f\u00fcr mich faszinierend. Die Befassung mit der eigenen Person und der eigenen Stadt brachte viele Denkanst\u00f6\u00dfe \u00fcber Zufriedenheit, Unzul\u00e4nglichkeiten, Ver\u00e4nderungsw\u00fcnsche und Verbesserungsvorschl\u00e4ge mit sich. Die Sch\u00fclerInnen sind es nicht gewohnt, \u00fcber sich und ihre Situation nachzudenken. Marta will die Jugendlichen durch das Befassen mit ihrer Identit\u00e4t dazu bringen, dass sie ihr Selbstwertgef\u00fchl steigern und zu eigenst\u00e4ndigem Denken und Handeln angeregt werden. Hier wird die Schule \u2013 im Sinne Freinets \u2013 zum Lebensraum. Die Lebensrealit\u00e4t der Jugendlichen wird zum Thema gemacht, die Befassung mit der pers\u00f6nlichen Lebensgeschichte erm\u00f6glicht diesen sozial benachteiligten Jugendlichen &#8211; durch die Aktualit\u00e4t ihrer Probleme &#8211; \u00dcberlegungen f\u00fcr realisierbare Ver\u00e4nderungen ihrer Lebensumwelt in die Wege zu leiten. Durch das Befassen mit der eigenen Biographie nimmt jeder Jugendliche seine Bedeutung in der Gemeinschaft noch deutlicher wahr. Durch diese Vorgehensweise im Unterricht wird ein Grundsatz der Freinet-P\u00e4dagogik verwirklicht<em>: \u201eDie Sch\u00fclerInnen haben das Recht auf ihren eigenen Lernproze\u00df, ihre eigene \u201eEntwicklung und ihre Individualit\u00e4t.\u201c<a href=\"#_ftn16\" title=\"\"><sup><strong><sup>[16]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n<p>In dieser Schule konnte ich einer weiteren Englischstunde in einer Maturaklasse beiwohnen. Es wurden Gedichte englischer Dichter der Romantik behandelt. Mein erster Gedanke war: \u201eWas fangen neapolitanische Jugendliche mit diesem Thema an?\u201c Von den Aussagen der Dichter jener Zeit wurde ein gegl\u00fcckter Transfer in die Gegenwart und Lebensrealit\u00e4t gemacht. \u00dcberlegungen zur Wertsch\u00e4tzung der Natur erscheinen gerade in dieser Gegend von brisanter Bedeutung. Der Bezug zur Lebensrealit\u00e4t der Jugendlichen wurde durch Vergleiche mit der Gegenwartsdichtung von Liedermachern der Region bewundernswert hergestellt. Kritisch setzten sich die 19-J\u00e4hrigen mit den Problemen, die sie pers\u00f6nlich betreffen, auseinander. Ein Bursch stellte eine Eigenkreation eines selbst gedichteten und selbst komponierten Liedes vor. Den Jugendlichen wurde \u201edas Wort gegeben\u201c. Jeder von ihnen konnte zum Ausdruck bringen, was ihn derzeit bewegt, wo die Chancen durch gemeinsamen Aktionen liegen, wo und wie scheinbare Grenzen \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen. <em>\u201eDie Sch\u00fclerInnen sind InitiatorInnen und OrganisatorInnen ihres eigenen Lernprozesses\u201c,<\/em> besagt ein weiterer p\u00e4dagogischer Grundsatz der Freinet-P\u00e4dagogik. Das hohe und echte Engagement der Sch\u00fclerInnen wird durch die Offenheit der Lehrerin unterst\u00fctzt, die \u2013 \u00e4hnlich dem Grundanliegen Freinets \u2013 eine <em>P\u00e4dagogik des Volkes<\/em> zum Ziel hat.<\/p>\n<p>Leonardo ist Direktor der <em>Scuola Elementare und Scuola Media (Istituto Comprensivo \u201eE. De Nicola\u201c di Casalnuovo do Napoli).<\/em> Seit kurzem wurde eine Scuola Elementare, die in betr\u00e4chtlicher Entfernung liegt, ebenfalls unter seine Leitung gestellt. Schulzusammenlegungen sind derzeit aus Sparma\u00dfnahmen \u00fcblich.<\/p>\n<p>Diese Schule (Scuola Media) weist eine Vielfalt von Projekten auf, die die Sch\u00fcler dazu anregen sollen, die im Rahmen des Curriculums gemachten Erfahrungen auch au\u00dferhalb des Unterrichts zu verwirklichen. Hier werden aktuelle regionale Probleme, die die Sch\u00fclerInnen direkt betreffen, aufgegriffen und in Form von Projekten bearbeitet. Das \u00dcbernehmen von Verantwortung im Rahmen der Klassen- bzw. Schulgemeinschaft war ein Schwerpunkt des Schulprojekts.<\/p>\n<p>Ich konnte erleben, wie in diesem Schuljahr die Vorbereitungen f\u00fcr das Sch\u00fclerInnen-Parlament getroffen wurden. Jede Klasse entsendet zwei VertreterInnen, ein Lehrer ist ebenfalls Mitglied dieser Einrichtung. Die BewerberInnen m\u00fcssen ihr eigenes Programm, f\u00fcr das sie im Sch\u00fclerparlament eintreten werden, der Klasse vorstellen. Die Entsendung ins Sch\u00fclerInnen-Parlament wird demokratisch durch Abstimmung entschieden. In den unteren Klassen gab es viele KandidatInnen (bis zu neun), in den h\u00f6heren Klassen lie\u00df die Bereitschaft zur Entsendung bereits nach (drei bis vier). Am Jahresende legen die KlassenvertreteInnen \u00fcber die Verwirklichung ihrer Programme Rechenschaft ab. Sie berichten von Erfolgen und Misserfolgen, \u00fcber Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Klassen und Instituionen.<\/p>\n<p>Diese Aktion wird von der Stadtregierung begr\u00fc\u00dft und unterst\u00fctzt. Der Stadtrat f\u00fcr das Unterrichtswesen besuchte an diesem Tag die Klassen, einerseits um sich \u00fcber die Probleme der Sch\u00fclerInnen zu informieren, andererseits um die Unterst\u00fctzung von offizieller Seite zu bekunden. Somit erfuhren die Anstrengungen der Sch\u00fclerInnen Anerkennung in der \u00d6ffentlichkeit. Das \u00f6ffentliche Interesse sollte auch der Skepsis und Resignation von Seiten mancher politikverdrossener Eltern entgegenwirken und die Wichtigkeit dieser schulischen Arbeit unterstreichen.<\/p>\n<p>Besonders hervorheben m\u00f6chte ich das Projekt \u201eEducazione alla legalit\u00e1\u201c (Erziehung zur Sch\u00e4tzung der Gesetzeseinhaltung), an dem ebenfalls alle Klassen teilnehmen. Erziehung zur Gesetzeseinhaltung ist besonders in diesem Teil Italiens, in dem die Arbeitslosigkeit und die Kriminalit\u00e4t einen hohen Prozentanteil aufweist, ein Faktor der Lebensstrategie. Das Rechtsbewusstsein der Jugendlichen wird durch die Befassung mit der eigenen Lebenswirklichkeit \u00fcber eigene Wege des Lernens entwickelt. Durch das Kennenlernen eines breiten Spektrums an Handlungsmustern lernen die Sch\u00fclerInnen Zusammenh\u00e4nge erkennen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse erfordern eine intensive Auseinandersetzung, um ein demokratischen Bewusstsein zu entwickeln. Die Sch\u00fclerInnen \u00fcbernehmen Verantwortung, schlie\u00dfen Vertr\u00e4ge ab, entwickeln Arbeitspl\u00e4ne und treffen gemeinsame Entscheidungen im Klassenverband. Dieses demokratische Verhalten in der Schule erm\u00f6glicht die Vorstellung f\u00fcr ein sinnvolles Miteinander in der Gesellschaft. Jede Klassengemeinschaft entscheidet, welche Themen im jeweiligen Schuljahr eigenst\u00e4ndig bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Probleme, wie das richtige Verhalten im Stra\u00dfenverkehr, Drogenpr\u00e4vention, Umweltschutz, demokratisches Verhalten, Aussichtslosigkeit bei kriminellem Verhalten, sind nur einige von den Projektthemen.<\/p>\n<p>Ein Projektschwerpunkt liegt auch auf der Werbung f\u00fcr das Lesen: Lesen als Strategie einer Lebensbew\u00e4ltigung, Lesen als Erforschung neuer Gedanken-Welten, als Reise im Kopf, Lesen als sinnvolle Freizeitbesch\u00e4ftigung, Lesen als Zugang zu Gedanken anderer Menschen und anderer Kulturen. Diese Schule nimmt die Sch\u00fclerInnen mit ihren Problemen Ernst, sie verschlie\u00dft nicht die Augen vor einer nicht immer einfachen Lebensrealit\u00e4t.<\/p>\n<p>In der Schulzeitung \u201eLa Mongolfiera\u201c fanden die Aktionen der einzelnen Projekte genauso ihren Niederschlag wie Ereignisse aus der Tagespolitik, aktuelle Vorkommnisse in der Region und literarische Beitr\u00e4ge aus allen Schulstufen. Somit wird die Zeitung als Spiegel der Arbeitsergebnisse, aber gleichzeitig auch als Ausdruck der Interessen der Jugendlichen zu einem Kommunikationsmittel f\u00fcr die gesamte Schule und Gemeinde. Die Erfahrungen einzelner Sch\u00fclerInnen, die unterschiedlichen Interessen und die Bed\u00fcrfnisse von Gruppen wurden selbstverantwortlich gestaltet und von den Redaktionsmitgliedern als Gesamtwerk arrangiert. Die Kooperation in der Gruppe, die Verantwortlichkeit f\u00fcr die Gemeinschaft und die Verantwortung des Einzelnen kommen bei der Arbeit mit der Schulzeitung zum Tragen.<\/p>\n<p>Das Schulprojekt \u00fcber Freizeitgestaltung (Theatergruppe, Musikgruppe, Schach, Gestaltung von Festen u.v.m.) findet \u00fcber die Schule hinaus guten Anklang, da \u00fcber verschiedene Aktionen in regionalen Zeitungen berichtet wird.<\/p>\n<p>Sprachprojekte (Lingua 2000) f\u00f6rdern die Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse. Ein Projekt \u00fcber Berufsorientierung ist ein weiterer Schwerpunkt des Jahresprogrammes.<\/p>\n<p>Die Schule bietet den jungen Menschen Raum, ihre F\u00e4higkeiten zu entwickeln. Den pers\u00f6nlichen Erfahrungen ihrer nicht immer einfachen Lebensrealit\u00e4t wird ein Forum geboten. Das Miteinander-Sprechen, das Sich-ausdr\u00fccken-K\u00f6nnen, der freie Ausdruck &#8211; im weitesten Sinn seiner Bedeutung- verhelfen den Jugendlichen ihre Daseinsbedingungen zu hinterfragen und Eigeninitiativen zu ergreifen.<\/p>\n<p>In einer anderen Schule (ITC \u201eManilio Rossi Doria\u201c di Marigliano) lie\u00df die Lehrerin den Sch\u00fclerInnen die Grenzen ihrer Sprache erfahren. Die meisten Jugendlichen sprechen nur neapoletanischen Dialekt (sogar f\u00fcr Italienier fast unverst\u00e4ndlich). Die Unsicherheit im sprachlichen Ausdruck ergibt sich durch die soziale Herkunft der Jugendlichen. Sie sollten die Notwendigkeit des Erlernens der italienischen Sprache erkennen, die f\u00fcr das Berufsleben au\u00dferhalb der Region Neapels von Bedeutung ist. Die Eigenverantwortung und das Bilden der eigenen Meinung war ein Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>LehrerInnen ergreifen Initiative<\/h3>\n<p>Das erstes Treffen des \u201eMovimento di Cooperazione Educativa\u201c (Gruppo Territoriale Napoletano) mit Lehrerinnen der n\u00e4heren Umgebung fand in Leonardos Schule statt. Es kamen ungef\u00e4hr 30 Lehrerinnen und Lehrer, die an dem Fortbildungsprojekt f\u00fcr LehrerInnen \u201eL`adolescenza: un persorso di formazione per adulti\u201c teilnehmen m\u00f6chten. Diese Initiative ging von Marta und Leonardo aus, die \u2013 gemeinsam mit befreundeten LehrerInnen &#8211; interessierte LehrerInnen der Region mit der P\u00e4dagogik Freinets vertraut machen wollen. F\u00fcr das erste Jahr sind acht Begegnungen vorgesehen, in denen aktuelle Probleme der Erziehung und des Unterrichts unter Einbeziehung der Grunds\u00e4tze der Freinet-P\u00e4dagogik \u201ebearbeitet\u201c werden. Die gegenw\u00e4rtige Situation der Region und die Bew\u00e4ltigung der Lebensrealit\u00e4t stehen im Mittelpunkt der konkreten Auseinandersetzung. Die Kooperation der beteiligten P\u00e4dagogen bedeutet Pionierarbeit. Auch an diesem Treffen nahm der Stadtrat f\u00fcr das Unterrichtswesen teil, hob die Wichtigkeit dieses Engagements hervor und bot seine Unterst\u00fctzung an.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Ich blicke zur\u00fcck<\/h2>\n<p>Meine urspr\u00fcngliche Absicht war die Hospitation in einer Freinet-Klasse. Meine inneren Bilder waren gepr\u00e4gt von Freinet-Klassen in Wien.<\/p>\n<p>In den oben beschriebenen Schulen\u00a0 fand ich keine lernanregende Umgebung, keine Druckerei, keine gem\u00fctlichen Ecken, keine Arbeitsmaterialien, keine Schreibateliers u. \u00e4. vor. Ich war konfrontiert mit kleinen und kahlen Klassenr\u00e4umen, mit Schulr\u00e4umen in ehemaligen Wohnh\u00e4usern, mit einer Atmosph\u00e4re, die an sich nicht zum Lernen motiviert. Ich begegnete trotz all dieser \u2013 f\u00fcr \u00f6sterreichische Verh\u00e4ltnisse unzureichenden \u2013 Zust\u00e4nde interessierte und lernwillige Sch\u00fcler und \u00e4u\u00dferst engagierte LehrerInnen.<\/p>\n<p>Bei den Hospitationen sp\u00fcrte ich, wie die Art der LehrerInnen, ihre Einstellung zum Beruf und zu ihren Sch\u00fclerInnen, ihre glaubw\u00fcrdige \u00dcberzeugung Auswirkungen auf das Miteinander hatte. Immer wieder wurde die Lebensrealit\u00e4t der in dieser Region lebenden Menschen zum Thema gemacht \u2013 auf unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Ans\u00e4tzen. Niemand sprach in gro\u00dfen T\u00f6nen \u00fcber Freinet und seine P\u00e4dagogik, aber \u00fcberall war die Idee Freinets erfahrbar. Die \u00fcberzeugende Haltung dieser LehrerInnen bedarf keiner ausdr\u00fccklichen Etikettierung. Der pers\u00f6nliche Einsatz der LehrerInnen f\u00fcr die Kinder aus sozial schlecht gestellten Familien, f\u00fcr die Kinder von Arbeitslosen und f\u00fcr Kinder ohne erkennbare Zukunft erinnerte mich an die Intentionen Freinets, sich f\u00fcr Kinder benachteiligter Bev\u00f6lkerungsschichten besonders anzunehmen.<\/p>\n<p>Erstaunlich war f\u00fcr mich immer wieder das hohe Engagement der LehrerInnen, die ihren Idealismus verspr\u00fchen \u2013 trotz schlechter Rahmenbedingungen. Sie verschwenden ihre Zeit nicht mit Jammern, sondern sie agieren im Bereich des M\u00f6glichen (F\u00fcr mich erschien vieles schon im Bereich des fast Unm\u00f6glichen!). Sie haben ein gemeinsames Ziel, f\u00fcr das sie sich einsetzen: Die Sch\u00fclerInnen sollen erfahren, wie wichtig es ist, selbstverantwortlich zu handeln und miteinander auf ein Ziel zuzugehen. Die Einstellung der LehrerInnen, ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in ihrem Verhalten und ihr motivierender Unterricht ermutigt die Sch\u00fclerInnen \u00fcber sich nachzudenken, ihre Lebensbedingungen durch Eigeninitiative zu verbessern, ein \u2013 so erschien es mir beinahe \u2013 \u201e\u00dcberlebenstraining\u201c zu gestalten. Die LehrerInnen verwirklichen die \u201eRechte der Kinder\u201c, indem sie den Kindern dieser Region durch innovativen Unterricht Visionen erm\u00f6glichen, die Chancen zur Verwirklichung aufweisen.<\/p>\n<p>Bis jetzt assoziierte ich mit Neapel Meer, Sonne, Zitronen, Pizza, Vesuv, Pompeij, Camorra, Kriminalit\u00e4t. Ab nun verbindet mich mit dieser Region die Freundschaft mit Menschen, die ihr Leben und das ihrer Sch\u00fcler &#8211; trotz allem &#8211; lebenswert gestalten wollen. Menschen, die auch in ihrem Beruf \u2013 eigentlich Berufung \u2013 ihre Haltung leben, ihre Einstellung vermitteln und als LehrerInnen authentisch unterrichten. Menschen, vor denen ich eine gro\u00dfe Hochachtung habe!<\/p>\n<p>Grazie!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Gedanken am Ende eines Freinet Seminars f\u00fcr LehrerInnen als Elfchen verfasst<\/h2>\n<p>Ein ELFCHEN ist ein Text, der aus ELF W\u00f6rtern besteht.<\/p>\n<p>Die ELF W\u00f6rter verteilen sich in f\u00fcnf Zeilen:<\/p>\n<ol>\n<li>Zeile: ein Wort<\/li>\n<li>Zeile: zwei W\u00f6rter<\/li>\n<li>Zeile: drei W\u00f6rter<\/li>\n<li>Zeile: vier W\u00f6rter<\/li>\n<li>Zeile: ein Wort<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>EINST<\/h4>\n<p>Nach<\/p>\n<p>drei Stunden<\/p>\n<p>noch immer nichts<\/p>\n<p>Neues gelernt zu haben,<\/p>\n<p>kr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>JETZT<\/h4>\n<p>Nach<\/p>\n<p>drei Stunden<\/p>\n<p>viel Neues geh\u00f6rt<\/p>\n<p>und diskutiert zu haben,<\/p>\n<p>erfreut!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Im<\/h4>\n<p>Herzen kreativ,<\/p>\n<p>Wissen lass es<\/p>\n<p>raus, ich gebe nicht<\/p>\n<p>auf.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Mut<\/h4>\n<p>zu \u00f6ffnen<\/p>\n<p>frei und unabh\u00e4ngig<\/p>\n<p>ich will mich trauen<\/p>\n<p>Jetzt!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Freinet-<\/h4>\n<p>P\u00e4dagogik kommt<\/p>\n<p>von meinem Herzen<\/p>\n<p>zu den Herzen der<\/p>\n<p>Kinder<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>REFORM<\/h4>\n<p>REFORM &#8211; P\u00c4DAGOGISCH<\/p>\n<p>ZU M\u00dcDE DAZU<\/p>\n<p>BIN ABER DAVON \u00dcBERZEUGT<\/p>\n<p>WEITER!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Idee<\/h4>\n<p>viele Gedanken<\/p>\n<p>Mut f\u00fcr Neues<\/p>\n<p>Neues mit Kindern erleben<\/p>\n<p>LOS!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Ideen<\/h4>\n<p>Gedanken sammeln<\/p>\n<p>offen f\u00fcr Neues<\/p>\n<p>Neues mit Kindern entwickeln<\/p>\n<p>lernen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Motivation<\/h4>\n<p>noch mehr<\/p>\n<p>das zu leben<\/p>\n<p>was in mir ist<\/p>\n<p>zulassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>&#8230;aufbrechen<\/h4>\n<p>neugierig sein<\/p>\n<p>das \u201eSchulische\u201c verlassen<\/p>\n<p>mit den Kindern wachsen<\/p>\n<p>leben<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>FREINET<\/h4>\n<p>DAS IST<\/p>\n<p>F wie FREIHEIT, R wie RASTERLYRIK, E wie ERFORSCHEN;<\/p>\n<p>I wie IDEEN, N wie NEUGIER, E wie ERLEBEN, T wie TEXT,<\/p>\n<p>FREINET<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Ein<\/h4>\n<p>Kind zu<\/p>\n<p>verstehen ist wie<\/p>\n<p>ein schwieriges R\u00e4tsel zu<\/p>\n<p>l\u00f6sen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Freinet<\/h4>\n<p>am Nachmittag<\/p>\n<p>nach einer Konferenz.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck etwas Ablenkung \u2013<\/p>\n<p>angenehm.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>P\u00e4dagogisches<\/h4>\n<p>Talent besteht<\/p>\n<p>dann Kinder so zu akzeptieren<\/p>\n<p>wie sie sind.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4>Talent<\/h4>\n<p>P\u00e4dagogisches Talent<\/p>\n<p>besteht vielleicht darin<\/p>\n<p>dass ich ein Kind<\/p>\n<p>bin.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2 align=\"left\">Gedanken zur REFORMP\u00c4DAGOGIKAUSBILDUNG als Achrostichon niedergeschrieben:<\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>R<\/strong>ichtig<\/p>\n<p><strong>E<\/strong>hrliche<\/p>\n<p><strong>F<\/strong>ans<\/p>\n<p>O<strong>der<\/strong><\/p>\n<p><strong>R<\/strong>eformwillige<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>\u00f6chten<\/p>\n<p><strong>P<\/strong>\u00e4dagogik<\/p>\n<p><strong>\u00c4<\/strong>ndern.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>af\u00fcr<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>rbeiten sie<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>l\u00fccklicher<\/p>\n<p><strong>O<\/strong>der<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>es\u00fcnder<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n<\/p>\n<p><strong>K<\/strong>lassen<\/p>\n<p><strong>A<\/strong>n<\/p>\n<p><strong>U<\/strong>nseren<\/p>\n<p><strong>S<\/strong>chulen.<\/p>\n<p><strong>B<\/strong>ei<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>hrem<\/p>\n<p><strong>L<\/strong>ehrstil<\/p>\n<p>D<strong>arf es<\/strong><\/p>\n<p><strong>U<\/strong>ngew\u00f6hnliches<\/p>\n<p><strong>N<\/strong>at\u00fcrlich<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>eben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, Les Dits de Mathieu, S. 31. In: Freinet, Elise, Erziehung ohne Zwang, Stuttgart 1981, S. 25<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kerschensteiner, Georg, Begriff der Arbeitsschule, 5. Aufl., Leipzig, Berlin 1922, S. 65 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, Hamburg 1980, S. 17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, S. 21<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, S. 22<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie aus den \u201ep\u00e4dagogischen texten\u201c entnommen werden kann, wird der Begriff Methode in einem<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 umfassenderen Sinn gebraucht: f\u00fcr didaktisches System und damit auch f\u00fcr die Richtung und Begr\u00fcndung <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 des Unterrichtes. Vgl. Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, S. 26<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte, 25 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Le Bohec, Paul: Verstehen hei\u00dft Wiederfinden. 2. Auflage \u2013 Bremen: P\u00e4dagogik Kooperative e. V., 1997, S. 72<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rabensteiner, Pia-Maria: Den Kindern das Wort geben &#8211; Kreisgespr\u00e4che (Teil 1).In: Freinet Kooperativ 3\/1999, S. 29<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" title=\"\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00d3 \u2013 Freinetschule \u201ede Boothoven\u201c \u2013 Enschede<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" title=\"\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 M\u00fctzelfeldt, Wolfgang: Lernen hei\u00dft lebendig sein. Konzept f\u00fcr eine Schule in freier Tr\u00e4gerschaft. <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eZentrum f\u00fcr \u00f6kologische Fragen und ganzheitliches Lernen\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" title=\"\">[12]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Freinet, Celestin: Der freie Text. In: Koitka, Christine: Freinet-P\u00e4dagogik, 2. \u00fcberarbeitete Auflage, <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Berlin: Basis Verlag, 1989<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" title=\"\">[13]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schulz, Gudrun: Umgang mit Gedichten. \u2013 Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH, 1997, vgl. S.77<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" title=\"\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schulz, Gudrun; 1997, vgl. S.92<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" title=\"\">[15]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schulz, Gudrun, 1997, vgl. s.79<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" title=\"\">[16] \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/a> Dietrich, Ingrid: Freinet-P\u00e4dagogik heute. In: Dietrich, Ingrid (Hrsg.): Handbuch der Freinet-P\u00e4dagogik.<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weinheim und Basel: Beltz Verlag, 1995 ( S. 27)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freinet-P\u00e4dagogik stellt einen Zusammenhang von P\u00e4dagogik und Politik, von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-29","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freinet-paedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}