{"id":32,"date":"2014-01-02T11:33:03","date_gmt":"2014-01-02T11:33:03","guid":{"rendered":"?p=32"},"modified":"2014-01-02T11:33:03","modified_gmt":"2014-01-02T11:33:03","slug":"schule-neu-gedacht-schule-neu-gemacht-teil-2-unterrichtsentwicklung-grundschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=32","title":{"rendered":"Schule neu gedacht \u2013 Schule neu gemacht \u2013 Teil 2: Unterrichtsentwicklung Grundschule"},"content":{"rendered":"<h1>Die Unterrichtsentwicklung an den Grundschulen<\/h1>\n<p>Die folgende Dokumentation der Unterrichtsentwicklung besteht gr\u00f6\u00dftenteils aus den Texten der Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer eigenen Arbeit. Es ist den Verfassern wichtig, die Personen zu Wort kommen zu lassen, die die Unterrichtsentwicklung tragen und leben. Gleichzeitig m\u00f6chten wir allen Lehrerinnen und Eltern und auch der \u00d6ffentlichkeit das Potenzial zeigen, dass diese Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit t\u00e4glich aktualisieren.<\/p>\n<h1>Eichelberger, H., Laner, C., Reiterer, St.<\/h1>\n<h1>Schule neu gedacht \u2013 Schule neu gemacht \u2013 Teil 2<\/h1>\n<h1>Die moderne Schule<\/h1>\n<h1>Reformp\u00e4dagogische Unterrichtsentwicklung<\/h1>\n<h1>\u00a0<\/h1>\n<h1>Die Unterrichtsentwicklung an den Grundschulen<\/h1>\n<h1>Das Projekt zur Unterrichtsentwicklung \u2013 die Konkretisierung der Rahmenrichtlinien<\/h1>\n<p>Das Projekt \u201eUnterrichtsentwicklung nach reformp\u00e4dagogischen Grunds\u00e4tzen und Grundwerten als Basis f\u00fcr eine Entwicklung der Schule\u201c ist eine Initiative des P\u00e4dagogischen Instituts der Deutschen Sprachgruppe in S\u00fcdtirol. Es steht im Einklang mit den p\u00e4dagogischen\u00a0 Ausrichtungen der staatlichen Schulreform und mit den bedeutendsten Tendenzen in der Weiterentwicklung des Schulwesens in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Aspekt jeder Unterrichtsentwicklung besteht darin, von einer bereits entwickelten Situation aus zu starten, wobei es darauf ankommt, mit den bestehenden M\u00f6glichkeiten zu arbeiten und diese Rahmenbedingungen optimal zu nutzen und daf\u00fcr zu sorgen, dass es vor allem zu einer Unterrichtsentwicklung kommt, die bestehende M\u00f6glichkeiten vollst\u00e4ndig nutzt und nicht darauf aufbaut, zus\u00e4tzliches Personal oder andere Ressourcen im gro\u00dfen Stil als Grundlage zu betrachten.<\/p>\n<h2>Grundlegende Orientierung der Unterrichtsentwicklung<\/h2>\n<p>Die wichtigsten Orientierungspunkte unserer Unterrichtsentwicklung sind durch die Rahmenrichtlinieren und durch die Grundthesen der reformp\u00e4dagogischen Modelle deutlich erkennbar. Daher sollte der Unterricht von der Betonung des Lehrens (didaktische Orientierung) hin zu einem immer selbstt\u00e4tigeren, selbst gesteuerten Lernen (mathetische Orientierung) im Kontext des autonomen Lernens entwickelt werden. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und die besten Bedingungen f\u00fcr ihr Lernen sollen im Mittelpunkt des p\u00e4dagogischen Denken und Leben stehen. Dazu bedarf es der Einrichtung von \u201evorbereitenden Lernumgebungen\u201c zum aktiven, initiativen und selbst verantworteten Lernen und einer Adaptierung von Unterrichtsstrukturen und der Schulorganisation an die Grunds\u00e4tze und Grundwerte reformp\u00e4dagogischer Modelle, wie z. B. Einrichtung altersheterogener Lerngruppen, Lernen nach assignments in Laboratorien oder Arbeit in p\u00e4dagogisch ad\u00e4quaten Lern- bzw. Arbeitseinheiten (immer im Rahmen der M\u00f6glichkeiten, die die didaktische und unterrichtsorganisatorische Autonomie den Schule gibt).<\/p>\n<p>Der Lernstoff soll nach den Prinzipien des exemplarischen Lehrens und Lernens in lebensbedeutenden Zusammenh\u00e4ngen strukturiert werden und in der Erarbeitung die Aneignung von Schl\u00fcsselqualifikationen, orientiert (auch) an den Themen der Kinder erm\u00f6glichen. Dadurch wird eine St\u00e4rkung der F\u00e4higkeiten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr das lebensbegleitende Lernen angestrebt. Durch die Professionalisierung der Lehrenden in \u201eneuen\u201c Kompetenzen, wie \u201eUnterst\u00fctzen\u201c, \u201eBetreuen\u201c, \u201eBeraten\u201c, \u2026 unter Wahrung seiner\/ihrer lehrenden Vermittlerfunktion wird ebenso eine Intensivierung des emotionalen und sozialen Zusammenhalts der Lehrerinnen und Lehrer durch die Identifikation mit gemeinsamen Zielen erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Rahmenbedingungen der gemeinsamen Arbeit<\/h2>\n<p>Die konkrete Arbeit an der Entwicklung des eigenen Unterrichts soll auf der Initiative und dem Engagement der am Projekt freiwillig teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer beruhen und auf deren Methodenfreiheit unter Ber\u00fccksichtigung der didaktischen Souver\u00e4nit\u00e4t von Lehrerinnen und Lehrern. Die Initiative der Lehrerinnen und Lehrer ist wesentliche Voraussetzung zur Identifikation mit dem eigenst\u00e4ndig entwickelten Unterrichts- bzw. in der Folge erstellten Schulkonzept und die Identifikation mit dem Unterrichtskonzept soll nicht nur zu einer qualitativen Verbesserung des Unterrichts und zu h\u00f6herer Berufszufriedenheit f\u00fchren, sondern ist Voraussetzung f\u00fcr eine von gegenseitiger Solidarit\u00e4t getragene Teamarbeit.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Eine weitere Voraussetzung zur Unterrichtsentwicklung ist die Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer sich mit reformp\u00e4dagogischen Ideen auseinander zu setzen. Ausgangspunkt der Unterrichtsentwicklung sind die Kriterien der Rahmenrichtlinien und die Modelle der Reformp\u00e4dagogik (Dalton-Plan-P\u00e4dagogik, Freinet-P\u00e4dagogik, Jena-Plan-P\u00e4dagogik, Montessori-P\u00e4dagogik) und deren Transformation in die aktuelle Unterrichts- und Schulsituation unter Ber\u00fccksichtigung der gesellschaftlichen Anforderungen. Neben der Fortbildung mit Dozent\/innen erfolgt die Fortbildung der Projektteilnehmer\/innen ebenso durch die Arbeit mit neuen Medien zur eigenst\u00e4ndigen und selbst gesteuerten Fort- und Weiterbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Unterrichtsentwicklung wird unter dem Aspekt der beruflichen Professionalisierung und der damit verbundenen Selbstentwicklung der Lehrerinnen und Lehrer innerhalb einer Entwicklung des Projektteams gesehen. Unterrichtsentwicklung geht Schritt f\u00fcr Schritt mit einer entsprechenden Teamentwicklung des Projektteams und ebenso der Teams in der Schule.<\/p>\n<p>Die aktive Unterrichtsentwicklung wird unterst\u00fctzt durch:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Fortbildungsseminare;<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Fortbildung mit und durch neue Medien (blended-learning):<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Informationsveranstaltungen von international t\u00e4tigen und in der modernen europ\u00e4ischen Unterrichts- und Unterrichtsentwicklung kompetenten Dozent\/innen:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Exkursionen:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Eine die Eigeninitiative, das Engagement und die pers\u00f6nliche Entwicklung unterst\u00fctzende Entwicklungsbegleitung:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Kooperative Elternbildung:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Wissenschaftliche Fundierung der eigenen Unterrichtskonzeption und damit Professionalisierung der eigenst\u00e4ndigen Unterrichtsarbeit:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Kontinuierliche Begleitung des Prozesses der Unterrichtsentwicklung durch die oben zitierten Dozent\/innen:<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Evaluierung des Prozesses der Unterrichtsentwicklung:<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Zeitlicher Rahmen des Projektes<\/h2>\n<p>Beginn: Herbst 2004<\/p>\n<p>Dauer: 7 Jahre<\/p>\n<h2>Organisation<\/h2>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"150\"><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<p>Form<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"318\">\n<p>Aufgaben\/Zust\u00e4ndigkeiten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"150\">\n<p>Wer?<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"150\">\n<p>Projektleitung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"318\">\n<p>Zusammenschau der Schulen<\/p>\n<p>Anlaufstelle f\u00fcr diverse Aspekte<\/p>\n<p>Organisation der Fortbildung<\/p>\n<p>Organisation der Treffen mit wiss. Begleiter und mit Dozentinnen und Dozenten<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"150\">\n<p>Christian Laner (PI)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"150\">\n<p>Netzwerk Schulen<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"318\">\n<p>Gemeinsames geschlossenes Diskussionsforum zum Austausch<\/p>\n<p>Fortbildung im Sinne von blended learning mit tutorieller Begleitung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"150\">\n<p>Projektteam an der Schule<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"150\">\n<p>Wissenschaftliche Begleitung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"318\">\n<p>Gemeinsame Fortbildung f\u00fcr die beteiligten Lehrpersonen<\/p>\n<p>Projektablauf<\/p>\n<p>Projektberatung und \u2013betreuung<\/p>\n<p>Evaluation, Dokumentation und Vorbereitung der Publikation<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"150\">\n<p>Prof. Dr. Harald Eichelberger (P\u00e4dagogische Akademie Wien)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"150\">\n<p>Dozentinnen und Dozenten<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"318\">\n<p>Referenten aus L\u00e4ndern mit Erfahrungen:<\/p>\n<p>Je 4 Tage im Jahr (2 + 2) mit Unterrichtsbeobachtung, Besprechung und Planung<br \/> Vortr\u00e4ge f\u00fcr das Kollegium<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"150\">\n<p>Experten aus dem Ausland<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"150\">\n<p>Unterst\u00fctzung lokal durch externe Berater\/innen<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"318\">\n<p>Falls vor Ort Kolleginnen des Lehrgangs verf\u00fcgbar sind, k\u00f6nnen diese unterst\u00fctzend mit in die gemeinsamen Projekttreffen eingebunden werden und bestimmte Schwerpunkte als Moderatorinnen mitgestalten<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"150\">\n<p>Berater\/innen \u201aSchulentwicklung auf reformp\u00e4dagogischer Basis\u2019<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Auswahl der Schulen<\/h2>\n<p>Die Auswahl f\u00fcr die Teilnahme der Grundschulen \u2013 wobei hier von einem Schulhaus und nicht von einem Schulsprengel gesprochen wird \u2013 erfolgt nach folgenden Kriterien:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Es m\u00fcssen \u2013 je nach Gr\u00f6\u00dfe der Schule \u2013 5 bis 10 Lehrpersonen bereit sein, am Projekt teilzunehmen.<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 An der Schule arbeitet eine Teilnehmer\/in des Lehrgangs \u201aSchulentwicklung auf reformp\u00e4dagogischer Basis\u2019.<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 An der Schule sind Teilnehmer\/in des neuen Lehrgangs \u201a Schulentwicklung auf reformp\u00e4dagogischer Basis\u2019 (12.RP), da diese Teilnehmer\/innen so dies im Sinne des \u201alearnings on the job\u2019 bewerkstelligen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Die Teilnehmer\/innen verpflichten sich, nach drei Jahren das Konzept, das entwickelt und erprobt wurde, auch im Schulsprengel bekannt zu machen..<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 Der Direktor\/die Direktorin unterst\u00fctzt das Vorhaben, sorgt f\u00fcr g\u00fcnstige Rahmenbedingungen und f\u00f6rdert den schulinternen Austausch \u00fcber das Projekt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Kooperation in blikk<\/h2>\n<p>Zur Intensivierung der Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer an den verschiedenen Schulen des Netzwerkes wurde in Bildungsserver blikk ein Forum \u201eReformp\u00e4dagogik\u201c eingerichtet. Diese Kommunikationsm\u00f6glichkeit erm\u00f6glichte f\u00fcr alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine permanente Betreuung durch die Dozentinnen und Dozenten. Wir begannen auch hier unsere Arbeit.<\/p>\n<p><strong>Willkommen im Forum<\/strong><\/p>\n<p align=\"right\">geschrieben von <a href=\"mailto:christian.laner@schule.suedtirol.it?subject=%5Brp_schulentwicklung%5D%20Willkommen%20im%20Forum\">Christian Laner<\/a> am 25.09.04 10:12<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>ich darf euch ganz herzlich in diesem Forum begr\u00fc\u00dfen. Es steht euch in den n\u00e4chsten 2 Jahren zur Verf\u00fcgung und sollte intensiv genutzt werden. Auf diese Weise k\u00f6nnt ihr mit anderen kommunizieren (nicht als Ersatz f\u00fcr face-to-face-Kommunikation), die weit weg wohnen und mit denen ihr euch austauschen m\u00f6chtet. Ein gro\u00dfer Vorteil ist vor allem darin zu sehen, dass ihr mit mehreren kommunizieren und somit sich andere Perspektiven er\u00f6ffnen. Ich w\u00fcnsche euch eine spannende und erfolgreiche Kommunikation. Wenn Probleme auftauchen, k\u00f6nnen ihr euch jederzeit mit mir oder Harald in Verbindung setzen.<\/p>\n<p>Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Christian Laner<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Er\u00f6ffnung und Beginn unserer Arbeit<\/strong><\/p>\n<p align=\"right\">geschrieben von <a href=\"mailto:eih@pabw.at?subject=%5Brp_schulentwicklung%5D%20Er%C3%B6ffnung%20und%20Beginn%20unserer%20Arbeit\">Eichelberger Harald<\/a> am 25.09.04 09:53<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Liebe Mitglieder\/innen der Unterrichts- und Schulentwicklungsgruppe!<\/p>\n<p>Christian und ich sind beeindruckt gewesen:<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, es ist einfach gro\u00dfartig, dass sich eine Schule in ihrer Gesamtheit f\u00fcr eine Unterrichtsentwicklung anmeldet!!!<\/p>\n<p>Es ist uns auch relativ schnell gelungen, Marianne Wilhelm zur Mitarbeit zu gewinnen. Das bedeutet, dass unser Startseminar, am 26. und 27.11.2004 in Goldrain stattfinden wird. Wir werden dabei die Themen, die wir am 24.10.2004 vorbesprochen haben, konkretisieren:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>Wie gestalte ich eine &#8222;P\u00e4dagogik vom Kinde aus&#8220; in meinem Unterricht?<\/li>\n<li>Wie kann ich meinen Unterricht \u00f6ffnen und trotzdem (oder gerade deswegen) die Qualit\u00e4t meines Unterrichtes steigern?<\/li>\n<li>Wie gestalte ich meinen Unterricht unter der Pr\u00e4misse der individuellen F\u00f6rderung aller Kinder und unter der Ber\u00fccksichtigung deren Leistungsbereitschaft, deren Lerntempo und deren Begabungen?<\/li>\n<li>Wie erstelle ich mit meinen Kindern einen Wochenplan &#8222;vom Kinde aus&#8220;?<\/li>\n<li>Wie erlange ich Sicherheit in meinem erziehlichen und unterrichtlichen Tun, wenn sich dieses immer wieder entwickelt?<\/li>\n<li>Wie (be)halte ich den \u00dcberblick beim individuellen Lernen und wie dokumentiere ich?<\/li>\n<li>Kommen meine Kinder bei den unterschiedlichen Interessen und Bed\u00fcrfnissen auch zum Ziel des Lehrplans und werden sie auch in der weiterf\u00fchrenden Schule gut mitkommen?<\/li>\n<li>Wie kann ich bei meinen Kindern die Lust am (lebenslangen) Lernen erhalten?<\/li>\n<li>Wie kann ich meinen Unterricht evaluieren, indem ich Auskunft \u00fcber die Lernerfolge und die Leistungen meiner Kinder erhalte?<\/li>\n<li>Wie k\u00f6nnen wir den Eltern zeigen, was ihr Kind gelernt hat und warum wir so und nicht anders arbeiten?<\/li>\n<li>Wie &#8230;<\/li>\n<li>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich bitte Euch:<\/p>\n<p>Schreibt mir und Marianne, wie vereinbart \u2013 \u00a0Eure Entwicklungsw\u00fcnsche, Fragen, Probleme, Fantasien und Tr\u00e4ume &#8230;<\/p>\n<p>Wir bringen alles zu unserem ersten Seminar wieder mit.<\/p>\n<p>Alles Gute und liebe Gr\u00fc\u00dfe und wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Marianne Wilhelm &amp; Harald Eichelberger &amp; Christian Laner<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Meine W\u00fcnsche, Fragen, Probleme&#8230;<\/h2>\n<p>Lehrerin<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Anhang<\/em>: <a href=\"http:\/\/www.blikk.it\/forum\/getfile.php3?key=1097734636&amp;site=rp&amp;bn=rp_schulentwicklung\"><strong>Gedanken_zu_meiner_Unterrichtsentwicklung.doc<\/strong><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"883\">\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gedanken zu meiner Unterrichtsentwicklung:<\/strong><\/p>\n<p>Ich unterrichte in der vierten Klasse Mathematik und ich m\u00f6chte meinen Unterricht offener und auf das Kind bezogen gestalten. Mein Ziel w\u00e4re es, zunehmend von Arbeitspl\u00e4nen\/Planarbeit wegzukommen. Meine Fragen, die ich dazu habe sind:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie fange ich an?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was brauche ich dazu?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kann man das vorhandene Schulbuch und Arbeitsheft mit einbauen?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In unserer Schule sind einige Montessorimaterialien f\u00fcr Mathematik, aber nicht alle.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Welche Materialien brauche ich, um offen zu arbeiten?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie kann ich bei einem offenen Unterricht evaluieren, was ist mit \u00dcberpr\u00fcfen?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sind Tests \u00fcberfl\u00fcssig?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zeitproblem: Ich habe pro Tag nur eine Stunde Mathematik<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>LEHRERIN<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Konzeptentwicklung \u2013 grundlegende Ideen der Teams<\/h2>\n<p>Die folgende Dokumentation der Unterrichtsentwicklung besteht gr\u00f6\u00dftenteils aus den Texten der Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer eigenen Arbeit. Es ist den Verfassern wichtig, die Personen zu Wort kommen zu lassen, die die Unterrichtsentwicklung tragen und leben. Gleichzeitig m\u00f6chten wir allen Lehrerinnen und Eltern und auch der \u00d6ffentlichkeit das Potenzial zeigen, dass diese Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit t\u00e4glich aktualisieren.<\/p>\n<p>Die folgenden Texte sind also Texte der Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer eigenen Arbeit im Prozess der Unterrichtsentwicklung. Unsere Textcollage zur Dokumentation beginnt in der Grundschule.<\/p>\n<h2>Unterrichtsentwicklung in der Grundschule<\/h2>\n<h3>Das Beispiel des Schul- und Unterrichtskonzeptes der Grundschule Goldrain<\/h3>\n<h4>Menschenbild und Bildungsbegriff:<\/h4>\n<p>Das Kind ist f\u00fcr uns eine Pers\u00f6nlichkeit, die in ihren M\u00f6glichkeiten und Chancen wahrgenommen\u00a0 wird. Auf dieser Basis bildet das Vertrauen in das einzelne Kind die Grundlage unserer Arbeit. In Gespr\u00e4ch, Arbeit, Spiel und Feier, den Basisaktivit\u00e4ten des Jenaplans von Peter Petersen, erleben die Kinder emotionale Bindung und erwerben in Eigenaktivit\u00e4t Kommunikations-, Teamf\u00e4higkeit und Selbstverantwortung.<\/p>\n<h4>Schulische Erziehung:<\/h4>\n<p>Basis der schulischen Erziehung ist Vertrauen in sich selbst und in die, am Prozess beteiligten, Personen. Erziehung bedeutet, den Kindern ein Vorbild zu sein und sie auf ihrem Lernweg verantwortlich zu begleiten. Respekt und Sorgfalt im Umgang mit allen Lebewesen, dem Umfeld und der Umwelt stehen dabei im Mittelpunkt. Durch eigenverantwortliches und selbst bestimmtes Lernen bieten wir den Kindern Gelegenheit und Anreize f\u00fcr die Identit\u00e4tsentwicklung. In der Erziehung werden gemeinsam klare Regeln und Grenzen erstellt, deren Konsequenzen bei Nicht-Einhaltung den Kindern bekannt sind. Die Kinder erwerben Kenntnisse \u00fcber Kommunikationsregeln und F\u00e4higkeiten wie z.B. Kompromisse aushandeln und eingehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Lernbegriff:<\/h4>\n<p>Die Kooperation mit anderen und der eigene Antrieb als Grundlage f\u00fcr das Lernen f\u00fchren dazu, dass das Kind Lernen als pers\u00f6nliche und spannende Entdeckungsreise erlebt. Der Prozess des Lernens wird als Herausforderung gesehen, der die Freude am lebensbegleitenden Lernen entstehen l\u00e4sst.<\/p>\n<h4>Rolle der Lehrer\/innen:<\/h4>\n<p>Wir verstehen uns als Vermittler\/innen sozialer und personaler Kompetenz sowie der Kulturtechniken. Die Kommunikation ist Grundlage f\u00fcr die Meinungsbildung und den gegenseitigen Respekt &#8211; im Sinne demokratischer Erziehung. Wir gehen auf die Bed\u00fcrfnisse der Kinder ein, beraten sie und begleiten sie ein St\u00fcck auf ihrem Lern- und Lebensweg.<\/p>\n<h4>Leistung:<\/h4>\n<p>Die Kinder werden durch individuelle Leistungs- und Erfolgserlebnisse zu Leistungsbereitschaft und Lebenskompetenz gef\u00fchrt. Ziele zu erreichen, durchzuhalten, Vorhaben umzusetzen und der Erwerb von fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen stehen im Mittelpunkt unserer schulischen Arbeit. Die Leistungsdokumentation entsteht \u00fcber das schriftliche Festhalten von Beobachtungen und im Portfolio. Verhaltens- und Leistungsbeurteilung eines Kindes erfolgen aufgrund des pers\u00f6nlichen Entwicklungsverlaufs und nach einem Gespr\u00e4ch mit dem Kind.<\/p>\n<h4>Effektiver Unterricht:<\/h4>\n<p>In der Schule wird der Unterricht in einem rhythmischen Wechsel der Bildungsgrundformen (Gespr\u00e4ch, Spiel, Arbeit, Feier) gestaltet. Im Zentrum steht die vorbereitete Umgebung, die durch angeleitete und begleitete Lernaktivit\u00e4ten erg\u00e4nzt wird. In der vorbereiteten Umgebung finden sich unter anderem didaktisches Material Maria Montessoris und Angebote zum Freien Ausdruck nach C\u00e9lestin Freinet. Durch aktiv entdeckendes und forschendes Lernen erhalten die Kinder die Chance, sich selbst\u00e4ndig auf ihren Lernweg zu begeben und sich weiter zu entwickeln. Das Lernen voneinander und die F\u00fcrsorge untereinander wird in den altersheterogenen Stammgruppen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>Unterrichtsentwicklung ist Arbeit im Team<\/h3>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr gute Teamarbeit ist nicht, wie man glauben k\u00f6nnte, die gute Beziehung zwischen den Teammitgliedern, sondern die \u00fcberdurchschnittliche Herausforderung und der gemeinsame Wille, hervorragende Leistungen zu erbringen. Nur mit einem ausgepr\u00e4gten Gef\u00fchl der Selbstverantwortung kann sich anspruchsvoller Teamgeist entwickeln, in dem die L\u00f6sung der gemeinsamen Aufgabe an der Spitze der Bem\u00fchungen steht. Eine Arbeitsgruppe wird erst durch diszipliniertes Vorgehen zum Team:<\/p>\n<p>\u201eDie Teammitglieder m\u00fcssen ihre gemeinsame Aufgabe formulieren,<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 sie m\u00fcssen sich auf Leistungsstandards einigen,<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 sie m\u00fcssen eine gemeinsame Arbeitsstrategie festlegen,<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 sie m\u00fcssen die erforderlichen anspruchsvollen Arbeitsskills entwickeln,<\/li>\n<li>\u00ad\u00a0\u00a0 und sie m\u00fcssen gemeinsam Verantwortung f\u00fcr ihre Arbeitsergebnisse \u00fcbernehmen.\u201c (Vopel, Klaus; 1996, S. 10.)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Vorbereitete Umgebung<\/h3>\n<p>Das Einrichten einer vorbereiteten Umgebung erfordert von den Lehrpersonen hohe Sensibilit\u00e4t in der Frage, ob diese Umgebung auch den Bed\u00fcrfnissen und Interessen der jeweiligen Kinder entspricht. Die vorbereitete Umgebung strukturiert die Arbeiten der Kinder und der Lehrpersonen in der Weise, dass die Kinder die besten Entwicklungsbedingungen vorfinden (Vgl. Montessori, M.; 1966, S. 55f.). W\u00e4hrend Maria Montessoris Vorstellung von einer klaren strukturierten und vorbereiteten Umgebung ausgeht, spricht Peter Petersen hingegen von \u201eVorordnungen\u201c und meint, der Lernraum soll anregungsreich und wohnlich gestaltet werden. Die \u201eVorordnungen\u201c sind nach P. Petersen Sache des Lehrers, die Auslegung und Pflege Sache der Kinder. Der Lehrer hat das Schulleben und den Unterricht so vorzuordnen und im Unterricht solche Hilfen zu geben, dass es Kindern gelingen kann, selbst\u00e4ndig Probleme zu finden, zu bearbeiten und zu l\u00f6sen, in Ruhe und Gelassenheit etwas zu Ende zu denken oder eine Aufgabe zu vollenden. (Vgl. Eichelberger, H. &amp; Wilhelm, M., 2003, S. 51.).<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung einer Umgebung geh\u00f6rt auch, dass Lernen und Leben der Kinder in einer entspannten Umgebung stattfinden kann. Eine Vorbereitung der Umgebung ersch\u00f6pft sich also keinesfalls im Anbieten von \u201eirgendwelchen Arbeitsmitteln und toten Materialien, so wichtig diese auch sind, sondern es ist damit ein menschlich durchwaltetes, reiches und \u201alebensvolles\u2018 Kulturmilieu im umfassendsten Sinn gemeint\u201c (Oswald, P. In: Schulz-Benesch, G.; 1970, S. 385.).In diesem Zusammenhang sind die Lehrpersonen in ihrer einsichtigen Haltung zum Kind, mit ihrem didaktischen Wissen und K\u00f6nnen in der Materialarbeit ein wesentlicher Teil einer vorbereiteten und entspannten Umgebung, in der sich Kinder optimal entwickeln und lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Handlungsorientiertes Arbeiten<\/h3>\n<p>Schulisches Lernen ist in den reformp\u00e4dagogischen Modellen in einem hohen Ma\u00dfe handlungsorientiert und wird auch immer von den Lernenden selbst bestimmt. Wir wollen im Unterricht gro\u00dfen Wert auf handlungsorientiertes Lernen legen. Inhalte und verbindliche Themen aus dem Lehrplan k\u00f6nnen genauso die Basis f\u00fcr handlungsorientiertes Arbeiten bieten wie die pers\u00f6nlichen Themen, die Stammgruppen- oder Gro\u00dfgruppenthemen.<\/p>\n<h2>Gemeinschaft \u2013 Kernzelle der Erziehung zur Demokratie<\/h2>\n<p>Im gemeinschaftlichen Leben erf\u00e4hrt und erlebt der Mensch, dass er f\u00e4hig und dass es f\u00fcr ihn notwendig ist, in sich das zu entwickeln und zu kultivieren, wozu nur Menschen f\u00e4hig sind: zur G\u00fcte, zum Mitleid, zum Verstehen, (\u2026).\u201c\u00a0 (Eichelberger, H. &amp; Wilhelm, M., 2003, S. 34). Dieser Gedanke bedarf aber auch einer konkreten Umsetzung, die f\u00fcr uns am besten bei Freinet umgesetzt ist. Freinet betrachtet die Einf\u00fchrung des Klassenrates und der Schulversammlung f\u00fcr die demokratische Gestaltung des Lebensraumes als grundlegend, (s. Eichelberger, H. &amp; Wilhelm, M., 2003, S. 32), auch um ein Umfeld zu schaffen, in welchem die Kinder die M\u00f6glichkeit haben, konkret selbst demokratische Spielregeln zu erleben, zu erlernen und zu vertiefen. Freinet nimmt zur Forderung nach Demokratie und seiner Vorstellung nach Freiheit, Eigeninitiative und Gemeinschaft klar Stellung: \u201eDie Demokratie aber \u2013 das beweisen zahllose Texte \u2013 erwartet von euch aktive Arbeiten mit viel Eigeninitiative, B\u00fcrger, die eifers\u00fcchtig auf ihre Freiheiten bedacht sind, aber falls es hei\u00dft, einer gerechten Sache gemeinschaftlich zu dienen, auch bereit und f\u00e4hig sind, sich diszipliniert zu verhalten. Demokratie verlangt Menschen, die aus den Reihen hervortreten, um sich k\u00fchn zur Bew\u00e4ltigung von Schwierigkeiten an die Spitze zu stellen, (\u2026), die aber voranschreiten, Erfolge erringen, Neues konstruieren und erschaffen.\u201c Freinet, C., Die Lebensweisheiten, aus: P\u00e4dagogische Werke, 1998, S. 114, Sch\u00f6ningh Verlag Paderborn.<\/p>\n<p>In unserem Unterricht bildet ein von Kindern und Lehrpersonen gemeinsam geschaffenes Regelwerk den wichtigen Rahmen f\u00fcr einen korrekten und sozialen Umgang und f\u00fchrt zu einer st\u00f6rungsfreien Arbeitsumgebung. Es gibt kaum Regelverst\u00f6\u00dfe, weil die Kinder sich mit ihren pers\u00f6nlichen Regelvorgaben identifizieren und bestrebt sind, diese einzuhalten. Das Regelwerk wird zu Jahresbeginn im Klassenrat immer neu definiert und schriftlich festgehalten. Respekt und gegenseitige Achtung sind Grundvoraussetzung f\u00fcr die Akzeptanz in einer Schulgesellschaft. Ein Regelwerk muss der jeweiligen Situation entsprechen und somit flexibel und erneuer- bzw. austauschbar sein. Im Gremium des Klassenrates k\u00f6nnen Regelantr\u00e4ge immer vorgebracht und diskutiert und bei Bedarf abge\u00e4ndert werden. So schaffen wir klare Regeln f\u00fcr die Gemeinschaft in einem lebendigen System. Jedes Mitglied dieser Gemeinschaft verpflichtet sich, Verantwortung f\u00fcr das Ganze zu \u00fcbernehmen (s. Eichelberger, H., Laner, C.; 2007 S. 171)<\/p>\n<p>In der Praxis muss dem Prozess f\u00fcr die Umsetzung demokratischer Spielregeln und danach zu leben gen\u00fcgend Raum und Zeit einger\u00e4umt werden. Es w\u00e4re wohl schlecht, das demokratische Regelwerk als Doktrin zu verordnen und den Kindern und Lehrpersonen \u201eaufzusetzen\u201c, es muss auf allen Seiten wachsen und gedeihen k\u00f6nnen, um ein authentisches und lebensnahes Gebilde im schulischen Umfeld abzugeben. Der Lehrer hat dabei Vorbildfunktion und muss lernen, sich zur\u00fcck zu nehmen und bestimmte Situationen auszuhalten. Die Kinder lernen sehr schnell, mit demokratischen Entscheidungen umzugehen und sind vor allem bestrebt, die gefassten Beschl\u00fcsse und Abmachungen einzuhalten, wenn es ihre \u201eeigenen\u201c sind. M\u00f6glichkeit dazu haben sie am Beginn des Schuljahres, wenn das allgemein g\u00fcltige Regelwerk f\u00fcr ein neues Schulwerk auszuhandeln und zu verankern ist. In der Regel werden Gespr\u00e4chsrunden und Diskussionsanl\u00e4sse von Lehrerinnen gef\u00fchrt und moderiert.<\/p>\n<p>Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Kindern diese Verantwortung (der Moderation \u2013 Anm. d. Verf.) zu \u00fcbertragen, und mit anf\u00e4nglicher Hilfe und Unterst\u00fctzung von Seiten der Lehrpersonen schaffen sie es binnen kurzer Zeit, diese Verantwortung sehr kompetent zu \u00fcbernehmen und verwalten. So leiten Kinder die Gespr\u00e4chsrunden in den Stammgruppen im Morgen- und im Abschlusskreis. Jedes Kind kann sich zu Wort melden, wobei das Einhalten von Regeln von gro\u00dfer Wichtigkeit ist. Grundlegende Prinzipien sind, die Kinder nicht zu besch\u00e4men und das Recht der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung. Als besonders sinnvolles und sinnstiftendes Instrument f\u00fcr demokratische Prozesse hat sich die Einrichtung des Klassenrates erwiesen. Im Wochenrhythmus k\u00f6nnen die Kinder an einer daf\u00fcr vorgesehenen Tafel zu folgenden Schwerpunkten ihren Namen eintragen:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"177\">\n<p align=\"center\">ich begl\u00fcckw\u00fcnsche<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"173\">\n<p align=\"center\">ich w\u00fcnsche<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"177\">\n<p align=\"center\">ich kritisiere<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"173\">\n<p align=\"center\">ich informiere<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>und im Klassenrat das jeweilige Anliegen vorbringen.<\/p>\n<h2>Der Klassenrat<\/h2>\n<p>Der Klassenrat, der einmal w\u00f6chentlich stattfindet und von einem oder zwei Kindern moderiert und geleitet wird, bietet den Kindern eine geeignete Plattform f\u00fcr das Vorbringen dringlicher W\u00fcnsche, Gl\u00fcckw\u00fcnsche, Kritiken oder Informationen. Im Klassenrat d\u00fcrfen nur Punkte besprochen und vorgebracht werden, die an der Tafel mit Namensnennung notiert sind. Wenn notwendig, folgt der Diskussion eine Abstimmung, wobei die Lehrpersonen ebenfalls \u00fcber nur ein Stimmrecht verf\u00fcgen. Anf\u00e4nglich l\u00f6st eine solche Lehrerhaltung (Handaufzeigen bei Wortmeldungen, Delegation der Gespr\u00e4chsf\u00fchrung an die Kinder, \u2026) bei den Kindern Erstaunen aus, bald schon nimmt dieser Prozess eine Eigendynamik an, die von allen Beteiligten begr\u00fc\u00dft und vor allem gesch\u00e4tzt wird. Auch den Lehrern verlangt ein solcher Kurswechsel einiges ab, er mutiert vom Dirigenten und Rechtssprecher zum einfachen Mitglied in einem demokratischen Gremium. Es muss erw\u00e4hnt werden, dass Lehrpersonen in delikaten Situationen das Recht und die Pflicht haben einzuschreiten, bzw. die Kinder vor Missbrauch dieses Demokratieinstrumentariums zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2>Drama und Theater<\/h2>\n<p>Das darstellende Spiel nimmt in unserer Unterrichtst\u00e4tigkeit einen hohen Stellenwert ein. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden und bei aktuellen Anl\u00e4ssen und Feierlichkeiten haben Kinder die M\u00f6glichkeit ihr Potential und die erworbenen Kompetenzen eindr\u00fccklich unter Beweis zu stellen. Dabei ist die individuelle Ber\u00fccksichtigung der Darsteller in ihren jeweiligen Rollen enorm wichtig. Jedes Kind spielt wie im Leben auch im Theater mit Vorliebe seine eigene Rolle. Aufgabe der Lehrpersonen ist es, diese W\u00fcnsche zu ber\u00fccksichtigen und noch schlummerndes Potential zu wecken und zu f\u00f6rdern. Das Theater im Kindesalter darf nicht im Rezitieren und \u201eNachspielen\u201c irgend vorgegaukelter Rollen ersticken, es muss der Kindersprache und dem nat\u00fcrlichen Empfinden der Kinder entsprechen. Dazu eignen sich besonders selbst entworfene und entwickelte St\u00fccke. Das Theater f\u00f6rdert neben der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung auch andere wesentliche Aspekte der schulischen Anforderungen und Inhalte, so die Sprachf\u00f6rderung, die Rhythmik und Bewegung und die Elemente des Tanzes und der Musik.<\/p>\n<h2>Altersheterogenit\u00e4t und Stammgruppen<\/h2>\n<p>Die Einteilung der Kinder in Stammgruppen in den vierten Klassen erfolgte auf Basis der Altershomogenit\u00e4t. Dieser Schritt war aus einer organisatorischen sowie didaktisch-p\u00e4dagogischen \u00dcberlegung heraus notwendig geworden. Die Kinder finden ihre \u201eHeimat\u201c nicht mehr in der Klasse sondern in den Stammgruppen. Die Einteilung in die Stammgruppen erfolgt zu Jahresbeginn in einvernehmlicher L\u00f6sung zwischen Kindern und Lehrpersonen. Jeder Stammgruppe ist eine Lehrperson zugeteilt, die f\u00fcr den Entwicklungs- und Lernprozess dieser Kinder verantwortlich zeichnet. Sie ist Vertrauensperson und Ansprechpartner f\u00fcr die Kinder sowie Bindeglied zum Elternhaus. Ist eine Vertrauensbasis und der emotionale Bezug zwischen Kind und Lernberater nicht mehr gegeben, so kann das Kind jederzeit die Stammgruppe wechseln. Auch hierf\u00fcr werden die Gremien der Stammgruppe und des Klassenrates wirksam.<\/p>\n<p>Die echte Form der Stammgruppen (Vgl. \u00e0P. Petersen) k\u00f6nnen wir erst in einem n\u00e4chsten Schritt verwirklichen, wenn n\u00e4mlich die Klassen von eins bis f\u00fcnf an der Grundschule nach diesem Unterrichtsmodell durchstrukturiert und organisiert sein werden. Eine erste wichtige Weichenstellung diesbez\u00fcglich wurde mit der Ausweitung des Modells auf eine erste Klasse get\u00e4tigt, eine weitere erste Klasse wird im Herbst 2007 folgen. So k\u00f6nnen wir mittelfristig das Konzept P. Petersens aber auch der anderen Reformp\u00e4dagogen, n\u00e4mlich die Klassen eins bis drei in eine Stammgruppe und die Klassen vier bis f\u00fcnf in eine weitere Stammgruppe einzuteilen, andenken und umstrukturieren.<\/p>\n<h2>Experten und Helfersystem<\/h2>\n<p>Kinder sind immer auch Experten mit unterschiedlichen Fertigkeiten und F\u00e4higkeiten. Um dieses Potential sinnvoll auszusch\u00f6pfen haben wir in unserem Unterrichtsmodell das Experten- und Helferprinzip eingef\u00fchrt. Dieses sieht vor, dass Kinder, die Hilfe brauchen, sich zun\u00e4chst an zwei Kinder wenden m\u00fcssen und sich dort Hilfe f\u00fcr ihr individuelles Anliegen holen. Meist erweist sich dies als ausreichend und wenn nicht, kann der\/die Betreffende sich Hilfe bei den Lehrpersonen holen. So schaffen wir eine Situation des sozialen Engagements, gleichzeitig auch eine F\u00f6rderung der pers\u00f6nlichen Reflexion. Zudem erweist sich bei Erkl\u00e4rungen die Kindersprache h\u00e4ufig als ad\u00e4quater und kindgerechter als komplizierte Erkl\u00e4rungsversuche der Lehrpersonen (Kinder sprechen eine Kindersprache). Diese Regelung sieht nicht verbindliche Inhalte und Themenbereiche vor, die in die Zust\u00e4ndigkeit und Verantwortlichkeit der Lehrpersonen fallen.<\/p>\n<h2>KIT \u2013 vom Medienbewusstsein zur Medienbildung<\/h2>\n<p>Stellen wir uns den zeitlichen Anforderungen und Entwicklungen im Bereich der neuen Medien, so lassen sich Computer, Internet und digitalisierte Medien nicht mehr vom Schulalltag wegdenken. Mit der Einrichtung von Lernateliers und Lernumgebungen haben wir auch dieser Anforderung Rechnung getragen und umgesetzt. Die Kinder k\u00f6nnen in einer Medienecke im Internet Informationen einholen oder als Kommunikationsmedium mit Kindern aus anderen Schulen in S\u00fcdtirol und Europa einsetzen (Arbeitsumgebungen und Foren auf blikk). Daneben verf\u00fcgen wir in unserem Unterrichtsmodell \u00fcber eine Ausstattung von mehreren Notebooks, die ein flexibles, vielf\u00e4ltiges und autonomes Arbeiten am Computer erm\u00f6glichen und der Forderung des Einsatzes neuer Technologien im Unterricht gerecht werden. Der Einsatz flexibler und mobiler Medien entspricht nicht nur dem Ansatz eines ortsungebundenen und somit mobilen Lernens, er garantiert eine vielf\u00e4ltige Anwendungs- und Nutzungsm\u00f6glichkeit derselben im Unterricht\u00a0 \u2026?<\/p>\n<h2>Unterricht und Lernen<\/h2>\n<p>Auf Grund der Tatsache, dass sich jedes Lehrpersonenteam oder Kollegium in einem reformp\u00e4dagogischen Unterrichtsmodell anders entwickeln (\u2026) wird, kann nicht von einem allgemeing\u00fcltigen und allgemein auszugehendem Ausgangs- und Organisationsmodell gesprochen werden. Es geht vielmehr darum, p\u00e4dagogische Situationen und Lernwelten zu schaffen, in denen einzelne sich bilden k\u00f6nnen und wo sie Unterst\u00fctzung finden. P. Petersen spricht in diesem Kontext von der \u201eAusgangsform\u201c. Diese Ausgangsform ist eine wesentliche Unterscheidung gegen\u00fcber anderen Schulkonzeptionen oder -modellen. Bildlich gesprochen erhalten, laut P. Petersen, die Lehrpersonen eine Form, von der sie \u201eausgehen\u201c und ihren Plan entwickeln.<\/p>\n<p>Auf Basis der reformp\u00e4dagogischen Modelle, die an sich keinen Fetzenstundenplan vorsehen und in Anlehnung an das Landesgesetz zur Schulreform mit der M\u00f6glichkeit einer Neuregelung der Wochenstunden auf Jahresstundenkontingente in der Grundschule, haben wir ein nach unseren Vorstellungen und M\u00f6glichkeiten strukturiertes Ausgangs- und Organisationsmodell geschaffen und umgesetzt. Der Unterricht sieht keinen Stundenplan vor, nur die F\u00e4cher Italienisch und Religion verlaufen als gebundener Unterricht nach vorgegebener Stundentafel. Dies bedeutet f\u00fcr die Lehrpersonen, dass sie nicht mehr nach F\u00e4chern im Unterricht sind, sondern nach Anwesenheit.<\/p>\n<p>Da dieses Unterrichtsmodell auch an gesetzliche Rahmenbedingungen (Lehrplan) gebunden ist, m\u00fcssen alle Fachbereiche abgedeckt werden. Dies geschieht in dem Ma\u00dfe und Umfang, dass die Lehrpersonen sich im Vorfeld in der Planungsphase zu Jahresbeginn oder bei aktuellen Anl\u00e4ssen und Inhalten w\u00e4hrend eines Schuljahres die F\u00e4cher und Aufgabenbereiche zu- und einteilen. Dies geschieht auf Basis von Neigungen, pers\u00f6nlichen Interessensgebieten, aber auch nach K\u00f6nnen und pers\u00f6nlicher Fachkompetenz.<\/p>\n<h2>Lehr- und Lernorganisation durch die Lehrerinnen<\/h2>\n<p>In der Pr\u00e4senzphase wird die Lehrperson mehreren Aufgabenbereichen und Rollen gerecht. Als Fachperson und Expertin von F\u00e4cherbereichen vermittelt sie den Kindern Inhalte und begleitet und unterst\u00fctzt sie auf diesem Lernprozess und \u2013weg. Gleichzeitig ist sie in der Freiarbeitsphase immer auch f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und Hilfestellung aller am Unterrichtsgeschehen beteiligten Kinder verantwortlich. In der Freiarbeitsphase werden die Kinder in ihren individuellen, Partner- und Gruppenarbeiten begleitet und wenn notwendig unterst\u00fctzt. Einf\u00fchrungen und Vertiefungen von neuen oder auszuweitenden Themeninhalten werden von der Lehrperson ebenfalls in der Freiarbeitsphase durchgef\u00fchrt. Durch eine eigenverantwortliche und immer zunehmend selbstt\u00e4tigere Arbeitshaltung bei den Kindern bieten sich den Lehrpersonen somit auch gr\u00f6\u00dfere zeitliche Ressourcen und Freir\u00e4ume f\u00fcr Beobachtung und Beratung. Dieser Umstand erkl\u00e4rt auch, warum die Lernberatung mit den Kindern und Eltern in der Unterrichtszeit so unproblematisch abgewickelt werden kann. Zum einen liegt es an der M\u00f6glichkeit der Vorausplanung, zum anderen sind immer gen\u00fcgend Lehrpersonen vor Ort, die Arbeiten \u00fcbernehmen und die kurzzeitige Verlagerung der T\u00e4tigkeit einer Lehrperson zu kompensieren. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei kurzfristigen und spontanen Abwesenheiten einzelner Lehrpersonen, die sich nicht weiter belastend und st\u00f6rend auf den Unterrichtsalltag auswirken.<\/p>\n<h2>Struktur des Tages<\/h2>\n<p>Unterrichtsbeginn ist um 07:50 Uhr, viele Kinder kommen bereits ab 07:30 Uhr in die R\u00e4umlichkeiten und beginnen mit ihren Arbeiten oder nutzen die Zeit zum Plaudern und zum Gedankenaustausch. Interessant zu beobachten ist die Tatsache, wie ruhig und entspannt die Kinder bei diesem flie\u00dfenden Einlass agieren und in den Tag starten. Das \u00fcbliche Gerangel in den G\u00e4ngen und zu Schulbeginn im Schulhof entf\u00e4llt und macht Platz f\u00fcr eine friedfertige und angenehme Situation. Der gemeinsame Start erfolgt im Morgenkreis in der jeweiligen Stammgruppe, der von einem Kind moderiert und geleitet wird. Hier finden Erz\u00e4hlungen von Erlebnissen oder au\u00dferschulische Belangen ebenso Platz wie schulische Fragen und Angelegenheiten. Wichtiges Element im Kreisgespr\u00e4ch sind immer auch die Arbeitsauftr\u00e4ge: Kinder stellen Fragen, kl\u00e4ren Unstimmigkeiten, bieten ihre Unterst\u00fctzung hilfsbed\u00fcrftigen Kindern an, erkl\u00e4ren ihr Tagespensum oder pr\u00e4sentieren ihre bisherigen Arbeitsergebnisse in der Gruppe.<\/p>\n<p>Nach Abschluss des Morgenkreises werden die Kinder in die Freiarbeit entlassen und widmen sich ihren individuellen Aufgaben. Dies kann eine Pflichtarbeit in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit sein oder das Erlernen, Vertiefen, Erforschen oder Entdecken in den daf\u00fcr vorgesehenen Ateliers. Dabei organisieren die Kinder sich und ihre Arbeiten selbst. Unterbrochen werden kann die Eigenaktivit\u00e4t des einzelnen Kindes, wenn eine Einf\u00fchrung oder Vertiefung durch die Lehrpersonen zu einem neuen Themenbereich stattfindet, eine Pr\u00e4sentation angesagt ist oder wenn f\u00fcr die Stammgruppe Italienisch und Religion auf dem Stundenplan steht. Die Kinder verbringen den gesamten Vormittag in Eigenverantwortung mit ihren Aufgaben und Auftr\u00e4gen und arbeiten dabei hoch motiviert und sehr konzentriert. Die Lehrpersonen schl\u00fcpfen in die Rolle des Beobachters, Begleiters und Unterst\u00fctzers und einer Fachkraft, wenn neue Inhalte vermittelt werden sollen oder der Wunsch nach Expertenhilfe laut wird.<\/p>\n<p>Ein Unterrichtstag endet wieder im Abschlusskreis in der jeweiligen Stammgruppe. Dort berichten die Kinder \u00fcber ihre geleisteten Arbeiten und stellen diese vor, stellen R\u00fcckfragen, kritisieren bei Notwendigkeit Kinder oder loben sie und sprechen ihnen Mut zu, wenn sie Besonderes geleistet haben. Dieses Element im Abschlusskreis erachte ich f\u00fcr sehr wichtig, ist es zum einen eine pers\u00f6nliche Reflexion und zum anderen wird bewusst gemacht, was jeder Einzelne an diesem Tag geleistet hat. In einem solchen Moment wird offensichtlich wie wenig oder wie viel jedes Kind an diesem Tag wirklich geleistet hat. Begeben sich Kinder nach Hause, kann diese Reflexion sehr hilfreich sein, um bei R\u00fcckfragen der Eltern sich in Erinnerung zu rufen, was in der Schule erarbeitet und geleistet wurde.<\/p>\n<h2>Spielstunde<\/h2>\n<p>Mit Beendigung des Kindergartens und dem \u00dcbertritt der Kinder in die Grundschule wird ein sehr wichtiges Element der kindlichen Erziehung, das ein heranwachsendes Kind von seinen fr\u00fchestens Lebensmomenten an pr\u00e4gt und sehr bedeutend f\u00fcr seinen Lebens- und Lernplan ist, das Spiel, ohne p\u00e4dagogische Begr\u00fcndung ausgeblendet. Die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Spiels sieht Peter Petersen in seiner p\u00e4dagogischen und schulischen T\u00e4tigkeit vor. Mit Einf\u00fchrung der Spielstunde haben wir eine nat\u00fcrliche und kindgerechte Situation geschaffen, die es den Kindern erm\u00f6glicht in einem sozialen Rahmen mit anderen Kindern zu spielen. Viele Kinder finden solche Spielsituationen zu Hause oder im privaten Milieu nur mehr selten oder teils gar nicht mehr vor. Die sinnvolle und intensive Nutzung der Spielstunde und die positiven R\u00fcckmeldungen der Kinder best\u00e4tigen uns in der Annahme, dass das Spiel sehr wohl ein fester und wichtiger Bestandteil des Schullebens sein kann.<\/p>\n<h2>Individuelle Jause<\/h2>\n<p>Kinder haben Rechte, h\u00e4ufig werden sie darin beschnitten oder in ihren Anliegen nicht ernst genommen. Das Recht der Pause in einem vorgegebenen Zeitrahmen (klassische Pause von 10:00 \u2013 10:20 Uhr) mag ja nicht kinderfeindlich sein, kinderfreundlich und kindgerecht ist es allemal nicht. Wir haben es als notwendig erachtet, dieses Ph\u00e4nomen aus der Sicht der Kinder zu betrachten und gestehen den Kindern auch die Freiheit f\u00fcr die individuelle Jause zu. Das hei\u00dft, jedes Kind kann zum gew\u00fcnschten Zeitpunkt in einer daf\u00fcr vorgesehenen Jausenecke die Mahlzeit zu sich nehmen. Auch hier wieder ganz klare Vereinbarungen: die Jause muss bis sp\u00e4testens 11:00 Uhr gegessen sein, um den zeitlichen Rhythmus des Mittagessens nicht durcheinander zu bringen, es muss leise sein und in der Ecke d\u00fcrfen nicht mehr als drei Kinder pr\u00e4sent sein. Eine Umfrage in der Elternschaft hat ergeben, dass von 42 Kindern ca. 15 Kinder ohne Fr\u00fchst\u00fcck in die Schule kommen und das Warten bis zur gro\u00dfen Pause sie vor eine gro\u00dfe Herausforderung stellt. Dies best\u00e4tigt uns in der Argumentation, dass die Einrichtung der individuellen Jause mehr als legitim sei.<\/p>\n<h2>Bewegung<\/h2>\n<p>Ber\u00fccksichtigen wir den Bewegungsdrang und das nat\u00fcrliche Bed\u00fcrfnis eines Kindes, so muss sich die Institution Schule der Frage bzw. der Kritik stellen, wie sie damit umgehen und wie sie dieser Problematik begegnen will. Wissenschaftliche Studien haben l\u00e4ngst den Beweis geliefert, dass Haltungssch\u00e4den wie Skoliose und andere irreparable gesundheitliche Defizite der Problematik des Sitzens \u00fcber Stunden in der Schule angelastet werden k\u00f6nnen. Lange Sitzphasen k\u00f6nnen nicht Kind gerecht und f\u00f6rderlich sein, selbst Erwachsene haben damit gro\u00dfe Probleme. In unserem Unterrichtsmodell haben die Kinder keinen festen Arbeitsplatz, das hei\u00dft sie k\u00f6nnen zu jedem Lernanlass ihren Lernort selbst w\u00e4hlen und bestimmen. Jedes Kind sucht sich also den ganz individuellen Standort, den es sich w\u00fcnscht und der seinem spontanen K\u00f6rperempfinden entspricht. Was nicht hei\u00dfen will, dass die Kinder niemals in Situationen des Sitzens geraten, ganz im Gegenteil, wenn es ein Auftrag und eine genaue Arbeitsweise erfordern, kann nur diese Haltung eingenommen werden. Grunds\u00e4tzlich weist unser Modell ein hohes Ma\u00df an Bewegungsfreiheiten auf, das dem nat\u00fcrlichen Bewegungsdrang eines Kindes gerecht wird. Bereits in der Antike pflegten die Lehrer den philosophischen Disput mit ihren Sch\u00fclern und das Lernen im \u201eGehen\u201c zu gestalten. Gehen und sich bewegen impliziert immer auch das Element des Auf-sich-Zugehens und eine offene Haltung zur Kommunikation und Kooperation.<\/p>\n<h2>Hausaufgaben<\/h2>\n<p>Dieses Thema stellt sich allen Beteiligten immer wieder mit der berechtigten Frage, wann und ob Hausaufgaben Sinn machen. Stellen wir die intensive Arbeit und das Schaffen der Kinder w\u00e4hrend eines Vormittags in den Vordergrund unserer T\u00e4tigkeiten, so m\u00fcsste die Antwort darauf bereits ausreichend sein. Kinder arbeiten t\u00e4glich bis zu vier Stunden und verglichen mit der Arbeitszeit der Erwachsenenwelt ist dies vollkommen ausreichend. Zudem haben Gespr\u00e4che mit den Eltern ergeben, dass Hausaufgaben nicht erw\u00fcnscht sind. Im Gegenteil, die Eltern sch\u00e4tzen es, wenn Kinder ihre Freizeit sinnvoll und frei von Hausaufgaben gestalten k\u00f6nnen und sie selbst von der Last befreit sind, einer \u201eAufgabe\u201c nachkommen zu m\u00fcssen, die eigentlich in den Verantwortungsbereich der Schule f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Pflichtaufgaben \u2013 individuelle Arbeiten<\/h2>\n<p>Die Pflichtaufgaben sind Teil des w\u00f6chentlichen Arbeitspensums und werden von den Lehrpersonen f\u00fcr das Erlangen der Basiskompetenzen laut Richtlinien vorgegeben. Die Themen der Woche oder l\u00e4ngerer Arbeitsphasen und die curricularen Schwerpunkte erfolgen in der Lehrerplanung und deren Inhalte werden f\u00fcr die Kinder an einer gro\u00dfen Wandtafel ersichtlich gemacht. Die Kinder tragen die Pflichtthemen des Wochenplansolls in ihren individuellen Wochenarbeitsplan ein, der gleichzeitig als Kontrollraster f\u00fcr erledigte Arbeiten genutzt wird. Ein weiterer Kontrollmechanismus erfolgt auf den Magnettafeln in den Arbeitsr\u00e4umen, auf denen die Kinder erledigte Arbeitsauftr\u00e4ge mit Magneten abdecken. Die Vermittlung neuer Inhalte f\u00e4llt in den Kompetenzbereich der Lehrpersonen. Sie haben daf\u00fcr zu sorgen, dass die Kinder die Kompetenzen in den Teilbereichen erlangen und diese umsetzen und anwenden k\u00f6nnen. Neue Themen und Inhalte werden den Kindern in Kleingruppen mit f\u00fcnf bis sechs Kindern von den Lehrpersonen vermittelt. Dieses Modell hat\u00a0 sich als sehr g\u00fcnstig erwiesen, garantiert eine Kleingruppe die \u00dcberschaubarkeit und auch die Intensit\u00e4t der Aufmerksamkeit erheblich. Einf\u00fchrungen und Vertiefungen in neue Sachverhalte und Themenbereiche verlaufen in den meisten F\u00e4llen in einer Zeitspanne von bis zu maximal drei\u00dfig Minuten. In diesem kurzen Zeitrahmen sind Kinder bereit und auch f\u00e4hig, zuzuh\u00f6ren und sich der Sache \u201ehinzugeben\u201c.<\/p>\n<h2>Von den Gruppenthemen zu den pers\u00f6nlichen Themen<\/h2>\n<p>Im Rahmen des Wochenarbeitsplanes k\u00f6nnen die Kinder immer auch pers\u00f6nliche Themen erarbeiten. Dies geschieht auf freiwilliger Basis und in Absprache mit dem Lernberater oder einer fachkompetenten Lehrperson. Dabei gibt es ganz klare Vorgaben. Ein pers\u00f6nliches Thema kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit ausgearbeitet werden. Nachdem Thema und Inhalt definiert sind werden die zu erarbeitenden Inhalte in Form eines Fragekatalogs angelegt. N\u00e4chster Schritt ist die Erstellung einer Mindmap. Dies erm\u00f6glicht den Kindern eine klare Struktur f\u00fcr die Recherchen und Aufteilung der Arbeiten nach Sachverhalten und Schwerpunkten. Der Zeitraum f\u00fcr ein pers\u00f6nliches Thema erstreckt sich meist \u00fcber zwei bis drei Wochen. Damit eine Verbindlichkeit besteht, wird ein schriftlicher Arbeitsvertrag mit den Kindern geschlossen, der die Einhaltung der darin vorgesehenen Verpflichtungen (Thema, Lernpartner, Zeitrahmen, Dokumentationsform, Pr\u00e4sentation) vorsieht und die Einhaltung dieser Punkte garantieren soll.<\/p>\n<p>Ein pers\u00f6nliches Thema hat immer einen pers\u00f6nlichen und emotionalen Hintergrund, aus diesem Argument heraus l\u00e4sst sich auch die sehr hohe Motivation und intensive Arbeitshaltung bei der Erarbeitung solcher Themen erkl\u00e4ren. Durch die Pr\u00e4sentation in den Stammgruppen und das Bereitstellen des Produktes im Dokumentationszentrum wird das Ergebnis einem breiteren Publikum zug\u00e4nglich gemacht (siehe Pr\u00e4sentation). Verbindliche Inhalte aus den Richtlinien oder aktuelle Anl\u00e4sse und Ereignisse aus dem Lern- und Umfeld der Kinder sind Ausgangslage f\u00fcr die Stammgruppen- oder Gro\u00dfgruppenthemen. Das hei\u00dft, ein Argument wird aufgegriffen und in den Stammgruppen oder in der Gro\u00dfgruppe besprochen. Auch hier wird die Technik der M\u00e4eutik angewandt und aus der Sammlung eines Fragenkatalogs lassen sich erste Ergebnissen zu Themenschwerpunkten erkennen. Nach Festlegung der Themen werden die gesammelten Fragen in den Stammgruppen besprochen, mit der Verpflichtung, diese in einem vorgesehenen zeitlichen Rahmen zu erarbeiten und zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<h2>Pr\u00e4sentationen<\/h2>\n<p>Die Ergebnisse der pers\u00f6nlichen Themen, eines Stammgruppenthemas oder eines Gro\u00dfgruppenthemas werden immer pr\u00e4sentiert. Damit wird man einem wichtigen Prinzip C. Freinets gerecht, die erarbeiteten Themen und Inhalte nicht f\u00fcr das Heft oder den Lehrer zu erledigen, sondern einer breiteren Zuh\u00f6rerschaft zug\u00e4nglich zu machen. Freinet nennt es das \u201eadressatenbezogene Schreiben\u201c. Die Themen der Kinder werden ernst genommen und angeh\u00f6rt. W\u00e4hrend der Pr\u00e4sentation stellen Kinder R\u00fcckfragen, beziehen Stellung und \u00e4u\u00dfern auch Kritik. Diese muss immer positiv formuliert und konstruktiv sein. In diesem Prozess lernen die Kinder sich und ihre Arbeiten zu pr\u00e4sentieren, mit Kritik umzugehen und einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Beitrag f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung ihrer geleisteten Arbeiten zu erfahren.<\/p>\n<h2>Feier<\/h2>\n<p>Die Feier ist eine der vier Bildungsgrundformen nach Peter Petersen. Sie ist ein wesentliches, gemeinschaftsbildendes Element, das zu einer Schule, die sich als Gemeinschaft versteht, geh\u00f6rt. Neben den Festen im Jahreskreis wird in unserer Schule der rhythmische Wochenarbeitsplan durch zwei Feiern gepr\u00e4gt, der Schulfeier und dem Morgenlob. Beide Feiern finden w\u00f6chentlich statt und dauern 30 Minuten. An den Feiern nimmt die gesamte Schulgemeinschaft teil. Die Gestaltung der Feiern bietet viele Anl\u00e4sse zum Lernen. Die Kreativit\u00e4t, die Spontaneit\u00e4t, die Kommunikation und das Selbstvertrauen in eigenes K\u00f6nnen werden gef\u00f6rdert. Wichtig ist uns, dass diese Feiern von Echtheit, nicht von Perfektion im Verst\u00e4ndnis von Erwachsenen gepr\u00e4gt sind. Kein Kind soll Angst vor Versagen oder Blamage haben. Die Wertsch\u00e4tzung der Schulgemeinschaft gegen\u00fcber dem pr\u00e4sentierenden Kind ist uns ein wichtiges Anliegen.<\/p>\n<h2>Das Morgenlob<\/h2>\n<p>Im ethisch-religi\u00f6sen Bereich wird jeden Mittwoch zu Beginn des Unterrichtstages das Morgenlob gefeiert, das gemeinsam von den Kindern, dem Schulchor und der Religionslehrerin gestaltet wird. Die Kinder und Lehrer treffen sich im Sitzkreis und beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Lied. Ziel dieser Feier sind einerseits das Nachdenken \u00fcber religi\u00f6se Werte, \u00fcber die Sinnhaftigkeit des Lebens und des Alltages, anderseits das Miteinander bewusst genie\u00dfen, sich in der Schulgemeinschaft wohl f\u00fchlen und das Erkennen und Nutzen von Gelegenheiten zum Feiern.<\/p>\n<h2>Die Schulfeier<\/h2>\n<p>Zum Abschluss der Woche feiern wir jeden Freitag von 12:00 bis 12:30 Uhr unsere Schulfeier. Dabei stellen die Kinder Arbeitsergebnisse, Lieder T\u00e4nze, Experimente, Musikinstrumente, Theaterst\u00fccke und andere Beitr\u00e4ge aus dem schulischen und au\u00dferschulischem Bereich vor. Sie entwickeln dadurch die F\u00e4higkeit zu angstfreiem Auftreten und freiem Sprechen vor Publikum und st\u00e4rken dadurch ihre Pers\u00f6nlichkeit. Die Feier erm\u00f6glicht den Kindern ihre St\u00e4rken zu pr\u00e4sentieren und so auch von Mitsch\u00fclern und Lehrern in ihrer Vielfalt wahrgenommen zu werden.<\/p>\n<p>Die Schulfeier wird von den Kindern geplant, gestaltet und moderiert. Ab Mitte der Woche h\u00e4ngen Sch\u00fcler der 4. und 5. Jahrgangsstufe im Eingangsbereich ein Plakat auf, auf dem Sch\u00fclerinnen und Gruppen ihre Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Feier eintragen k\u00f6nnen. Am Freitag wird das Plakat von zwei Sch\u00fclern der \u00e4lteren Stammgruppen abgeh\u00e4ngt und das Programm f\u00fcr die Schulfeier zusammengestellt. In der letzten halben Stunde, somit also auch zum Wochenabschluss, versammeln sich Kinder und Lehrer dann zur gemeinsamen Feier. Die Sch\u00fclerinnen, die das Programm erstellt haben, \u00fcbernehmen auch die Moderation der Feier. Wir legen Wert darauf, dass denjenigen, die etwas vorstellen oder pr\u00e4sentieren, Wertsch\u00e4tzung und Anerkennung des \u201ePublikums\u201c entgegengebracht wird.<\/p>\n<h2>Dokumentation (Portfolio)<\/h2>\n<p>Alle Arbeitsergebnisse der Kinder werden im Dokumentationszentrum ausgestellt bzw. abgelegt. Da es sich hier um eine \u201eVer\u00f6ffentlichung\u201c eines Dokumentes handelt, m\u00fcssen vorher vereinbarte Kriterien eingehalten werden: richtige Argumentation, korrekte Schreibweise und der Anspruch auf ein ansprechendes \u00e4sthetisches Erscheinungsbild. Die Dokumentation kann in vielf\u00e4ltiger Form geschehen, so finden wir neben selbst entworfenen Sch\u00fclerzeitungen auch Ringmappen, Karteikarten oder Themenhefte. Somit ist das Dokumentationszentrum eine lebendige und authentische Bibliothek mit der M\u00f6glichkeit der st\u00e4ndigen Erweiterung durch Kinderhand, in dem die Kinder nachschlagen, Recherchen anstellen und ihre Studien vertiefen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Lernberatung<\/h2>\n<p>Dass eine Lehrperson in einem solchen Unterrichtsmodell vor allem unterst\u00fctzende und beratende Funktion hat, muss nicht n\u00e4her erkl\u00e4rt werden. Auch hier ist die zentrale Frage der Beratungsqualit\u00e4t. Die Lehrpersonen \u00fcben in der Freiarbeitsphase Beraterfunktion f\u00fcr alle anwesenden Kinder aus und unterst\u00fctzen und begleiten sie auf ihrem Lernweg. Auch auf Grund einer gut durchstrukturierten Lehrerplanung und personellen Einteilung w\u00e4hrend der Unterrichtsphasen entstehen f\u00fcr die Lehrpersonen gro\u00dfe zeitliche Freir\u00e4ume, die eine optimale Begleitung der Kinder garantieren und somit auch eine bessere Effizienz f\u00fcr qualitatives Lernen gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>\u201eUm die Individualisierung des Lernens zu verwirklichen, gew\u00e4hrleisten die Schulen im Rahmen ihrer didaktischen und organisatorischen Autonomie die Zusammenarbeit mit den Eltern und das Recht jeder einzelnen Sch\u00fclerin und jedes einzelnen Sch\u00fclers auf eine individuelle und personenbezogene Lernberatung, die \u00fcber eine Fachberatung hinausgeht. Die Lernentwicklung und Kompetenzerweiterung werden durch geeignete Instrumente dokumentiert, welche die Beteiligung und Selbstreflexion der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler garantieren.\u201c (Beschluss der Landesregierung vom 16. April 2007, Nr. 1201 zur &gt;Schulreform ab dem Schuljahr 2007\/2008 in den deutschsprachigen Grund- und Mittelschulen).<\/p>\n<p>Wie aus dem Beschluss der Landesregierung ersichtlich ist, hat jedes Kind Anrecht auf pers\u00f6nliche Lernberatung und, meinem Denkansatz entsprechend, auf seinen pers\u00f6nlichen Lernberater. Diese Beratungsperson ist Ansprechpartnerin und Vertrauensperson und gleichzeitig f\u00fcr organisatorische und inhaltliche Zust\u00e4ndigkeiten sowie f\u00fcr den Lern- und Entwicklungsprozess der Kinder verantwortlich. Er ist Bindeglied zum Elternhaus und leitet die Lernberatungsgespr\u00e4che. Diese Gespr\u00e4che finden in unserem Unterrichtsmodell nach vereinbarter Zeit w\u00e4hrend der Unterrichtszeit am Vormittag statt und werden in den Arbeitsr\u00e4umen oder in den G\u00e4ngen gef\u00fchrt. Am Gespr\u00e4ch beteiligt ist ein Elternteil, h\u00e4ufig erscheinen auch M\u00fctter und V\u00e4ter gemeinsam, das Kind und die verantwortliche Lehrperson in ihrer Rolle als Lernberaterin.<\/p>\n<p>Im Vorfeld des Austausches werden auf einem Raster das Lern- sowie Sozialverhalten des Kindes und die Entwicklung schriftlich festgehalten und dienen als Einstieg und Basis f\u00fcr das Gespr\u00e4ch. In der Folge \u00e4u\u00dfern sich das Kind, die Eltern und der Lernberater mit pers\u00f6nlichen Stellungnahmen zu den Schwerpunkten des Pers\u00f6nlichkeits- und des Lerncurriculums, die schriftlich festgehalten werden. Sind von den beteiligten Personen W\u00fcnsche oder Einforderungen notwendig, werden diese im daf\u00fcr vorgesehenen Feld schriftlich festgehalten und dienen beim n\u00e4chsten Gespr\u00e4chstermin als Reflexionsvorlage. Im Vorfeld oder Anschluss an das Lernberatungsgespr\u00e4ch die R\u00e4umlichkeiten gef\u00fchrt, um die Ergebnisse und pers\u00f6nlicher Arbeiten zu pr\u00e4sentieren. Die Eltern k\u00f6nnen in einem ungezwungenen Rahmen die T\u00e4tigkeiten der anwesenden Kinder beobachten und verfolgen und erhalten so eine authentische Sichtweise des Schul- und Unterrichtsgeschehens. Auf Grund der sehr hohen Beteiligung und positiven R\u00fcckmeldung findet, in Absprache und auf Wunsch der Eltern, der traditionelle Elternsprechtag in diesem Modell keinen Platz.<\/p>\n<h2>Wissenschaftliches Arbeiten in der Grundschule oder das kindliche Interesse an Naturph\u00e4nomenen<\/h2>\n<p>Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 3. Klassen haben sich gemeinsam mit ihren Lehrer(innen) auf einen \u201eneuen\u201c Lernweg begeben. Ein solcher Weg und der damit vollzogene Paradigmenwechsel steht immer auch mit einem pers\u00f6nlichen Lernweg aller Beteiligten (Sch\u00fcler(innen), Lehrer(innen), Eltern) und den neuen Herausforderungen in Wechselwirkung und stellt somit eine gegenseitige Herausforderung f\u00fcr alle Beteiligten dar. Beispielhaft soll der folgende Bericht \u00fcber die Arbeit im Bereich \u201eNaturwissenschaften\u201c aufzeigen, wie die Sch\u00fcler(innen) und Lehrer(innen) im Rahmen ihres Projektes \u201eUnterrichtsentwicklung auf Reformp\u00e4dagogischer Basis\u201c den Unterricht erleben und selbst gestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>\u201eWarum-Fragen\u201c oder Die Berechtigung von Experimentierecken im Unterricht<\/h2>\n<p>Kinder beginnen nicht erst in der Schule nach dem Sinn elementarer naturwissenschaftlicher Ph\u00e4nomene zu fragen. Fragen wie \u201eWarum ist der Himmel blau?\u201c oder \u201eWarum entstehen Tag und Nacht?\u201c oder \u201eWoher stammen die Farben?\u201c, konfrontieren Eltern wie auch P\u00e4dagogen und Erzieher bereits schon im Vorschulalter. H\u00e4ufig bleiben die Fragen unbeantwortet oder die Antworten beschr\u00e4nken sich auf Vermutungen oder m\u00fcndliche Erkl\u00e4rungsversuche oder werden auf sp\u00e4tere Zeit verschoben oder erst gar nicht beantwortet.<\/p>\n<p>Um den \u201ebrennenden\u201c Fragen der Kinder, dem Wissens- und Forscherdrang im Schulalltag gerecht zu werden, bietet sich die Einrichtung eines Forscher- und Experimentierlabors an. Nun ist dieser Gedanke ja nicht neu und wurde bereits in Schulen und Reformp\u00e4dagogischen Modellen, in denen das eigenverantwortliche und selbstt\u00e4tige Handeln der Kinder im Vordergrund stand und steht, angewendet und umgesetzt.<\/p>\n<h2>Die Forscher- und Experimentierecke<\/h2>\n<p>Im Rahmen unserer Unterrichtsentwicklung entstand im Zuge der inhaltlich-didaktischen sowie strukturell-r\u00e4umlichen Umgestaltung neben einer Druckerei, der Medienecke, einer Montessori-Ecke, dem Bastel- und Malatelier auch eine Forscher- und Experimentierecke. In dieser Ecke finden die Kinder alle f\u00fcr sie notwendigen Materialien und Instrumente f\u00fcr die wissenschaftliche Arbeit (Mikroskope, Waagen, Messbecher, \u2026) sowie Gegenst\u00e4nde aus dem Lebensalltag (Kaffeefilterpapier, Backpulver, Essig, \u00d6l, &#8230;). Im Dokumentationszentrum finden die Kinder die passende Literatur und Nachschlagewerke sowie Anregungen f\u00fcr ihre Experimentier- und Forschert\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Durchgef\u00fchrte Experimente unter Anleitung von Lehrer(innen) sollen die Sch\u00fcler neugierig machen, sie in verschiedene Themenbereiche einf\u00fchren, sie aber gleichzeitig auch zum wissenschaftlichen Arbeiten f\u00fchren und sie f\u00fcr eine folgerichtige Abhandlung und Bearbeitung eines Themas bef\u00e4higen. Dazu geh\u00f6rt eine Auflistung der ben\u00f6tigten Materialien ebenso wie das schriftliche Aufstellen einer These oder Antithese sowie die Beschreibung eines Versuches. Misslingt ein Versuch, soll dieser Schritt ebenso nachvollzogen und beschrieben werden wie der entscheidende Schritt, der f\u00fcr ein Gelingen des Versuches ausschlaggebend war. F\u00fcr eine sinnvolle Reflexion k\u00f6nnen die Kinder immer auch Bilder von den ben\u00f6tigten Materialien oder Sequenzen oder entscheidende Momente im Prozess des Versuchs oder das erreichte Ergebnis bildhaft darstellen.<\/p>\n<p>Um eine selbstverantwortliche und selbst gesteuerte Handlung von Seiten der Kinder zu f\u00f6rdern, darf das Arbeiten im Labor nicht nur unter Lehrer(innen)anleitung stattfinden. Kinder k\u00f6nnen im Rahmen des individuellen Wochenarbeitsplanes frei entscheiden, wann, zu welchem Thema und mit wem sie ihre Forschert\u00e4tigkeiten durchf\u00fchren wollen. Die Ergebnisse sollen immer auch pr\u00e4sentiert werden, damit die Experimente einer breiteren Gruppe zug\u00e4nglich gemacht werden. Diese Pr\u00e4sentation kann in den Stammgruppen oder auch mit einzelnen Mitsch\u00fcler(innen) erfolgen.<\/p>\n<h2>Altersheterogenit\u00e4t und Stufen \u00fcbergreifende T\u00e4tigkeiten<\/h2>\n<p>Dass Altersheterogenit\u00e4t im Unterricht zu einer Verbesserung der verschiedenen Kompetenzen (Helfer- und Expertenmodell, Weitergabe und Austausch von Wissen, \u2026) f\u00fchren kann, konnte im Rahmen des Wahlbereichs erprobt werden. Kinder aus den ersten bis f\u00fcnften Klassen experimentierten und erforschten gemeinsam mit gro\u00dfer Begeisterung und Anteilnahme die naturwissenschaftlichen Themen auch mit Alltagsbezug. So geh\u00f6rte das Untersuchen und Erforschen einer Babywindel mit dem Wasser speichernden Superabsorber ebenso zum Inhalt wie das L\u00f6sen von Stoffen in Wasser, die Chromatographie, das Herstellen eines einfachen Feuerl\u00f6schers oder Ph\u00e4nomene mit Luft und Gasen. Dass das naturwissenschaftliche Arbeiten durchaus auch im stufen\u00fcbergreifenden Ansatz erprobt werden kann, konnten wir erfolgreich verdeutlichen<\/p>\n<h2>Die Neugier<\/h2>\n<p>\u201eDie Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gel\u00f6st werden will.\u201c (Galileo Galilei) Stellen wir die Neugier und somit den nat\u00fcrlichen Wissens- und Forscherdrang eines Kindes in den Mittelpunkt des Geschehens, m\u00fcssen wir nicht lange nach neuen m\u00f6glichen Konzeptionen Ausschau halten und von neuen revolution\u00e4ren Lern- und Lehrpl\u00e4nen geleitet werden. Einen bildungspolitischen Rahmen, der den Kindern dieses Recht einr\u00e4umt ja, aber dar\u00fcber hinaus m\u00fcsste es ausreichend sein, den Kindern in ihrem pers\u00f6nlichen und schulischen Umfeld einen passenden Rahmen zu schaffen, der ein bestm\u00f6gliches Arbeiten und Umsetzen garantiert und somit eine Grundlage herstellt, den faszinierenden und so geheimnisvollen Wundern der Natur auf die Spur zu kommen.<\/p>\n<h2>Wie Kinder ihre Schule wahrnehmen<\/h2>\n<p>\u00ad\u201eIch lerne in der Schule anhand von verschiedenen Arbeitsmaterialien. Wir haben Computer. Das Arbeiten am Computer gef\u00e4llt mir gut. Die Lehrpersonen lehren uns immer wieder neue Aufgaben zu l\u00f6sen. Indem ich mit anderen Mitsch\u00fclern Meinungen austausche, lerne ich die Meinungen anderer Sch\u00fcler zu respektieren. Der Lehrer zeigt uns im Experimentierraum verschiedene Versuche. Wir haben auch eine Bibliothek, da kann man B\u00fccher zu dem Thema ausleihen, das man bearbeitet. Wir arbeiten auch in Gruppen. Ich lerne in verschiedenen Fachr\u00e4umen mit Hilfe der zust\u00e4ndigen Lehrpersonen. Ich lerne in der Schule verschiedene Rollen zu spielen, da wir jedes Schuljahr f\u00fcr die Eltern etwas vorbereiten und auff\u00fchren. Das macht mir viel Spa\u00df. Wir haben auch das pers\u00f6nliche Thema. Ich habe selbst auch ein Thema mit Manuel W und Thomas angefangen. Wir haben das Thema Schildkr\u00f6te. Wir haben es schon fast fertig. Wir m\u00fcssen uns die Zeit gut einteilen, sonst bekommen wir die Pflichtaufgaben nicht fertig. Dann muss man es zu Hause machen.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00ad\u201eUnsere 5 Klassen sind etwas Besonderes, weil wir anders arbeiten als die Kinder in anderen Schulen. Wir halten einmal pro Woche einen Klassenrat ab. Wir haben Fachr\u00e4ume zum Lernen: einen Mathematikraum, einen GGN- Raum, einen Sprachraum und einen Raum f\u00fcr Religion, Italienisch und Englisch. Neben dem Pflichtprogramm k\u00f6nnen wir in unserer Freiarbeit an pers\u00f6nlichen Themen arbeiten. Wir haben 6 Laptops. Mit diesen arbeiten wir z.B. mit dem Rechtschreiblernprogramm Gut1 oder schreiben unsere Geschichten. Die Freiarbeit gef\u00e4llt mir sehr gut. Wir k\u00f6nnen w\u00e4hrend des Unterrichts sitzen und arbeiten, wo wir wollen. Wir entscheiden selber, in welchem Fach wir gerade arbeiten. Innerhalb einer Woche m\u00fcssen die Arbeiten fertig sein. Wir f\u00fchren einen Wochenarbeitsplan. Wenn wir eine Arbeit fertig haben, tragen wir dies im Wochenarbeitsplan ein. Weiteres legen wir einen Magneten auf die Magnettafel, damit die Lehrerin die \u00dcbersicht \u00fcber die erledigten Arbeiten hat. Die Kinder der 5. Klasse sind in die drei Stammgruppen gelb, rot und blau eingeteilt. Ich lerne sehr viel in der Schule. Ich gehe nicht so gerne in die Schule. Samstags haben wir Turnen. Wir machen im Fach GGN oft Experimente.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00ad \u201eWenn wir Kinder morgens in die Schule kommen, treffen wir einander im Morgenkreis. Im Morgenkreis besprechen wir alle wichtigen Sachen des Tages. Anschlie\u00dfend gehen wir an unsere Pflichtarbeiten oder arbeiten an pers\u00f6nlichen Themen. An einem pers\u00f6nlichen Thema arbeiten hei\u00dft, wir k\u00f6nnen an einem Thema arbeiten, welches uns interessiert. Wir haben verschiedene Fachr\u00e4ume, wie z.B. den GGN- Raum, den Mathematikraum, den Deutschraum, einen Raum f\u00fcr Italienisch, Religion und Englisch und das Malatelier. Wenn wir eine Arbeit fertig haben, tragen wir es in unserem Wochenarbeitsplan ein. Am Ende der Arbeitswoche schreiben die Kinder auf der R\u00fcckseite des Plans eine Selbstreflexion. Anschlie\u00dfend schreibt auch die Lehrerin einen Kommentar dazu. Im Anschluss daran nehmen wir den Wochenarbeitsplan mit nach Hause und ein Elternteil unterschreibt den Wochenarbeitsplan. Die Eltern k\u00f6nnen auch einen Kommentar dazu schreiben. Damit die Lehrpersonen die Kontrolle \u00fcber die Arbeiten der Kinder nicht verlieren, gibt es die Magnettafel. Auf die Magnettafel gibt man einen Punkt hinauf, wenn man etwas fertig hat. Einmal pro Woche findet der Klassenrat statt. Im Gang h\u00e4ngt eine Tafel mit den \u00dcberschriften: ICH BEGL\u00dcCKW\u00dcNSCHE, ICH W\u00dcNSCHE, ICH INFORMIERE, ICH FRAGE, ICH KRITISIERE. Dort k\u00f6nnen die Kinder ihren Namen darauf schreiben, wenn sie sich beim Klassenrat zu einem Punkt zu Wort melden m\u00f6chten. Auch alle anderen wichtigen Sachen werden beim Klassenrat besprochen. Wir haben 6 Notebooks mit verschiedenen Programmen zum Arbeiten zur Verf\u00fcgung. Ein solches Programm hei\u00dft GUT 1, mit dem wir unsere Schwierigkeiten in der Rechtschreibung verbessern k\u00f6nnen. Um 10:10 Uhr ist die gro\u00dfe Pause. Wenn wir jedoch vorher schon Hunger haben, k\u00f6nnen wir bereits vorher an einem Pausentisch unsere Jause essen. Weiter k\u00f6nnen wir uns die Arbeiten frei einteilen. Wir f\u00fchren jedes Jahr ein Theaterst\u00fcck auf. Dieses Jahr hei\u00dft unser Theaterst\u00fcck \u201eEs war einmal\u201c. Im Medienraum proben wir das Theaterst\u00fcck und f\u00fchren es am Schulende auf. Wir schreiben jede Woche eine Geschichte. 2 Geschichten pro Stammgruppe w\u00e4hlen wir aus und lesen sie im Klassenrat vor. Wir haben momentan das Gruppenthema \u201eTheater spielen\u201c. Wir haben zweimal in der Woche Englisch. Im GGN-Raum gibt es 4 Mikroskope, Landkarten und viele Materialien f\u00fcrs Experimentieren. Am Ende jedes Tages treffen wir eiander wieder in der Stammgruppe und reflektieren den Tag.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00ad\u201eIch gehe gerne in die Schule. Dort lernen wir sehr viel. Ich lerne auch mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten und umzugehen. Mein Lieblingsfach ist Turnen und was ich gar nicht mag ist Italienisch und Religion. Mir gef\u00e4llt es auch noch gut, dass wir in den verschiedenen Fachr\u00e4umen und im Gang arbeiten k\u00f6nnen. Wir d\u00fcrfen uns unsere Lernpartner selbst ausw\u00e4hlen. Wir lernen auch noch Theater zu spielen, das gef\u00e4llt mir besonders gut. Wir machen auch noch pers\u00f6nliche Themen, an denen wir selbstst\u00e4ndig und frei arbeiten k\u00f6nnen und am Ende machen wir eine Pr\u00e4sentation dar\u00fcber. Wir haben auch noch eine individuelle Pause, dort k\u00f6nnen wir Jause essen wann wir Hunger haben. Wir gehen immer zu Beginn des Tages in die Stammgruppe, dort besprechen wir, welche Arbeiten wir an diesem Tag erledigen. Einmal in der Woche haben wir den Klassenrat. Dort besprechen wir die Punkte, die an der Anschlagtafel stehen. Wir begl\u00fcckw\u00fcnschen jemanden, wir w\u00fcnschen uns etwas, wir fragen und informieren und wir kritisieren. Oft kommen die Eltern zum Gespr\u00e4ch und zur Lernberatung, dort wird besprochen, wie wir in der Schule arbeiten und uns verhalten. Wir haben Fachr\u00e4ume, in denen wir arbeiten. Wir machen im Mathematikraum Mathematik, im Deutschraum wird Deutsch gemacht und im GGN- Raum wird Geografie, Geschichte und Naturwissenschaft gelernt und auch experimentiert. Ich lerne gerne so frei und selbstst\u00e4ndig, mir gef\u00e4llt dieses Modell gut.\u201c<\/p>\n<h2>Reflexionen der Lehrerinnen<\/h2>\n<h3>Wie unterrichte ich und warum unterrichte ich so, wie ich unterrichte?<\/h3>\n<p>\u00ad \u201eIch unterrichte seit 3 Jahren an der Grundschule St. Martin und bin dort am Projekt \u201eJenaplan \u2013 Unterricht auf reformp\u00e4dagogischer Basis\u201c beteiligt. Dass ich meine Lehrstelle (bin noch Supplentin) an dieser Schule w\u00e4hlte und an diesem Projekt mitarbeitete, geschah nicht aus einer Motivation heraus meinen bis dahin eher klassischen Unterricht zu ver\u00e4ndern oder zu verbessern, sondern vielmehr aus ganz pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden. Die Anfangszeit war f\u00fcr mich nicht ganz einfach. Meine Kollegen\/innen waren mir an Fachwissen und Ideen f\u00fcr einen reformp\u00e4dagogischen Unterricht weit voraus. Doch dank ihrer Hilfe arbeitete ich mich relativ schnell ein. Zusammen setzten wir Ideen, Aspekte und Theorien von verschiedenen bekannten Reformp\u00e4dagogen (Freinet, Montessori, Petersen, Parkhurst) zusammen und entwickelten ein eigenes didaktisch, methodisches Unterrichtskonzept. Dabei war und ist es f\u00fcr mich sehr wichtig, dass der Unterricht nicht mehr nur von mir gesteuert und geleitet wird, sondern ein gemeinsames Lernen stattfindet. Ich bin nicht mehr nur Wissensvermittlerin, sondern habe nun eine viel interessantere und abwechslungsreichere Funktion. Ich stehe den Kindern begleitend, helfend, beratend in ihrem Schulalltag zur Seite und versuche sie durch eine vielf\u00e4ltig gestaltete Lernumgebung zu einem selbstst\u00e4ndigen, eigenverantwortlichen Lernen anzuregen. Meine bisherige Erfahrung hat mir gezeigt, dass dies durch gegenseitiges Vertrauen, aber auch mit klar vereinbarten Abmachungen m\u00f6glich ist. Au\u00dferdem trage ich die Verantwortung daf\u00fcr, dass jedes Kind auf seine individuelle Weise die Basiskompetenzen erreicht. Im Unterricht staune ich immer wieder, wie viel Kinder wissen, was alles in ihnen steckt, wenn man es zul\u00e4sst, dass sie selbst entdecken und erforschen, sie eigene L\u00f6sungswege finden l\u00e4sst und ihre W\u00fcnsche, Fragen und Meinungen ber\u00fccksichtigt. Nun nach 3 Jahren konkreter Arbeit mit den Kindern und etlichen Erfahrungen reicher kann ich behaupten, dass meine Entscheidung beim Projekt mitzumachen richtig war. Mittlerweile liegt eine bestimmte \u00dcberzeugung meiner Unterrichtsmethode zu Grunde: der Anspruch an ein kindgem\u00e4\u00dfes Lernen.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201eIch unterrichte in einem reformp\u00e4dagogischen Modell, insbesondere nach den Theorien C. Freinets und P. Petersen. Ich lasse deren Leitideen in meinen Unterricht einflie\u00dfen und versuche sie in meiner Praxis umzusetzen. Die Sch\u00fcler sollen in meinem Unterricht vor allem selbst aktiv sein (\u201ewache K\u00f6pfe und geschickte H\u00e4nde\u201c; C. Freinet). Durch handlungsorientiertes, selbstt\u00e4tiges Arbeiten bzw. Lernen erlangen die Kinder Wissen und Kenntnisse. Sie finden eine vorbereitete Umgebung vor, tragen selbst die Verantwortung f\u00fcr ihr Tun und k\u00f6nnen produktiv und interessenbezogen arbeiten und ihr Wissen erweitern. Ich als Lehrperson biete ihnen dabei Hilfe und Unterst\u00fctzung sich selbst zu verwirklichen, durch ihre eigenen H\u00e4nde und ihre Schaffenskraft. Ein weiterer mir sehr wichtiger Schwerpunkt meines Unterrichtes ist die Demokratieerziehung. Im gemeinschaftlichen Zusammenleben erf\u00e4hrt das Kind, dass es von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit ist, sich zu entwickeln und f\u00fcr das Gemeinschaftsleben bef\u00e4higt zu werden. Die Kinder haben hierzu im Klassenrat oder in den Stammgruppengespr\u00e4chen die M\u00f6glichkeit \u201eDemokratie\u201c selbst zu erleben und zu erlernen. Nur durch gegenseitiges Verst\u00e4ndnis und Akzeptanz kann Gemeinschaft gelingen. Voraussetzung f\u00fcr einen guten Unterricht auf reformp\u00e4dagogischer Basis sind klare Strukturen und Regeln, die die Kinder befolgen und einhalten. Mein Unterricht wird von Kommunikation, Kooperation und gegenseitigem Respekt getragen. Ich empfinde die Schule als \u201eLebensst\u00e4tte\u201c (P. Petersen), in der sich die Kinder, aber auch ich selbst, entfalten und weiterbilden. Ich gehe in meinem Unterricht mit den Kindern gemeinsam den Weg. Vor einigen Jahren war ich mit meinem Unterricht unzufrieden und ich hatte den Wunsch etwas zu ver\u00e4ndern. Mir erschien mein damaliger Unterrichtsstil nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Da habe ich mich entschlossen am Projekt \u201eUnterrichtsentwicklung auf reformp\u00e4dagogischer Basis\u201c teilzunehmen. In der darauf folgenden Zeit habe ich mich dann mit den Theorien der Reformp\u00e4dagogen auseinandergesetzt, meine Berufserfahrung und Selbstsicherheit sind gewachsen und mein Unterricht wurde zunehmend offener und freier. Sehr schwierig war es f\u00fcr mich anfangs, die Kinder \u201elos zu lassen\u201c, ihnen ihre pers\u00f6nliche Freiheit zu gew\u00e4hren. Ich habe inzwischen lehrreiche Erfahrungen gesammelt, bin zufrieden mit meiner Unterrichtsgestaltung und m\u00f6chte in Zukunft mit den Kindern den Weg gehen und den Leitlinien der Reformp\u00e4dagogen folgen.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201eJeden Tag, wenn ich mich auf dem Weg zur Schule begebe, freue ich mich auf die Kinder, die mich sicherlich wieder mit Fragen \u00fcberh\u00e4ufen werden. Mit welchen \u00dcberraschungen werden mich die Kinder heute wieder begl\u00fccken? Was werde ich heute wohl von ihnen wieder lernen k\u00f6nnen? Ich bin gespannt darauf und erwarte es nicht ihre fragenden und leuchtenden Augen anzutreffen. Ausgehend von den Fragen und Interessen der Kinder m\u00f6chte ich den Tag beginnen. Nicht immer gelingt es mir diesem meinem Grundsatz nachzukommen und das macht mich oft nachdenklich: Wie kann ich denn meinen Unterricht umstrukturieren und ver\u00e4ndern? Es geht mir darum den Kinder bewusst zu machen, dass es um sie, als ganze Pers\u00f6nlichkeit, geht und sie sollen verstehen, dass sie ihre kleinen und gro\u00dfen Talente bewusst und selbstsicher angehen und verwirklichen d\u00fcrfen. Es ist nicht immer leicht allen gerecht zu werden und immer richtig zu reagieren. Ich kann zum Lernen anregen, kann Lernhemmungen l\u00f6sen, kann Raum und Zeit zum Lernen bereitstellen, kann Lernen verhindern, kann Lernfreude wecken oder auch ersticken. Ich kann meine Freude und mein Interesse am Leben und auch meine Sorgen und meine Trauer mit den Kindern teilen. Ich m\u00f6chte meinen Kindern ein Begleiter und hilfreicher Organisator sein. Die Geborgenheit und das demokratische Zusammenleben in der altersgemischten Gruppe sollen meine Kinder auf das sp\u00e4tere Leben der Erwachsenen vorbereiten.\u201c<\/p>\n<h2>R\u00fcckmeldungen der Eltern<\/h2>\n<h3>Was profitiert mein Kind von der Schule?<\/h3>\n<p>Umfrage an der Grundschule von St. Martin in Passeier an zwei f\u00fcnften Klassen mit insgesamt 40 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern.<\/p>\n<h3>Ergebnisse exemplarisch:<\/h3>\n<h3>Eltern A:<\/h3>\n<p>\u201eDass mein Kind in gewissen F\u00e4chern etwas daraus lernen kann z.B. Italienisch, Englisch, Mathematik, und auch dass man lesen und schreiben lernt. Man lernt auch wie man mit den Mitmenschen umgehen kann.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern B:<\/h3>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201e \u2026 es lernt lesen, schreiben und rechnen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 andere Sprachen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 wichtig f\u00fcr das soziale Verhalten mit \u00e4lteren, j\u00fcngeren und gleichaltrigen Kindern umzugehen, von anderen Kindern etwas zu lernen und es wieder weiter zu geben<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Konflikte zu bereden und zu l\u00f6sen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 es lernt selbstst\u00e4ndig die Aufgaben zu erledigen, gewinnt sehr an Selbstvertrauen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Umgang mit dem PC,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 sportliche Bet\u00e4tigung,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 wichtige Dinge \u00fcber das religi\u00f6se Leben.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern C:<\/h3>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201e \u2026 ist sehr selbstbewusst,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 ist sehr selbstst\u00e4ndig ,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 hat keinen Leistungsdruck,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 ging immer gerne in die Schule und<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 hatte mit den Mitsch\u00fclern ein sehr kameradschaftliches Verh\u00e4ltnis.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Eltern D:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201e \u2026 um das Wissen zu erweitern,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 dass es mit anderen Kindern lernt, was miteinander und Gemeinschaft bedeutet,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 selbstst\u00e4ndiges Lernen und Arbeiten,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 dass es lernt, besser zu kommunizieren und sich auszudr\u00fccken,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 dass es lernt, wo die Grenzen sind,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 dass Schule auch kreativ und vielseitig sein kann.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern E:<\/h3>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201e \u2026 selbstst\u00e4ndig und alleine Aufgaben zu l\u00f6sen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Verantwortung \u00fcbernehmen lernen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 in Gruppen Arbeiten ausf\u00fchren,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 pers\u00f6nlich geschriebene Geschichten vorzutragen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 jedes Kind kann die vorgegebenen Lernziele einfacher und schneller erreichen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Aufgaben spielerisch auszuf\u00fchren und anderen Mitsch\u00fclern weiterzugeben,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 sich frei bewegen zu k\u00f6nnen,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 H\u00f6flichkeit ist immer eine gute Voraussetzung.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern F:<\/h3>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 \u201e \u2026 positive Einstellung der Schule gegen\u00fcber,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Zeitgef\u00fchl \u2013 wie lange brauche ich f\u00fcr \u2026,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Selbstst\u00e4ndigkeit,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 breites Wissen \u2013 allgemein,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 soziales Miteinander,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Teamarbeit,<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 freie \u00c4u\u00dferung der Meinung (durch Klassenrat),<\/p>\n<p>\u00ad\u00a0\u00a0 Freude am Leben.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern G:<\/h3>\n<p>\u201eDie Kinder werden zu kleinen, verantwortungsbewussten Menschen erzogen. Pflichtgef\u00fchl und Selbstst\u00e4ndigkeit werden gef\u00f6rdert. Eventuelle St\u00e4rken eines Kindes werden gef\u00f6rdert; eventuelle Schw\u00e4chen k\u00f6nnen besser behoben werden, da f\u00fcr die Kinder eine intensivere Betreuung m\u00f6glich ist. Gute Sch\u00fcler lernen mit den Schw\u00e4chen anderer besser umzugehen und sind stolz darauf, diesen eine gewisse Hilfestellung geben zu k\u00f6nnen. Jeder akzeptiert jeden! Neid und R\u00fccksichtslosigkeit werden sehr klein geschrieben (Ausnahmen wird es immer geben). Diese Unterrichtsmethode ist sehr sinnvoll und sollte weiter gef\u00fchrt werden.\u201c<\/p>\n<h3>Eltern H:<\/h3>\n<p>\u201eSie konnte sich ein sehr gro\u00dfes Wissen aneignen. Ihre Selbstst\u00e4ndigkeit wurde gef\u00f6rdert. Sie hat ein gutes soziales Verhalten gelernt. Ihre Pers\u00f6nlichkeit wurde gest\u00e4rkt und kritisches Denken gef\u00f6rdert. Grundwissen in Demokratie wurde ihr sehr gut vermittelt. Sie profitierte haupts\u00e4chlich vom freien Lernen.\u201c<\/p>\n<h2>Die Schulleitung und ihre Bedeutung f\u00fcr Unterrichtsentwicklung<\/h2>\n<p>Wenn wir \u00fcber Kooperation und Unterrichtsentwicklung sprechen, m\u00fcssen wir uns auch mit der Rolle des Schulleiters, der Schulleiterin in diesem gemeinsamen Prozess auseinandersetzen, da die \u201eLernende Schule\u201c ein Change-Management Konzept ist, das eine neue Rolle der Leitung impliziert.<\/p>\n<p>Der moderne Schulleiter, die Schulleiterin ist \u201eT\u00fcroffner\/in\u201c (\u201egatekeeper\u201c) und \u201eEntwicklungshelfer\/in\u201c f\u00fcr Unterrichtsentwicklungsprozesse. Das Rollenverst\u00e4ndnis der Schulleiter\/innen hat sich in den letzten Jahren betr\u00e4chtlich ver\u00e4ndert. Die neue Rolle ist die eines \u201einstructional leaders\u201c eines\/einer didaktischen und p\u00e4dagogischen F\u00fchrers\/F\u00fchrerin. Damit ist keinesfalls die Superrolle des \u201eMeistergestalters\u201c (\u201emaster implementors\u201c) gemeint, der allgemein verantwortlich s\u00e4mtliche Entwicklungsprojekte auf den Weg bringt, der Initiator, Manager und Probleml\u00f6ser zugleich ist. Der\/die moderne Schulleiter\/in macht dies alles, aber er\/sie macht es nicht allein. Er\/sie \u00fcbergibt diese Rollen an Lehrer\/innen, moderiert eventuell und f\u00fchrt Ergebnisse zusammen. Der\/die neue Schulleiter\/in ist kein(e) Einzelk\u00e4mpfer\/in sondern ein \u201eTeamer\u201c. Der\/die moderne Schulleiter\/in achtet darauf, dass Projekte die Projekte der Lehrer\/innen sind, dass sie sich damit identifizieren und Verantwortung f\u00fcr ihre Sache \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Planung und Ausf\u00fchrung von Ideen liegen so in den H\u00e4nden der gleichen Personen. Schulleiter\/innen von heute sind als Teambilder und Gruppenmoderatoren zu sehen, die Kooperation erm\u00f6glichen und gerade dadurch andere motivieren, die Gestaltung ihrer Schule in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen, indem sie nicht nur in der Schule, sondern auch an der Schule arbeiten. Schulleiter\/innen f\u00fchren auch nicht, indem sie die Visionen vorgeben und das Kollegium daf\u00fcr zu gewinnen trachten.<\/p>\n<p>Visionen der Schule k\u00f6nnen nur aus der Kooperation und Kommunikation des Kollegiums entstehen. Eine gute Schulleitung erm\u00f6glicht die Entwicklung einer kooperativen und kommunikativen Kollegiumskultur. Damit werden Schulleiter\/innen mehr als \u201einstructional leaders\u201c. Sie \u201etransformieren\u201c ihre F\u00fchrungskompetenz auf das Kollegium. Diese transformationalen Schulleiter\/innen lassen sich im Wesentlichen daran erkennen, dass sie den Kollegiumsmitgliedern helfen, eine kollaborative und professionelle Schulkultur zu entwickeln, die pers\u00f6nliche Entwicklung von Lehrer\/innen anregen und f\u00f6rdern, die Probleml\u00f6sekompetenz innerhalb des Kollegiums erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Schulen von heute brauchen Schulleiter\/innen mit einem Aufgabenverst\u00e4ndnis, das weit \u00fcber traditionelle T\u00e4tigkeiten wie etwa die Schule verwalten, organisieren und repr\u00e4sentieren hinausreicht. Heute ist es wesentlich, Schulleiter\/innen durch Beratung und Fortbildung die Erfahrung machen zu lassen, dass Schulen empfindliche soziale Systeme sind, in denen geschicktes Management und Organisationsentwicklung Garantie f\u00fcr das Gelingen von Entwicklung geben. Entscheidend scheint zu sein, dass der\/die Schulleiter\/in in st\u00e4ndigem Erfahrungsaustausch mit dem Kollegium steht, dass er\/sie Spannungen zwischen Kolleg\/innen abbauen hilft und Verantwortungsgef\u00fchl f\u00fcr die Schule sowie Experimentierfreude weckt. Um die genannten p\u00e4dagogischen F\u00fchrungsaufgaben zu bew\u00e4ltigen, brauchen auch Schulleiter\/innen entsprechende Hilfen und Fortbildungsangebote.<\/p>\n<h2>Kooperation mit den Eltern<\/h2>\n<p>Erachten wir die Eltern als Teil der Unterrichts- und Schulentwicklung, so muss deren Anteilnahme und Miteinbeziehung in diesem Prozess garantiert sein. Um dies zu gew\u00e4hrleisten, muss ein intensiver und regelm\u00e4\u00dfiger Informationsaustausch stattfinden. Elternabende und Informationsgespr\u00e4che sollen sehr wohl die Vermittlung theoretischer Inhalte und die damit verbundenen Absichten enthalten, dies allein gen\u00fcgt nicht. Den Eltern muss auch die M\u00f6glichkeit, geboten werden, die konkrete Arbeit ihrer Kinder zu verfolgen oder im Idealfall selbst als Experten und Meister ihres Fachs die Unterrichtst\u00e4tigkeit zu bereichern und beleben. Gelegenheit daf\u00fcr gibt es zur Gen\u00fcge, vorausgesetzt man schafft vorher eine Basis und ein Klima des Vertrauens und der gegenseitigen Wertsch\u00e4tzung und Transparenz. So konnten die Eltern an den Vormittagen ihre Kinder bei der Arbeit beobachten, Pr\u00e4sentationen von Kinderthemen beiwohnen oder unverbindlich in den Unterricht kommen und die Entwicklung vor Ort mitverfolgen. Die Lernberatungsgespr\u00e4che mit den Eltern, Kindern und dem jeweiligen Lernberater w\u00e4hrend der Unterrichtszeit haben sich als Erfolgsmodell gezeigt. Die Eltern begr\u00fc\u00dfen es, zu einer f\u00fcr sie g\u00fcnstigen Zeit in einer freien und entspannten Umgebung in den Unterrichtsr\u00e4umen oder Ateliers und ohne Zeitdruck die schulischen Anliegen zu besprechen oder wie sie es h\u00e4ufig nennen: \u201e\u2026 einfach wieder gerne einmal vorbei zu schauen.\u201c<\/p>\n<h2>\u00d6ffentlichkeitsarbeit (Blog)<\/h2>\n<p>Neben einem regelm\u00e4\u00dfigem Informations- und Gedankenaustausch mit den Eltern ist die Dokumentation und Pr\u00e4sentation unseres Unterrichtsmodells im au\u00dferschulischen Rahmen von gro\u00dfer Wichtigkeit und Notwendigkeit. Notwendig deshalb, weil es Gegenstand und Teil des Projektes ist, den Entwicklungsprozess zu dokumentieren und wir es als verpflichtend erachten, die Erfahrungen und Ergebnisse der Arbeit an eine breiteres Publikum heranzutragen. Eine transparente Darlegung des Geleisteten gibt Einblick in die Arbeit mit den Kindern. An zahlreichen Informationsabenden zu verschiedenen Anl\u00e4ssen haben der wissenschaftliche Leiter, der verantwortliche Projektleiter des P\u00e4dagogischen Institutes von Bozen und die Lehrer das Anliegen und die Inhalte des Unterrichtsmodells an die \u00d6ffentlichkeit getragen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>Dewey, Evelyn: The Dalton-Laboratory-Plan. New York 1922.<\/p>\n<p>Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans \u2013 nationale und internationale Einfl\u00fcsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987.<\/p>\n<p>Eichelberger, H. &amp; Wilhelm, M., Entwicklungsdidaktik. Wien 2003.<\/p>\n<p>Eichelberger, H.; Laner, C.; Zukunft Reformp\u00e4dagogik. Innsbruck 2007.<\/p>\n<p>Eichelberger, Harald, Handbuch zur Montessori-Didaktik. Innsbruck 1997.<\/p>\n<p>Freinet, C., Die Lebensweisheiten, aus: P\u00e4dagogische Werke, 1998, S. 114, Sch\u00f6ningh Verlag Paderborn.<\/p>\n<p>Freinet, C\u00e9lestin, Die Lebensweisheiten aus: P\u00e4dagogische Werke, Paderborn 1998.<\/p>\n<p>Freinet, C\u00e9lestin, p\u00e4dagogische texte. Reinbeck 1980.<\/p>\n<p>Freinet, C\u00e9lestin: Die moderne franz\u00f6sische Schule. Paderborn, 1979.<\/p>\n<p>Gansberg, F.: Produktive Arbeit. Beitr\u00e4ge zur neuen P\u00e4dagogik. Leipzig 1909.<\/p>\n<p>Holtstiege, Hildegard: Modell Montessori, Freiburg 1968.<\/p>\n<p>Kerschensteiner, G.: Berufsbildung und Berufsschule. Ausgew\u00e4hlte p\u00e4dagogische Schriften. Bd. I. Hrsg. Von Wehle, v. G.: Sch\u00f6ninghs Sammlung P\u00e4dagogischer Schriften. Quellen zur Geschichte der P\u00e4dagogik. Paderborn 1966.<\/p>\n<p>Key, Ellen: Das Jahrhundert des Kindes. Weinheim, Basel, 1992.<\/p>\n<p>Krimmins, C. W.; Belle Rennie: The Triumph of the Dalton-Plan. London, o. J.<\/p>\n<p>Montessori, M.: Selbstt\u00e4tige Erziehung im fr\u00fchen Kindesalter. Nach den Grunds\u00e4tzen der wissenschaftlichen P\u00e4dagogik methodisch dargelegt. Stuttgart 1913.<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Das Kind in der Familie, Stuttgart 1954, (Wien 1923).<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Das kreative Kind, Freiburg 1975.<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Die Selbsterziehung des Kindes, Berlin 1923.<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Kinder sind anders, Stuttgart 1967 (1952).<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Schule des Kindes, Freiburg 1976.<\/p>\n<p>Montessori, Maria: Spannungsfeld Kind \u2013 Gesellschaft \u2013 Welt, Freiburg 1979.<\/p>\n<p>Montessori, Maria: \u00dcber die Bildung des Menschen, Freiburg 1966.<\/p>\n<p>M\u00fcnch, W.: Zukunftsp\u00e4dagogik. Berichte und Kritiken, Betrachtungen und Vorschl\u00e4ge. Berlin (3) 1913.<\/p>\n<p>Oswald, Paul: Menschenbildung als Anliegen Montessoris (1968). In: Schulz-Benesch, G\u00fcnter: Die Gr\u00fcnde der Missverst\u00e4ndnisse der Montessori-P\u00e4dagogik in Deutschland, Montessori Darmstadt 1970.<\/p>\n<p>Parkhurst, Helen: Education on the Dalton-Plan. New York 1926, 4. Auflage<\/p>\n<p>Petersen, Peter: Der Jena-Plan einer freien allgemeinen Volksschule, (1927) 18.\/20. Auflage, Weinheim 1951.<\/p>\n<p>Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre des Unterrichts, (1937), 3. Auflage, Hannover 1951.<\/p>\n<p>Popp, Susanne: Der Dalton-Plan in Theorie und Praxis. Ein aktuelles reformp\u00e4dagogisches Modell zur F\u00f6rderung selbst\u00e4ndigen Lernens in der Sekundarstufe, Bad Heilbrunn 1995.<\/p>\n<p>R\u00f6hrs, H.: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. Weinheim (4) 1994.<\/p>\n<p>R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. 8. Auflage 1998, Deutscher Studien Verlag.<\/p>\n<p>Scharrelmann, H.: Erlebte P\u00e4dagogik. Gesammelte Aufs\u00e4tze und Unterrichtsproben. Hamburg\/Berlin 1912.<\/p>\n<p>Scheibe, W.: Die Reformp\u00e4dagogische Bewegung. Weinheim 1994. 10. Auflage.<\/p>\n<p>Skiera, Ehrenhard: Reformp\u00e4dagogik in Geschichte und Gegenwart. Eine kritische Einf\u00fchrung. M\u00fcnchen und Wien 2003.<\/p>\n<p>Vopel, Klaus, W.: Themenzentriertes Teamtraining Teil 1: Die Unternehmenskultur. Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd 1996 (2. Auflage)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unterrichtsentwicklung an den Grundschulen Die folgende Dokumentation der Unterrichtsentwicklung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-32","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unterrichtsentwicklung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}