{"id":38,"date":"2014-01-03T15:21:52","date_gmt":"2014-01-03T15:21:52","guid":{"rendered":"?p=38"},"modified":"2014-01-03T15:21:52","modified_gmt":"2014-01-03T15:21:52","slug":"die-freinet-paedagogik-als-fundament-des-schulischen-und-gesellschaftlichen-wandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=38","title":{"rendered":"Die Freinet-P\u00e4dagogik als Fundament des schulischen und gesellschaftlichen Wandels"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eDie T\u00e4tigkeit des Lehrers ist im idealen Fall gleich Null &#8230;\u201c <\/em>(Gaudig, Hugo: Die Schule im Dienste der werdenden Pers\u00f6nlichkeit. Erster Band. Leipzig 1922. S. 110)<\/p>\n<p>Nach dem \u201eHandbuch zur Montessori-Didaktik\u201c, dem ersten in \u00d6sterreich publizierten \u201eJenaplan-Buch\u201c \u201eDer Jenaplan heute\u201c, der \u201eEinf\u00fchrung in die Daltonplan-P\u00e4dagogik\u201c mit erstmals in deutscher Sprache publizierten Originaltexten Helen Parkhursts aus ihrem Buch \u201eEducation on the Daltonplan\u201c liegt nun der vierte Band einer Reihe \u00fcber reformp\u00e4dagogische Konzeptionen als Studientext vor: ein Buch \u00fcber die Aktualit\u00e4t der Freinet-P\u00e4dagogik, in dem nicht vers\u00e4umt wird, auch die Wurzeln einer p\u00e4dagogischen Bewegung aufzuzeigen und dem Leser eine M\u00f6glichkeit zu geben, diese p\u00e4dagogische Bewegung auch in einem radikalen Sinn zu studieren.<\/p>\n<p>Zitiert aus: Eichelberger, Harald (Hrsg.): Freinet-P\u00e4dagogik und die moderne Schule. Innsbruck 2003, Studienverlag.<\/p>\n<h1>Die Freinet-P\u00e4dagogik als Fundament des schulischen und gesellschaftlichen Wandels<\/h1>\n<h2 align=\"right\">Harald Eichelberger &amp; Christian Laner<\/h2>\n<p align=\"right\"><em>\u201eDie T\u00e4tigkeit des Lehrers ist im idealen Fall gleich Null &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn1\" title=\"\"><strong>[1]<\/strong><\/a><br \/> Hugo Gaudig<\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Nach dem \u201eHandbuch zur Montessori-Didaktik\u201c, dem ersten in \u00d6sterreich publizierten \u201eJenaplan-Buch\u201c \u201eDer Jenaplan heute\u201c, der \u201eEinf\u00fchrung in die Daltonplan-P\u00e4dagogik\u201c mit erstmals in deutscher Sprache publizierten Originaltexten Helen Parkhursts aus ihrem Buch \u201eEducation on the Daltonplan\u201c liegt nun der vierte Band einer Reihe \u00fcber reformp\u00e4dagogische Konzeptionen als Studientext vor: ein Buch \u00fcber die Aktualit\u00e4t der Freinet-P\u00e4dagogik, in dem nicht vers\u00e4umt wird, auch die Wurzeln einer p\u00e4dagogischen Bewegung aufzuzeigen und dem Leser eine M\u00f6glichkeit zu geben, diese p\u00e4dagogische Bewegung auch in einem radikalen Sinn zu studieren.<\/p>\n<p>Die Autoren dieses Bandes sehen die Reformp\u00e4dagogik als Fundament der gegenw\u00e4rtigen bildungspolitischen Entwicklung und im speziellen die Freinet-P\u00e4dagogik als wesentlichen Teil dieses Fundamentes zur Erneuerung und st\u00e4ndigen gesellschaftspolitisch notwendigen Entwicklung der Schule und des gesamten Schulsystems.<\/p>\n<p>Was gegenw\u00e4rtig real- und bildungspolitisch notwendig ist, ist das kritische Durchdenken und Sichten der an Erneuerungsideen reichen Reform-Bewegung hinsichtlich ihrer vielen auch gegenw\u00e4rtig noch tragf\u00e4higen und zukunftstr\u00e4chtigen p\u00e4dagogischen Konzeptionen. \u201eEine Auseinandersetzung mit den reformp\u00e4dagogischen Grundgedanken bedeutet stets eine substantielle Bereicherung, weil hier g\u00fcltige Antworten auf Fragen entwickelt wurden, die in ver\u00e4nderter zeitspezifischer Konfiguration noch unsere Fragen sind.<\/p>\n<p>Das Konzept der daltonisierten Schule, die Methoden der P\u00e4dagogen Decroly, Freinet, Montessori, Steiner, Petersen sind noch heute so aussagekr\u00e4ftig wie in den 20er Jahren, als sie entwickelt wurden. Genauer gesagt: sie geh\u00f6ren auch gegenw\u00e4rtig zu den wenigen g\u00fcltigen Modellen, die eine begr\u00fcndete und bew\u00e4hrte Antwort auf die Bildungsproblematik geben.<\/p>\n<p>Der entscheidende Grundgedanke der Reformp\u00e4dagogik, der ihre Ver\u00e4stelung in die verschiedensten p\u00e4dagogischen Bereiche zusammenh\u00e4lt, ist das Prinzip der Selbstt\u00e4tigkeit in der Erziehung. Es zeigt sich in der Individualisierung des Unterrichts ebenso wie in den Formen der Selbstbeurteilung oder Mitverwaltung. In einer erfindungsreichen Weiterentwicklung, Gestaltung und Umsetzung des reichen p\u00e4dagogischen Ideengutes der p\u00e4dagogischen Klassiker entstand ein neues Bild der Schule als Lebens- und Wirkungsraum des Kindes, in dem es sich wohlf\u00fchlt, weil es durch seine Mitwirkung ein begr\u00fcndetes Heimatrecht erwirkt.\u201c<a href=\"#_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Bei allen Gemeinsamkeiten, die in den p\u00e4dagogischen Ideen und Konzeptionen der Reformp\u00e4dagogik zu finden sind, finden wir auch Ausdifferenzierung und Orientierungen unterschiedlicher Art und unterschiedlicher Richtungen. Die Freinet-P\u00e4dagogik ist ein Beispiel f\u00fcr die spezielle Ausrichtung einer p\u00e4dagogischen Konzeption innerhalb einer p\u00e4dagogischen Bewegung (der Reformp\u00e4dagogik \u2013 Anm. der Autoren) bei gleichzeitiger Betonung der gleichen Grundorientierung.<\/p>\n<p>\u201eDie Reformp\u00e4dagogik ist eine ungew\u00f6hnlich komplexe Bewegung &#8230; Sie hat so unterschiedliche Sprecher hervorgebracht wie Cecil Reddie, Hermann Lietz, Bertholt Otto, Maria Montessori, Paul Oestreich, Adolf Reichwein, C\u00e9lestin Freinet u. a. Sicherlich waren sie alle keine p\u00e4dagogischen Revolution\u00e4re, die die Abschaffung der Klassengesellschaft als Grundvoraussetzung f\u00fcr die Menschenbildung betrachteten, wie es von Seiten der marxistischen P\u00e4dagogik gefordert wird; sie waren in erster Linie P\u00e4dagogen und suchten die Reform mit p\u00e4dagogischen Mitteln in p\u00e4dagogischer Begr\u00fcndung einzuleiten.\u201c<\/p>\n<p style=\"left: 20px; top: 20px; width: 100px; height: 100px; position: absolute;\">\u00a0<\/p>\n<p>C\u00e9lestin Freinet ist aus heutiger Sicht ein klassischer Vertreter der Reformp\u00e4dagogik. Der von ihm geschaffenen p\u00e4dagogischen Bewegung ist innerhalb aller anderen reformp\u00e4dagogischen Konzeptionen auch eine spezielle Perspektive eigen. C\u00e9lestin Freinet ist der expressis verbis politischste aller Reformp\u00e4dagogen: In der Freinet-Schule wird demokratisches Handeln gelernt, werden Regeln gelernt, nach denen ich selbst verantwortlich im Leben politisch agieren kann. Politisch Handeln und politisch Denken zu lernen ist Vorbereitung auf das Leben, ist Erreichen von Selbstst\u00e4ndigkeit durch Selbstt\u00e4tigkeit unter dem Primat des p\u00e4dagogischen Denkens.<\/p>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">Die Freinet-P\u00e4dagogik war und ist nicht auf die schulische Arbeit alleine beschr\u00e4nkt. Sie war und ist eine P\u00e4dagogik mit dem Anspruch der Ver\u00e4nderung der Gesellschaft. Nicht nur die Gestaltung der Schule ist die Aufgabe der Lehrer, Eltern und Kinder. Gerade mit der Aufgabe der Schulgestaltung und Schulentwicklung wollte C\u00e9lestin Freinet in seinen Kindern das Bewusstsein schaffen, dass auch die Gesellschaft nach den Bed\u00fcrfnissen des Kindes bzw. der Betroffenen ver\u00e4nderbar ist. Er hat den Kindern das Wort gegeben, damit sie lernen, sich zu artikulieren, damit sie lernen k\u00f6nnen, in einer Demokratie zu leben \u2013 verantwortlich f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr andere Menschen und doch selbstbestimmend innerhalb eines demokratisch strukturierten sozialen Gef\u00fcges zu sein. Wo sonst sollen Kinder Demokratie lernen, wenn nicht in der Schule? Und wir d\u00fcrfen und m\u00fcssen nicht nur den Kindern das Wort zur Gestaltung und Entwicklung ihrer Schule geben, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern. Demokratie bedeutet Mitbestimmung und daher auch Mitbestimmung an einem lebendigen Gestaltung und Umgestaltungsprozess der Gesellschaft und eines wesentlichen Teils derselben: der Schule.<\/p>\n<p>\u201eC\u00e9lestin Freinet ist bestrebt, f\u00fcr diesen Umwandlungsprozess den p\u00e4dagogischen Rahmen in der Schule zu entfalten, der bei ihm als Schulkollektiv eine p\u00e4dagogische Synthese zwischen dem Schulstaat und der Schulform bildet. Die Druckerpresse als das schulpraktische Zentrum bietet M\u00f6glichkeiten sowohl hinsichtlich der selbstt\u00e4tigen Aufgabenl\u00f6sung \u2013 sei es als individuelle Leistung oder als kooperative Bew\u00e4hrung in der Gruppe. Der Austausch der Arbeitsergebnisse mit Patenschulen in anderen Regionen und L\u00e4ndern gew\u00e4hrt zugleich die M\u00f6glichkeiten des internationalen Gedanken- und Erfahrungsaustauschs als Vorstufe zur internationalen Verst\u00e4ndigung.\u201c<a href=\"#_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Das Studium der Freinet-P\u00e4dagogik wie auch anderer reformp\u00e4dagogischer Modelle sollte es uns erm\u00f6glichen, dem p\u00e4dagogischen Ziel eines auf <em>Selbst\u00e4ndigkeit<\/em> und <em>Selbstbestimmung<\/em> basierenden Bildungsprozesses in den \u00f6sterreichischen Schulen n\u00e4her zu kommen, ohne die Notwendigkeit einer didaktisch-methodischen Grundlage f\u00fcr schulisches Lernen und den gesellschaftlichen Rahmen der Schule in \u00d6sterreich aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>\u00a0\u201eDie Repr\u00e4sentanten der Reformp\u00e4dagogik sind Gestalten eigener Dignit\u00e4t. Ihre Theorie ist fest mit den relevanten praktischen Wirklichkeitsbereichen verwoben, so dass das eine stets mit den anderen mitbedacht sein will. Die Reformp\u00e4dagogik stellt insgesamt gleichsam ein System der p\u00e4dagogischen Schl\u00fcsselbegriffe dar, die, unter Nutzung der Grundeinsichten der p\u00e4dagogischen Klassiker, die Bereiche der Erziehungswirklichkeit so erschlie\u00dfen und gestaltbar machen, dass ein nie abrei\u00dfender Dialog zwischen Theorie und Praxis entsteht.\u201c<a href=\"#_ftn4\" title=\"\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Mit all den zu diskutierenden Konzepten sind p\u00e4dagogische Prinzipien wie <em>Selbst\u00e4ndigkeit<\/em>, <em>Selbstbildung<\/em>, <em>Eigenverantwortung<\/em>, <em>Selbstt\u00e4tigkeit<\/em>, <em>eigen\u00adst\u00e4ndiges <\/em>und<em> autonomes Lernen<\/em>, <em>entdeckendes Lernen<\/em>, <em>Bildung der Imaginationsf\u00e4higkeit <\/em>sowie <em>soziales Lernen <\/em>und<em> Integration <\/em>verbunden. Zentrales Anliegen ist es, dem heranwachsenden Menschen in seiner Entwicklung zur eigenst\u00e4ndigen Pers\u00f6nlichkeit und zur Entfaltung seiner Individualit\u00e4t zu helfen.<\/p>\n<p>Montessori-P\u00e4dagogik, Freinet-P\u00e4dagogik, der Jenaplan nach Peter Petersen, der Daltonplan nach Helen Parkhurst oder der Epochenunterricht der Waldorfschulen bieten klare methodisch-didaktische Konzepte und sind dabei doch flexibel: Je nach dem entwickelten Schulprofil bieten sie die Grundlage f\u00fcr die p\u00e4dagogische Arbeit an der Schule oder sie bilden die Basis f\u00fcr die Entwicklung eines adaptierten oder neu erstellten Erziehungs- und Unterrichtskonzeptes. In beiden F\u00e4llen setzt die Integration eines dieser Modelle ein vorangehendes intensives Studium desselben voraus und erfordert die permanente Reflexion, ob die Intentionen der Schule auch eine Verwirklichung durch das gew\u00e4hlte p\u00e4dagogische Modell erfahren k\u00f6nnen, ob also der gew\u00e4hlte Weg auch zum Ziel f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eIn Freinets Schulmodell sind die Gedanken der Reformbewegung eingegangen, wie: die Kritik an der einseitig intellektuellen Schule, der Gedanke einer dem Wachstum der kindlichen Kr\u00e4fte entsprechenden Schule, die Forderung der Selbstt\u00e4tigkeit des Kindes im Unterricht und Schulleben, die besondere Beachtung der Handarbeit, die engere Verbindung von Schule und Leben. Der Zentralbegriff seiner Bestrebungen wurde die Arbeit, die \u201adie Schule von morgen\u2019 bestimmt. In \u201aL\u2019\u00e9ducation du Travail\u2019 erl\u00e4utert er sie: \u201aVon Arbeit sprechen wir immer dann, wenn das T\u00e4tigsein \u2013 ob physisch oder geistig \u2013 den nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnissen des Individuums entspricht und durch diese Tatsache allein schon eine gewisse Befriedigung verschafft. Im gegenteiligen Fall sprechen wir von Aufgabe und Pflicht, die man nur erf\u00fcllt, weil man dazu gezwungen wird.\u2019 Daraus folgert die p\u00e4dagogische Aufgabe, nicht anders gesehen als in der deutschen Arbeitsschule: \u201aWir bereiten ein erzieherisches Milieu, ein Arbeitsmaterial, entsprechende Arbeitstechniken und eine Organisation der gesamten Arbeit vor, die es den Kindern erlauben, sich so weit als m\u00f6glich selbst zu verwirklichen, wenn der Lehrer ihnen dabei hilft oder sie wenigstens bei ihren tastenden Versuchen und ihrem Forschen nicht hindert.\u2019\u201c<a href=\"#_ftn5\" title=\"\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Die Freinet-P\u00e4dagogik ist eine lebendige P\u00e4dagogik im Sinne einer Bewegung, im Sinne einer p\u00e4dagogischen Lebensf\u00fchrung, die ihre Aktualit\u00e4t gegenw\u00e4rtig dadurch beweist, dass sie als P\u00e4dagogik der Publikation und als P\u00e4dagogik der Dokumentation den p\u00e4dagogischen Rahmen bietet, um die Informations- und Kommunikationstechnologien in der Schule p\u00e4dagogisch sinnvoll nutzen zu k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn6\" title=\"\">[6]<\/a> Insofern kann Hansen-Schaberg zitiert werden, dass gemessen an systematischen akademisch-p\u00e4dagogischen Konzeptionen mit der Freinet-P\u00e4dagogik kein origin\u00e4res Werk entstanden ist: \u201eDas p\u00e4dagogische Vokabular ist aus anderen Kontexten entliehen worden, ein theoretischen Konzept existiert nicht, und Grundbegriffe sind nicht vorhanden.\u201c<a href=\"#_ftn7\" title=\"\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Vorliegend sind die illustrativ geschriebenen Texte C\u00e9lestin Freinets und Elise Freinets, vorbildlich ist im Einklang mit seinen p\u00e4dagogischen Ideen stehende Biografie dieses gro\u00dfen P\u00e4dagogen, hervorzuheben ist die Effektivit\u00e4t der weltweiten Verbreitung der Freinet-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>\u00a0\u201eDie gr\u00f6\u00dfere Wirksamkeit hat das Schulkonzept Freinets erwiesen, das den aktivit\u00e4tsp\u00e4dagogischen Ansatz dadurch instrumentalisiert, dass es die Druckerpresse zum Mittelpunkt der Schularbeit macht. Durch die M\u00f6glichkeit des Druckens (l\u2019imprimerie \u00e1 l\u2019\u00e9cole) wird ein ganzheitlicher Bezug gestiftet, der das Lernen mit dem praktischen Tun verbindet \u2013 eingebettet in eine F\u00fclle sozialer und kommunikativer Prozesse. Durch den Austausch der auf diese Weise entstehenden Dokumente mit anderen Schulen \u2013 auch des Auslands \u2013 entsteht ein lebendiger Erfahrungsaustausch als Resultat eigener Initiativen.\u201c<a href=\"#_ftn8\" title=\"\">[8]<\/a> Trotz ihrer eindeutigen Ausrichtung kann die Freinet-P\u00e4dagogik immer nur im Kontext der Bewegung der Reformp\u00e4dagogik gesehen werden. Eine Auseinandersetzung mit den prim\u00e4ren Repr\u00e4sentanten der Reformp\u00e4dagogik \u2013 \u201eReddie, Lietz, Ferri\u00e8re, Geheeb, Montessori, Otto, Gaudig, Reichwein, Freinet \u2013 bedeutet, ins Zentrum der p\u00e4dagogischen Fragestellung vorzudringen und L\u00f6sungsans\u00e4tze zu erfahren, die \u00fcber ihre Zeitbedingtheit hinaus einen g\u00fcltigen Antwortkern in sich tragen. Im Rahmen der Reformp\u00e4dagogik ist ein echtes p\u00e4dagogisches Engagement sp\u00fcrbar, ein Einsatz des ganzen Menschen f\u00fcr die Erziehung des Heranwachsenden, &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn9\" title=\"\">[9]<\/a><\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gaudig, Hugo: Die Schule im Dienste der werdenden Pers\u00f6nlichkeit. Erster Band. Leipzig 1922. S. 110.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: Die Reformp\u00e4dagogik. Ursprung und Verlauf unter internationalem Aspekt. <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weinheim 1994, S. 332.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: a. a. O., S. 325.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: a. a. O., S. 335.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Scheibe, Wolfgang: Die reformp\u00e4dagogische Bewegung 1900-1932. Eine Einf\u00fchrende Darstellung. <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10. Aufl. Weinheim 1994. S. 201f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Siehe dazu vor allem die beiden Artikel von J. Bronkhorst und Christian Laner in diesem Buch!<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hansen-Schaberg, Inge\/Schonig, Bruno: Freinet-P\u00e4dagogik. Reformp\u00e4dagogische Schulkonzepte. <br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hohengehren 2002, S. 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: a.a.O., S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann: a. a. O., S. 302.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie T\u00e4tigkeit des Lehrers ist im idealen Fall gleich Null [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-38","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freinet-paedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}