{"id":48,"date":"2014-01-08T14:18:25","date_gmt":"2014-01-08T14:18:25","guid":{"rendered":"?p=48"},"modified":"2014-01-08T14:18:25","modified_gmt":"2014-01-08T14:18:25","slug":"was-wir-von-pisa-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=48","title":{"rendered":"Was wir von PISA lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Nicht das \u201eProject of International Student Assessment\u201c wird in diesem Kapitel zur Diskussion stehen, sondern ausschlie\u00dflich der Aspekt, was aus den PISA-Studien an Bildungsperspektiven f\u00fcr einen Staat und dessen Bildungspolitik ableitbar und als Konsequenz diskutierbar ist. Positiv gefragt: Was k\u00f6nnen wir von PISA lernen?<\/p>\n<p align=\"right\">Harald Eichelberger<\/p>\n<h1>Was wir von PISA lernen k\u00f6nnen<\/h1>\n<p>Nicht das \u201eProject of International Student Assessment\u201c wird in diesem Kapitel zur Diskussion stehen, sondern ausschlie\u00dflich der Aspekt, was aus den PISA-Studien an Bildungsperspektiven f\u00fcr einen Staat und dessen Bildungspolitik ableitbar und als Konsequenz diskutierbar ist. Positiv gefragt: Was k\u00f6nnen wir von PISA lernen?<\/p>\n<p>Dazu Andreas Schleicher, der internationale Bildungskoordinator der OECD in Paris:<\/p>\n<p>\u201eEines kann man mit Sicherheit sagen, dass die Bedeutung von Bildung, wir sagen dazu Humankapital, heute die gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung erreicht wie andere Produktionsfaktoren, z.B. Kapitalinvestition oder Arbeitsmarktbeteiligung.\u201c (Schleicher, Andreas: Das Humankapital. In: Kahl, Reinhard: Treibh\u00e4user der Zukunft; Archiv der Zukunft 2004; S. 95)<\/p>\n<p>Eine Fragestellung der PISA-Studie untersucht den Zusammenhang von Bildungsma\u00dfnahmen und Produktionswachstum eines Staates. Wir m\u00f6chten betonen, dass dieser Zusammenhang nur ein Teilaspekt an der Bildungsdiskussion sein kann; es ist aber ein wichtiger Aspekt. Als Frage formuliert: Wie hoch ist der auf Bildung basierende Anteil am Produktionswachstum eines Staates? Oder anderes gefragt: Hat die Bildung unserer Jugend einen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum? Wie Andreas Schleicher deutlich ausf\u00fchrt, h\u00e4ngt von der positiven Korrelation zwischen Bildungsma\u00dfnahmen und Produktionswachstum die Zukunftsf\u00e4higkeit eines Staates langfristig ab. Erfolgreiche Staaten, wie Korea oder Finnland k\u00f6nnen ihr Produktionswachstum auf den Ausbau des Bildungssystems zur\u00fcckf\u00fchren. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Produktionswachstum eines Staates und dessen Anteil an hoch- und h\u00f6chstqualifizierten Personen. In den zitierten Staaten wurde vor allem das Hochschul- und Universit\u00e4tssystem qualitativ und quantitativ ausgebaut \u2026 mehr als 60% eines Jahrgangs studieren.<\/p>\n<p>Die Bildungsoffensiven dieser Staaten haben sich nicht nur auf die Hochschulbildung bezogen. Zwei wesentliche Kriterien d\u00fcrfen bei der Reform eines Bildungssystems nicht au\u00dfer Acht gelassen werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der Einstieg des Individuums in das Bildungssystem und<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 der soziale Ausgleich, den die Institutionen in einem Bildungssystem zu gew\u00e4hrleisten haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der gesellschaftliche Fortschritt h\u00e4ngt mit der fr\u00fchkindlichen Bildung als Basis f\u00fcr den sp\u00e4teren Bildungserfolg und mit dem sozialen Zusammenhalt in einer Gesellschaft zusammen, in der gew\u00e4hrleistet wird, dass niemand von Bildung und damit auch von pers\u00f6nlichem und gesellschaftlichem Erfolg ausgeschlossen wird.<\/p>\n<p>\u201eAuf den Anfang kommt es an\u201c, sagen die in den PISA-Studien erfolgreichen Staaten in investieren in die fr\u00fchkindliche Bildung. In den Vorschulen arbeiten die besten Lehrerinnen und Lehrer, und hier wird die Grundlage gelegt f\u00fcr eine lebenslange Bildungsbereitschaft der Menschen.<\/p>\n<p>Den Einstieg in eine Bildungsinstitution bestimmt nicht die Frage nach der Schulreife, sondern die Frage, wie Kinder zu Beginn ihres Lebens unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen sinnvoll zu lernen, ihren Entwicklungsweg zu gehen, ihre Pers\u00f6nlichkeit zu finden und ihre St\u00e4rken auszubauen. Schon beim Eintritt in eine Bildungsinstitution m\u00fcssen Kinder von ihrer Pers\u00f6nlichkeit her angenommen, von ihren Potentialen her betrachtet und mit den ihnen geb\u00fchrenden Respekt behandelt werden.<\/p>\n<p>Die in den PISA-Studien erfolgreichen OECD-Staaten haben Bildung als entscheidende dynamische Einflussgr\u00f6\u00dfe erkannt, auf die die Politik eines Landes direkt Einfluss nehmen kann. Bildung wird von diesen Staaten \u2013 auch im Bewusstsein der Einwohner, nicht nur der Politiker \u2013 als Investition in die Zukunft angesehen, als Investition in die Wirtschaft eines Staates und in dessen demokratische Kultur.<\/p>\n<p>\u201eHeute kommt es darauf an, wie gut wir miteinander lernen und miteinander arbeiten k\u00f6nnen. Die interpersonellen Kompetenzen gehen viel weiter als die einfache Kommunikation. Es reicht heute nicht mehr, die Leute mit Lernen zu f\u00fcttern, wenn sie dann nicht motiviert sind. Die Frage ist, wie k\u00f6nnen wir Menschen mit der Motivation und der F\u00e4higkeit ausstatten, sich selber ihren eigenen Lern- und Lebensweg zu gestalten, also autonom zu handeln. Das zeichnet die Wissensgesellschaft aus. Das wird \u00fcber die Zukunftsf\u00e4higkeit entscheiden \u2026\u201c (Schleicher, Andreas: Das Humankapital. a.a.O., S. 95)<\/p>\n<p>War fr\u00fcher die Reproduktion von Wissen wichtig, sind f\u00fcr den Erfolg moderner Gesellschaften die Kompetenzen entscheidend, die auf den F\u00e4higkeiten des Individuums zur Selbstbildung aufbauen, die es bef\u00e4higen, neues Wissen selbst zu schaffen und sich anzueignen, dieses anzuwenden und zu integrieren, gefragt sind Probleml\u00f6sekompetenzen und vor allem Kooperation und Teamf\u00e4higkeit. Die Bildungsforschung propagiert den autonom und verantwortungsbewusst handelnden Menschen, der seinen eigenen Bildungsweg ein Leben lang gestalten kann.<\/p>\n<p>Im Zentrum moderner Bildungsplanung steht der Ausbau eines integrativen Bildungssystems, das die offene Gestaltung autonomer Bildungswege zul\u00e4sst und jede Fragmentierung vermeidet. In den Bildungssystemen der in den PISA-Studien erfolgreichen Staaten gibt es daher keine schwerwiegenden Entscheidungen \u00fcber den Bildungsweg des einzelnen in unn\u00f6tig fr\u00fchen Lebensphasen und die Schulen sind so lange wie m\u00f6glich \u2013 den Bildungsweg des Individuums betreffend \u2013 hoch differenzierende Gesamtschulen, in den die Schl\u00fcsselkompetenzen erlernt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDas ist \u00fcbrigens auch der Grund, warum es in den besten PISA-L\u00e4ndern selektionsfreie Gesamtschulen gibt, weil Bildung als B\u00fcrgerrecht verstanden wird, als Vorbereitung der B\u00fcrger auf die Demokratie.\u201c (Partizipation) (Oelkers, J\u00fcrgen: Bildung ist Wechselwirkung. a.a.O., S. 91)<\/p>\n<p>Integrative, selektionsfreie Gesamtschulen, die nach M\u00f6glichkeit auch Ganztagsschulen sind, werden in den erfolgreichen PISA-Staaten auch daran gemessen, inwieweit sie in eines integrativen Bildungssystem in der Lage sind, den Einfluss von Hintergrundfaktoren auf die Bildungsleistung des Individuums zu minimieren und hohe Chancen auf Bildungserfolg bereit zu stellen. Dazu Hartmut von Hentig: (Zusammenhang Bildung und soziale Herkunft)<\/p>\n<p>\u201eIch habe immer gefunden, dass die Ganztagsschule eine riesige Ver\u00e4nderung, vielleicht der durchgreifendste Reformimpuls w\u00e4re, den wir haben k\u00f6nnten. \u2026 Es geht darum, dass sich das Leben und das Lernen gegenseitig anregen und fordern.\u201c (Hentig, Hartmut von: Die Ganztagsschule: Leben und Lernen; a.a.O., S. 76)<\/p>\n<p>Staaten, denen es gelungen ist, den Einfluss von Hintergrundfaktoren zu minimieren und die eine gute Gesamtleistung in den PISA-Studien und eine ausgewogene Verteilung von Bildungschancen in ihrem Bildungssystem ausweisen, haben massiv in die vorschulische Bildung und gleichzeitig in den universit\u00e4ren Bildungssektor investiert. Die meisten dieser Staaten verf\u00fcgen \u00fcber ein Gesamtschulsystem mit guter innerer Differenzierung im didaktischen und methodischen Bereich.<\/p>\n<p>Die Position \u00d6sterreichs weist hingegen nur eine durchschnittliche Gesamtleistung bei ebenso durchschnittlichen Bildungschancen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus. Wie kann die Position \u00d6sterreichs verbessert werden, die Schulleistungen gehoben und die Hintergrundfaktoren auf die Bildungschancen minimiert werden? Ein Blick auf die erfolgreichen Staaten ist hier hilfreich.<\/p>\n<p>Unter den erfolgreichen Staaten findet sich kein stark selektierendes System, sondern die Bildungsinstitutionen werden in ihrer Arbeit von der Frage getragen, wie sie den so unterschiedlichen Sch\u00fclern gemeinsam gerecht werden k\u00f6nnen? Wer als P\u00e4dagogin, als P\u00e4dagoge mit seinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gute Schulleistungen erreichen will, muss mit gro\u00dfen individuellen Unterschieden leben, aber nicht mit gro\u00dfen Unterschieden in den Schulleistungen: wir lernen voneinander und miteinander in einer individualisierenden Gesamtschule!<\/p>\n<p>\u201eDie Selektivit\u00e4t des Schulsystems ist ein Indikator f\u00fcr Misstrauen. Die mangelnden Freir\u00e4ume f\u00fcr Schulen sind ein anderes Zeichen f\u00fcr Misstrauen.\u201c (Schleicher, Andreas: Das Humankapital. a.a.O., S. 96) Erfolgreiche Schulsysteme hingegen vermitteln eine Atmosph\u00e4re des Vertrauens und Respekts sowohl f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wie auch f\u00fcr die einzelnen Bildungsinstitutionen.<\/p>\n<p>In fragmentierten Systemen wird der Erwartungshorizont des Individuums bestimmt durch die Schulform, die die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besuchen. Hier erreichen viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht ihr Leistungspotential. In diesen Systemen wird Humankapital systematisch vernichtet. Fragmentierte Systeme helfen weder dem Individuum noch der Gesellschaft. F\u00fcr die Entwicklung eines erfolgreichen Bildungssystems sind daher die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Abbau institutioneller Barrieren f\u00fcr die einzelnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und der individuelle Gestaltungsspielraum der einzelnen Institution von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen in den PISA-erfolgreichen L\u00e4ndern auch noch einen weiteren Paradigmenwechsel beobachten: In erfolgreichen L\u00e4ndern wird das System der Bildungsabschl\u00fcsse durch eines der Anschl\u00fcsse an weitere Bildungsstufen und weitere Qualifikationen ersetzt. Wer z.B. seinen \/ ihren Krankenpfleger \/in gut beendet hat, kann mit dem Medizinstudium fortsetzen.<\/p>\n<p>Zwischen Bildungserfolg, Freiheit zur Gestaltung und Verantwortung f\u00fcr konkrete Bildungsarbeit besteht ein enger Zusammenhang, wie Andreas Schleicher unschwer nachgewiesen hat. Entscheidend ist dabei die Frage, wie gro\u00df die Entscheidungsspielr\u00e4ume der einzelnen Institutionen sind bzw. wie zentralistisch diese eingeschr\u00e4nkt werden. Erfolgreiche PISA-Staaten geben ihren Schulen mehr Entscheidungsspielr\u00e4ume und auch mehr Verantwortung. Es liegt in der Verantwortung der Schule gute Resultate zu bringen.<\/p>\n<p>Fast alle erfolgreichen Staaten haben die Verantwortung f\u00fcr den Bildungserfolg ihrer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler den einzelnen Bildungsinstitutionen \u00fcbergeben: Erfolgreiche Bildungsinstitutionen verf\u00fcgen autonom \u00fcber ihr eigenes Budget, realisieren ihr eigenes Bildungskonzept, sind eine p\u00e4dagogische Einheit, stellen ihre Lehrerinnen und Lehrer selbst an und entscheiden ebenso \u00fcber die Schuleinrichtungen.<\/p>\n<p>Erfolgreiche Bildungssysteme sind bereit, mehr und mehr Gestaltungsspielr\u00e4ume an die Institutionen weiter zu geben, institutionelle Barrieren abzubauen und die einzelne Bildungsinstitution als lernende Organisation zu unterst\u00fctzen. Dazu m\u00fcssen Schulen auch transparenter werden, es muss klar sein, worauf der Erfolg einer Schule aufbaut, wie ich diesen Erfolg auch systemisch verankern kann und wie ich das System dieser Schule verbessern kann, indem ich von anderen Institutionen lerne.<\/p>\n<p>Die meisten erfolgreichen Staaten haben die Schulinspektion abgeschafft und ein Evaluationssysteme zur Verf\u00fcgung gestellt, die der einzelnen Bildungsinstitution hilft, besser und effektiver zu werden, Defizite ab- und St\u00e4rken auszubauen und selbst ein Beispiel f\u00fcr eine gelungene Bildungsinstitution zu werden, in der die Lehrerinnen und Lehrer gest\u00e4rkt werden, mit ihrer pers\u00f6nlichen Situation umzugehen, Evaluationssysteme, die auch strategische Perspektiven verdeutlichen und \u00fcber Bildungsformen und Bildungsstrategien informieren und helfen diese zu umzusetzen.<\/p>\n<p>Die Gestaltung des Bildungsweges einzelner Sch\u00fcler kann autonom und individuell in einem weit h\u00f6heren Ma\u00dfe von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler selbst bestimmt werden. In Systemen, die Gesamtschulen bereitstellen, besteht eine wesentlich h\u00f6here vertikale und horizontale Durchl\u00e4ssigkeit sowie die M\u00f6glichkeit einer Individualisierung des Bildungsweges.<\/p>\n<p>Einer der bedeutendsten Einflussfaktoren auf die Qualit\u00e4t eines Bildungssystems ist langfristig gesehen die Qualit\u00e4t der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. In den erfolgreichen L\u00e4ndern ist die Lehrerinnen- und Lehrerbildung universit\u00e4r, orientiert an den Begabungen und Kompetenzen der Studierenden, einem transparenten Modell von Lehrerbildung folgend und f\u00fcr alle Lehrerinnen und Lehrer gleichwertig. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass die Qualifikation zur Kinderg\u00e4rtnerin der Qualifikation zur Lehrerin f\u00fcr Sekundar-II gleichwertig sein muss. Wer aber Lehrerin zw. Lehrer werden m\u00f6chte, wird aus vielen Bewerberinnen und Bewerbern ausgesucht und die Nachfrage ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Eine wichtige Prognose der PISA-Studien formuliert Andreas Schleicher in der Bedingung, dass der rapide gesellschaftliche Wandel nur zu schaffen ist, wenn die Schulen Gestaltungsspielr\u00e4ume, Freiheit und Autonomie wie auch Verantwortung bekommen, das Bildungssystem zu einem System der verantwortungsvoll handelnden wird. (Vgl. Schleicher, Andreas: Das Humankapital. a.a.O., S. 95) Ein Wandel, der unsere Lernanforderungen herausfordern wird, betrifft uns schon weit mehr als wir ahnen: Bildungsinstitutionen werden sich intensiv des eLearnings annehmen m\u00fcssen und vielleicht zum open-learning-center werden.<\/p>\n<h1>Schl\u00fcsselkompetenzen<\/h1>\n<p>Nach den Ergebnissen der PISA-Studie wird eindeutig der Erwerb folgender Basiskompetenzen als didaktische Orientierung der Schulpolitik empfohlen:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr sich selbst verantwortlich sein k\u00f6nnen;<\/li>\n<li>Initiativkraft entwickeln;<\/li>\n<li>Flexibilit\u00e4t und Probleml\u00f6sungsverhalten;<\/li>\n<li>Teamf\u00e4higkeit;<\/li>\n<li>Leistungsmut;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Erwerb dieser Schl\u00fcsselqualifikationen ist \u2013 unserer Auffassung von kindgem\u00e4\u00dfer P\u00e4dagogik entsprechend \u2013 Voraussetzung und gleichzeitig Mittel zur Selbstbildung und zur g\u00fcltigen Allgemeinbildung, deren Inhalte ma\u00dfgeblich und selbst verantwortlich vom Lernenden selbst mitbestimmt werden. Diese Schl\u00fcsselkompetenzen sind die Grundlage, die Lernen \u2013 auch in der Schule \u2013 zu einem nachhaltigen Erleben und zu einer lebensbestimmenden und lebensbedeutenden F\u00e4higkeit werden lassen.<\/p>\n<p>Der p\u00e4dagogische Fortschritt im schulischen Lernen muss in der konsequenten didaktischen und methodischen Reform der Schulen bestehen, dass der Erwerb dieser Basiskompetenzen Grundlage des zur Bildung ein Leben lang bereiten Menschen ist und dass der gebildete Mensch der zum Selbstwirksamkeitskonzept f\u00e4hige Mensch ist. Dieses Selbstwirksamkeitskonzept ist verbunden mit der F\u00e4higkeit des Menschen sich in die Welt hineinwagen, mit Neugierverhalten, mit Forschen und mit Entdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was Kinder brauchen ist die Entwicklung des Neugierverhaltens. Kinder brauchen Herausforderung und damit Wachstumsimpulse, indem sie Probleme als solche erkennen und nach Probleml\u00f6sungen suchen k\u00f6nnen; das schlie\u00dft auch den Umgang mit dem Scheitern mit ein.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend dazu kann noch vermerkt werden, dass ein wesentliches Merkmal der meisten Schulen, die \u201ePISA-erfolgreichen\u201c L\u00e4ndern kommen, die Entwicklung und F\u00f6rderung der Eigenaktivit\u00e4t und Selbstt\u00e4tigkeit der Kinder zur Ausbildung des Leistungsmutes, eines Selbstverwirklichungskonzeptes wie auch eines Selbstwirksamkeitskonzeptes der Kinder ist.<\/p>\n<p>All diese Kompetenzen werden zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr, also in der Pflichtschulzeit erworben. Der Erwerb dieser Basiskompetenzen ist Voraussetzung und gleichzeitig Mittel zur Selbstbildung und zur g\u00fcltigen Allgemeinbildung, deren Inhalte ma\u00dfgeblich und selbst verantwortlich vom Lernenden mitbestimmt werden. Das ist der Weg, die Methode, die Lernen zu einem nachhaltigen Erleben und zu einer lebensbestimmenden und lebensbedeutenden F\u00e4higkeit werden lassen. Der Versuch, Bildung zu vermitteln ohne den Erwerb dieser Basiskompetenzen zu erm\u00f6glichen, ist lediglich Anh\u00e4ufung von mehr oder weniger totem Wissen. Der p\u00e4dagogische Fortschritt im schulischen Lernen muss in der konsequenten didaktischen und methodischen Reform der Schulen bestehen, so dass der Erwerb der Basiskompetenzen unbedingte Grundlage des zur Bildung f\u00e4higen Menschen ist.<\/p>\n<p>Die Aneignung von Bildung muss aber verbunden sein \u2013 und das ist wichtiger als die Bildungsinhalte selbst, mit der F\u00e4higkeit des Menschen sich in die Welt hineinwagen, mit Neugierverhalten, mit Forschen und mit entdeckendem Lernen. Was Kinder brauchen, ist Hilfe zur Entwicklung all ihrer potenziellen Begabung. Mit Druck und Zwang bekomme ich viel Wissen in die K\u00f6pfe der Kinder, aber kaum w\u00fcnschenswerte pers\u00f6nliche Entwicklung und kreative und ein Leben lang lernfreudige und moralisch verantwortliche Menschen.<\/p>\n<p>Diesem Ansatz folgend sollen<\/p>\n<ul>\n<li>Sollen Sch\u00fclerInnen die M\u00f6glichkeit haben und auch in der Lage sein, inhaltliche Schwerpunktsetzungen zur eigenen Profilierung (Portfolio) vorzunehmen;<\/li>\n<li>sollen Sch\u00fclerInnen zu \u201eaktiven Wissenskonstrukteuren\u201c werden und damit die Voraussetzungen f\u00fcr den erfolgreichen Umgang mit Wandel in allen Lebensbereichen und f\u00fcr Lebenslanges Lernen erwerben;<\/li>\n<li>sollen Sch\u00fclerInnen lernen, mit dieser Komplexit\u00e4t umzugehen;<\/li>\n<li>sollen Sch\u00fclerInnen lernen, selbstverantwortlich und selbstreflexiv zu handeln, ihre Kompetenzen einsch\u00e4tzen (Selbstkonzept) und diese bzw. sich selbst entsprechend pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen;<\/li>\n<li>sollen Sch\u00fclerInnen lernen, im Team zu arbeiten sowie soziale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen (dies inkludiert auch die F\u00e4higkeit zur Perspektiven\u00fcbernahme) und<\/li>\n<li>Fachkenntnisse und Kompetenzen erwerben, die f\u00fcr die demokratische Entwicklung des Gemeinwesens und f\u00fcr das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft und Staatengemeinschaft von Bedeutung sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht das \u201eProject of International Student Assessment\u201c wird in diesem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-48","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unterrichtsentwicklung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}