{"id":51,"date":"2014-01-09T19:22:26","date_gmt":"2014-01-09T19:22:26","guid":{"rendered":"?p=51"},"modified":"2014-01-09T19:22:26","modified_gmt":"2014-01-09T19:22:26","slug":"ueber-die-kosmische-erziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=51","title":{"rendered":"\u00dcber die Kosmische Erziehung"},"content":{"rendered":"<p>Mario Montessori schreibt, dass ihre Entwicklung der <strong>Kosmischen<\/strong> <strong>Erziehung <\/strong>aus dieser ungew\u00f6hnlichen F\u00e4higkeit erwuchs, Gegenwart und Vergangenheit durch imaginatives Denken zu verkn\u00fcpfen. Wie sie selbst darlegte, (ist) die imaginative Sicht von der blo\u00dfen Wahrnehmung eines Gegenstandes g\u00e4nzlich verschieden, denn sie hat keine Grenzen. Die Imagination kann nicht nur unendlich R\u00e4ume durchmessen, sondern auch unendliche Zeitspannen; wir k\u00f6nnen die Epochen nach r\u00fcckw\u00e4rts verfolgen und eine Vision der Erde haben, wie sie damals war, mitsamt den Gesch\u00f6pfen, die sie damals bewohnten. Um zu erfahren, ob ein Kind etwas verstanden hat oder nicht, sollten wir zu ermitteln versuchen, ob es sich eine geistige Vorstellung davon bilden kann, ob es \u00fcber die Ebene des blo\u00dfen Verstehens hinausgegangen ist &#8230; Das Geheimnis eines guten Unterrichts ist es, die Intelligenz des Kindes als eine fruchtbares Feld anzusehen, auf dem Saat ausgestreut werden kann, um in der W\u00e4rme der feurigen Imagination zu keimen. (Montessori, Maria, To Educate the Human Potential. Adyar, Indien: Kalakshetra 1948, S.14-15.)<\/p>\n<p>Siehe auch: Eichelberger, Harald: Handbuch zur Montessori-Didaktik. Innsbruck 2008. 4. Aufl. Studienverlag.<\/p>\n<div>\n<p>\u00dcBER DIE KOSMISCHE ERZIEHUNG<\/p>\n<\/div>\n<p align=\"right\">Harald Eichelberger<\/p>\n<h1>Begriffsvorstellung<\/h1>\n<h2>Die imaginative Sicht des Kindes<\/h2>\n<p>Maria Montessori hat ihr p\u00e4dagogisches Konzept einer <strong>Kosmischen Erziehung<\/strong> auf der Grundlage ihrer individuellen kosmischen Vorstellung und ihrer eigenen imaginativen Sicht der kindlichen Entwicklung geschaffen. Sie ging davon aus, dass der gesamten Sch\u00f6pfung ein einheitlicher \u201ePlan\u201c (=Sch\u00f6pfungsplan nach M. Montessori) zugrunde liegt: Unsere Erde, die Natur, stellt eine Ganzheit dar, in der jedes Teil, jede Pflanze und jedes Lebewesen eine Aufgabe f\u00fcr das Ganze erf\u00fcllt. Umgekehrt dient das Ganze den einzelnen Teilen. Dadurch wird ein harmonisches Zusammenwirken erzielt und erhalten.<a href=\"#_ftn1\" title=\"\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> Zur Erkl\u00e4rung f\u00fchrt sie die ihrer Meinung nach ersten gl\u00e4nzenden Beispiele an, die Darwin \u00fcber das enge Zusammenwirken zwischen bl\u00fchenden Pflanzen und Insekten gegeben hat. Das Insekt, das ausfliegt, seine Nahrung in der Bl\u00fcte der Pflanze zu suchen, f\u00fchrt unbewusst eine altruistische Aufgabe aus: die Best\u00e4ubung der Bl\u00fcten. Es sichert auf diese Weise die Kreuzung und das \u00dcberleben der Pflanzen. \u00c4hnlich f\u00fchren alle anderen Lebewesen z.B. durch den Prozess ihrer eigenen Ern\u00e4hrung oder der Nahrungssuche eine \u201ekosmische\u201c Aufgabe aus, die dazu beitr\u00e4gt, die Natur in einem harmonischen Zustand der Reinheit zu erhalten.<a href=\"#_ftn2\" title=\"\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Die Verantwortung des Menschen<\/h2>\n<p>Innerhalb des Systems nimmt der Mensch eine Sonderstellung ein. W\u00e4hrend die Natur unbewusst ihren vorbestimmten \u201ePlan\u201c erf\u00fcllt, kann er Entscheidungen treffen. Der Mensch \u00fcbt eine Ver\u00e4nderung auf die Natur aus. Diese Ver\u00e4nderung ist ( &#8230; das wissen wir besonders heute in einer Zeit der Umweltkatastrophen &#8230;) nicht immer positiv f\u00fcr die Natur \u2013 den Kosmos. M. Montessori sieht den Menschen eingebunden in einen kosmischen Sch\u00f6pfungsplan. Ihre erkl\u00e4rte Vorstellung war die einer einzigen universalen harmonischen Gesellschaft, in der gegenseitigen Achtung, Hilfe f\u00fcr den Schw\u00e4cheren, Dankbarkeit und Liebe vorherrschende Tugenden sind. Die Sonderstellung des Menschen besteht vor allem auch darin, dass \u2013 wie wir annehmen \u2013 der Mensch als einziges Lebewesen dieser Erde \u00fcber Bewusstsein seines Tuns verf\u00fcgt und daher die Folgen seiner Handlungen absch\u00e4tzen kann. Nur er kann in Zukunft und Vergangenheit denken. Daraus resultiert, dass er als einziges Lebewesen bewusst Verantwortung \u00fcbernehmen kann uns \u2013 moralisch gesehen \u2013 auch muss. Kosmische Erziehung ist daher auch zu einem wesentlichen Teil <strong>Erziehung zur Verantwortung<\/strong> sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt gegen\u00fcber. Die Kosmische Erziehung soll dem Menschen helfen, sich seiner kosmischen Aufgabe bewusst zu werden: \u201e<strong>Das Werk der Sch\u00f6pfung fortzusetzen<\/strong>\u201c (nicht in egoistischer Ausbeutung), sondern im \u201eDienst\u201c an dieser Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h1>Zur kosmischen Theorie<\/h1>\n<h2>Wir sind ein Teil der Sch\u00f6pfung<\/h2>\n<p>Maria Montessori selbst sah ihre \u201ekosmische Theorie\u201c in die N\u00e4he der Religionen ger\u00fcckt: \u201eWenn Gott die Wesen intelligent bewegt, gibt er dem Menschen Intelligenz selbst\u201c.<a href=\"#_ftn3\" title=\"\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a> Ihre Hoffnung war es, durch eine Kosmische Erziehung das Gewissen und die Verantwortung der Menschen in Harmonie vereinigen zu k\u00f6nnen. Viele der Vorstellungen M. Montessoris muten idealistisch an, haben aber heutzutage besondere Aktualit\u00e4t. Ihre Gedanken haben unsere im Wandel begriffene Einstellung zur Natur vor mehr als einem halben Jahrhundert schon vorweggenommen. Nicht als Herren der Sch\u00f6pfung d\u00fcrfen wir uns verstehen, sondern als Teil eines Ganzen. Kosmische Erziehung bedeutet f\u00fcr M. Montessori, dass sich Kinder in ihrer gesamten Pers\u00f6nlichkeit begreifen, verstehen und auch f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aufgabe einer Kosmischen Erziehung ist es nicht nur,<\/p>\n<ul>\n<li>dem Kind eine <strong>Vorstellung<\/strong> vom Zusammenspiel der Natur und des Menschen zu vermitteln, sondern auch<\/li>\n<li>dem Kind zu helfen, selbst eine Vorstellung vom Werden, dem Sein und den Ver\u00e4nderungen in diesem Universum bilden zu k\u00f6nnen \u2013 vor allem seine eigene h\u00f6chst individuelle Vorstellung und<\/li>\n<li>seine <strong>Imaginationskraft<\/strong> entwickeln zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass wir uns selbst und das Kind als Teil der Sch\u00f6pfung betrachten und annehmen und ihnen mit der ihnen zustehenden Achtung und Liebe begegnen. Nur auf der Grundlage dieser Achtung und Liebe k\u00f6nnen sich Kinder auch in ihrem Werden als Teil der Sch\u00f6pfung f\u00fchlen. Und nur dann k\u00f6nnen sie f\u00fcr sich lebensbedeutende Vorstellungen entwickeln, wenn wir diese ihre Vorstellungen auch wieder zutiefst als zu jedem Individuum geh\u00f6rend achten.<\/p>\n<p>Eine der faszinierendsten Besonderheiten von Maria Montessori war ihre F\u00e4higkeit, das heutige Leben mit dem Leben in weit zur\u00fcckliegender Vergangenheit in Zusammenhang bringen zu k\u00f6nnen. Ein einfacher Anlass konnte sie bewegen, einen panoramaartigen \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung des Menschen bis zur Gegenwart zu entwerfen, wobei sie das <strong>Vorstellungsverm\u00f6gen<\/strong> ihrer Zuh\u00f6rer unwiderstehlich stimulierte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>IMAGINATIONSF\u00c4HIGKEIT<\/h2>\n<p>Mario Montessori schreibt, dass ihre Entwicklung der <strong>Kosmischen<\/strong> <strong>Erziehung <\/strong>aus dieser ungew\u00f6hnlichen F\u00e4higkeit erwuchs, Gegenwart und Vergangenheit durch imaginatives Denken zu verkn\u00fcpfen. Wie sie selbst darlegte, (ist) die imaginative Sicht von der blo\u00dfen Wahrnehmung eines Gegenstandes g\u00e4nzlich verschieden, denn sie hat keine Grenzen. Die Imagination kann nicht nur unendlich R\u00e4ume durchmessen, sondern auch unendliche Zeitspannen; wir k\u00f6nnen die Epochen nach r\u00fcckw\u00e4rts verfolgen und eine Vision der Erde haben, wie sie damals war, mitsamt den Gesch\u00f6pfen, die sie damals bewohnten. Um zu erfahren, ob ein Kind etwas verstanden hat oder nicht, sollten wir zu ermitteln versuchen, ob es sich eine geistige Vorstellung davon bilden kann, ob es \u00fcber die Ebene des blo\u00dfen Verstehens hinausgegangen ist &#8230; Das Geheimnis eines guten Unterrichts ist es, die Intelligenz des Kindes als eine fruchtbares Feld anzusehen, auf dem Saat ausgestreut werden kann, um in der W\u00e4rme der feurigen Imagination<a href=\"#_ftn4\" title=\"\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a> zu keimen. Deshalb ist es nicht nur unser Ziel, das Kind etwas verstehen zu lassen und, weniger noch, es zu zwingen, etwas im Ged\u00e4chtnis zu behalten, sondern seine Imagination zu ber\u00fchren, dass sein innerster Kern begeistert wird.<a href=\"#_ftn5\" title=\"\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Maria Montessori strebt im Unterricht und in ihrem Konzept einer Kosmischen Erziehung nicht blo\u00df die Ausstattung des Kindes mit Wissen an. So w\u00e4re ihr auch das Wissen um \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge als Bildungsfaktor f\u00fcr die Entwicklung des kindlichen Geistes zu wenig gewesen; selbst mit der Stufe des Verstehens gibt sie sich in ihrer Konzeption noch nicht zufrieden. Sie m\u00f6chte vielmehr, dass Menschen \u201eaus sich heraus\u201c mit unserer Hilfe ihre eigene Vorstellung (Imagination) von sich, der Natur und der Sch\u00f6pfung bilden k\u00f6nnen. Sie beschreibt hier eine Qualit\u00e4t im Erziehungsgeschehen, die auch heute wahrscheinlich nur wenige Kinder genie\u00dfen k\u00f6nnen. Vorstellungen bilden und Wahrheiten entdecken zu k\u00f6nnen hat auf die moralischen Einstellungen und die Bildung der humanistischen Werte eines Menschen einen gro\u00dfen Einfluss. Ich wage in diesem Zusammenhang die Hypothese, dass Menschen, die ihre eigenen Vorstellungen bilden durften, mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt moralisch verantwortungsvoller umgehen. Vielleicht ist dies sogar die Voraussetzung zur Friedf\u00e4higkeit &#8230;<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Konzept einer kosmischen Erziehung<\/h2>\n<p>So wird es nach dem Konzept von Maria Montessori m\u00f6glich sein, die Richtung zu pr\u00fcfen, in die wir gehen, und Perspektiven zu entwerfen, nach denen man die Dinge so beeinflussen kann, dass wir mit unserer Anpassungsf\u00e4higkeit, unserer Intelligenz und unserer Kreativit\u00e4t einen konstruktiven Weg finden, mit dieser unserer Welt umzugehen \u2013 einer Welt, die ein wunderbarer Raum ist, um darin zu leben.<\/p>\n<p>Die individuelle Pers\u00f6nlichkeit muss die Unabh\u00e4ngigkeit und Reife entwickeln, die erforderlich ist, um die augenblickliche Situation mit aller Deutlichkeit ins Auge zu fassen und sich die Zukunft zu vergegenw\u00e4rtigen. Dann wird es m\u00f6glich sein, die Richtung zu pr\u00fcfen, in die wir gehen, und Perspektiven zu entwerfen, nach denen man die Dinge so beeinflussen kann, dass wir mit unserer Anpassungsf\u00e4higkeit, unserer Intelligenz und unserer Kreativit\u00e4t einen konstruktiven Weg finden, mit dieser unserer Welt umzugehen \u2013 einer Welt, die ein wunderbarer Raum ist, um darin zu leben &#8230;<\/p>\n<p>Wenn man Montessoris Konzept der kosmischen Erziehung pr\u00fcft, wird offensichtlich, dass das Erziehungs- und Entwicklungskonzept Maria Montessoris zur Entwicklung dieser Eigenschaften beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h1>Drei Aspekte der Konzeption einer kosmischen Erziehung<\/h1>\n<ul>\n<li>Die konzeptionelle Sicht von der kindlichen, menschlichen Entwicklung<\/li>\n<li>Die Rolle der Erziehung und die Frage des angemessenen Weges, um den Kindern zu helfen, sich und ihre F\u00e4higkeiten zu entwickeln<\/li>\n<li>Didaktische und methodische Aspekte zur Entwicklung der Imaginationsf\u00e4higkeit<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die konzeptionelle Sicht<\/h2>\n<p>Die konzeptionelle Sicht von der kindlichen Entwicklung wird durch die grunds\u00e4tzliche Frage J. Piagets charakterisiert.<\/p>\n<h3>Die Bedeutung der Kindheit<\/h3>\n<p>&#8230; \u201eob denn die Kindheit nur ein notwendiges \u00dcbel sei, das man so schnell wir m\u00f6glich beseitigen solle, oder ob wir verstehen k\u00f6nnen, dass Kindheit einen tieferen Sinn habe, den uns das Kind durch eine spontane Aktivit\u00e4t aufzeigen kann und den es in m\u00f6glichst reichem Ma\u00dfe auskosten sollte.\u201c<a href=\"#_ftn6\" title=\"\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nach diesem eindeutigen Verweis J. Piagets auf die Eigenbedeutung der Kindheit, besteht Piaget darauf, dass das Recht auf eine ethische und intellektuelle Erziehung mehr bedeutet als nur das Recht, sich Wissen anzueignen, zuzuh\u00f6ren und zu gehorchen: es ist vielmehr ein Recht, gewisse wertvolle Instrumente f\u00fcr intelligentes Handeln und Denken auszubilden (siehe \u2013 z.B. Imaginationsf\u00e4higkeit &#8230;)<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wird eine spezifische soziale Umgebung ben\u00f6tigt, nicht aber Unterw\u00fcrfigkeit gegen\u00fcber einem festen System. Erziehung in der Schule und in der Familie muss auf die volle Entwicklung der menschlichen Pers\u00f6nlichkeit ausgerichtet sein. Sie sollte imstande sein, Individuen hervorzubringen, die sowohl intellektuell als auch moralisch autonom sind und solche Autonomie bei anderen respektieren, indem sie das Gesetz der Gegenseitigkeit anwenden, so wie es auf sie selbst angewandt wird. Diese Auffassung vom Menschen und der menschlichen Entwicklung beinhaltet ein erzieherisches Postulat:<\/p>\n<p><em>Es kann nur dann m\u00f6glich sein, ethisch denkende Menschen zu erziehen, wenn diesen in ihrem intellektuellen Lernen erlaubt ist, Wahrheiten selbst zu entdecken.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>Die Rolle der Erziehung<\/h2>\n<p>Als eine Besonderheit an der Erziehungskonzeption M. Montessoris k\u00f6nnen wir festhalten, dass es ein erkl\u00e4rtes Ziel dieser gro\u00dfen P\u00e4dagogin war (ist), menschlichen Wesen bei der gewaltigen Aufgabe des inneren Aufbaus zu helfen, der erforderlich ist, um aus der Kindheit ins Erwachsenenalter hineinzuwachsen.<a href=\"#_ftn7\" title=\"\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> Nach der p\u00e4dagogischen Theorie Maria Montessoris ist die erste Integration des Menschen in seine Welt in den ersten sechs Lebensjahren von besonderer Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung des Menschen Wir helfen den Kindern bei ihrer Entwicklung durch die \u00dcbungen des t\u00e4glichen Lebens und durch die \u00dcbungen zur Sinnesschulung. Wir helfen den Kindern, dass sie Ordnungen finden k\u00f6nnen, dass sie in Bewegung lernen und ihre eigenen Fortschritte machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ab dem sechsten Lebensjahr beginnt bei vielen Kindern ein neuer und ebenso bedeutender Entwicklungsabschnitt in ihrem Leben: nicht mehr die Integration ihrer Pers\u00f6nlichkeit in ihre Umwelt, sondern die Integration ihrer selbst steht im Vordergrund.<\/p>\n<p>Wenn ein Kind in den ersten sechs Lebensjahren die Hilfe erhalten hat, wie wir sie oben beschrieben haben, findet <em>\u201e<\/em>eine Integration der Pers\u00f6nlichkeit\u201c ungef\u00e4hr um das sechste Lebensjahr herum statt.<a href=\"#_ftn8\" title=\"\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a> \u201e<em>Die kosmische Erziehung bietet die Art von Hilfe, die die neuen, auf dieser ersten Integrationsebene konsolidierten Potentialit\u00e4ten aktiviert. Der Weg f\u00fcr diese Aktivierung ist durch indirekte Vorbereitung auf einer fr\u00fcheren Stufe geebnet worden. Alle Erfahrungen, die dem Kind fr\u00fcher in der vorbereiteten Umwelt geboten wurden, waren Grunderfahrungen, die entweder f\u00fcr die Ausbildung sp\u00e4terer Funktionen oder als Schl\u00fcssel gebraucht wurden, durch die es seine Welt erkunden oder sich in ihr orientieren konnte. Wenn es diese zweite Phase der Reife erreicht, sollte ihm eine umfassendere Sicht der Welt geboten werden, d.h. <strong>eine Sicht des ganzen Universums<\/strong><\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn9\" title=\"\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Die Fragen der Kinder<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich beginnen Kinder in diesem Alter die f\u00fcr ihre geistige Entwicklung wichtigen philosophischen Fragen zu stellen:<\/p>\n<p>\u201eWer hat die Welt gemacht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoher kommt die Welt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoher komme ich?\u201c<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>In Konsequenz einer Konzeption der Kosmischen Erziehung kann es nun nicht darum gehen, den Kindern abgeschlossene und ihr Denken und Fragen abschlie\u00dfende Antworten zu geben. Vielmehr geht es darum, die <strong>Imaginationsf\u00e4higkeit<\/strong> der Kinder anzuregen, sodass sie ihre eigenen Vorstellungen ihre Fragen betreffend entwickeln k\u00f6nnen. Wir erz\u00e4hlen ihnen unsere Vorstellung als Geschichte und sagen auch dazu, dass dies unsere Vorstellung ist und auch wir nicht ganz genau wissen, ob es wirklich so war &#8230; und geben den Kindern auch hier Material f\u00fcr ihre Entwicklung.<\/p>\n<p>Wie sollen diese Geschichten beschaffen sein, welche Materialien sollen wir den Kindern in die H\u00e4nde geben? Maria Montessori gibt uns einen wesentlichen Hinweis, wie wir dem Interesse der Kinder am Universum und am Universellen, ihrem Interesse am Gro\u00dfen und Umfassenden begegnen k\u00f6nnen: <strong>Den Kindern die Details geben, aus denen sie das Ganze erschlie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Wir erz\u00e4hlen unsere eigene Geschichte, wie wir uns vorstellen, dass die Erde oder das Universum entstanden ist \u2013 unsere eigene Vorstellung\u2026<\/p>\n<h3>Wir erz\u00e4hlen Geschichten<\/h3>\n<p>Es ist nicht leicht f\u00fcr LehrerInnen, die Details auszuw\u00e4hlen, aus denen f\u00fcr Kinder das Ganze erschlie\u00dfbar wird. Martin Wagenschein gibt uns hier sicher einige Hilfen, wenn wir sein Prinzip des Exemplarischen beachten, das wunderbar zum Konzept einer kosmischen Erziehung passt. Hier kann nur auf seine wichtigen B\u00fccher verwiesen werden:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wagenschein, Martin, in: Roth, Heinrich, Zum p\u00e4dagogischen<\/p>\n<p>Problem der Methode, \u201eGrundlegende Aufs\u00e4tze aus der<\/p>\n<p>Zeitschrift Die Deutsche Schule, Reihe A, Bd.6;<\/p>\n<p>EXEMPLARISCHES LEHREN, hrsg. zusammen mit Blumenthal, H.<\/p>\n<p>Schroedel-Vlg. Hannover 1965<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wagenschein, Martin, Verstehen lehren,<\/p>\n<p>Weinheim 1982,<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wagenschein, Martin, Erinnerungen f\u00fcr Morgen, Beltz-Vlg.,<\/p>\n<p>Weinheim 1983<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>\u201eKinder dieser Altersstufe sind fasziniert, weil diese Geschichte sie pers\u00f6nlich betrifft. Sie beginnen, sich ihrer eigenen Situation als sich entwickelnde menschliche Wesen bewusst zu werden und sie werden auf nat\u00fcrlich Weise des Unterschieds zwischen dem Menschen und anderen Lebewesen gewahr. Zwischen beiden und der Umwelt besteht eine Wechselbeziehung. Diese Wechselbeziehung wird deutlich in dem, was Maria Montessori als kosmische Aufgabe bezeichnet \u2013 den Dienst, den die Individuen, den die Individuen jeder Spezies ihrer Umwelt leisten m\u00fcssen, von der ihre Existenz abh\u00e4ngt, um sie in der Weise zu erhalten, dass sie auch ihren Nachkommen, Generation nach Generation, Unterhalt bietet<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn10\" title=\"\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt ist jedoch eine spezifische:<\/p>\n<p>Er hat nicht nur den Drang, sich an die Umwelt anzupassen, sondern sie auch, dem eigenen Fortschritt angemessen zu ver\u00e4ndern, gem\u00e4\u00df seinen Bed\u00fcrfnissen und seiner Imagination (oder deren Mangel). Eben das nannte Maria Montessori die kosmische Aufgabe des Menschen: <strong>das Werk der Sch\u00f6pfung fortzusetzen.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Didaktische und methodische Aspekte<\/h2>\n<p>Das Interesse der Kinder bestimmt die Arbeiten und Materialien, die die Erzieher bereitstellen. Es ist aber bei der kosmischen Erziehung auch die Aufgabe des Lehrers, das Interesse des Kindes zu wecken, sei es durch eine Geschichte, ein Bild, einen Hinweis etc. Ist das Interesse einmal geweckt, so wird das Kind auch allein weiterforschen. Arbeitsmittel, die es dazu ben\u00f6tigt, wie Globen, Pinzette, Mikroskop, Fossilien, Experimentiermaterialien, Karteien, Karten und B\u00fccher, sollte es in der Klasse vorfinden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Freiarbeitsphase haben die Kinder dann die Gelegenheit, sich mit den Inhalten der einzelnen Erfahrungs- und Lernbereiche eigenst\u00e4ndig und individuell auseinanderzusetzen, ihre Neugier zu befriedigen, ihren Wissensdurst zu stillen und ihre speziellen Interessen wahrzunehmen, auch wenn sich diese von denen ihrer Mitsch\u00fcler grundlegend unterscheiden.<\/p>\n<p>Um diese selbst\u00e4ndige, zielerreichende Arbeit zu erm\u00f6glichen, sind bestimmte Rahmenbedingungen unerl\u00e4sslich:<\/p>\n<ul>\n<li>eine bis ins Detail gut vorbereitete Umgebung, die \u00fcbersichtlich gestaltet ist, ausreichende Lernanregungen bietet und jede M\u00f6glichkeit zur Selbstkontrolle der Lernprozesse beinhaltet;<\/li>\n<li>eine umfangreiche Sachb\u00fccherei;<\/li>\n<li>eine flexible Sitzordnung, die kooperative Arbeitsweisen erleichtert;<\/li>\n<li>ein Klima gegenseitigen Vertrauens;<\/li>\n<li>eine Lehrkraft, die die n\u00f6tigen Hilfestellungen gibt und sensibel auf spezielle Interessen reagiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese lernanregende, vorbereitete Umgebung wird nach jeweiligen Bed\u00fcrfnissen der Kinder w\u00e4hrend des Jahres in Zusammenarbeit von Lehrerin und Sch\u00fclern erg\u00e4nzt bzw. umgestaltet.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Arbeitsergebnisse und die neu erworbenen Kenntnisse werden \u2013 teilweise f\u00e4cher\u00fcbergreifend \u2013 ihren Niederschlag finden:<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div>\n<ul>\n<li>in individuell gestalteten Plakaten,<\/li>\n<li>in selbst entwickelten Lernspielen,<\/li>\n<li>in eigenst\u00e4ndig erarbeiteten Lernkarteien,<\/li>\n<li>in Erg\u00e4nzung und Erweiterung bereits vorhandener Karteien,<\/li>\n<li>in selbst verfassten Texten,<\/li>\n<li>in \u00fcbersichtlich arrangierten Fensterbrettausstellungen,<\/li>\n<li>in originell gestalteten, sachlich richtigen B\u00fcchlein,<\/li>\n<li>in verschiedenen selbst angelegten Sammlungen,<\/li>\n<li>in eigenst\u00e4ndig entwickeltem Arbeitsmaterial, das den anderen Mitsch\u00fclern zur Verf\u00fcgung gestellt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Kinder k\u00f6nnen bei dieser Arbeitsweise nicht nur ihr Selbstwertgef\u00fchl st\u00e4rken, sondern auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Leistungen und Interessen ihrer Mitsch\u00fcler entwickeln. So wird auch dem Erfahrungs- und Lernbereich Gemeinschaft im Rahmen der Freiarbeit intensiv Rechnung getragen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h1>Themenbereiche \u2013 exemplarisch (teils noch von M. Montessori vorgeschlagen und ausgearbeitet)<\/h1>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Themenbereich: Geschichte des Universums<\/h2>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Einstimmung in die Geschichte des Universums: Bildung der Vorstellung des Kindes, dass jeder Mensch ein Teil dieses Universums ist &#8230; <\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Arbeit an der Sch\u00f6pfungsgeschichte nach M. Montessori:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Erz\u00e4hlen der Geschichte<\/li>\n<li>Experimente \u2013 z. B. Vulkanausbruch<\/li>\n<li>Zeichnungen \u2013 Tafeln zur Unterst\u00fctzung der Imagination<\/li>\n<li>Finden einer eigenen Geschichte (Imaginationskraft) der Entstehung des Universums, der Welt, der Tiere, der Menschen<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<ul>\n<li>Die Orientierung in der Geschichte der Erde:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Die Arbeit mit dem Schwarzen Band (auch buntes Band)<\/li>\n<li>Erz\u00e4hlen der Geschichte des Werdens der Erde<\/li>\n<li>Entrollen und Auflegen des Schwarzen Bandes<\/li>\n<li>Arbeit mit dem schwarzen Band \u2013 Orientierung in der Zeit<\/li>\n<li>Arbeit mit Fossilien, B\u00fcchern, Zeittafeln, &#8230;<\/li>\n<li>Die Zeitalteruhr<\/li>\n<li>Evolutionszeitleisten<\/li>\n<li>Beispiel der Saurierzeitleiste<\/li>\n<li>Lineare Zeitmessung<\/li>\n<li>Lineare Zeitmessung in der Geschichte des Individuums<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<ul>\n<li>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8230;<\/li>\n<li><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Beispiel 1 \u2013 Zur Sch\u00f6pfungsgeschichte<\/h2>\n<p>M. Montessoris Sch\u00f6pfungsgeschichte, die sie selbst den Kinder erz\u00e4hlt hat, ist wundersch\u00f6n und sicher auch hoch interessant, aber f\u00fcr Kinder in der heutigen Zeit nicht immer mehr geeignet. Au\u00dferdem ist es in jedem Fall besser, seine eigene Sch\u00f6pfungsgeschichte den Kindern zu erz\u00e4hlen. Es kann Tage und\/oder Wochen dauern, den Kindern immer wieder ein St\u00fcck der Sch\u00f6pfungsgeschichte zu erz\u00e4hlen und mit ihnen auch einige Experimente zu machen, die das Geschehen w\u00e4hrend der Sch\u00f6pfung des Universums f\u00fcr Kinder auch im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen. Ganz besonderes Interesse erregt in diesem Zusammenhang sicher der Vulkan, den wir mit den Kindern zusammenstellen und der dann auch ausbrechen wird. Selbstverst\u00e4ndlich sind alle Materialien anschlie\u00dfend auch in der Freiarbeit vorhanden, sodass die Kinder das Geschehen auch immer wieder nachvollziehen k\u00f6nnen und auch ihre eigene Sch\u00f6pfungsgeschichte finden k\u00f6nnen &#8230;<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Beispiele zur Sch\u00f6pfungsgeschichte<\/h3>\n<ul>\n<li>Am Anfang der Sch\u00f6pfungsgeschichte sind es vor allem Experimente zur der Geschichte der Elemente, die sich verbinden und einen neuen Stoff ergeben und Experimente zu den Elementen, die sich nicht verbinden, zu warm und kalt, zu fest, fl\u00fcssig und gasf\u00f6rmig und &#8230;<\/li>\n<li>Verschiedene Stoffe werden in Fl\u00fcssigkeiten aufgel\u00f6st&#8230;<\/li>\n<li>Kinder beobachten und bilden ihre eigenen Hypothesen und Vorstellungen.<\/li>\n<li>Im Lauf der Entstehung der Erde sind die schweren Stoffe abgesunken; andere \u2013 leichtere Stoffe kamen hingegen an die Erdoberfl\u00e4che &#8230;<\/li>\n<li>Die Vulkane haben in der Geschichte der Erde und in der Geschichte der Menschheit eine wesentliche Rolle gespielt: ohne die Vulkane gebe es wahrscheinlich keine Erdatmosph\u00e4re in der jetzigen Zusammensetzung und damit auch kein menschliches Leben, zumindest keine das abh\u00e4ngig ist von der Existenz des Sauerstoffes.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Beispiel 2 \u2013 Schwarzes Band<\/h2>\n<p>Das Schwarze Band ist genau 50 Meter lang und ca. 30 \u2013 40 cm breit. Die Breite spielt keine Rolle. Die L\u00e4nge des Bandes stellt die Zeitdauer der Entwicklung der Erde dar. Jeder Zentimeter ist eine Million Jahre \u2013 sind bei 50 m 5 Milliarden Jahre. Die wahrscheinliche Entwicklungsdauer unserer Erde. Nur der letzte Zentimeter besteht aus einem roten Streifen \u2013 die Entwicklungsdauer des Menschen. Wir Rollen das Schwarze Band mit den Kindern auf, erz\u00e4hlen vielleicht die Geschichte der Erdentwicklung, gehen das Band mehrmals ab, versuchen die Zeit zu begreifen, vielleicht einzuteilen, (Wann kann was geschehen sein? Wohin lege ich diese oder jene Fossilien? Wo finde ich das K\u00f6nigreich der Trilobiten? usw.). Es ist imposant, diese lange Zeit zu sehen und zu symbolisch zu erleben. Die Arbeit wird dann mit verschiedenen Zeitleisten fortgesetzt.<\/p>\n<p>Es kann auch das \u201e<strong>Bunte Band<\/strong>\u201c im Anschluss an das <strong>Schwarze Band <\/strong>mit den Kindern gearbeitet werden. Jede Farbe symbolisiert hier ein Erdzeitalter.<\/p>\n<h3>Beispiele zum Schwarzen Band<\/h3>\n<ul>\n<li>Wir erleben die Dimension der Zeit der Entstehung der Erde und die Relationen der Entstehung des Lebens und der Arten auf dieser Erde<\/li>\n<li>Wann sind eigentlich die Saurier auf der Erde entstanden, und wie lange sind sie geblieben, und wie lange gibt es den Menschen schon auf der Erde, und wie lange wird er bleiben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Themenbereich: Zeit<\/h2>\n<p>Auch das Erleben individueller Zeitspannen ist f\u00fcr die Entwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p>Im Jahreskreis geht jedes Kind seinen individuellen Lebensweg nochmals ab und erz\u00e4hlt seine Geschichte.<\/p>\n<h3>Beispiel zur Zeit: Jahreskreis<\/h3>\n<p>Wie lange bin ich nun schon auf dieser Welt, was habe ich alles erlebt?<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Themenbereich \u2013 Biologie<\/h2>\n<h3>Beispiele:<\/h3>\n<ul>\n<li>Themen der Biologie exemplarisch und Experimente<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wachstum und \u00d6kologie:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Bedingungen des Lebens und des Wachstums:<\/li>\n<ul>\n<li>Pflanzenexperimente<\/li>\n<li>Pflege der Pflanzen und der Tiere<\/li>\n<li>Beobachtungsaufgaben<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Themenbereich \u2013 Geographie<\/h2>\n<h3>Beispiele:<\/h3>\n<ul>\n<li>Exemplum: Der Kreislauf des Wassers<\/li>\n<li>Kreislauf<\/li>\n<li>Erosion<\/li>\n<li>Aggregatzust\u00e4nde<\/li>\n<li>Schwerkraft<\/li>\n<li>Experimente und Beobachtungen<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beispiel: Flussbett<\/h3>\n<p>Wir haben ein Flussbett gebaut, um die Kraft des Wassers zu studieren. Wir lassen es regnen und beobachten die Kraft des Wassers und dessen Wirkung auf die Erde und die Pflanzen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Thema: DIE ERDE IN UNSEREM SONNENSYSTEM<\/h2>\n<h3>Beispiele:<\/h3>\n<ul>\n<li>Unser Sonnensystem<\/li>\n<li>Planeten<\/li>\n<li>Stellung Erde \u2013 Sonne<\/li>\n<li>Jahreszeiten<\/li>\n<li>Tag \u2013 Nacht<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h1>Zusammenfassung<\/h1>\n<p>Die Kosmische Erziehung ist keinesfalls ein Teilbereich der Montessori-P\u00e4dagogik. Sie ist vielmehr der \u00dcberbau oder die p\u00e4dagogische Klammer der Montessori-P\u00e4dagogik. Auch die Entdeckung der Mathematik, die Entdeckung der Sprache und der Naturwissenschaften sind Teile der von M. Montessori so verstandenen Kosmischen Erziehung des Menschen:<\/p>\n<p>Das <strong>Detail annehmen<\/strong>, aus dem wir das Ganze erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, <strong>Wahrheiten selbst<\/strong> (er)finden, die Sch\u00f6pfung Gottes fortsetzen, k\u00f6nnen Kinder, deren <strong>sensible Phasen <\/strong>die entsprechende Ber\u00fccksichtigung f\u00fcr ihre <strong>Entwicklung<\/strong> gefunden haben, denen mit <strong>Achtung vor der Entwicklung jedes Lebewesens <\/strong>begegnet worden ist, und die selbstt\u00e4tig und selbst\u00e4ndig in <strong>Eigenverantwortung<\/strong> lernen und leben durften.<\/p>\n<p>Piaget erstellt nicht unbegr\u00fcndet die Hypothese, dass so erzogene Menschen in ihrer Moralit\u00e4t und Einstellungen sich selbst und der Welt gegen\u00fcber verantwortungsvoller und friedf\u00e4higer denken, f\u00fchlen und sich verhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Konzept der Kosmischen Erziehung und damit die Ber\u00fccksichtigung der p\u00e4dagogischen Prinzipien Maria Montessoris haben als p\u00e4dagogische Leitlinien und als in sich geschlossenes p\u00e4dagogisches System f\u00fcr jegliches p\u00e4dagogisches Handeln allgemeine G\u00fcltigkeit erlangt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> &#8230; Vgl. Montessori, M., Von der Kindheit zur Jugend<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a> &#8230; Vgl. Montessori, M., Von der Kindheit zur Jugend<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a> &#8230; Vgl. Montessori, M., Von der Kindheit zur Jugend<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a> &#8230; Imagination \u2013 Einbildungskraft, Vorstellungskraft<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a> &#8230; Montessori, Maria, To Educate the Human Potential. Adyar, Indien:<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kalakshetra 1948, S.14-15<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> &#8230; Piaget, Jean, Das Recht auf Erziehung und die Zukunft unseres<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bildungssystems, M\u00fcnchen 1975<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a> &#8230; Vgl. Montessori, Mario, Erziehung zum Menschen, S 131 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a> &#8230;\u00a0 Maria Montessori versteht darunter, dass sich das Kind nur verst\u00e4rkt sich<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 selbst, der bewu\u00dften Entwicklung seiner Pers\u00f6nlichkeit und metaphysischen Fragen zuwendet<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a> &#8230; Montessori, Mario, Erziehung zum Menschen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" title=\"\">[10]<\/a>\u00a0 &#8230; Montessori, Mario, Erziehung zum Menschen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mario Montessori schreibt, dass ihre Entwicklung der Kosmischen Erziehung aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-51","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-montessori-paedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}