{"id":581,"date":"2014-04-03T12:24:06","date_gmt":"2014-04-03T12:24:06","guid":{"rendered":"?p=581"},"modified":"2014-04-03T12:24:06","modified_gmt":"2014-04-03T12:24:06","slug":"reformpaedagogik-und-integration-im-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=581","title":{"rendered":"Reformp\u00e4dagogik und Integration im Kontext"},"content":{"rendered":"<p class=\"Vorspann\" style=\"text-align: left;\" align=\"left\">&#8222;Der Weg, den die Schwachen gehen, um sich zu st\u00e4rken, ist der gleiche, den die Starken gehen, um sich zu vervollkommnen.&#8220;<span style=\"color: #808080;\"><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"> <\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Das der Reformp\u00e4dagogik allerorts und allseits bekundete gro\u00dfe Interesse legt die Vermutung nahe, dass ein dringendes Bed\u00fcrfnis besteht, Unterricht in Richtung Humanisierung und Demokratisierung zu ver\u00e4ndern. Diese Hinwendung zur Reformp\u00e4dagogik l\u00e4sst mich hoffen, dass nunmehr der \u201eReformp\u00e4dagogik des 21. Jahrhunderts\u201c \u2013 der \u201eIntegrativen P\u00e4dagogik\u201c \u2013 gleicherma\u00dfen Beachtung geschenkt wird, sind doch Humanisierung und Demokratisierung auch deren ureigene Anliegen.<\/p>\n<p>Bintinger, Gitta: Reformp\u00e4dagogik und Integration im Kontext. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformp\u00e4dagogik. Innsbruck 1997, StudienVerlag<\/p>\n<div class=\"WordSection1\">\n<p class=\"Autor\">Gitta Bintinger<\/p>\n<h1>Reformp\u00e4dagogik und Integration im Kontext<\/h1>\n<p class=\"Vorspann\" style=\"text-align: left;\" align=\"left\">Der Weg, den die Schwachen gehen, um sich zu st\u00e4rken, ist der gleiche, den die Starken gehen, um sich zu vervollkommnen.<\/p>\n<p>Das der Reformp\u00e4dagogik allerorts und allseits bekundete gro\u00dfe Interesse legt die Vermutung nahe, dass ein dringendes Bed\u00fcrfnis besteht, Unterricht in Richtung Humanisierung und Demokratisierung zu ver\u00e4ndern. Diese Hinwendung zur Reformp\u00e4dagogik l\u00e4sst mich hoffen, dass nunmehr der \u201eReformp\u00e4dagogik des 21. Jahrhunderts\u201c \u2013 der \u201eIntegrativen P\u00e4dagogik\u201c \u2013 gleicherma\u00dfen Beachtung geschenkt wird, sind doch Humanisierung und Demokratisierung auch deren ureigene Anliegen.<\/p>\n<h2>Ein Auftrag<\/h2>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">\u201eIntegration\u201c lautet der heutige gesellschaftspolitische Auftrag an alle P\u00e4dagogen und an die P\u00e4dagogik. Erstmals in der Geschichte der Schule sind alle Lehrer und alle Lehrerbildner dazu aufgerufen, Schule zu erneuern, denn Integration und schulische Erneuerung bedingen einander.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt;\">Der Weg vom Gesetz zur Realisierung von integrativem Unterricht ist weit und ohne \u00dcberzeugung, Engagement und Kooperation aller Beteiligten nicht zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<h3>Eine Problemskizze<\/h3>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Das in vielen Bereichen noch weitgehend brachliegende Feld der Integrativen P\u00e4dagogik erfordert (auf der Ebene der P\u00e4dagogischen Akademien, die ich in h\u00f6chstem Ma\u00dfe hierf\u00fcr pr\u00e4destiniert erachte) die Zusammenarbeit von Humanwissenschaftern, Didaktikern und Praktikern, denn \u2013 gem\u00e4\u00df einem Prinzip der Integrativen P\u00e4dagogik \u2013 kann nur durch Kooperation Ganzheit entstehen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die gegenw\u00e4rtige integrative Praxis ist nur im Ansatz integrativ. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind, dass die traditionellen, aussondernden Merkmale von Schule \u2013 verschiedene Schulformen, verschiedene Lehrpl\u00e4ne, normierter Leistungsbegriff, herk\u00f6mmliche Leistungsbeurteilung \u2013 weiterhin Bestand haben, und dass \u201e<em>Analysen integrativer Prozesse in Schulen\u201c sich meist nur auf interaktionale, <\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><em><span style=\"font-size: 11pt; font-family: 'Times New Roman','serif';\"><br style=\"page-break-before: always;\" clear=\"all\" \/> <\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\"><em>kommunikative und soziale Schwerpunkte beziehen, w\u00e4hrend von Analysen p\u00e4dagogisch-didaktischer Art mit konzeptionellem Charakter nicht die Rede sein kann.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref1\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref1\" href=\"#ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Feuser bezeichnet eine Allgemeine (Kind zentrierte und basale) P\u00e4dagogik als integrativ, \u201e<em>in der alle Kinder und Sch\u00fcler in Kooperation miteinander auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau nach Ma\u00dfgabe ihrer momentanen Wahr-nehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen in Orientierung auf die n\u00e4chste Zone ihrer Entwicklung zugehen und mit einem gemeinsamen Gegenstand spielen, lernen und arbeiten.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref2\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref2\" href=\"#ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die sich aus dieser Definition ergebenden p\u00e4dagogischen Grunds\u00e4tze einer Integrativen P\u00e4dagogik fordern vom Lehrer, den Menschen als integrierte Einheit von Biologischem, Psychischen und Sozialem zu sehen, der Heterogenit\u00e4t jeder Schulklasse Rechnung zu tragen, alle Kinder in Kooperation miteinander spielen, arbeiten und lernen zu lassen \u2013 an gemeinsamen Vorhaben mittels innerer Differenzierung und entwicklungslogisch-biographisch orientierter Indivi\u00addualisierung eines gemeinsamen Curriculums.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Um schulische Integration verwirklichen zu k\u00f6nnen, sind viele Themen zu diskutieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Neupositionierung von Allgemeiner P\u00e4dagogik \u2013 auch im Sinne einer Verschmelzung von Allgemeiner P\u00e4dagogik und Sonderp\u00e4dagogik;<\/li>\n<li>der Entwurf einer Entwicklungslogischen Didaktik;<a id=\"ftnref3\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref3\" href=\"#ftn3\">[3]<\/a><\/li>\n<li>die Ausarbeitung von Entwicklungspl\u00e4nen;<\/li>\n<li>neue Formen des Lehrens und des Lernens in einem least restriktive Environment (am wenigsten einschr\u00e4nkende Umgebung);<a id=\"ftnref4\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref4\" href=\"#ftn4\">[4]<\/a><\/li>\n<li>Fragen des Leistungsbegriffs und der Leistungsbeurteilung;<\/li>\n<li>die Forderung nach jahrgangs\u00fcbergreifenden Klassen;<\/li>\n<li>die Neugestaltung der Lehrerausbildung;<\/li>\n<li>die Neustrukturierung unseres Schulsystems.<\/li>\n<li>die Errichtung von Sonderschulen und<\/li>\n<li>die Aufl\u00f6sung von Sonderschulen (im Rahmen einer allgemeinen Schulerneuerung).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Es gibt von Seiten der Wissenschaft (Vgl. Feuser, Eberwein, Ellger-R\u00fcttgardt!) keine stichhaltigen Gr\u00fcnde, die Trennung von Allgemeiner P\u00e4dagogik und Sonderp\u00e4dagogik, durch die das differenzierte Schulwesen sich selbst legitimierte und perpetuierte, weiterhin aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Entwicklungslogische Didaktik muss Fachdidaktik mit den didaktischen Kategorien Kooperation an gemeinsamen Vorhaben, Innere Differenzierung, Individualisierung verkn\u00fcpfen und Unterricht auf der Grundlage pers\u00f6nlichkeitstheoretischer, entwicklungs- und lernpsychologischer Erkenntnisse aufbauen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Reformp\u00e4dagogik hat sich vieler dieser Fragen angenommen und Wege beschritten, die bei der Realisierung schulischer Integration Modell sein k\u00f6nnen. Zwischen dem Konzept der P\u00e4dagogik von Maria Montessori und dem der Integrativen P\u00e4dagogik gibt es viele Parallelen, da beide von einem sich im wesentlichen \u00e4hnelndem Bild vom Menschen ausgehen und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten menschlicher Entwicklung und menschlichen Lernens zur Grundlage p\u00e4dagogischen Handelns machen. Im didaktischen Ansatz von Maria Montessori und in ihren Entwicklungsmaterialien sind L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die \u201eEntwicklungs\u00adlogische Didaktik enthalten, die Feuser als die Basis integrativen Unterrichtes sieht. Das in sich geschlossene p\u00e4dagogische System Maria Montessoris bedarf, um ein integratives sein zu k\u00f6nnen, der Erweiterung um Aspekte der Integrativen P\u00e4dagogik. Diese ihrerseits kann nur mit Elementen aus der Montessori-P\u00e4dagogik schulische Praxis werden. In einer Symbiose dieser \u2013 erweiterten \u2013 p\u00e4dagogischen Konzepte nimmt eine Integrative P\u00e4dagogik Gestalt an, die reformp\u00e4dagogisch-integrativ arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer Sicherheit und Hilfe im Schulalltag bieten kann.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ich halte Festschreibungen und Vorgaben h\u00e4ufig f\u00fcr entbehrlich. Mit dem p\u00e4dagogisch integrativen Alltag vertraut, meine ich jedoch, dass die didaktische Kl\u00e4rung von schulischer Integration notwendig ist. Zum Thema Integrative P\u00e4dagogik gibt es viele theoretische Abhandlungen, konkrete Hinweise f\u00fcr den p\u00e4dagogischen Alltag sind jedoch sp\u00e4rlich und meist nur im Ansatz skizziert. Immer wird an diesem wesentlichen Punkt auf die Arbeit von (nicht existierenden) Zukunftswerkst\u00e4tten verwiesen. Entscheidend f\u00fcr die p\u00e4dagogische Qualit\u00e4t von Integration halte ich die praktischen didaktisch-methodischen Hilfen, die Lehrer zur Hand gegeben werden, um integrativ arbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Es ist Lehrern nicht zumutbar und nicht m\u00f6glich, die hohen Forderungen der Integrativen P\u00e4dagogik mit Lehrpl\u00e4nen, Didaktik, Leistungsbeurteilung, Lehr- und Lernmitteln der herk\u00f6mmlichen Art zu erf\u00fcllen. Ich erachte diese Unterst\u00fctzung als dringend, da p\u00e4dagogisches Unverm\u00f6gen bereits einmal eine der Ursachen f\u00fcr den Ausschluss von Kindern war (Vgl. Exkurs Zur Sonderschule, S.&nbsp;38!).<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Heute wissen wir, dass nicht die Kinder sonderschulbed\u00fcrftig, sondern die Schulen reformbed\u00fcrftig waren\/sind. Schulerneuerung muss von innen heraus, in Auseinandersetzung mit den Traditionen der Reformp\u00e4dagogik und dem Integrationsgedanken erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-indent: 13.6pt;\">Das Symposium<a id=\"ftnref5\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref5\" href=\"#ftn5\">[5]<\/a> war und ist f\u00fcr mich der unverzichtbare Beginn der p\u00e4dagogischen Diskussion \u00fcber Integrative P\u00e4dagogik, deren Wurzeln tief in der Reformp\u00e4dagogik verankert sind und weiter zur\u00fcckreichen als allgemein angenommen wird.<\/p>\n<h2>Ein historischer R\u00fcckblick<\/h2>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Bereits im 17. Jh. verstand Comenius die Didaktik \u201e<em>als die vollst\u00e4ndige Kunst, alle Menschen alles zu lehren.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref6\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref6\" href=\"#ftn6\">[6]<\/a> Er vertrat die Ansicht, dass Unterricht allen alles in naturgem\u00e4\u00dfer Weise vermitteln sollte, wobei die Grundvoraussetzungen fruchtbaren Lehrens die Anschauung der Dinge selber oder doch wenigstens deren Abbildungen waren. Sein ber\u00fchmtes Lehrbuch \u201eOrbis pictus\u201c<a id=\"ftnref7\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref7\" href=\"#ftn7\">[7]<\/a> war als Hilfe gedacht, diese didaktischen Grunds\u00e4tze auch verwirklichen zu k\u00f6nnen! Comenius schrieb:<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 13.05pt 0.0001pt 35.45pt;\">\u201e<em>Denn je tr\u00e4ger und schw\u00e4chlicher einer von Natur aus ist, umso mehr bedarf er der Hilfe, um von seiner schwerf\u00e4lligen Stumpfheit und Dummheit so weit wie m\u00f6glich befreit zu werden. Und man findet keine so ungl\u00fcckliche Geistesanlage, da sie nicht verbessert werden k\u00f6nnte. In den Schulen selbst soll nicht Verschiedenes behandelt werden, sondern vielmehr dasselbe in verschiedener Weise<\/em>.\u201c<a id=\"ftnref8\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref8\" href=\"#ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Comenius Didaktik ist eine zutiefst integrative. Es ist bis heute nicht gelungen, ein Grundprinzip der Integrativen P\u00e4dagogik, das \u201eLernen an einem gemeinsamen Gegenstand\u201c treffender zu formulieren.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Arbeit am \u201eGemeinsamen Gegenstand\u201c \u2013 ich bevorzuge den Terminus \u201eGemeinsame(s) Vorhaben\u201c \u2013 ist im weitesten Sinn mit Projektarbeit vergleichbar, wobei integrativer Unterricht zu jedem Zeitpunkt Gemeinsames Vorhaben ist. Ein gemeinsam beschlossenes Vorhaben wird in all seinen Dimensionen \u2013 jeweils von der sinnlich-konkreten bis zur logisch-abstrakten Ebene \u2013 erschlossen und von allen Kindern auf dem Stand ihrer jeweiligen Wollens-, Wahrnehmungs-, Handlungs- und Denkkompetenz miteinander \u201e<em>erf\u00fchlt<\/em>, <em>erhandelt<\/em>, <em>erarbeitet<\/em> und <em>erdacht.<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ein wesentliches Moment dieser gemeinsamen Vorhaben sind die vielf\u00e4ltigen \u2013 gemeinschaftlich sowie individuellen \u2013 Ann\u00e4herungs-, Erfahrungs-, Arbeits- und Lernprozesse, die sich w\u00e4hrend der Arbeit durch die Mannigfaltigkeit an Begabungen, F\u00e4higkeiten und Interessen der Kinder ergeben und ohne die letztendlich kein Ganzes entstehen kann. Diese \u2013 p\u00e4dagogisch nutzbar gemachte \u2013 Vielheit von Kompetenzen stellt eine Bereicherung des Unterrichts dar, in dem Anderssein nicht als Mindersein sondern \u201eMenschsein\u201c erlebt wird, und nicht dessen Behinderung. In diesem Zusammenhang meine ich, dass auch der Bereich des interkulturellen Lernens unter dem gemeinsamen Dach der Integrativen P\u00e4dagogik anzusiedeln ist.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Dreimal im Jahr stattfindende p\u00e4dagogische Highlights wie \u201eDie Dritte Welt\u201c, \u201eDer Regenwald\u201c oder \u201eDie Ritter\u201c haben, ohne selbige disqualifizieren zu wollen, nichts mit diesem Prinzip der Integrativen P\u00e4dagogik zu tun. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Rechnen, Schreiben und Lesen sind \u2013 nach Ma\u00dfgabe \u2013 wichtige Ziele integrativen Unterrichts.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Rousseau, der das Erziehungswesen seiner Zeit heftig bem\u00e4ngelte, beschreibt in seinem Erziehungsroman \u201eEmile\u201c eine Erziehung vom Kinde aus. Er stellt fest: \u201e<em>Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken, zu f\u00fchlen, die ihr eigent\u00fcmlich ist, nichts ist daher t\u00f6richter, als ihr die unsere zu unterschieben.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref9\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref9\" href=\"#ftn9\">[9]<\/a> Immer betont er, wie wichtig es sei, Kindern Zeit f\u00fcr ihre Entwicklung zu geben und warnt davor, ihre Entwicklungsprozesse k\u00fcnstlich beschleunigen zu wollen. Das Drama des Kindes, vorzeitig mit kognitiv-abstrakten Inhalten konfrontiert zu werden, begann offensichtlich schon sehr fr\u00fch.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Auch den Beginn des Lesen-, Schreiben- und Rechnen Lernens wollte Rousseau vom Kind und nicht vom Erwachsenen bestimmt wissen. Als Vorl\u00e4ufer der franz\u00f6sischen Revolution sind ihm Humanit\u00e4t und Demokratie oberste Erziehungsgebote, wobei seine Position \u201e<em>Behinderten\u201c gegen\u00fcber nicht von diesen Prinzipien bestimmt ist. Trotz des Wissens darum kann nicht \u00fcbersehen werden, auf welch mannigfaltige Weise seine Erziehungsideen in der Reformp\u00e4dagogik und der Integrativen P\u00e4dagogik vertreten sind. Im Appell Rousseaus: <\/em>\u201e<em>Menschen, seid menschlich; dies ist eure erste Pflicht<\/em>!\u201c<a id=\"ftnref10\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref10\" href=\"#ftn10\">[10]<\/a> und im Bekenntnis zu einer \u201e<em>Form des Zusammenschlusses, die mit ihrer ganzen gemeinsamen Kraft die Person und das Verm\u00f6gen jedes einzelnen Mitglieds verteidigt und sch\u00fctzt und durch die doch jeder, indem er sich mit allen vereinigt, nur sich selbst gehorcht und genau so frei bleibt wie zuvor,<\/em>\u201c<a id=\"ftnref11\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref11\" href=\"#ftn11\">[11]<\/a> tritt das Wesen des gesellschaftlichen Aspekts von Integration in gro\u00dfer Klarheit zutage.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Integrative P\u00e4dagogik kn\u00fcpft an die bereits von Pestalozzi formulierten p\u00e4dagogischen Grunds\u00e4tze an, Kopf, Herz und Hand in den Unterricht zu integrieren und geht bei allen didaktisch-methodischen \u00dcberlegungen von diesem Prinzip der Ganzheitlichkeit aus.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Der Weg von Maria Montessori f\u00fchrte sie von der Irrenanstalt \u2013 in der sie als \u00c4rztin t\u00e4tig war \u2013 \u00fcber die Sonderp\u00e4dagogik zu ihrer P\u00e4dagogik. Der Weg von \u201ebehinderten\u201c Kindern f\u00fchrte von der Irrenanstalt \u00fcber die Sonderschule in die Regelschule, wobei die letzte Wegstrecke ohne die P\u00e4dagogik von Montessori nicht denkbar ist. Maria Montessori erblickte im \u201eBehinderten\u201c den \u201edarin schlummernden Menschen\u201c und es gelang ihr, diesen anzusprechen. Sie trat in einen Dialog mit diesen Kindern und erkannte deren Bildungsf\u00e4higkeit, die ihnen von der Medizin abgesprochen worden war. Indem sie den Menschen sah und nicht \u201eBehinderung\u201c, vollzog sie Integration. Sie sprach diese Kinder auch mittels ihrer Entwicklungsmaterialien an, die \u2013 Motorik und Sinne schulend \u2013 dem \u201eGeist\u201c den Weg bereiteten. Alle heutigen Konzepte p\u00e4dagogischer Hilfestellung basieren auf der Schulung der Sinne, der Motorik und dem ganzheitlichen Blick auf das Kind. Bei jeder Begegnung mit dem Kind ist seiner Bitte zu entsprechen: \u201eHilf mir, es selbst zu tun!\u201c <a id=\"ftnref12\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref12\" href=\"#ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Maria Montessori gelangte dar\u00fcber hinaus zur \u00dcberzeugung, dass nicht nur den \u201egeistig behinderten\u201c Kindern Unrecht widerfuhr. Kinder wurden als \u201eunfertige\u201c Erwachsene angesehen, die m\u00f6glichst rasch aus dem Zustand ihrer kindlichen Unwissenheit und Unzul\u00e4nglichkeit geholt werden mussten. Kinder wurden mit leeren Gef\u00e4\u00dfen verglichen, die nur der Erwachsene mit Wissen f\u00fcllen konnte. Eigenst\u00e4ndige Entwicklung, Gedanken, F\u00e4higkeiten oder Neigungen wurden Kindern abgesprochen bzw. hatten in der Erziehung keinen Platz. Konformit\u00e4t im Denken und Verhalten war oberstes Erziehungsziel. Die Kindheit konnte bzw. durfte nur im Hinblick auf das Ma\u00df des Erwachsenen erlebt werden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Von nun an widmete Maria Montessori ihr Leben der \u201eBefreiung\u201c des Kindes aus seiner geistigen und psychischen Verbannung. Sie suchte und fand einen p\u00e4dagogischen Weg, \u201e<em>der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine gemeinsame Welt aller Kinder sein k\u00f6nnte.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref13\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref13\" href=\"#ftn13\">[13]<\/a> Maria Montessori forderte nicht Integration. Ihre P\u00e4dagogik ist Integration.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Peter Petersen meinte durch seine Reform der Schule, lernschwachen Kindern in vielen F\u00e4llen die \u00dcberweisung in Sonderschulen ersparen zu k\u00f6nnen. In seinen Jenaplan-Schulen war Platz f\u00fcr einige dieser Kinder, wobei Petersen allerdings die Existenz von Sonderschulen nicht grunds\u00e4tzlich in Frage stellte. Integration \u2013 wie wir sie heute verstehen \u2013 war im Jenaplan-Konzept nicht vorgesehen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Es gibt im Werk Petersens einen Aspekt, der Anlass zur Diskussion seines p\u00e4dagogischen Werkes gab. \u201eEs geht ihm\u201c, schreibt Eierdanz, \u201e<em>nicht um einen Beitrag zur Demokratisierung und politischen Bildung, sondern angesichts der undeutschen staatlichen Form hat die Schule verst\u00e4rkt v\u00f6lkisch-nationale Gesinnung zu pflegen.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref14\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref14\" href=\"#ftn14\">[14]<\/a> Diese, von Eierdanz (aber nicht von Peter Petersen) beschriebene (Anm. des Hg.) Zielstellung in Petersens P\u00e4dagogik ist mit einem Fundament der Integrativen P\u00e4dagogik \u2013 dem demokratischen \u2013 nicht vereinbar, denn integrativem Denken sind Humanisierung und Demokratisierung inh\u00e4rent.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Dennoch erkl\u00e4rt das Wirken von Petersen in Hamburg, weshalb sich viele Hamburger Lehrer bereits damals gegen die Errichtung der \u201eHilfsschulen\u201c aussprachen. Eine Lehrergruppe kritisierte auch, dass in der vom deutschen Lehrerverein 1919 beschlossenen Einheitsschule die Gruppe der Hilfssch\u00fcler ausdr\u00fccklich ausgeschlossen war.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Auch heute ist die Hamburger Lehrerschaft Vorreiter in Sachen schulischer Integration. Ellger-R\u00fcttgardt liefert hierf\u00fcr eine plausible Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 13.05pt 0.0001pt 35.45pt;\">\u201e<em>Hamburg konnte sich zu einem Zentrum der Bildungsreform im Bereich der Erziehung Behinderter und Benachteiligter entwickeln, weil in dieser Region die Grenze zwischen Allgemeiner P\u00e4dagogik und Heilp\u00e4dagogik nie als eine endg\u00fcltige gezogen wurde und es somit immer wieder Situationen eines ernsthaften Dialogs zwischen allgemeiner und spezieller P\u00e4dagogik gab<\/em>.\u201c<a id=\"ftnref15\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref15\" href=\"#ftn15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">C\u00e9lestin Freinet wollte seine P\u00e4dagogik als P\u00e4dagogik des Volkes und als P\u00e4dagogik f\u00fcr die Regelschule verstanden wissen. Ich sehe hierin eine Affinit\u00e4t zum Selbstverst\u00e4ndnis der Integrativen P\u00e4dagogik, eine P\u00e4dagogik f\u00fcr alle Kinder und alle Schulen zu sein. Sein p\u00e4dagogischer Ansatz war ein zutiefst politischer, (und der Demokratie verpflichteter) in etwa dem heutigen Wirken von Paolo Freire vergleichbar.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Freinets Ziel war eine tiefgreifende Demokratisierung von Schule, die den gesellschaftlich am Rande stehenden Kindern eine Chance zur Entfaltung ihrer M\u00f6glichkeiten und somit einer Steigerung ihrer Lebensqualit\u00e4t geben sollte. Seine P\u00e4dagogik sollte Kinder aus dem Stand der Unwissenheit \u2013 deren Ursache in ihrer sozialen Herkunft lag \u2013 befreien. In Bildung sah er den Schl\u00fcssel dazu, dem Teufelskreis von Unwissenheit und sozialer Schichtzugeh\u00f6rigkeit zu entkommen. Grundprinzipien seiner P\u00e4dagogik, wie Selbstverantwortlichkeit, Kooperation, Kommunikation, Freiheit und kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt sind Eckpfeiler integrativen Denkens.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Tragik des Propheten im eigenen Land zeigt sich an der Pers\u00f6nlichkeit der \u00f6sterreichischen Reformp\u00e4dagogik, Otto Gl\u00f6ckel. Er verstand es, Menschen f\u00fcr seine von ihm \u2013 unter der Mitwirkung namhafter Tiefen- und Entwicklungs\u00adpsychologen, Soziologen und P\u00e4dagoginnen \u2013 konzipierten neuen Schule so zu begeistern, dass viele bereit waren, auf die Stra\u00dfe zu gehen, um diese Schule f\u00fcr ihre Kinder zu verteidigen:<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 13.05pt 0.0001pt 35.45pt;\">\u201e<em>Hunderttausend M\u00e4nner und Frauen, V\u00e4ter und M\u00fctter, Arbeiter und Angestellte, zogen an diesem Nachmittag (18. 6. 1926) auf die Stra\u00dfe, um die Erhaltung und Fortf\u00fchrung eines Kulturwerkes zu verlangen, das ihnen allen l\u00e4ngst schon Herzensangelegenheit geworden war: Es war die neue Schule, die Schule des Volkes, die Schule Otto Gl\u00f6ckels<\/em>!\u201c<a id=\"ftnref16\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref16\" href=\"#ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Politik (und nicht diese Menschen) sprach das letzte Wort \u2013 und nicht nur \u00fcber die Schule des Otto Gl\u00f6ckel. Alle \u00f6sterreichischen Reformer (Vgl. Eichelberger, S. 17!) setzten sich, \u2013 auf die Weise ihrer Zeit \u2013 f\u00fcr Eingliederung und Unversehrtheit (dies sind die zwei Grundbedeutungen von Integration) von Kindern ein.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Der Bekanntheitsgrad ihres Werkes ist \u00e4u\u00dferst gering, obwohl auch ihre Anliegen die \u201e<em>emotionale und soziale Dimension von Erziehung und Unterricht, eine tiefgreifende Demokratisierung aller p\u00e4dagogischen Bereiche und die Orientierung an den Bed\u00fcrfnissen der Heranwachsenden<\/em>\u201c waren.<a id=\"ftnref17\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref17\" href=\"#ftn17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Allen \u2013 ob b\u00fcrgerlich oder sozialistisch orientierten \u2013 reformp\u00e4dagogischen Ans\u00e4tzen ist die Kritik an der verzopften Lern- und Drillschule gemeinsam. Kein Reformp\u00e4dagoge hat sich mit der Frage der Integration, wie wir sie heute verstehen (allumfassend und unteilbar), auseinandergesetzt; aber Integration ist ohne die grundlegenden Gedanken der Reformp\u00e4dagogik weder denk- noch realisierbar.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Viele Elemente der Reformp\u00e4dagogik wie Selbstt\u00e4tigkeit, Individualisierung, Kooperation, Sinneslernen, Entwicklungsmaterialien, freie Arbeitsformen u.v.m. haben Eingang in das Regelschulwesen gefunden. Die traditionellen Strukturen unserer Schule wie Gliederung nach Schultypen, Lehrpl\u00e4ne, Jahrgangsklassen oder Leistungsbeurteilung hielten bislang jeder Reform stand.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt;\">Integration kann innerhalb der selektionierenden und segregierenden Traditionen unseres Schulsystems nicht glaubhaft verwirklicht werden. Die gesellschafts- und bildungspolitischen Antworten auf dieses Faktum werden zeigen, wie wahrhaftig die Sache der Integration vertreten wird.<\/p>\n<h2>Integration in \u00d6sterreich<\/h2>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Der \u00f6sterreichische Weg zu Integration vollzog bzw. vollzieht sich \u2013 wie ich meine \u2013 in zwei Etappen:<\/p>\n<p style=\"text-indent: 13.6pt;\">Auf Grund des Wirkens \u00f6sterreichischer Schulreformer blickte die ganze Welt (f\u00fcr kurze Zeit) nach Wien, das die Hauptstadt des Kindes genannt wurde. Das Wiener Allgemeine Schulwesen sowie das Wiener Sonderschulwesen waren Errungenschaften ihrer Zeit, die nachzuahmen angestrebt wurde. \u201eNichtbehinderte\u201c Kinder konnten sich handelnd die Welt vertraut machen. \u201eBehinderte\u201c Kinder mussten nun nicht mehr entweder zu Hause versteckt werden oder ihre gesamte Schulzeit in der ersten Volksschulklasse auf der Eselsbank verbringen, sondern wurden auf eine ihnen gem\u00e4\u00dfe Weise beschult. (Physisches Zusammensein ist kein Kriterium f\u00fcr Integration.)<\/p>\n<h3>Exkurs zur Sonderschule<\/h3>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Die Geschichte der Sonderschule ist sehr widerspr\u00fcchlich, muss aber insgesamt als eine Geschichte der Irrt\u00fcmer bezeichnet werden:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Sonderschulen waren \u2013 historisch gesehen \u2013 notwendig, weil sich die Allgemeine Schule f\u00fcr Kinder, die besonderer Betreuung und Hinwendung bedurften, nicht verantwortlich bzw. zust\u00e4ndig f\u00fchlen wollte. Indem sich die Sonderschule auf vorbildliche Weise dieser Kinder annahm, besiegelte sie deren Ausschluss. Der Preis f\u00fcr diese besondere Zuwendung war Stigmatisierung und Scham.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Eine Analyse der Gr\u00fcnde, die zu diesem p\u00e4dagogischen Ausschluss f\u00fchrten, der dann mit dem sozialen einherging, zeigt auf, dass p\u00e4dagogische Unzul\u00e4nglichkeit und p\u00e4dagogisches Desinteresse die eigentlichen Ursachen daf\u00fcr waren, dass bestimmte Kinder nicht in der Regelschule verbleiben durften. Die Tragik des schulischen Schicksals dieser Kinder war, dass sie nicht besondere Schulen, sondern eine besondere P\u00e4dagogik (nicht die Sonderp\u00e4dagogik ist hier gemeint!) gebraucht h\u00e4tten. Aus Kindern mit speziellen Bed\u00fcrfnissen wurden behinderte Sonderschulkinder. Gesellschafts-, wirtschafts- und bildungspolitische \u00dcberzeugungen waren der Humus, auf dem schulische Selektion und Segregation gedeihen konnten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt;\">Im Zuge der Integrationsdiskussion in \u00d6sterreich mussten sehr viele in Sonderschulen T\u00e4tige zu Unrecht als S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr Selektion und Segregation herhalten, obwohl sie nicht deren Verursacher waren. Ich habe in dieser Diskussion immer das Beispiel Italien bem\u00fcht, das erste europ\u00e4ische Land, in dem schulische Integration Wirklichkeit wurde. Stets aber habe ich hervorgehoben, dass es in diesem Land (fast) keine Sonderschulen gegeben hatte. Um Integration zu verwirklichen, mussten in Italien keine Schulen aufgel\u00f6st werden und keine Lehrer um ihre Zukunft bangen. Italien war mir immer Beispiel f\u00fcr gesellschaftlich gelebte Integration, w\u00e4hrend die diesbez\u00fcglichen p\u00e4dagogischen Bem\u00fchungen in der Schule mir stets unbefriedigend erschienen.<\/p>\n<h2>Die Integrative P\u00e4dagogik<\/h2>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Als Kind des 21. Jh. stellt sich die Integrative P\u00e4dagogik \u2013 die traditionellen Anliegen und Prinzipien der Reformp\u00e4dagogik vertretend und erg\u00e4nzend \u2013 der neuen p\u00e4dagogischen Herausforderung und findet in einer Symbiose aus Altem und Neuem Wege, diese \u2013 im Geiste von Humanisierung und Demokratisierung \u2013 p\u00e4dagogische Realit\u00e4t werden zu lassen. Ich selbst fand, nach einiger Suche, in der Montessori-P\u00e4dagogik eine ausgezeichnete M\u00f6glichkeit, Unterricht integrativ zu gestalten.<a id=\"ftnref18\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref18\" href=\"#ftn18\">[18]<\/a> Es sei aber nicht verschwiegen, dass auch hier noch viel integrative Pionierarbeit vonn\u00f6ten ist.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die Integrative P\u00e4dagogik ist eine P\u00e4dagogik f\u00fcr alle Kinder und f\u00fcr alle Schulen, nach deren Verst\u00e4ndnis jede Klasse als Integrationsklasse zu sehen ist. Ihr Anliegen ist es, das hochbegabte und das schwachbegabte Kind seinen Entwicklungsbed\u00fcrfnissen gem\u00e4\u00df in Kooperation miteinander ganzheitlich zu fordern und zu f\u00f6rdern. Sie ist somit \u2013 auch \u2013 eine P\u00e4dagogik f\u00fcr den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Das behinderte Kind ist in der Integrativen P\u00e4dagogik kein Kind mit Defekten, sondern \u2013 wie alle anderen \u2013 ein besonderes Kind mit einer Vielzahl von Eigenschaften und F\u00e4higkeiten, dessen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten \u2013 wie die aller Kinder \u2013 ausbauf\u00e4hig, aber auch begrenzt sind. Die Begriffe behindert bzw. nichtbehindert werden in der Integrativen P\u00e4dagogik gegenstandslos, da jedes Kind als kompetent im Rahmen seiner biographischen M\u00f6glichkeiten handelnd gesehen wird und der Ma\u00dfstab seiner Lernprozesse das eigene Leistungsverm\u00f6gen und nicht eine fiktive Leistungsnorm ist.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Unterricht, der unter diesen Vorzeichen steht, nimmt \u201e<em>einige Momente einer zuk\u00fcnftigen Schule vorweg: ein hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t (alle Kinder werden auf ihren jeweiligen Entwicklungsniveaus gefordert), Beweglichkeit hinsichtlich des Lernstoffes und des Lerntempos, Ann\u00e4herung von Kopf- und Handarbeit durch handelnden Unterricht, Ganzheitlichkeit im Sinne einer Integration von kognitivem, affektivem und sozialem Lernen.<\/em>\u201c<a id=\"ftnref19\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref19\" href=\"#ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Wie der Freinet\u2018schen P\u00e4dagogik ist es auch der Integrativen P\u00e4dagogik ein Anliegen, Kinder und Jugendliche \u2013 im Kontext der Probleme des beginnenden 21. Jahrhunderts \u2013 \u201efrei\u201c zu machen. Frei vom Denken in Kategorien von Rasse, ethnischer Herkunft, Behinderung\/Nichtbehinderung, vom Joch des Qualifikationswahns, vom Zwang der Befriedigung st\u00e4ndig neuer, k\u00fcnstlich geschaffener Bed\u00fcrfnisse, von der Logik der Mauern in unseren K\u00f6pfen, vom Mythos der \u201e<em>Undurchschaubarkeit und somit der Unver\u00e4nderbarkeit der Welt<\/em>\u201c.<a id=\"ftnref20\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref20\" href=\"#ftn20\">[20]<\/a> Frei f\u00fcr die Suche nach Formen menschlichen Zusammenlebens, die vom Gedanken der Solidarit\u00e4t, des Teilens und Verteilens, von menschlichem Ma\u00df gepr\u00e4gt sind und in denen \u201e<em>Gl\u00fcck, Leid, Hoffnung, Sorge, Scham Kategorien p\u00e4dagogischen Denkens und Handelns<\/em>\u201c<a id=\"ftnref21\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref21\" href=\"#ftn21\">[21]<\/a> sind.<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 13.05pt 0.0001pt 35.45pt;\">\u201e<em>Schulische Integration ist keine p\u00e4dagogische Mode, sie ist, im wahrsten Sinn des Wortes, eine notwendige Entwicklung<\/em>.\u201c<a id=\"ftnref22\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref22\" href=\"#ftn22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Im Zuge der Diskussion um schulische Integration und deren p\u00e4dagogischen Umsetzung f\u00e4llt meist der Begriff Therapie, mit dem Hinweis, dass nur Sonderschulen selbige gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnten (Therapie war\/ist eines der traditionellen Legitimierungsinstrumente f\u00fcr besondere Beschulung). Milani-Comparetti, Roser und Feuser zeigen auf, dass ein ver\u00e4ndertes, nicht defektorientiertes Menschenbild, wie es dem integrativen Gedanken zugrunde liegt, herk\u00f6mmliche Therapie in Frage stellt, wenn nicht sogar oft als Humbug entlarvt.<a id=\"ftnref23\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref23\" href=\"#ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Individuelle p\u00e4dagogische Hilfe \u2013 ich lehne den einer medizinischen Sichtweise verhafteten und verh\u00e4ngnisvollen Begriff Therapie in der Schule ab \u2013 ist Teil integrativen Unterrichts. Diese Hilfe erfolgt im Dialog mit dem Kind und orientiert sich immer am ganzen Menschen in seinem individuellen So-Sein. Ihre Eingebettetheit in ein ganzheitliches Lebensumfeld ist ihre Voraussetzung und bereits Teil ihrer selbst.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Grundlage integrativen Unterrichts ist die p\u00e4dagogische Beobachtung (nicht Diagnostik), auf Grund derer Unterricht gestaltet und entsprechend notwendige, individuelle Hilfe geboten wird. Es bedarf hierzu einer besonderen Schule, nicht aber einer Sonderschule.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt;\">Integrative P\u00e4dagogik ist als \u00dcbergangsbegriff anzusehen, der dann ausgedient hat, wenn die neue Allgemeine P\u00e4dagogik die Wahrung der Grundbed\u00fcrfnisse, d.h. der Rechte aller Kinder, in einem gemeinsamen Arbeits-, Spiel- und Lebensraum Schule wahrnimmt. (Im \u00dcbrigen pl\u00e4diere ich daf\u00fcr , das \u201eWort\u201c Integration ehestm\u00f6glich durch ein anderes zu ersetzen, damit endlich der Blick auf die ihm immanente Idee nicht mehr getr\u00fcbt wird.)<\/p>\n<h3>Kritische Bemerkungen<\/h3>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Der Tenor der im Augenblick in allen Medien gef\u00fchrten Diskussion<a id=\"ftnref24\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref24\" href=\"#ftn24\">[24]<\/a> um Integration in die Sekundarstufe best\u00fcrzt mich tief:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Integration wird lediglich als Synonym f\u00fcr die schulische Eingliederung \u201egeistig behinderter\u201c Kinder in die Sekundarstufe verstanden.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die gesellschaftspolitische Dimension der Integrationsbewegung, dass Integration Teil einer gesellschaftlichen Umorientierung im Sinn des Frommschen \u201eSeins\u201c und nicht des \u201eHabens\u201c ist, wird nicht einmal im Ansatz angesprochen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ich empfinde es als unertr\u00e4glich und zynisch, wenn Vertreter katholischer Familienverb\u00e4nde und christliche Lehrervertreter lautstark in der \u00d6ffentlichkeit kundtun, dass ihr Herz f\u00fcr die behinderten Kinder schl\u00fcge und sie auf deren Seite st\u00fcnden, gleichzeitig aber diese Kinder \u2013 zu ihrem eigenen Wohle \u2013 in Sonderschulen am besten aufgehoben wissen wollen. Es stellt sich mir die Frage, an wessen Wohl dabei gedacht wird! Ich w\u00fcnsche mir, dass christliche N\u00e4chstenliebe auch au\u00dferhalb der Mauern von Sonderinstitutionen unter Beweis gestellt wird.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Gewerkschaftern wird es \u00fcberlassen, die p\u00e4dagogische Dimension von Integration in der \u00d6ffentlichkeit zu kommentieren. Diese d\u00fcrfen sogar integrativ arbeitende Lehrerinnen als Verbrecher an Kindern verunglimpfen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ohne gewisse Voraussetzungen und Rahmenbedingungen ist qualit\u00e4tsvolle schulische Integration nicht m\u00f6glich. Leider ist gegenw\u00e4rtig eine Tendenz zur Verschlechterung selbiger zu bemerken. Nicht Integration gilt es in Frage zu stellen, sondern Integrationsgesetze, infolge derer integrative p\u00e4dagogische Standards nicht gehalten bzw. erreicht werden k\u00f6nnen. Die p\u00e4dagogischen Konzepte f\u00fcr integrativen Unterricht gibt es, inwieweit sie \u2013 zum Nutzen aller Kinder \u2013 zur Anwendung kommen k\u00f6nnen, h\u00e4ngt vom Konzept der Gesellschaft bez\u00fcglich des Umgangs mit ihren schw\u00e4chsten Mitgliedern ab. Integration ist somit keine Frage p\u00e4dagogischen, sondern politischen Wollens, wobei eines klar sein muss: Ein bisschen Integration gibt es nicht!<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Im Augenblick ist der Gebrauch eines neuen \u201eIntegrationsvokabulariums\u201c festzustellen, das h\u00e4ufig alten Geist unter dem Deckmantel neuer Termini verbirgt. Begriffe wie \u201eSPF-Kinder\u201c (Kinder mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf), \u201eSPZ\u201c (Sonderp\u00e4dagogisches Zentrum) und F\u00f6rderdiagnostik d\u00fcrfen nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass durch die im Wesentlichen unver\u00e4nderten Strukturen und Instrumente unseres Schulsystems weiterhin Selektion und Segregation betrieben wird. Wenn \u201egeistig behinderten\u201c Kindern, nicht aber \u201eHauptschulkindern\u201c Zugang zur AHS gew\u00e4hrt wird, kann von Integration nicht gesprochen werden. Es gibt deren Beispiele mehr.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt;\">Ich stehe nicht an, die vielen kleineren und gr\u00f6\u00dferen Fortschritte im Bereich der Integration zu w\u00fcrdigen, die in unserer Schule Platz gegriffen haben. Sie k\u00f6nnen und d\u00fcrfen aber nur als erste Schritte auf dem Weg zu einer Schule der Integration gesehen werden.<\/p>\n<h2>Perspektiven<\/h2>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt;\">Ein neuer Lehrplanentwurf f\u00fcr P\u00e4dagogische Akademien sieht (nebst den bereits gesetzten integrativen Akzenten) eine Vielzahl von integrationsp\u00e4dagogischen Ausbildungsinhalten in allen Studienbereichen vor. Jeder im Bereich der Lehrerbildung T\u00e4tige und jeder Studierende wird sich in Hinkunft dieser Thematik vermehrt widmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ich denke, dass trotz dieser integrativen Bem\u00fchungen der wichtigste Schritt im Bereich der Lehrerausbildung noch aussteht: die Abschaffung der getrennten Ausbildungsg\u00e4nge f\u00fcr die Lehr\u00e4mter an Volks-, Haupt- und Sonderschulen. In Hinkunft sollte es f\u00fcr die Grundstufe und die Sekundarstufe 1 nur noch zwei Ausbildungsg\u00e4nge geben, in denen die Inhalte von Sonderp\u00e4dagogik und Allgemeiner P\u00e4dagogik eine humanwissenschaftliche und didaktische Einheit bilden. Dieses Konzept scheint Utopie; entscheidet man sich jedoch daf\u00fcr, den Weg der Integration zu beschreiten, muss es Realit\u00e4t werden, denn \u00e4u\u00dfere trennende, schulische Organisationsstrukturen sind ein Zeichen f\u00fcr den Fortbestand von Selektion und Segregation und verhindern das Entstehen neuer ganzheitlicher Denkstrukturen, die die Grundlage jeglicher Arbeit im Bereich der Integration darstellen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Lehrerbildner m\u00fcssen klare Position beziehen. Die Vielzahl der Forschungs\u00adergebnisse, die alle in Richtung Integration weisen, muss Orientierungshilfe sein. Auch Martin Bubers \u2013 in ihrer Schlichtheit und Tiefe unerreichte \u2013 Aussage, dass der \u201eMensch am Du zum Ich\u201c wird, kann hierbei Hilfe sein.<a id=\"ftnref25\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref25\" href=\"#ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ich bin der Meinung, dass alle Studierenden Bereitschaft zeigen sollten, sich mit dem komplexen Thema der Integration eingehend zu besch\u00e4ftigen, da integrativer Unterricht einen wesentlichen Bestandteil ihrer k\u00fcnftigen Berufswirklichkeit darstellt. Keine k\u00fcnftige Lehrerin, kein k\u00fcnftiger Lehrer kann heute davon absehen, sich mit neuen p\u00e4dagogischen Konzepten, neuen Formen von Schule und einem neuen Rollen- und Aufgabenverst\u00e4ndnis auseinanderzusetzen, welch Altersstufe auch immer sie\/er zu unterrichten sich entschieden hat. Sie alle werden sich \u2013 im Team \u2013 f\u00fcr alle Kinder ihrer Klasse verantwortlich und zust\u00e4ndig f\u00fchlen und, mit einem umfassendem p\u00e4dagogischem Repertoire ausgestattet, gemeinsam Wege finden, dieser gro\u00dfen p\u00e4dagogischen und menschlichen Herausforderung gerecht zu werden. Es sei ihnen nicht verschwiegen, da \u201edie Ausbildung eines Lehrers nie zu Ende geht\u201c, wie Gabi Br\u00fchne in ihrem subjektiven Konzept (Vgl. S. 187!) der Lehrerbildung treffend meinte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Ich sprach bereits vor 15 Jahren in diesem Haus \u00fcber Integration. Viele h\u00f6rten damals zum ersten Mal davon. Integration, noch dazu von \u201egeistig behinderten\u201c Kindern, schien undenkbar und dennoch wurde diese Utopie rasch (zu rasch?) p\u00e4dagogische Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Die \u00f6sterreichischen Kinder haben \u2013 vielen Prophezeiungen zum Trotz \u2013 die Schule nicht als Analphabeten abgeschlossen, sondern als Kinder mit sehr vielf\u00e4ltigem Wissen um die Welt und um die Vielfalt des Menschseins. Wir d\u00fcrfen dennoch die Augen nicht davor verschlie\u00dfen, dass noch viel p\u00e4dagogische Entwicklungs- und Bewusstseinsarbeit vor uns liegt, um die postaufkl\u00e4rerische Idee von Integration qualit\u00e4tsvolle p\u00e4dagogische Praxis werden zu lassen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.0001pt; text-indent: 13.6pt;\">Immer wieder sind mir die Worte Karl K\u00f6ppels Wegweiser und Mahner zugleich:<\/p>\n<p>\u201e<em>Schulische Integration ist der Ausdruck eines Denkens, das im Grunde nicht neu ist, das aber in diesem Jahrhundert eine ganz entscheidende, wegweisende Entwicklung nahm. Dieses Denken, von dem hier die Rede ist, erlaubt uns gleichzeitig einen Blick in die Zukunft, die den drohenden Zerst\u00f6rungen der Welt, von der Biosph\u00e4re bis zur Autonomie des Individuums, Hoffnung entgegenzusetzen imstande ist. Es gibt eine Reihe neuer (und alter) Konzepte, die uns die Grundlagen zur Neubetrachtung scheinbar unverr\u00fcckbarer Thesen \u00fcber die Welt liefern k\u00f6nnen. Im Bereich der Schule werden zum Beispiel die Begriffe des Lernens, der Intelligenz, der Vererbung, und auch der Pathologie, der Diagnostik, der Therapie und nicht zuletzt des Organisationssystems einer gr\u00fcndlichen Revision unterworfen werden m\u00fcssen. Sch\u00fcler und Lehrer werden nicht mehr das sein k\u00f6nnen, was sie bisher waren<\/em>.\u201c<a id=\"ftnref26\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"_ftnref26\" href=\"#ftn26\">[26]<\/a><\/p>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Beck, J.\/Wellershoff, H<\/em>., SinnesWandel. Die Sinne und die Dinge im Unterricht, Frankfurt\/M. 1989<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Bews, S.<\/em>, Integrativer Unterricht in der Praxis, \u00d6sterr. Studienverlag 1992<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Hug, R. (Hg.)<\/em>, Integration in der Schule der 10- bis 14J\u00e4hrigen, \u00d6sterr. Studienverlag 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Schley, W. (Hg.)<\/em>, Integrationsklassen in Hamburger Gesamtschulen, Hamburg&nbsp;1992<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Sch\u00fcler, J.,<\/em> Integrative Schule \u2013 integrativer Unterricht. Ratgeber f\u00fcr Eltern und Lehrer, Hamburg 1993<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">Schulheft: Behinderten Integration. Geschichte eines Erfolges, Schulheft 70\/1993<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">TAFIE (Hg): P\u00e4dagogik und Therapie ohne Aussonderung, TAFIE, Innsbruck 1990<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 0.0001pt 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Valtin, R. (Hg.)<\/em>, Gemeinsam leben \u2013 gemeinsam lernen. Arbeitskreis Grundschule, Frankfurt\/Main 1991<\/p>\n<p style=\"margin-left: 13.6pt; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><em>Wocken, H. (Hg.),<\/em> Integrationsklassen in Hamburg, Oberbiel 1987<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref1\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn1\" href=\"#ftnref1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Feuser, G., In: Eberwein, (Hg.), Behinderte und Nichtbehinderte lernen gemeinsam, Weinheim und Basel 1990, S. 171<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref2\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn2\" href=\"#ftnref2\">[2]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche zwischen Integration und Aussonderung, Darmstadt 1995, S. 173<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref3\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn3\" href=\"#ftnref3\">[3]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 173<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref4\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn4\" href=\"#ftnref4\">[4]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Wieser, I., Schule ohne Aussonderung. In: Meister-Steiner B. (Hg.), Blinder Fleck und rosarote Brille, Thaur 1989, S. 120<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref5\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn5\" href=\"#ftnref5\">[5]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Gemeint ist das Symposium \u201eLebendige Reformp\u00e4dagogik\u201c, P\u00e4dagogische Akademie des Bundes in Wien, Oktober 1996<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref6\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn6\" href=\"#ftnref6\">[6]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Comenius, Johann, Amos, Gro\u00dfe Didaktik. Die vollst\u00e4ndige Kunst, alle Menschen alles zu lehren. Hrsg. von Andreas Flitner, Stuttgart 1992<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref7\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn7\" href=\"#ftnref7\">[7]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Comenius, Johann, Amos, Orbis, Sensualium Pictus. Hoc est, Omnium fundamentalium in Mundo Rerum &amp; in Vit\u00e2 Actionum, Pictura &amp; Nomenclatura<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref8\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn8\" href=\"#ftnref8\">[8]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 14<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref9\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn9\" href=\"#ftnref9\">[9]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Rousseau, J., Emile oder \u00fcber Erziehung. Hg. von L. Schmidt, 1978, S. 57<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref10\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn10\" href=\"#ftnref10\">[10]<\/a> &nbsp; Rousseau, J., in: Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 136<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref11\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn11\" href=\"#ftnref11\">[11]<\/a> &nbsp; Rousseau, J., in: Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 57<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref12\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn12\" href=\"#ftnref12\">[12]<\/a> &nbsp; Montessori, Maria, Die Entdeckung des Kindes, Freiburg 1969, S. 31<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref13\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn13\" href=\"#ftnref13\">[13]<\/a> &nbsp; Bintinger, G.\/Paulis, R., Integrativer Unterricht auf Basis der Montessori P\u00e4dagogik \u2013 ein Erfahrungsbericht. In: Haberl, Herbert (Hg.), Montessori-P\u00e4dagogik, Wien 1994, S.&nbsp;178<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref14\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn14\" href=\"#ftnref14\">[14]<\/a> &nbsp; Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 149<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref15\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn15\" href=\"#ftnref15\">[15]<\/a> &nbsp; Ellger-R\u00fcttgardt, S., Historische Aspekte der gemeinsamen Bildung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher. In: Severinsky, N. (Hg.), Gemeinsame Bildung Behinderter und Nichtbehinderter, H\u00f6bersdorf 1995, S. 17<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref16\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn16\" href=\"#ftnref16\">[16]<\/a> &nbsp; Achs, O.\/Krassnigg, A., Drillschule-Lernschule-Arbeitsschule, Wien 1974, S. 7<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref17\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn17\" href=\"#ftnref17\">[17]<\/a> &nbsp; Adam, E. (Hg.), Die \u00f6sterreichische Reformp\u00e4dagogik 1918 \u2013 1938, Klagenfurt 1981, S.&nbsp;9<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref18\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn18\" href=\"#ftnref18\">[18]<\/a> &nbsp; Vgl. Bintinger, G.,\/Paulis, R., in: Haberl, H. (Hg.), Integrativer Unterricht &#8230;, Wien 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref19\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn19\" href=\"#ftnref19\">[19]<\/a> &nbsp; Deppe-Wolfinger, H., Integration im Widerspruch von \u00d6konomie, Politik und P\u00e4dagogik. In: Eberwein, H. (Hg.), Behinderte und Nichtbehinderte lernen gemeinsam, Weinheim-Basel 1990, S. 20<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref20\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn20\" href=\"#ftnref20\">[20]<\/a> &nbsp; Beck, J., 2. Europ. Bildungsgespr\u00e4ch, Wien 1996<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref21\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn21\" href=\"#ftnref21\">[21]<\/a> &nbsp; Beck, J., Europ. Bildungsgespr\u00e4ch, 1996<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref22\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn22\" href=\"#ftnref22\">[22]<\/a> &nbsp; K\u00f6ppel, Karl, Schulische Integration im Kontext. In: Erziehung und Unterricht, Wien&nbsp;1989\/5, S.&nbsp;269<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref23\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn23\" href=\"#ftnref23\">[23]<\/a> &nbsp; Milani-Comparetti, Roser, L., F\u00f6rderung der Normalit\u00e4t in der Rehabilitation \u2013 Voraussetzung f\u00fcr die reale Anpassung Behinderter. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 81\/4<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 3pt 13.6pt; text-align: left; text-indent: -13.6pt;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref24\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn24\" href=\"#ftnref24\">[24]<\/a> &nbsp; Gemeint ist die Debatte im Herbst 1996 um die 17. SchOG-Novelle, die die Integration in den Schulen der 10 \u2013 14 j\u00e4hrigen Kinder gesetzlich verankern soll. Diese Novelle tritt mit dem Schuljahr 1997\/98 in Kraft.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref25\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn25\" href=\"#ftnref25\">[25]<\/a> &nbsp; Feuser, G., Behinderte Kinder und Jugendliche &#8230;, S. 87<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 3pt; text-align: left;\" align=\"left\"><a id=\"ftnref26\" style=\"vertical-align: super;\" name=\"ftn26\" href=\"#ftnref26\">[26]<\/a> &nbsp; K\u00f6ppel, K., Schulische Integration, 1989, S. 269<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Weg, den die Schwachen gehen, um sich zu st\u00e4rken, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-581","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reformpaedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/581\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}