{"id":611,"date":"2014-04-04T12:11:59","date_gmt":"2014-04-04T12:11:59","guid":{"rendered":"?p=611"},"modified":"2022-10-28T08:18:02","modified_gmt":"2022-10-28T08:18:02","slug":"dalton-gruppenorganisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=611","title":{"rendered":"Dalton-Gruppenorganisation"},"content":{"rendered":"\n<p>Fr\u00fcher sollte eine Klasse zuh\u00f6ren oder arbeiten. In Stille. Nach der Erkl\u00e4rung f\u00fcr die ganze Klasse kamen das individuelle Wiederholen, Ein\u00fcben, Anwenden. Raum und Gelegenheit, einen eigenen Weg zu suchen, gab es dabei nicht. Dennoch wollen die Kinder selber neue Sachen entdecken, eine Entdeckungsreise durch den Lernstoff machen. Die Lernumgebung soll Kinder herausfordern, solch eine Entdeckungsreise anzufangen. Selber aktiv Probleme zu l\u00f6sen, lehrt Kinder, selbst\u00e4ndig nachzudenken und besser zu verstehen. Still sitzen und den Mund halten sind nicht die Eigenschaften, f\u00fcr welche man ein Kind belohnen sollte. Wichtiger f\u00fcr die Entfaltung des Menschen ist es zu lernen, wie Freiheit handzuhaben ist. Die Schule kann vermitteln, dass Freiheit etwas anderes bedeutet als Z\u00fcgellosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00f6hner, Roel: Dalton-Gruppenunterricht. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformp\u00e4dagogik. Innsbruck 1997. StudienVerlag<\/p>\n\n\n\n<p>Roel Roener<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dalton-Gruppenorganisation<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche mir eine B\u00e4ckerei. Jeden Tag backe ich entz\u00fcckendes, warmes Brot. Meine Kunden kommen lachend in den Laden und haben so viel Auswahl, dass sie kaum wissen, f\u00fcr welches Brot sie sich heute entscheiden sollen. Es riecht so herrlich, am liebsten fangen alle gleich mit dem Essen an.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einf\u00fchrung<\/h3>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher sollte eine Klasse zuh\u00f6ren oder arbeiten. In Stille. Nach der Erkl\u00e4rung f\u00fcr die ganze Klasse kamen das individuelle Wiederholen, Ein\u00fcben, Anwenden. Raum und Gelegenheit, einen eigenen Weg zu suchen, gab es dabei nicht. Dennoch wollen die Kinder selber neue Sachen entdecken, eine Entdeckungsreise durch den Lernstoff machen. Die Lernumgebung soll Kinder herausfordern, solch eine Entdeckungsreise anzufangen. Selber aktiv Probleme zu l\u00f6sen, lehrt Kinder, selbst\u00e4ndig nachzudenken und besser zu verstehen. Still sitzen und den Mund halten sind nicht die Eigenschaften, f\u00fcr welche man ein Kind belohnen sollte. Wichtiger f\u00fcr die Entfaltung des Menschen ist es zu lernen, wie Freiheit handzuhaben ist. Die Schule kann vermitteln, dass Freiheit etwas anderes bedeutet als Z\u00fcgellosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kind kann nicht fr\u00fch genug damit anfangen zu lernen, die eigenen M\u00f6glichkeiten handzuhaben. Deswegen ist das Prinzip der Freiheit in einer Daltonschule so wichtig. Ein sechsj\u00e4hriges Kind wird die Freiheit in anderer Weise erleben als ein zw\u00f6lfj\u00e4hriges. Beide sollen aber M\u00f6glichkeiten haben, um ihre eigene Form der Freiheit zu erleben und auch die Grenzen zu entdecken, bis zu welchen sich ihre Freiheit ausdehnen kann. Mit dem auferlegten Pensum bekommt ein Kind das Gef\u00fchl f\u00fcr Mitverantwortung. Und mit der Anregung dieser Verantwortung k\u00f6nnen wir schon fr\u00fch anfangen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das h\u00e4usliche Pensumbrett<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir f\u00fchren das h\u00e4usliche Pensum als erste Pensumaufgabe ein und machen Kinder damit schon bald mitverantwortlich f\u00fcr den \u201eHaushalt\u201c des Klassenzimmers. Wir reden dabei bewusst von \u201ePensum\u201c, weil wir mit dem h\u00e4uslichen Pensum und mit dem sp\u00e4ter angebotenen \u201eArbeitspensum\u201c deutlich machen wollen, dass der Begriff Pensum mit Verantwortung identisch ist. Alle Kinder der Klasse sind beim h\u00e4uslichen Pensum einbezogen. Der Lehrer hat beschlossen, welche h\u00e4uslichen Aufgaben von den Kindern geleistet werden k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Pflanzen gie\u00dfen,<\/li><li>Tische sauber machen,<\/li><li>Wandtafel reinigen,<\/li><li>Schr\u00e4nke aufr\u00e4umen,<\/li><li>Materialien austeilen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>In unserer Schule fertigten wir ein spezielles h\u00e4usliches Pensumbrett in der Gestalt eines Apfels an. Wir machten es aus Sperrholz und f\u00e4rbten es gr\u00fcn. F\u00fcr jede Aktivit\u00e4t wurde ein Symbol oder Piktogramm entworfen. Solange Kinder noch nicht lesen k\u00f6nnen, ist ein Symbol notwendig; sp\u00e4ter k\u00f6nnen wir f\u00fcr \u00e4ltere Kinder die Begriffe f\u00fcr die h\u00e4uslichen Aktivit\u00e4ten benutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Karten mit den Piktogrammen sind am Apfel befestigt worden. Von jedem Kind in der Klasse ist eine Fotografie auf eine kleine Karte geklebt worden, der Name wurde darunter geschrieben. Der Lehrer kann f\u00fcr jeden Tag oder f\u00fcr jede Woche mit der Gruppe besprechen, welche Kinder bestimmte Aktivit\u00e4ten verrichten werden. In diesem Augenblick wei\u00df auch jedes Kind, wer f\u00fcr welche Aufgabe verantwortlich ist und so findet spontan eine Art sozialer Kontrolle statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir auch die j\u00fcngsten Kinder in unseren Schulen in den Arbeitsprozess einbeziehen, sie mitverantwortlich machen wollen, so werden wir ihnen auch Einsicht in den Prozess geben m\u00fcssen. Es versteht sich, dass dies nur teilweise m\u00f6glich und notwendig ist. Helen Parkhurst sagt irgendwo in ihrem Buche \u201eEducation on the Dalton Plan\u201c<a id=\"ftnref1\" style=\"vertical-align: super;\" href=\"#ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>: \u201eGive the children the goal of the activities\u201c (Gebt den Kindern das Ziel der Aktivit\u00e4ten). Das Einsicht-Vermitteln f\u00f6rdert die Beteiligung und wenn Kinder wissen, wie der Tag verlaufen wird, wird dies das Mitdenken in der Programmorganisation sogar f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tagesrhythmuspakete geben die M\u00f6glichkeit, das Programm eines jeden Tages zu visualisieren. Der Effekt ist, dass die Kinder sich an die Struktur des Schullebens gew\u00f6hnen und gleichzeitig ein Gef\u00fchl der Sicherheit vermittelt wird. Jetzt, wo wir den Auftrag haben, den Integrationsunterricht zu gestalten, sowohl in \u00d6sterreich wie in den Niederlanden, bieten die Tagesrhythmuspakete M\u00f6glich\u00adkeiten f\u00fcr:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>lebhafte Kinder,<\/li><li>Kinder mit Versagensangst,<\/li><li>tr\u00e4umerische Kinder,<\/li><li>initiativlose Kinder.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorbereitung<\/h3>\n\n\n\n<p>Entschlie\u00dfen Sie sich, welche Karten an der Wand h\u00e4ngen k\u00f6nnen, rechnen Sie dabei mit einem Raum f\u00fcr etwa 10 Karten. H\u00e4ngen Sie die Karten so hoch, oder besser so niedrig, dass die Kinder sie selbst aufh\u00e4ngen k\u00f6nnen. Die Karten haben Symbole, Piktogramme f\u00fcr alle Aktivit\u00e4ten. Mit diesen Karten in der richtigen Reihenfolge k\u00f6nnen wir das Programm f\u00fcr einen Morgen, einen Nachmittag oder f\u00fcr einen ganzen Tag angeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einf\u00fchrung<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn Sie die Karten bei den Kindern einf\u00fchren, nehmen Sie eine Karte nach der anderen, Karte f\u00fcr Karte einzeln. Die erste Karte betrifft das Kreisgespr\u00e4ch, das Miteinanderreden \u00fcber das, was in diesem Augenblick wichtig ist. Karte 1 hat das Symbol f\u00fcr diese Aktivit\u00e4t und sie wird aufgeh\u00e4ngt, nachdem die Aktivit\u00e4t stattgefunden hat. Kinder verstehen das Symbol besser, wenn sie sich soeben mit dieser Aktivit\u00e4t besch\u00e4ftigt haben. Eine Karte mit einem Pfeil h\u00e4ngt unter der Karte, die anzeigt, womit die Klasse gerade besch\u00e4ftigt ist und deutet in die Richtung der folgenden Aktivit\u00e4t. Nach einer \u201eSitzaktivit\u00e4t\u201c kommt immer eine \u00dcbergangsaktivit\u00e4t. Meine Erfahrung ist, da\u00df Schulen in L\u00e4ndern wie Tschechien und \u00d6sterreich diesem Wechsel viel Aufmerksamkeit schenken, mehr, als dies in den Niederlanden der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Daltonschulen ist das Pensum das Mittel, um die Ausgangspunkte zu realisieren. Sogar die j\u00fcngsten Kinder in der Schule (in den Niederlanden gehen sie gleich nach dem vierten Geburtstag zur Schule!) arbeiten mit Pensen. Das Arbeitspensum hat eine deutliche Struktur, womit wir den j\u00fcngsten Kindern Aufgaben bewusst machen. Das Pensum soll sehr klar umschrieben werden und die damit verbundene Verantwortung soll von den Kindern getragen werden k\u00f6nnen. Weil es wichtig ist, dass wir die Aufgaben f\u00fcr die Kinder visualisieren, benutzen wir ein Pensumbrett.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Arbeitspensumbrett f\u00fcr die j\u00fcngsten Kinder sieht folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n\n\n\n<p>In der waagerechten Linie, an der Oberseite des Brettes, sind die Symbole f\u00fcr die unterschiedlichen Aktivit\u00e4ten aufgenommen worden. Zur linken Seite des Brettes, in senkrechter Linie, finden wir die Namen der Kinder. Auch Kinder, die noch nicht lesen k\u00f6nnen, sind imstande dieses Brett zu benutzen, um zu zeigen, welche Aktivit\u00e4t sie verrichtet haben. Zum Brett geh\u00f6rt ein Korb mit Stiften in mehreren Farben. Jeder Tag der Woche hat in einer Daltonschule eine feste Farbe: der Montag ist z.B. rot, der Dienstag blau, der Mittwoch orange, der Donnerstag gr\u00fcn, der Freitag gelb. In einer Daltonschule haben Kinder w\u00e4hrend der Pensumstunden die Freiheit, selber eine Aktivit\u00e4t zu w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den j\u00fcngsten Kindern gibt es t\u00e4glich Zeiten, in denen sie mit dem Pensumbrett arbeiten, aber auch Zeiten, wo der Lehrer bestimmt, was gemacht werden soll. Wenn es eine Daltonstunde gibt, w\u00e4hlt das Kind eine Aktivit\u00e4t des Pensumbrettes, macht sich an die Arbeit und zeigt sie dem Lehrer, nachdem es mit der Aktivit\u00e4t fertig ist. Dann geht es zum Pensumbrett und steckt einen Stift in das Loch am Kreuzpunkt seines\/ihres Namens und der Aktivit\u00e4t. Die Aktivit\u00e4ten, etwa neun pro Woche, bilden das Wahlprogramm. Nach einer Woche bildet das Wochenpensumbrett eine Art von Matrix, worauf die Lehrerin allerhand Daten lesen kann, es bildet dann ja eine Zusammenfassung der Wahlaktivit\u00e4ten aller Kinder. Die Lehrerin schreibt diese Daten in eine \u201eFolgemappe\u201c. Meistens arbeiten die jungen Kinder morgens mit dem Pensumbrett. Alle Kinder haben nach dem Kreisgespr\u00e4ch eine Wahl. Wer fertig ist, kann noch eine zweite Aktivit\u00e4t w\u00e4hlen. F\u00fcr den Lehrer ist es wichtig zu beobachten, welche Aktivit\u00e4ten von den Kindern gew\u00e4hlt werden und wer mit wem zusammenarbeitet. Dadurch, dass man die Kinder beauftragt, mit dem Pensum fertig zu werden, regen wir das Gef\u00fchl der Verantwortung und Beteiligung an. Das fertige Pensum wird mittels des \u201eTagesfarbenstiftes\u201c markiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Arbeitspensum enth\u00e4lt im zweiten Teil des \u201eUnterbaues\u201c schon eine andere Charakteristik. Unter \u201eUnterbau\u201c versteht man in den Niederlanden die unteren, niedrigsten Klassen. Das Wochenpensumbrett wird auch in der Gruppe, die an die Kleinkindergruppe (Kindergartenalter) anschlie\u00dft, benutzt. In den Niederlanden ist dies Gruppe 3, im Alter von 6 \u2013 7 Jahren. Sobald die Kinder lesen k\u00f6nnen, ersetzt man die Karten mit den Symbolen durch Karten mit den Namen der unterschiedlichen Fachgebiete. Die Erkl\u00e4rung des Pensums ist meistens kurz. Das ist m\u00f6glich, weil das Pensum im Anfang nur Aufgaben enth\u00e4lt, die die Kinder selbst\u00e4ndig erledigen k\u00f6nnen. Um Kinder einen Pensumprozess zu lehren, ist es in der Anfangsphase wichtig, dass sie imstande sind, mit dem Pensum innerhalb der gesetzten Zeit fertig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Neuer Lernstoff wird in anderen Phasen angeboten, nach der Erkl\u00e4rung folgt immer kurz das \u00dcben. Weiteres \u00dcben kann innerhalb des Pensummodells sehr gut stattfinden. Den Kindern wird gelehrt, die Zeit so gut wie m\u00f6glich einzuteilen. Neben der Verarbeitung der Auftr\u00e4ge ist es gut, der Planung Aufmerksamkeit zu schenken. In dieser Phase wird etwa eine Stunde morgens mit dem Pensum gearbeitet, am Nachmittag gibt es noch Zeit, um das Pensum fertig zu machen, wenn dies notwendig sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pensum besteht zumeist aus drei Teilen, z.B. Rechnen, Schreiben und Lesen.<a id=\"ftnref2\" style=\"vertical-align: super;\" href=\"#ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Das Angebot wechselt jeden Tag. Jedes Kind darf selber die Reihenfolge f\u00fcr die Erledigung der Pensumteile bestimmen, aber auch den Ort, wo es arbeiten m\u00f6chte. Dieser kann auch au\u00dferhalb des Klassenzimmers sein. \u00dcberdies ist das Zusammenarbeiten mit andern Kindern erlaubt. Die selbst\u00e4ndige Arbeit gibt dem Lehrer die M\u00f6glichkeit, (Gruppen von) Kindern Sonderhilfe zu leisten. W\u00e4hrend der Pensumstunden herrscht ein lebhaftes Treiben in der Klasse. Kinder f\u00fchlen sich verantwortlich f\u00fcr den Verlauf der Sachen und darum findet Beratung fl\u00fcsternd statt. Aber wenn der Lehrer mit Sonderhilfe besch\u00e4ftigt ist, so st\u00f6rt man ihn nicht, weil die Kinder das Prinzip von \u201eaufgeschobener Aufmerksamkeit\u201c gelernt haben. Aufgeschobene Aufmerksamkeit bedeutet, dass die notwendige Hilfe in diesem Augenblick nicht vom Lehrer geleistet werden kann, aber sp\u00e4ter wohl. Der Lehrer legt z.B. einen roten Apfel auf seinen Tisch, und dies bedeutet, dass er nicht f\u00fcr jedermann zur Verf\u00fcgung ist, sondern sich mit einem bestimmten Kind oder mit einer Gruppe von Kindern besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Kinder werden in dieser Weise auch angeregt, mit andern zusammenzuarbeiten oder andere um Hilfe zu bitten. In einer Daltonklasse sind wir zusammen verantwortlich. Wenn ein Teil des Pensums fertig ist, steckt das Kind auch hier einen Stift an der richtigen Stelle ins Pensumbrett.<\/p>\n\n\n\n<p>In Gruppe vier arbeitet man nicht mehr mit diesem Brett, sondern hier gibt es ein Pensumbrett f\u00fcr alle Tage der Woche. Der Lehrer schreibt das Pensum f\u00fcr den Tag mit der entsprechenden Farbe auf das Pensumbrett. Dieses Brett hat dieselbe Einteilung wie die Pensumkarte der Sch\u00fcler. Oft werden die Pensumkarten in ein Pensumb\u00fcchlein f\u00fcr sechs Wochen aufgenommen. Die Kinder schreiben das Pensum vom Brett ab und wissen also, um welche Aufgaben es sich handelt. Jedes Kind darf selber entscheiden, mit welcher von den drei Aufgaben es sich zuerst besch\u00e4ftigen will. Manchmal entschlie\u00dfen sie sich in einer kleinen Gruppe dazu und treffen Arbeitsverabredungen mit anderen. Wenn ein Teil des Tagespensums fertig ist, malen die Sch\u00fcler mit der Tagesfarbe ein Quadrat hinter die Aufgabenstellung im Pensumb\u00fcchlein. Nachdem alle Aufgaben gemacht worden sind, wird die gemachte Arbeit zusammen mit dem Pensumb\u00fcchlein dem Lehrer gegeben. Der Lehrer schreibt die Beurteilung ins letzte Quadrat auf der Pensumkarte und \u00fcbernimmt diese Daten in einer \u201eFolgemappe\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Wochenpensum im Oberbau (das sind die h\u00f6chsten Klassen) werden Wochenpensen benutzt, nachdem die Kinder zuerst gelernt haben, die Arbeit f\u00fcr eine halbe Woche \u00fcber mehrere Tage zu verteilen. Wiederum gilt, dass Kinder, wenn sie m\u00f6glichst selbst\u00e4ndig arbeiten sollen, lernen m\u00fcssen, die gebotene Freiheit handzuhaben. Sie bestimmen ja selbst die Reihenfolge der T\u00e4tigkeiten, das Arbeitstempo und in erster Instanz auch, auf welche Weise man ihnen helfen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pensumerkl\u00e4rung ist kurz und zweckm\u00e4\u00dfig. Beim Daltonunterricht legt man gro\u00dfen Wert auf <em>selbstentdeckendes<\/em> Lernen, und zu diesem Ausgangspunkt geh\u00f6rt daher keine lange und vollst\u00e4ndige Erkl\u00e4rung aller Lernstoffunterteilungen. Die Gef\u00fchle der Beteiligung und der Befriedigung des selbstentdeckenden Lernens bewirken ein Lernergebnis, welches das Ergebnis bei ausf\u00fchrlicher Klassenerkl\u00e4rung weit \u00fcbertrifft. Der Lehrer kann individuellen Kindern oder kleinen Gruppen Sonderhilfe leisten, w\u00e4hrend eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe imstande ist, sich selbst\u00e4ndig mit dem Pensum zu befassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Daltonschule kennt <em>Pensumstunden<\/em> oder <em>Daltonstunden<\/em> f\u00fcr individuelle Arbeit und gemeinschaftliche Stunden f\u00fcr erg\u00e4nzende Erkl\u00e4rung, Geographie, Geschichte, Musik, K\u00f6rpererziehung und die kreativen (musisch-technischen) F\u00e4cher. Beide kommen abwechselnd und t\u00e4glich vor.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Daltonstunden haben die Kinder die Freiheit,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>selber die Arbeit einzuteilen,<\/li><li>selber das Arbeitstempo zu bestimmen,<\/li><li>zu w\u00e4hlen zwischen individueller Arbeit oder Zusammenarbeit,<\/li><li>jede Auskunftsquelle und Hilfe zu benutzen,<\/li><li>einen anderen Arbeitsraum als das Klassenzimmer zu w\u00e4hlen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das ganze Wochenpensum wird auf ein Pensumbrett geschrieben, das dieselbe Einteilung wie die Pensumkarte f\u00fcr die Sch\u00fcler hat. F\u00fcr jedes Lernfach werden die unterschiedlichen Aufgaben in mehreren Farben in der Reihenfolge der Tage aufgeschrieben. Die Kinder bekommen eine geschriebene und kopierte Pensum\u00adkarte, weil das Abschreiben eines vollst\u00e4ndigen Wochenpensums zu viel Zeit\u00adverlust verursachen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pensumkontrolle<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn das Wochenpensum fertig ist, muss dieses angeschaut werden und man \u00fcberpr\u00fcft, ob der Lernstoff auf die richtige Weise verarbeitet worden ist. Oft gibt es dann ein Kontrollpensum, um zu sehen, ob das Kind den Lernstoff beherrscht. Wenn notwendig, folgt eine Wiederholungs- oder re-teaching-Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Controlling der Arbeit benutzt man mehrere M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Lehrer \u00fcberpr\u00fcft zusammen mit dem Sch\u00fcler die Arbeit. Es ist ein direktes Verfahren, das anregend wirkt. Fehler k\u00f6nnen sofort besprochen werden. Es ist aber auch eine zeitraubende Weise, daher wird diese mit nur einigen Kindern pro Woche angewendet und besonders bei jenen Kindern, die es am meisten brauchen.<\/li><li>Der Lehrer \u00fcberpr\u00fcft die Arbeit allein. Vielleicht die genaueste Weise, aber bestimmt nicht eine Weise, um Kinder mitverantwortlich f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Arbeit zu machen.<\/li><li>Die Kinder korrigieren selbst einen Teil der Arbeit. Selbstkorrektur (selber Nachschauen) findet den Ursprung in den Daltonprinzipien. Wir m\u00fcssen uns dabei wohl vergegenw\u00e4rtigen, da\u00df es auch in diesem Bereich einen Wachstumsproze\u00df gibt. Anschauen will gelernt sein. Der Lehrer vermerkt die vom Sch\u00fcler kontrollierte Arbeit auf der Pensumkarte und schreibt die Daten in die Folgemappe. Normalerweise pr\u00fcfen die \u00e4ltesten Kinder ihr gesamtes Rechenpensum selbst nach und meistens machen sie dies sehr genau.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zum Autor<\/h4>\n\n\n\n<p>Roel R\u00f6hner ist national und international in der Daltonplanausbildung und Daltonplanfortbildung t\u00e4tig. Er ist auch Herausgeber von Unterrichts\u00admaterialien f\u00fcr die Daltonplanausbildung und seit 1993 Pr\u00e4sident der niederl\u00e4ndischen Daltonplanvereinigung.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><a id=\"ftnref1\" style=\"vertical-align: super;\" href=\"#ftnref1\" name=\"ftn1\">[1]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Parkhurst, Helen, Education on the Dalton Plan<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><a id=\"ftnref2\" style=\"vertical-align: super;\" href=\"#ftnref2\" name=\"ftn2\">[2]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch f\u00e4cher\u00fcbergreifend. (Anm. des Hg.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher sollte eine Klasse zuh\u00f6ren oder arbeiten. In Stille. 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