{"id":612,"date":"2014-04-07T09:06:05","date_gmt":"2014-04-07T09:06:05","guid":{"rendered":"?p=612"},"modified":"2023-01-28T14:14:53","modified_gmt":"2023-01-28T14:14:53","slug":"freinet-techniken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=612","title":{"rendered":"Freinet-Techniken"},"content":{"rendered":"<p>Freinet entwickelte Unterrichtstechniken, f\u00fcr die die Erfahrungen der Kinder Ausgangspunkt f\u00fcr den Unterricht sind, durch die die Organisation des Klassengeschehens f\u00fcr die Kinder \u00fcbersichtlich ist, so dass weitgehend Selbstbestimmung herrscht, innerhalb derer Kinder von den Erfahrungen anderer Kinder, von Erwachsenen, von anderen Kulturen usw. lernen k\u00f6nnen, wobei der Lehrer Tiefe und Struktur der Lernerfahrungen bestimmt. Bei der Arbeit mit diesen Techniken geht es nicht darum, sie fehlerlos anzuwenden, sie sind vielmehr eine Folge von einer p\u00e4dagogischen und gesellschaftlichen Einsicht in die Aufgaben des Unterrichts. Welche Techniken man anwendet und auf welche Art man sie verwendet, ist abh\u00e4ngig von der Zeit, der Situation und den M\u00f6glichkeiten in der Klasse. F\u00fcr \u201eFreinetarbeiter\u201c ist dies ein st\u00e4ndiger Prozess des Suchens, der Entt\u00e4uschungen, der Kompromisse und der Erfolge. Ich gebe in der Folge eine kleinen \u00dcberblick \u00fcber wesentliche Unterrichtstechniken aus der Perspektive meiner praktischen Erfahrungen als Freinet-P\u00e4dagoge.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Jan Minnegal<\/p>\n<h3>Die Freinet-Techniken<\/h3>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis Freinets liegt im Begriff \u201eLaizit\u00e4t\u201c.<br \/>\nDas 20. Jahrhundert ist f\u00fcr ihn nicht nur das Jahrhundert des Kindes, sondern zugleich das \u201eJahrhundert der laizistischen Idee\u201c.<\/p>\n<h3>C\u00e9lestin Freinet<\/h3>\n<p>Freinet entwickelte Unterrichtstechniken, f\u00fcr die die Erfahrungen der Kinder Ausgangspunkt f\u00fcr den Unterricht sind, durch die die Organisation des Klassengeschehens f\u00fcr die Kinder \u00fcbersichtlich ist, so dass weitgehend Selbstbestimmung herrscht, innerhalb derer Kinder von den Erfahrungen anderer Kinder, von Erwachsenen, von anderen Kulturen usw. lernen k\u00f6nnen, wobei der Lehrer Tiefe und Struktur der Lernerfahrungen bestimmt.<\/p>\n<p>Bei der Arbeit mit diesen Techniken geht es nicht darum, sie fehlerlos anzuwenden, sie sind vielmehr eine Folge von einer p\u00e4dagogischen und gesellschaftlichen Einsicht in die Aufgaben des Unterrichts.<\/p>\n<p>Welche Techniken man anwendet und auf welche Art man sie verwendet, ist abh\u00e4ngig von der Zeit, der Situation und den M\u00f6glichkeiten in der Klasse. F\u00fcr \u201eFreinetarbeiter\u201c ist dies ein st\u00e4ndiger Prozess des Suchens, der Entt\u00e4uschungen, der Kompromisse und der Erfolge. Ich gebe in der Folge eine kleinen \u00dcberblick \u00fcber wesentliche Unterrichtstechniken aus der Perspektive meiner praktischen Erfahrungen als Freinet-P\u00e4dagoge.<\/p>\n<h3>Arbeitsecken (Einrichtung des Klassenzimmers)<\/h3>\n<p>Das Klassenzimmer ist nicht einfach nur ein Raum. Es ist sehr entscheidend f\u00fcr den Unterricht, wie die Klasse eingerichtet ist, welche M\u00f6bel darin stehen, welches Material verwendet wird und wo dieses steht. Viele Regale sind notwendig, um alles \u00fcbersichtlich und einladend aufzustellen. Im Klassenzimmer werden Ecken eingerichtet, wo f\u00fcr jede Aktivit\u00e4t die entsprechenden Materialien ordentlich aufgestellt sind. So kennen wir zum Beispiel eine Druckecke, eine Spielecke, eine Leseecke, eine Rechenecke oder eine Bastelecke <a id=\"ftnref1\" style=\"vertical-align: super;\" href=\"#ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1].<\/a><\/p>\n<h3>Gruppenbesprechungen<\/h3>\n<p>Diese Besprechungen sind der Mittelpunkt der t\u00e4glichen Organisation.Es werden\/wird besprochen:<\/p>\n<ul>\n<li>Texte, Textrechnungen, mitgebrachte Dinge, Entdeckungen, Erlebnisse, Neuigkeiten, Zeitungsberichte usw.<\/li>\n<li>Beurteilungen und Austausch von Arbeiten.<\/li>\n<li>Die Organisation der Klassenaktivit\u00e4ten. Mit Hilfe einer Wandzeitung werden Fragen, Gratulationen, Vorschl\u00e4ge besprochen und Vereinbarungen getroffen. Alle Beschl\u00fcsse werden in der Gruppe demokratisch gefasst.<\/li>\n<li>Die Organisation der Arbeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei diesen Besprechungen lernen die Kinder organisieren, argumentieren und zu berichten. Es h\u00e4ngt von der Organisation der Gruppe ab, ob diese Besprechungen zu einem festen Zeitpunkt stattfinden oder dann, wenn ein bestimmter Anlass daf\u00fcr gegeben ist.<\/p>\n<h3>Tages- und Wochenpl\u00e4ne<\/h3>\n<p>Zur Einteilung der Unterrichtszeit dienen Tages- und Wochenpl\u00e4ne. Dabei sollen die Kinder lernen, selbst\u00e4ndig einen Plan aufzustellen und die Arbeitsschritte zu bestimmen. Gemeinsam wird besprochen, was in der Gruppe geschieht und was die Kinder alleine tun. Dabei m\u00fcssen die Kinder aufeinander R\u00fccksicht nehmen in Bezug auf die Ben\u00fctzung der Arbeitsecken. Die Arbeit wird immer wieder beurteilt. Wie oft dies geschieht, h\u00e4ngt von der Organisation der Gruppe ab. Der Lehrer registriert die Resultate. In vielen F\u00e4llen wird er auch w\u00e4hrend des Tages bzw. w\u00e4hrend der Woche die Arbeiten im Tages- und Wochenplan abzeichnen. Es werden keine Noten gegeben. Die Registrierung der Fortschritte wird nicht nur durch den Lehrer alleine, sondern auch zusammen mit dem Kind festgestellt.<\/p>\n<h3>Auftr\u00e4ge<\/h3>\n<p>Viele Arbeiten werden auf die Kinder einer Gruppe verteilt. Dadurch \u00fcben die Kinder Selbstbestimmung und lernen Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die folgenden Auftr\u00e4ge werden vergeben:<\/p>\n<ul>\n<li>die Arbeitsecken in Ordnung zu halten und zu kontrollieren,<\/li>\n<li>Pflanzen und Tiere zu versorgen,<\/li>\n<li>den Vorsitz zu f\u00fchren in den Gruppenbesprechungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Ablauf der Auftr\u00e4ge wird in der Gruppe besprochen, meist am Ende der Woche<br \/>\nbzw. am Ende der Auftragsperiode.<\/p>\n<h3>Der freie Text<\/h3>\n<p>In den Niederlanden wird diese Methode am h\u00e4ufigsten angewendet. Damit haben die Kinder die M\u00f6glichkeit, ihre Erfahrungen und ihre Phantasien in die Gruppe zu bringen. Eine M\u00f6glichkeit, die Sprachentwicklung zu f\u00f6rdern ist, nicht nur m\u00fcndlich auszudr\u00fccken, was man erlebt, f\u00fchlt, tr\u00e4umt, phantasiert oder denkt, sondern dies auch aufzuschreiben. Wenn sich Kinder sicher f\u00fchlen und wissen, dass sie ernst genommen werden, k\u00f6nnen sie auch sagen und aufschreiben, was sie auf dem Herzen haben.<\/p>\n<p>Diese Texte k\u00f6nnen der Ausgangspunkt sein f\u00fcr den Unterricht: F\u00fcr das Lesenlernen, das Schreiben (Sch\u00f6nschreiben), die Aufsatzkunde, das Rechtschreiben, das praktische Rechnen, die Kreativit\u00e4tsentwicklung &#8230;<\/p>\n<p>Manche Texte werden auch vervielf\u00e4ltigt und verteilt.<\/p>\n<h3>Das nat\u00fcrliche Lesen<\/h3>\n<p>Wenn Erz\u00e4hlungen der Kinder aufgeschrieben werden oder \u00fcber das Klassenleben geschrieben wird, k\u00f6nnen Kinder sehen und erfahren, dass die gesprochene Sprache festgelegt und immer wieder gelesen werden kann. Dies ist f\u00fcr Kinder die Motivation, lesen und schreiben zu lernen. Die schriftliche Sprachbeherrschung bekommt f\u00fcr die Kinder eine pers\u00f6nliche Funktion. Wichtig dabei ist auch der Briefkontakt mit anderen Schulen bzw. Kindern. Das Entziffern von Briefen und der Wunsch, selbst schriftlich zu reagieren, sind sehr motivierend.<\/p>\n<p>Beim beginnenden Lesen wird im Prinzip davon ausgegangen, dass ein Text als Ganzes betrachtet wird. Darin erkennen Kinder einzelne Elemente, d.h. von S\u00e4tzen zu W\u00f6rtern, von W\u00f6rtern zu Buchstaben. Davon ausgehend kann weiter ge\u00fcbt werden.<\/p>\n<h3>Das Tagebuch<\/h3>\n<p>Das Tagebuch ist eine Mappe, worin jeden Tag einige Ereignisse des Tages festgehalten werden. Dies geschieht durch Fotos, Zeichnungen, Texte u. \u00e4. Durch das Tagebuch erfahren die Kinder eine bestimmte Funktion des Schreibens, n\u00e4mlich das Dokumentieren von Erlebnissen, so dass man sie auch sp\u00e4ter noch lesen kann. Gleichzeitig lernen sie, Erlebtes schriftlich auszudr\u00fccken. Das Tagebuch hilft auch bei der Zeiteinteilung. Die Kinder wissen genau, wann bestimmte Ereignisse stattfanden und k\u00f6nnen sie zur\u00fcckverfolgen. Wenn die Gruppenbesprechung mit dem Bericht des vergangenen Tages beginnt, wird sehr direkt deutlich, was noch nicht fertig ist und was daf\u00fcr getan werden muss.<\/p>\n<h3>Das freie Erforschen und Entdecken<\/h3>\n<p>Die Kinder haben die M\u00f6glichkeit, alles was sie finden, sehen, h\u00f6ren oder bekommen, in die Gruppe einzubringen. Dies kann der Ansto\u00df sein zu zielgerichteten Forschungen und Entdeckungen. Diese k\u00f6nnen in einem schriftlichen Bericht, einer Sammelmappe, einer Ausstellung oder \u00e4hnlichem festgehalten werden.<\/p>\n<p>Um dieses weitgehend selbst\u00e4ndige Erforschen m\u00f6glich zu machen, sind folgende<br \/>\nDinge notwendig bzw. empfehlenswert:<\/p>\n<ul>\n<li>ein Dokumentationszentrum mit viel geeignetem Material. Dazu geh\u00f6ren B\u00fccher, Arbeitsmittel f\u00fcr den Sachunterricht, Mappen mit ausgeschnittenen Fotos und Bildern zu verschiedenen Themen, Alben, \u201ekijkdozen\u201c oder von den Kindern selbstgemachte Disketten,<\/li>\n<li>die M\u00f6glichkeit, au\u00dferhalb der Schule auf Entdeckungsreise und zu Untersuchungen zu gehen. So kann sich das Kind in seiner eigenen Welt bewegen und orientieren.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die kreative Arbeit<\/h3>\n<p>Sprache ist ein Ausdrucksmittel, das uns f\u00fcr den Ausdruck unserer individuellen Kreativit\u00e4t immer zur Verf\u00fcgung stehen sollte. Kreativit\u00e4t ist ein Ausdrucksmittel, das uns wie die Sprache st\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung stehen sollte bzw. m\u00fcsste. Wenn Kinder die M\u00f6glichkeit bekommen, frei zu arbeiten, lernen sie auf eine nat\u00fcrliche Art die Techniken unterschiedlicher<br \/>\nAusdrucksformen. Daneben werden auch verschiedene neue Techniken angeboten, damit die Kinder immer wieder neue Erfahrungen machen k\u00f6nnen. Der Lehrer muss die Kinder anregen, sich frei zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, die Kinder darauf hinzuweisen, dass sie nicht zu schnell mit ihrer Arbeit zufrieden sein sollen und dass sie ihre Arbeit mit hilfreicher Kritik von anderen in ihrer Gruppe auch verbessern k\u00f6nnen. Die Kinder k\u00f6nnen auch selbst herausfinden, was fehlt oder wie etwas treffender dargestellt werden kann.<\/p>\n<p>Freie Ausdruckskraft hat in ihrer kreativen Aktivit\u00e4t genau so viel Wert wie in ihrem Ergebnis. Es ist nicht die Absicht, aus den Kindern professionelle K\u00fcnstler zu machen, wohl aber ausgeglichene Erwachsene, denen es m\u00f6glich ist, alle Ausdrucksformen zu verstehen und zu gebrauchen als kreativer Mensch, der Verst\u00e4ndnis und Begriffe hat f\u00fcr die Kultur seiner Umgebung und Zeit.<\/p>\n<h3>Korrespondenz<\/h3>\n<p>Das Austauschen von Erfahrungen, von Arbeiten und Entdeckungen ist eine sehr direkte Methode daf\u00fcr, dass Kinder etwas von Gleichaltrigen lernen. Das Versandmaterial kann bestehen aus Texten, Klassen- oder Schulzeitungen, Schulinformation, anderen Drucksachen, bildnerischen Arbeiten, Alben, Kassetten- oder Videob\u00e4ndern, Disketten und jedes Mal auch aus einem<br \/>\nBegleitbrief der Gruppe. Warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Die Korrespondenz stimuliert unter anderem das Lesenlernen. Ein Kind will einfach wissen, was ein anderer zu erz\u00e4hlen hat.<\/li>\n<li>Der Austausch bringt neue Ideen in die Gruppe bez\u00fcglich kreativer Techniken, m\u00f6glicher Projekte usw.<\/li>\n<li>Die Kinder k\u00f6nnen selbst anderen mitteilen oder zeigen, was sie gelernt oder gemacht haben. Das stimuliert auch, die Arbeit besonders sch\u00f6n und deutlich zu machen.<\/li>\n<li>Kinder wollen wissen, was gleichaltrige Kinder zu erz\u00e4hlen haben und werden mit anderen Ansichten und Meinungen konfrontiert. So lernen sie auch, \u00fcber ihre eigene Situation nachzudenken und ihre eigene Meinung zu formulieren.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Das Drucken und Vervielf\u00e4ltigen<\/h3>\n<p>Um die Arbeiten austauschen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie vervielf\u00e4ltigt werden. Dazu gibt es viele M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n<p>Der Text kann vervielf\u00e4ltigt werden mit der Druckpresse, dem Limografen, dem Matrizenapparat, dem Kopierger\u00e4t oder mit dem Printer. Mit Linolschnitt, Sieb\u00addruck, Kartondruck und \u00e4hnlichem k\u00f6nnen die Illustrationen zum Text gedruckt werden. Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil (Gewinn) ist die Haltung, die die Kinder gegen\u00fcber gedruckten Texten bekommen. Das Vorurteil, dass etwas Gedrucktes auch unbedingt richtig sein muss, wird hiermit widerlegt. Die Kinder lernen, Zeitungen und B\u00fccher als Kommunikationsmittel zu sehen. Denkbilder, die von anderen Menschen kommen, sind somit kritisierbar und widerlegbar.<\/p>\n<p>Andere Vorteile des Druckens sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Setzen der Buchstaben hilft beim Rechtschreiben.<\/li>\n<li>Eine Gruppe von Kindern muss zusammenarbeiten mit dem gemeinsamen Ziel, ein gutes Resultat zu bekommen.<\/li>\n<li>Es stimuliert die Kreativit\u00e4t bez\u00fcglich der Einteilung und Illustration des Textes.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Klassenzeitung<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Austausch nach au\u00dfen hat die Klassenzeitung einen wichtigen Stellenwert. Sie gibt mit Geschichten, Gedichten, Rechenspielen, Berichten und Interviews einen Eindruck vom Klassenleben. Die Klassenzeitung ist gedacht f\u00fcr andere Gruppen, andere Schulen, f\u00fcr Eltern und f\u00fcr alle im In- und Ausland, die sich daf\u00fcr interessieren.<\/p>\n<h3>Praktisches (realistisches) Rechnen<\/h3>\n<p>Die Basis f\u00fcr das Rechnen sind Erfahrungen und konkrete Situationen, die zum Beispiel in der Gruppenbesprechung zur Sprache kamen. Bedingung f\u00fcr diese Art von Rechnen ist eine Rechenecke mit gut sortierten Lehrmitteln, die freies<br \/>\nEntdecken m\u00f6glich machen. Dazu geh\u00f6ren Waagen, Me\u00dfinstrumente, Rechenst\u00e4bchen und anderes Material zum Experimentieren.<\/p>\n<p>Die gefundenen Resultate werden in der Gruppe besprochen. Die technischen Fertigkeiten und Automatisierungsprobleme, wie zum Beispiel beim Lernen des Einmaleins, werden mit Hilfe von (selbst)korrigierbaren Karten oder bestehenden Rechenb\u00fcchern gelernt. Dem geht eine Periode von Versuch und Irrtum voraus.<\/p>\n<p>Alle Arbeiten m\u00fcssen f\u00fcr Kinder sinnvoll sein. Kinder haben das Bed\u00fcrfnis, den Sinn ihrer Arbeiten zu erkennen und zu verstehen. Sie wollen auch keine Teill\u00f6sungen. Es ist f\u00fcr sie wichtig, den vollst\u00e4ndigen Arbeitsprozess mitzumachen.<\/p>\n<h3>Zusammenfassung<\/h3>\n<p>In dieser Darstellung meiner praktischen Arbeit als Freinet-P\u00e4dagoge habe ich die Freinet-Arbeit in ihren Grundz\u00fcgen dargestellt, wie sie an \u201emeiner\u201c Schule verwirklicht wird. Sie ist eine P\u00e4dagogik mit politischem Anspruch der<br \/>\nSelbst\u00e4ndigkeit und des freien Ausdruck zur Schaffung der eigenen Lebensumwelt des Sch\u00fclers. In diesem Sinne kann sie niemals ein geschlossenes didaktisches System sein, sondern muss aus einem tiefen Verst\u00e4ndnis der Grundintentionen C\u00e9lestin Freinets immer wieder neu gedacht werden und der jeweiligen Schulsituation entsprechen.<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p><em>Baillet, Dietlinde<\/em>,<br \/>\nFreinet-praktisch, Beispiele und Berichte aus Sekundarschule und Grundstufe, Weinheim 1983<\/p>\n<p><em>Dietrich, Ingrid<\/em>,<br \/>\n(Hrsg.), Politische Ziele der Freinet-P\u00e4dagogik,<br \/>\nWeinheim 1982<\/p>\n<p><em>Freinet, Elise<\/em>,<br \/>\nErziehung ohne Zwang. Der Weg C\u00e9lestin Freinets,<br \/>\nStuttgart 1981<\/p>\n<p><em>Freinet, C\u00e9lestin<\/em>,<br \/>\np\u00e4dagogische texte, Hamburg 1989<\/p>\n<p><em>Freinet, C\u00e9lestin<\/em>,<br \/>\nDie moderne franz\u00f6sische Schule. \u00dcbersetzt und<br \/>\nbesorgt von J\u00f6rg, Hans. In: J\u00f6rg, <em>Hans, <\/em>C\u00e9lestin Freinet, die<br \/>\nBewegung \u201eModerne Schule und das franz\u00f6sische Schulwesen heute, Paderborn 1979<\/p>\n<p><em>Freinet, C\u00e9lestin<\/em>,<br \/>\nVom Schreiben- und Lesenlernen. Die \u201enat\u00fcrliche<br \/>\nMethode\u201c; eine gelebte Erfahrung. In:<br \/>\n<em>Boehnke, Heiner, Humburg, J\u00fcrgen<\/em> (Hrsg.), Schreiben kann jeder,<br \/>\nHamburg 1980<\/p>\n<p><em>Hackl, Bernd<\/em>,<br \/>\nDie Arbeitsschule \u2013 Geschichte und Aktualit\u00e4t eines<br \/>\nReformmodells, Wien 1990<\/p>\n<p><em>H\u00e4nsel, Dagmar<\/em>,<br \/>\nHandlungsspielr\u00e4ume. Portrait einer Freinet-Gruppe,<br \/>\nWeinheim 1985<\/p>\n<p><em>J\u00f6rg, Hans<\/em>,<br \/>\n(Hrsg.), Die Praxis der Freinet-P\u00e4dagogik. \u00dcbersetzung<br \/>\nund Bearbeitung des Buches von C. Freinet: \u201eLes Techniques de l&#8217;Ecole Moderne,<br \/>\nPaderborn 1981<\/p>\n<p><em>Kock, Renate<\/em>,<br \/>\n(Hg.), Befreiende Volksbildung. Fr\u00fche Texte von C\u00e9lestin<br \/>\nund Elise Freinet, Bad Heilbrunn 1996<\/p>\n<p><em>Laun, Roland<\/em>,<br \/>\nFreinet \u2013 50 Jahre danach. Dokumente und Berichte aus<br \/>\ndrei franz\u00f6sischen Grundschulklassen. Beispiele einer produktiven P\u00e4dagogik,<br \/>\nHeidelberg 1983<\/p>\n<p><em>Sch\u00f6ningh, Ferdinand<\/em>,<br \/>\nFreinet. Die moderne franz\u00f6sische Schule,<br \/>\nPaderborn 1979<\/p>\n<p><em>Vasquez, Aida, Oury, Fernand<\/em>,<br \/>\nvorschl\u00e4ge f\u00fcr die Arbeit im klassenzimmer, die freinet-p\u00e4dagogik, alternativen zum gew\u00f6hnlichen Schulleben, Hamburg 1976<\/p>\n<h3>Zum Autor<\/h3>\n<p>Jan Minnegal ist Schulleiter einer Freinet-Grundschule in Enschede (NL) und arbeitet auch noch in Freinet-Klassen seiner eigenen Schule. Er ist als Freinet-P\u00e4dagoge auch international t\u00e4tig und leistet Fortbildungsarbeit und Arbeit zur Schulentwicklung. Die Schule, der Jan Minnegal vorsteht, ist nach den Vorstellungen C\u00e9lestin Freinets demokratisch organisiert.<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\">\n<p><a id=\"ftnref1\" href=\"#ftnref1\" name=\"ftn1\">[1]<\/a>Ateliers (Hg.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freinet entwickelte Unterrichtstechniken, f\u00fcr die die Erfahrungen der Kinder Ausgangspunkt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-612","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freinet-paedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=612"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/612\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1840,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/612\/revisions\/1840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}