{"id":67,"date":"2014-02-13T12:28:10","date_gmt":"2014-02-13T12:28:10","guid":{"rendered":"?p=67"},"modified":"2022-10-28T08:19:55","modified_gmt":"2022-10-28T08:19:55","slug":"der-jenaplan-als-ausgangsform-zur-schulgestaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=67","title":{"rendered":"Der Jenaplan als Ausgangsform zur Schulgestaltung x"},"content":{"rendered":"\n<p>Jedes reformp\u00e4dagogische Modell bietet einen speziellen Schwerpunkt. Die Montessori-P\u00e4dagogik wird von ihrer Sch\u00f6pferin selbst als eine Methode bezeichnet. Wir erkennen in der Montessori-P\u00e4dagogik auch ein in sich geschlossenes didaktisches System. Nichts davon trifft f\u00fcr das reformp\u00e4dagogische Modell des Jenaplans zu. Der Jenaplan ist vielmehr ein Modell zur Schulentwicklung, ein Modell f\u00fcr eine Schule f\u00fcr alle, ein Modell f\u00fcr die individuelle Gestaltung der Schule nach den Kriterien und p\u00e4dagogischen \u00dcberlegungen des Jenaplans.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Harald Eichelberger<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Ausgangsform zur Neugestaltung der Schule \u2013 Der Jenaplan<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes reformp\u00e4dagogische Modell bietet einen speziellen Schwerpunkt. Die Montessori-P\u00e4dagogik wird von ihrer Sch\u00f6pferin selbst als eine Methode bezeichnet. Wir erkennen in der Montessori-P\u00e4dagogik auch ein in sich geschlossenes didaktisches System. Nichts davon trifft f\u00fcr das reformp\u00e4dagogische Modell des Jenaplans zu. Der Jenaplan ist vielmehr ein Modell zur Schulentwicklung, ein Modell f\u00fcr eine Schule f\u00fcr alle, ein Modell f\u00fcr die individuelle Gestaltung der Schule nach den Kriterien und p\u00e4dagogischen \u00dcberlegungen des Jenaplans.<\/p>\n\n\n\n<p>Zielsetzung des Jenaplans<\/p>\n\n\n\n<p>Jede p\u00e4dagogische Theorie will das p\u00e4dagogische Handeln der jeweiligen Gegenwart mitbestimmen und zugleich Anweisungen f\u00fcr die Zukunft geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen geht es mit seinem Schulkonzept nach dem Jenaplan um die Erziehung des ganzen Menschen und nicht um die Ausbildung von Teilfunktionen. Daher stellt sich Peter Petersen vor und mit dem Beginn seines Schulversuches die Grundfrage:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWie muss diejenige Erziehungsgemeinschaft gestaltet werden, in welcher sich ein Menschenkind die beste Bildung erwerben kann, d.h. eine Bildung, die seinem, in ihm angelegten und treibenden Bildungsdrange angemessen ist, die ihm innerhalb dieser Gemeinschaft vermittelt wird und die es reicher, wertvoller zur gr\u00f6\u00dferen Gemeinschaft zur\u00fcckf\u00fchrt und dieser als t\u00e4tiges Glied wiederum \u00fcbergibt? Oder k\u00fcrzer, wie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualit\u00e4t zur Pers\u00f6nlichkeit vollenden kann.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn1\"><sup><strong><sup>[1]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort ist der Grundriss einer Schule, der die Verwirklichung der \u201eIdee der Erziehung\u201c sowie den Aufbau von Erziehungsgemeinschaften erm\u00f6glicht. Dies hat zur Folge:<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgabe des \u00fcberlieferten Jahrgangsklassensystems zugunsten des \u201eStammgruppensystems\u201c; die Stammgruppe umfasst in der Regel drei Altersjahrg\u00e4nge (mit Begriffen von Petersen: Lehrlinge, Gesellen und Meisten).<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgabe des \u00fcberlieferten Stundenplans (\u201eFetzenstundenplan\u201c) zugunsten des \u201eWochenarbeitsplanes\u201c; er richtet sich nach den \u201eUrformen der Bildung\u201c (Gespr\u00e4ch, Spiel, Arbeit und Feier).<\/p>\n\n\n\n<p>Einbettung des Unterrichts in das \u201eSchul- und Unterrichtsleben\u201c; im Mittelpunkt des Schullebens steht die Bew\u00e4ltigung von \u201eLebenssituationen\u201c unter p\u00e4dagogischem Aspekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellung des Lehrers als eines \u201eF\u00fchrers\u201c von Kindern und Jugendlichen; der Lehrer als F\u00fchrer ist konstitutiv f\u00fcr seine Gruppe. \u201e<em>Im Gegensatz zur \u00fcberlieferten Schule muss er hier F\u00fchrer sein oder alles bricht zusammen.<\/em>\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> \u201eF\u00fchrer sein\u201c hei\u00dft: Autorit\u00e4t als zwischenmenschliches Verh\u00e4ltnis auf der Grundlage des Vertrauens aufbauen und besitzen \u2013 und nicht: Herrschaft und Macht aus\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese vier Prinzipien sichern den Vorrang der Erziehungsidee vor dem Unterricht im Sinne des \u201eEinlernens\u201c und der Wissensvermittlung und -aufnahme. Sie machen zugleich deutlich, dass in dieser Arbeits- und Lebensgemeinschaftsschule, wie Peter Petersen seine Schule auf bezeichnet, das Prinzip der \u201eOrdnung\u201c dominiert. Peter Petersen betont die \u201eF\u00fchrung des Unterrichts\u201c und die \u201eF\u00fchrung im Unterricht\u201c und weist mit Nachdruck auf die Bedeutung und die Notwendigkeit der \u201eVorordnungen des Unterrichts\u201c hin.<a title=\"\" href=\"#_ftn3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a> Das alles zeigt, dass Peter Petersen und seine Schule nicht jener Richtung der Reformp\u00e4dagogik zuzurechnen ist, die vom \u201eWachsenlassen\u201c und von der unumschr\u00e4nkten Selbststeuerung des Kindes ausgeht.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser Abgrenzung hat der Jenaplan seine Vorgeschichte in der deutschen und internationalen Reformp\u00e4dagogik. Symptomatisch f\u00fcr alle reformp\u00e4dagogischen Richtungen und f\u00fcr einzelne Vertreter sind die folgenden drei Prinzipien:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Orientierung am Kind;<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Das Prinzip der Selbstt\u00e4tigkeit, Kreativit\u00e4t und Produktivit\u00e4t und<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201ep\u00e4dagogische Bezug\u201c im Sinne einer pers\u00f6nlichen Zuwendung des Erwachsenen (Lehrers, Erziehers) zum Sch\u00fcler.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vier Prinzipien des Jenaplans<\/p>\n\n\n\n<p>Die Jenaplan-Schule beruht auf den Prinzipien:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Gemeinsame Erziehung aller Kinder des Volkes bis zum 10. Schuljahr.<\/li><li>Gemeinschaftserziehung.<\/li><li>Schul- und Unterrichtsleben.<\/li><li>Schulgemeinde.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Gemeinsame Erziehung<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen hat seine Schule als zehnj\u00e4hrige \u201efreie, allgemeine Volksschule\u201c geplant.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAllgemeine Schule ist sie insofern, als sie Kinder beiden Geschlechts, jeden Standes und Bekenntnisses, jeder Begabung vereinigt, und das solange als m\u00f6glich, am liebsten zehn Schuljahre.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn5\"><sup><strong><sup>[5]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinschaftserziehung<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eStammgruppen\u201c und die \u201eTischgruppen\u201c innerhalb der Stammgruppen lassen<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eechte Gemeinschaften frei entstehen\u201c, und dadurch reichen wir in der Schule &#8230; heran an die wahre Erziehung, wie sie zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Natur als reines Geistwirken absichtslos geschieht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn6\"><sup><strong><sup>[6]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Erziehung geschieht hier \u201efunktional\u201c, sie ist in diesem Sinne \u201eTathandlung\u201c (Pestalozzi) am anderen Menschen; sie vollzieht sich nicht im Reden \u00fcber w\u00fcnschenswertes Tun oder im \u201eMaulbrauchen\u201c (Pestalozzi). Gemeinschaftliche Beziehungen zeichnen aber nicht nur das Zusammenleben und \u2013arbeiten der Sch\u00fcler untereinander aus, sondern auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Lehrern und Sch\u00fclern und dieser zu den Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>W\u00e4hrend die vergangene Zeit ihre Aufgabe darin sah, die Jugend zu t\u00fcchtigen Einzelmenschen zu erziehen, hat sich die Schule der neuen Erziehung die Bildung des Gemeinschaftswillens zum Ziel gesetzt.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn7\"><sup><strong><sup>[7]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDie Idee der Erziehungsgemeinschaft wird oberste, alles Geschehen innerhalb der Schulgemeinde letzthin normierende Idee.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn8\"><sup><strong><sup>[8]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Begr\u00fcndung dieser Aussage beruht auf Peter Petersens Auffassung \u00fcber den Menschen, n\u00e4mlich dass der Mensch des anderen bedarf, um Mensch zu werden. Der Mensch ist von seiner anthropologischen Bestimmung her Mit-Mensch; er braucht den anderen, um ein Selbst werden zu k\u00f6nnen. In diesem Sinne schreibt Peter Petersen bereits 1924:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir werden erst am anderen unser selbst inne, leben nicht mit ihm, sondern leben an ihm erst auf &#8230; Wir m\u00fcssen es voll und ganz begreifen, dass fremdes Seelenleben vom Ursprung her unsere Seele n\u00e4hrt, dass wir auf Gemeinsamkeiten und aus Gemeinsamkeiten leben, und dass wir erst sch\u00f6pferisch werden in dem Augenblick, wo das fremde Seelenleben auf uns einwirkt. Und da dies vom ersten Atemzuge an geschieht, so steht demnach jeder Mensch vom Ursprung her auf Gemeinschaft.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn9\"><sup><strong><sup>[9]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a> <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Gemeinschaft geschieht und wirkt Erziehung als \u201ekosmische Funktion\u201c; sie zielt auf Vergeistigung und Humanisierung des Menschen.<a title=\"\" href=\"#_ftn10\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> Diese Aussage zeigt, dass die Gemeinschaft auf einer humanen Ethik beruht, und dass in ihr eine humane Ethik entsteht und gelebt wird. Andernfalls existiert f\u00fcr Peter Petersen eben gar keine Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Schul- und Unterrichtsleben<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen hat die Unterrichtsr\u00e4ume f\u00fcr die Stammgruppen von Sch\u00fclern zur Schulwohnstube umgestalten lassen. Er entwickelte also neben dem Familienleben ein Schul- und Unterrichtsleben und ordnete den Unterricht darin ein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEine Folge des recht vorgeordneten Schullebens ist es, dass es inmitten dieses Wohnstubenlebens zu echten T\u00e4tigkeitsformen kommt. Man sieht die Kinder in ihren besonderen Aufgaben t\u00e4tig vertieft, so dass sie auch nicht von den sich bewegenden und fragenden Mitsch\u00fclern gest\u00f6rt werden. Entscheidender aber wird, dass es so wirklich zu erziehlichen Einfl\u00fcssen kommt, dass wir in den Schulen, die doch Kunstformen sind und St\u00e4tten, in die die Jugend gezwungen wird infolge des staatlichen Schulzwanges, dennoch Kr\u00e4fte und Formen der wahren Erziehungswirklichkeit erhalten und in Dienst nehmen k\u00f6nnen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn11\"><sup><strong><sup>[11]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip, dass sich innerhalb der T\u00e4tigkeitsformen in der Schulwohnstube Erziehung ereignet, ist origin\u00e4r nicht von Peter Petersen formuliert worden. Als erster hat Friedrich Fr\u00f6bel dieses Prinzip formuliert. Er forderte die innige Verbindung, die \u201eEinigung\u201c der Schule mit dem Leben. Die Schule soll dem Leben dienen, und dieses geschieht vornehmlich durch \u201eEinigung des Familien- und Unterrichtslebens\u201c. Familie und Unterricht und Schule sollen eine Einheit bilden.<a title=\"\" href=\"#_ftn12\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschenbildung bedarf also prim\u00e4r einer Schule, die \u2013 wie Peter Petersen aufbauend auf die Gedankeng\u00e4nge Friedrich Fr\u00f6bels sagt \u2013 \u201eechte Familienschule\u201c ist.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Schulgemeinde<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen will eine Schulgemeinde bilden, eine Gemeinschaft bestehend aus Erziehern, Eltern und Sch\u00fclern. Diese drei Personengruppen wirken an der Erziehung des Kindes zusammen, und \u201e<em>der Schulunterricht soll sich immer als das Zweite<\/em>\u201c (in die Schulgemeinde) einordnen.<a title=\"\" href=\"#_ftn14\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a> Die Schulgemeinde soll mitten im \u201eVolksleben ihres Standortes\u201c stehen und ein Schulgemeindeleben entwickeln.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a> Auch dieses Prinzip zeigt, dass die Erziehungsidee den Unterricht umgreift, dass die Eltern in die Verantwortung f\u00fcr die Schule einbezogen werden, und dass die Schule in der Vorstellung Peter Petersens in erster Linie Gemeindeschule, d. h. Gemeinschaftsschule und nicht Staatsschule ist. Gemeindeschule meint letztlich eine Schule, die einer ganzen Gemeinde, n\u00e4mlich der Allgemeinheit geh\u00f6rt, an der alle B\u00fcrger teilhaben und f\u00fcr die alle verantwortlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eigenst\u00e4ndigkeit der Konzeption der Jenaplan-Schule<\/p>\n\n\n\n<p>In der Reformp\u00e4dagogik sind zwei kongeniale Richtungen zu differenzieren: die \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c und die so genannte \u201eArbeitsschule\u201c. Nach Theo Dietrich liegen dem Jenaplan als einziger reformp\u00e4dagogischer Richtung beide Prinzipien zugrunde. Er gibt dem Kind Freiheit dort, wo es aus eigenen Kr\u00e4ften heraus seinen Weg findet, und er f\u00fchrt das Kind aus p\u00e4dagogischer Verantwortung dort heraus, wo die Kr\u00e4fte des Kindes versagen, oder das Kind verkehrte Wege einschl\u00e4gt oder abirrt.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Auffassung Peter Petersens beruht, wie er selbst sagt auf einem realistischen Menschenbild (nicht auf einem Menschenbild von \u201eguten\u201c oder \u201eschlechten\u201c Menschen. Nach Peter Petersen bedeutet dies, der Mensch besitzt \u201eexistentielles Sein\u201c; er ist herausgetreten aus der Natur und ist dadurch der \u201eerste Freigelassene der Sch\u00f6pfung\u201c. Mit dieser unfestgelegten Existenzweise muss der Mensch von der Geburt bis zum Tode Situationen bew\u00e4ltigen, also Stellung nehmen \u2013 so oder so.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201e &#8230; einzig und allein bei t\u00e4tiger Bew\u00e4hrung in den vielschichtigen und nat\u00fcrlichen zwischenmenschlichen Beziehungen reift ein Mensch zu einem sittlichen Wesen, reift seine sittliche Kraft.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn17\"><sup><strong><sup>[17]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Jenaplan-Schulen nach Peter Petersen<\/p>\n\n\n\n<p>Entstehung<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen wurde in den fr\u00fchen zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts in Jena beauftragt, die universit\u00e4re Volksschullehrerbildung aufzubauen und das Verh\u00e4ltnis von p\u00e4dagogischer Theorie und Praxis auf eine neue Grundlage zu stellen. Peter Petersen leitete zu dieser Zeit die Lichtwark-Schule in Hamburg-Winterhude. Diese Schule war auf der Grundlage der Schulreformbewegung gegr\u00fcndet worden, um junge Menschen auf die selbst bestimmte und verantwortliche Partizipation an der Demokratisierung des gesellschaftlichen Lebens vorzubereiten, wohl auch, um den immer st\u00e4rker werdenden faschistischen Str\u00f6mungen den geistigen Boden zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war dieser Schule wichtig, das \u201evolle Leben\u201c in die Schule hinein zu nehmen, Lernr\u00e4ume au\u00dferhalb der Schule zu finden, die F\u00e4chertrennungen zu \u00fcberwinden und einen Arbeitsunterricht zu kultivieren, der es jungen Menschen erm\u00f6glicht, selbst\u00e4ndig und interessengeleitet zu lernen. Ganz selbstverst\u00e4ndlich war es ihr, an der \u00dcberwindung der Klassen- und Konfessionsgrenzen zu arbeiten und eine \u201eSchulgemeinde\u201c zu sein, in der Eltern, Lehrer und Sch\u00fcler gemeinsam versuchen konnten, die angestrebte neue demokratische Gesellschaft schulisch zu <em>antizipieren<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen nannte sein Institut \u201eErziehungswissenschaftliche Anstalt\u201c, eine \u201e\u00dcbungsschule\u201c war angeschlossen; dieser Terminus von Peter Petersen wurde auch an unseren P\u00e4dagogischen Akademien sp\u00e4ter verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bewegung<\/p>\n\n\n\n<p>Der Jenaplan reizt zur steten Schulreform von innen, weil die p\u00e4dagogisch-anthropologischen Grundmotive Peter Petersens besondere schulpraktische M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen. In den Grundbegriffen wird diese Behauptung n\u00e4her erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p>1924 wandelt Peter Petersen die Universit\u00e4tsschule in Jena in eine \u201e<em>Lebensst\u00e4tte des Kindes<\/em>\u201c um. Zun\u00e4chst wird eine sechsj\u00e4hrige Grundschule, 1925 eine allgemeine Volksschule eingerichtet. 1937 wird ein <em>Fr\u00f6bel<\/em>-Kindergarten angeschlossen. Der Jenaplan wird als <em>Ausgangsform<\/em>bei der Gestaltung vieler Schulen wirksam, d. h. nicht als fertiges p\u00e4dagogisches Konzept, nach dem eine Schule funktionieren soll, sondern gleichsam als \u201ePlattform\u201c, von der \u201eausgegangen\u201c werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg arbeiten nur wenige Schulen in Deutschland nach dem Jenaplan Peter Petersens. In den sechziger Jahren wird in den Niederlanden eine Jenaplan-Bewegung angeregt, die zum jetzigen Zeitpunkt ungef\u00e4hr 200 Grundschulen umfasst. Von dort inspiriert, entwickelt sich seit 1974 in K\u00f6ln und Umgebung eine innere Schulreform nach den Prinzipien Peter Petersens. Ungef\u00e4hr 20 Schulen berufen sich in und um K\u00f6ln auf den Jenaplan.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den so genannten neuen Bundesl\u00e4ndern wird der Jenaplan wieder entdeckt.<a title=\"\" href=\"#_ftn18\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a> In \u00d6sterreich ist der Jenaplan noch nie verwirklicht worden und beginnt erst, \u00fcber die Lehrerbildung bekannt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundbegriffe<\/p>\n\n\n\n<p>Hier kann das p\u00e4dagogische Begriffssystem nur andeutungsweise ausgef\u00fchrt werden. Gerade die Schriften Peter Petersens zwingen zu einer intensiven Lekt\u00fcre, die Grundbegriffe sollen dazu verleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Jenaplan<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDer Begr\u00fcnder der Jenaplan-P\u00e4dagogik, Peter Petersen, ist im Jahr 1923, nach Jena berufen worden. 1924 begann er, die bestehende Universit\u00e4ts\u00fcbungsschule nach seinen Erkenntnissen und schulp\u00e4dagogischen Auffassungen umzuwandeln. &#8230; Nach einer \u00e4u\u00dferst dynamischen Entwicklung des Jenaer Schulkonzeptes, einschlie\u00dflich vielf\u00e4ltiger Formen parallel laufender Schulentwicklungsforschung an der Universit\u00e4ts\u00fcbungsschule, stellte Petersen sein Konzept \u2013 das schon weitgehend bekannt geworden war \u2013 1927 auf dem Weltkongre\u00df des New Education Fellowship (des Weltbundes zur Erneuerung der Erziehung) in Locarno der p\u00e4dagogischen Welt\u00f6ffentlichkeit vor.<a title=\"\" href=\"#_ftn19\"><sup><strong><sup>[19]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a> Auf diesem Weltkongre\u00df wurde dann in Locarno der Begriff \u201eJenaplan\u201c gefunden (nach Einordnung wie \u201eWinetkaplan\u201c, \u201eDaltonplan\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn20\"><sup><strong><sup>[20]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a>). Wie andere Reformkonzepte re\u00fcssierte die Jenaplan-P\u00e4dagogik in einer weltweiten Rezeption. \u201eDer kleine Jenaplan\u201c wurde in zahlreichen L\u00e4ndern rezipiert und ist nach der Auflagest\u00e4rke bis heute der p\u00e4dagogische Bestseller geblieben.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn21\"><sup><strong><sup>[21]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Jenaplan ist keine Unterrichtsmethode! Er ist vielmehr ein p\u00e4dagogisches Konzept f\u00fcr \u201e<em>Eine freie allgemeine Volksschule nach den <\/em>Grunds\u00e4tzen<em> Neuer Erziehung.<\/em>\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn22\"><sup><sup>[22]<\/sup><\/sup><\/a> Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass Peter Petersen den Jenaplan eine <em>Ausgangsform <\/em>nennt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAusgangsform\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Verst\u00e4ndnis des Begriffes \u201eAusgangsform\u201c ist f\u00fcr die Anwendung des Jenaplans konstitutiv. Diese Ausgangsform ist eine wesentliche Unterscheidung gegen\u00fcber anderen Schulkonzeptionen oder -modellen. Sie ist konkretisierbar und beschreibbar in der <em>Erziehungsidee<\/em>, in dem, was eine <em>p\u00e4dagogische Situation<\/em> sein soll, in den <em>Bildungsgrundformen<\/em> und vor allem in der Vorstellung, dass die Erziehungsidee und die p\u00e4dagogische Situation f\u00fcr den jeweils <em>konkreten<\/em> individuellen und gesellschaftlichen Rahmen eine andere Auspr\u00e4gung haben werden. Bildlich gesprochen erhalten P\u00e4dagogen von Peter Petersen eine Form, von der sie \u201eausgehen\u201c und einen Plan. Doch es ist im Rahmen dieses Planes (Jenaplan) immer ihre Verantwortung, auf welchem Weg sie versuchen, das Ziel zu erreichen. Was in Jena absichtlich und bewusst unter den anerkannten Bedingungen der \u00f6ffentlichen Schule erprobt wurde, sollte keineswegs ein Vorbild f\u00fcr eine bestimmte Schulart (etwa die Volksschule) sein. Peter&nbsp;Petersen ging davon aus, dass der Jenaplan \u201e<em>in jeder Schule verwirklicht werden kann, nur vorausgesetzt, dass die Erziehungsidee alles p\u00e4dagogische Tun leiten und frei um ihren reinsten Ausdruck ringen kann<\/em>.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn23\"><sup><sup>[23]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs war aber der Zweck dieses ersten Versuches: Die Arbeit in einer Grundschulklasse nach den Grunds\u00e4tzen einer Arbeits- und Gemeinschaftsschule so durchzuf\u00fchren, dass er an keinem Orte an den finanziellen Mitteln scheitern kann, mit anderen Worten, an nichts au\u00dferhalb des Erziehungswillens. Daran ist auch noch in anderer Beziehung festgehalten worden: Es sind keine besonderen Lehrmittel, B\u00fccher, Hefte, Schreibger\u00e4te, Anschauungsmittel verwendet worden &#8230;\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn24\"><sup><strong><sup>[24]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Worin besteht nun die \u201eErziehungsidee\u201c, die alles p\u00e4dagogische Tun leiten soll und die zu einem grundlegenden Verst\u00e4ndnis der Ausgangsform f\u00fchren soll?<\/p>\n\n\n\n<p>Erziehungsidee<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen leitet seine Erziehungsidee mit einer Frage ein:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualit\u00e4t zur Pers\u00f6nlichkeit vollenden kann?\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn25\"><sup><strong><sup>[25]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der Diskussion der Erziehungsidee ist es wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in Jena) den Kindern half, \u201e<em>Denken und Wollen anderer Weltanschauungsgruppen<\/em>\u201c zu achten und zu verstehen \u201e<em>und dass man die Kunst der Kooperation mit Andersdenkenden<\/em>\u201c ernsthaft lernte. Erziehung vollzieht sich nach der Erziehungsidee Peter Petersens in und durch die Gemeinschaft. Das Individuum bringt sich mit all seinen F\u00e4higkeiten und Kenntnissen absichtslos in die echte Gemeinschaft ein und erf\u00e4hrt so seine Sinnerf\u00fcllung: Das Individuum wird zur Pers\u00f6nlichkeit durch Leben in der Gemeinschaft.<a title=\"\" href=\"#_ftn26\"><sup><sup>[26]<\/sup><\/sup><\/a>So gesehen ist die Frage nach der optimalen Unterrichtsmethodik zweitrangig gegen\u00fcber der alles entscheidenden Frage, wie der Unterricht\u201e<em>den beiden Ideen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Erziehung, d.h. der Freimachung des Menschentums in jedem Kinde<\/em>\u201c, ohne Einschr\u00e4nkung dienen kann.<a title=\"\" href=\"#_ftn27\"><sup><sup>[27]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Erst wenn ein echtes und reiches Gemeinschaftsleben funktioniert, kommen didaktische und methodische \u00dcberlegungen und Anstrengungen, die ja unbestritten die \u201ebesonderen Aufgaben\u201c der Schule sind, zu ihrem vollen Recht und zur Entfaltung ihres schulp\u00e4dagogischen Sinns. Im gemeinschaftlichen Leben erf\u00e4hrt und erlebt der Mensch, dass er f\u00e4hig und dass es f\u00fcr ihn notwendig ist, in sich das zu entwickeln und zu kultivieren, wozu nur Menschen f\u00e4hig sind: zur G\u00fcte, zum Mitleid, zum Verstehen, zur Ehrfurcht, zur Treue, zur R\u00fccksicht, zum Verzeihen, zur Freude (usw.). &#8230; man erf\u00e4hrt aber ebenso deutlich, dass Gemeinschaft gar nicht erst zustande kommt oder zerst\u00f6rt wird, wenn vielleicht nur eine der angesprochenen Handlungen nicht vollzogen wird, wenn nur eines der menschlichen Gef\u00fchle verweigert wird &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWollen wir also hinaus \u00fcber die Klasse, wollen wir mehr als eine soziale Gruppe, dann m\u00fcssen wir unsere Gruppen so gestalten und nun auch so leben lassen, dass in ihnen Raum ist f\u00fcr das zwischenmenschliche Geschehen und damit f\u00fcr eine wirkliche Gemeinschaftsbildung.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn28\"><sup><strong><sup>[28]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a> <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In einem nach diesen Erziehungsideen gestalteten Gemeinschaftsleben ist Bildung <em>Entwicklung<\/em>, <em>Entfaltung<\/em> und <em>Formung<\/em> des einzelnen nach seinen M\u00f6glichkeiten,<a title=\"\" href=\"#_ftn29\"><sup><sup>[29]<\/sup><\/sup><\/a> und jedes Individuum entwickelt<em> sich nach einem ihm eigenen Bildungsgesetz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Peter Petersen hatte \u00fcberhaupt keine Hoffnung, dass die der neuen Demokratie ad\u00e4quate Schule blo\u00df durch neue (und erst recht nicht durch die \u201ealten\u201c und vielfach bew\u00e4hrten) Schulmethoden zu begr\u00fcnden w\u00e4re. Vielmehr bedarf jedes Gemeinschaftsleben, das zur Bildung des jungen Menschen f\u00fchrt der \u201ep\u00e4dagogischen Situation\u201c:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Peter Petersen beschreibt diese p\u00e4dagogische Situation als einen problematischer Lebenskreis von Kindern oder Jugendlichen um einen F\u00fchrer<a title=\"\" href=\"#_ftn30\"><sup><strong><sup>[30]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a> und von diesem in p\u00e4dagogischer Absicht d<\/em><em>erart geordnet<\/em>, dass jedes Mitglied des Lebenskreises gen\u00f6tigt (gereizt, aus sich herausgetrieben) wird, als <em>ganze Person<\/em> zu handeln, t\u00e4tig zu sein.<a title=\"\" href=\"#_ftn31\"><sup><sup>[31]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ca. 60 Jahre nach Entstehung dieses (sinngem\u00e4\u00dfen) Zitats \u2013 ich habe absichtlich den Begriff \u201eF\u00fchrer\u201c belassen \u2013 und mit unserem geschichtlichen Wissen, begegnen wir einem derartiges Zitat vielleicht mit einem skeptischen Blick. Die P\u00e4dagogik Peter Petersen war und ist der Erziehung zur Demokratie und Gemeinschaft verpflichtet. Die Idee der Ausgangsform weist auf die Freiheit der Gestaltung des p\u00e4dagogischen Lebens hin und nicht auf eine Nachfolgeschaft. Die P\u00e4dagogik Peter Petersens sollte nach meinem Daf\u00fcrhalten den so gebildeten Menschen von den Einfl\u00fcssen totalit\u00e4rer Politik vielmehr sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schule unter der Idee der Erziehung<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die heutzutage entstehenden Jenaplan-Schulen verstehen den Jenaplan Peter Petersens als <em>Ausgangsform<\/em> f\u00fcr die Bearbeitung der besonderen schulischen und sozialen Schwierigkeiten, die in den jeweils spezifischen&nbsp; Situationen vorhanden sind. Es gilt dabei das Prinzip der <em>Freiheit der Gestaltungsm\u00f6glichkeit<\/em> des Jenaplans. Diese Konstellation f\u00fchrt zu <em>situativen Schwerpunktbildungen<\/em> und zu <em>situativen Entwicklungsverl\u00e4ufen<\/em>. Es stehen, so gesehen, nirgends auf der Welt \u201efertige\u201c Jenaplan-Schulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo Jenaplan-Schulen zu finden sind, dort findet man immer Schulen auf dem Weg zu ihrer p\u00e4dagogischen Form, wobei die Suche nach dieser Form immer der Versuch einer verantwortbaren und vern\u00fcnftigen Antwort auf die spezifischen Probleme der Kinder, Lehrer und Eltern an diesem speziellen Ort ist. Lehrerinnen und Lehrer entwickeln bei ihrer Arbeit ein Bewusstsein, eine Vorstellung, die, verbunden sie mit den Intentionen Peter Petersens, einen \u201ePlan\u201c zu haben, in einem Entwicklungsprozess zur Realisierung der Ideen f\u00fchrt, wie eine \u201efreie allgemeine Volksschule\u201c in dieser Zeit eigentlich auszusehen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen nannte seine Schule eine <em>freie<\/em>, <em>allgemeine<\/em> Volksschule, weil sie Kinder aller Volksschichten, unabh\u00e4ngig von Konfession, Herkunft und Elternhaus aufnimmt und weil sie bewusst, ausgesprochene Hilfsschulkinder, Knaben und M\u00e4dchen, die zu den \u201eBestbegabten\u201c der Stadt geh\u00f6ren, vereint&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Schule ist f\u00fcr Peter Petersen \u201e<em>Lebensst\u00e4tte<\/em>\u201c und damit &#8230; ist es n\u00f6tig und unverzichtbar, gemeinschaftliches Zusammenleben in der Schule und durch die Schule zu erm\u00f6glichen. Es muss sich in allen Teilen um echtes Leben handeln, damit ein Kind in der Schule nun wirklich lernen kann, verst\u00e4ndnisvoll und g\u00fctig zu sein. Wie im wirklichen Leben (das muss die \u201eF\u00fchrung des Unterrichts\u201c leisten) muss ein Kind direkt erleben und erfahren k\u00f6nnen, was es f\u00fcr es selbst und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr andere Kinder oder die Lehrer und Eltern bedeutet, <em>verst\u00e4ndnisvoll<\/em> und <em>g\u00fctig<\/em> zu sein, was es bedeutet, sich selbst oder anderen die G\u00fcte vorzuenthalten oder zu verweigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lernraum soll nach Peter Petersen anregungsreich und wohnlich gestaltet werden. Die \u201e<em>Vorordnungen<\/em>\u201c sind Sache des Lehrers, die Ausgestaltung und Pflege Sache der Kinder. Der Lehrer hat das Schulleben und den Unterricht so vorzuordnen (durch eine P\u00e4dagogik <em>des<\/em> Unterrichtes) und im Unterricht solche Hilfen zu geben (durch eine P\u00e4dagogik <em>im<\/em> Unterricht), dass es Kindern gelingen kann, selbst\u00e4ndig Probleme zu finden, zu bearbeiten und zu l\u00f6sen, in Ruhe und Gelassenheit etwas zu Ende zu denken oder eine Aufgabe zu vollenden. So gesehen ist die Jenaplan-Schule auch immer eine Schule des <em>Schweigens und der Stille<\/em>. Diese Grundhaltung wird noch verst\u00e4rkt durch die bewusste Kultur der <em>Bildungsgrundformen<strong>.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bildungsgrundformen<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen nennt vier so genannte Bildungsgrundformen, die ihrerseits wiederum eine unverzichtbare Konkretisierung der Ausgangsform darstellen und daher in jeder Jenaplan-Schule bei der Gestaltung des Unterrichtes zu finden sein werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>das Gespr\u00e4ch,<\/li><li>die Arbeit,<\/li><li>die Feier und<\/li><li>das Spiel<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nach Peter Petersen ist das Miteinander-Sprechen von den vier Aktivit\u00e4ten der Bildungsgrundformen entwicklungspsychologisch betrachtet auch die wichtigste Kommunikationsform. Die Sprache eines Menschen fordert das Kind zur Aktivit\u00e4t auf. Gemeint sind alle \u201eunterrichtlichen\u201c Gespr\u00e4chsformen, die auch wir kennen: Kreisgespr\u00e4ch, Klassengespr\u00e4ch, Gruppengespr\u00e4ch, Berichte, Aussprache, Lehrgang, belehrende Unterhaltung, Fr\u00fchst\u00fcck, &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nennung des Spiels als Bildungsgrundform bedeutet, dass in einer Jenaplan-Schule f\u00fcr die Kinder gen\u00fcgend Gelegenheit zum \u201efreien\u201c Spiel vorhanden sein muss, wobei der Lehrer beobachtet. Das Spiel wird als g\u00e4nzlich anderer Bereich der menschlichen Entwicklung gesehen als z.B. die Arbeit.<a title=\"\" href=\"#_ftn32\"><sup><sup>[32]<\/sup><\/sup><\/a> Beispiele: Freies Spiel, Lernspiel, Zweckspiel im Sport und in der Pause, Schauspiel, &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Peter Petersen unterscheidet in der Arbeitssituation die \u201eGruppenarbeit\u201c und die \u201eKurse\u201c. W\u00e4hrend der Gruppenarbeit sitzen die Kinder in ihrer Stammgruppe in Tischgruppen. Die Kinder d\u00fcrfen sich ihren Platz und ihren Arbeitspartner aussuchen. In den niederl\u00e4ndischen Jenaplan-Schulen wird diese Gruppenarbeit \u201eblokperiode\u201c genannt. In diesen Perioden von t\u00e4glich mehr als 100 Minuten arbeiten die Kinder an Aufgaben aus den Bereichen der Mathematik, Sprache, Natur- und Kulturorientierung, sie bereiten die Tagesbeginn- oder Wochenschlussfeier, den Lesekreis, usw. vor. Oft wird die Arbeit in Form eines \u201eArbeitskontraktes\u201c festgelegt; f\u00fcr die Einhaltung des Kontraktes ist das Kind verantwortlich (mit Hilfe des Lehrers). Unter Arbeit wird vor allem die selbstt\u00e4tige und bildende Arbeit des Kindes verstanden, die in den bekannten Formen der Einzelarbeit, der Partnerarbeit, der Gruppenarbeit oder auch in einem Kurs getan werden kann. Und ein f\u00fcr selbst\u00e4ndige Arbeit vorhandenes Arbeitsmittel<a title=\"\" href=\"#_ftn33\"><sup><sup>[33]<\/sup><\/sup><\/a> \u201e &#8230; <em>ist ein Gegenstand, der mit eindeutiger didaktischer Absicht geladen ist, hergestellt, damit sich das Kind frei und selbst\u00e4ndig dadurch bilden kann<\/em>.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn34\"><sup><sup>[34]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die <em>Feier<\/em> ist nach Peter Petersen eine Aktivit\u00e4t, die zu einer Schule, die sich als eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft versteht, unbedingt dazu geh\u00f6rt. Sie ist das wesentliche, gemeinschaftsbildende Element. Sie wird vom Lehrer dargeboten oder geleitet, von den Sch\u00fclern selbst\u00e4ndig gestaltet; in der Stammgruppe, Schulstufe oder Schulgemeinde abgehalten. Gefeiert wird z.B. der Wochenbeginn mit einer Schulversammlung oder auch der Beginn eines Projektes mit einem Theaterst\u00fcck oder ganz einfach der individuelle Geburtstag&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wochenrhythmus und rhythmischer Wochenarbeitsplan<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterrichtsabfolge in einer Jenaplan-Schule ergibt sich aus einer rhythmischen Abfolge der Bildungsgrundformen und p\u00e4dagogischer Situationen. Der herk\u00f6mmliche Stundenplan passt nicht dazu. Die Alternative zum Stundenplan ist im Jenaplan-Konzept der so genannte rhythmische Wochenarbeitsplan, worin angegeben wird, welche Aktivit\u00e4ten wann an der Reihe sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Wochenarbeitsplan zeigt, wie man durch Gespr\u00e4chs-, Spiel-, Arbeits- und Feiersituationen nach einer rhythmischen Ordnung bestrebt ist.<\/li><li>Der Montagmorgen f\u00e4ngt mit einer Feier, mit einem Gespr\u00e4ch an.<\/li><li>Im Wochenarbeitsplan sind einige Perioden f\u00fcr die Gruppenarbeit aufgenommen.<\/li><li>Der letzte Schultag der Woche endet mit einer Feier, einem Gespr\u00e4ch.<\/li><li>Der Wochenarbeitsplan enth\u00e4lt f\u00fcr den letzten Schulwochentag eine Periode f\u00fcr die Freie Arbeit \u2013 \u00dcbernehmen von Verantwortung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Schulleben und Unterricht und damit auch die Abfolge der Bildungsgrundformen sollen in einem nat\u00fcrlichen Wochenrhythmus schwingen. Dieser Wochenarbeitsplan ist nicht prim\u00e4r Grundlage f\u00fcr die Wochenarbeitsstunden, sondern soll Lernen in f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Zusammenh\u00e4ngen auf der Basis der \u201e<em>Bildungsgrundformen<\/em>\u201c erm\u00f6glichen. Peter Petersen zweifelt energisch daran, ob der \u201eFetzenstundenplan\u201c mit seinen permanent expandierenden F\u00e4cherkombinationen ein geeigneter Zugang zur Welt f\u00fcr Kinder sein kann. Er entwarf den so genannten \u201e<em>rhythmischen Wochenarbeitsplan<\/em>\u201c, der die Woche f\u00fcr ein Kind sinnvoll gliedert, Offenheiten und Verbindlichkeiten zugleich schafft und dem lehrerzentrierten Unterricht seine schulp\u00e4dagogisch sinnvolle Position l\u00e4\u00dft, aber ihm die Dominanz im Schulalltag nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Peter Petersen ist auch der rhythmische Wochenarbeitsplan ein wesentlicher Teil des Verst\u00e4ndnisses von Schule als \u201e<em>Lebensst\u00e4tte<\/em>\u201c und nicht als Unterrichtsanstalt, weil letztere nur am Sch\u00fcler interessiert sein kann, der Jenaplan aber an der \u201eganzen Person\u201c des Kindes interessiert ist. Der Klassenraum darf nicht l\u00e4nger \u201eBelehrungszelle\u201c sein, der Stundenplan nicht l\u00e4nger die Sicht auf (Lebens-) Zusammenh\u00e4nge verbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gruppierungsformen<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der deutlichsten \u00e4u\u00dferen Kennzeichen des Jenaplan-Unterrichtes ist die Gruppierung der Kinder; m\u00f6glicher Altersaufbau der Gruppen nach Peter Petersen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>4 und 5j\u00e4hrig \u2013 Kleinkindergruppe<\/li><li>6-9j\u00e4hrige Kinder<\/li><li>9-12j\u00e4hrige Kinder<\/li><li>13-14j\u00e4hrige Kinder<\/li><li>15-16j\u00e4hrige Kinder.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Peter Petersen wendet sich immer wieder entschieden gegen die klassikale Unterrichtsstruktur und gegen eine altershomogene Klasseneinteilung. Die Fiktion einer homogenen Lerngruppe existiert im Jenaplan nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispielhafte Konsequenzen des auf J. Amos Comenius zur\u00fcckgehenden altersm\u00e4\u00dfigen Unterrichtes sind die u. a. die B\u00fcrokratisierung der Schule, die Einteilung des Lehrstoffes f\u00fcr ein Jahr, f\u00fcr ein Monat, f\u00fcr eine Woche (z.B. Wochenthema), f\u00fcr einen Tag, &#8230; Eine Einteilung der Kinder einer Schule in Jahrgangsklassen geht von der falschen Voraussetzung aus, dass Kinder gleichen Alters sich auch auf einem gleichen Entwicklungsniveau bef\u00e4nden und dass sie dadurch auch f\u00fcr den \u201egleichen\u201c Unterricht f\u00e4hig w\u00e4ren. In weiterer Konsequenz bedeutet eine Ordnung einer Schule nach Jahrg\u00e4ngen, dass alle Sch\u00fcler zur selben Zeit auch die selben Ziele erreichen sollen, einen nach Schuljahren geordneten Lehrplan und letztendlich die M\u00f6glichkeit des Sitzen bleiben &#8230;<a title=\"\" href=\"#_ftn35\"><sup><sup>[35]<\/sup><\/sup><\/a> In einer Schule ohne Jahrgangsklassen g\u00e4be es auch kein Sitzen bleiben mehr! In einer Schule ohne Jahrgangsklassen werden auch die Ziele des Lehrplanes erreicht, vielleicht fr\u00fcher, vielleicht sp\u00e4ter, je nach Entwicklungsstand des Kindes.<\/p>\n\n\n\n<p>Meist finden wir in den verschiedenen Jenaplan-Schulen folgende Gruppen, denen die Kinder angeh\u00f6ren k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die Stammgruppe,<\/li><li>die Tisch- und Arbeitsgruppe,<\/li><li>die Niveaugruppe und<\/li><li>die freie Wahlgruppe.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Bezugsgruppe f\u00fcr jedes Kind ist seine \u201e<em>Stammgruppe<\/em>\u201c, in die die Jahrgangsklassen aufgel\u00f6st sind, auf deren Bankrott Peter Petersen nicht m\u00fcde wurde hinzuweisen. In dieser Gruppe werden die Kinder unterschiedlichen Alters bewusst zusammengebracht. Sie soll in der Regel drei Schuljahrg\u00e4nge umfassen. Die Stammgruppe wiederum ist eingelagert in die <em>Schulgemeinde<\/em>. Peter Petersen spricht aber erst von einer Stammgruppe, wenn die Altersheterogenit\u00e4t auch p\u00e4dagogisch benutzt wird. In dieser Stammgruppe hat ein Kind einige Jahre denselben Lehrer. In der Grundschule wird die Stammgruppe von einem Lehrer begleitet. In den Niveaugruppen und den freien Wahlgruppen haben die Kinder aber auch andere Lehrer.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Stammgruppe unterscheiden wir \u201e<em>Tisch- und Arbeitsgruppen<\/em>\u201c. Sie werden frei von den Kindern zusammengestellt. Funktion der Tischgruppe kommt am deutlichsten bei der Gruppenarbeit zum Ausdruck.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr differenziertes und leistungsbezogenes Arbeiten k\u00f6nnen die Kinder auch in so genannte \u201e<em>Niveaugruppen<\/em>\u201c eingeteilt werden. In diese Gruppe(n) werden Kinder eingeteilt, die ungef\u00e4hr den gleichen Lernfortschritt in einem bestimmten Lerngebiet haben. Programmteile einer Jenaplan-Schule, die so organisiert werden, werden Niveaukurse genannt. Ab dem 5. Schuljahr werden in der ganzen Schule die Niveaukurse t\u00e4glich gleichzeitig organisiert. Durch die Organisation in Niveaukursen ist das Sitzen bleiben \u00fcberfl\u00fcssig geworden. Jedes einzelne Kind kann in seinem Lerntempo den Stoff, der so organisiert wird, bew\u00e4ltigen, da die Einteilung nach dem jeweiligen Niveau des Kindes stattfinden kann. Beheimatet ist jedes Kind nach wie vor in seiner Stammgruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Individualisierung des Lernens k\u00f6nnen auch \u201e<em>freie Wahlgruppen<\/em>\u201c eingerichtet werden. In diesem Fall w\u00e4hlt das Kind f\u00fcr eine bestimmte Periode eine Aktivit\u00e4t aus, f\u00fcr die es sich speziell interessiert. Durch seine eigene Wahl verpflichtet sich das Kind, diesem Kurs zu folgen, bis eine andere Auswahl m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Charakteristik statt Zensur<\/p>\n\n\n\n<p>Es werden nach M\u00f6glichkeit und Gesetzgebung keine Ziffernnoten erteilt. Als Zeugnis werden ein objektiver und ein subjektiver Bericht erstellt. Der objektive Bericht ist Grundlage f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung mit den Eltern \u00fcber die gemeinsame Erziehungsarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Der subjektive Bericht ist Grundlage f\u00fcr eine abschlie\u00dfendes Gespr\u00e4ch mit dem Kind und zugleich das \u201eZeugnis\u201c, das mit nach Hause genommen wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn36\"><sup><sup>[36]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass dort, wo ein Lernen konsequent gepflegt wird, das seinen Anfang beim kindlichen Interesse nimmt, Noten und Zeugnisse ihre hypertrophe Bedeutung einb\u00fc\u00dfen, verdient kaum erw\u00e4hnt zu werden, wohl aber, dass nach Formen gesucht wird, Leistungen der Kinder in p\u00e4dagogisch verantwortlicher Weise anzuerkennen und individuell zu bewerten. Gleichf\u00f6rmigkeit und Uniformit\u00e4t k\u00f6nnen in keiner Jenaplan-Schule zu rechtfertigen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiele von Charakteristiken statt Zensur<\/p>\n\n\n\n<p>Die Form der Beurteilung hat mit unserer Vorstellung von Noten kaum mehr etwas gemein. Es wird den Kindern&nbsp; und den Eltern genau Auskunft gegeben, und in dem Sinne sind die hier zitierten M\u00f6glichkeiten sicher viel sagender als unsere Ziffernnoten. Jede Jenaplan-Schule wird sich nach den gesetzlichen M\u00f6glichkeiten ihre Form der Charakteristik zu Recht legen. Ziffernnoten wird es aber h\u00f6chstens beim \u00dcbertritt in eine h\u00f6here, weiterf\u00fchrende Schule geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassung<\/p>\n\n\n\n<p>Die Individualisierung des Unterrichtes durch das Bereitstellen p\u00e4dagogischer Situationen ist ein wesentliches Element des Schullebens nach dem Jenaplan. In jeder Jenaplan-Schule wird der individuelle Prozess des <em>Sinn entdeckenden Lernens<\/em> in den Vordergrund der p\u00e4dagogischen Arbeit stehen. Wie z.B. jemand nach einem Gespr\u00e4ch \u00fcber bestimmte Themen denkt, ist seine Sache. Das Besprechen der Probleme und die \u00dcbertragung von Fachkenntnissen sind darum zwei verschiedene Sachen. Diese Kenntnisse liefern die notwendige Basis f\u00fcr einen sinnvollen Dialog. Wird nichts mit den Kenntnissen gemacht, dann bleiben sie steril. Werden diese nicht erlebt, physisch, rational und emotional, dann bleibt die Integration aus, dann f\u00fcttern wir im Unterricht nur das Ged\u00e4chtnis&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schulkonzept nach dem Jenaplan bietet die M\u00f6glichkeit der Gestaltung einer sehr flexiblen und kindgerechten Schulorganisation und Schuleingangsphase durch die Lehrer. Die Organisation der Schule erfolgt nicht mehr nach Jahrgangsklassen. Stammgruppen mit den p\u00e4dagogischen Vorteilen der Altersheterogenit\u00e4t, das voneinander- und miteinander Lernen; ein hoch differenzierter und individualisierender Unterricht, Sch\u00fclermitplanung und Sch\u00fclermitgestaltung bei Schulorganisation, die Betonung des Gespr\u00e4ches und der Feier und die Freiheit der Schulgestaltung nach einer Ausgangsform charakterisieren ein Schulkonzept nach dem Jenaplan.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAus der Schule als Ganzem etwas Neues zu machen, d.h. das ganze Schulleben von Grund auf radikal zu \u00e4ndern. Und dann gelte es, dort hinein den Unterricht zu setzen und sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen und zu erproben, wie sich dieser \u00e4ndern werde, wenn man gezwungen sei, immer jenes neue Schulleben zu erhalten, die neue Schulgesinnung zu bewahren, also kurz gesagt: Den Unterricht der Erziehung zu unterwerfen, zuerst Erzieher, dann erst Lehrer zu sein.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn37\"><sup><strong><sup>[37]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein derartiges Schulkonzept ist auch auf Peter Petersens Hoffnung begr\u00fcndet, &#8230; \u201e<em>dass diejenigen Lehrer, welche der Schuljugend nicht als Parteipolitiker und nicht als Werkzeuge politisierender Konfessionen dienen wollen, welche also die Idee des p\u00e4dagogischen Tuns zum Leitgedanken ihrer allt\u00e4glichen Berufsarbeit erheben, immer noch die gro\u00dfe Mehrheit der Lehrerschaft bilden<\/em>\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn38\"><sup><sup>[38]<\/sup><\/sup><\/a> Die Jenaplan-Schule ist \u00fcberkonfessionell, interkulturell und lehnt weltanschauliche Ausgrenzung ab. Damit ist eine Jenaplan-Schule nicht nur eine Schule der Gegenwart, sondern ebenso eine Schule der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel einer Schulentwicklung nach dem Jenaplan<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist dies die Geschichte einer Schulentwicklung in den Niederlanden. Diese Schulentwicklung erfolgte in Schulfreiheit nach p\u00e4dagogischen Modellen. Anschlie\u00dfend wird auch die Frage gestellt, was in \u00d6sterreich vergleichbar m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend einer meiner so genannten \u201eeducational safaris abroad\u201c, wie auch Helen Parkhurst<a title=\"\" href=\"#_ftn39\"><sup><sup>[39]<\/sup><\/sup><\/a> ihre Bildungsreisen nannte, erz\u00e4hlte mir einer der Direktoren einer holl\u00e4ndischen Pflichtschule die Geschichte der Gr\u00fcndung und Entstehung einer Schule. F\u00fcr Holland ist diese Schule wahrscheinlich gar keine besondere Schule: Eine Grundschule, die sich an den p\u00e4dagogischen Richtlinien des Jenaplans von Peter Petersens orientiert. F\u00fcr meine Ohren klang diese Geschichte fast utopisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Schulerneuerung in Holland<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte beginnt damit, dass vor einigen Jahren die Eltern an die Schulleitung der schon bestehenden staatlichen Schule mit dem Wunsch herangetreten sind, dass sie f\u00fcr ihre Kinder gerne eine so genannte Jenaplan-Schule h\u00e4tten. Aber so genau w\u00fcssten sie eigentlich auch wieder nicht, wie die Schule eigentlich sein sollte und was denn eine Jenaplan-Schule genau sei und ganz einig \u00fcber ihre Vorstellungen seien sie sich auch nicht. Direktor Seybel, der mir diese Geschichte erz\u00e4hlte, nahm die Anregung als Anlass zur Schulentwicklung und zum Aufbau einer Jenaplan-Abteilung an seiner Schule.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeit begann mit intensivem Literaturstudium und mit Anfragen beim Jenaplan-Verein. Das Studium der Jenaplan-Literatur und die Diskussionen f\u00fchrten zu der Erkenntnis, dass keine zur G\u00e4nze \u00fcbertragbaren Modelle vorhanden sind und dass vielmehr jede Jenaplan-Schule ihre eigene Form finden k\u00f6nne und m\u00fcsse. Nun wurde am Beginn dieses Prozesses auch deutlich, dass an der Entwicklung einer neuen Schule alle Betroffenen beteiligt werden m\u00fcssen, also nicht nur die Direktoren und Lehrer, sondern auch die Eltern und selbstverst\u00e4ndlich auch die Kinder. Dieser Erkenntnis entsprechend, wurden Arbeitsgruppen gebildet, die ein Jahr lang ihre Aufgaben zu erledigen hatten und immer wieder zu Besprechungen zusammenkamen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In die Arbeitsgruppe I, in der Sch\u00fcler, Lehrer und Eltern vertreten waren, <br>wurden Kinder, die eine Jenaplan-Schule besucht hatten oder noch eine<br>Jenaplan-Schule besuchten, eingeladen. Sie berichteten Sch\u00fclern und <br>Lehrern von ihren Erfahrungen, von dem, was ihnen gefallen hat und <br>was sie anders machen w\u00fcrden, von der Organisation und den Inhalten<br>und wie es ihnen in den weiterf\u00fchrenden Schulen geht. Auf der <br>Grundlage dieser Gespr\u00e4che entwickelte diese Arbeitsgruppe <br>ihr Schulkonzept.<\/li><li>In der Arbeitsgruppe II versuchten Eltern, ihre Vorstellungen zu <br>konkretisieren und zu Papier zu bringen.<\/li><li>In der Arbeitsgruppe III arbeiteten Lehrer der Sekundarstufe I an der <br>Konkretisierung ihrer Vorstellungen, was Kinder k\u00f6nnen sollen, <br>wenn sie von der Grundschule und die Sekundarstufe I \u00fcbertreten. <br>Sie formulierten die Anforderungen des so genannten <br>\u201eDiplom vorbereitenden\u201c Unterrichtes und die Kriterien <br>einer \u201eQualit\u00e4tsschule\u201c.<\/li><li>Arbeitsgruppe IV war eine Resonanzgruppe. Diese Gruppe bestand <br>aus erfahrenen Lehrern von Jenaplan-Schulen, aus beratenden <br>Personen des Jenaplan-Vereines und auch aus Schulberatern des Lehrplanentwicklungsinstitutes. Personen dieser Gruppe hatten <br>vorwiegend beratende und helfende Funktionen beim Aufbau der Schule.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Peter Petersen nannte sein Schulkonzept eine <em>Ausgangsform<\/em><a title=\"\" href=\"#_ftn40\"><sup><sup>[40]<\/sup><\/sup><\/a>, die in ihrer Realisierung von Schule zu Schule variieren kann, die aber immer zur Arbeit und zum Lernen in einer <em>p\u00e4dagogischen Situation<\/em> f\u00fchren soll. Wesentliches Kriterium der p\u00e4dagogischen Situation ist die innere Betroffenheit des Lernenden, das tiefe Verst\u00e4ndnis der Wichtigkeit und Bedeutung f\u00fcr das, was es zu lernen gilt. Diese Notwendigkeit, eine <em>p\u00e4dagogische <\/em>Situation zu schaffen, hatten die Arbeitsgruppen bei der Erstellung ihrer Konzepte immer im Auge. Und vor der Durchf\u00fchrung eines gemeinsamen Konzeptes wurde mit dem Team, das Jenaplan an der Schule starten sollte, sogar ein Training durchgef\u00fchrt, um die p\u00e4dagogische Situation innerhalb der allt\u00e4glichen Schulsituation herstellen zu k\u00f6nnen. Aus diesem Rollenspiel entstanden drei Projekte, mit denen die eigentliche Jenaplan-Arbeit in der Schule begann und die dem Verst\u00e4ndnis von p\u00e4dagogischer Situation weitestgehend entsprachen. Jedes dieser Projekte dauerte jeweils ein Schuljahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Generalthema des ersten Projektes lautete: \u201eAlte Schule \u2013 neu Schule\u201c. Dieses Projekt wurde nicht nur von dem Team, das die Jenaplan-Arbeit beginnen sollte, durchgef\u00fchrt. Auch im zweiten Jahr der Schulentwicklung besch\u00e4ftigten sich Sch\u00fcler und Lehrer mit diesem Projektthema. Das Projekt war in drei Teile gegliedert, an denen, wie aus den Teilthemen ersichtlich ist, Lehrer und Sch\u00fcler unterschiedlich intensiv beteiligt waren. Teil 1 sollte das individuelle Entwicklungsniveau der Kinder m\u00f6glichst genau beschreiben, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar und f\u00fcr den Unterricht fruchtbar machen zu k\u00f6nnen. Dieses Thema ver\u00e4nderte vor allem die Perspektive der Lehrer, in der sie bisher ihre Sch\u00fcler gesehen hatten. Gleichsam im Anschluss an dieses Thema sollte das 2. Teilthema den Weg vom \u201eklassikalen\u201c Unterricht zur individuellen Arbeit in der Schule beschreiben. Dabei sollten auch Fragen beantwortet werden, die mit der p\u00e4dagogischen Situation Peter Petersens in einem engen Zusammenhang stehen, wie z.B. \u201eWarum lernen wir diese Gegenst\u00e4nde?\u201c \u201eInwiefern hat das, was ich in der Schule lerne, f\u00fcr mich Bedeutung f\u00fcr mein Leben?\u201c \u201eWie k\u00f6nnen wir am besten dar\u00fcber reden, was wir hier eigentlich machen?\u201c Deckte dieser zweite Teilbereich im ersten Projekt eher die Gegenwartsbezogenheit des schulischen Lernens ab, so war der dritte Teilbereich der Zukunftsperspektive des schulischen Lernens gewidmet: \u201eWas muss ich lernen, um weiterf\u00fchrende Bildungsm\u00f6glichkeiten in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen?\u201c In dieses Thema flossen nicht nur nationale Bildungsaspekte ein, sondern auch Bildungsm\u00f6glichkeiten in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem letztgenannten Bildungsaspekt wird auch ein europ\u00e4isches Bewusstsein sichtbar, das den meisten Lehrerinnen und Lehrern in \u00d6sterreich aufgrund der noch kurzen Mitgliedschaft bei der Europ\u00e4ischen Union vielleicht noch fremd ist. Zur besseren Verst\u00e4ndlichkeit dieses ersten Projektthemas ist auch noch zu erg\u00e4nzen, dass die herk\u00f6mmlichen Lern- und Bildungsinhalte, wie wir sie aus unserem f\u00e4cherbezogenen Unterricht kennen, nach M\u00f6glichkeit in die Teilthemen des Projektes integriert worden sind und dass es neben dem Projektunterricht auch noch den so genannten \u201eklassikalen\u201c Unterricht gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Projektjahr besch\u00e4ftige sich ein weiteres Sch\u00fcler- und Lehrerteam mit einem auf dem ersten Blick doch v\u00f6llig fremd anmutenden Thema. Zur n\u00e4heren Erkl\u00e4rung darf vorausgeschickt werden, dass es in Holland traditionellerweise in den Schulen ein Fach mit der Bezeichnung \u201eWeltorientierung\u201c gibt. Das zweite Projekt hatte einen engen Zusammenhang mit der Weltorientierung:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel des zweiten Gro\u00dfprojektes lautete \u201eUtopia\u201c. Dieses Projekt umfasste einen Zeitraum von drei Schuljahren, wobei jedem Schuljahr ein dementsprechend umfassendes Teilthema zugewiesen worden war. So bekamen die Sch\u00fcler im ersten Schuljahr des Projektes in Utopia eine Insel, nicht mehr als 50 x 50 km gro\u00df. Die Sch\u00fcler arbeiteten in Teams, und jedes Team hatte nun die Aufgabe, eine Insel bzw. ein Land zu gestalten. Bei dieser Arbeit war nicht nur eine realistische Gestaltung, sondern ebenso eine idealistische Ausformung der Ideen der Kinder zul\u00e4ssig. Zu beschreiben waren Landschaft, St\u00e4dte, Wirtschaft, wie die Menschen wohnen, die Kunst, das Fernsehen und \u00e4hnliche Themen mehr und auch die Zusammenh\u00e4nge zwischen diesen beschriebenen Themen. Die Lehrer halfen immer wieder durch entsprechende Fragen, Kl\u00e4rungen und Informationshinweise weiter. Es entstanden Modelle. Zum Abschluss dieses Projektteiles beantworteten die Sch\u00fcler die Frage: \u201eWie lebt man in diesem Land?\u201c Teil 2 des Gesamtprojektes Utopia stellte die Sch\u00fcler vor die Aufgabe, die L\u00e4nder nun zusammenzusetzen zu einer Vereinigung. Die Sch\u00fcler verhandelten, bildeten im Rollenspiel ein Parlament, lernten und \u00fcbten demokratisches Verhalten nicht nur f\u00fcr das Land, das sie geschaffen hatten, sondern auch f\u00fcr ihre eigene Schul- und Lebenssituation und suchten vor allem immer wieder Probleml\u00f6sungen. Vergleiche mit realen politischen Problemen und L\u00f6sungen aus den Medien wurden herangezogen, nationale und internationale Fragen diskutiert. Im dritten Teil des Projektes standen die ideale Entwicklung des Landes und die Reflexion der Entwicklung im Vordergrund des schulischen Arbeitens und Forschens. Die Kinder beschrieben, wie sie sich die ideale Entwicklung ihres Landes in dem von ihnen geschaffenen Gro\u00dfkontinent urspr\u00fcnglich vorgestellt und was daraus geworden war. Auf dieser Grundlage formulierten sie auch, was sie nach all dem nun Erfahrenen und Gelernten f\u00fcr ihr eigenes Land m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gebe ich zu, dass mich, als ich die Geschichte der Schulentwicklung zum ersten Mal h\u00f6rte, das Projekt \u201eUtopia\u201c auch utopisch anmutete. Erst nach und nach, mit dem vermehrten Eindringen in die Jenaplan-P\u00e4dagogik, begann ich die p\u00e4dagogische Notwendigkeit dieses Themas schrittweise zu verstehen und zu akzeptieren: Es ist ein Thema, das f\u00fcr die Kinder lebensbedeutend ist&#8230; Das trifft auch f\u00fcr das dritte Projektthema zu, und es ist wahrscheinlich in seinem Zustandekommen nicht leichter zu verstehen, aber doch in einem logischen Zusammenhang zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Titel des dritten Projektes war ein Arbeitstitel: \u201eDer Unterschied zwischen Eskimos und Franzosen\u201c. Was soll denn das eigentlich hei\u00dfen? Und warum gerade Eskimos und Franzosen? Es geht in diesem Projekt um Bilder in unseren K\u00f6pfen, um Vorurteile, vielleicht um Witze, sicher darum, war wir \u00fcber andere Menschen denken. \u00dcber Menschen, die weit weg leben und wohnen und \u00fcber Menschen, mit denen wir in Nachbarschaft leben. Die Eskimos sind Beispiel f\u00fcr Menschen, die weit weg leben und \u00fcber die wir ganz wenig aus eigener Erfahrung wissen. Im Lauf dieses Projektes wird mit Kindern in dem bestimmten \u2013 meist benachbarten \u2013 Land Kontakt aufgenommen, wobei die Landessprache des angeschriebenen Kindes benutzt werden sollte. Diese Kinder wurden gefragt, inwieweit die Bilder, die z.B. nun Holl\u00e4nder von Franzosen oder Engl\u00e4nder oder \u00d6sterreicher haben, auch stimmen. Die weiterf\u00fchrende Korrespondenz enthielt als Antwort auch die Selbsteinsch\u00e4tzung der jeweiligen Korrespondenzpartner, und auch die holl\u00e4ndischen Kinder versuchten, ihr Bild von ihrem eigenen Land zu vermitteln. Die Korrespondenz dar\u00fcber, wie sich die holl\u00e4ndischen Kinder selbst wahrnehmen, f\u00fchrt uns zum zweiten Teil dieses Projektes. Die Kinder beschrieben sich selbst und tauschten immer mehr Informationen \u00fcber Holland und das von ihnen gew\u00e4hlte Land mit ihren Korrespondenzpartnern aus. Bei diesen Arbeiten mussten die Lehrer ihre Sch\u00fcler vor allem sprachlich, aber auch bei den gew\u00e4hlten Inhalten unterst\u00fctzen. So richtete sich auch der \u201eklassikale\u201c Unterricht nach den mit den Korrespondenzpartnern gew\u00e4hlten Themen, wobei Geschichte, Geographie, Politik und dgl. im Vordergrund der Arbeit gestanden haben werden. Der dritte Teil des Projektes bestand in einem mehrw\u00f6chigen Auslandsaufenthalt beim jeweiligen Korrespondenzpartner und der entsprechenden Auswertung und Reflexion dieses Aufenthaltes im Zusammenhang mit dem Projektthema.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eben kurz beschriebenen Projektthemen waren in dieser Zeit nicht die einzigen, an denen Kinder in einer sich entwickelnden Jenaplan-Schule arbeiteten. \u201eDie vier Elemente\u201c, \u201eDie Stadt\u201c oder \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c waren weitere Projektthemen. Die dargestellten Themen waren mit der Entwicklung der Jenaplan-Abteilung in dieser Schule eng verbunden, weil sich Sch\u00fcler immer wieder mit ihrer eigenen Lebenssituation auseinandersetzen und an derselben f\u00fcr sich und f\u00fcr ihr Leben lernen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend dieser Arbeit mussten auch sukzessive die Organisationsformen der Schule ge\u00e4ndert werden. Peter Petersens Vorschl\u00e4gen folgend, gibt es in dieser Schule, wie \u00fcbrigens in den meisten reformp\u00e4dagogischen Schulen, keine Jahrgangsklassen mehr. Die Sch\u00fcler sind in Jenaplan-Schulen in jahrgangs\u00fcbergreifende Stammgruppen eingeteilt und geh\u00f6ren innerhalb dieser Stammgruppe einer so genannten Tischgruppe an. So d\u00fcrfen wir uns wohl auch vorstellen, dass nicht immer alle Sch\u00fcler an den beschriebenen Projekten \u00fcber die gesamte Zeitspanne hinweg besch\u00e4ftigt waren. Die Organisationsform in Stammgruppen \u00f6ffnet f\u00fcr die gemeinsame Arbeit von Sch\u00fclern und Lehrern die M\u00f6glichkeit von weitgehender Differenzierung nach Interessen, Themen und Leistungsf\u00e4higkeit in den verschiedenen Bereichen.<a title=\"\" href=\"#_ftn41\"><sup><sup>[41]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Lehrerinnen und Lehrer bedeutete die Entwicklung der Jenaplan-Abteilung einen intensiven Lernprozess. Ihre bisherige Arbeitsweise wurde durch die Ver\u00e4nderungen immer wieder in Frage gestellt. An ihre F\u00e4higkeit der didaktischen und methodischen Reflexion in Bezug auf ein didaktisches System wurden und werden hohe Anforderungen gestellt. Der Anteil der Teamarbeit im Unterricht und in der Unterrichtsplanung nahm mit fortschreitender Entwicklung zu einer Jenaplan-Schule stetig zu. Der von den Lehrerinnen und Lehrern initiierte Unterricht folgte der Entwicklungslinie der Projekte. Der Zusammenhang zwischen diesem Unterricht und den Projektthemen musste in den Planungsgespr\u00e4chen der Lehrerinnen und Lehrer und vor allem f\u00fcr die Sch\u00fcler immer wieder hergestellt werden. Es ist schwierig, immer wieder p\u00e4dagogische Situationen zu kreieren, Themen, zum Projekt passend, neu einzuf\u00fchren, die Richtung und den Fortgang des Projektes zu reflektieren, Projektpr\u00e4sentationen vorzubereiten, den Sch\u00fclern \u00fcber ihren Lernfortschritt umfassend und konstruktiv Auskunft zu geben und die Eltern \u00fcber die schulische Arbeit ausreichend und befriedigend zu informieren bzw. mit ihnen immer wieder zusammenzuarbeiten und sie in der Entwicklung der Schule als gleichwertigen Partner zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeit der Lehrerin und des Lehrers ist nicht mehr fast ausschlie\u00dflich das Unterrichten, sondern im zunehmenden Ma\u00df das Begleiten des Lernprozesses seiner Sch\u00fcler. Dies bedeutet, dass Lehrer und Lehrerinnen Antworten geben k\u00f6nnen m\u00fcssen auf Fragen, die die Sch\u00fcler stellen oder dass sie ebenso helfen k\u00f6nnen, diese Antworten zu finden, w\u00e4hrend sie vielleicht fr\u00fcher Antworten auf Fragen gegeben haben, die von den Sch\u00fclern gar nicht gestellt worden sind. Von ihnen werden in dieser gemeinsamen Arbeit sowohl eine hohe Fachkompetenz wie auch eine Kompetenz als Lernstratege erwartet. Kindern in ihrem Lernprozess zu helfen, bedeutet, ihnen Wege zur Entwicklung individueller Lernstrategien zeigen zu k\u00f6nnen. Der Ausspruch eines holl\u00e4ndischen Wissenschaftlers \u201eTime spent for teaching is lost for learning\u201c ist in dieser Radikalit\u00e4t f\u00fcr schulisches Lernen sicherlich nicht zutreffend, zeigt aber die Richtung, in die sich schulische Arbeit und schulisches Lernen, zumindest in Holland, entwickelt: Der Schwerpunkt der Lehrerarbeit verschiebt sich von der Lehrert\u00e4tigkeit \u201eUnterrichten\u201c zur Sch\u00fcleraktivit\u00e4t, zum individuellen und eigenst\u00e4ndigen Arbeiten und Lernen. Nun ist es Aufgabe der Lehrerin und des Lehrers, den Sch\u00fclern lernen zu lehren und deren Aufgabe, lernen zu lernen. In einer solchen Schule m\u00fcssen Lehrerinnen und Lehrer von der Individualit\u00e4t des Kindes ausgehen und gemeinsam mit ihm die n\u00e4chste Stufe der Entwicklung finden bzw. dem Kind den Weg dorthin zeigen k\u00f6nnen, im wahren Sinn des Wortes ein P\u00e4dagoge sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte dieser niederl\u00e4ndischen Schule h\u00e4tte sich so 1996 in \u00d6sterreich in der staatlichen Schule nicht ereignen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel sind Eltern an der organisatorischen und inhaltlichen Entwicklung der \u00f6ffentlichen Schule, in die ihre Kinder gehen, nicht beteiligt. Eine Ausnahme bilden hier die Eltern, die f\u00fcr ihre Kinder eine \u201eAlternativschule\u201c gr\u00fcnden und diese \u00fcber Jahre hindurch m\u00fchsam erhalten. Noch seltener sind in \u00d6sterreich wahrscheinlich die Sch\u00fcler selbst an der Entwicklung ihrer eigenen Schule beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum jemand h\u00e4tte sich in \u00d6sterreich f\u00fcr seine Kinder eine Jenaplan-Schule gew\u00fcnscht. Diese reformp\u00e4dagogische Richtung ist in \u00d6sterreich im Gegensatz zu vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bis auf ganz wenige Ausnahmen unbekannt. Das ist mit ein Grund, warum es in \u00d6sterreich nur ganz wenige reformp\u00e4dagogischen Schulen gibt. \u00d6sterreich weist im Vergleich zu vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ein fast vollst\u00e4ndiges Defizit an reformp\u00e4dagogischen Schulen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6sterreichische Schulgesetzgebung erschwert durch die Einteilung der Volksschule in eine Grundstufe I und eine Grundstufe II die in den meisten reformp\u00e4dagogischen Schulen bevorzugte Organisationsform der altersheterogenen Gruppenbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bewusstsein der meisten \u00d6sterreicher ist Schule etwas, was bereitgestellt wird und nicht etwas, was es aufgrund vorliegender p\u00e4dagogischer Ideen und Konzepte zu entwickeln gilt. Noch ist Schule nicht etwas, das von Lehrern, Eltern und Kindern gemeinsam aufgebaut werden kann, das einem permanenten Entwicklungsprozess unterliegt. Noch werden viel eher die Kinder der bestehenden Schule angepasst, als die Schule f\u00fcr die Kinder ver\u00e4ndert&#8230;<\/p>\n\n\n\n<div><br clear=\"all\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr size=\"1\" width=\"33%\">\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Der Kleine Jenaplan, Langensalza 1927, 56. \u2013 60. Aufl., Weinheim 1970, S. 7<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter: F\u00fchrungslehre des Unterrichts, (1937), 3. Auflage, Hannover 1951, S. 22.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1937) 1951; 2, 43ff., 66ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans \u2013 nationale und internationale Einfl\u00fcsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987, S.131.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1927) 1951; 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1927) 1951; 11.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1937) 1951; 50.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1927) 1951; 10.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, 1927; 27.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Petersen, (1927) 1951; 9.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1937) 1951; 80.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Fr\u00f6bel, Friedrich: Menschenerziehung. 1826; \u00a7 86. Neu herausgegeben von Zimmermann, Leipzig 1913.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Petersen, (1927) 1951; 21.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Petersen, (1927) 1951; 8.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, (1937) 1951; 43;77.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans \u2013 nationale und internationale Einfl\u00fcsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformp\u00e4dagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987, S. 150.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter: Der Mensch in der Erziehungswirklichkeit, M\u00fchlheim\/Ruhr 1954, S.&nbsp;41.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zusammenstellung Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Siehe dazu: Kla\u00dfen, Theodor F., Stichwort: Jenaplan. In: Schmutzer, Ernst (Hg.), Reformp\u00e4dagogik in Jena, Jena 1991, S. 68 ff., hier bes. S. 71 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es bestand die \u00dcbung, die Konzepte nach den St\u00e4dten ihres Entstehens zu benennen; siehe dazu: Kla\u00dfen, Theodor F., Stichwort: Jenaplan. (siehe Anm. 6 ), S. 71<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl., Seyfarth-Stubenrauch, Michael, Jenaplan-P\u00e4dagogik. Historischer Hintergrund \u2013 Aktuelle Konzepte. In: Eichelberger, Harald, Lebendige Reformp\u00e4dagogik, Innsbruck 1997, S. 131 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen der Reformp\u00e4dagogik heute, D\u00fcsseldorf 1986, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, P.\/Wolff, H., Eine Grundschule nach den Grunds\u00e4tzen der Arbeits- und Lebensgemeinschaftsschulen, Weimar 1925. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 216 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Der kleine Jenaplan, S. 7<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Prospekt der Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule, in: R\u00f6hrs, , Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Der kleine Jenaplan, S. 11 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Montessori, Maria, Die Entdeckung des Kindes; sie verwendet den Begriff des \u201einneren Bauplanes des Kindes\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Begriff \u201eF\u00fchrer\u201c ist hier p\u00e4dagogisch gemeint.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen Peter, F\u00fchrungslehre des Unterrichts, 5. Aufl. Weinheim 1955, S. 20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. dazu vor allem die Ausf\u00fchrungen Maria Montessoris, in deren P\u00e4dagogik die Arbeit (an sich) im Vordergrund der kindlichen Entwicklung steht.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. dazu die \u201eEntwicklungsmaterialien\u201c nach Maria Montessori<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, F\u00fchrungslehre des Unterrichts, S. 182<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Peter Petersens Konzept des Jenaplans soll ausdr\u00fccklich den p\u00e4dagogischen Anachronismus des Sitzenbleibens durch entsprechende schulische Organisationsformen verhindern.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Prospekt der Jenaplan-Forschungsstelle der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kla\u00dfen, Theodor, F., Zur Entstehungsgeschichte des Jenaplans, in: Westermanns P\u00e4dagogische Beitr\u00e4ge 1952, S. 449-452<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule. In: R\u00f6hrs, Hermann (Hg.), Die Schulen &#8230;, S. 209 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Helen Parkhurst \u2013 Begr\u00fcnderin des Daltonplans; auf Helen Parkhurst und den Daltonplan wird noch ausf\u00fchrlich eingegangen werden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch die P\u00e4dagogik Peter Petersens wird noch ausf\u00fchrlich dargestellt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Arbeits- und Differenzierungsformen in reformp\u00e4dagogischen Schulen werden noch ausf\u00fchrlich dargestellt werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes reformp\u00e4dagogische Modell bietet einen speziellen Schwerpunkt. 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