{"id":9,"date":"2013-12-12T10:10:17","date_gmt":"2013-12-12T10:10:17","guid":{"rendered":"?p=9"},"modified":"2013-12-12T10:10:17","modified_gmt":"2013-12-12T10:10:17","slug":"zur-geschichte-der-reformpaedagogik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.eichelberger.at\/?p=9","title":{"rendered":"Zur Geschichte der Reformp\u00e4dagogik"},"content":{"rendered":"<p class=\"Autor\"><span>Betrachtet man die Entwicklung mancher reformp\u00e4dagogischer Richtungen im letzten Jahrzehnt in weiten Teilen Europas, so ist es sicherlich nicht \u00fcbertrieben, wenn wir von einem neu erwachten Interesse an reformp\u00e4dagogischen Modellen sprechen. Eltern w\u00fcnschen sich eine reformp\u00e4dagogische Schule f\u00fcr ihre Kinder, Lehrerinnen und Lehrer wollen in ihrer Schule nach reformp\u00e4dagogischen Konzepten unterrichten und selbst in der Lehrerbildung wird in zunehmendem Ma\u00df von einer \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c gesprochen. Wir k\u00f6nnen gar nicht weit fehl gehen, wenn wir von einem aktuellen gesellschaftlichen und p\u00e4dagogischen Trend sprechen<\/span><\/p>\n<p class=\"Autor\">\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Autor\"><span style=\"line-height: 1.3em;\">Harald Eichelberger<\/span><\/p>\n<p>Die Aktualit\u00e4t der Reformp\u00e4dagogik oder ihr Potential zur Erneuerung des Bildungswesens und f\u00fcr eine permanente Schulentwicklung<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.3em;\">\u201eWoran arbeiten Sie?\u201c wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: \u201eIch habe viel M\u00fche, ich bereite meinen n\u00e4chsten Irrtum vor.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.3em;\">Bert Brecht<\/span><\/p>\n<h2>Vorordnungen<\/h2>\n<p>Betrachtet man die Entwicklung mancher reformp\u00e4dagogischer Richtungen im letzten Jahrzehnt in weiten Teilen Europas, so ist es sicherlich nicht \u00fcbertrieben, wenn wir von einem neu erwachten Interesse an reformp\u00e4dagogischen Modellen sprechen. Eltern w\u00fcnschen sich eine reformp\u00e4dagogische Schule f\u00fcr ihre Kinder, Lehrerinnen und Lehrer wollen in ihrer Schule nach reformp\u00e4dagogischen Konzepten unterrichten und selbst in der Lehrerbildung wird in zunehmendem Ma\u00df von einer \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c gesprochen. Wir k\u00f6nnen gar nicht weit fehl gehen, wenn wir von einem aktuellen gesellschaftlichen und p\u00e4dagogischen Trend sprechen.<\/p>\n<p>Auch in \u00d6sterreich konnten wir in den vergangenen zehn Jahren einen starken Trend zur Montessori-P\u00e4dagogik feststellen. Zahlreiche Montessori-Klassen wurden im Regelschulwesen eingerichtet, Montessori-Fortbildung wurde insti\u00adtutionalisiert, und andere reformp\u00e4dagogische Richtungen, die in Europa schon lange etabliert sind, schafften den Schritt \u00fcber die Grenze unseres Landes.<\/p>\n<p>Woher kommt aber diese Begeisterung, mit der sich ein breites p\u00e4dagogisches Publikum gegenw\u00e4rtig auf die Unterrichtsmodelle und Erziehungskonzepte jener sogenannten Reformp\u00e4dagogik st\u00fcrzt, und die sonderbare Emphase, mit der sich die unter den Alltagsproblemen in der Schule leidenden LehrerInnen und ErzieherInnen von den Erziehungsmethoden der zitierten Reformp\u00e4dagogik Hilfe erwarten, fragt Winfried B\u00f6hm Ende 1995 in der Zeitschrift Schulmagazin.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a> Und setzt dann fort: \u201e<em>Denn dass die Reformp\u00e4dagogik nicht Denken und nicht Wirklichkeit von heute ist, das wird niemand bestreiten k\u00f6nnen<\/em>.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a> Die Reform\u00adp\u00e4dagogik (engl.: progressive education) ist eine eigenst\u00e4ndige Periode der P\u00e4dagogik zwischen dem Ende des vorigen Jahrhunderts bis ungef\u00e4hr 1938, verbunden mit den Namen gro\u00dfer P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, wie z.B. Ovide Decroly, Adolphe Ferri\u00e8re, Paul Geheeb, C\u00e9lestin Freinet, Maria Montessori, Peter Petersen, Paul Oestreich, Helen Parkhust, John Dewey, Henry Morris, Alexander S. Neill, Rudolf Steiner oder Otto Gl\u00f6ckel f\u00fcr \u00d6sterreich, um nur einige zu nennen. Die Reformp\u00e4dagogik ist unter Umst\u00e4nden sogar, wie der provozierende Titel eines 1993 erschienenen Buches lautet, \u201eSchnee vom vergangenen Jahrhundert.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Der Untertitel des genannten Buches weist allerdings eindeutig in die Zukunft: Er verspricht \u201e<em>neue Aspekte der Reformp\u00e4dagogik<\/em>\u201c. Doch bleiben wir noch ein wenig in der Gegenwart, bevor\u00a0 wir Zukunftsperspektiven entwerfen. Wenn wir uns jetzt intensiv mit Reformp\u00e4dagogik besch\u00e4ftigen, so muss uns bewusst sein, dass alleine schon der Begriff \u201eReform\u201c in die Vergangenheit weist. Er bezeichnet die r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Wiederherstellung eines schon einmal dagewesenen, m\u00f6glicherweise verlorengegangenen Zustandes, er verweist per se auf einen historischen Zustand. Doch dies wird nicht immer so gesehen, im Gegenteil: Aus vielen Gespr\u00e4chen mit LehrerInnen, ErzieherInnen und Eltern wei\u00df ich, dass diese sogenannte \u201eErziehung vom Kinde aus\u201c als allgemein g\u00fcltiges p\u00e4dagogisches Konzept einer ganz aktuellen Kindererziehung angesehen wird. Diese historischen, heute vielleicht schon verkl\u00e4rt gesehenen Erziehungsentw\u00fcrfe entsprechen f\u00fcr immer mehr Eltern und Lehrer den Erziehungsidealen der Gegenwart: Selbst\u00e4ndigkeit, Selbstbestimmung, Eigenst\u00e4ndigkeit, Verantwortung, Kooperation, Solidarit\u00e4t u. \u00e4. m. sind heutige Erziehungsziele, die den reformp\u00e4dagogischen Konzepten nachgerade immanent sind.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang begegnet uns oft der Wunsch, das zentrale Anliegen der Reformp\u00e4dagogik \u2013 ihre Orientierung an der kindlichen Entwicklung als P\u00e4dagogik f\u00fcr das Kind \u2013 auf die Erziehungswirklichkeit der Gegenwart zu \u00fcbertragen. Modifiziert, adaptiert soll die Reformp\u00e4dagogik werden, weit weniger hingegen gibt es den Ruf nach einer origin\u00e4ren Neusch\u00f6pfung auf der Grundlage der reformp\u00e4dagogischen Konzepte. Eine der Grundvoraussetzungen vor der revidierten \u00dcbertragung der Erziehungskonzepte der Reformp\u00e4dagogik auf die heutige, aktuelle Schul- und Erziehungswirklichkeit ist jedoch das tiefe und eingehende Studium der origin\u00e4ren Konzepte. Bevor und damit diese Konzepte f\u00fcr unsere Kinder, f\u00fcr Eltern, f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer, f\u00fcr Erzieherinnen und Erzieher erlebbar gemacht werden k\u00f6nnen, ist dar\u00fcber hinaus die pers\u00f6nliche Auseinandersetzung mit der Theorie und praktische Erfahrung mit deren Umsetzung notwendig \u2013 auch, und gerade weil die Reformp\u00e4dagogik bereits Geschichte ist. Daf\u00fcr dr\u00e4ngen sich auch noch weitere Begr\u00fcndungen auf.<\/p>\n<h3>Verstehen<\/h3>\n<p>Die Reformp\u00e4dagogik, insbesondere die europ\u00e4ische, ist in Ans\u00e4tzen auch Teil der historischen p\u00e4dagogischen Entwicklung in \u00d6sterreich. Elemente aus dieser Entwicklung sind in das Denken und Handeln unseres (\u00f6sterreichischen) p\u00e4dagogischen Alltags eingeflossen. Es scheint eine \u00f6sterreichische Eigenart zu sein, dass wir da und dort ein St\u00fcckchen von dem und einen Teil von jenem, aber keines der p\u00e4dagogischen Konzepte in seiner Gesamtheit vertreten finden \u2013 mit Ausnahme der Montessori-P\u00e4dagogik, die seit nunmehr zehn Jahren sehr wohl als ein \u201ein sich geschlossenes didaktisches System\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn4\" title=\"\">[4]<\/a> in Kindergarten und Schule mancherorts in \u00d6sterreich vorzufinden ist. Doch noch vor zehn Jahren war die Montessori-P\u00e4dagogik weitgehend unbekannt, und auch heute wissen noch nicht allzu viele P\u00e4dagogen das Wesentliche \u00fcber Peter Petersens Jenaplan oder Helen Parkhursts Daltonplan. Trotzdem finden wir manche dieser reformp\u00e4dagogischen Ideen verwirklicht, da und dort einige Materialien der Montessori-P\u00e4dagogik oder vielleicht ein Atelier in der Klasse im Sinn von C\u00e9lestin Freinet.<\/p>\n<p>Insgesamt aber besteht in \u00d6sterreich ein Manko an reformp\u00e4dagogischen Einrichtungen. Auch wenn es in der Bl\u00fctezeit der europ\u00e4ischen Reformp\u00e4dagogik im ersten Drittel unseres Jahrhunderts intensive Kontakte zu \u00f6sterreichischen P\u00e4dagogen und Schulpolitikern gegeben hat, worauf ich noch ausf\u00fchrlich eingehen werde, so wurde damals wie heute ein Schritt in der p\u00e4dagogischen Entwicklung in \u00d6sterreich noch nicht vollzogen: n\u00e4mlich die Errichtung von institutionellen \u201ep\u00e4dagogischen Einheiten\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn5\" title=\"\">[5]<\/a>, die nach einem reformp\u00e4dagogischen Konzept gef\u00fchrt werden. Ich m\u00f6chte in diesem Zusammenhang auch an die Mahnung Emma Planks erinnern, die nicht m\u00fcde wurde zu betonen: \u201eIhr braucht die unit!\u201c, als sie die ersten Phasen der Montessori-Arbeit in Wien beratend kommentierte. Sie erwartete sich von der Errichtung einer Montessori-Schule zwei Effektivit\u00e4ten. Erstens die \u201eunit\u201c als Modell einer p\u00e4dagogischen Richtung und zweitens die impulsgebende Funktion f\u00fcr die Weiterentwicklung der Regelschule. Diese Auswirkungen d\u00fcrfen wir uns nicht nur von einer \u201eunit\u201c der Montessori-P\u00e4dagogik, sondern auch von anderen Einheiten erwarten, die nach reformp\u00e4dagogischen Konzepten organisiert sind und arbeiten \u2013 z.B. von der Jenaplan-P\u00e4dagogik, der P\u00e4dagogik des Daltonplanes und der Freinet-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>In Fortsetzung dieses Gedankens Emma Planks und nach den Erfahrungen mit der Integration der Montessori-P\u00e4dagogik in das Regelschulsystem m\u00f6chte ich nicht so sehr den Modellcharakter einzelner Erziehungskonzepte der Reformp\u00e4dagogik in den Vordergrund f\u00fcr die aktuelle Schulentwicklung stellen, sondern vielmehr deren Exemplarit\u00e4t, um diesen Begriff von Martin Wagenschein in seinem ureigenen Sinn zu verwenden. Martin Wagenschein verwendet den Namen \u201eExemplarisches Lernen\u201c f\u00fcr sein p\u00e4dagogisches Konzept. Er m\u00f6chte, dass wir Lernenden vom Staunen, vom Ph\u00e4nomen ausgehen, <em>ergriffen<\/em> werden. F\u00fcr das <em>Wesentliche<\/em>, das <em>Grunds\u00e4tzliche<\/em> und <em>Fundamentale<\/em>, das, was \u00fcbertragbar ist, sollen wir Zeit finden, um in die Tiefe zu gehen, zu entdecken, zu erforschen Schon Lichtenberg beschreibt bereits 1799, worum es Martin Wagenschein beim Exemplarischen Lernen (auch) geht: \u201e<em>Was man sich selbst erfinden muss, l\u00e4\u00dft im Verstand die Bahn zur\u00fcck, die auch bei anderer Gelegenheit gebraucht werden kann<\/em>.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn6\" title=\"\">[6]<\/a> Doch [&#8230;] etwas \u201e<em>wirklich erfassen<\/em>\u201c, das tun wir heute gar nicht mehr. \u201e<em>Wir haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen<\/em>\u201c, schreibt St. Exup\u00e9ry.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn7\" title=\"\">[7]<\/a> Mit Martin Wagenschein k\u00f6nnen wir die auch f\u00fcr die P\u00e4dagogik selbst geltende p\u00e4dagogische Frage stellen: <em>Was ist das Grunds\u00e4tzliche, das Fundamentale, das \u00dcbertragbare, was wir aus den Erziehungskonzepten der Reformp\u00e4dagogik entnehmen k\u00f6nnen, mit einem Wort das Allgemeing\u00fcltige, das Wesentliche an der Reformp\u00e4dagogik? <\/em>Oder wie Martin Wagenschein es vielleicht gesagt h\u00e4tte: <em>Was ist das Reformp\u00e4dagogische an der Reformp\u00e4dagogik und wie k\u00f6nnen wir es wirklich erfassen<\/em>?<\/p>\n<p>Martin Wagenschein gibt uns auch eine Antwort auf seiner Suche nach dem Wesen der Schule. Es ist sicher keine endg\u00fcltige und exemplarische Antwort. Die Antwort, die er uns gibt, zeigt uns aber die Richtung, in der wir suchen k\u00f6nnen. \u201e<em>Das eigentliche Wesen der Schule scheint mir aber in dem Bericht \u00fcber den kleinen Claudio eingeschlossen zu sein<\/em>\u201c, schreibt Martin Wagenschein:<\/p>\n<p>\u201eVon sich aus aber <em>will<\/em> das Kind lernen, nichts als lernen! \u2013 Ich sah vor kurzem ein knapp zweij\u00e4hriges Kind \u2013 es war ein kleiner Italiener, Claudio, blond mit dunklen Augen \u2013 [&#8230;]<\/p>\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter war er schon zur Physik \u00fcbergegangen und stand bei der Gravitation. Er hatte die Schwerkraft entdeckt. Und zwar war er weiter darin als wir. Sie erstaunte ihn noch, w\u00e4hrend wir das erst wieder lernen m\u00fcssen. Er stand, v\u00f6llig in sein Tun versunken, auf einer mit Kies belegten Terrasse. Er hockte sich nieder, nahm in beide H\u00e4nde so viel Kiesel, wie sie fassen konnten, stand dann langsam auf, die H\u00e4nde vor sich, die Handfl\u00e4chen nach oben, den Blick darauf gerichtet. Dann der Blick auf uns: Jetzt kommt es! Und es kam: Er brauchte nur die H\u00e4nde zu \u00f6ffnen, und die Steine fielen wie selbst zur Erde, ganz von selbst. Er wurde nicht m\u00fcde, es zu wiederholen; und jedes Mal das kaum merkliche L\u00e4cheln zu uns: das Zeichen des Geistes. Siehst du es: es geht immer. Er hatte die Regel entdeckt, das Naturgesetz.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn8\" title=\"\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Wenn wir sonst keine Erkl\u00e4rung finden k\u00f6nnen, was denn nun eigentlich eine P\u00e4dagogik vom Kinde aus sei, d\u00fcrfen wir uns vorerst einmal mit dem Beispiel Martin Wagenscheins zufrieden geben. Im Gegensatz dazu verleiden wir den Kindern die angeborene Lernleidenschaft durch die \u00dcberf\u00fcllung der K\u00f6pfe mit Lehr- und Pr\u00fcfungsstoff. Die Erhaltung des Lernwillens der Kinder ist ein wesentliches Kriterium einer sogenannten \u201eP\u00e4dagogik vom Kinde aus\u201c, einer Kind orientierten P\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>Der g\u00e4ngigen P\u00e4dagogik in Kindergarten und Schule wird somit eine Idee der Reformp\u00e4dagogik gegen\u00fcbergestellt, die statt der Vernunft die Einbildungskraft (oder, in einer Sprachwendung Hermann Nohls, die spontanen sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte im Kind), statt des abstrakten Lernens das Gef\u00fchl f\u00fcr K\u00f6rperlichkeit, statt der intellektuellen \u201eHalbbildung\u201c eine ganzheitliche Bildung propagiert.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn9\" title=\"\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Wir haben nur eine vorl\u00e4ufige Antwort gefunden \u2013 und so bleiben Fragen, die damals wie heute an die P\u00e4dagogik zu stellen sind, ob sie n\u00e4mlich der \u201eFreiheit des Kindes\u201c beisteht oder dessen \u201eUnterwerfung betreibt\u201c: \u201e<em>Soll Erziehung als eine Art Konfektionsarbeit verstanden werden, die der Verfertigung von Kindern (das hei\u00dft ihrer Herstellung und Abrichtung) dient, oder hei\u00dft Erziehung Freisetzung des Kindes zu seiner eigenen Selbstgestaltung<\/em>?\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn10\" title=\"\">[10]<\/a><\/p>\n<h3>Anschlie\u00dfen<\/h3>\n<p>Ein weiterer Grund, die Unerl\u00e4sslichkeit des Studiums der Reformp\u00e4dagogik (speziell) f\u00fcr \u00d6sterreich zu diskutieren, besteht in der historischen reformp\u00e4dagogischen Tradition in \u00d6sterreich, den Wurzeln, die es nicht zu verlieren gilt.<\/p>\n<p>Die Geschichte der \u00d6sterreichischen Reformp\u00e4dagogik geh\u00f6rt vielleicht zu den verdr\u00e4ngten Geschichten: Sie k\u00f6nnte durchaus den Anschein erwecken, dass die Geschichte fortschrittlicher war als die Gegenwart es ist. Es ist auch eine Geschichte des M\u00f6glichen, das es einzuholen, zu erreichen und fortzusetzen gilt. Und es ist auch eine Geschichte ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten, denen die damalige \u00f6sterreichische Schule hohes internationales Ansehen verdankte.<\/p>\n<p>Zwar steht eine umfassende und detaillierte Gesamtdarstellung der \u201e\u00d6sterreichischen Reformp\u00e4dagogik\u201c noch aus, doch kann aus den bekannten Details angenommen werden, dass die \u201e\u00d6sterreichische Reformbewegung\u201c der Zwanzigerjahre zukunftsorientierte Konzepte bereithielt, von denen es sich lohnt, dass sie erforscht und diskutiert werden. Fest steht, dass die \u201e\u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c ihre Bl\u00fctezeit in den Zwanziger- und Drei\u00dfigerjahren unseres Jahrhunderts erreichte und untrennbar mit der Schulreform Otto Gl\u00f6ckels oder der Individualpsychologie Alfred Adlers und der Kinderpsychologie der B\u00fchler-Schule verbunden ist. Doch auch der sp\u00e4ter zu Weltgeltung gelangte Philosoph Karl R. Popper, damals Hauptschullehrer und Horterzieher in Wien und Sch\u00fcler von Karl B\u00fchler, war in der Schulreformbewegung aktiv engagiert.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn11\" title=\"\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Versucht man, einen gerafften \u00dcberblick \u00fcber die Leistungen zu geben, die von der \u00f6sterreichischen P\u00e4dagogik der Zwischenkriegszeit ausgegangen sind, so muss erw\u00e4hnt werden, dass auch die Psychoanalyse Sigmund Freuds Elemente einer genuinen Erziehungslehre enth\u00e4lt, die vor allem von einigen seiner Sch\u00fcler zu einer \u201ePsychoanalytischen P\u00e4dagogik\u201c ausgebaut worden sind. Hier sind als weitere Vertreter neben August Aichhorn vor allem Sigmund Freuds Tochter Anna Freud, Siegfried Bernfeld, Wilhelm Reich und Lili Roubiczek zu nennen.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn12\" title=\"\">[12]<\/a> Lili Roubiczek gr\u00fcndete das Montessori-Kinderhaus am Rudolfsplatz in Wien 1., \u2013 und Anna Freud wird als Mitarbeiterin in diesem Kinderhaus genannt. Es zeichnete sich eine eigenst\u00e4ndige Entwicklung sowohl der Montessori-P\u00e4dagogik wie auch die einer psychoanalytisch orientierten P\u00e4dagogik ab und dar\u00fcber hinaus die Entwicklung einer Verbindung dieser beiden Richtungen.<\/p>\n<p>Um 1920 bestanden vor allem im Bereich des st\u00e4dtischen Kindergarten- und Hortwesens Beziehungen zur Psychoanalyse. Vor allem Anton Tesarek zeigt sich den Gedankeng\u00e4ngen der psychoanalytischen Kinderpsychologie gegen\u00fcber aufgeschlossen. Und in den ersten Arbeitsjahren der 1921 gegr\u00fcndeten st\u00e4dtischen Bildungsanstalt f\u00fcr Kinderg\u00e4rtnerinnen fand eine Vortragsreihe \u00fcber \u201ePsychoanalytische Methoden\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn13\" title=\"\">[13]<\/a> statt. Auch weiterhin war man im Kindergartenbereich \u2013 konkret im Rahmen des von Lili Roubiczek mit Hilfe der Gemeinde Wien aufgebauten Montessori-Kinderhauses \u2013 bem\u00fcht, Verbindungen zwischen Psychoanalyse und P\u00e4dagogik zu schaffen, indem man versuchte, die Prinzipien der Montessori-P\u00e4dagogik mit Elementen der Psychoanalyse zu kombinieren.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn14\" title=\"\">[14]<\/a> Leider endete diese f\u00fcr \u00d6sterreich origin\u00e4re und bedeutende p\u00e4dagogische Entwicklung zur Verbindung von Montessori-P\u00e4dagogik und Psychoanalyse 1938 und ist auch nach 1945 nicht fortgef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erneuerung der Schule in dieser Zeit waren im damaligen sozialistischen Wien die Reformen Otto Gl\u00f6ckels und seiner Mitarbeiter bestimmend. Die bahnbrechenden Bestimmungen \u00fcber den Gesamtunterricht und die didaktisch-methodische Forderung nach Einf\u00fchrung des Arbeitsunterrichtes sollten den Bildungsablauf grundlegend \u00e4ndern. Otto Gl\u00f6ckel schreibt in seiner Schrift \u201eDrillschule \u2013 Lernschule \u2013 Arbeitsschule\u201c dar\u00fcber:<\/p>\n<p>\u201eWie au\u00dferordentlich wichtig ist es, den Kindern anstatt der \u00f6den Lesebuchweisheit die Welt zu zeigen, wie sie wirklich ist! Die engen Schulw\u00e4nde werden gesprengt: Hinaus in die Stra\u00dfen, in die Natur, in die Werkst\u00e4tten! \u00d6ffnet Hirn und Herz, ihr Kinder m\u00fc\u00dft euch zurechtfinden lernen im dr\u00e4ngenden treibenden Leben! Augen und Ohren auf!\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn15\" title=\"\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Auch den Nachsatz des ehemaligen Stadtschulratspr\u00e4sidenten Hermann Schnell zu diesem Zitat m\u00f6chte ich nicht verschweigen. \u201e<em>Gl\u00f6ckel war sich dessen bewu\u00dft, dass die Schulreformpl\u00e4ne nur verwirklicht werden konnten, wenn es gelang, die Bildung der Lehrer zu heben und zu verbessern<\/em>.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn16\" title=\"\">[16]<\/a> Zitate, die auch heute noch Bedeutung und G\u00fcltigkeit haben. Das Fundament der Schulreform war der Arbeitsunterricht, und die Initiative f\u00fcr die Schulreform war getragen vom Teamgeist. So w\u00e4re es ungerecht, die Gl\u00f6ckelsche Schulreform zu nennen ohne die drei \u201eF\u201c: FA-FI-FU. Die Arbeitsgemeinschaft mit diesen drei M\u00e4nnern erm\u00f6glichte erst die Schulreform: Fadrus, Fischl, Furtm\u00fcller. Von ihnen kamen Vorschl\u00e4ge, organisatorische Ideen, methodische und inhaltliche Neuerungen.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn17\" title=\"\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Von Victor Fadrus sind auch bedeutende internationale Kontakte dokumentiert, und es darf angenommen werden, dass er diese Kontakte als Repr\u00e4sentant der Wiener Schulbeh\u00f6rde pflegte. Mitte der Drei\u00dfigerjahre sollte in Baden bei Wien eine Weltkonferenz des <em>Weltbundes f\u00fcr Erneuerung der Erziehung<\/em><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn18\" title=\"\">[18]<\/a> abgehalten werden. Die leitenden Ziele des Weltbundes zielen allesamt auf die ganzheitliche Bildung des Menschen unter Einbeziehung der sozialen, emotionalen und intellektuellen Kr\u00e4fte in einer weltoffenen Form. Aufgeschlossenheit und internationale Verst\u00e4ndigung sind entscheidende Orientierungspunkte.<\/p>\n<p>Die p\u00e4dagogischen Zielsetzungen des Weltbundes sind vielf\u00e4ltig mit der Reformp\u00e4dagogik verbunden. Das zeigt sich auch an den ehemaligen Sprechern des Weltbundes nach seiner Gr\u00fcndung 1921. Die Liste dieser Sprecher liest sich wie das \u201eWho is who\u201c der internationalen Reformp\u00e4dagogik: Dewey, Kilpatrick, Washburne, Ferri\u00e8re, Montessori, Geheeb, Decroly &#8230; Bei der Weltkonferenz 1927 z\u00e4hlte auch Alfred Adler zu den Referenten. Die Konferenz stand unter dem Thema: \u201eThe meaning of freedom in education\u201c. Bereits in den ersten Gr\u00fcndungsjahren hatten auch Peter Petersen und Alexander S. Neill intensiven Kontakt zum Weltbund. Peter Petersen trug in der Konferenz zu Locarno sein Schulkonzept vor. In Analogie zum Daltonplan und zu Winnetkaplan wurde das Konzept Peter Petersens von den Mitgliedern der Konferenz <em>Jenaplan <\/em>genannt. Es ist bemerkenswert, dass Victor Fadrus in diesem Weltbund den Vorsitz einer Konferenz (Baden) innegehabt h\u00e4tte.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn19\" title=\"\">[19]<\/a> Daraus l\u00e4\u00dft sich zumindest schlie\u00dfen, dass Kontakte zu den f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Reformp\u00e4dagogen bestanden hatten. Oelkers \u00fcberliefert erst 1995 eine Episode \u00fcber die Integration \u00f6sterreichischer Reformp\u00e4dagogen in die internationale Diskussion um die Reformp\u00e4dagogik: Als Theodor Litt vor dem P\u00e4dagogischen Kongress des Deutschen Ausschusses f\u00fcr Erziehung und Unterricht am 8. Dezember 1926 in Weimar den Hauptvortrag hielt, entgegnete in der darauffolgenden Diskussion der Wiener Stadtschulrat Hans Fischl: Die Erziehung sei keine neutrale Gr\u00f6\u00dfe und die Autonomie der P\u00e4dagogik m\u00fcsse abgel\u00f6st werden durch politisches Engagement, daher m\u00fcssten die P\u00e4dagogen entscheiden, ob sie ein Hebel der gesellschaftlichen Entwicklung sein, oder sich konservativ verhalten wollten.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn20\" title=\"\">[20]<\/a> Es wirft dies vielleicht ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Einsch\u00e4tzung der Reformp\u00e4dagogik seitens der Schulbeh\u00f6rde in den Zwanzigerjahren \u2013 vielleicht liegt darin ein Grund, warum die Reformp\u00e4dagogik sich in \u00d6sterreich selbst damals nicht verbreiten konnte. Was nicht im Kontext der sozialistischen Politik gewachsen war, konnte nur in Ausnahmen zu schulischer Bl\u00fcte kommen.<\/p>\n<p>Von einem wissen wir sicher, dass er Kontakte zu und in \u00d6sterreich gehabt hat: Alexander S. Neill, dem Begr\u00fcnder der antiautorit\u00e4ren P\u00e4dagogik.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn21\" title=\"\">[21]<\/a> Nachdem die Rhythmikabteilung Christine Baers, die mit der Wiener Montessori-Abteilung zusammengearbeitet hatte, von Hellerau (Dresden) nach Laxenburg bei Wien \u00fcbersiedelt war, nahm Neill diesen Wechsel zum Anla\u00df, um durch \u00d6sterreich zu reisen<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn22\" title=\"\">[22]<\/a>, auf der Suche nach einem geeigneten Ort f\u00fcr seine Schule. Er fand ihn schlie\u00dflich auf dem Sonntagsberg, vermutlich bei Waidhofen an der Ybbs (Verf.): Ein ehemaliges Kloster, in dem ihm R\u00e4ume f\u00fcr seine Schule zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Wie sp\u00e4ter in Summerhill f\u00fchrte Neill auch schon diese Schule nach seinen eigenen Vorstellungen, was von der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung mit immer weniger Toleranz aufgenommen wurde, so dass bald das Ende der Schule nahte.<\/p>\n<p>\u201eAls zu Ostern 1924 die Wallfahrten zu der dem Schulgeb\u00e4ude benachbarten Kirche der Heiligen Dreieinigkeit wieder einsetzten, versahen die Kinder mit Hilfe von Spiegeln Steinfiguren mit Heiligenscheinen. <em>Als der Trick der Kinder herauskam, wunderte ich mich, dass wir nicht gelyncht wurden, denn die einheimischen Bauern waren die abscheulichsten Menschen, denen ich je begegnet bin<\/em>.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn23\" title=\"\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Nach einigen weiteren Vorf\u00e4llen untersagte die \u00f6sterreichische Schulverwaltung schlie\u00dflich den Schulbetrieb mit der Begr\u00fcndung, dass nicht in dem erforderlichen Ma\u00dfe Religionsunterricht, Leibesert\u00fcchtigung und haus\u00adwirtschaftlicher Unterricht abgehalten w\u00fcrden. Der Forderung nach Schlie\u00dfung der Schule wurde \u201e<em>durch den Besuch eines bajonettbewehrten Gendarmen Nachdruck verliehen<\/em>.\u201c<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn24\" title=\"\">[24]<\/a> Im darauffolgenden Sommer gr\u00fcndete Neill seine Schule auf dem \u201eSummer-Hill\u201c. So liegt zwischen \u201eSonntagsberg\u201c und <em>Summerhill <\/em>ein kurzes halbes Jahr in der Biographie dieses gro\u00dfen P\u00e4dagogen. In der Geschichte der \u00f6sterreichischen P\u00e4dagogik liegen zwischen Sonntagsberg und Summerhill noch viele, viele Jahre.<\/p>\n<p>Und so endete auch dieser reformp\u00e4dagogische Versuch in \u00d6sterreich, und Alexander S. Neill wurde durch sein \u201eSummerhill\u201c und nicht durch den Sonntagsberg bekannt. Aber \u2013 im Ernst: K\u00f6nnten wir uns ein Buch mit dem Titel \u201ePro und Contra Sonntagsberg\u201c vorstellen? Das klingt doch ziemlich ungew\u00f6hnlich \u2013 oder doch nicht? Wenden wir uns nun einem Projekt zu, das nicht nur durch die seines Bestehens doch als viel erfolgreicher beschrieben werden kann als Neills Aufenthalt in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Vorwiegend Otto Gl\u00f6ckel verdankte das damalige Wien seinen Ruf als \u201eHauptstadt des Kindes\u201c in Europa, wie der Schweizer P\u00e4dagoge Adolphe Ferri\u00e8re Wien einmal bezeichnete. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr diesen Ruf war auch die Zusammenarbeit der Schulreformer der Stadt Wien mit der Montessori-Bewegung. Durch das Engagement der Montessori-P\u00e4dagoginnen und die sp\u00e4tere Unterst\u00fctzung durch den Stadtschulrat f\u00fcr Wien kam es von 1921 bis 1938 in Wien zu einer beispiellosen reformp\u00e4dagogischen Bewegung auf der Grundlage der heute mehr denn je international bedeutenden Montessori-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<h3>Montessori-P\u00e4dagogik in Wien<\/h3>\n<p>Die Montessori-P\u00e4dagogik war in der Zeit von 1922 \u2013 1938 die einzige der reformp\u00e4dagogischen Richtungen, die in Wien Fu\u00df fassen konnte. In dieser Zeit entstanden in Wien mehrere Montessori-Einrichtungen (Kinderg\u00e4rten, Schulen und\/oder Klassen), von denen das \u201eKinderhaus\u201c in Wien 10., von wo die Montessori-P\u00e4dagogik ihren Ursprung nahm und das Kinderhaus in Wien 1., Rudolfsplatz, sicher die Bekanntesten waren. Diese Bl\u00fctezeit der Montessori-P\u00e4dagogik ging auf das Engagement von Lili Peller-Roubiczek, Emma Plank und einiger anderer Frauen zur\u00fcck. Maria Montessori hat die Montessori-Einrichtungen in Wien zweimal besucht und Lili Peller-Roubiczek als eine der ganz wenigen Mitarbeiterinnen gestattet, das Montessori-Material auch weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Einer besonderen Erw\u00e4hnung bedarf sicherlich die Kooperation zwischen der Montessori-Bewegung und dem Stadtschulrat f\u00fcr Wien. Die Arbeit der Montessori-P\u00e4dagoginnen war vom Stadtschulrat f\u00fcr Wien nicht nur anerkannt, sondern f\u00fchrte auch zum Bau eines Montessori-Kinderhauses, dessen Architektur nach den Prinzipien der Montessori-P\u00e4dagogik ausgerichtet worden war \u2013 das Haus am Rudolfsplatz. Hier kam es auch zur Zusammenarbeit der Montessori-P\u00e4dagogik und der Psychoanalyse durch die Mitarbeit von Anna Freud. Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Trennung zwischen Maria Montessori und Lili Peller-Roubiczek darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann, dass Peller-Roubiczek eine M\u00f6glichkeit (und Notwendigkeit \u2013 Anm. Verf.) der Weiterentwicklung der Montessori-P\u00e4dagogik in Richtung einer psycho\u00adanalytischen P\u00e4dagogik gesehen hat.<\/p>\n<p>1938 hat der Nationalsozialismus der Montessori-P\u00e4dagogik endg\u00fcltig ein Ende bereitet. Doch w\u00e4hrend in den anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern reformp\u00e4dagogische Einrichtungen gleich nach Ende des 2. Weltkrieges wiederbelebt werden konnten und die Arbeit wieder aufgenommen wurde, geriet die Montessori-P\u00e4dagogik in Wien (und in \u00d6sterreich) immer mehr in Vergessenheit. So hat die historische Phase der Montessori-P\u00e4dagogik in Wien<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn25\" title=\"\">[25]<\/a> bis heute keine vergleichbare reformp\u00e4dagogische Entwicklung in \u00d6sterreich gefunden, sie soll aber f\u00fcr zuk\u00fcnftige Entwicklungen Hoffnung geben.<\/p>\n<h2>Die Kraft der Erneuerung in den reformp\u00e4dagogischen Konzepten<\/h2>\n<p>Das Studium der heute weltweit verbreiteten f\u00fcnf erfolgreichen Modelle der Reformp\u00e4dagogik \u2013 <em>Montessori-P\u00e4dagogik<\/em>, <em>Freinet-P\u00e4dagogik,<\/em> <em>Jenaplan-P\u00e4dagogik<\/em>, <em>Daltonplan-P\u00e4dagogik <\/em>und <em>Waldorf-P\u00e4dagogik<\/em><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn26\" title=\"\">[26]<\/a> \u2013 sollte es uns erm\u00f6glichen, dem p\u00e4dagogischen Ziel eines auf <em>Selbst\u00e4ndigkeit<\/em> und <em>Selbst\u00adbestimmung<\/em> basierenden Bildungsprozesses in den \u00f6sterreichischen Schulen n\u00e4herzukommen, ohne die Notwendigkeit einer didaktisch-methodischen Grundlage f\u00fcr schulisches Lernen und den gesellschaftlichen Rahmen der Schule in \u00d6sterreich aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>Mit all den zu diskutierenden Konzepten sind p\u00e4dagogische Prinzipien wie <em>Selbst\u00e4ndigkeit<\/em>, <em>Selbstbildung<\/em>, <em>Eigenverantwortung<\/em>, <em>Selbstt\u00e4tigkeit<\/em>, <em>eigen\u00adst\u00e4ndiges <\/em>und<em> autonomes Lernen<\/em>, <em>entdeckendes Lernen<\/em>, <em>Bildung der Imaginationsf\u00e4higkeit <\/em>sowie <em>soziales Lernen <\/em>und<em> Integration <\/em>verbunden. Zentrales Anliegen ist es, dem heranwachsenden Menschen in seiner Entwicklung zur eigenst\u00e4ndigen Pers\u00f6nlichkeit und zur Entfaltung seiner Individualit\u00e4t zu helfen.<\/p>\n<p>Weitere konstituierende und beschreibende Merkmale reformp\u00e4dagogischer Bildungskonzepte finden wir, ohne schon Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erheben zu wollen, in der Gestaltung einer<em> anregenden Lernlandschaft<\/em>, im <em>f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Unterricht<\/em>, in <em>weitreichenden Mitbestimmungsm\u00f6glichkeiten des Kindes, <\/em>im Angebot sogenannter <em>Entwicklungsmaterialien,<\/em> in einer <em>pers\u00f6nlichkeitsbezogenen Leistungsbewertung <\/em>und<em> Leistungsbeurteilung <\/em>und in einer prinzipiellen <em>Betonung der Eigenaktivit\u00e4t<\/em>.<\/p>\n<p>Montessori-P\u00e4dagogik, Freinet-P\u00e4dagogik, der Jenaplan nach Peter Petersen, der Daltonplan nach Helen Parkhurst oder der Epochenunterricht der Waldorfschulen bieten klare methodisch-didaktische Konzepte und sind dabei doch flexibel: Je nach dem entwickelten Schulprofil bieten sie die Grundlage f\u00fcr die p\u00e4dagogische Arbeit an der Schule oder sie bilden die Basis f\u00fcr die Entwicklung eines adaptierten oder neu erstellten Erziehungs- und Unterrichtskonzeptes. In beiden F\u00e4llen setzt die Integration eines dieser Modelle ein vorangehendes intensives Studium desselben voraus und erfordert die permanente Reflexion, ob die Intentionen der Schule auch eine Verwirklichung durch das gew\u00e4hlte p\u00e4dagogische Modell erfahren k\u00f6nnen, ob also der gew\u00e4hlte Weg auch zum Ziel f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Einwand, dass diese Konzepte nicht neu sind und dass es sich bei deren Einf\u00fchrung h\u00f6chstens um eine Renaissance reformp\u00e4dagogischer Richtungen handelt, gilt dann nicht, wenn Reformp\u00e4dagogik als Grundlage einer aktuellen Schulentwicklung aufgefasst wird. Eine konzeptorientierte \u00d6ffnung der Schule nach innen unter Einbeziehung reformp\u00e4dagogischer Richtungen hat in \u00d6sterreich noch nicht stattgefunden. Der Schritt, dass Reformp\u00e4dagogik als reformleitend f\u00fcr die Entwicklung des Schul- und Bildungswesens aufgefasst wird, ist noch nicht vollzogen worden. Auch eine \u00d6ffnung der Schule nach au\u00dfen im Sinne und nach den Ideen einer Community Education hat noch nicht stattgefunden. So mag es zwar zutreffen, dass die meisten Ideen in der P\u00e4dagogik nicht wirklich neu und schon irgendwann einmal gedacht und auch ansatz- oder teilweise umgesetzt worden sind. Doch nur wenige dieser Ideen und Konzepte sind in \u00d6sterreich bisher diskutiert oder offiziell innerhalb der Lehrerbildung an den P\u00e4dagogischen Akademien oder an den Universit\u00e4ten gelehrt worden. Wir m\u00fcssen daher von der Situation ausgehen, dass wir nicht auf eine Tradition der \u00d6ffnung der Schule und der Arbeit reformp\u00e4dagogischer Schulen zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen die Diskussion vielmehr erst beginnen.<\/p>\n<p>Um dem Ziel einer nach den Prinzipien der Selbstbestimmung und Selbst\u00e4ndigkeit gestalteten Schule n\u00e4her zu kommen, bedarf es nicht einer Schulreform \u2013 im Sinne der Wiederherstellung eines Zustandes nach altem (hierarchisch gesteuerten) Muster \u2013 oder einer Schulerneuerung von oben herab; wir brauchen vielmehr Rahmenbedingungen f\u00fcr eine <em>Schulentwicklung<\/em>, die den p\u00e4dagogischen Prinzipien der reformp\u00e4dagogischen Konzepte konsequent entspricht.<\/p>\n<h2>Schulentwicklung<\/h2>\n<p>Entwicklung der Schule beinhaltet grunds\u00e4tzlich die Beteiligung und volle Einbeziehung der direkt Betroffenen, der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern und auch der Sch\u00fcler. Sie sind es, die ihre eigene Schule entwickeln k\u00f6nnen und im Sinne einer Selbstbestimmung auch m\u00fcssen. Erkl\u00e4rt man sich mit dieser Voraussetzung einverstanden, wird klar, dass sich Schulentwicklung nicht nur auf die Gestaltung einer einzelnen Schule beziehen wird, sondern eine strukturelle Ver\u00e4nderung des gesamten Schul- und Bildungswesens des Staates erfordert.<\/p>\n<p>Die hier diskutierten reformp\u00e4dagogischen Konzepte sind grunds\u00e4tzlich <em>Entwicklungskonzepte<\/em>. Ihre p\u00e4dagogischen Intentionen beziehen sich auf die optimale Entwicklung des Kindes. Doch ihre Grunds\u00e4tze oder Prinzipien sind als reformleitende Ideen f\u00fcr Schulentwicklung prinzipiell anwendbar und auch in Teilen urspr\u00fcnglich als solche konzipiert und gedacht. Ich gehe in der Folge von der These aus, dass die p\u00e4dagogischen Grunds\u00e4tze der reformp\u00e4dagogischen Konzepte als Leitlinien f\u00fcr eine aktuelle Schulentwicklung dienen m\u00fcssen, wenn Bedingungen f\u00fcr eine optimale Entwicklung des Kindes im schulischen Rahmen \u2013 und damit eine Kind orientierte P\u00e4dagogik \u2013 hergestellt werden sollen. Das w\u00fcrde bedeuten, dass die Schulentwicklung der Zukunft vornehmlich nach p\u00e4dagogischen Kriterien vorgenommen werden wird, und wir finden entwicklungsleitende Ideen in allen aktuellen reformp\u00e4dagogischen Konzepten.<\/p>\n<ul>\n<li>Allen voran ist in diesem Zusammenhang Peter Petersens Jenaplan und sein ausdr\u00fccklich als \u201eAusgangsform\u201c bezeichnetes p\u00e4dagogisches Konzept zu nennen. Wir d\u00fcrfen diesen Begriff durchaus w\u00f6rtlich nehmen und von etwas <em>ausgehen<\/em>, um die uns entsprechende Form der Schule und der \u201ep\u00e4dagogischen Situation\u201c in dieser zu entwickeln. Ausgehen werden wir von den vier Bildungsgrundformen, der <em>Feier<\/em>, dem <em>Gespr\u00e4ch<\/em>, der <em>Arbeit<\/em> und dem <em>Spiel<\/em>. Ausgehen werden wir von einer Rhythmisierung dieser vier Formen im schulischen Tagesablauf der Kinder statt von der Unm\u00f6glichkeit des Lernens nach einem \u201eFetzenstundenplan\u201c, von einer altersheterogenen Gruppierung der Kinder in verschiedenen Gruppen statt Jahrgangsklassen, von einem Lernen und Leben in einer Schulwohnstube und von einem grunds\u00e4tzlichen Bewusstsein, dass wir keine Zensuren mehr vergeben, aber die Entwicklung des Kindes beobachten und beschreiben. Gemeint ist die Entwicklung des Kindes in der von uns vorbereiteten \u201eP\u00e4dagogischen Situation\u201c, die f\u00fcr das Lernen des Kindes nicht nur den Lebensbezug bereith\u00e4lt, sondern die \u201einnere Begegnung\u201c des Kindes mit dem zu Lernenden anstrebt. Davon ausgehend wird jede Jenaplanschule ihre eigenst\u00e4ndige Entwicklung nehmen k\u00f6nnen. Ausgehend von der Ausgangsform wird sie den Lebens- und Lernbed\u00fcrfnissen der Menschen, die sie besuchen und die sie entwickeln, entsprechen, und sie kann \u2013 wie europaweit gezeigt wird \u2013 damit auch den staatlichen und europ\u00e4ischen Anforderungen sowie dem Lehrplan entsprechen.<\/li>\n<li>Im Vergleich zur P\u00e4dagogik Peter Petersens ist Maria Montessoris Konzept prim\u00e4r auf die Entwicklung des Kindes bezogen und expressis verbis ein sogenanntes Entwicklungskonzept. Als didaktisch weitgehend durchkonzipiertes System und in den Grunds\u00e4tzen der Montessori-P\u00e4dagogik bietet es eindeutige Anregungen zur Gestaltung einer p\u00e4dagogischen Institution: in der Gestaltung der \u201eVorbereiteten Umgebung\u201c, der Organisation nach altersheterogenen Gruppen, der Idee des Kinderhauses \u2013 statt der Trennung von p\u00e4dagogisch eigentlich zusammengeh\u00f6rigen Institutionen (wie Kindergarten und Schule). Montessori-P\u00e4dagogik ist einer Schulentwicklung und nicht nur einer Gestaltung dienlich: Sie ist intentional eine P\u00e4dagogik der Selbstbestimmung (und auch der Ich-Findung<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn27\" title=\"\">[27]<\/a>). Eine P\u00e4dagogik der Selbstbestimmung<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn28\" title=\"\">[28]<\/a> wird in ihrer Realisierung auch die Selbstbestimmung aller Personen einer p\u00e4dagogischen Institution anstreben, will sie ihre Glaubw\u00fcrdigkeit erhalten. In Konsequenz dieses Gedankens wird nicht nur die Integration der Montessori-P\u00e4dagogik in ein bestehendes Schulsystem angestrebt, sondern die Montessori-P\u00e4dagogik als f\u00fcr eine Schulentwicklung geeignetes System angesehen und selbst als entwicklungsf\u00e4hige p\u00e4dagogische Konzeption betrachtet. Dabei stellt sich die Frage, ob die Montessori-P\u00e4dagogik auch eine Ausgangsform sein oder als solche aufgefasst werden kann. Die Diskussion, die diese Frage zu beantworten versucht, kann sowohl f\u00fcr die Entwicklung der Schule als auch f\u00fcr die Entwicklung der Reformp\u00e4dagogik sehr fruchtbar sein.<\/li>\n<li>Helen Parkhursts Konzept des Daltonplans ist aus der Entwicklung eines neuen Schulkonzeptes entstanden \u2013 das Prinzip der Entwicklung ist dieser P\u00e4dagogik immanent. Helen Parkhurst betont, dass sie den Daltonplan nicht als System bezeichnet haben m\u00f6chte, sondern vielmehr als \u201eWay of Life\u201c. Und dieser orientiert sich an Prinzipien, die der hier angeregten Schulentwicklung eine eindeutige Orientierung und Richtung verleihen: das Prinzip der Freiheit, das Prinzip der Kooperation und \u2013 sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt \u2013 das Prinzip vom Verh\u00e4ltnis des Aufwandes zur Erreichung des Zieles oder Budgeting Time. An individuellen Lernaufgaben soll der Sch\u00fcler in selbst\u00e4ndiger Arbeit, \u2013 alleine oder in Zusammenarbeit \u2013 lernen und wachsen und f\u00fcr seinen Entwicklungsprozess die Verantwortung tragen k\u00f6nnen. Die p\u00e4dagogischen Prinzipien des Daltonplanes sind Grundprinzipien f\u00fcr die Entwicklung einer Schule bzw. auch f\u00fcr die Entwicklung des Schul- und Bildungswesens. Schulentwicklung nach diesen Prinzipien schlie\u00dft die Prinzipien der Freiheit, der Kooperation und des Verh\u00e4ltnisses des Aufwandes zum Ziel auch f\u00fcr die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern und der Sch\u00fcler ein. Das w\u00fcrde auch die Freiheit der Schulgestaltung, der Wahl eines p\u00e4dagogischen Konzeptes, die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und alle weiteren M\u00f6glichkeiten einschlie\u00dfen. Der Daltonplan ist frei f\u00fcr Ver\u00e4nderung, wie die Einf\u00fchrung bzw. die Entwicklung des Subdaltonplanes f\u00fcr die Grundschule in Holland beweist.<\/li>\n<li>Die Freinet-P\u00e4dagogik war und ist nicht auf die schulische Arbeit alleine beschr\u00e4nkt. Sie war und ist eine P\u00e4dagogik mit dem Anspruch der Ver\u00e4nderung der Gesellschaft. Nicht nur die Gestaltung der Schule ist die Aufgabe der Lehrer, Eltern und Kinder. Gerade mit der Aufgabe der Schulgestaltung und Schulentwicklung wollte C\u00e9lestin Freinet in seinen Kindern das Bewusstsein schaffen, dass auch die Gesellschaft nach den Bed\u00fcrfnissen des Kindes bzw. der Betroffenen ver\u00e4nderbar ist. Er hat den Kindern das Wort gegeben, damit sie lernen, sich zu artikulieren, damit sie lernen k\u00f6nnen, in einer Demokratie zu leben \u2013 verantwortlich f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr andere Menschen und doch selbstbestimmend innerhalb eines demokratisch strukturierten sozialen Gef\u00fcges zu sein. Wo sonst sollen Kinder Demokratie lernen, wenn nicht in der Schule? Und wir d\u00fcrfen und m\u00fcssen nicht nur den Kindern das Wort zur Gestaltung und Entwicklung ihrer Schule geben, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend die Waldorf-P\u00e4dagogik in \u00d6sterreich doch ein eher in sich gekehrtes Dasein f\u00fchrt, ist sie in manchen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern durchaus impulsgebend f\u00fcr die Entwicklung von Schule und Schulp\u00e4dagogik. So hei\u00dfen in den Niederlanden die Waldorfschulen \u201eFreie Schulen\u201c und haben ihren festen Platz innerhalb der reformp\u00e4dagogischen Schulen. Weiters kann auch der f\u00fcr die Waldorfschulen typische Epochenunterricht als beispielgebend f\u00fcr die Unterrichtsgestaltung gelten. Doch global gesehen macht das Beispiel Waldorf-P\u00e4dagogik f\u00fcr mich ein Ph\u00e4nomen deutlich: Ihre P\u00e4dagogik folgt einer Philosophie \u2013 gemeint ist hier die Anthroposophie \u2013, die wahrscheinlich nicht allzu viele Menschen verstehen. Sie folgt teilweise ganz schwer nachvollziehbaren didaktischen Leitlinien. Man kann auch durchaus ernsthaft diskutieren, ob \u00fcberhaupt ein klares didaktisch-methodisches Konzept vorhanden ist. Und dennoch: die Lehrer, Eltern und alle anderen Mitarbeiter leisten (meist) gute p\u00e4dagogische Arbeit. Sie haben in den Anschauungen zur Waldorf-P\u00e4dagogik eine Idee und eine Identifikation gefunden, einen Weg, den sie gehen m\u00f6chten, einen Namen f\u00fcr ihre Schule und eine tragende Gemeinschaft. Wesentliche Voraussetzungen f\u00fcr eine \u201egute\u201c Schule.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Folgen<\/h2>\n<p>Schulentwicklung in einem demokratischen Prozess nach den Prinzipien der Reformp\u00e4dagogik bedeutet, stringent gedacht:<\/p>\n<p>Eine weitgehende Autonomisierung der einzelnen Schule, die sich gestaltet<\/p>\n<ul>\n<li>in der Erstellung eines eigenst\u00e4ndigen Schulprofils und eines eigenst\u00e4ndigen Standardcurriculums,<\/li>\n<li>in der freien und den p\u00e4dagogischen Prinzipien entsprechenden Wahl der Schulorganisation,<\/li>\n<li>in einer (basis)demokratischen F\u00fchrung und Leitung der Schule,<\/li>\n<li>in Kooperationsformen zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Sch\u00fclern,<\/li>\n<li>in einer \u00d6ffnung der Schule gegen\u00fcber den jeweils konkreten gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen und<\/li>\n<li>die von einem rigorosen Abbau hierarchischer Strukturen des Schulwesens begleitet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Aufzhl-Bullett\">Notwendige Aktualisierungen der reformp\u00e4dagogischen Ideen sind in folgenden Perspektiven zu sehen:<\/p>\n<p>Ein erster Schritt, der innerlich wahrscheinlich gar nicht so leicht mit zu vollziehen ist, besteht in der Akzeptanz der vorgeschlagenen \u201ereformleitenden\u201c Ideen, die uns eine Grundorientierung f\u00fcr die zuk\u00fcnftige <em>Schulerneuerung<\/em> und <em>Schulentwicklung<\/em> im Sinne einer weitest gehenden <em>Demokratisierung<\/em> des \u00f6sterreichischen Schulwesens geben:<\/p>\n<ul>\n<li>Schule geh\u00f6rt vor allem in die <em>Verantwortung<\/em> derer, die Schule auch machen. In die Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern und nicht zuletzt der Kinder. An ihnen ist es, ihre eigene Schule zu gestalten, nach ihren Vorstellungen, nach ihrer P\u00e4dagogik und in einem demokratischen und gleichberechtigten Proze\u00df. Die respektvolle und akzeptierende Integration der Kinder in die Bereiche des Schullebens ist die Erziehungsatmosph\u00e4re, die sie zu moralisch verantwortungsvoll denkenden und f\u00fchlenden Menschen heranwachsen lassen wird (was nicht gelingt durch das Wissen, das wir versuchen, in unsere Kinder hineinzustopfen).<\/li>\n<li>Die Erziehung zur <em>Demokratie<\/em> kann nur in einer demokratisch geordneten und (\u00fcber) sich selbst bestimmen k\u00f6nnenden Gemeinschaft erfolgen. Die Erziehung zur Demokratie in einer hierarchischen, autorit\u00e4r ausgerichteten Struktur ist mit einer Alibiaktion vergleichbar. Elternforum und Sch\u00fclermitspracherechte sind zu wenig. Sie t\u00e4uschen demokratische Strukturen vor, die in ihrer Effektivit\u00e4t gar nicht vorhanden sind. So gesehen sind diese beiden Einrichtungen f\u00fcr eine Demokratisierung der Schule sogar kontraproduktiv. Kennen sie den \u00f6sterreichischen Ausspruch: \u201eAch, das haben wir doch ohnehin schon alles!\u201c In Wirklichkeit hei\u00dft das: \u201eBis hierher, und nicht weiter!\u201c<\/li>\n<li>Weitere entscheidende Voraussetzungen f\u00fcr die <em>Schulerneuerung<\/em> und <em>Schulentwicklung<\/em> im Sinne einer weitest gehenden <em>Demokratisierung<\/em> sind die radikale <em>Dezentralisierung<\/em> der Schule, ihre gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Abkoppelung von einer politisch orientierten Schulbeh\u00f6rde und die <em>autonome Gestaltungsm\u00f6glichkeit<\/em> f\u00fcr jede einzelne Schule. Erst dann werden auch die Voraussetzungen f\u00fcr eine p\u00e4dagogische Gestaltung der Schule und des Schulwesens vorhanden sein und erst dann wird Schule auch ihre gesellschaftsbildende Kraft entfalten k\u00f6nnen. Der Mut zur Demokratisierung der Schule ist damit auch der Mut zu einer demokratischen Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.<\/li>\n<li>Kinder mit speziellen Bed\u00fcrfnissen und speziellen Begabungen ben\u00f6tigen einen individualisierenden Unterricht. Integrativer Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern kann nur auf der Grundlage einer differenzierenden P\u00e4dagogik stattfinden, die den \u00e4u\u00dferst verschiedenen Bed\u00fcrfnissen der Kinder gerecht werden kann. Seit den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts bieten die verschiedenen Konzepte der Reformp\u00e4dagogik f\u00fcr den individualisierenden Unterricht L\u00f6sungen an.<\/li>\n<li>Zielvorstellungen, wie die folgenden, als Beitrag zu einer \u201eInterkulturellen P\u00e4dagogik\u201c m\u00fcssen weiterhin ausgearbeitet und p\u00e4dagogische konkretisiert werden:<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Grundlegung von Toleranz,<\/p>\n<p>\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Betonung des Gemeinsamen,<\/p>\n<p>\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Entdeckung der M\u00f6glichkeiten gegenseitiger kultureller Bereicherung,<\/p>\n<p>\u2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ermunterung zur Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Diese und \u00e4hnliche Zielvorstellungen werden in reformp\u00e4dagogischen Konzepten eine p\u00e4dagogisch fundierte Umsetzung finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Aktuelle gesellschaftliche Anforderungen sind absehbar. Die Gestaltung der Schule als Lebens- und Erfahrungsraum w\u00fcrde mit Sicherheit in vielen Schulen \u00d6sterreichs eine noch intensivere Entwicklung interkultureller p\u00e4dagogischer Konzepte mit sich bringen. In allen Schulen wird die Herausforderung einer Gesellschaft deutlich werden, in der die \u201efreie Zeit\u201c immer mehr zunimmt und die Schule ebenso f\u00fcr die Freizeit zur Verf\u00fcgung stehen muss, wie Sch\u00fcler auch lernen m\u00fcssen, diese \u201efreie\u201c Lebenszeit selbstverwirklichend verbringen zu k\u00f6nnen.<a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftn29\" title=\"\">[29]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Conclusio<\/h2>\n<p>Kehren wir nun noch einmal zur\u00fcck zur Eingangsfrage nach der Motivation am wiedererwachten Interesse an der Reformp\u00e4dagogik. Ich m\u00f6chte dieses Interesse als grunds\u00e4tzliches Interesse an Selbstbestimmung in der Erziehung und an <em>Mitbestimmung<\/em> in den Erziehungsinstitutionen beschreiben. Ich habe versucht, aufzuzeigen, dass die reformp\u00e4dagogischen Konzepte sehr wohl diesen Sehns\u00fcchten entsprechen.<\/p>\n<p>Der aktuelle Lebensbezug der Reformp\u00e4dagogik liegt heute in einer \u201e\u00d6ffnung der Schule nach Innen\u201c, in einer \u201eLiberalisierung und Demokratisierung des Schullebens\u201c und in dem \u201eZiel einer freien Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit der Sch\u00fcler\u201c. Parallel dazu brachte die Reformp\u00e4dagogik weitreichende \u00c4nderungen der Methoden schulischen Lernens: \u201eEntdeckendes Lernen\u201c, \u201eSoziales Lernen\u201c, \u201eExemplarisches Lernen\u201c, \u201eArbeitsunterricht\u201c, \u201eProjektmethode\u201c, \u201eSpielen\u201c und \u201eFeiern\u201c, um nur einige zu nennen, entstammen reformp\u00e4dagogischen Konzeptionen. Ein weiterer Lebensbezug der Reformp\u00e4dagogik kann die Abl\u00f6sung eines humanistisch-klassischen Bildungsideals durch ein realistisch-modernes bringen, wenn es gelingt, die Reformp\u00e4dagogik als Impuls f\u00fcr eine permanente Weiterentwicklung der Schule zu nutzen.<\/p>\n<p>Im reformp\u00e4dagogischen Sinn bedeutet \u201eOffenheit\u201c oder \u201e\u00d6ffnung der Schule\u201c auch den Abbau restringierender schulischer Strukturen, die die kindliche Entwicklung einengen und die \u201efreie\u201c schulische Arbeit behindern. Gleichzeitig bedeutet \u201eOffenheit\u201c den Vorrang der Individualit\u00e4t jedes einzelnen Sch\u00fclers vor der Abgeschlossenheit b\u00fcrokratischer Schulstrukturen.<\/p>\n<p>Die folgenden Artikel sind in Einklang mit meiner eigenen Pr\u00e4misse der Notwendigkeit des intensiven Studiums der reformp\u00e4dagogischen Konzepte, sollten diese f\u00fcr eine aktuelle Schulerneuerung konstruktiv wirksam werden k\u00f6nnen, eine Grundlage f\u00fcr eben diese Schulerneuerung und Schulentwicklung nach reformp\u00e4dagogischen \u2013 und damit schlicht und einfach p\u00e4dagogischen \u2013 Kriterien und Diskussionspunkten. In diesem Sinne, dass ich Reformp\u00e4dagogik als (allgemeing\u00fcltige) P\u00e4dagogik betrachte, sollen die kommenden Beitr\u00e4ge eine (allgemeing\u00fcltige) Grundlage f\u00fcr eine allgemeine und aktuelle Entwicklung des \u00f6sterreichischen Schulwesens sein.<\/p>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<p align=\"left\"><em>Adam, Erik<\/em>, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c als historischer Ort des Werkes von August Aichhorn\u201c. In: Erik Adam, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik 1918 \u2013 1938\u201c. Beitr\u00e4ge zur Geschichte der P\u00e4dagogik, Graz 1981<\/p>\n<p align=\"left\"><em>B\u00f6hm, Winfried<\/em>, Soziale Erziehung in der Montessori-P\u00e4dagogik. In: Scheid, P., Weidlich, H., Beitr\u00e4ge zur Montessori-P\u00e4dagogik 1977, Stuttgart, 1997<\/p>\n<p align=\"left\"><em>B\u00f6hm, Winfried<\/em>, u. a., Schnee vom vergangenen Jahrhundert. Neue Aspekte der Reformp\u00e4dagogik, W\u00fcrzburg 1993<\/p>\n<p align=\"left\"><em>B\u00f6hm, Winfried &amp; Oelkers J\u00fcrgen<\/em>, Reformp\u00e4dagogik kontrovers, W\u00fcrzburg 1995<\/p>\n<p align=\"left\"><em>B\u00f6hm, Winfried<\/em>, Was ist \u201eaktuell\u201c an Montessori? In: Fuchs, Brigitta &amp; Harth-Peter, Waltraud (Hrsg.), Montessori-P\u00e4dagogik und die Erziehungsprobleme der Gegenwart, W\u00fcrzburg 1990<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Eichelberger, Harald<\/em>, Freiheit f\u00fcr die Schule, Wien 1997<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Eichelberger, Harald<\/em>, Handbuch zur Montessori-Didaktik, Innsbruck 1997<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Klein-L\u00f6w, Stella<\/em>, \u201eErinnerungen\u201c, Erlebtes und Gedachtes, Wien 1980<\/p>\n<p align=\"left\"><em>K\u00fchn, Axel D<\/em>., Alexander S. Neill, Reinbeck 1995<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Peller, Lili E<\/em>., On Development &amp; Education of Young Children, New York, o. J.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>R\u00f6hrs, Hermann<\/em>, Der Weltbund f\u00fcr Erneuerung der Erziehung, Wirkungsgeschichte und Zukunftsperspektiven, Weinheim 1995<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Wagenschein, Martin<\/em>, Wesen und Unwesen der Schule. In: Erziehung wozu? Eine Vortragsreihe, Stuttgart 1956<\/p>\n<p align=\"left\">\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" \/>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Es handelt sich hier um einen Nachdruck des im selben Jahr erschienenen gleichnamigen Titels. In: B\u00f6hm, Wilfried &amp; Oelkers, J\u00fcrgen, Reformp\u00e4dagogik kontrovers, W\u00fcrzburg 1995<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 B\u00f6hm, Winfried, Reformp\u00e4dagogik kontrovers, S. 10<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 B\u00f6hm, Winfried, u.a., Schnee vom vergangenen Jahrhundert. Neue Aspekte der Reformp\u00e4dagogik, W\u00fcrzburg 1993<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref4\" title=\"\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. B\u00f6hm, W., Soziale Erziehung in der Montessori-P\u00e4dagogik. In: Scheid, P., Weidlich, H., Beitr\u00e4ge zur Montessori-P\u00e4dagogik 1977, Stuttgart 1991, S. 109<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref5\" title=\"\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Ich verwende absichtlich den Begriff der \u201eP\u00e4dagogischen Einheit\u201c, weil darunter sowohl Einrichtungen des Kindergartens, der Schule und\/oder auch der Vorschule verstanden werden k\u00f6nnen und diese Einrichtungen je nach reformp\u00e4dagogischem Konzept auch anders benannt werden k\u00f6nnen, wie z.B. das \u201eKinderhaus\u201c in der Montessori-P\u00e4dagogik.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref6\" title=\"\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule. In: Erziehung wozu? Eine Vortragsreihe, Stuttgart 1956, S. 59<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref7\" title=\"\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 St. Exup\u00e9ry in: Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule, S. 59<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref8\" title=\"\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Wagenschein, Martin, Wesen und Unwesen der Schule, S. 54<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref9\" title=\"\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. Heiner, Ullrich, Reformp\u00e4dagogik. Modernisierung der Erziehung oder Weg aus der Moderne? In: Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik 36 (1990), S. 893ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref10\" title=\"\">[10]<\/a> \u00a0 B\u00f6hm, Winfried, Was ist \u201eaktuell\u201c an Montessori? In: Fuchs, Brigitta &amp; Harth-Peter, Waltraud (Hrsg.), Montessori-P\u00e4dagogik und die Erziehungsprobleme der Gegenwart, W\u00fcrzburg 1990, S. 24<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref11\" title=\"\">[11]<\/a>\u00a0\u00a0 Arbeiten zu p\u00e4dagogischen Themen: \u201eDie Ged\u00e4chtnispflege unter dem Gesichtspunkt der Selbstt\u00e4tigkeit\u201c, in denen er f\u00fcr das Prinzip des \u201elernen zu lernen\u201c in der Arbeitsschule eintritt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref12\" title=\"\">[12]<\/a>\u00a0\u00a0 Adam, Erik, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c als historischer Ort des Werkes von August Aichhorn\u201c. In: Adam, Erik, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik 1918 \u2013 1938\u201c. Beitr\u00e4ge zur Geschichte der P\u00e4dagogik, Graz 1981<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref13\" title=\"\">[13]<\/a>\u00a0\u00a0 Huber, Wolfgang, \u201ePsychoanalytische P\u00e4dagogik 1933 \u2013 1938 in \u00d6sterreich\u201c. In: Erik Adam, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c&#8230;, S. 135<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref14\" title=\"\">[14]<\/a>\u00a0\u00a0 Vgl. Anna Freud in: Peller, Lili E., On Development &amp; Education of Young Children, New York, o. J.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref15\" title=\"\">[15]<\/a>\u00a0\u00a0 Zitiert aus: Schnell, Hermann, \u201eDas P\u00e4dagogische Institut der Stadt Wien in der Ersten Republik\u201c. In: Adam, Erik, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c&#8230;, S. 264<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref16\" title=\"\">[16]<\/a>\u00a0\u00a0 Schnell, Hermann, \u201eDas P\u00e4dagogische Institut der Stadt Wien in der Ersten Republik\u201c. In: Adam, Erik, \u201eDie \u00d6sterreichische Reformp\u00e4dagogik\u201c&#8230;, S. 264<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref17\" title=\"\">[17]<\/a>\u00a0\u00a0 Klein-L\u00f6w, Stella, \u201eErinnerungen\u201c. Erlebtes und Gedachtes, Wien 1980, S. 60<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref18\" title=\"\">[18]<\/a> \u00a0 Der Weltbund f\u00fcr Erneuerung der Erziehung war und ist eine wichtige Bewegung hinter der Entfaltung der reformp\u00e4dagogischen Ideen in Europa und in den USA. Siehe auch Literaturverzeichnis zu diesem Kapitel! (Anmerk. Verf.)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref19\" title=\"\">[19]<\/a> \u00a0 Aufgrund der politischen Lage und dem zunehmenden Nationalsozialismus konnte die Konferenz nicht mehr abgehalten werden. (Anmerk. Verf.)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref20\" title=\"\">[20]<\/a> \u00a0 Oelkers, J\u00fcrgen, Die Diskussion der Grenze der Reformp\u00e4dagogik. In: B\u00f6hm, Winfried &amp; Oelkers, J\u00fcrgen, Reformp\u00e4dagogik kontrovers, W\u00fcrzburg 1995, S. 55ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref21\" title=\"\">[21]<\/a>\u00a0\u00a0 R\u00f6hrs, Hermann, Der Weltbund f\u00fcr Erneuerung der Erziehung. Wirkungsgeschichte und Zukunftsperspektiven, Weinheim 1995, S. 17f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref22\" title=\"\">[22]<\/a>\u00a0\u00a0 Neill hatte auf Anregung Chr. Baers in Hellerau (Dresden) im gleichen Geb\u00e4ude eine internationale \u201eneue deutsche Schule\u201c gegr\u00fcndet, die wie die Schule Chr. Baers aus politischen Gr\u00fcnden geschlossen worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref23\" title=\"\">[23]<\/a>\u00a0\u00a0 Zitiert nach: K\u00fchn, Axel D., Alexander S. Neill, Reinbeck 1995, S. 62<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref24\" title=\"\">[24]<\/a> \u00a0\u00a0 K\u00fchn, Axel D., Alexander S. Neill, S. 62<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref25\" title=\"\">[25]<\/a> \u00a0 Die Geschichte der Wiener Montessori-P\u00e4dagogik ist ausf\u00fchrlich beschrieben. Siehe dazu auch: Eichelberger, H., Freiheit f\u00fcr die Schule, Wien 1997<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref26\" title=\"\">[26]<\/a> \u00a0\u00a0 Die Waldorf-P\u00e4dagogik nimmt trotz ihrer weltweiten Verbreitung eine Sonderstellung ein. Sie ist in einem nur geringen Ausma\u00df f\u00fcr die Weiterentwicklung des \u00f6ffentlichen Schulsystems wirksam geworden und durch eine starke Bindung an die Anthroposophie gekennzeichnet.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref27\" title=\"\">[27]<\/a> \u00a0 Vgl. Kooperation mit Anna Freud in Wien, vorhergehende Seiten<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref28\" title=\"\">[28]<\/a> \u00a0 Vgl. auch: Eichelberger, H., Handbuch zur Montessori-Didaktik, Innsbruck 1997<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p align=\"left\"><a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Eichelberger\/Documents\/WEBSITE\/2013.12.05%20Reformp%C3%A4dagogik-Geschichte.doc#_ftnref29\" title=\"\">[29]<\/a> \u00a0 Vgl. Zellmann, Peter, P\u00e4dagogik als Reformvorhaben im Freizeitbereich, S. 9 in diesem Buch<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrachtet man die Entwicklung mancher reformp\u00e4dagogischer Richtungen im letzten Jahrzehnt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-9","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reformpaedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.eichelberger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}